Vaticanhistory-News-Blog

Kirchengeschichte bei VH

USA: William Henry Kardinal Keeler verstorben

Freitag 24. März 2017 von VH

Der aus Texas stammende Kardinal Keeler ist am Donnerstag, den 23. März verstorben. Keeler war erst vor wenigen Tagen 86 Jahre alt geworden. Er leitete die Erzdiözese Baltimor (USA) von 1989 bis 2007. Papst Johannes Paul II. hatte ihn im November 1994 in den Kardinalsstand erhoben und ihm die Titelkirche „S. Maria degli Angeli“ als Kardinalpriester übertragen. Somit umfasst das Kardinalskollegium noch 223 Purpurträger und von diesen sind 117 wahlberechtigt bei einem künftigen Konkalve. (vh)

Kategorie: Vatikan, Weltkirche | Keine Kommentare »

Was Kardinal Dolan zur Amtseinführung von Donald Trump zu sagen hat

Freitag 20. Januar 2017 von VH

WASHINGTON, D.C. – Eine sorgfältig ausgewählte Bibelstelle wird zur Amtseinführung von Donald Trump zum Präsidenten der USA am heutigen Freitag der Erzbischof von New York vorlesen.

Für die feierliche Zeremonie hat Kardinal Timothy Dolan das neunte Kapitel aus dem Buch der Weisheit gewählt.

Diese Wahl ist mehrfach bedeutungsträchtig. Einmal findet sich dieses Buch des Alten Testaments natürlich in der Bibel – aber nicht in protestantischen. Und Trump identifiziert sich als Presbyterianer.

Dann ist Kapitel 9 im Buch der Weisheit ein Gebet des Königs Salomon, in dem dieser Gott preist und Ihn um Weisheit bittet als Herrscher Israels.

Angesichts der tief gespaltenen Öffentlichkeit der USA hat Kardinal Dolan betont, dass seine Teilnahme an der Amtseinführung keine einseitige Unterstützung des zukünftigen Präsidenten darstelle. Wenn die Gegenspielerin Trumps gewonnen und ihn eingeladen hätte, wäre er genauso geehrt gewesen, teilzunehmen, sagte der New Yorker Erzbischof der Presse.

Unklar ist, ob der Kardinal das ganze neunte Kapitel vorlesen wird, oder nur eine Passage daraus.

Aber diese Stelle wird er voraussichtlich nicht auslassen wollen:

Mit dir ist die Weisheit, die deine Werke kennt / und die zugegen war, als du die Welt erschufst. Sie weiß, was dir gefällt / und was recht ist nach deinen Geboten.
Sende sie vom heiligen Himmel / und schick sie vom Thron deiner Herrlichkeit, damit sie bei mir sei und alle Mühe mit mir teile / und damit ich erkenne, was dir gefällt.
Denn sie weiß und versteht alles; / sie wird mich in meinem Tun besonnen leiten / und mich in ihrem Lichtglanz schützen.
Dann wird dir mein Handeln gefallen; / ich werde dein Volk gerecht regieren / und des Throns meines Vaters würdig sein. (Weish 9,9-12)

(CNA Deutsch)

Kategorie: Weltkirche | Keine Kommentare »

US-Bischöfe nach der Wahl: Lebensschutz und Migranten

Donnerstag 10. November 2016 von VH

USADie katholische Bischofskonferenz in den USA hat dem designierten US-Präsidenten Donald Trump zum Wahlsieg gratuliert und dabei die Bedeutung des Lebensschutzes betont. Papst Franziskus habe bei seinem Besuch in den USA vor einem Jahr deutlich gemacht, wie wichtig der Einsatz für das Leben in einer Gesellschaft und einer Demokratie sei, sagte der Vorsitzende der Bischofskonferenz und Erzbischof von Louisville, Joseph Kurtz, im Interview mit Radio Vatikan. Man wolle etwa die Prinzipien der katholischen Soziallehre in die Debatte einbringen, so Kurtz.

