Vaticanhistory-News-Blog

Kirchengeschichte bei VH

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D: Petrus und seine Nachfolger zu Gast in Mannheim

Samstag 20. Mai 2017 von VH

Einmal die Päpste erleben, die vor Jahrhunderten die Kirchengeschicke gelenkt, aber auch die Weltpolitik beeinflusst haben und heute oftmals in Vergessenheit geraten sind: Ab dem 21. Mai bekommen die Besucher einer Ausstellung in Mannheim die Chance, hinter die Kulissen des jahrhundertelangen Papsttums zu blicken. Stefan Weinfurter, Professor an der Universität und Leiter des Forschungsstelle Geschichte und kulturelles Erbe, spricht im Interview mit dem Erzbistum Freiburg über die Ausstellung „Die Päpste und die Einheit der lateinischen Welt“, die er mit verantwortet.

Derzeit steht Europa in der öffentlichen Diskussion oftmals im Fokus. Ein paar Stichworte: Wahlen in Frankreich, der Brexit, die Euro-Krise und Pulse of Europe. Doch wie geht es weiter mit Europa? Die einen fürchten Verlust der Nationalstaaten, die anderen fordern die Vereinigten Staaten von Europa. Aber schon in der lange zurück liegenden Vergangenheit haben sich Kirchenoberhäupter um die Einheit Europas verdient gemacht. Das sagt der Heidelberger Professor Stefan Weinfurter. Es sei wichtig, die Rolle der Kirche im Einigungsprozess Europas zu beleuchten und neu in Erinnerung zu rufen:

Der Einfluss der Päpste

„Die Päpste haben über Jahrhunderte hin die Kultur, die Wertevorstellungen auch die politische Ordnung in Europa in ganz hohem Maße beeinflusst, man kann sogar sagen, bestimmt. Das Papsttum und Europa gehören eng zusammen. Und wenn wir in der heutigen Zeit an Europa in dem Sinn arbeiten müssen, dass wir uns als Europäische Gemeinschaft verstehen, dann sollten wir schon auch den Blick darauf richten, wo jedenfalls große Teile unseres Europäischen Fundaments gelegt worden sind.“

Genau deshalb ist für ihn die Ausstellung „Die Päpste und die Einheit der lateinischen Welt“ in Mannheim, die er mit verantwortet hat, so wichtig. Denn das Papsttum war von Anfang an als eine grenzüberschreitende Institution gedacht, erklärt der Historiker. Vor hunderten Jahren gab es in Europa unzählige Kleinstaaten und Nationalismus wurde großgeschrieben. Aber schon damals hätten die Päpste eine Rolle gehabt, die ein bisschen mit der heutigen Europäischen Gemeinschaft vergleichbar sei, sagt Professor Weinfurter:

Frieden und Gerechtigkeit

„Eine Institution, die von Anfang an europäische Dimensionen hat, die von Anfang an versucht, in Europa Frieden und Gerechtigkeit herzustellen. Man muss sich immer klar machen, dass das päpstliche Gericht über Jahrhunderte das Entscheidungsgericht für europäische Fälle war, nicht nur für die hohe Politik, sondern auch für die einfachen Menschen, die sich mit ihren Sorgen oder Streitigkeiten, Familienstreitigkeiten ein Urteil geholt haben und das hat gegolten. Das ist so etwas wie ein Vorgänger des Europäischen Gerichtshofes.“

Das gesamte heutige Rechtssystem, aber auch das Verständnis von Rechtsprechung in Europa basiere auf dem der Antike, ergänzt Weinfurter. Das sei den Päpsten zu verdanken. Denn die hätten das kanonische Recht, also das Kirchenrecht, auf dem römischen Gesetz aufgebaut – und so diese „Grundsätze in das europäische Denken transferiert“.

