Erzbischof Chaput: Segenszeremonien für gleichgeschlechtliche Paare nicht erlaubt

PHILADELPHIA – Erzbischof Charles J. Chaput von Philadelphia hat sich in einem Brief an Priester und Diakone in seiner Erzdiözese zur Frage nach einer Segenszeremonie für gleichgeschlechtliche Paare geäußert.

“Ich möchte uns alle daran erinnern, dass unter keinen Umständen ein Priester oder Diakon der Erzdiözese sich an der Schließung einer staatlich eingetragenen Partnerschaft [Civil Union] gleichgeschlechtlicher Personen oder an einer, eine solche Veranstaltung zu segnen suchende, religiösen Zeremonie beteiligen, eine solche bezeugen oder zeremoniell leiten kann”, schreibt Erzbischof Chaput in dem auf den 7. Februar datierten Brief, der CNA vorliegt.

“Dies stellt in keiner Weise eine Ablehnung der Personen dar, die eine solche Vereinigung anstreben, sondern vielmehr eine Weigerung, das zu ignorieren, was wir über das Wesen der Ehe, der Familie und der Würde der menschlichen Sexualität wissen”, fährt der Erzbischof fort.

Chaput äußert sich vor dem Hintergrund der Kontroverse über die jüngsten Wortmeldungen führender Kirchenvertreter aus Deutschland, die eine Unterstützung für die Segnung gleichgeschlechtlicher Partnerschaften andeuten.

In einem am 24. Januar veröffentlichten Interview mit der “Hessenschau” unter der Überschrift “Katholischer Stadtdekan fordert Segensfeier für Homo-Paare” sagt der Stadtdekan der Katholischen Kirche in Frankfurt, Domkapitular Johannes zu Eltz: “So eine Segnung darf nicht meinem persönlichen Wohlwollen entspringen. Sie muss ein kirchlicher Dienst sein”. Das bedeute “auch, dass die Kirchen der Ort für eine solche Segnung sein müssten.”

Am 3. Februar veröffentlichte der Bayerische Rundfunk unter der Schlagzeile “Segnung homosexueller Paare ist möglich” ein Interview mit Kardinal Reinhard Marx. Darin sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz und Erzbischof von München und Freising, es könne keine Regelung geben. Die Entscheidung sei “dem Seelsorger vor Ort und in der Begleitung der Person vor Ort überlassen”. Marx weiter: “Es gibt Dinge, die lassen sich nicht regeln.”

“Die Unklugheit in diesen öffentlichen Erklärungen ist zutiefst besorgniserregend”, schreibt Erzbischof Chaput im Brief an seinen Klerus.

“Wie Sie wissen, ermutigt das Segnen von Personen in ihrer jeweiligen Lebensform sie auch effektiv zu dieser – in diesem Fall der einer gleichgeschlechtlichen, sexuellen Vereinigung”, fügt er hinzu.

In einer Kolumne vom 6. Februar für “Catholic Philly” geht Chaput weiter auf die Gründe der Kirche für ihre Haltung zu gleichgeschlechtlichen Partnerschaften und deren Segnung ein.

“Es gibt keine Liebe – keine Nächstenliebe – ohne Wahrheit, wie es auch keine Barmherzigkeit getrennt von der Rahmenordnung der Gerechtigkeit geben kann, die von der Wahrheit geprägt ist und geleitet wird”, schrieb er.

Darüber hinaus schlägt Chaput in seiner Kolumne vor, zwei Grundsätze zu betrachten.

“Erstens müssen wir allen Menschen mit der Achtung und pastoralen Fürsorge begegnen, die sie als Kinder Gottes und der ihnen angeborenen Würde verdienen”, schreibt Chaput. Er betont, dass dies “ausdrücklich Personen einschließt, die sich zum gleichen Geschlecht hingezogen fühlen”.

“Zweitens gibt es keine Wahrheit, keine echte Barmherzigkeit und kein echtes Mitleid, wenn man eine Vorgehensweise segnet, die Menschen von Gott wegführt.”

Der Erzbischof von Philadelphia schreibt auch, dass jeder Mensch das “Recht hat, die Wahrheit zu erfahren”, auch wenn diese manchmal unbequem sei. Würdenträger der der Kirche müssten daher “klar, ehrlich und umsichtig sein in dem, was sie tun und sagen”, um keine Verwirrung zu stiften.

