Vatikan/Indien: Neuer Skandal mit indischem Kardinal Alencherry

Am Freitag ernannte Papst Franziskus Bischof Jacob Manathodath von der Diözese Syro-Malabar zum Apostolischen Administrator „Sede Plena“ der Erzdiözese Ernakulam-Angamaly.

Vaticanhistory – Martin Marker

Die Syro-malabarische Kirche ist die größte katholische Kirche des östlichen Ritus in Indien und hat über 30 Bistümer im Land sowie vier weitere auf der ganzen Welt mit über fünf Millionen Mitgliedern. Im Jahr 2017 wurde der indische Kardinal George Alencherry vom Erzbistum Ernakulam-Angamaly zusammen mit zwei älteren Priestern und einem Immobilienmakler beschuldigt, illegal mehrere Grundstücke verkauft zu haben. Bei dem Verkauf entstand ein Verlust von 10 Millionen Dollar.

Nach bekannt werden des Falls, sagten Kritiker, der Grundstücksverkauf verstoße sowohl gegen kanonisches als auch gegen ziviles Recht. Die Vorwürfe gegen Kardinal Alencherry müssen derart gewichtig sein, dass nun der Papst am Freitag einen Apostolischen Administrator in dem Erzbistum des Kardinals eingesetzt hat.

Laut der US-Seite „Crux” sagte der ehemalige Sprecher der Syro-malabarischen Synode, Pater Paul Thelakkat:

“Kardinal Alencherry wurde nicht ersetzt, ein Administrator wurde ernannt. Kardinal Alencherry werde keine “Verwaltungsangelegenheiten” wahrnehmen“.

Wie „Crux“ weiter berichtet, hatte der Kardinal ein sechsköpfiges Komitee eingesetzt, um die zwischen dem 1. April 2015 und dem 30. November 2017 durchgeführten Landgeschäfte zu untersuchen. Der Ausschuss stellte fest, dass Kardinal Alencherry “davon wusste” und an der Veräußerung des Grundstücks “beteiligt” war.

Thelakkat betonte, dass die Ernennung eines Apostolischen Administrators “mit den Landgeschäften verbunden sein könnte”, wies jedoch darauf hin, dass in dem vatikanischen Schreiben, in dem die Entscheidung angekündigt wurde, kein solcher Grund erwähnt wurde.

“Keine der Befugnisse des Kardinals ist eingeschränkt, er bleibt immer noch Großerzbischof von Ernakulam. Kardinal Alencherry wird keine Verwaltungsangelegenheiten wahrnehmen “, wiederholte er.

Der neue Skandal um Kardinal Alencherry wirft kein gutes Licht auf das Pontifikat von Papst Franziskus und belastet zusätzlich das Ansehen des Kardinalskollegiums in der Weltkirche.

In Australien steht Kardinal George Pell wegen sexuellem Missbrauch vor Gericht, in Chile ist zu erwarten das Kardinal Francisco Javier Errázuriz Ossa sein Amt als Erzbischof von Santiago wegen Vertuschung von sexuellem Missbrauch verlieren wird. In Honduras steht Kardinal Oscar Rodriguez Maradiaga wegen einem Finanzskandal in der Kritik. Eine Untersuchung des Verdachts auf sexuellen Missbrauch gegen den US-amerikanischen Kardinal Theodore McCarrick hat aktuell “glaubwürdige und begründete” Befunde zutage gebracht.

Erschwerend kommt in diesen Fallen hinzu, dass drei der vier letztgenannten Kardinäle in wichtigen vatikanischen Ämtern sitzen und in die laufende Kurienreform des Papstes mitgestalten. (vh – mm)

Missbrauch: Vorwürfe gegen Kardinal McCarrick sind “glaubwürdig”

NEW YORK – Eine Untersuchung des Verdachts auf sexuellen Missbrauch gegen den US-amerikanischen Kardinal Theodore McCarrick hat “glaubwürdige und begründete” Befunde zu Tage gebracht.

Das hat die Erzdiözese von New York am heutigen Mittwoch mitgeteilt.

Der 87 Jahre alte McCarrick ist eine prominente Gestalt des Katholizismus in Nordamerika. Er war unter anderem Bischof von Metuchen (1982-1986), Erzbischof von Newark (1986-2000) und Erzbischof von Washington (2001-2006).

In der Erklärung vom 20. Juni teilt der New Yorker Erzbischof mit, dass der Missbrauch offenbar vor fast 50 Jahren verübt worden sei, während McCarrick ein Priester der New Yorker Erzdiözese war.