Das alles herauszuarbeiten und so viele Informationen über die Päpste zusammenzustellen sei alles andere als einfach gewesen, sagt Weinfurter: „Das Thema Papsttum ist zeitlich und räumlich sehr groß, das muss man sich immer klar machen. Wir wollen einen Zeitraum von 1500 Jahren darstellen und weite Teile Europas in den Blick nehmen. Das macht das Unternehmen von Anfang an nicht einfach.“

Auf den Spuren des frühen Papsttums

Damit Weinfurter und sein Team die Ausstellungsstücke zusammentragen konnten, waren sie auf die Zusammenarbeit mit dem Vatikan angewiesen. Vor Ort in Rom und im Kirchenstaat waren Professor Weinfurter und seine Kollegen mit den Vatikanmitarbeitern auf den Spuren des frühen Papsttums unterwegs:

„Wir sind in die Katakomben geführt worden. Wir haben die Kirchen kennen gelernt, die frühesten Kirchen. Wir haben mit hervorragenden Leuten zusammen gearbeitet, die auf den jüngsten, modernsten, neuesten archäologischen Befunden basierend zum ersten Mal die Peterskirche, also Alt-St. Peter, rekonstruieren konnten. Wir wissen jetzt, und in der Ausstellung wird das gezeigt werden, wie Alt-St. Peter ausgesehen hat, wie die Säulen ausgesehen haben, die Wandgestaltung. Das ist alles sensationell neu.“

In diesem Jahr wird weltweit an 500 Jahre Reformation erinnert. Die Päpste haben bei der Spaltung von katholischer und protestantischer Kirche natürlich eine zentrale Rolle gespielt, sagt Professor Weinfurter. Doch es darauf herunter zu brechen, auch das zeigt die Ausstellung, sei zu einfach. „Denn Papsttum, katholische, evangelische und andere Kirchen beruhen auf gemeinsamen Wuzeln, auf dem Evangelium“, erklärt Weinfurter und ergänzt: „Wir gehören alle zusammen.“

Die Sonderausstellung „Die Päpste und die Einheit der lateinischen Welt“ im Mannheimer Reiss-Engelhorn-Museum startet am Sonntag und läuft noch bis zum 31. Oktober 2017. (rv)

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Europa: „Das Unbehagen jener durchdenken, die Populisten wählen“

Donnerstag 18. Mai 2017 von VH

Der erstarkende Populismus in Europa muss die Kirche und die Gesellschaft zu einem demütigen Nachdenken über das Missbehagen vieler Europäer bringen, die für Populismus anfällig sind. Das sagt Kardinal Angelo Bagnasco, Präsident des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen (CCEE). Die Bischofsgruppe hat soeben eine dreitägige Klausur in Rom hinter sich und begegnete am Donnerstag dem Papst, danach fand eine Pressekonferenz statt. „Populismen sind die Feinde der Nationen“, sagte Kardinal Bagnasco mit Blick auf Bewegungen wie den Front National, die Partei für die Freiheit in den Niederlanden oder die AfD in Deutschland.

„Populismen spalten, verneinen, denken nur an sich selbst. Nicht an das Wohl des Volkes. Aber sie beinhalten eine Instanz, die man ernst nehmen muss und nicht verachten darf. Sicherlich, Populismus, das sind autoreferentielle und gefährliche Wirklichkeiten, weil sie den Leuten die Illusion sofortiger und leichter Lösungen machen, während das in Wirklichkeit eine Seifenblase ist. Die Instanz, die viel ernsthafter als bisher betrachtet werden muss, ist das Unbehagen der Leute. Ein Unbehagen, das manchmal die Farben der Wut und des heimlichen Grolls annimmt. Die politische Welt, auch die soziale und die kulturelle Welt, müssen eindringen in dieses Unbehagen, und zwar ohne aristokratische Überheblichkeit, man muss die verborgene Botschaft des Populismus verstehen.“

Der Rat der Europäischen Bischofskonferenzen umfasst nicht nur die EU-Länder, sondern alle Länder auf europäischem Boden: von Irland bis Russland, von Skandinavien bis Malta, Zypern und sogar die Türkei. Vergangenen Oktober wählte die Gruppe eine neue Leitung. In der Frage der Migration, die vielleicht schwierigste im europäischen Panorama dieser Jahre, gibt es unter den nationalen Bischofskonferenzen keine ganz einheitliche Linie, wie Kardinal Bagnasco einräumte.

Die beiden Schlüsselwörter seien Aufnahme und Integration, allerdings müsse jedes Land für sich im Rahmen seiner Möglichkeiten ausbuchstabieren, was konkret zu tun sei.