“Jesus sagte, dass uns die Wahrheit befreien wird”, schreibt Chaput. “Wir müssen die Wahrheit immer noch klar vernehmen – und sie [mit anderen] teilen, klar, immer liebevoll.”

“Verwirrung um wichtige Glaubenswahrheiten zu stiften, egal wie positiv die Absicht ist, macht nur eine schwierige Aufgabe noch schwieriger.” (CNA Deutsch)

Wir brauchen ‘neue Männer’, fordert Erzbischof Chaput

“Frauen haben ein Recht darauf, wütend zu sein, wenn Männer sie wie Objekte behandeln und sich wie Tyrannen und Schweine verhalten.”

PHOENIX – Vom edlen Ritter bis zum Heiligen: Im Christentum hat die Rolle des Mannes, haben männliche Eigenschaften eine lange, vielfältige Geschichte und Tradition. Wie “männlich” ist oder soll das Leben als Christ aber im 21. Jahrhundert geführt werden? Und wie sieht ein solches Leben in der Praxis aus? Angesichts der Skandale um sexuelles Fehlverhalten von prominenten Männern in Hollywood und anderswo haben diese Fragen neue, brisante Aktualität gewonnen.

Auf einer eigens dafür abgehaltenen Konferenz haben am 3. Feburar in Phoenix (Arizona) mehrere Bischöfe und Redner zum Thema gesprochen.

Erzbischof Charles Chaput rief vor mehr als 1300 Männern dazu auf, sich daran zu erinnern, wie glaubenstreue Männer früher ihre Leben als Christen führten. Und er hatte klare Worte für die Männer, die hinter den aktuellen Sex-Skandalen stecken.

Die Konferenz stand unter dem Motto Into the Breach – auf Deutsch in etwa “Rein in die Bresche” – ein Titel, den auch ein vor einiger Zeit von Bischof Thomas Olmsted veröffentlichter Hirtenbrief trägt. Olmsted stellte auch auf der Konferenz ein neues “Handbuch für Männer” vor.

Wir sind hier, um wieder zu verstehen, was es bedeutet ein Mann zu sein, und vor allem, wie man als Christ ein Leben von Wert und Tugend führt”, sagte Erzbischof Chaput der Konferenz. “Eine Gemeinschaft ohne Gedächtnis stirbt”

Gerade die Geschichte spiele eine wichtige Rolle in der christlichen Kultur, betonte Chaput. “So wie das Erinnerungsvermögen die individuelle Geschichte einer jeden Person verankert, so spielt ein gemeinsames Gedächtnis auch die gleiche Rolle für Kulturen, Nationen und Glaubensgemeinschaften. Die Geschichte ist ein gemeinsames Gedächtnis. Eine Gemeinschaft stirbt, wenn ihr Gedächtnis versagt”, sagte er.

Das Christentum sei immer noch eine “kämpfende Religion” sagte der Erzbischof von Philadelphia mit Verweis auf ein Zitat von CS Lewis. Das Evangelium zu leben bedeute einen “echten geistlichen Kampf” um Liebe und Frieden:

“Unsere ersten Waffen sollten immer Großzügigkeit, Geduld, Barmherzigkeit sein, die Fähigkeit zu verzeihen, zuzuhören, ein starkes persönliches Glaubenszeugnis – und in Liebe die Wahrheit klar auszusprechen”.

Der Erzbischof sagte weiter, dass “christliche Gleichberechtigung” verstehe, dass es wirkliche Unterschiede – und wechselseitige Abhängigkeiten – zwischen Mann und Frau gebe.

“Als Männer sind wir von Natur aus dazu angelegt und durch das Wort Gottes darin bestätigt, drei Dinge zu tun: zu dienen, zu beschützen und zu führen – nicht um unser selbst willen, nicht um der Eitelkeiten und Bedürfnisse willen, sondern im Dienst an anderen.”

Wie Männer diese christliche Männlichkeit zurückbekommen? Dazu lehre die Kirche, dass es “das persönliche Beispiel ihrer Heiligen” gebe.