Es sei die einzige solche Anklage gegen die McCarrick, die der Erzdiözese bekannt sei, so Kardinal Timothy Dolan.

Das Erzbistum habe sofort nach Erhalt der Anschuldigung die Polizei verständigt, so die Mitteilung weiter. Eine forensische Untersuchung habe stattgefunden. McCarrick beteure, unschuldig zu sein, und habe die Ermittlungen unterstützt.

Auch der Vatikan wurde über den Vorwurf informiert, und deshalb hat Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin auf Anordnung von Papst Franziskus McCarrick von allem öffentlichen Wirken suspendiert. Eine offizielle Erklärung des Vatikans steht zur Stunde jedoch aus.

In seiner Erklärung sagte Dolan, die Erzdiözese von New York sei “traurig und schockiert” über die Anschuldigungen und bat um Gebete für alle Beteiligten.

Dolan gab auch eine erneute Entschuldigung an alle Opfer heraus, die von Priestern missbraucht wurden, und dankte McCarricks Ankläger für den Mut, sich zu melden.

Einzelheiten des kirchenrechtlichen Verfahrens wurden bis dato nicht veröffentlicht.

Aus dem Bistum Metuchen hieß es, man habe die Akten zur Person McCarricks erneut prüfen lassen. Es habe gegen den ehemaligen Bischof nie Anschuldigungen des sexuellen Missbrauchs gegeben. Es seien jedoch Vorwürfe von “sexuellen Handlungen mit Erwachsenen” aktenkundig: Sowohl die Diözese Metuchen als auch die Erzdiözese Newark hätten vor Jahrzehnten drei Anschuldigungen wegen “sexuellen Fehlverhaltens mit Erwachsenen” erhalten; in zwei Fälle hätten diese zu außergerichtlichen Einigungen geführt.

Übersetzt und redigiert aus dem Englischen von AC Wimmer. (CNA Deutsch)

Australien: Anwälte plädieren gegen Haftstrafe für Erzbischof Philip Wilson

ADELAIDE – Am 3. Juli stellt sich heraus, ob der wegen der Vertuschung von Kindesmissbrauch schuldig gesprochene Erzbischof Philip Wilson wirklich ins Gefängnis kommt: Bei einer Anhörung vor einem Richter in Neusüdwales haben die Anwälte des Erzbischofs von Adelaide mehrere ärztliche Befunde vorgelegt, dass ihr Mandant an Alzheimer, Diabetes, Herzkrankheiten und Depression leide.

Für den 67-jährigen, so die Anwälte weiter, wäre das Absitzen einer Haftstrafe nicht nur schädlich für seine Gesundheit, sondern auch riskant: Andere Insassen könnten den Geistlichen ins Visier nehmen – obwohl dieser selber niemals Missbrauch verübt habe.

Wie CNA Deutsch berichtete, wurde Wilson von einem Gericht in Neusüdwales für schuldig befunden, einen Missbrauch an vier Jugendlichen durch einen Priester vertuscht zu haben, von dem er im Jahr 1976 durch eines der Opfer persönlich in einem Gespräch erfuhr.

Wilson ist der weltweit ranghöchste Kirchenvertreter, der wegen des Vergehens der Vertuschung verurteilt wurde.

Der von der katholischen Kirche in Australien eingesetzte Rat für Wahrheit, Gerechtigkeit und Heilung – Truth, Justice and Healing Council – hatte nach Bekanntwerden des Urteils den Rücktritt Wilsons gefordert. Dieser lässt vorerst jedoch nur sein Amt ruhen.

Ein von Papst Franziskus eingesetzter Apostolischer Administrator leitet vorerst die Erzdiözese.

Der eigentliche Täter des Missbrauchs in den 1970er Jahren wurde im Dezember 2004 in neun Fällen der sexuellen Gewalt gegen Kinder für schuldig befunden. Er starb im Januar 2006 im Gefängnis an einem Schlaganfall. (CNA Deutsch)

Ticona Porco: Konkubinatsvorwurf und Zwietracht in der Bischofskonferenz

Nach Chile könnte es in Bolivien zu einem weiteren Skandal für die katholische Kirche kommen.

