Mehr Pulverfass als Peripherie: Die Papstreise nach Burma und Bangladesch

In der Öffentlichkeit wird diese dritte Asienreise von Franziskus, die vom 27. November bis 2. Dezember geplant ist, aus gutem Grund mehr wahrgenommen als so manche andere.

VATIKANSTADT – Warum reist Papst Franziskus nach Burma und Bangladesch? Es ist weniger eine Reise an die Peripherie als mitten in ein Pulverfass, in dem mittlerweile die ganze Welt sitzt. Wie brisant die Lage ist, zeigt die Tatsache, dass der örtliche Kardinal dem Papst empfiehlt, das Wort “Rohingya” nicht einmal in den Mund zu nehmen.

Warum reist der Papst nach Burma und Bangladesch? Aus katholischer Perspektive ist es eine Reise an die äußerste Peripherie, insofern dort kaum Katholiken leben: Im islamischen Bangladesch sind 0,2 Prozent der Bevölkerung katholisch. Die meisten von ihnen gehören Stämmen an, die als kleine Minderheiten im Land leben. Und im vorwiegend buddhistischen Burma, das auch als Myanmar bekannt ist, ist knapp ein Prozent der Menschen katholisch. Oft sind sie auch hier Angehörige verschiedener Minderheiten.

Insgesamt lebt in Burma und Bangladesch keine Million Katholiken: Das ist aus Sicht der Weltkirche mit über 1,2 Milliarden Gläubigen ein absoluter Promillebereich. In vielen Bistümern leben mehr Katholiken als in den beiden Ländern zusammengerechnet. Hinzu kommt noch die geographische Distanz, erklärte am Mittwoch Vatikan-Sprecher Greg Burke.

Der Papst wird drei Tage in Burma verbringen und dabei die Stadt Rangun und die Hauptstadt Naypyidaw besuchen. Anschließend ist er vom 30. November bis 2. Dezember in Dhaka, der Hauptstadt von Bangladesch.

Aus weltlicher Sicht reist das Oberhaupt der Kirche damit nicht an den Rand, sondern in ein Zentrum der Aufmerksamkeit, und an einen neuralgischen Punkt der Weltpolitik.

Tatsächlich wird in der Öffentlichkeit diese dritte Asienreise von Franziskus mehr wahrgenommen als manche andere, und politisch ist sie besonders brisant.

“Es ist ein Pulverfass und es muss etwas getan werden”, so Daniel Mark, Vorsitzender US-Kommission für Internationale Religionsfreiheit in einem Interview mit CNAs Washingtonkorrespondentin Adelaide Mena im vergangenen September.

Die Rede ist von den Rohingya, eine rund 1,1 Millionen Menschen umfassende muslimische Bevölkerungsgruppe im Westen Burmas. Anders als andere Gruppen im Vielvölkerstaat sind sie nicht anerkannt, gelten als illegale Einwanderer. Die burmesische Regierung erkennt auch nicht den Namen “Rohingya” an. Für sie sind es Bengalis und Migranten aus dem Nachbarland.

Wie Pater Bernardo Cervellera gegenüber CNA sagte, geht es in der Tat um “Migranten im vollen Sinn des Wortes, sie haben keinen Ort, an dem sie ihr Haupt niederlegen können”.

Der Priester des Päpstlichen Institutes für die auswärtigen Missionen (PIME) kennt Burma und Bangladesch gut; er ist unter anderem Chefredakteur von AsiaNews.

Von Franziskus erwarte er vor allem, dass dieser “zur Verteidigung der Katholiken, zur Verteidigung der Minderheiten” darüber sprechen werde, “dass der Weg des Friedens der fruchtbarste für alle Menschen ist”.

Die Frage freilich ist, wie der Weg des Friedens aussehen kann; nicht so sehr für die christlichen Minderheiten denn für die Rohingya, und welche Rolle Franziskus dabei spielen kann.