“Liebe die Frauen in deinem Leben mit der Ermutigung, Zuneigung, Unterstützung und Ehrfurcht, die sie zurecht verdienen. Sei Deiner Frau in Geist und Körper treu. Erweise den Frauen, denen Du begegnest, Höflichkeit und Achtung, auch wenn sie diese nicht erwidern.”

Und wer heirate, so der Erzbischof weiter, der sollte mehr Kinder haben, und seine Zeit und sein Herz stärker in sie investieren.

Ein gestörtes Verhältnis zur Sexualität

Chaput verurteilte die jüngsten sexuellen Skandale, die weltweit Schlagzeilen machen, als “Symptom” einer ganzen Kultur, die ein gestörtes Verhältnis zur Sexualität habe. “Frauen haben ein Recht darauf, wütend zu sein, wenn Männer sie wie Objekte behandeln und sich wie Tyrannen und Schweine verhalten.”

Ein echter Wandel, eine langfristige Änderung der Kultur wie des eigenen Lebens sei nur durch eine Bekehrung der Herzen möglich, betonte der Erzbischof.

Ein Mann müsse erst etwas für sich entdecken, woran er glauben kann, und dass seinem Leben einen echten Sinn gibt – und somit auch umkrempelt, weil es sein Denken und Verlangen leitet: “Mit anderen Worten, wenn er ein neuer Mann wird.”

“Eine echte Reform wird niemals durch feministische Vorträge zustande kommen, oder das öffentliche Anprangern männlichen Verhaltens bei Preisverleihungen”.

“Deshalb bete ich heute für uns alle, dass Gott den Samen eines neuen Ritterschlags in unsere Herzen pflanzen wird – und uns zu den ‘neuen Männern’ macht, die unsere Familien, unsere Kirche, unsere Nation und unsere Welt brauchen”, schloss Erzbischof Chaput. (CNA Deutsch)

March for Life: Kardinal Dolan ruft zum Gebet gegen “die Mächte des Bösen” auf

WASHINGTON – Im Kampf gegen die Abtreibung ist es entscheidend, die Realität des Bösen und die Bedeutung des Gebets zu erkennen, sagte Kardinal Timothy Dolan von New York am Vorabend des jährlichen Marsches für das Leben, dem March for Life.

Die Macht des Bösen in der Welt, sagte er, “ist stärker als jede andere in der Schöpfung außer einer, unseres Herrn und Erlösers Jesus Christus, der sich selbst den Weg, die Wahrheit und das Leben nannte.”

“Deshalb kommen wir zu diesem Ort des Gebets, um unser Projekt zu beginnen: Ein Zuhause, vor dem die Mächte der Dunkelheit Angst haben, ein Haus, in dem Maria unsere Mutter ist, wo Jesus wohnt und wo wir mit der Familie leben”.

Kardinal Dolan betonte, man müsse dabei realistisch bleiben und reinräumen, dass es in einer Kultur, die Papst Franziskus ‘Wegwerf-Kultur’ nenne und die Johannes Paul als ‘Kultur des Todes’ bezeichnet habe, wirklich Mächte der Finsternis an der Arbeit sind.

Kardinal Dolan hielt die Predigt in der Vigil-Messe am 18. Januar, die in der Basilika des Nationalheiligtums der Unbefleckten Empfängnis in Washington, D.C., gefeiert wurde.

Die Vigil für das Leben wird jedes Jahr in der Nacht vor dem Marsch für das Leben gehalten, eine jährliche Veranstaltung, die zum Jahrestag der “Roe v. Wade”-Entscheidung des Supreme Court, die bundesweit in den USA legale Abtreibung erlaubt.

Der Marsch zieht routinemäßig Hunderttausende aus dem ganzen Land an, um die Würde jedes menschlichen Lebens zu bezeugen.

In seiner Predigt sagte Kardinal Dolan, dass Beobachter des Marsches – mittlerweile in seinem 45. Jahr – ihn mit den “friedlichen, aber so wirksamen Protesten für Bürgerrechte, die vom prophetischen Pastor [Martin Luther King] organisiert wurden”, verglichen haben.