„Ich glaube, dass wir sehr gut eine Vision und einen Weg dargestellt haben. Es wird dabei nicht überraschen, dass wir dabei mit dem Schutz des Menschen beginnen, vom Augenblick der Empfängnis an bis zu seinem natürlichen Tod. Wir wünschen uns für alle Menschen die Möglichkeit, ihr Leben zu leben.“ Ob Trump mit seiner Haltung zu Abtreibungen auf der Linie der katholischen Kirche liegt, dürfte noch unklar sein. So soll der Republikaner vor seiner Kandidatur „Planned Parenthood“ unterstützt haben – die gemeinnützige Organisation ist der größte Anbieter von Abtreibungen in den USA.

Bischöfe betonen den Einsatz für Einwanderer

Die US-Bischöfe bekräftigten in ihrer Reaktion auf Trumps Wahl zum Präsidenten zugleich ihren Einsatz für Einwanderer. Dazu Erzbischof Kurtz im Interview mit Radio Vatikan: „Wir sind natürlich besonders engagiert für unsere Brüder und Schwestern, die auf der Flucht sind oder Migranten. Wir sind überzeugt, dass wir sie menschlich willkommen heißen können, ohne unsere Sicherheit zu opfern.“ Trump hatte im Wahlkampf angekündigt, eine Mauer zu Mexiko errichten zu wollen, um die USA von illegalen Einwanderern abzuschirmen.

Die Bischofskonferenz blicke zuversichtlich auf die Zusammenarbeit mit dem gewählten Präsidenten, so der Vorsitzende der US-Bischöfe weiter. Und er nannte noch „andere Felder“ einer möglichen Zusammenarbeit mit dem designierten Präsidenten: „Eines davon liegt uns besonders am Herzen, und zwar die gewaltsame Verfolgung, welche Christen und Menschen anderen Glaubens in der ganzen Welt bedroht. Wir müssen an ihrer Seite stehen und Wege suchen, sie zu schützen!“ Weitere Themen seien die Religionsfreiheit im Land, welche viele verschiedene Einzelbereiche betreffe, und die Überzeugung, dass Familien auf der Ehe von Mann und Frau aufbauen.

Kirche könnte gesellschaftlicher Spaltung entgegenwirken

Mancher US-Amerikaner möge sich nun fragen, ob das Land zu einer Einheit zurückfinden könne: Die polarisierende Kampagne zwischen Hillary Clinton und Donald Trump habe viel Spaltung erzeugt, so Kurtz. „Wir werden unsere ganze Energie dazu brauchen, die Kluft zwischen Demokraten und Republikanern zu überwinden und neu das Antlitz Jesu im Nächsten entdecken zu lernen, vor allem in den Leidenden und auch in den Menschen, mit denen wir nicht einer Meinung sind. Ich hoffe, dass wir als Kirche da ein Zeichen setzen können dadurch, wie wir selber die Themen mit Wahrheit aber auch mit Barmherzigkeit angehen.“

Die katholische Kirche in den USA versammelt sowohl Republikaner als auch Demokraten in ihren Reihen. Ebenso sind unter den Katholiken neben weißen Amerikanern auch viele Schwarze und Hispanics sowie Menschen aus allen Bildungsschichten und wirtschaftlichen Milieus zu finden. (rv)

Kategorie: Weltkirche | Keine Kommentare »

USA: Kardinal warnt davor, Muslime zu Sündenböcken zu machen

Dienstag 19. Juli 2016 von VH

Kardinal O´MalleyDie antimuslimische Rhetorik innerhalb der Republikanischen Partei in den USA wirkt zersetzend. Mit diesen Worten mahnt der Erzbischof von Boston, Kardinal Seán O’Malley, vor schlichten Schuldzuweisungen an einzelne Gruppen. Die Warnung kommt zu Beginn der Woche, in der die Partei Donald Trump offiziell zum Präsidentschaftskandidaten küren will, Trump hatte in der Vergangenheit wiederholt gefordert, allen Muslimen die Einreise in die USA zu verbieten.

