Verdacht auf Organhandel: Tausende bitten FBI, gegen Planned Parenthood zu ermitteln

WASHINGTON, D.C. – Über 8.000 Personen haben eine Petition an die US-Bundespolizeibehörde FBI unterschrieben, gegen Planned Parenthood für den Handel mit den Organen abgetriebener Föten zu ermitteln.

Medienberichten zufolge prüft das FBI eine Ermittlung gegen den multinationalen Abtreibungskonzern.

Seit Juli 2015 hat der Center for Medical Progress (CMP) mit einer Reihe verdeckt gefilmter Videos dokumentiert, dass Gewebe und Organe von Planned Parenthood abgetriebener Kinder offenbar verkauft werden.

Planned Parenthood hat die Vorwürfe bestritten und mitgeteilt, dass das Geld von Universitäten und privaten Einrichtungen nur für Verpackung und Porto gezahlt worden sei.

Der Kauf oder Verkauf mit dem Gewebe menschlicher Föten ist in den USA verboten und mit einer Freiheitstrafe von bis zu zehn Jahren oder einer Geldstrafe bis einer Höhe von einer halben Million US-Dollar belegt.

Den Verdacht möglicherweise illegalen Vorgehens erhob auch der am 4. Januar vorgelegte Bericht eines Untersuchungsausschusses eines Komitees des US-Repräsentantenhauses. Der Bericht wurde den Justizbehörden übergeben.

Darüber hinaus haben, seit Beginn der Kontroverse, mindestens 15 Bundesstaaten ihre Bezuschussung von Planned Parenthood gestrichen. (CNA Deutsch)

USA: Schlappe für Papst Franziskus

Überraschung in der US-Bischofskonferenz, Erzbischof Joseph Naumann wird vor Kardinal Blase Cupich zum neuen Leiter des „Pro-life committee“ (Lebensrechtskommission) gewählt.

Naumann, Erzbischof von Kansas City, hat den von Papst Franziskus im November 2016 kreierten Kardinal Cupich (Erzbischof von Chicago) mit 96 zu 82 Stimmen bei der Wahl knapp geschlagen. Eigentlich sind beide Kandidaten Befürworter des Lebensrechts für ungeborene Kinder und gegen die Abtreibungspolitik. Cupich gilt jedoch in den USA als progressiver Verfechter der Kurzänderung durch Papst Franziskus und genau hier lag das Problem seiner Nichtwahl. Er gilt in der US-Bischofskonferenz als „Mann des Papstes“ neben den Papstkreierungen Kardinal Tobin (Erzbischof von Newark und vormals von Indianapolis) und dem im Vatikan tätigen Kardinalpräfekten Farrell (vormals Bischof von Dallas). Mit den Ernennungen der genannten Kardinäle hatte der Papst seine Wunschkandidaten in den USA platziert und darüber ist offenkundig die Mehrheit des US-Episkopts nicht glücklich.

In den US-Medien wird die Wahl von Erzbischof Naumann als Leiter der Kommission als eine Art „Referendum gegen die Abtreibungspolitik von Papst Franziskus“ betrachtet. So berichte Crux Now am Dienstag und Mittwoch in den USA:

„Diese genau beobachtete Wahl wurde von vielen als Referendum über die Annäherung der Konferenz an Lebensthemen und deren Übereinstimmung mit Franziskus angesehen. Naumann wird den scheidenden Vorsitzenden des Komitees, Kardinal Timothy Dolan aus New York, ersetzen. Während seines Berichts über das Lebensrechtskomitee am Montag lobte Dolan Naumanns Arbeit im Ausschuss und als Vorstandsmitglied von Human Life Action“.

„Auf der anderen Seite gibt es wahrscheinlich noch ein Paar andere Faktoren, bevor man das Ergebnis unter einer rein politischen Linse betrachtet – als ob es irgendwie ein “Nein” zur gesamten Agenda von Papst Franziskus wäre, eine Art Brexit-Äquivalent der US-Bischöfe“.