Vaticanhistory – Martin Marker

Der neue Skandal betrifft einen bolivianischen Kirchenmann, der am 28. Juni zum Kardinal ernannt werden soll. Gemeint ist der emeritierte Bischof von Corocoro, Toribio Ticona Porco (81). Ticona Porco stammt aus einer indigenen Bauernfamilie und pflegt enge Kontakte zu dem bolivianischen Präsidenten Evo Morales. Morales selbst stammt ebenfalls aus einem indigenen Umfeld.

Die katholische Onlineseite „One Peter Five“ berichtete gestern über die Probleme um den designierten Kardinal ToribioTicona Porco und beruft sich hierbei auf einen Artikel der Nachrichtenagentur “ACI Prensa” vom 13. Juni.

Präsident Evo Morales und Bischof Ticona Porco

In dem Interview hatte Ticona Porco ermutigende Bemerkungen über Evo Morales gemacht und gesagt, er hoffe auf die kirchliche Hierarchie von Bolivien und würde mit Morales aus bestimmten Gründen zusammenarbeiten. Morales hatte 2016 mithilfe eines Referendums versucht, die Erlaubnis der Bolivianer zu erhalten, 2019 als Präsident wiedergewählt zu werden, aber das Volk lehnte seine Idee ab. Allerdings hat Morales kürzlich angedeutet, dass er dennoch versuchen könnte, zum vierten Mal wiedergewählt zu werden.

Über diese Konfliktsituation in Bezug auf Morales betonte Ticona Porco, dass er es vorziehen würde, sich nicht zu äußern, ob Morales wiedergewählt werden sollte oder nicht, weil “wir Freunde sind”.

Da Ticona Porco bald zum Kardinal erhoben wird, stellen einige Medien dieses Interview als die Meinung der höchsten kirchlichen Autorität in Bolivien dar und untergraben damit den offiziellen Widerstand gegen Morales, der von der ´Bolivianischen Bischofskonferenz kommt.

Da die Bolivianische Bischofskonferenz Morales Versuch abgelehnt hatte, wiedergewählt zu werden, reagierten sie bald nach diesem Ticona Porco-Interview. In ihrer Erklärung vom 13. Juni beziehen sie sich auf

“Fehlinterpretationen einiger Aussagen des Kardinals”, die “in der Öffentlichkeit Verwirrung stiften konnten”.

Die Bischöfe verweisen die Öffentlichkeit auf die verschiedenen Medienaussagen und Hirtenbriefe, die sie zuvor veröffentlicht haben.

“Wir lehnen jeden Versuch ab, die katholische Kirche [in Bolivien] zu spalten oder zu manipulieren”.

Ferner verwies die Bolivianische Bischofskonferenz darauf, dass Ticona Porco zwar seine eigene Meinung als Mitglied der Bischofskonferenz und emeritierter Bischof in Übereinstimmung mit den eigenen Statuten der Bischofskonferenz äußern könne, aber nicht als die höchste Autorität der Kirche von Bolivien.

Dass Evo Morales und Ticona Porco sich nahe stehen, beweist auch die Tatsache, dass der Präsident dem designierten Kardinal zu seiner Ernennung beglückwünschte und umgehend verkündete, er werde Ticona Porco für die Zeremonie nach Rom begleiten.

Konkubinatsvorwurf gegen Bischof Ticona Porco

Neben dem Konflikt der Bolivianischen Bischofskonferenz mit Ticona Porco stehen Vorwürfe eines möglichen Konkubinats des designierten Kardinals im Raum.

Ticona Porco steht unter massivem Druck, nachdem die spanischsprachige Website „ADELANTE LA FE“ Vorwürfe erhoben hatte, der Bischof habe auch eine “Ehefrau” und Kinder. Während er selbst solche Vorwürfe zurückwies, bestätigten „ADELANTE LA FE“ sowie andere Websites wie „LifeSiteNews“ die Richtigkeit dieses ersten Berichts.

In einem weiteren Bericht vom 18. Juni hat Miguel Ángel Yáñez von „ADELANTE LA FE“ zusätzliche Informationen über die Aussagen von “direkten Zeugen” veröffentlicht, die Ticona Porco und seine Begleiterin – welche nur als “Leonor RG” bekannt ist – berichtet. Die bolivianische Zeitung „Página siete“ hat einen Untersuchungsbericht veröffentlicht, in dem es heißt, dass Ticona Porco kircheneigenes Land an die bereits erwähnte “Leonor RG” verkauft habe, die sich “öffentlich” als “Ehefrau des Kardinals“ bezeichnet.