Franziskus und die Rohingya

Seit Jahrzehnten kommt es immer wieder zu gewalttätigen Spannungen zwischen der muslimischen Minderheit und der buddhistischen Bevölkerungsmehrheit, bis hin zu bewaffneten Auseinandersetzungen.

Die selbst-ernannte “Arakan Rohingya Salvation Army” (ARSA) kämpft für einen eigenen muslimischen Staat in der Region.

Bewaffnete Rohingya überfielen unter anderem dutzende Polizeistationen und andere staatliche Einrichtungen; als Reaktion auf die Gewalt rief die burmesische Regierung 2012 den Notstand aus und ging mit gnadenloser Gewalt gegen die muslimische Volksgruppe vor. Hunderttausende Rohingya flohen. Laut den Vereinten Nationen werden die im Land gebliebenen, staatenlosen Muslime auch heute massiv, systematisch unterdrückt und selbst Zivilisten brutal verfolgt. Dabei schrecken, so Berichterstatter, Täter auch nicht vor Massakern zurück.

Schätzungsweise die Hälfte der Rohingya lebt als Flüchtlinge in ihrer vorgeblichen Heimat, Bangladesch, sowie einigen anderen Ländern. In Bangladesch werden viele jedoch nicht als Flüchtlinge anerkannt – und zum Teil gezwungen, das Land wieder zu verlassen.

Wird der Papst das Wort “Rohingya” vermeiden?

Papst Franziskus hat sich wiederholt deutlich – und Kritikern zufolge nicht unbedingt differenziert – für die muslimische Volksgruppe stark gemacht, unter anderem bei Angelus-Gebeten, im Rahmen seiner täglichen Eucharistiefeiern, bei Generalaudienzen wie auch in Interviews mit Medien. Sogar bei einem Treffen mit über 1500 Mitgliedern der Internationalen Eucharistischen Jugendbewegung im Jahr 2015 sagte er:

“Lasst uns an unsere Brüder denken, die Rohingya. Sie wurden von einem Land zum anderen und dann zu einem weiteren gejagt”.

Bei der Generalaudienz am 8. Februar diesen Jahres bat der Papst die anwesenden Gläubigen, mit ihm “für unsere Brüder und Schwester, die Rohingya, zu beten. Sie wurden aus Burma vertrieben, sie gehen von einem Ort zum anderen und niemand will sie haben”.

Solche Worte wird Papst Franziskus in Burma vielleicht nicht direkt in den Mund nehmen – zumindest hat ihm das der erste und bislang einzige Kardinal des Landes nun in einem persönlichen Gespräch ans Herz gelegt.

Kardinal Charles Maung Bo wurde von Papst Franziskus am 18. November zu einer privaten Audienz empfangen, zur Vorbereitung auf die Reise.

Das Treffen habe etwa eine halbe Stunde gedauert, sagte der Erzbischof von Rangun, das offiziell Yangon heißt, gegenüber CNA-Vatikanist Andrea Gagliarducci. Dabei habe er dem Papst mehrere Empfehlungen gemacht für seine Reise.

Der erste Ratschlag: Das Wort “Rohingya” zu vermeiden. Der Begriff sei stark umstritten und für die meisten Burmesen wie auch die Regierung des Landes nicht richtig. Der korrekte Terminus sei: “Muslime des Staates Aarakan”. Arakan, auch bekannt als Rakhaing, ist der an Bangladesch grenzende westlichste Staat Burmas.

Der zweite Ratschlag von Kardinal Bo: Ein Treffen mit General Min Aung Hlaing, dem Oberbefehlshaber der Burmesischen Streitkräfte. Das Land war 50 Jahre lang eine Militärdiktatur, und die Armee spielt in der jungen Demokratie nach wie vor eine prägende Rolle. Es sei wichtig, auch und gerade mit der Armee einen Dialog zu führen, so der Erzbischof gegenüber CNA.