Hinzu kommt, dass seit 40 Jahren dieses Amt immer von einem Kardinal besetzt war und nun erstmals ein rangniedriger Kirchenmann die Leitungsfunktion inne haben wird. Die Personalpolitik von Papst Franziskus hat im US-Episkopat mit der Wahl von Erzbischof Naumann, anstelle des eigentlich sicher gegoltenen Kardinal Cupich, eine herbe Schlappe erlebt. (vh)

Führung der US-Bischofskonferenz beim Papst

Die Führung der US-Bischofskonferenz war am Montag beim Papst. An der Privataudienz im Vatikan nahm eine vierköpfige Delegation teil, nämlich der Konferenzvorsitzende Kardinal Daniel DiNardo aus Galveston-Houston, sein Stellvertreter Erzbischof José Gomez aus Los Angeles sowie der Generalsekretär und dessen Stellvertreter. Über den Inhalt der rund 30-minütigen Unterredung wurde nichts bekannt. (rv)

Vatikan prüft Kinderporno-Vorwürfe gegen Diplomaten

Der Vatikan prüft Vorwürfe gegen einen Priester im diplomatischen Dienst des Heiligen Stuhles, der möglicherweise kinderpornografische Bilder konsumiert hat. Das teilte der vatikanische Pressesaal am Freitag mit. Der Betreffende sei in Washington akkreditiert. Das US-Außenministerium habe den Verdacht am 21. August auf diplomatischem Weg dem Heiligen Stuhl mitgeteilt. Dieser berief den Priester zurück in den Vatikanstaat, wo er sich derzeit aufhält, heißt es in der Mitteilung. Das Staatssekretariat habe in der Sache den Justizpromotor des Vatikangerichts informiert, der eine Untersuchung auf internationaler Ebene anordnete.

Die Nuntiatur – also die Botschaft – ist die einzige diplomatische Vertretung, welche der Vatikan in Washington unterhält. Laut päpstlichem Jahrbuch wirken dort neben dem Nuntius – zurzeit Erzbischof Christophe Pierre – drei Gesandte. Der diplomatische Dienst des Heiligen Stuhles setzt sich ausschließlich aus Priestern zusammen. (rv)

USA: Das unheilige Bündnis der Extremen

Viele deuteten ihn als vatikanischen Frontalangriff auf Donald Trump und sein Umfeld: den Leitartikel der neuesten Ausgabe der „Civiltà Cattolica“. In der vatikannahen Zeitschrift hatte der Jesuit Antonio Spadaro, ein Vertrauter von Papst Franziskus, das Bündnis von „evangelikalem Fundamentalismus und katholischem Integralismus“ in den USA gegeißelt und als „Ökumene des Hasses“ bezeichnet.

Jetzt bestätigt der italienische Historiker und Theologe Massimo Faggioli die Analyse Spadaros, die eine lebhafte Debatte losgetreten hat. Faggioli, der seit 2009 in Philadelphia lehrt, spricht im Interview mit Radio Vatikan von einem „politisch-religiösen Manichäismus“ (Manichäismus: eine spätantike Religion, die in der Welt die beiden Urprinzipien Gut und Böse, Licht und Finsternis am Werk sah, Anm.d.Red.).

„Er ist in den USA entstanden, weil die theologische und kirchliche Sprache vor allem in den letzten 30 Jahren immer polarisierter wird. Das hat mit dem politischen System zu tun, das auf zwei Parteien ruht. Dementsprechend identifizieren sich die katholischen Laien auch in religiöser Hinsicht, was bestimmte Fragen angeht, mit den katholischen Republikanern auf der einen oder aber mit den katholischen Demokraten auf der anderen Seite. Das ist ein Phänomen, das sich aus dem politischen System der USA ergibt, allerdings auch aus dem militanten Charakter seines Christentums. Da schließe ich auch die katholische Kirche nicht aus.“

Konvertiten tragen protestantische Vorstellungen in katholische Kirche hinein

Man dürfe auch nicht vergessen, dass die USA dereinst von einer Gruppe tiefgläubiger Christen gegründet worden seien, die von einer umfassenden „Kontrolle“ der Gesellschaft „durch die Religion“ ausgegangen seien und das System nach dieser Prämisse errichtet hätten.