Ferner behauptet Yáñez in seinem neuen Bericht,

„dass Ticona seinen Namen in verschiedenen Kombinationen für verschiedene Zwecke verwendet hat. Während er im ursprünglichen Dekret zum vatikanischen Konsistorium als “HE Mons. Toribio Ticona Porco” bezeichnet wird, in seinem offizieller Ausweis aber steht” Toribio Porco Ticona”. Wir haben uns mit verschiedenen Rechtsquellen in Bolivien beraten, und alle bestätigen, dass diese Praxis nicht nur im Land nicht üblich ist, sondern höchst unregelmäßig und charakteristisch für Menschen ist, die Dinge verstecken und mit Verwirrung spielen wollen”.

Yáñez verweist in dem Bericht auf Zeugnisse und Anschuldigungen aus erster Hand, darunter ein Priester und andere Personen aus der Stadt Oruro, wo Ticona angeblich mit seiner “Ehefrau” gelebt hat.

Bisher keine Reaktion des Vatikans

Vonseiten des Vatikans gab es bisher keine Reaktion zu den Vorwürfen um Bischof Ticona Porco. Es bleit abzuwarten, ob und wie, Papst Franziskus auf die öffentlichen Anschuldigungen zwischen Bischof Ticona Porco und der gesamten Bolivianischen Bischofskonferenz reagieren wird. Ebenso steht der Skandal eines möglichen Doppellebens ungeklärt im Raum.

Besonders nachdem die Krise in der chilenischen Kirche tiefe Wunden unter den Gläubigen und in der gesamten Weltkirche gerissen hat, sollte die Römische Kurie in Rom und das Kirchenoberhaupt die Verwirrungen und Anschuldigungen aus Bolivien sehr ernst nehmen und hier eine klare Position beziehen, und das, bevor Bischof Ticona Porco in den Kardinalsstand erhoben wird. Viel Zeit bleibt dem Heiligen Vater nicht mehr, dass Konsistorium findet am 28. Juni statt. (vh – mm)

Delegat des Papstes beendet Mission in Chile und bittet in seinem Namen um Vergebung

TEMUCO – Am Sonntag hat Erzbischof Charles Scicluna, Sondergesandter von Papst Franziskus in der Diözese Osorno in Chile, im Namen des Pontifex bei allen Gläubigen entschuldigt und um Vergebung gebeten, nachdem er mehrere Tage lang Opfer sexuellen Missbrauchs angehört hatte.

“Papst Franziskus hat mir aufgetragen, jeden Gläubigen der Diözese Osorno und alle Bewohnern dieses Gebietes um Verzeihung zu bitten dafür, dass wir sie verletzt und zutiefst beleidigt haben”, sagte Scicluna, der auch Erzbischof von Malta ist, am 17. Juni in einer Mitteilung am Ende seines Aufenthaltes in Osorno.

Zum Abschluss feierte eine heilige Messe in der Kathedrale des heiligen Matthäus.

Vom 14. bis 17. Juni hielten sich Erzbischof Scicluna und der Mitgesandte, Monsignore Jordi Bertomeu, in Osorno auf, um sich mit verschiedenen Gemeinden zu treffen und Wege der Versöhnung und neuen Gemeinschaft zu finden und entwickeln.

Zuvor hatten beide Informationen über die mögliche Vertuschung des bisherigen Bischofs von Osorno in Fällen sexuellen Missbrauchs durch den Priester Fernando Karadima gesammelt.

In seiner Mitteilung dankte Bischof Scicluna “allen für die wunderbare, warmherzige und aufrichtige Begrüßung” und dafür, dass sie “die Liebe der Kirche erfahren” durften, was sie “tief bewegte.”

“Für Monsignore Jordi Bertomeu und mich war es eine tiefe Erfahrung Gottes, so vielen Pfarrgemeinden zu begegnen, so viele Menschen zu treffen, die mit uns ihre Wunden, ihre schmerzhaften Erfahrungen und auch ihre Hoffnungen und Liebe für die Kirche in Osorno geteilt haben”.

Er dankte den Mitgliedern des Klerus von Osorno und allen für “so viel guten Willen, für so viel Liebe zur Kirche Jesu Christi und für den Wunsch der großen Mehrheit, dass echte Versöhnung stattfinde.”

Er betonte, dass diese erhoffte Versöhnung nicht “durch eine Mission von ein paar Tage erreicht wird, sondern sie ist ein Geschenk Gottes, das von einem langen Prozess begleitet werden muss, der Geduld, Großzügigkeit, Kraft und Demut erfordert.”

