Chile: Missbrauchsermittler Scicluna ist erkrankt

Der päpstliche Sonderermittler zu Missbrauchsfällen in Chile musste seine Arbeit ebendort aus gesundheitlichen Gründen unterbrechen.

Er unterzog sich in einer Klinik in der chilenischen Hauptstadt einem Eingriff an der Gallenblase, hieß es auf der Webseite des Erzbistums Malta, das Scicluna leitet. Die Missbrauchs-Ermittlungen übernehme nun auf Anordnung von Papst Franziskus bis auf weiteres der Priester Jordi von der vatikanischen Glaubenskongregation, informierte der Sprecher der chilenischen Bischofskonferenz, Diakon Jaime Coiro. Bertomeu hatte Scicluna als Notar und Übersetzer begleitet. Die Begegnungen mit den mutmaßlichen Missbrauchsopfern gingen weiter wie geplant. (vatican news)

Chile: Sonderermittler spricht mit Zeugen

Erzbischof Charles Scicluna spricht in Santiago de Chile mit Missbrauchsopfern.

Stefan von Kempis – Vatikanstadt.

Der aus Malta stammende Experte für den Umgang mit Missbrauchsfällen ist vom Papst nach Chile geschickt worden. Er soll die Frage klären, ob Bischof Juan Barros Madrid von Osorno in Südchile Mitwisser oder Vertuscher von Missbrauchsfällen war.
Während seiner Chilereise im Januar hatte Papst Franziskus trotz massiver Kritik von Missbrauchs-Überlebenden an Barros festgehalten, da es gegen ihn keine „Beweise“ gebe. Opfer werfen Barros hingegen vor, Fälle von Missbrauch durch den Priester Fernando Karadima in den achtziger Jahren vertuscht zu haben.

Nach Angaben aus Chile traf sich Scicluna zunächst mit mehreren Missbrauchsopfern, darunter James Hamilton, der der Ortskirche von Santiago „Vertuschung“ vorhält. An diesem Mittwoch wollte sich der Erzbischof mit einer Laieninitiative aus Barros‘ Bistum treffen.

Für Unmut hat bei vielen Menschen in Chile zunächst eine Aufforderung der päpstlichen Nuntiatur in Santiago gesorgt. Diese bat alle Personen, die sich mit Erzbischof Scicluna treffen wollten, vorab um eine schriftliche Zusammenfassung ihrer Erklärungen. Doch die chilenische Bischofskonferenz ließ jetzt wissen, die Bitte des Nuntius sei auf einen Vorschlag Sciclunas hin ergangen. Der Erzbischof wolle sich mit diesem Material auf seine Gesprächspartner vorbereiten. (vatican news)

Deutschland: Kardinal Kaspers prophetischer Papst

Laut Kardinal Kasper hat die Amtsführung von Papst Franziskus „etwas prophetisches“. Der fragwürdige Rebell und deutsche Mitstreiter des Papstes gab am Montag der österreichischen Presseagentur kathpress ein Interview, in dem er Franziskus zum Propheten stilisierte und die Ökumene auf Basis des Reformationsjahres der evangelischen Kirche vorantreiben will.

Kasper war und ist ein Verfechter des Chaosdokuments „Amoris laetitia“ und progressives Sprachrohr des Papstes in Deutschland. Von 2001 bis 2010 war er Präsident des päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen in der römischen Kurie und 2013 Teilnehmer des Konklaves in dem Kardinal Jorge Mario Bergoglio zum Papst Franziskus gewählt wurde.

Kaspers prophetischer Papst

Im Interview mit kathpress glorifiziert Kasper die Amtsführung des Papstes und erhebt ihn zum Propheten:

„Die Amtsführung des Papstes habe “etwas Prophetisches“ und er sei der erste nach-konstantinische Papst, weil er nicht aus dem Bereich des alten Römischen Reiches komme, sondern aus der südlichen Hemisphäre. Franziskus gehe es um eine grundsätzliche Neuausrichtung am Evangelium. Wie alle Propheten und Jesus selbst errege der Papst damit Anstoß und werde verkannt“.

Franziskus ist also in den letzten 1700 Jahren der Papstgeschichte etwas Besonderes und das Evangelium benötige eine Neuausrichtung. So die Aussage Kaspers. Zusätzlich betont er, wie verkannt Franziskus werde, und setzt ihn nahezu auf eine Stufe mit Jesus.

Kardinal Kasper, der Anfang nächsten Monats 85 Jahre alt wird, bemüht sich ein Bild der Idealisierung des Papstes zu zeichnen. Wohl um den zunehmenden Widerspruch aus der Weltkirche gegen den Papst, etwas entgegen zusetzen. Kasper Argumentation wird aber noch unglaubwürdiger, wenn er anmerkt:

„Der Papst leite eine neue Epoche der Kirche ein: eine Kirche, im missionarischen Aufbruch, eine arme Kirche für die Armen”.