“Wie bei Martin Luther King geht es bei unseren Gebeten und Zeugnissen um Bürgerrechte, das bürgerliche Recht auf Leben und gleichberechtigten Schutz durch die Verfassung, für die Zerbrechlichsten, Marginalisierten und Bedrohten – das winzige, unschuldige Baby im Mutterleib.”

“Wie Pastor King, treibt uns unser Glaube an die Würde der menschlichen Person und an die Heiligkeit des gesamten menschlichen Lebens dazu, sich für das menschliche Leben zu interessieren, wo auch immer, und wie auch immer es bedroht ist, vom Rassengegensatz zur Gerechtigkeit für Einwanderer, von dem zerrissenen Krieg Die Hungrigen.”

Der Kardinal verwies auf den Marsch für das Leben als ein Mittel, sich für das ungeborene Leben einzusetzen und zu zeigen, dass “Millionen, meist junge Menschen, eine Leidenschaft für den Glauben haben, dass das kleine Baby Menschenrechte hat.” Es ist wichtig für die Gesetzgeber des Landes zu sehen die Stärke der Pro-Life-Bewegung, sagte er.

Er ermutigte die Anwesenden, “Apostel des Lebens zu sein, Apostel, die nicht mit Geld bewaffnet sind, nicht mit Hass oder zerstörerischen Worten, sondern bewaffnet, wie unser heiliger Vater es mit Liebe und Freude ermahnt.” (CNA Deutsch)

Vatikan/USA: Sorge wegen Botschaftswechsel nach Jerusalem

Im Vatikan stößt das Vorhaben der US-Regierung, ihren Botschaftssitz in Israel von Tel Aviv nach Jerusalem zu verlegen, auf Unverständnis. Für den langjährigen Ständigen Beobachter des Heiligen Stuhls bei der UNO, Erzbischof Silvano Tomasi, müsse weiterhin die Zwei-Staaten-Lösung verfolgt werden, wie er im Gespräch mit Radio Vatikan an diesem Mittwoch sagt. Seit jeher unterstütze der Heilige Stuhl die Haltung der Vereinten Nationen, die darauf abzielt, einen palästinensischen Staat neben einem israelischen Staat anzuerkennen. Voraussetzung sei, dass sich beide unabhängige Staaten gegenseitig respektieren, fügt Erzbischof Tomasi an. Doch mit der Verlegung der US-Botschaft nach Jerusalem werde dieses Ziel wesentlich schwieriger zu erreichen sein.

„Jerusalem muss weiterhin allen drei großen abrahamitischen Religionen zugänglich bleiben, also für Christen, Muslime und Juden. Die Tatsache, dass man sagt, Jerusalem sei die Hauptstadt allein von Israel und all die damit verbundenen juristischen Konsequenzen, verkompliziert die bisherige Haltung der UNO, die auch vom Heiligen Stuhl unterstützt wird. Deshalb muss eine politische Linie verfolgt werden, die nicht Trennungen hervorruft, sondern die im Gegenteil Eintracht stiftet und Frieden garantiert.“

Als langjähriger Vatikandiplomat habe er festgestellt, dass es einer „vertieften Zusammenarbeit“ auf internationaler Ebene bedarf. Man können nicht einseitige Beschlüsse fassen, gerade wenn es um die Beziehungen zwischen Staaten gehe.

„Doch solche Gesten und auch solche Äußerungen, die den internationalen Konsens zerbrechen, bergen die Gefahr neuer Gewaltausbrüche. Wir müssen aber stattdessen versuchen, eine solche Politik mit allen möglichen Mitteln zu verhindern.“

Gerade die jüngsten Beschlüsse in den USA seien nicht förderlich. So würde der sogenannte „Travel Ban“ – auch „Muslim Ban“ genannt – ein falsches Zeichen setzen und in die falsche Richtung führen. Der Oberste Gerichtshof der USA entschied diese Woche, dass Donald Trumps umstrittener Bann mit Einschränken vorerst in Kraft treten dürfe.