Der dritte Ratschlag schließlich: Ein Treffen zur Förderung des interreligiösen Dialogs mit Vertretern verschiedener Religionen. Dazu habe er eine Gruppe von “etwa 15 Personen, Christen, Buddhisten, Muslime (darunter Muslime aus dem Staat Arakan, und Hindus” empfohlen, sagte Kardinal Bo.

Interreligiöser Höhepunkt der Reise ist voraussichtlich ein gemeinsames Friedensgebet am 1. Dezember, in dem der Papst auch Vertreter der Rohingya persönlich treffen wird.

Ein enger und hoch sensibler Rahmen also laut Kardinal Bo, der möglicherweise einer vorsichtigeren Differenzierung bedarf als die landläufige Berichterstattung über das Thema vermuten lässt. Diese hat auch scharfe Kritik an Aung San Suu Kyi geäußert: Die Friedensnobelpreisträgerin hatte abgestritten, dass die Regierung die Zerstörung von Rohingya-Siedlungen autorisiert habe.

Anfang Oktober sagte Kardinal Bo dazu am Rande einer Veranstaltung in Taiwan, Aung San Suu Kyi bemühe sich, die mühsam errungene Demokratie zu stabilisieren. Dies sei ein Drahtseilakt. Dennoch hätte sie auch über die Opfer der Gewalt sprechen müssen, vor allem die Frauen und Kinder, die nun unter schwierigsten Umständen auf der Flucht seien, so der Erzbischof. Aung San Suu Kyi habe nun möglicherweise wichtige Unterstützung der internationalen Gemeinschaft verloren.

Eine Einschätzung, die zeigt, wie sensibel die Lage vor Ort ist – und wie anspruchsvoll die Friedensmission des Heiligen Vaters im Pulverfass sein wird, dessen Probleme längst globales Ausmaß erreicht haben.

Adelaide Mena, Andrea Gagliarducci, Elise Harris und Hannah Brockhaus trugen zur Berichterstattung bei. (© CNA Deutsch)

Franziskus trifft Amazonasbesucher: Das offizielle Reiseprogramm für Chile und Peru

 

VATIKANSTADT – Der Vatikan hat das offizielle Programm der Papst-Reise vom 15. bis 21. Januar nach Chile und Peru veröffentlicht. Auf dem Programm stehen heilige Messen und Gebete, aber auch mehrere Begegnungen, unter anderem mit Vertretern indigener Amazonas-Völker, ein Kurzbesuch eines Frauengefängnisses und private Treffen mit jesuitischen Ordensbrüdern des Papstes.

Chile

Hinweis: Die angegebene Ortszeit ist vier Stunden hinter der mitteleuropäischen Zeit zurück.

Montag, 15. Januar 2018

Rom-Santiago

08.00 Abflug vom Flughafen Fiumicino in Rom

20.10 Ankunft und Begrüßungszeremonie am internationalen Flughafen in Santiago de Chile

21.00 Ankunft in der Apostolischen Nuntiatur

Dienstag, 16. Januar 2018

Santiago

08.20 Treffen mit Vertretern von Autoritäten, Diplomaten und Gesellschaft im Palacio de la Moneda. Vortrag des Papstes.

09.00 Höflichkeitsbesuch bei Präsidentin Bachelet

10.30 Heilige Messe im O’Higgins Park. Predigt des Papstes.

16.00 Kurzbesuch im Frauengefängnis von Santiago mit Begrüßung durch den Papst

17.15 Treffen mit Priestern, Ordensleuten, Geweihten und Seminaristen in der Kathedrale von Santiago. Vortrag des Papstes