Es brauche Gesetze, die Menschen nicht die Würde nähmen, so O’Malley. Sorge äußerte er auch darüber, dass die Morde von Nizza jetzt dazu führe, dass aus dem Islam ein Sündenbock gemacht würde. Er äußerte sich bei einer Reise nach Irland. (rv)

Kategorie: Weltkirche | Keine Kommentare »

Panama: Kardinal verlangt Lösung für festsitzende Migranten aus Kuba

Freitag 25. März 2016 von VH

Kardinal Lacunza MaestrojuanKardinal Jose Luis Lacunza fordert neuerlich dringende Maßnahmen, um die Lage der kubanischen Migranten an der Grenze zwischen Panama und Costa Rica zu lösen. Rund tausend aus Kuba ausgewanderte Menschen sitzen seit mehreren Monaten an der inneramerikanischen Grenze fest. Sie wollen in die USA gelangen, doch lässt Panama sie nicht passieren. Kardinal Lacunza signalisierte zugleich Verständnis für die Sorge der Regierungen: „Wenn sie den Durchzug der Migranten erlauben, werden immer mehr ankommen, und es wird eine unendliche Geschichte“, so der Bischof von David, den Papst Franziskus 2015 zum ersten Kardinal Panamas gemacht hatte.

Die in dem Grenzort Paso Canoa festsitzenden kubanischen Migranten haben letzte Woche den Kardinal um Vermittlung bei der Regierung Panamas gebeten. Sie wurden von den Behörden in der Provinz Chiriqui vorläufig in diversen Pensionen untergebracht, bis eine regionale Übereinkunft erzielt wird, die es den Migranten erlaubt, durch die mittelamerikanischen Länder nach Mexiko und von dort in die USA zu gelangen. (rv)

Kategorie: Weltkirche | Keine Kommentare »

Ciudad Juarez: Besuch an der Grenze schlechthin

Mittwoch 17. Februar 2016 von VH

Gudrun SailerFünfte und letzte Station der Papstreise: Ciudad Juarez. Eine Stadt an der Grenze, mehr noch: am Grenzzaun zu den USA. Ein Kristallisationspunkt vieler Probleme Mexikos, von Migration zu Gewalt. Ist Ciudad Juarez der geheime Mittelpunkt der Reise? Das wollte unsere Korrespondentin Gudrun Sailer von Prälat Bernd Klaschka wissen, dem Direktor des bischöflichen Lateinamerika-Hilfswerks Adveniat, der selbst 15 Jahre seines Lebens als Priester in Mexiko zugebracht hat.

Klaschka: „Ich persönlich meine, es gibt zwei Mittelpunkte dieser Reise: Chiapas innerkirchlich und Ciudad Juarez sozial und gesellschaftlich. Migration ist eine Herausforderung nicht nur für Lateinamerika, sondern eine globale Herausforderung. Insofern ist das ein zentraler Ort, zu dem die Menschen sich aufgemacht haben, um bessere Lebensperspektiven in den USA zu finden. Ciudad Juarez ist der Übergang zwischen der nördlichen und der südlichen Halbkugel der Welt. Es sind kulturelle und wirtschaftliche Unterschiede, das Nord-Süd-Gefälle, das an dieser Grenzziehung stark sichtbar wird, und deshalb wollte Franziskus dorthin gehen, um auf die Situation der Gewalt hinzuweisen. Denn in den vergangenen Jahrzehnten gab es viele gewalttätige Auseinandersetzungen, insbesondere auch gegenüber Frauen: es sind hunderte Frauen in Ciudad Juarez ermordet worden, Menschen beseitigt worden und verschwunden, die sich dem Drogenhandel widersetzt haben. Dass der Papst an die Grenze geht, zeigt auch den Weg an die Grenze, und nicht in das Zentrum der Macht. Dort sind viele Migranten und die sind froh, wenn sie wenigstens an diesen Grenzzaun gekommen sind und irgendwann die Möglichkeit finden, den Zaun zu überwinden, ihn löchrig zu machen, um auf die andere Seite der Erdhalbkugel zu kommen.“

RV: Gibt es noch eine über diese inneramerikanische Grenze hinausweisende Botschaft, die der Papst mit seinem Besuch dort übermitteln will?