„Dieser Beschluss ist selektiv, weil damit sieben Länder auf die Schwarze Liste gesetzt werden. Es handelt sich um sehr arme Länder und vor allem leben dort mehrheitlich Muslime. Die Haltung der US-Regierung stiftet somit sehr viel Trennung anstatt Einheit. Es fehlt an gutem Willen, mit der internationalen Gemeinschaft zusammenzuarbeiten. Auch entspricht eine solche Haltung nicht der Tradition der USA, die – vergessen wir es nicht – ein Einwanderungsland par excellence war und ist.“

Und dritter Streich der US-Regierung: Sie zieht sich auch aus einer Flüchtlingsvereinbarung der UNO zurück. Trump wolle sich nicht länger an der Ausarbeitung des globalen Flüchtlings- und Migrationspaktes beteiligen, erklärte die US-Vertretung am Sitz der Vereinten Nationen in New York. Die dazu verabschiedete New Yorker Erklärung sei „unvereinbar“ mit der Einwanderungs- und Flüchtlingspolitik der USA, hieß es aus dem Umfeld Trumps. Auch das stößt bei Erzbischof Tomasi auf Unverständnis.

„Gemäß der Katholischen Soziallehre müssen wir uns alle dafür verantwortlich fühlen, was auf der Welt passiert. Wir sind eine einzige Menschheitsfamilie. Was die Frage um die aktuelle Migration auf der Welt betrifft, so können wir die Probleme nicht damit lösen, dass man selektiv vorgeht, also die einen hineinlässt und andere nicht und dass man selber entscheidet, ohne andere mit einzubeziehen. Es bedarf stattdessen einer internationalen Zusammenarbeit. Diese multilaterale Kooperation drückt sich vor allem in der Zusammenarbeit aller Länder bei der UNO aus, die an Lösungen zum Migrationsphänomen arbeiten. Die ablehnende Haltung der USA ist keine Unterstützung für die Lösungssuche auf internationaler Ebene. Es hilft auch nicht, Frieden zu stiften und zu fördern. Wir können die Migration nur auf eine multilaterale Weise angehen. Das bedeutet, dass sich alle Staaten daran beteiligen sollten. Gerade die USA sind sehr wichtig, auch weil sie wegen ihrer langjährigen Tradition im Bereich der Einwanderung sehr viel beitragen könnten.“ (rv)

Verdacht auf Organhandel: Tausende bitten FBI, gegen Planned Parenthood zu ermitteln

WASHINGTON, D.C. – Über 8.000 Personen haben eine Petition an die US-Bundespolizeibehörde FBI unterschrieben, gegen Planned Parenthood für den Handel mit den Organen abgetriebener Föten zu ermitteln.

Medienberichten zufolge prüft das FBI eine Ermittlung gegen den multinationalen Abtreibungskonzern.

Seit Juli 2015 hat der Center for Medical Progress (CMP) mit einer Reihe verdeckt gefilmter Videos dokumentiert, dass Gewebe und Organe von Planned Parenthood abgetriebener Kinder offenbar verkauft werden.

Planned Parenthood hat die Vorwürfe bestritten und mitgeteilt, dass das Geld von Universitäten und privaten Einrichtungen nur für Verpackung und Porto gezahlt worden sei.

Der Kauf oder Verkauf mit dem Gewebe menschlicher Föten ist in den USA verboten und mit einer Freiheitstrafe von bis zu zehn Jahren oder einer Geldstrafe bis einer Höhe von einer halben Million US-Dollar belegt.

Den Verdacht möglicherweise illegalen Vorgehens erhob auch der am 4. Januar vorgelegte Bericht eines Untersuchungsausschusses eines Komitees des US-Repräsentantenhauses. Der Bericht wurde den Justizbehörden übergeben.

Darüber hinaus haben, seit Beginn der Kontroverse, mindestens 15 Bundesstaaten ihre Bezuschussung von Planned Parenthood gestrichen. (CNA Deutsch)

USA: Schlappe für Papst Franziskus

Überraschung in der US-Bischofskonferenz, Erzbischof Joseph Naumann wird vor Kardinal Blase Cupich zum neuen Leiter des „Pro-life committee“ (Lebensrechtskommission) gewählt.