„Die katholische Kirche ist zwar eher vorsichtig gegenüber dieser Vorstellung einer Vorherrschaft der Religion über das Politische. Doch in den letzten Jahren hat eine beachtliche Migration von Vorstellungen und auch Personen aus den protestantischen US-Kirchen hin zum Katholizismus stattgefunden. Es gab eine Masse von Übertritten, auch von wichtigen Intellektuellen, und diese Konvertiten haben diese protestantische, im wesentlichen calvinistische und amerikanische, Vorstellung mitgebracht, nach der die Politik der Religion untergeordnet und eine Trennung oder auch nur Unterscheidung zwischen beiden Bereichen schwer vorstellbar ist.“

Der Leitartikel der „Civiltà Cattolica“ zielt also, davon ist Massimo Faggioli überzeugt, in die richtige Richtung. Und er habe auch recht damit, von einem richtiggehenden „evangelikalen Fundamentalismus“ zu sprechen. „Man nennt das Fundamentalismus, weil es eine Form des Christentums ist, die sich auf fundamentale Weise auf den biblischen Text, auf die Heilige Schrift bezieht. Sie findet also in den Schriften einige Texte und modelt danach direkt, ungemindert durch das kirchliche Lehramt, eine Gesellschaft, eine Zivilisation oder eine Gesetzgebung. Diese Dynamik ist typisch amerikanisch. Die Bibel dermaßen wörtlich zu nehmen, ist dem Katholizismus ziemlich fremd, er ist mehr an der Tradition der Kirche als direkt an der Schrift orientiert. Doch in den USA hat diese Nachbarschaft zu calvinistisch-protestantischen Traditionen auch einige Katholiken fundamentalisiert.“

“Das Phänomen Trump ist der Aufstieg einer ,Theologie des Wohlstands´ zum politischen Programm“

Spadaro und mit ihm unser Gesprächspartner Faggioli nennen aber auch noch eine andere Spielart des Religiösen in den USA Fundamentalismus, nämlich die sogenannte Theologie des Wohlstands. „Das ist eine religiöse Botschaft, die einige neuprotestantische christliche Kirchen in den USA verbreiten. Danach zeigt sich die Liebe Gottes daran, dass die Menschen bei guter Gesundheit und reich sind. Wenn jemand also reich ist und glücklich, dann wäre das ein Zeichen dafür, dass er von Gott geliebt wird. Das ist eine deutlich häretische und abwegige Theologie, die aber doch in einigen protestantischen Kirchen nicht nur der USA, sondern auch Lateinamerikas und Afrikas sehr wichtig ist. Auch diese Theologie nun findet, wenn auch in abgewandelter Form, durchaus Anhänger im US-Katholizismus. Das ist ein Phänomen, das einen mit Sorge erfüllen muss, weil es eine direkte Verneinung der Soziallehre der Kirche über Arme und Gerechtigkeit mit sich bringt. Es ist eine Haltung, die genau das Gegenteil der Haltung des Lehramts darstellt. Und dieser Artikel bringt das genau im richtigen Moment auf den Punkt – denn das Phänomen Trump ist der Aufstieg der Theologie des Wohlstands zum politischen Programm.“

Damit ist der Name gefallen: Trump. Jetzt wird deutlich, warum Pater Spadaros Artikel als Kritik des Vatikans am neuen US-Präsidenten verstanden werden konnte.