Klaschka: „Ich habe ein Bild aus Ciudad Juarez im Kopf, zwei Priester, einer auf der Seite der USA und einer auf der Seite Mexikos, feiern gemeinsam die Eucharistie und haben ein Brett durch den Grenzzaun geschoben. Unser Glaube ist grenzübergreifend, das will der Papst verdeutlichen, er ist nicht national beschränkt, sondern unser Glaube und unsere Botschaft ist global. Und das möchte er deutlich machen. Daher hat er auch eine globale Verantwortung und eine Verantwortung für die Migranten, die an diesem Ort und über diesen Ort hinaus an der Grenze entlang versuchen, die Grenze zu überwinden. Mit ihnen solidarisch zu sein, sowohl was ihre Situation in Ciudad Juarez betrifft als auch ihre Lage in den Herkunftsländern. Zum Beispiel waren an dieser Grenze Menschen aus Honduras, San Salvador, Guatemala, um sie zu überwinden. Es ist ein lateinamerikanisches Problem. Insofern ist die Reise von Papst Franziskus nach Ciudad Juarez ein ganz wichtiges Zeichen: wir sind eine Kirche, die mit den Migranten auch unterwegs ist. Und wir haben auch in unserer Spiritualität das Unterwegssein stark verinnerlicht. Insofern wird dieses Zeichen auch verstanden von den Migranten selbst: der Papst ist bei uns, wir sind nicht allein.“

RV: Franziskus wird dort auch ein Gefängnis besuchen. Erst vor wenigen Tagen ist in einem anderen mexikanischen Gefängnis eine Revolte ausgebrochen, danach Feuer, es gab Dutzende Tote. Ist die Lage in mexikanischen Gefängnissen wirklich so dramatisch, wie es dieses Schlaglicht erscheinen lässt?

Klaschka: „Viele Menschen in den Gefängnissen sind dort, ohne verurteilt zu sein, und sie kommen nur heraus, wenn sie eine entsprechende Menge Geld an die Instanzen zahlen. Damit will der Papst auf eine besondere Situation von Menschen hinweisen, die gefangen sind – sowohl im System, und er will auch auf die Straflosigkeit und Gesetzlosigkeit in vielen Staaten Lateinamerikas hinweisen. Hier in Mexiko ist Straflosigkeit ein großes Problem. Ich kann einen Menschen ermorden, und es passiert nichts. Diese Botschaft richtet sich nach meiner Auffassung an die Verantwortlichen im Justizwesen eines Staates, die Menschen im Gefängnis nicht zu vergessen und sie gerecht zu behandeln. Ich kenne die Lage z.B. im größten Männergefängnis von Lima in Chile, das ist gebaut für 3000 Personen, dort leben ungefähr 9.000, auf einer Basketballfläche müssen 300 Menschen leben in Drei-Stock-Betten. Da ist man wirklich am Rand. Und wenn der Papst am Rand von Mexiko nochmal den Rand besucht, will er damit sagen: schaut auf die Ränder, damit das Zentrum saniert wird.“

RV: Sehen Sie die Kirche in Mexiko im Sinn von Papst Franziskus engagiert genug im Aufzeigen von Missständen? Was tut Mexikos Kirche gegen Menschenhandel und für die Opfer und für Migranten? Könnte sie mehr tun?