Am Ende seiner Botschaft wünschte er Monsignore Jorge Concha, dem Apostolischen Administrator von Osorno, “alles Gute für seine Mission, dem Volk Gottes zu dienen, das sich nach Einheit sehnt und das versucht, ein wahres Zeugnis für die Freude des Evangeliums zu geben.” (CNA Deutsch)

Chile: Sonderbeauftragter Scicluna bietet der chilenischen Kirche Rechtsberatung an

Quelle: EB Santiago (Screenshot Video am 13. Juni)

Der Sonderbeauftragte des Papstes, Erzbischof Charles Scicluna gab gestern eine Presseerklärung im Erzbistum Santiago de Chile ab.

Vaticanhistory – Martin Marker

Scicluna befindet sich derzeit auf einer Pastoralmission vom 12. bis 19. Juni in den chilenischen Diözesen Osorno und Santiago de Chile mit Msgr. Jordi Bertomeu, einem Beamten des Lehramtes des Vatikans. Die beiden Männer, die in Chile den “Prozess der Heilung und Wiedergutmachung für Missbrauchsopfer” voranbringen sollen, werden vom 14. bis 17. Juni in der Diözese Osorno und den Rest ihrer Zeit in der Erzdiözese Santiago de Chile verbringen.

Scicluna betonte in seiner Erklärung die besondere Verbundenheit des Papstes mit der Diözese Osorno und sagte, dass der Besuch in einem Geist des “Dienstes und der Gemeinschaft, im Kontext des Gebetes, der liturgischen Feier und des gegenseitigen Zuhörens und der Herzlichkeit” stattfinden wird.

“In Bezug auf unsere pastorale Sendung möchten wir an erster Stelle ein Zeichen der Nähe des Papstes zu den Menschen und der chilenischen Kirche sein”,

sagte Erzbischof Scicluna.

„Ein weiteres Ziel des Besuchs ist es, der Diözesankurie in Chile konkrete technische und rechtliche Hilfe zu leisten, damit sie auf jeden Fall von sexuellem Missbrauch von Minderjährigen, der von Priestern oder Ordensleuten begangen wurde, angemessen reagieren zu können.“

Papst Franziskus hatte am Montag den Rücktritt von Bischof Barros, dem Episkopaten der Diözese Osorno und von zwei weiteren chilenischen Bischöfen angenommen. In Anlehnung an den jüngsten Brief des Papstes an die chilenischen Katholiken sagte Scicluna, der Appell des Papstes, Maßnahmen zu ergreifen, “ist keine funktionelle Ressource oder eine Geste des guten Willens, im Gegenteil, es ist die Salbung, die sie als Gottes Volk erlangen. “

Scicluna forderte alle chilenischen Katholiken auf,

“keine Angst zu haben, sich zu engagieren und vom Heiligen Geist getrieben zu werden auf der Suche nach einer Kirche, die alltäglich synodaler, prophetischer und hoffnungsvoller ist.“


(vh – mm)

Rücktritt von Bischof Juan Barros ist offiziell: Erste personelle Konsequenzen in Chile

SANTIAGO DE CHILE – Papst Franziskus ernannte ihn 2015 – trotz massiver Proteste – zum Bischof von Osorno, nun hat er seinen Rücktritt von diesem Posten angenommen: Bischof Juan Barros, der als eine der Schlüsselpersonen in der Vertuschung des Missbrauchskandals um Pfarrer Fernando Karadima gilt, verliert sein Amt, zusammen mit zwei weiteren Würdenträgern: Erzbischof Cristián Caro Cordero von Puerto Montt und Bischof Gonzalo Duarte García de Cortázar von Valparaíso.

Das hat der Vatikan am heutigen Montag mitgeteilt.

Für alle drei Diözesen wurden Apostolische Administratoren ernannt, die vorübergehend die Amtsgeschäfte leiten.

Kollektiv hatten die Bischöfe Chiles im Rahmen eines Krisentreffens mit Papst Franziskus, das vom 15. bis 17. Mai 2018 im Vatikan stattfand, ihren Rücktritt angeboten.

Die Entscheidung über eine Annahme eines Rücktritts liegt beim Papst. Bisher sind Barros, Caro und Duarte die ersten Bischöfe, deren Resignation Franziskus offiziell angenommen hat.

Die Ankündigung des Rücktritts von Barros fällt mit einer neuen pastoralen Mission zusammen: Maltas Erzbischof Charles Scicluna und Monsignore Bertomeu werden vom 12. bis 19. Juni erneut nach Chile reisen, diesmal auch für drei Tage in die Diözese Osorno. Den Rest des Aufenthaltes verbringen sie in Santiago.