Kasper propagiert hier eine „arme Kirche“ des Papstes. Wo legt dieser Kardinal eigentlich? Wie utopisch ist dieser Wunschgedanke in der Weltkirche, ja in Deutschland? Weiß Kasper nicht, was derzeit in den Diözesen Eichstätt und Hamburg vorgeht. In Eichstätt stehen fragwürdige Immobiliengeschäfte in den USA, vor allem Texas und Florida, in Höhe von knapp 50 Millionen Euro im Raum. 80 Millionen Euro beträgt der Schuldenstand des Erzbistums Hamburg. Obwohl die Kirchen Einnahmen an Kirchensteuer zu verzeichnen haben wie nie zuvor. Misswirtschaft und dubiose Finanzgeschäfte. Ist das die „arme Kirche“ die Kasper im Namen des Papstes propagiert?

Kaspers Ökumene

Auch zur Ökumene hat sich Kardinal Kasper geäußert:

“Nach dem Reformationsjahr 2017 komme es darauf an, dessen Früchte umzusetzen in konkrete Vereinbarungen und Annäherungen, die Bestand haben. Sonst verfliegt alles wieder”.

Hier liegt Kasper natürlich genau auf der Linie von Papst Franziskus. Er spricht von den „Früchten des Reformationsjahres“. Meint er vielleicht die Lobpreisung des Papstes für den Schismatiker „Martin Luther“? Wofür sich Franziskus den Vorwurf der „Häresie“ eingehandelt hatte und das einzigartig ist in der Kirchengeschichte der letzten 500 Jahre.

Kasper und „viri probati“

Die Idee sogenannte „viri probati“, lebenserfahrene, bewährte und verheiratete Männer zur Priesterweihe zuzulassen, hält Kasper für eine Möglichkeit dem Priestermangel zu begegnen. Hier macht sich Kasper zu einem Wegbereiter der Amazonassynode im Jahr 2019. Bei der das Thema „viri probati“ unter umständen in die katholische Kirche Einzug halten wird.

Kardinal Kasper versucht wieder einmal, dem Papst bei seinen Veränderungen in der Kirche den Weg in Deutschland zu bereiten. Kaspers “Glorifizierung” kann man jedoch durchaus kritisch betrachten. (vh)

Papst nimmt Rücktrittgesuch nigerianischen Bischofs an

ABUJA – Papst Franziskus hat den Rücktritt eines nigerianischen Bischofs angenommen, der seit seiner Ernennung vor über fünf Jahren von vielen Priestern abgelehnt wurde.

Im Juni 2017 traf Franziskus persönlich Priester der Diözese Ahiara und ordnete sie an, den Bischof zu akzeptieren, sonst drohe ihnen eine Suspendierung oder Amtsverlust.

Mit dem nun erfolgten Rücktritt von Bischof Peter Okpaleke sagte Franziskus am gestrigen 19. Februar, er werde nichts gegen die Priester von Ahiara unternehmen, das sie sich seitdem reuig gezeigt hätten.

Das Rücktrittschreiben von Bischof Okpaleke wurde am 14. Februar geschickt.

Okpaleke wurde im Dezember 2012 von Benedikt XVI. zum Bischof von Ahiara ernannt. Die Diözese ist jedoch überwiegend bewohnt von Angehörigen der Mbaise, die den nicht zu ihrem Volk gehörenden Okpaleke nicht akzeptierten.

Das Volk der Mbaise gehört zu den katholischsten der ethnischen Gruppen Nigerias. 77 Prozent der 670.000 Bewohner des Bistums sind katholisch. In benachbarten Diözesen liegt der Anteil der Katholiken bei zwischen 19 und 70 Prozent.

Bischof Okpaleke stammt aus dem Staat Anambra. Deren Bewohner, so der Vorwurf der Mbaise, würden oft von der katholischen Hierarchie in Nigeria bevorzugt. Der Vorwurf einer “Rekolonisierung” der Mbaise durch Katholiken aus Anamabra wird immer wieder laut.

Tatsächlich gibt es zahlreiche Berufungen aus dem Volk der Mbaise, sowohl zum Priesterstand als auch Ordensleben. Viele Geistliche aus den Reihen der Mbaise dienen als Missionare in westlichen Ländern. Seit ihrer Gründung im Jahr 1987 hat die Diözese Aharia mindestens 167 Priester geweiht.

Nach seiner Ernennung konnte Okpaleke nicht einmal in der Kathedrale von Aharia zum Bischof geweiht und installiert werden, weil Katholiken vor Ort den Zugang zum Dom blockierten. Die Feierlichkeiten wurden schließlich in eine andere Diözese verlegt.

Im Juli 2013 ernannte Papst Franziskus Kardinal John Onaiyekan von Abuja zum Apostolischen Administrator, um den Konflikt zu beenden; doch die Maßnahme blieb erfolglos.

In seinem Rücktrittschreiben teilt Bischof Okpaleke mit, die Situation in Ahiara habe sich leider nicht verbessert, und bedrohe sein eigenes geistliches Leben.

Die Kongregation für die Evangelisierung der Völker teilte in einem auf den 19. Februar datierten Schreiben mit, sie habe 200 Entschuldigungs- Schreiben aus dem Klerus von Ahiara erhalten, in dem die Priester auch ihre Treue und ihren Gehorsam gegenüber Rom betonen. (CNA Deutsch)

Australien: Anklage gegen Kardinal Pell wird wahrscheinlich fallen gelassen

Quelle: LifeSiteNews (Screenshot am 16. Februar)

Die Anklage gegen den australischen Kardinal George Pell wird wahrscheinlich fallen gelassen. Das berichtet am 16. Februar „LifeSiteNews“.