„Das Phänomen von Trumps Wahl ist zweifellos verbunden mit der Verbreitung dieser Theologie des Wohlstands. Es ist eine Tatsache, dass die Geistlichen, die der Präsident zu seiner Amtseinführung eingeladen hatte, genau die führenden Vertreter dieser Theologie in den USA sind. Auch im Innern der katholischen Kirche der USA gibt es diese Haltung gegen die Kirche der Armen und gegen die soziale Botschaft von Papst Franziskus; sie ist eine Wirkung der Infiltrierung durch diese Theologie. Das ist ein Sonderphänomen, welches es nach meiner Beobachtung in anderen katholischen Ortskirchen der Welt offenbar nicht gibt.“

„Ökumene des Hasses“ nennt der Leitartikel aus Rom die Fusion zwischen evangelikalem und katholischem Integralismus. Auch das kann der Professor aus Philadelphia nachvollziehen. „Der Grund liegt darin, dass diese Ökumene nicht am Bau von Brücken interessiert ist, sondern die Fernstehenden vielmehr als gemeinsame Feinde der Katholiken wie der Protestanten identifiziert. Zu dieser Kategorie von Feinden gehören die Muslime und in einigen Fällen sogar die Juden, da schwingt eine Art Antisemitismus mit. Ziel dieser Ökumene ist also gar nicht der Dialog; ihre Anhänger sprechen von einer „Ökumene des Schützengrabens“. Sie glauben, dass die Welt Krieg gegen sie führt und dass wir Christen verschiedener Konfessionen deshalb zusammenhalten müssen, um uns nach außen zu verteidigen. Es ist wohl überflüssig zu sagen, dass das eine ganz andere Art der Ökumene ist als die, die Papst Franziskus die „Ökumene des Blutes“, also des Martyriums nennt. Aber diese Art von Ökumene ist jetzt theologisch, kulturell und politisch speziell durch Trumps Präsidentschaft wichtig geworden.“

Übertritte zum Katholizismus aus zweifelhaften Motiven

Viele Christen anderer Konfessionen, die in jüngerer Zeit zur katholischen Kirche übertreten, tun das aus zweifelhaften Motiven, urteilt Massimo Faggioli. „Sie sehen in der katholischen Kirche eine stärkere Kirche, die also imstande ist, den Feind zu bekämpfen, damit sind Asiaten, Muslime oder andere gemeint. Das ist eine ideologische Vision, die nichts mit der des katholischen Lehramts der letzten 50 Jahre zu tun hat.“ (rv)

USA: William Henry Kardinal Keeler verstorben

Der aus Texas stammende Kardinal Keeler ist am Donnerstag, den 23. März verstorben. Keeler war erst vor wenigen Tagen 86 Jahre alt geworden. Er leitete die Erzdiözese Baltimor (USA) von 1989 bis 2007. Papst Johannes Paul II. hatte ihn im November 1994 in den Kardinalsstand erhoben und ihm die Titelkirche „S. Maria degli Angeli“ als Kardinalpriester übertragen. Somit umfasst das Kardinalskollegium noch 223 Purpurträger und von diesen sind 117 wahlberechtigt bei einem künftigen Konkalve. (vh)

Was Kardinal Dolan zur Amtseinführung von Donald Trump zu sagen hat

WASHINGTON, D.C. – Eine sorgfältig ausgewählte Bibelstelle wird zur Amtseinführung von Donald Trump zum Präsidenten der USA am heutigen Freitag der Erzbischof von New York vorlesen.

Für die feierliche Zeremonie hat Kardinal Timothy Dolan das neunte Kapitel aus dem Buch der Weisheit gewählt.

Diese Wahl ist mehrfach bedeutungsträchtig. Einmal findet sich dieses Buch des Alten Testaments natürlich in der Bibel – aber nicht in protestantischen. Und Trump identifiziert sich als Presbyterianer.