18.15 Begegnung mit Bischöfen in der Sakristei des Doms. Begrüßung durch den Papst

19.15 Privater Besuch und Austausch mit Jesuiten im Schrein des hl. Alberto Hurtado

Mittwoch, 17. Januar 2018

Santiago-Temuco-Santiago

08.00 Abflug nach Temuco

10.30 Heilige Messe am Flughafen Maquehue. Predigt des Papstes

12.45 Mittagessen mit einer Auswahl von Bewohnern des Hauses Madre de la Santa Cruz

15.30 Rückflug nach Santiago

17.30 Treffen mit jungen Menschen im Heiligtum von Maipú. Vortrag des Papstes

19.00 Besuch der Päpstlichen Katholischen Universität von Chile. Vortrag des Papstes

Donnerstag, 18. Januar 2018

Santiago-Iquique-Lima

10.35 Ankunft am internationalen Flughafen von Iquique

11.30 Heilige Messe am Lobito Campus. Predigt des Papstes

14.00 Mittagessen mit den Papstbegleitern im Heiligtum Unserer Lieben Frau von Lourdes der Oblatenväter

16.45 Verabschiedung am Flughagen Iquique

Peru

Hinweis: Die angegebene Ortszeit ist fünf Stunden hinter der mitteleuropäischen Zeit zurück.

17:20 Ankunft am Flughafen von Lima (Peru). Begrüßungzeremonie

Freitag, 19. Januar 2018

Lima-Puerto Maldonaldo-Lima

08.30 Begegnung mit Vertretern der Zivilgesellschaft, Entscheidern und Diplomaten. Vortrag des Papstes.

09.00 Höflichkeitsbesuch beim Präsidenten im Regierungspalast

09.55 Abflug nach Puerto Maldonaldo

12.00 Begegnung mit Vertretern der Bevölkerung des Amazonas im “Coliseo Madre de Dios”. Vortrag des Papstes

13.00 Treffen mit Vertretern des Jorge Basadra Institutes. Begrüßung durch den Papst

13.15 Mittagessen mit Vertretern der Amazonas-Bevölkerung im Pastoralzentrum “Apaktone”

15.45 Besuch des “Hogar Principito”

16.50 Rückflug nach Lima

19.00 Privates Treffen mit Jesuiten in der Kirche Sankt Petrus

Samstag, 20. Januar 2018

Lima-Trujillo-Lima

07.40 Flug nach Trujillo

10.00 Heilige Messe am Strand von Huanchaco. Predigt des Papstes

12.15 Tour mit dem Papamobil durch die Nachbarschaft Buenos Aires

15.00 Kurzer Besuch der Kathedrale

15.30 Begegnung mit Priestern, Ordensleuten und Seminaristen. Vortrag des Papstes

16.45 Marianische Feier zu Ehren der Jungfrau von la Puerta. Vortrag des Papstes

18.15 Rückflug nach Lima

Sonntag, 21. Januar 2018

Lima-Rom

09.15 Stundengebet mit kontemplativen Ordensleuten im Heiligtum Unseres Herrn der Wunder.

10.30 Gebet vor den Reliquien der Peruanischen Heiligen in der Kathedrale von Lima. Gebet des Papstes.

10.50 Begegnung mit Bischöfen im Erzbischöflichen Palast. Vortrag des Papstes.

12.00 Engel des Herrn (Angelus) “Plaza de Armas”

12:30 Mittagessen mit den Papstbegleitern in der Apostolischen Nuntiatur

16.15 Heilige Messe am Flughafen Las Palmas. Predigt des Papstes.

18.30 Verabschiedung vom Flughafen & Rückflug nach Rom

Montag, 22. Januar 2018

Rom

14.15 Ankunft in Rom (CNA Deutsch)

Die Papstreise nach Myanmar und Bangladesch im Detail

Der Vatikan hat an diesem Dienstag das detaillierte Programm der Papstreise nach Myanmar und Bangladesch veröffentlicht. Demnach hält der Papst auf seiner knapp einwöchigen Staats- und Pastoralreise vom 26. November bis 2. Dezember 2017 zehn Ansprachen und eine Predigt, trifft neben Angehörigen der christlichen Minderheit buddhistische Mönche und leitet ein interreligiös-ökumenisches Friedenstreffen. Zudem sind Begegnungen mit Staats- und Regierungschefs geplant. Ein Treffen mit den muslimischen Rohingya oder ein Besuch der Region Rakhine ist in dem offiziellen Programm nicht vorgesehen. Beide Länder gerieten aufgrund ihres Umgangs mit der Minderheit zuletzt in die Kritik, der Papst hatte sich mehrmals öffentlich solidarisch mit den Rohingya erklärt.