Bei der letzten Anhörung im Herbst 2017 hatte die Staatsanwaltschaft aufgrund der Beweislage noch von einer möglichen Eröffnung eines Verfahrens gegen Kardinal Pell gesprochen. Die Entscheidung hierüber soll am 05. März vor dem Melbourne Magistrates Court gefällt werden.

Gegenüber dem Gericht äußerte der Leiter der Strafverfolgungsbehörde, dass die Anklage des angeblichen Missbrauchsopfers Damian Dignan gegen Pell, wahrscheinlich zurückgezogen wird. Dignan war Anfang Januar an Leukämie in der australischen Stadt Ballarat verstorben. LifeSiteNews berichtet dazu:

“Dignan machte im März 2016 in seinen Vorwürfen gegen den Kardinal geltend, dass Pell ihn vor vierzig Jahren in einem öffentlichen Schwimmbad unangemessen berührt habe. Dignan, der eine Vorstrafe wegen Körperverletzung und Alkohol am Steuer hatte, hat auch ehemalige Lehrer der St. Alipius Schule des Missbrauchs beschuldigt.
Dignans Vorwürfe, sowohl unangemessene Berührungen durch den Kardinal als auch Misshandlungen durch Lehrer, wurden von einem ehemaligen Klassenkameraden, Lyndon Monument, bestätigt. Monument, ein ehemaliger Drogendealer, hat auch eine Vorstrafe für Körperverletzung“.

Ruth Shann, Mitglied des Verteidigungsteams von Pell, will beobachtet haben, dass Dignans Anschuldigungen einen „Domino-Effekt“ zur Folge hatten, da einige andere Beschwerdeführer dazu veranlasst wurden, die Polizei wegen angeblicher Misshandlungen des Prälaten in der Vergangenheit zu kontaktieren. Shann bezeichnete Dignan als „unzuverlässigen Zeugen“ und kündigte an seine Glaubwürdigkeit formell in der Anhörung im März prüfen zu lassen.

Bisher hatte Kardinal Pell alle Anklagepunkte zurückgewiesen und seine Unschuld beteuert. Robert Richter, der Chef des Verteidigungsteams von Pell hat offenbar gute Chancen Pells Unschuld zu beweisen und die Eröffnung eines Anklageverfahrens vor dem Gericht zu verhindern. (vh)

USA/Chile: Erzbischof Scicluna trifft Missbrauchsopfer Cruz

Das Gespräch des päpstlichen Sonderermittlers, Erzbischof Charles Scicluna, mit dem chilenischen Missbrauchsopfer Juan Carlos Cruz hat am letzten Samstag in New York stattgefunden. Laut dem katholischen Medienzentrum kath.ch (und KNA) hat Cruz ein positives Fazit gezogen.

“Das war eine gute Erfahrung, und ich verlasse diesen Ort sehr hoffnungsvoll“,

sagte Cruz gegenüber der Presse. Weiter bemerkte er:

„Ich hatte das erste Mal das Gefühl, das mir zugehört wurde“.

Die Befragung sei für den Sonderermittler Scicluna eine sehr intensive und detailreiche sowie teilweise Augen öffnende Befragung gewesen. Dem Bericht nach habe die Befragung Scicluna sehr mitgenommen und er habe sogar geweint, schilderte Cruz. Scicluna wird in der kommenden Woche nach Chile reisen, um dort weitere Zeugen zu befragen.

Der Fall Barros

Proteste gegen Bischof Barros hatten den Papstbesuch im Januar in Chile überschattet. Barros wird vorgeworfen, er habe in den 1980er Jahren als Priester etliche Fälle von sexuellem Missbrauch an Jungen durch seinen inzwischen vom Heiligen Stuhl verurteilten Mitbruder Fernando Karadima mit angesehen zu haben, ohne dagegen einzuschreiten.

Papst Franziskus hatte nach seinem Besuch in Chile, den Präsidenten des Prüfungskollegiums der Glaubenskongregation in schwerwiegenden Delikten („delicta graviora”), Erzbischof Scicluna als Sonderermittler zur Klärung der Vertuschungsvorwürfe gegen den chilenischen Bischof Juan Barros (Osorno) mit dem Fall beauftragt.

Der Papst hatte rechtzeitig Kenntnis

Bereits vor drei Jahren hatte Cruz einen Brief an den Vatikan geschickt und die Missstände angeprangert. In diesem inzwischen bekannt geworden Brief, wird Bischof Barros schwer beschuldigt. Erschwerend kommt hinzu, dass besagter Brief bereits drei Wochen vor der Amtseinführung von Barros in sein Bischofsamt in Osorno dem Vatikan und somit dem Papst vorlag. Franziskus also von den Missbrauchsfällen rechtzeitig vor der Ernennung wusste.

Bei der Amtseinführung von Barros war es im Jahr 2015 zu massiven Protesten Hunderter Demonstranten gekommen. Barros habe den sexuellen Missbrauch von Karadima vertuscht, lautete der Vorwurf. Franziskus hatte im Januar in Chile noch behauptet:

“Es gibt keine Beweise für eine Vertuschung durch Bischofs Barros im Fall Karadima”.