Klaschka: „Wenn ich zurückblicke auf die vergangenen Jahre, möchte ich festhalten, dass ich den Wunsch habe, die Kirche hätte mehr getan in Bezug auf die Lage der Armen, von Recht. Sie hat in Einzelfällen sehr viel geholfen, aber strukturmäßig, beim Anwaltsein der Armen und der Inhaftierten, hätte ich mir gewünscht, sie hätte mehr getan. Ich stelle aber fest, dass es im Augenblick unter den Priestern, Ordensleuten und Bischöfen Personen gibt, die stärker dafür eintreten. In der Vergangenheit gab es Initiativen wie Menschenrechtsbüros von Seiten der Katholischen Kirche in Chiapas, die dafür eingetreten sind, aber ich hätte mir gewünscht, dass sie stärker vonseiten der Hierarchie unterstützt worden wären. Sie haben oft allein gekämpft, haben damit aber auch ein Beispiel gegeben, sich nicht entmutigen zu lassen."

RV: Was tut Franziskus in einer solchen Lage?

Klaschka: „Die Probleme sind auch so hautnah, dass wir als Kirche nicht darüber hinweggehen können. Und Papst Franziskus ist jemand, der uns sehr mitbrüderlich darauf hinweist, wo der Ort der Kirche ist; und da ist noch Umkehr notwendig, wie wir sie im Augenblick ja auch in der Fastenzeit predigen. Kirche fordert nicht nur die persönliche Umkehr, sondern wir als Kirche müssen auch umkehren, hin zur Peripherie und den Armen. Das ist eine ständige Herausforderung.“(rv)

 

 

Kategorie: Papstreisen | Keine Kommentare »

Die Teile einer Reise: Ein Kommentar

Sonntag 27. September 2015 von VH

Bernd HagenkordWas haben die USA und Kuba gemeinsam? Was verbindet die beiden Länder, die beide in einer Reise von Papst Franziskus besucht werden? Gar nicht so einfach zu sagen. Die schnelle Antwort wäre natürlich die Öffnung der beiden Staaten füreinander, bei der der Papst Hilfestellung geleistet hat. Die Reise betont, der Papst hat die Gelegenheit wahrgenommen, deswegen die beiden Staaten in einer Reise.

Das stimmt, und doch ist es zu kurz. Papst Franziskus hatte ja nicht nur eine Absicht, sondern er hat auch gesprochen. Wenn man den Doppelbesuch nun nach dem Ereignis, in der Rückschau, betrachtet, dann ergeben sich noch andere Bilder als im Blick von vorne.

Der Vatikanist John Allen hat die Botschaft des Papstes an das Regime in Kuba so formuliert: die Herausforderung des Papstes lag darin, dass er den Menschen ein „alternatives Narrativ“ darüber angeboten habe, was es heißt, Kubaner zu sein. Kurz: die Revolution ist nicht alles. So kann man das natürlich für die USA nicht übertragen, und doch liegt darin eine Brücke der beiden Besuche. Vor dem US Kongress hat der Papst über das Machen von Politik gesprochen, von Träumen, die sich in politisches Handeln übersetzen durch die Verantwortung, die Menschen – er nannte Lincoln, King, Day und Merton – wahrnehmen. Auch hier liegt die Frage nach Identität versteckt: lasse ich mich in der parteipolitischen Polarisierung gefangen nehmen oder schaffe ich als Politiker den Blick über all das hinaus? In der Struktur ist die Anfrage nicht sehr viel anders als das, was er in Kuba sagte, nur dass es in den USA konstruktiv war, in Kuba eher subversiv.

Obwohl: direkt nach der Rede des Papstes ging das normale politische Tagesgeschäft weiter und der Senat hatte erst einmal mit einem Filibuster zu tun, einem Instrument das Debatte und Abstimmung verhindern soll. Vielleicht täte etwas Subversivität auch den USA ganz gut.

Eine zweite Klammer gibt es: die Familie. Das ist eine Klammer, die der Papst ganz bewusst schon vorher gesetzt hat, als er seine Kuba-Reise auch mit einem Familientreffen enden ließ. In der Wahrnehmung außerhalb der USA ist dieses Thema kaum aufgegriffen worden, was erstaunlich ist, beginnt doch eine Woche nach Ende der Reise die Versammlung der Bischofssynode zu diesem Thema, die mit riesigen Erwartungen aufgeladen ist. Der Papst will aber nicht nur über Familie sprechen, sondern auch bei den Treffen von Familien dabei sein. Das ist die Botschaft, die ich darin lese.