Papst Franziskus’ Ernennung von Barros nach Osorno im Jahr 2015 stieß auf massive Proteste und fortwährende Forderungen nach einem Rücktritt. Dutzende von Demonstranten, darunter auch Nicht-Katholiken, versuchten, die feierliche Einführung von Bischof Barros am 21. März 2015 in der Kathedrale von Osorno zu stören.

Zu den Kritikern der Ernennung gehören ehemalige Opfer der sexuellen Gewalt durch Karadima. Dieser war bereits 2011 von der Kongregation für die Glaubenslehre des sexuellen Missbrauchs mehrerer Minderjähriger in den 1980er und 1990er Jahren für schuldig befunden.

Barros behauptete bis zuletzt seine Unschuld und sagte, dass er nicht wusste, dass der Missbrauch stattfand. Papst Franziskus unterstützte ihn zunächst, weigerte sich, Barros von seinem Amt zurücktreten zu lassen – und nannte die Vorwürfe im Rahmen seines eigenen Besuchs in Chile im Januar “Verleumdung”.

Der frostige Empfang des südamerikanischen Papstes in Chile, begleitet von Anschlägen und Protesten, erregte weltweit Aufsehen.

Nach seiner Rückkehr sandte Franziskus Monsignores Scicluna und Bertomeu nach Santiago, und entschuldigte sich dann im April dafür, dass er “schwere Fehler” bei der Beurteilung des Falles gemacht habe. Franziskus traf sich zudem mehrfach mit Opfern des Missbrauchs und schrieb einen Brief an alle Gläubigen in Chile; gleichzeitig erschütterte unterdessen ein neuer Fall die Kirche und Menschen vor Ort.

Elise Harris trug zur Berichterstattung bei. (CNA Deutsch)

Vatikan: Papst nimmt Rücktritte von drei chilenischen Bischöfen an

Im Missbrauchsskandal der chilenischen Kirche gibt es die ersten personellen Entscheidungen.

Vaticanhistory – Martin Marker

Wie heute im Bulletin des vatikanischen Presseamtes berichtet, hat Papst Franziskus die Rücktritte von drei chilenischen Bischöfen angenommen. Es handelt sich um folgende Episkopaten:

  • Erzbischof Cristian Caro Cordero (75), Erzbistum Puerto Montt,
  • Bischof Gonzalo Duarte Garcia de Cortazar (75), Bistum Valparaiso und
  • Bischof Juan Barros (61), Bistum Osorno.

In der Verlautbarung des Vatikans werden keine weiteren Gründe zu den Rücktritten genannt. Der ganze Missbrauchsskandal in der chilenischen Kirche drehte sich primär in den letzten Monaten um die Person Bischof Juan Barros. Diesen hatte Papst Franziskus selbst erst 2015 vom Militärbischof zum Oberhirten des kleinen Bistums Osorno im Süden Chiles erhoben.

Apostolische Administratoren „sede vacante et ad nutum Sanctae Sedis“

Pater Bricardo Basilio Morales, Provinzial der Mercedarier, wurde zum, Apostolischen Administrator „sede vacante et ad nutum Sanctae Sedis“ für das Erzbistum Puerto Montt ernannt. Für das Bistum Valparaiso wurde Petro Mario Ossandón Buljevic, bisher Weihischof in Santiago del Chile als Apostolischer Administrator berufen und für das Bistum Osorno wurde als Apostolischer Administrator Msgr. Jorge Enrique Concha Cayuqueo, O.F.M., ebenfalls Weihbischof von Santiago de Chile bestimmt.

Erzbischof Cristian Caro Cordero und Bischof Gonzao Duarte Garcia de Cortazar haben die Altersgrenze von 75 Jahren für Diözesanbischöfe eh schon erreicht. Man darf vermuten, dass diese drei Rücktritte nicht die einzigen bleiben und in naher Zukunft weitere folgen werden. (vh – mm)

Chinesische Beamte zerstören Kreuzweg in Provinz Henan

WEIHUI – Das Heiligtum Unserer Lieben Frau vom Berg Karmel in der chinesischen Provinz Henan ist ein beliebter Wallfahrtsort für viele Katholiken. Seit seiner Gründung im Jahre 1903 beteten hier abertausende Menschen den Kreuzweg.