Wenig später entschuldigte sich Franziskus für seine Wortwahl und beauftragte Erzbischof Scicluna mit der Klärung der Vorwürfe. (vh)

Kardinal Cupich veranstaltet Amoris Laetitia–Seminare für US-Bischöfe

DENVER – Der Erzbischof von Chicago hat einige US-Bischöfe zu einer Reihe von Konferenzen über den Umgang mit Amoris Laetitia eingeladen. Die “New Momentum Conferences” – zu Deutsch etwa “Neue Impuls-Konferenzen” – finden an drei katholischen Hochschulen noch in diesem Monat statt.

Wie aus einem der CNA vorliegenden Brief zu entnehmen ist, sollen die Treffen ein “maßgeschneidertes Programm” anbieten: “Von der Frage, warum Amoris Laetitia einen neuen Impuls für die moralische Bildung und pastorale Praxis setzt, bis hin zur Frage, wie formative pastorale Programme anzubieten sind”.

“Das Ziel ist es, 15 bis 20 Bischöfe zu einem Gespräch über relevante Themen zusammen zu bringen, mit der Unterstützung von Theologen über verwandte Themen”, so der Brief von Kardinal Blase Cupich.

Vorläufer-Konferenz im Oktober

Vorläufer und Vorbild der Konferenzen ist ein Amoris Laetitia-Seminar für Bischöfe und Theologen, das im Oktober 2017 am Boston College abgehalten wurde.

“Dieses Seminar behandelte das gesamte Dokument, mit besonderem Augenmerk auf seine Umsetzung in dem multikulturellen und vielfältigen Umfeld, das die Kirche in den Vereinigten Staaten ausmacht”, schreibt Kardinal Cupich.

“Sowohl die Bischöfe als auch die Theologen stimmten alle überein, dass unser zweitägiges Seminar ein Beispiel für Synodalität war, gemeinsames Miteinander–Unterwegs–Sein, indem die Kirche sowohl lehrte als auch zuhörte. Tatsächlich sprachen, so wie Papst Franziskus zum Auftakt der Synode 2014 empfahl, die Teilnehmer am Boston College mit Ehrlichkeit und Kühnheit, mit Parrhesia, aber sie hörten auch in Demut zu”, teilt der Brief mit.

Dem Schreiben zufolge hat Kardinal Kevin Farrell, Präfekt des Dikasteriums für Laien, Familie und das Leben, die Impuls-Konferenzen befürwortet, die am Boston College, der Universität von Notre Dame und der Universität Santa Clara stattfinden werden.

Rede von Kardinal Cupich in Cambridge

Am 9. Februar gab Kardinal Cupich am Von-Hügel-Institut des St. Edmund College im britischen Cambridge eine Ansprache zum Thema. In dieser Rede sagte Kardinal Cupich, dass “Papst Franziskus von der Notwendigkeit eines neuen pastoralen Ansatzes für Familien überzeugt ist, angesichts der Herausforderungen, vor denen Familien in der heutigen Welt stehen.”

Er fügte hinzu, dass “einige Leute Amoris einfach falsch interpretieren und missverstehen, nur weil sie die gegenwärtige Realität in all ihrer Komplexität nicht berücksichtigen können oder wollen.”

Kardinal Donald Wuerl und Erzbischof Wilton Gregory sollen als Redner beim Seminar am Boston College sprechen. Kardinäle Joseph Tobin und Blase Cupich werden an der Universität von Notre Dame die Vorträge halten. Die Bischöfe Steven Biegler und Robert McElroy werden wiederum an der Universität Santa Clara reden.

Mehrere Theologen und ein Kirchenrechtler werden ebenfalls an den Konferenzen teilnehmen.

Zur Gruppe der eingeladenen Theologen gehört Dr. Kate Ward, Professorin an der Marquette University. Von 2012-2015 war Ward ein nationales Vorstandsmitglied von “Call to Action”, einer Gruppe, die unter anderem die Weihe von Frauen zum Priestertum gefordert hatte, sich für die gleichgeschlechtliche Ehe aussprach und sagte, dass die Kirche ihre “Position” neu “bewerten solle” was Verhütungsmittel betrifft.

Von 2006-2009 war Ward Vorstandsmitglied von “Call to Action Next Generation”, einer Jugendorganisation. Deren Vorstand leitete sie von 2008 bis 2009.

Im Jahr 2006 schrieb Kardinal Giovanni Battista Re, damaliger Präfekt der Kongregation für die Bischöfe des Vatikans, dass die Aktivitäten von “Call to Action” nicht mit dem katholischen Glauben vereinbar sind: “Call to Action” vertrete Positionen, so Kardinal Re, “die aus doktrinärer und disziplinärer Sicht inakzeptabel sind. Daher ist es nicht vereinbar mit einem stimmigen Leben des katholischen Glaubens, Mitglied dieser Vereinigung zu sein oder sie zu unterstützen. “

Eine weitere geplante Rednerin ist Dr. Natalia Imperatori-Lee, eine Theologin am Manhattan College.

Imperatori-Lee war auch Moderator des Oktober-Seminars am Boston College. Bei diesem Seminar kritisierte sie die “Infantilisierung der Laien” durch die Kirche und sagte, dass “Laien durch eine Logik (…) infantilisiert werden, in der Seelsorger als Gatekeeper dienen und Sakramente gewähren, anstatt als Ratgeber Laien auf ihren sakramentalen Reisen zu begleiten.”