Naumann, Erzbischof von Kansas City, hat den von Papst Franziskus im November 2016 kreierten Kardinal Cupich (Erzbischof von Chicago) mit 96 zu 82 Stimmen bei der Wahl knapp geschlagen. Eigentlich sind beide Kandidaten Befürworter des Lebensrechts für ungeborene Kinder und gegen die Abtreibungspolitik. Cupich gilt jedoch in den USA als progressiver Verfechter der Kurzänderung durch Papst Franziskus und genau hier lag das Problem seiner Nichtwahl. Er gilt in der US-Bischofskonferenz als „Mann des Papstes“ neben den Papstkreierungen Kardinal Tobin (Erzbischof von Newark und vormals von Indianapolis) und dem im Vatikan tätigen Kardinalpräfekten Farrell (vormals Bischof von Dallas). Mit den Ernennungen der genannten Kardinäle hatte der Papst seine Wunschkandidaten in den USA platziert und darüber ist offenkundig die Mehrheit des US-Episkopts nicht glücklich.

In den US-Medien wird die Wahl von Erzbischof Naumann als Leiter der Kommission als eine Art „Referendum gegen die Abtreibungspolitik von Papst Franziskus“ betrachtet. So berichte Crux Now am Dienstag und Mittwoch in den USA:

„Diese genau beobachtete Wahl wurde von vielen als Referendum über die Annäherung der Konferenz an Lebensthemen und deren Übereinstimmung mit Franziskus angesehen. Naumann wird den scheidenden Vorsitzenden des Komitees, Kardinal Timothy Dolan aus New York, ersetzen. Während seines Berichts über das Lebensrechtskomitee am Montag lobte Dolan Naumanns Arbeit im Ausschuss und als Vorstandsmitglied von Human Life Action“.

„Auf der anderen Seite gibt es wahrscheinlich noch ein Paar andere Faktoren, bevor man das Ergebnis unter einer rein politischen Linse betrachtet – als ob es irgendwie ein “Nein” zur gesamten Agenda von Papst Franziskus wäre, eine Art Brexit-Äquivalent der US-Bischöfe“.

Hinzu kommt, dass seit 40 Jahren dieses Amt immer von einem Kardinal besetzt war und nun erstmals ein rangniedriger Kirchenmann die Leitungsfunktion inne haben wird. Die Personalpolitik von Papst Franziskus hat im US-Episkopat mit der Wahl von Erzbischof Naumann, anstelle des eigentlich sicher gegoltenen Kardinal Cupich, eine herbe Schlappe erlebt. (vh)

Führung der US-Bischofskonferenz beim Papst

Die Führung der US-Bischofskonferenz war am Montag beim Papst. An der Privataudienz im Vatikan nahm eine vierköpfige Delegation teil, nämlich der Konferenzvorsitzende Kardinal Daniel DiNardo aus Galveston-Houston, sein Stellvertreter Erzbischof José Gomez aus Los Angeles sowie der Generalsekretär und dessen Stellvertreter. Über den Inhalt der rund 30-minütigen Unterredung wurde nichts bekannt. (rv)

Vatikan prüft Kinderporno-Vorwürfe gegen Diplomaten

Der Vatikan prüft Vorwürfe gegen einen Priester im diplomatischen Dienst des Heiligen Stuhles, der möglicherweise kinderpornografische Bilder konsumiert hat. Das teilte der vatikanische Pressesaal am Freitag mit. Der Betreffende sei in Washington akkreditiert. Das US-Außenministerium habe den Verdacht am 21. August auf diplomatischem Weg dem Heiligen Stuhl mitgeteilt. Dieser berief den Priester zurück in den Vatikanstaat, wo er sich derzeit aufhält, heißt es in der Mitteilung. Das Staatssekretariat habe in der Sache den Justizpromotor des Vatikangerichts informiert, der eine Untersuchung auf internationaler Ebene anordnete.

Die Nuntiatur – also die Botschaft – ist die einzige diplomatische Vertretung, welche der Vatikan in Washington unterhält. Laut päpstlichem Jahrbuch wirken dort neben dem Nuntius – zurzeit Erzbischof Christophe Pierre – drei Gesandte. Der diplomatische Dienst des Heiligen Stuhles setzt sich ausschließlich aus Priestern zusammen. (rv)

USA: Das unheilige Bündnis der Extremen

Viele deuteten ihn als vatikanischen Frontalangriff auf Donald Trump und sein Umfeld: den Leitartikel der neuesten Ausgabe der „Civiltà Cattolica“. In der vatikannahen Zeitschrift hatte der Jesuit Antonio Spadaro, ein Vertrauter von Papst Franziskus, das Bündnis von „evangelikalem Fundamentalismus und katholischem Integralismus“ in den USA gegeißelt und als „Ökumene des Hasses“ bezeichnet.