Doch am späten Abend des 5. Juni Ortszeit haben die lokalen Behörden die 14 Stationen des Kreuzwegs niedergerissen. Wenige Wochen zuvor hatten chinesische Beamte Bischof Joseph Zhang Yinlin von Weihui (Anyang) angewiesen, er solle den Kreuzweg abbauen. Eine Begründung gaben die Vertreter der Kommunistischen Partei nicht.

Der Kreuzweg wurde nun in der Nacht am Dienstag zerstört, wie Bischof Zhang mitteilte. Die Bagger und Pickup-Trucks seien zu später Stunde angerückt, “weil die Behörden befürchteten, dass es tagsüber zu viele Kirchenmitglieder geben würde”, die protestieren könnten, berichtete “UCA News”.

Einige unerschrockene Nonnen machten jedoch Videos und Fotos von den Schäden und schickten sie über Soziale Medien weiter, um den Vandalismus zu dokumentieren.

Eine “Botschaft der Kommunistischen Regierung”

Wie eine mit dem Vorfall vertraute Quelle sagte, wolle die Kommunistische Partei ein Exempel statuieren. Die Botschaft der Regierung sei: Man werde “den Katholizismus zwar weiter existieren lassen, aber er darf sich nicht weiterentwickeln”.

Das Heiligtum Unserer Lieben Frau vom Berg Karmel ist der einzige Wallfahrtsort in der Provinz Henan (Bevölkerung: 95 Millionen), die im Herzen Chinas liegt.

Der Shrein befindet sich im Dorf Tianjiajing. Er war eine Vision von Bischof Stefano Scarella, der von 1884 bis zu seinem Tod 1902 apostolischer Vikar des nördlichen Honan war. Der italienische Ordensmann des Päpstlichen Instituts für die Auswärtigen Missionen weihte das Heiligtum Maria, aus Dankbarkeit für den Schutz der Missionare während der Boxer-Rebellion.

Tausende Wallfahrer strömten jedes Jahr zum Heiligtum, um am 16. Juli ein gemeinsames Glaubensfest zu feiern. Die kommunistische Regierung verbot dies jedoch im Jahr 1987 – so wie alle großen Pilgerversammlungen im Land – und beschränkte die maximale Größe der Pilgerzahl auf 300.

Wie es nun mit dem Wallfahrtsort Unserer Lieben Frau vom Berg Karmel weitergeht, angesichts dessen gezielter Zerstörung, ist unklar.

Klar ist jedoch, dass der Abriss des Kreuzwegs symptomatisch ist für die immer brutalere Unterdrückung des Glaubens und des Menschenrechts auf Religionsfreiheit im Land. Im vergangenen Herbst wurde eine protestantische Kirche in derselben Provinz geschlossen, und im Februar wurde in ganz Henan die Veröffentlichung “religiöser Broschüren” verboten.

Wie andernorts auch, wurden Kreuze an katholischen Kirchen von Regierungsbeamten in der Provinz Henan entfernt und abgerissen, die mit rund 2,4 Millionen Christen (gezählt im Jahr 2009) die zweitgrößte christliche Bevölkerung des Landes haben soll.

Kirchliche Kindergärten wurden ohne weitere Ankündigung geschlossen, und ein Bischofsgrab wurde geschändet. Acht von zehn Diözesen in Henan werden unterdrückt, seit Wang Guosheng im März Sekretär der Kommunistischen Partei der Provinz wurde.

Weitere Provinzen betroffen

Eine scharfe Eskalation wird auch aus weiteren Provinzen Chinas gemeldet, vor allem Zhejiang an der Ostküste (55 Millionen Einwohner), Shaanxi im Nordwesten (38 Millionen Einwohner) sowie die Autonome Region Xinjiang im Nordwesten (Bevölkerung: 23 Millionen): Aus allen drei Gebieten gibt es Berichte über den Abriss oder die Entfernung von Kreuzen.

Das Vorgehen Chinas wird von westliche Regierungen, dem Europa-Parlament, Menschenrechtsgruppen wie “Human Rights Watch” und Hilfsorganisationen wie “Open Doors” scharf kritisiert.

Laut dem aktuellen Jahresbericht der Kommission für Internationale Religionsfreiheit der USA wird in China die Religionsfreiheit systematisch und fortwährend verletzt.

Im April – dem gleichen Monat, in dem der Kommissionsbericht erschien, sagte dagegen ein zuständiger chinesischer Regierungsbeamter, dass Beschränkungen für die Ernennung von Bischöfen keine Verletzung der Religionsfreiheit darstellen würden. Begründung: Religionen in China müssten sich eben “an die sozialistische Gesellschaft anpassen”.