So betonte der Vizepräsident der CCEE, Erzbischof Stanisław Gądecki von Poznan in Polen, sein Land konzentriere sich auf Migranten, „die Arbeit suchen. Wir haben mehr als eine Million Ukrainer, die arbeiten in unserem Land, und als Kirche machen wir Anmerkungen und Vorschläge für eine großzügige und evangelische Aufnahme der Ukrainer“. Überdies habe die Kirche ein System zur privaten Unterstützung syrischer Flüchtlinge in Aufnahmelagern im Libanon geschaffen.

Wie bei der Presskonferenz bekannt wurde, empfängt Papst Franziskus am 22. September in Rom die Verantwortlichen der nationalen Bischofskonferenzen für die Seelsorge an Migranten. (rv)

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Bischof Schick: Mehr Wachsamkeit gegenüber Islamismus

Samstag 22. April 2017 von VH

Zu Solidarität mit den Christen in Nigeria hat der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick aufgerufen. Schick besucht derzeit das westafrikanische Land anlässlich eines „Solidaritätsbesuchs“. Mit einem Blick auf das jüngste Attentat von Paris forderte er zugleich mehr Wachsamkeit gegenüber islamistischen Tendenzen in Europa.

Wie Erzbischof Schick im Gespräch mit Radio Vatikan erläutert, ging es bei dem Besuch darum, sich ein Bild von der aktuellen Lage im Land zu machen. Der Bamberger Bischof ist in der Deutschen Bischofskonferenz für die Weltkirche zuständig.

Schick: „Wir haben in Lagos begonnen und uns dort mit dem Erzbischof von Lagos getroffen, um in dieser 20 Millionen Einwohner-Stadt auch die Situation der Kirche zu besprechen, Informationen zu holen und dort auch die Nöte und Sorgen, aber auch die Freuden und Hoffnungen und vor allen Dingen die Anforderungen für die Kirche zu erfahren. Dann sind wir in den Nordosten gefahren, in das sogenannte „Boko-Haram-Gebiet“ in Kaduna und jetzt hier in das Gebiet in Jos, in dem wir mit dem Erzbischof Kaigama und auch anderen Bischöfen gesprochen haben. Wir haben uns auch mit muslimischen Religionsführern, mit drei Emiren, getroffen und waren bei verschiedenen Institutionen, die sich um den interreligiösen und ökumenischen Dialog bemühen. Dann waren wir auch in Lagern von Flüchtlingen, die von Boko Haram vertrieben wurden und die sich jetzt in der Nähe von Lagos aufhalten. Die Situation ist sehr trist und traurig, aber es ist auch eine Realität, die zu unserem Besuch dazu gehörte. Die Kirche ist hier sehr aktiv und tut sehr viel für den karitativen Bereich, für den interreligiösen Dialog und für die Gesellschaft, damit die Menschen in Frieden und Gerechtigkeit leben können.“

RV: Was für Wünsche und Bitten hatten Ihre Gesprächspartner auf kirchlicher Seite und auf Seite anderer Religionsgemeinschaften, wie der Muslime etwa, an Sie?

Schick: „Zunächst die Bitte, dass wir sie in ihren Sorgen, Nöten, aber auch in ihren Aktivitäten wahrnehmen, dass Afrika eben nicht als der „schwarze Kontinent“ gesehen wird, der im Chaos versinkt. Es gibt hier wirklich alarmierende Ereignisse, die uns als Christen nicht nichtig lassen dürfen, aber es gibt auch andere Seiten: Es gibt Seiten des friedlichen Miteinanders der Religionen, es gibt aktives soziales Leben und gutes Miteinander. Das wollten sie uns auch zur Kenntnis bringen. Dann möchten sie natürlich auch, dass wir ihnen helfen, und das ist sicher eine multifunktionale Hilfe z.B., dass ihre Institutionen des Dialogs und des Miteinanders gefördert werden, hauptsächlich durch die Kirche, und dass wir da auch finanzielle Unterstützung geben. Deshalb heißt der Besuch auch „Solidaritätsbesuch“. Außerdem sagen sie, dass wir mit unseren Politikern reden sollen, dass die die entsprechenden politischen, aber auch wirtschaftlichen Maßnahmen treffen, dass sich Afrika entwickeln kann, jetzt besonders hier in Nigeria. Da gibt es jetzt viele Ansatzmöglichkeiten: Die Politik kann nur die Korruption in der Politik beenden und da entsprechende Maßnahmen treffen. Sie können entsprechende Wirtschaftsvereinbarungen treffen und die Entwicklungshilfe in den europäischen Ländern steigern. Das sollen wir so unseren Politikern rüberbringen, weil wir gerade in Deutschland eine gute Beziehung zur Politik, zum Außenministerium, zum Entwicklungsministerium und auch zur Kanzlerin haben, dass wir das bei nächster Gelegenheit auch weitergeben.“