Emotional liegt Kuba bereits weit in der Vergangenheit, was natürlich Unsinn ist, bei der Intensität einer solchen Reise aber verständlich. Da tut es gut, sich die verbindenden Linien noch einmal vor Augen zu führen, bevor der Papst in Philadelphia in die Zielgerade seiner Reise einbiegt.

Aus Philadelphia Pater Bernd Hagenkord (rv)

Kategorie: Weltkirche | Keine Kommentare »

USA: Hoffen auf „Botschaft des Zusammenhalts“ von Franziskus

Mittwoch 9. September 2015 von VH

USADer Erzbischof von Chicago erhofft sich von Papst Franziskus in den Vereinigten Staaten einen Impuls zur Einheit, auch im politischen Sinn. „Nationale Einheit ist eine wichtige Botschaft für uns in dieser Zeit“, sagte Erzbischof Blase Joseph Cupich im Gespräch mit Radio Vatikan rund zehn Tage vor Beginn der Papstvisite in den USA, die Franziskus nach Washington, New York und Philadelphia führen wird. Chicago ist das drittgrößte Erzbistum der Vereinigten Staaten. Franziskus hat Erzbischof Cupich dieser Tage in Rom in Audienz empfangen.

Es war ein erster Willkommensgruß an den Heiligen Vater. Der Chicagoer Erzbischof Blase Joseph Cupich nahm in Rom an einer Versammlung der Catholic Extension Society teil, die strukturschwache US-amerikanische Diözesen unterstützt. Dies nahm er zum Anlass, auch Papst Franziskus zu treffen. Dessen Besuch in den USA sieht Cupich als wichtigen Impuls für eine Gesellschaft in der Krise:

„Es gibt heute viele Probleme in den USA, das Einwanderungsgesetz muss geändert und das Geld für Bedürftige besser verteilt werden. Ich hoffe, dass der Papst uns ermutigt, in einer Einheit zusammenzustehen, uns neue Kraft gibt und uns klar macht, dass wir uns „Vereinigte Staaten von Amerika“ nennen. Das Wort „Vereinigt“ sollten wir nicht auf die leichte Schulter nehmen.“

Die Botschaft Franziskus‘ an die US-Bürger sei nicht an ihre Nationalität gebunden, sondern universal, sagte der Erzbischof. Der Papst müsse die Menschen in den USA dazu aufrufen, einander mehr zu unterstützen und solidarisch zu sein.

„Ich denke, nationale Einheit ist eine wichtige Botschaft für uns in dieser Zeit. Wir sind sehr gespalten und zersplittert. Ich hoffe, er gibt uns eine Botschaft, die an unsere gegenseitige Verantwortung appelliert und die gegenseitige Unterstützung. Das wäre eine Inspiration nicht nur für die Menschen im Allgemeinen, sondern auch für unsere Politiker, die uneins sind in der Führung unserer Nation.“

Neben seinen Besuchen in Washington und New York wird Papst Franziskus auch zum Weltfamilientreffen nach Philadelphia reisen und dort die Abschlussmesse feiern. Das Treffen findet von 22. bis 27. September statt. Der erste Teil des Treffens wird ein Kongress mit mehreren Dutzend Veranstaltungen sein. Als Gäste werden etwa 20.000 Familien erwartet, dazu die offiziellen Delegationen der Weltkirche. Der zweite Teil wird ein Familien-Fest sein, zu dem auch Papst Franziskus kommt und die Abschlussmesse feiert. Hierzu werden eine Million Menschen erwartet.