Präsident Xi Jinping, dem im März die lebenslange Herrschaft über die Volksrepublik zugesprochen wurde, hat persönlich eine größere staatliche Kontrolle und weniger ausländischen Einfluss auf die Religionen in China gefordert.

Neue Beschränkungen wurden von der chinesischen Regierung am 1. Februar eingeführt. Seitdem ist es für allen Menschen, die jünger als 18 Jahre alt sind, verboten, eine Kirche auch nur zu betreten.

Diplomatie mit dem Vatikan

Tatsächlich gab es jedoch Anfang des Jahres 2018 mehrere Berichte, dass der Heilige Stuhl kurz vor einer Einigung mit der chinesischen Regierung über die Ernennung von Bischöfen stehe.

Die Kirche in China ist gespalten zwischen der katholischen Kirche, die im Untergrund ihr Dasein fristet, sowie der offiziell anerkannten “Chinesischen Patriotischen Katholischen Vereinigung”. Jeder von Peking anerkannte Bischof muss Mitglied dieser staatlich kontrollierten Vereinigung sein, der nun unter der täglichen direkten Aufsicht der Kommunistischen Partei Chinas steht. (CNA Deutsch)

Warum das Erzbistum Mexiko bald nicht mehr das größte der Welt sein könnte

MEXIKO-STADT – Das Erzbistum Mexiko, das als größtes Bistum der Welt gilt, wird einen Konsultationsverfahren eröffnen, um kleinere Diözesen zu schaffen und sein aktuelles Gebiet aufzuteilen, mit dem Ziel “den Gläubigen eine nähere und wirksamere Aufmerksamkeit schenken zu können.”

Das Erzbistum betreut die Seelen der Katholiken der Hauptstadt Mexiko-Stadt, in der circa neun Millionen Menschen leben. Die gesamte Metropolregion jedoch – zu der circa 60 Gemeinden gehören – umfasst insgesamt mehr als 21 Millionen.

Die Leiterin des Kommunikationsbüros der Erzdiözese, Marilu Esponda, gab dies in einer unterzeichneten Mitteilung vom 6. Juni bekannt.

“Der Prozess besteht darin, Berichte über die kirchliche und soziale Realität der einzelnen Bezirke zu erstellen, um die Durchführbarkeit der Errichtung neuer Diözesen zu prüfen”, erklärte sie.

Die Kommunikationsdirektorin teilte mit, dass diese Berichte bereits dem Apostolischen Nuntius in Mexiko, Monsignore Franco Coppola, und dem Verantwortlichen der Errichtung von Diözesen und Kirchenprovinzen der mexikanischen Bischofskonferenz und Bischof von Matamoro, Monsignore Eugenio Lira Rugarcía, vorgelegt wurden.

Esponda erläuterte, dass das Erzbistum Mexiko im Jahre 1530 als Bistum errichtet und 1546 zum Erzbistum erhoben wurde und zu einem “der bevölkerungsreichsten der Welt geworden ist.”

Das Erzbistum Mexiko besteht aus 467 Gemeinden, die auf acht Vikariate verteilt sind. Die Gläubigen der Stadt werden von etwas mehr als 2.000 Priestern und 190 ständigen Diakonen betreut.

Die Schaffung der neuen Diözese, so Esponda, soll dazu dienen, “den Gläubigen eine nähere und effizientere Aufmerksamkeit zu schenken und eine bessere Koordinierung der pastoralen Prozesse sowie eine stärkere Vernetzung und Gemeinschaft unter den Priester zu ermöglichen.”

Die 56. Vollversammlung der Mexikanischen Bischofskonferenz wird dieses Projekt “voraussichtlich” im November diesen Jahres in Angriff nehmen, so die Leiterin des Kommunikationsbüros.

Wenn die Bischöfe das Projekt genehmigen, dann “wird das Ergebnis der Apostolischen Nuntiatur übermittelt und diese Instanz wird es es an den Heiligen Stuhl weitergeben.”

Die endgültige Entscheidung wird bei Papst Franziskus liegen.

“Sollte der Heilige Vater die Errichtung der neuen Diözesen akzeptieren, würden diese Teil der Kirchenprovinz Mexiko werden, der dann ein Metropolitan-Erzbischof vorstehen wird”, erklärte Esponda. (CNA Deutsch)