RV: Am Donnerstag gab es in Paris einen Anschlag, auch wieder mit einem terroristischen Hintergrund, dem IS. Sie sind jetzt in einem Land, wo auch Terrorismus islamistischer Prägung wütet. Was möchten Sie für eine Botschaft mitgeben, wenn man jetzt auch bei uns in Europa vor der Haustür solche Anschläge hat? Wie sollen wir damit umgehen, wenn es jetzt natürlich auch in den Medien wieder hoch gekocht wird? Wie können wir auch damit umgehen, damit der interreligiöse Dialog nicht noch mehr Risse bekommt?

Schick: „Das ist richtig und sie fragen uns auch: Geht ihr denn richtig mit denen, die einwandern, um? Seid ihr für solche terroristischen Elemente genügend gerüstet? Man darf ja nie sagen, dass der Islam oder alle Muslime Terroristen sind, das wäre völlig falsch und das ist auch hier deutlich: Ganz viele Muslime hier suchen Frieden und Einheit mit den Christen und anderen Religionen für das Land. Meines Erachtens müssen wir aber in vielerlei Hinsicht in Deutschland und in Europa wachsamer werden. Wachsamer werden, was die Einwanderung angeht und wachsamer werden, was die Rückführung in die Länder angeht. Viele Terroristen, die tätig waren, waren schon bekannt und sind nicht zurückgeführt worden. Auch eine gute Sicherheitssituation, das heißt die Polizei sowie eine gute Gerichtsbarkeit sind notwendig. In Europa haben wir eigentlich die Instrumente entwickelt, die für eine sichere, friedliche und freiheitliche Gesellschaft nötig sind. Wir müssen im Augenblick auch hoffen, dass wir das nicht verlieren. Polizisten, Gewerkschaften, Kirche – alle sind da gefordert. Wir müssen auch unsere Botschaft der Gerechtigkeit, des Friedens und des gegenseitigen Respekts aktiver in die Gesellschaft hineinbringen und wir müssen auch sagen, dass es auch Grenzen gibt und wer da nicht mitmachen will, der kann auch nicht in dieser Gesellschaft leben – nicht abschotten, sondern erst einmal aktiv für unsere guten, sozialen, wirtschaftlichen und rechtlichen Verhältnisse kämpfen und auch versuchen, diese dann in die Länder wie etwa in Afrika auszubreiten, wo es eben noch nicht so ist. Ein Stück christliches Abendland muss auch wieder aufwachen und entsprechend die Menschen führen und nach den Maßstäben des Evangeliums leiten – das ist unsere Aufgabe im Augenblick.“

Die Fragen stellte Mario Galgano. (rv)

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Vatikan/Kasachstan: Kardinal Cordes Papst-Sondergesandter

Mittwoch 19. April 2017 von VH

Der emeritierte deutsche Kurienkardinal Paul Josef Cordes wird Papst Franziskus als Sondergesandter beim Marianischen Kongress von Kasachstan vertreten. Das gab der Vatikan an diesem Mittwoch bekannt. Der ehemalige Präsident des Päpstlichen Rates Cor Unum wird demnach in Vertretung des Papstes am kommenden 13. Mai in der Kathedrale „Unsere Liebe Frau von Fatima“ in Karaganda anwesend sein. Am einhundertsten Jahrestag der ersten Marienerscheinung im portugiesischen Wallfahrtsort Fatima wird in der Kathedrale von Karaganda die feierliche Abschlussmesse des Marianischen Kongresses zelebriert. (rv)