Am 28. November trifft der Papst in Myanmars Hauptstadt Naypyidaw Staatspräsident Htin Kyaw, am Nachmittag spricht er dort mit der Außenministerin und Friedensnobelpreisträgerin Aung San Suu Kyi und hält eine Ansprache an Vertreter von Politik und Gesellschaft.

Am 29. November feiert Franziskus in Rangun seine erste öffentliche Messe, begegnet dem obersten Rat der buddhistischen Mönche und katholischen Bischöfen des Landes.

Zu Beginn seiner zweiten Reiseetappe in Bangladesch will Franziskus an der nationalen Gedenkstätte in Savar zunächst Märtyrern des Unabhängigkeitskriegs 1971 gedenken und in in der Hauptstadt Dhaka den „Vater der Nation“, Scheich Mujibur Rahman (1920-1975) ehren. Anschließend wird Franziskus von Staatspräsident Abdul Hamid empfangen und hält eine Ansprache vor Vertretern von Politik und Gesellschaft.

Am 1. Dezember feiert der Papst eine Messe mit Priesterweihe unter freiem Himmel. Ferner leitet er ein interreligiös-ökumenisches Friedenstreffen und spricht mit Premierministerin Scheich Hasina Wajed in der Vatikanbotschaft sowie den katholischen Bischöfen des Landes in einem Priesterwohnheim.

Zum Abschluss der Reise stehen am 2. Dezember Begegnungen mit Klerikern und Ordensleuten sowie mit Jugendlichen auf dem Programm. Privat will der Papst auch ein Heim Mutter Teresas besuchen, das sich vor allem um Straßenkinder in einem Elendsviertel kümmert. In Rom zurückerwartet wird Franziskus am späten Abend des 3. Dezember. (rv)

Papst verabschiedet sich von Kolumbien

Papst Franziskus hat seine Kolumbienreise am Sonntag in Cartagena beendet. Hier lesen Sie seine Abschieds-Ansprache, die er am Ende der Messfeier in Cartagena hielt, im vollen Wortlaut.

„Zum Abschluss dieser Feier möchte ich mich beim Erzbischof von Cartagena Jorge Enrique Jiménez Carvajal für die freundlichen Worte bedanken, die er im Namen seiner Brüder im Bischofsamt und des ganzen Volkes Gottes an mich gerichtet hat.

Ich grüße den Präsidenten Juan Manuel Santos und die Vertreter des öffentlichen Lebens sowie alle, die sich mit uns in dieser Eucharistiefeier hier oder durch die Medien verbunden haben.

Ich bin dankbar für den Einsatz und die Zusammenarbeit, die diesen Besuch möglich gemacht haben. Es sind so viele, die mitgearbeitet und ihre Zeit und ihre Verfügbarkeit geschenkt haben. Es waren intensive und schöne Tage, in denen ich so vielen Menschen begegnen und viele Aktivitäten kennenlernen konnte, die mein Herz berührt haben. Ihr habt mir viel Gutes getan.