In einem Interview mit dem Podcast “Daily Theology” im Jahr 2015 beschrieb Imperatori-Lee den verstorbenen Theologen und Professor Richard McBrien von der Universität von Notre Dame als Mentor. Laut dem “National Catholic Reporter”, einer US-Zeitung, “befürwortete McBrien die Weihe von Frauen zu Priestern, ein Ende des Pflichtzölibats für Priester, moralische Zustimmung der künstlichen Geburtenkontrolle und eine Dezentralisierung der Macht in der Kirche.”

In einem Aufsatz des Jahres 2016 in der Jesuiten-Zeitschrift “America” schrieb sie: “Jede Behauptung, dass es nur zwei Arten von Menschen gibt, Männer und Frauen, ist simplistisch.”

Monsignore Jack Alesandro, ein Kirchenrechtler der Diözese Rockville Centre (Long Island, New York), hielt ebenfalls einen Vortrag am Boston College – und wird auf den kommenden Konferenzen als Redner fungieren.

Bei der Konferenz im Jahr 2017 sagte Mons. Alesandro, dass Amoris Laetitia “insgesamt den Gedanken vertritt, dass sakramentale Ehen im Laufe der Zeit sakramentaler und damit unauflöslicher werden.”

Der Kirchenrechtler weiter: Amoris Laetitia schlage neue Grenzbereiche für die Gültigkeit der Zustimmung zur sakramentalen Ehe vor. Das päpstliche Schreiben lege nahe, dass “von denen, die in die sakramentale Ehe eintreten eine größere Fähigkeit und Willensentscheidung verlangt wird als von denjenigen, die in eine nicht-sakramentale Verbindung eingehen”.

Alesandro erklärte wörtlich weiter: Amoris Laetitia “fordert Richter in einem [kirchlichen] Verfahren heraus, zu prüfen, ob beide Ehegatten, einschließlich des Mannes, zur Zeit der Hochzeit zur Zeit der Zärtlichkeit in dem vom Papst beschriebenen Sinn wirklich fähig waren, der Zärtlichkeit einer Mutter, die ihr Kind im Arm hält.”

Zudem betonte der Priester: “Ehegatten müssen in der Lage sein, ein lebenslanges Abenteuer zu beginnen und können es ständig erneuern, wenn sie gültig ihre gegenseitige Einwilligung austauschen wollen. Das erfordert, dass sie Freunde auf der Reise sind. Obwohl sie nicht ganz und vollständig beginnen, wissen wir, dass sie zumindest in der Lage sein müssen, in diese Berufung hineinzuwachsen. Wenn sie zu diesem Wachstum nicht in der Lage sind, oder sie sich wirklich nicht dazu verpflichtet fühlen, glaube ich nicht, dass sie zumindest in einer christlichen Ehe, gültig verheiratet sind. “

“Kirchenrechtler finden es vielleicht schwierig, mit ihren juristischen Denken die Liebe zu verstehen, wenn ihr Denken übermäßig juristisch geworden ist, was eine andere Art von ‘Säkularisierung’ bedeutet”, so Monsignore Alesandro.

Der Einladung zufolge “wird es weitere Theologen geben, die eingeladen werden, an einem oder mehreren Tagen teilzunehmen.”

Laut der CNA vorliegenden Einladung sind neben Ward, Imperatori-Lee und Alesandro “weitere Theologen zur Teilnahme an einem oder mehreren Tage eingeladen”.

Ein “Paradigmenwechsel” und “hermeneutische Prinzipien”

In seiner Rede vom 9. Februar sagte Kardinal Cupich, Papst Franziskus habe eine Reihe von “hermeneutischen Prinzipien” eingeführt – Regeln der theologischen Interpretation – welche “einen Paradigmenwechsel” im Umgang der Kirche mit Familien erforderlich machten.

Zu den Aspekten eines solchen Paradigmenwechsels gehöre, so Cupich, “die Ablehnung eines autoritären oder paternalistischen Umgangs mit Menschen der das Gesetz bestimmt, der vorgibt, alle Antworten zu haben, oder einfache Antworten auf komplexe Probleme, die nahelegen, dass allgemeine Regeln unmittelbare Klarheit schaffen oder dass die Lehren unserer Tradition präemptiv auf die besonderen Herausforderungen von Paaren und Familien angewandt werden können.”

Der Erzbischof von Chicago sprach weiter über die Wichtigkeit der Unterscheidung des Gewissen. Die “Stimme des Gewissens – die Stimme Gottes (…) könnte sehr wohl die Notwendigkeit bekräftigen, in einiger Entfernung vom Idealverständnis der Kirche zu leben, und dennoch eine Person zu neuen Wachstumsstufen und zu neuen Entscheidungen bewegen, die es ermöglichen können, dem Ideal mehr zu entsprechen”, sagte er in einem Kommentar zu einer Passage in Amoris Laetitia.

Der Kardinal sagte weiter, im Umgang mit Familien sei eine pastorale, nicht “rein doktrinäre” Herangehensweise vonnöten, weil “das auf dem Gewissen basierte moralische Leben als Christ sich nicht primär auf die automatische Anwendung universeller Gebote konzentriert. Vielmehr taucht es ständig in die konkreten Situationen ein, die unseren moralischen Entscheidungen einen entscheidenden Kontext geben.”