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5 Zahlen, die jeder Katholik über die Kirche in der Welt wissen sollte

Samstag 8. April 2017 von VH

VATIKANSTADT – Wie viele Katholiken gibt es auf der Welt? Die Vatikanische Druckerei hat das „Päpstliche Jahrbuch 2017“ und das „Jahrbuch der Statistiken der Kirche 2015“ veröffentlicht, die darüber aktuelle Auskunft geben. Zu den wichtigsten Zahlen gehören diese fünf:

1. Es gibt 1285 Millionen Katholiken, das sind 17,7 Prozent der gesamten Weltbevölkerung.

Im Jahr 2014 belief sich diese Zahl auf 1272 Millionen, man verzeichnete also einen Zuwachs von 1 Prozent.

Laut einer Studie des Pew Research Center waren die Christen – Katholiken und Christen anderer Konfessionen – zwischen 2010 und 2015 mit 2.263 Millionen Menschen die größte religiöse Gruppe der Welt.

Die Muslime sind mit 1.800 Millionen Menschen die zweitgrößte religiöse Gruppe.

2. Die Hälfte aller Katholiken lebt in Amerika

Amerika bleibt mit 49 Prozent Anteil weiterhin der Kontinent mit der größten Anzahl Katholiken weltweit, gefolgt von Europa mit 22,2 Prozent, während es dort 2010 noch 23,8 Prozent waren.

In Afrika leben 17,3 Prozent aller Katholiken, in Asien circa 11 Prozent.

In Ozeanien beläuft sich die Zahl der Katholiken auf 0,7 Prozent.

3. Brasilien ist weltweit das Land mit den meisten Katholiken

In Brasilien leben 172,2 Millionen Katholiken, das sind 26,4 Prozent der Gläubigen Amerikas. Danach kommt Mexiko mit 110,9 Millionen, gefolgt von den Philippinen mit 83,6 Millionen. In Deutschland sind es 23,7 Millionen.

4. Es gibt 136 Priester weniger

Im Jahr 2015 verzeichnet man einen Rückgang der Priesterzahl gegenüber 2014. Somit ändert sich die Tendenz, die die Jahre zwischen 2000 und 2014 gekennzeichnet hatte. Der Rückgang zwischen 2014 und 2015 beträgt 136. Insgesamt gibt es 415.656 Priester auf der ganzen Welt.

In Europa bemerkt man einen Rückgang um 2.502, in allen anderen Kontinent steigt die Zahl hingegen: 1.133 mehr in Afrika, 1.104 mehr in Asien, 82 mehr in Ozeanien, 47 mehr in Amerika.

5. Der Zuwachs der Katholiken ist Afrika zu verdanken

Im Vergleich zum Jahr 2010 zeigt sich 2015 ein Wachstum von 7,4 Prozent. Damals waren es 1196 Millionen Katholiken, jetzt sind es 1285 Millionen.

In diesem Zeitraum von fünf Jahren gab es in Afrika einen Zuwachs von 19,4 Prozent, was die Wachstumsrate der Bevölkerung im Allgemeinen noch übertraf.

In Europa, Amerika und Asien nahm die Zahl der Katholiken zu oder ab, quasi in Korrelation zum Wachstum oder dem Rückgang der Bevölkerung generell. (CNA Deutsch)

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WJT-Treffen in Rom: „Von Krakau nach Panama“

Donnerstag 6. April 2017 von VH

Stabwechsel: In Rom haben die Arbeiten zur Übergabe des Weltjugendtages an die panamaischen Organisatoren des Jugendtreffens 2019 begonnen. „Von Krakau nach Panama – die Synode unterwegs mit den jungen Menschen“ heißt das Forum, zu dem die Diözese Rom mit dem päpstlichen Rat für Laien, Familie und Leben vom 5. bis 9. April junge Menschen sowie Vertreter katholischer Organisationen und Bewegungen aus der ganzen Welt eingeladen hat. 104 Länder sind mit 44 Organisationen vertreten, um eine Bilanz zum letzten Weltjugendtag in Krakau zu ziehen und die Weichen für das Großereignis zu stellen, das im Jahr 2019 durch die Erzdiözese Panama ausgerichtet wird. Auch die kommende Weltbischofssynode im Vatikan, die auf Wunsch von Papst Franziskus zum Thema „Jugend und Berufungen“ tagen wird, soll durch die Arbeit der jungen Menschen inspiriert und begleitet werden.