Liebe Brüder und Schwestern, ich möchte euch noch ein letztes Wort sagen: Bleiben wir nicht dabei stehen, den „ersten Schritt zu tun“, sondern machen wir uns weiterhin täglich zusammen auf den Weg, um dem anderen auf der Suche nach Harmonie und Brüderlichkeit entgegenzugehen. Wir können nicht stillstehen. Am 8. September 1654 starb genau hier der heilige Petrus Claver. Er hatte vierzig Jahre der freiwilligen Sklaverei, der unermüdlichen Arbeit für die Ärmsten hinter sich. Er blieb nach dem ersten Schritt nicht stehen, es folgten viele weitere. Sein Beispiel hilft uns, aus uns selbst herauszugehen, um dem Nächsten entgegenzugehen. Kolumbien, dein Bruder braucht dich. Geh ihm entgegen und bring ihm die Umarmung des Friedens, frei von aller Gewalt, „für immer Sklaven des Friedens.“ (rv)

“Nicht herumreden, sondern in See stechen und die Netze auswerfen”

Papst Franziskus predigt vor einer Million Menschen in Bogota – Klare Absage an Abtreibung, Diskriminierung und Ungerechtigkeit – Appell an Nächstenliebe und Zusammenhalt.

BOGOTÁ – Vor über einer Million Gläubigen hat Papst Franziskus an seinem ersten vollen Tag in Kolumbien im “Simon Bolivar”-Park die heilige Messe gefeiert.

Angesichts der Menschenmenge erinnerte Franziskus an das Bild des Meeres. Der Papst griff damit die Stelle in der Bibel auf, in der Jesus am See Gennesaret – dem Galiläischen Meer – predigt.

So wie das fruchtbare Meer den Fischern auch Enttäuschung bedeuten kann, so könne auch das so reiche und fruchtbare Kolumbien seinen Menschen “dichte Finsternis” bedeuten, so Franziskus weiter, “die Finsternis der Ungerechtigkeit und der sozialen Ungleichheit; die korrumpierende Finsternis von Einzel- oder Gruppeninteressen, die auf egoistische und hemmungslose Weise aufbrauchen, was für das Wohlergehen aller bestimmt ist; die Finsternis der Missachtung des menschlichen Lebens, die täglich der Existenz so vieler Unschuldiger ein Ende setzt, deren Blut zum Himmel schreit; die Finsternis des Rachedurstes und des Hasses, welche die Hände derer mit menschlichem Blut besudelt, die sich selbst Recht verschaffen wollen; die Finsternis derer, die angesichts des Schmerzes so vieler Opfer gefühllos werden.” Der Papst betonte:

All diese Finsternisse vertreibt und vernichtet Jesus mit seinem Befehl auf dem Schiff Petri: »Fahr hinaus auf den See« (vgl. Lk 5,4).

Was daraus zu lernen sei? Für Christen gehe es darum, nicht herumzudiskutieren, wenn Versuche scheitern, erklärte Franziskus.

Wir können uns mit endlosen Diskussionen aufhalten, gescheiterte Versuche aufzählen und eine Liste der Bemühungen erstellen, die zu nichts geführt haben; so wie Petrus wissen wir, was es heißt, ohne jeglichen Erfolg zu arbeiten.

Statt des Herumredens müsse ein Christ jedoch wieder hinaus auf das Meer fahren und seine Netze auswerfen.

In Bogotá und in ganz Kolumbien, so der Papst, sei eine sehr große Gemeinschaft unterwegs, die gerufen sei, ein robustes Netz zu werden, das alle in der Einheit versammelt. Franziskus mahnte:

Dabei soll sie sich für den Schutz und die Achtung des menschlichen Lebens einsetzen, insbesondere dann, wenn es am schwächsten und ganz verwundbar ist: im Mutterschoß, im Kindesalter, im Alter, im Fall von Behinderung und in Situationen sozialer Ausgrenzung.

Auch den vielen Menschen, die in Bogotá und Kolumbien leben, kann es gelingen, eine wahrhaft lebendige, gerechte und solidarische Gemeinschaft zu werden, wenn sie das Wort Gottes hören und annehmen, so Franziskus weiter. Aus dieser Schar von evangelisierten Menschen wiederum würden dann viele Männer und Frauen hervorgehen, die zu Jüngern geworden sind und mit einem wahrhaft freien Herzen Jesus folgen; Männer und Frauen, die fähig seien, das Leben in all seinen Abschnitten zu lieben, zu achten und zu fördern.