Dann ist Kapitel 9 im Buch der Weisheit ein Gebet des Königs Salomon, in dem dieser Gott preist und Ihn um Weisheit bittet als Herrscher Israels.

Angesichts der tief gespaltenen Öffentlichkeit der USA hat Kardinal Dolan betont, dass seine Teilnahme an der Amtseinführung keine einseitige Unterstützung des zukünftigen Präsidenten darstelle. Wenn die Gegenspielerin Trumps gewonnen und ihn eingeladen hätte, wäre er genauso geehrt gewesen, teilzunehmen, sagte der New Yorker Erzbischof der Presse.

Unklar ist, ob der Kardinal das ganze neunte Kapitel vorlesen wird, oder nur eine Passage daraus.

Aber diese Stelle wird er voraussichtlich nicht auslassen wollen:

Mit dir ist die Weisheit, die deine Werke kennt / und die zugegen war, als du die Welt erschufst. Sie weiß, was dir gefällt / und was recht ist nach deinen Geboten.
Sende sie vom heiligen Himmel / und schick sie vom Thron deiner Herrlichkeit, damit sie bei mir sei und alle Mühe mit mir teile / und damit ich erkenne, was dir gefällt.
Denn sie weiß und versteht alles; / sie wird mich in meinem Tun besonnen leiten / und mich in ihrem Lichtglanz schützen.
Dann wird dir mein Handeln gefallen; / ich werde dein Volk gerecht regieren / und des Throns meines Vaters würdig sein. (Weish 9,9-12)

(CNA Deutsch)

US-Bischöfe nach der Wahl: Lebensschutz und Migranten

USADie katholische Bischofskonferenz in den USA hat dem designierten US-Präsidenten Donald Trump zum Wahlsieg gratuliert und dabei die Bedeutung des Lebensschutzes betont. Papst Franziskus habe bei seinem Besuch in den USA vor einem Jahr deutlich gemacht, wie wichtig der Einsatz für das Leben in einer Gesellschaft und einer Demokratie sei, sagte der Vorsitzende der Bischofskonferenz und Erzbischof von Louisville, Joseph Kurtz, im Interview mit Radio Vatikan. Man wolle etwa die Prinzipien der katholischen Soziallehre in die Debatte einbringen, so Kurtz.

„Ich glaube, dass wir sehr gut eine Vision und einen Weg dargestellt haben. Es wird dabei nicht überraschen, dass wir dabei mit dem Schutz des Menschen beginnen, vom Augenblick der Empfängnis an bis zu seinem natürlichen Tod. Wir wünschen uns für alle Menschen die Möglichkeit, ihr Leben zu leben.“ Ob Trump mit seiner Haltung zu Abtreibungen auf der Linie der katholischen Kirche liegt, dürfte noch unklar sein. So soll der Republikaner vor seiner Kandidatur „Planned Parenthood“ unterstützt haben – die gemeinnützige Organisation ist der größte Anbieter von Abtreibungen in den USA.

Bischöfe betonen den Einsatz für Einwanderer

Die US-Bischöfe bekräftigten in ihrer Reaktion auf Trumps Wahl zum Präsidenten zugleich ihren Einsatz für Einwanderer. Dazu Erzbischof Kurtz im Interview mit Radio Vatikan: „Wir sind natürlich besonders engagiert für unsere Brüder und Schwestern, die auf der Flucht sind oder Migranten. Wir sind überzeugt, dass wir sie menschlich willkommen heißen können, ohne unsere Sicherheit zu opfern.“ Trump hatte im Wahlkampf angekündigt, eine Mauer zu Mexiko errichten zu wollen, um die USA von illegalen Einwanderern abzuschirmen.