Jetzt bestätigt der italienische Historiker und Theologe Massimo Faggioli die Analyse Spadaros, die eine lebhafte Debatte losgetreten hat. Faggioli, der seit 2009 in Philadelphia lehrt, spricht im Interview mit Radio Vatikan von einem „politisch-religiösen Manichäismus“ (Manichäismus: eine spätantike Religion, die in der Welt die beiden Urprinzipien Gut und Böse, Licht und Finsternis am Werk sah, Anm.d.Red.).

„Er ist in den USA entstanden, weil die theologische und kirchliche Sprache vor allem in den letzten 30 Jahren immer polarisierter wird. Das hat mit dem politischen System zu tun, das auf zwei Parteien ruht. Dementsprechend identifizieren sich die katholischen Laien auch in religiöser Hinsicht, was bestimmte Fragen angeht, mit den katholischen Republikanern auf der einen oder aber mit den katholischen Demokraten auf der anderen Seite. Das ist ein Phänomen, das sich aus dem politischen System der USA ergibt, allerdings auch aus dem militanten Charakter seines Christentums. Da schließe ich auch die katholische Kirche nicht aus.“

Konvertiten tragen protestantische Vorstellungen in katholische Kirche hinein

Man dürfe auch nicht vergessen, dass die USA dereinst von einer Gruppe tiefgläubiger Christen gegründet worden seien, die von einer umfassenden „Kontrolle“ der Gesellschaft „durch die Religion“ ausgegangen seien und das System nach dieser Prämisse errichtet hätten.

„Die katholische Kirche ist zwar eher vorsichtig gegenüber dieser Vorstellung einer Vorherrschaft der Religion über das Politische. Doch in den letzten Jahren hat eine beachtliche Migration von Vorstellungen und auch Personen aus den protestantischen US-Kirchen hin zum Katholizismus stattgefunden. Es gab eine Masse von Übertritten, auch von wichtigen Intellektuellen, und diese Konvertiten haben diese protestantische, im wesentlichen calvinistische und amerikanische, Vorstellung mitgebracht, nach der die Politik der Religion untergeordnet und eine Trennung oder auch nur Unterscheidung zwischen beiden Bereichen schwer vorstellbar ist.“

Der Leitartikel der „Civiltà Cattolica“ zielt also, davon ist Massimo Faggioli überzeugt, in die richtige Richtung. Und er habe auch recht damit, von einem richtiggehenden „evangelikalen Fundamentalismus“ zu sprechen. „Man nennt das Fundamentalismus, weil es eine Form des Christentums ist, die sich auf fundamentale Weise auf den biblischen Text, auf die Heilige Schrift bezieht. Sie findet also in den Schriften einige Texte und modelt danach direkt, ungemindert durch das kirchliche Lehramt, eine Gesellschaft, eine Zivilisation oder eine Gesetzgebung. Diese Dynamik ist typisch amerikanisch. Die Bibel dermaßen wörtlich zu nehmen, ist dem Katholizismus ziemlich fremd, er ist mehr an der Tradition der Kirche als direkt an der Schrift orientiert. Doch in den USA hat diese Nachbarschaft zu calvinistisch-protestantischen Traditionen auch einige Katholiken fundamentalisiert.“

“Das Phänomen Trump ist der Aufstieg einer ,Theologie des Wohlstands´ zum politischen Programm“