Bei dem Treffen geht es um einen Austausch von Erfahrungen in der Familienpastoral – unmittelbar vor der Weltbischofssynode im Oktober in Rom. Erzbischof Cupich hofft, dass die Bischöfe mit einem offenen Geist an der Synode teilnehmen werden:

„Papst Franziskus hat betont, dass die Synode ein gemeinsamer Weg ist, auf dem wir uns begleiten, offen für den Heiligen Geist. Das ist ein großer Moment der Gnade für das Leben der Kirche. Ich hoffe, dass die Synodenteilnehmer nicht mit einem vorgefertigten Bild ankommen, sondern dass sie Christus, dem Auferstandenen, erlauben, uns voranzubringen. Sie sollten offen sein für die Einladung des Heiligen Vaters, eine Haltung der Versammlung anzunehmen.“

Erzbischof Cupich brachte dem Papst als Geschenk das persönliche Kreuz des seligen Junipero Serra, das dieser als Missionar der Franziskaner aus Spanien mitgebracht hatte und bis an sein Lebensende bei sich trug. Der Papst wird Serra, der Kalifornien missionierte, während seines USA-Besuchs heiligsprechen.

„Das war eine wichtige Geste, dem Heiligen Vater dieses Kreuz zu geben, er nahm es ganz vorsichtig in die Hand und küsste es. Er war sehr berührt davon. Er ist sozusagen der neue Franziskaner, der das Evangelium in die Vereinigten Staaten bringt. Franziskus kommt so in Berührung mit dem ersten Auftrag von Pater Serra, in die Vereinigten Staaten zu gehen. Hier schließt sich der Kreis. Wir hoffen, dass das Kreuz während seiner Heiligsprechungsmesse auf dem Altar liegen wird.“ (rv)

Kategorie: Weltkirche | Keine Kommentare »

Vatikan/USA: Los Angeles bekommt drei neue Weihbischöfe

Dienstag 21. Juli 2015 von VH

Erzbistum Los AngelesDrei neue Weihbischöfe auf einen Schlag hat Papst Franziskus für das Erzbistum Los Angeles in den USA ernannt. Wie der Vatikan an diesem Dienstag bekanntgab, nahm der Papst den Rücktritt eines der fünf amtierenden Weihbischöfe von Los Angeles, Gerald W. Wilkerson aus Altersgründen an und berief zugleich drei Nachfolger: Joseph V. Brennan, Generalvikar des Erzbistums, den gebürtigen Iren David G. O’Connell und Robert E. Barron, der als Rektor des Priesterseminars in Chicago wirkte und als sehr medienerfahren gilt. Alle drei neuen Weihbischöfe sprechen neben Englisch auch Spanisch. Los Angeles ist mit etwa 4,5 Millionen Katholiken das im Moment größte Erzbistum in den Vereinigten Staaten. Erzbischof ist seit 2011 der gebürtige Mexikaner José Horacio Gómez. (rv)

Kategorie: Weltkirche | Keine Kommentare »

USA: Doppelter Rücktritt wegen Missbrauchskrise

Montag 15. Juni 2015 von VH

USANeuanfang im US-Bistum Saint Paul and Mineapolis: Wie der Vatikan an diesem Montag bekannt gab, hat Papst Franziskus die Rücktritte des Erzbischofs Jon Nienstedt und seines Weihbischofs Lee A. Piché angenommen. An ihrer Stelle wird zunächst der Koadjutor des Erzbistums Newark, Bernard A. Hebda, das Bistum als Apostolischer Administrator leiten. Ein neuer Bischof ist noch nicht ernannt worden.

Im Januar hatte die Staatsanwaltschaft Anklage gegen das Bistum erhoben, Kinder seien nicht ausreichend vor Missbrauch geschützt gewesen. Konkret geht es um den Schutz von drei Jungen vor einem mittlerweile ehemaligen Priester. Auch innerkirchlich hatte es immer wieder Kritik am Umgang mit Fällen von sexuellem Missbrauch gegeben, die sich vor allem gegen den Erzbischof und seinen Weihbischof gerichtet hatte. Es sei bewusst weggesehen worden, als Fälle vorgebracht wurden, hatten zuletzt auch Verantwortliche des Bistums öffentlich moniert. (rv)

Kategorie: Allgemein | Keine Kommentare »