Der Präsident des Päpstlichen Rates für Laien, Familie und Leben, Kardinal Kevin Farrel, zeigte sich erfreut über das große Interesse an der Veranstaltung, die „von großer Wichtigkeit für das Leben der Kirche“ sei. Er begrüßte die Teilnehmer im Namen des Papstes und betonte, das Vorbereitungstreffen sei das größte seiner Art, das jemals stattgefunden habe. Ein Höhepunkt des Treffens der zahlreichen jungen und in der Jugendpastoral engagierten Menschen wird die Gebetsvigil mit Papst Franziskus am Vorabend des Palmsonntags sein. Radio Vatikan überträgt die Vigil mit deutschem Kommentar am kommenden Samstag ab 17.30 Uhr live über Yotube, Facebook und den Vatican Player. (rv)

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USA: William Henry Kardinal Keeler verstorben

Freitag 24. März 2017 von VH

Der aus Texas stammende Kardinal Keeler ist am Donnerstag, den 23. März verstorben. Keeler war erst vor wenigen Tagen 86 Jahre alt geworden. Er leitete die Erzdiözese Baltimor (USA) von 1989 bis 2007. Papst Johannes Paul II. hatte ihn im November 1994 in den Kardinalsstand erhoben und ihm die Titelkirche „S. Maria degli Angeli“ als Kardinalpriester übertragen. Somit umfasst das Kardinalskollegium noch 223 Purpurträger und von diesen sind 117 wahlberechtigt bei einem künftigen Konkalve. (vh)

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Tschechien: Kardinal Miloslav Vlk am Samstag verstorben

Samstag 18. März 2017 von VH

Der tschechische Kardinal Vlk ist am Samstag nach einem langen Krebsleiden verstorben. Papst Johannes Paul II. hatte ihn im November 1994 in den Kardinalsstand erhoben und ihm die Titelkirche S. Croce in Gerusalemme, nahe dem Lateran, übertragen. Vlk war von 1991 bis 2010 Erzbischof von Prag. Bis 2012 war er auch Mitglied der Kongregation für die Orientalischen Kirchen und des Päpstlichen Rates für die sozialen Kommunikationsmittel.

Mit seinem Tot zählt das Kardinalskollegium insgesamt 224 Kardinäle und von diesen sind 117 wahlberechtigt in einem nächsten Konklave. (vh)

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Papst Franziskus: Deutschlands Geburtenrate ist ein Grund für Priestermangel

Donnerstag 9. März 2017 von VH

MÜNCHEN – Lösungen für den Mangel an Berufungen, der Malteserorden und das Verhältnis mit Kardinal Raymond Burke, der Umgang mit dem Teufel und persönliche Glaubenszweifel: Eine Vielzahl von Themen haben Papst Franziskus und der Chefredakteur der „Zeit“ im ersten Interview des Heiligen Vaters mit einer deutschen Zeitung angesprochen.

Schlagzeilen bei deutschen Medien machte bereits vor der Veröffentlichung des Interviews die Aussage, der Papst wolle über Viri Probati nachdenken. Einzelne Journalisten schoben dabei Franziskus erneut Aussagen unter, die er so gar nicht machte.

Lösung durch Gebet

Tatsächlich sagt Franziskus folgendes auf die Frage von „Zeit“-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo, was denn mit den Viri Probati sei, „die zwar verheiratet sind, aber aufgrund ihres nach katholischen Maßstäben vorbildlich geführten Lebens zu Diakonen geweiht werden können“:

„Wir müssen darüber nachdenken, ob Viri Probati eine Möglichkeit sind. Dann müssen wir auch bestimmen, welche Aufgaben sie übernehmen können, zum Beispiel in weit entlegenen Gemeinden.“

Weiter betont Franziskus: Die Einführung eines „freiwilligen Zölibats“ sei nicht die Lösung für den Mangel an Berufungen. Das sei erst einmal durch Gebet zu lösen, und dann die richtige Arbeit mit jungen Menschen.