Wir müssen uns gegenseitig zurufen und uns Zeichen geben wie die Fischer; wir müssen uns wieder als Brüder, als Weggefährten und Teilhaber dieses gemeinsamen Unternehmens, das die Heimat darstellt, betrachten. Bogotá und Kolumbien sind Ufer, See, offenes Meer und Stadt zugleich, wo Jesus hingekommen ist und hinkommt, um seine Gegenwart und sein fruchtbares Wort zu schenken, um uns der Finsternis zu entreißen und uns zum Licht und Leben zu führen. Wir müssen die anderen, alle rufen, damit niemand der Willkür der Unwetter ausgeliefert bleibt; um alle Familien, die das Heiligtum des Lebens sind, ins Boot steigen zu lassen; um das Gemeinwohl über kleinliche oder Sonderinteressen zu stellen; sich um die Schwächsten kümmern und ihre Rechte zu fördern. (CNA Deutsch)

Franziskus an Jugendliche in Kolumbien: Lasst Euch nicht die Freude und Hoffnung nehmen

BOGOTÁ – Es war eine emotionale Begegnung mit Tiefgang: Als Papst Franziskus am gestrigen Abend (Ortszeit) bei der Apostolischen Nuntiatur in Bogota ankam, ermutigte er die Jugendlichen, sich nicht “die Freude und die Hoffnung” rauben zu lassen.

“Danke für die Freude, danke für den Mut. Lasst euch die Freude nicht rauben. Was dürft ihr euch nicht rauben lassen?” fragte der Heilige Vater.

Die Jugendlichen antworteten: “Die Freude!”

“Niemand darf sie euch nehmen, niemand soll euch täuschen. Lasst euch die Hoffnung nicht stehlen. Was dürft ihr euch nicht stehlen lassen?”, so weiter der Heilige Vater.

“Die Hoffnung!”, lautete die Antwort der Anwesenden.

Das Treffen war umrahmt von einem musikalischen Akt, bei dem auch Raps und traditionelle Tänze auf dem Programm standen, die von den Jugendlichen des Instituto Distrital para la Protección de la Niñez y la Juventud (“Bezirksinstitut zum Schutz der Kindheit und Jugend”, kurz Idipron), einer vom Salesianer Pater Javier de Nicolo gegründeten Organisation, aufgeführt wurden. Das Institut betreut Kinder und Jugendliche in Situationen sozialer Gefährdung und Not.

Der Papst bedankte sich für “die Mühe, die ihr euch gemacht habt. Vielen Dank für den Weg, den ihr vorbereitet habt. Das nennt sich Heroismus.”

“Auch die Jüngsten und die Ärmsten können Helden sein. Sie haben im Irrtum gelebt, sie haben Fehler gemacht, sie sind aufgestanden und sind Helden und gehen vorwärts. Macht weiter! Macht weiter so!”, forderte er sie auf.

Nach der musikalischen Darbietung der Jugendlichen des Instituts, trugen Angie und Ferney dem Papst ihr Zeugnis vor. Das junge Mädchen sagte zum Papst, die Jugendlichen würden die “Einladung, den ersten Schritt zu tun, annehmen. Wir haben verstanden, dass Sie das gleiche für uns tun, indem sie von so weit weg hierher kommen.”

“Wie versichern Ihnen, dass wir den unseren tun werden, nicht nur, indem wir Ihnen zuhören und uns ihre Vorschläge der Humanisierung der Ausgegrenzten in unserer Gesellschaft anschließen, sondern auch, indem wir uns dafür einsetzen, über die Versuchungen zu siegen, die uns bedrängen und zerstören”, fügte sie hinzu.