Spadaro und mit ihm unser Gesprächspartner Faggioli nennen aber auch noch eine andere Spielart des Religiösen in den USA Fundamentalismus, nämlich die sogenannte Theologie des Wohlstands. „Das ist eine religiöse Botschaft, die einige neuprotestantische christliche Kirchen in den USA verbreiten. Danach zeigt sich die Liebe Gottes daran, dass die Menschen bei guter Gesundheit und reich sind. Wenn jemand also reich ist und glücklich, dann wäre das ein Zeichen dafür, dass er von Gott geliebt wird. Das ist eine deutlich häretische und abwegige Theologie, die aber doch in einigen protestantischen Kirchen nicht nur der USA, sondern auch Lateinamerikas und Afrikas sehr wichtig ist. Auch diese Theologie nun findet, wenn auch in abgewandelter Form, durchaus Anhänger im US-Katholizismus. Das ist ein Phänomen, das einen mit Sorge erfüllen muss, weil es eine direkte Verneinung der Soziallehre der Kirche über Arme und Gerechtigkeit mit sich bringt. Es ist eine Haltung, die genau das Gegenteil der Haltung des Lehramts darstellt. Und dieser Artikel bringt das genau im richtigen Moment auf den Punkt – denn das Phänomen Trump ist der Aufstieg der Theologie des Wohlstands zum politischen Programm.“

Damit ist der Name gefallen: Trump. Jetzt wird deutlich, warum Pater Spadaros Artikel als Kritik des Vatikans am neuen US-Präsidenten verstanden werden konnte.

„Das Phänomen von Trumps Wahl ist zweifellos verbunden mit der Verbreitung dieser Theologie des Wohlstands. Es ist eine Tatsache, dass die Geistlichen, die der Präsident zu seiner Amtseinführung eingeladen hatte, genau die führenden Vertreter dieser Theologie in den USA sind. Auch im Innern der katholischen Kirche der USA gibt es diese Haltung gegen die Kirche der Armen und gegen die soziale Botschaft von Papst Franziskus; sie ist eine Wirkung der Infiltrierung durch diese Theologie. Das ist ein Sonderphänomen, welches es nach meiner Beobachtung in anderen katholischen Ortskirchen der Welt offenbar nicht gibt.“

„Ökumene des Hasses“ nennt der Leitartikel aus Rom die Fusion zwischen evangelikalem und katholischem Integralismus. Auch das kann der Professor aus Philadelphia nachvollziehen. „Der Grund liegt darin, dass diese Ökumene nicht am Bau von Brücken interessiert ist, sondern die Fernstehenden vielmehr als gemeinsame Feinde der Katholiken wie der Protestanten identifiziert. Zu dieser Kategorie von Feinden gehören die Muslime und in einigen Fällen sogar die Juden, da schwingt eine Art Antisemitismus mit. Ziel dieser Ökumene ist also gar nicht der Dialog; ihre Anhänger sprechen von einer „Ökumene des Schützengrabens“. Sie glauben, dass die Welt Krieg gegen sie führt und dass wir Christen verschiedener Konfessionen deshalb zusammenhalten müssen, um uns nach außen zu verteidigen. Es ist wohl überflüssig zu sagen, dass das eine ganz andere Art der Ökumene ist als die, die Papst Franziskus die „Ökumene des Blutes“, also des Martyriums nennt. Aber diese Art von Ökumene ist jetzt theologisch, kulturell und politisch speziell durch Trumps Präsidentschaft wichtig geworden.“

Übertritte zum Katholizismus aus zweifelhaften Motiven

Viele Christen anderer Konfessionen, die in jüngerer Zeit zur katholischen Kirche übertreten, tun das aus zweifelhaften Motiven, urteilt Massimo Faggioli. „Sie sehen in der katholischen Kirche eine stärkere Kirche, die also imstande ist, den Feind zu bekämpfen, damit sind Asiaten, Muslime oder andere gemeint. Das ist eine ideologische Vision, die nichts mit der des katholischen Lehramts der letzten 50 Jahre zu tun hat.“ (rv)

USA: William Henry Kardinal Keeler verstorben

Der aus Texas stammende Kardinal Keeler ist am Donnerstag, den 23. März verstorben. Keeler war erst vor wenigen Tagen 86 Jahre alt geworden. Er leitete die Erzdiözese Baltimor (USA) von 1989 bis 2007. Papst Johannes Paul II. hatte ihn im November 1994 in den Kardinalsstand erhoben und ihm die Titelkirche „S. Maria degli Angeli“ als Kardinalpriester übertragen. Somit umfasst das Kardinalskollegium noch 223 Purpurträger und von diesen sind 117 wahlberechtigt bei einem künftigen Konkalve. (vh)