„Deutschlands Geburtenrate ist ein Problem“

Als weiteren Grund speziell für den Priestermangel in Deutschland nennt der Papst die niedrige Geburtenrate im Land. Denn, so stellt Franziskus trocken fest: „wo es keine jungen Männer gibt, gibt es auch keine Priester“.

Dies sei ein ernstes Problem, das in der nächsten Synode über junge Menschen angepackt werden müsse.

Mit Blick auf Kritik an seinem Pontifikat betont Franziskus, dass er „seinen Frieden nicht verloren“ habe. Im Gegenteil: Über die Plakat-Aktion in Rom etwa, die ihn als grimmigen Pontifex zeigt und nach seiner Barmherzigkeit fragt, habe er lachen können. Tatsächlich bete er jeden Tag „für einen Sinn für Humor“.

Natürlich habe er aber auch schon viele Male „Basta!“ gesagt.

„Ich empfinde Kardinal Burke nicht als Widersacher“

Auf die Frage, ob er auch schon mal Kardinal Burke „Basta“ gesagt habe, antwortet Papst Franziskus: „Ich empfinde Kardinal Burke nicht als Widersacher“.

Auch mit Blick auf die Machtkämpfe mit dem Malteserorden, betont der Papst: „Das Problem beim Malteserorden war eher, dass Kardinal Burke mit der Sache nicht umgehen konnte, weil er nicht mehr allein agierte. Ich habe ihm den Titel des Patronus nicht aberkannt“.

Burke sei weiter Patronus – doch gehe es darum, beim Orden „ein wenig aufzuräumen“. Deshalb habe er einen Delegaten dorthin geschickt.

Auf Fragen nach seinem persönlichen Glaubensleben erklärt der Papst – wie viele Würdenträger und auch große Heilige, dass er auch Zweifel und Zeiten der „Leere“ kenne, aber das Geschenk des Glaubens dankbar empfange und jeden Tag neu lebe.

Der Teufel ist nicht nur eine Metapher

Was das wirklich Böse betrifft, betont der Papst, dass der Teufel nicht einfach eine Metapher ist, wie manche Theologen spekulieren. „Dem Glauben nach ist der Teufel ein Engel. Ein gefallener Engel. Und daran glaube ich“. Auf die Frage: „Das glauben Sie wirklich?“, bestätigt Franziskus: „Ja, das ist mein Glaube“.

Viele Versuchungen, mit denen er zu kämpfen habe, so Franziskus, seien nicht dem Teufel, sondern persönlichen Schwächen geschuldet. Aber bei vielen anderen habe Satan „sehr wohl die Finger im Spiel“.

Deutschlandbesuch unwahrscheinlich

Abschließend erklärt der Papst, dass ein Besuch Deutschlands in diesem Jahr unwahrscheinlich sei – trotz Einladungen von Bundeskanzlerin Angela Merkel und anderen: „Der Terminkalender ist dieses Jahr sehr voll“. (CNA Deutsch)

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UNO: Vatikan beklagt Rückgang von Religionsfreiheit weltweit

Donnerstag 9. März 2017 von VH

Eine weltweit „fortschreitende Verschlechterung“ auf dem Gebiet der Religionsfreiheit stellt der Vatikanvertreter bei der UNO in Genf fest. Erzbischof Ivan Jurkovic nennt die Lage schockierend. Er hob in einer Rede vor allem die hohe Zahl von „Gewalttätigkeiten gegen Christen und andere Religionsgemeinschaften“ weltweit hervor. Die Verfolgung von Christen sei sogar noch „schlimmer als in den ersten Jahrhunderten der Kirche“, sagte der Ständige Beobachter des Heiligen Stuhls bei den am Genfer See angesiedelten UNO-Einrichtungen, darunter dem Menschenrechtsrat.

Aktuell gebe es mehr christliche Märtyrer als in jener Epoche. Besonders beklagte er die Lage der Christen im Nahen Osten. Dort seien in den vergangenen Jahren Millionen von ihrem angestammten Land vertrieben worden. Erzbischof Jurkovic äußerte sich bei einer UNO-Veranstaltung in Genf am Dienstag. (rv)

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