“Kein Relativismus”

Das Ergebnis einer solchen pastoralen Herangehensweise, so Cupich, sei jedoch “kein Relativismus oder eine willkürliche Anwendung der Glaubenslehre, sondern eine authentische Empfänglichkeit für Gottes Selbstoffenbarung in den konkreten Realitäten des Familienlebens und des Wirkens des Heiligen Geistes im Gewissen der Gläubigen.”

Der Kardinal fuhr fort: “In der Entwicklung der Glaubenslehre geht es darum, offen zu bleiben für die Einladung, unsere moralischen Lehren über die Ehe und das Familienleben durch die Linse der allmächtigen Barmherzigkeit Gottes zu sehen.”

“Die Glaubenslehre kann sich durch die barmherzige Begleitung der Familien durch die Kirche entfalten, weil Gott die Familie als einen privilegierten Ort gewählt hat, um all das zu enthüllen, was der Gott der Barmherzigkeit in unserer Zeit tut”, fügte er hinzu.

Der Kardinal kam zu dem Schluss, dass das Versäumnis, Fragen in Bezug auf Ehe und Familienleben mit einem “ganzheitlichen Ansatz” anzugehen, “einige Kritiker dazu veranlasst hat, Amoris falsch zu interpretieren und zu missverstehen. Anstatt die gegenwärtige Realität des Lebens der Menschen in all ihrer Komplexität wahrzunehmen, beschränken sie ihre Sichtweise auf ein idealistisches Verständnis von Ehe und Familie.”

Stiftungen leisten finanzielle Unterstützung

Der Brief, in dem die Bischöfe zu den bevorstehenden Konferenzen eingeladen wurden, teilt mit, dass die Anreisekosten durch “Zuschüsse von Stiftungen” gedeckt würden.

Die bereits am Boston College abgehaltene Vorläufer-Konferenz wurde vom “Jesuit Institute”, der Erzdiözese Chicago, der Cushman-Stiftung, der Healey-Stiftung sowie der Henry-Luce-Stiftung gesponsert.

Gemäß ihren öffentlich einsehbaren Steuerunterlagen stellte die Cushman Foundation der Erzdiözese Chicago im Jahr 2015 einen Zuschuss in Höhe von 12.300 US-Dollar zur Verfügung, um Periti – theologische Experten — zur Familiensynode zu schicken, an der dann Erzbischof Cupich teilnahm.

Die Henry-Luce-Stiftung hat dem US-amerikanischen “Commonweal Magazine” seit 2005 mindestens 600.000 US-Dollar an Fördergeldern gewährt und eine Reihe von katholischen Universitäten und Theologie-Programmen unterstützt. Im Jahr 2007 erhielt die “Frauenallianz für Theologie, Ethik und Ritual” einen Zuschuss von 25.000 US-Dollar, so die Stiftung nach eigenen Angaben auf ihrer Website. Ein einmaliges Stipendium von 9.500 US-Dollar ging im Jahr 2015 an die Erzdiözese Chicago, “zur Unterstützung der Kommunikation während der Ordentlichen Synode der römisch-katholischen Kirche.”

Die Website der Stiftung sagt, dass sie “wichtige Ideen in den Mittelpunkt des amerikanischen Lebens stellen, das internationale Verständnis stärken und Innovation und Führung in akademischen, politischen, religiösen und künstlerischen Gemeinschaften fördern will”.

Das Theologie-Programm der Luce Foundation gewährt Zuschüsse für “ein besseres Verständnis von Religion und Theologie”.

“Besondere Aufmerksamkeit wird der Arbeit gewidmet, die neu überdenkt, was Theologie ist und ihre zeitgenössische Bedeutung neu darstellt; [es geht darum,] eine Forschung zu betreiben, die die Annahmen über Religion, Säkularität und öffentliche Kultur auf kreative Weise untersucht; und zu Projekten, die an den Schnittstellen von theologischer Untersuchung und multidisziplinärer Religionsstudie angesiedelt sind “, heißt es auf der Website der Stiftung.

Quellen bestätigten CNA, dass die US-Bischofskonferenz (USCCB) nicht an den “New Momentum”-Konferenzen beteiligt ist.

Die Erzdiözese von Chicago reagierte bis Redaktionsschluss nicht auf Anfragen von CNA. (CNA Deutsch)

Österreich: Groteske Reaktion des Landessuperintendenten Hennefeld auf Launs Äußerungen

Mit scharfer Kritik hat der Landessuperintendent der Evangelischen Kirche H.B. in Österreich, Thomas Hennefeld, auf die Äußerungen von Bischof Laun zur „Segnung homosexueller Verbindungen“ reagiert. Hennefelds groteske Reaktion basiert auf inhaltlichen Verdrehungen der Aussagen von Bischof Launs Äußerungen. Sie gehen soweit, dass Hennefeld für eine „rechtliche Verfolgung“ Launs plädiert.

Mit den jüngsten Aussagen zur Homosexualität stelle Laun die Pfarrerinnen und Pfarrer der evangelisch-reformierten Kirche, die solche Segnungen vornehmen, „auf eine Stufe mit jenen Menschen, die die nationalsozialistischen Konzentrationslager gutgeheißen haben“ meint Hennefeld. Vor allem aber sei dieser Vergleich:

“Ein Schlag ins Gesicht homosexueller Menschen, die sich für eine Segnung ihrer Partnerschaft entschieden haben“.