Die Bischofskonferenz blicke zuversichtlich auf die Zusammenarbeit mit dem gewählten Präsidenten, so der Vorsitzende der US-Bischöfe weiter. Und er nannte noch „andere Felder“ einer möglichen Zusammenarbeit mit dem designierten Präsidenten: „Eines davon liegt uns besonders am Herzen, und zwar die gewaltsame Verfolgung, welche Christen und Menschen anderen Glaubens in der ganzen Welt bedroht. Wir müssen an ihrer Seite stehen und Wege suchen, sie zu schützen!“ Weitere Themen seien die Religionsfreiheit im Land, welche viele verschiedene Einzelbereiche betreffe, und die Überzeugung, dass Familien auf der Ehe von Mann und Frau aufbauen.

Kirche könnte gesellschaftlicher Spaltung entgegenwirken

Mancher US-Amerikaner möge sich nun fragen, ob das Land zu einer Einheit zurückfinden könne: Die polarisierende Kampagne zwischen Hillary Clinton und Donald Trump habe viel Spaltung erzeugt, so Kurtz. „Wir werden unsere ganze Energie dazu brauchen, die Kluft zwischen Demokraten und Republikanern zu überwinden und neu das Antlitz Jesu im Nächsten entdecken zu lernen, vor allem in den Leidenden und auch in den Menschen, mit denen wir nicht einer Meinung sind. Ich hoffe, dass wir als Kirche da ein Zeichen setzen können dadurch, wie wir selber die Themen mit Wahrheit aber auch mit Barmherzigkeit angehen.“

Die katholische Kirche in den USA versammelt sowohl Republikaner als auch Demokraten in ihren Reihen. Ebenso sind unter den Katholiken neben weißen Amerikanern auch viele Schwarze und Hispanics sowie Menschen aus allen Bildungsschichten und wirtschaftlichen Milieus zu finden. (rv)

USA: Kardinal warnt davor, Muslime zu Sündenböcken zu machen

Kardinal O´MalleyDie antimuslimische Rhetorik innerhalb der Republikanischen Partei in den USA wirkt zersetzend. Mit diesen Worten mahnt der Erzbischof von Boston, Kardinal Seán O’Malley, vor schlichten Schuldzuweisungen an einzelne Gruppen. Die Warnung kommt zu Beginn der Woche, in der die Partei Donald Trump offiziell zum Präsidentschaftskandidaten küren will, Trump hatte in der Vergangenheit wiederholt gefordert, allen Muslimen die Einreise in die USA zu verbieten.

Es brauche Gesetze, die Menschen nicht die Würde nähmen, so O’Malley. Sorge äußerte er auch darüber, dass die Morde von Nizza jetzt dazu führe, dass aus dem Islam ein Sündenbock gemacht würde. Er äußerte sich bei einer Reise nach Irland. (rv)

Panama: Kardinal verlangt Lösung für festsitzende Migranten aus Kuba

Kardinal Lacunza MaestrojuanKardinal Jose Luis Lacunza fordert neuerlich dringende Maßnahmen, um die Lage der kubanischen Migranten an der Grenze zwischen Panama und Costa Rica zu lösen. Rund tausend aus Kuba ausgewanderte Menschen sitzen seit mehreren Monaten an der inneramerikanischen Grenze fest. Sie wollen in die USA gelangen, doch lässt Panama sie nicht passieren. Kardinal Lacunza signalisierte zugleich Verständnis für die Sorge der Regierungen: „Wenn sie den Durchzug der Migranten erlauben, werden immer mehr ankommen, und es wird eine unendliche Geschichte“, so der Bischof von David, den Papst Franziskus 2015 zum ersten Kardinal Panamas gemacht hatte.

Die in dem Grenzort Paso Canoa festsitzenden kubanischen Migranten haben letzte Woche den Kardinal um Vermittlung bei der Regierung Panamas gebeten. Sie wurden von den Behörden in der Provinz Chiriqui vorläufig in diversen Pensionen untergebracht, bis eine regionale Übereinkunft erzielt wird, die es den Migranten erlaubt, durch die mittelamerikanischen Länder nach Mexiko und von dort in die USA zu gelangen. (rv)