„Bei diesen Aussagen und diesem Vergleich eines kirchlichen Würdenträgers handelt es sich aber nicht um eine Meinung sondern um Verhetzung. Ich schließe mich daher der Forderung der Homosexuellen-Initiative HOSI an, die strafrechtliche Relevanz seiner Aussagen zu prüfen“.

“Mit einer rechtlichen Verfolgung könnte außerdem ein Signal gesetzt werden, dass Verhetzung und Menschenverachtung auch staatlicherseits nicht geduldet werden“.

Liest man das Interview bei kath.net, so kann man Hennefelds Reaktion als falsch und überzogen einstufen. Bischof Laun hatte mit seinen Vergleichen lediglich aus Sicht der katholischen Kirche eine derartige Segnung klar verneint. Hennefeld will mit seinen überzogenen Aussagen lediglich die übliche Vorgehensweise der evangelischen Kirche zu diesem Thema verteidigen. Doch zu diesem Thema liegen die Ansichten der beiden Kirchen meilenweit auseinander, nicht nur in Österreich sondern auch in Deutschland. Hennefelds Forderung nach einer rechtlichen Verfolgung zeigt, dass er erstens den Unterschied zwischen den Glaubensgrundsätzen der katholischen und evangelischen Kirche nicht verstanden hat und zweitens freie Meinungsäußerung mit Füßen tritt.

Bischof Laun hatte seine Darstellung/Argumentation einzig an die Adresse katholischer Verantwortlicher gerichtet, hier speziell an Kardinal Marx und Bischof Bode und nicht die Praxis der evangelischen Kirche in Österreich angesprochen.

Bezeichnend ist allerdings, dass die Angesprochenen in Deutschland bisher keine Reaktion zeigen. Wie üblich liegen vonseiten der Deutschen Bischofskonferenz bisher keine Verlautbarungen vor. Kardinal Marx und Bischof Bode schweigen. (vh)

Bischof Laun: Eine homosexuelle Verbindung kann man nicht segnen!

 

Der emer. Weihbischof von Salzburg, Bischof Andreas Laun, gibt dem Leiter der Deutschen Bischofskonferenz Kardinal Reinhard Marx und seinem Stellvertreter Bischof Franz-Josef Bode eine klare Antwort zum Thema „Segnung von homosexuellen Verbindungen“.

Vor wenigen Tagen erst hatte Kardinal Marx in einem Interview mit dem BR die Segnung homosexueller Verbindungen als möglich bezeichnet:

“Da muss man auch ermutigen dazu, dass die Priester und Seelsorger den Menschen in den konkreten Situationen auch einen Zuspruch geben. Ich sehe da eigentlich keine Probleme.”

Und Bischof Bode äußerte dazu in der Osnabrücker Zeitung:

„Mancher mag sagen: Was hat denn die Kirche überhaupt für ein Problem damit? Aber oft wird in der Kirche eine gleichgeschlechtliche Beziehung zuerst als schwere Sünde eingeordnet. Wir müssen darüber nachdenken, wie wir eine Beziehung zwischen zwei gleichgeschlechtlichen Menschen differenziert bewerten”.

Von der Ökumenischen Arbeitsgruppe Homosexuelle und Kirche (HuK) e. V. bekommt Bode umgehend ein Lob als „Türöffner“:

“Bode ist in der gesellschaftlichen Realität angekommen, für katholische Verhältnisse ist er mit seiner Forderung ein echter Türöffner”.

Aus dem deutschen Episkopat kamen keine klaren Wortmeldungen zu den Aussagen von Marx und Bode.

Bischof Andreas Laun

Da muss schon ein österreichischer Bischof den Mut aufbringen und Klartext reden.

Bischof Laun beantwortet die Frage nach einer möglichen Segnung von homosexuellen Gemeinschaften mit einem klaren „NEIN“. Im Interview mit kath.net liefert er die Argumente zu seiner eindeutigen Position und nennt konkrete Beispiele:

“Die Antwort ist einfach: Den Segen Gottes kann man für Sünder, aber nicht für die Sünde erbitten. Also könnte man kein Bordell einweihen, kein KZ oder Waffen segnen, die nicht ausschließlich zur Jagd oder zur legitimen Verteidigung bestimmt sind. Darum ist klar, man darf auch nicht eine Verbindung segnen, die sündhaft ist, nicht die Mafia, keinen Segen für Vereinigungen oder Einrichtungen geben, die Abtreibung fördern und durchführen oder glaubensfeindliche Ideologien verbreiten, antisemitische Inhalte und andere Formen rassenfeindlichen Denkens“.

Ferner führt Laun an:

„Eigentlich ist die Idee, ein sündhaftes Verhalten zu segnen, das, was Jesaja höchst anschaulich so beschrieben hat: „Weh denen, die das Böse gut und das Gute böse nennen, die die Finsternis zum Licht und das Licht zur Finsternis machen, die das Bittere süß und das Süße bitter machen.
Ist das nicht genau das, was Kardinal Marx und andere, die denken wie er, machen? Wenn man auf ein Glas mit sauren Gurken ein Etikette „Honig“ klebt, bleiben die Gurken sauer! Das können auch segnende Bischöfe nicht ändern. Und auch der Papst nicht, indem er eine kulturelle Revolution fordert, zumal er nicht erklärt, was er damit genau meint. Er sagt, er „erlaube sich“ so zu sprechen – aber wenn man etwas wagt, kann man zwar gewinnen, aber auch abstürzen“.

Bischof Laun hat in der Vergangenheit schon häufig seine aus kirchlicher Sicht eindeutige Meinung zur Homosexualität geäußert und mehrfach Kritik einstecken müssen.

Deutsches Episkopat

In Deutschland vermissen viele gläubige Katholiken diese klare Positionierung ihrer eigenen Bischöfe. Hier herrscht eher Verwirrung als ein klares Konzept des Episkopats. Neben dem Thema der „Segnung von homosexuellen Verbindungen“ ist diese Verwirrung besonders beim Thema der „wiederverheirateten Geschiedenen“ und hier speziell bei der Auslegung des Apostolischen Schreibens „Amoris laetitia“ (AL) zu bemerken. Bischof Laun hat auch zu AL eine eindeutige Antwort geliefert, indem er das „Glaubensbekenntnis zum Ehesakrament“ der kasachischen Bischöfe unterschrieben hat. Der Leiter der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Kardinal Marx, ist hier das krasse Gegenteil. Er ist zwar der Leiter der DBK und somit eigentlich der höchste Vertreter der katholischen Kirche in Deutschland, aber er hat es nicht geschafft in den deutschen Kirchenprovinzen und Diözesen AL beim Thema „wiederverheiratete Geschiedene“ zu einer einheitlichen Regelung zu führen. Hier hat er versagt. Mit seinem jetzigen Vorstoß einer möglichen „Segnung von homosexuellen Verbindungen“ wird er noch unglaubwürdiger. Vielleicht kommt irgendwann der Tag, an dem seine eigenen Schäfchen ihn aus dem Münchner Dom hinausjagen. (vh)

Europa: Das Ende der Illusionen ist ein Geschenk

Demokratie baut immer auf Wahrheit auf, nicht auf Meinungen, eine klare Warnung von Kardinal Angelo Bagnasco, Präsident des Rats der Bischofskonferenzen Europas (CCEE), an die Politiker Europas, nicht dem Populismus nachzugeben. Bagnasco sprach bei der Vorstellung eines Berichts zur katholischen Soziallehre über Europa mit dem Titel: „Das Ende der Illusionen“.

Bernd Hagenkord SJ – Vatikanstadt.

Ein kritischer Blick, wie der Bericht ihn werfe, geschehe aus „Liebe zu Europa“. Dass der europäische Kontinent seine eigene Einheit brauche, das sei für alle unbestreitbar, stellte Kardinal Bagnasco fest. Die Desillusionierung als Folge des Endes der Illusionen sei dafür ein Geschenk, „das Geschenk eines neuen Realismus und damit eines besseren Blicks“. Er hoffe, dass dieses „Ende der Illusionen“ für Europa ein neuer Anfang sei.

„Wenn Europa nicht Angst hätte vor Gott, wären die Probleme der Nationen und der Völker schon gelöst“: Für Kardinal Bagnasco hängen die Fragen nach dem Populismus in der Politik und der Abwesenheit Gottes eng zusammen. Und deswegen mahnte der Erzbischof von Genua: „Die Verantwortlichen in der EU und die Politiker ganz allgemein müssen sehr aufmerksam sein auf die zentrifugalen Kräfte, die in der EU wirken. Es ist kurzsichtig, sie hinzunehmen, noch schlimmer ist es, auf sie mit Arroganz zu reagieren.“

Die Kräfte des Populismus genau analysieren

Diese Kräfte seien einerseits als Antwort auf die politischen, finanziellen, kulturellen und sozialen „Aggressionen“ zu verstehen, denen Menschen ausgesetzt seien. Andererseits würden diese Kräfte die Angst der Menschen für bestimmte Zwecke ausnutzen.

Das dürfe man nicht ignorieren, so Kardinal Bagnasco, es brauche eine Analyse der Gründe dafür und dann das Bemühen, die Probleme zu lösen.

Ein hartes Urteil fällte der Kardinal über die Europäische Union. Es gäbe sie noch, die Werte, aber die EU sei „durchtränkt vom Säkularismus und materialistischem Relativismus“. Der Mensch habe darin seine Bezugspunkte verloren. Die EU-Verträge sprächen zwar von der Würde, aber was sei das?, fragte der Kardinal. „Wer kümmert sich um sie? Worauf baut sie auf? Auf der Rechtsprechung der Gerichte? Wenn das so ist, dann reicht das nicht aus!”.

Ohne Scheu auf die Zehn Gebote blicken

Die Gründungsgestalten der EU hätten sich in ihrem Projekt der Vereinigung Europas ganz ohne Scheu auf die Zehn Gebote bezogen. Das hätte keine konfessionelle Union werden sollen, aber in diesen Geboten hätten sie „die Erfahrungen des Menschseins“ ausgedrückt gefunden. Und das gelte es sich heute vor Augen zu halten: Die Zehn Gebote müssten wieder kultureller Bezugspunkt des europäischen Humanismus werden. (vatican news)