“Dieser Tag wird in unserer Erinnerung und in unserem Herzen unauslöschlich bleiben”, so die Jugendliche.

Ferney betonte, dass “der Schmutz, der uns auf den Straßen schlafen lässt, uns scheinbar unsichtbar macht für einige Herzen, für die wir einfach nur Bedürftige sind, die weggeworfen werden sollten und verschwinden müssten.”

Aber: “Wir sind menschliche Wesen, die zu etwas dienen können, und wir danken jenen, die uns nach dem Beispiel Jesu die Hand reichen, ohne zu urteilen und mit dem Finger auf uns zu zeigen.”

Dann überreichten die Jugendlichen dem Papst drei Geschenke: eine Ruana, eine Kerze und ein Hinterglasbild.

Die Ruana, ein traditionelles Kleidungsstück, das man in vielen Ländern auch “Poncho” nennt, ist ein Zeichen für “die Arbeitsamkeit unserer Handwerker, der Jugendlichen des IDIPRON, die ihn mit ihren eigenen Händen gewebt haben.”

Als Zeichen der Dankbarkeit zog sich der Papst die Ruana an und lächelte.

Die Kerze, die von den Jugendlichen hergestellt worden war, die in der ersten Phase ihres Weges sind, der sie von der Straße wegbringen soll, symbolisiert “das Licht, das Sie für jeden von uns sind, die wir Christus folgen und an ihn glauben, der uns als Auferstandener erleuchtet.”

Am Ende überreichten die Jugendlichen dem Papst ein Hinterglasbild mit dem Bild einer Monstranz, als Zeichen dafür, dass wir “in ihrem Herzen bleiben wollen und damit sie sich an all diese Jugendlichen erinnern, die an Sie glauben und auf Sie vertrauen”.

Nachdem der Papst die Geschenke entgegengenommen hatte, nahm ergriff er erneut das Wort und sagte: “Darf ich euch um einen Gefallen bitten? Betet für mich. Werdet ihr das tun? Gott segne euch und vielen Dank für die schönen Geschenke.” (CNA Deutsch)

Papst in Kolumbien angekommen: „Eine etwas besondere Reise“

„Eine etwas besondere Reise“: so hatte Papst Franziskus während seines zwölfstündigen Fluges die kommenden Tage in Kolumbien bezeichnet. Gegen 23 Uhr Mitteleuropäischer Sommerzeit ist er in der Hauptstadt Bogotá gelandet und hat sein Besuchsprogramm dort begonnen.

Wegen des Hurrikans Irma über der Karibik hatte die Papst-Maschine einen Umweg nehmen müssen. Zum Empfang am Militärflughafen hatte die kolumbianische Regierung unter anderem Teilnehmer der Friedensverhandlungen mit den Guerilla-Organisationen FARC und ELN, Vertreter der indigenen Verbände und sozialer Stiftungen, Künstler, Sportler, Gouverneure und Bürgermeister eingeladen. Offizieller Vertreter des Staates war Präsident Juan Manuel Santos, dem Papst Franziskus bei seinen Friedensbemühungen zwischen Regierung und Rebellen nach eigener Auskunft sehr geholfen hatte.

Besonders sei die Reise, weil sie weiterhin Kolumbien „helfen solle, auf seinem Weg des Friedens weiter zu gehen“, hatte der Papst im Flugzeug zu den mitreisenden Journalisten gesagt. Damit ist eines der Themen für die kommenden Tage gesetzt. (rv)

Papstreise nach Kolumbien: Ein Fest des Friedens

Im Vatikan wurde am Freitag das Programm der Papstreise nach Kolumbien von 6. bis 11. September vorgestellt. „Gehen wir den ersten Schritt!“ – Schon das Motto setzt das Thema Frieden im Land deutlich ins Zentrum. Der Vatikan betont, es handle sich um eine Pastoralreise, der Papst wolle den Glauben der Menschen feiern und fördern. In der aktuellen sozialen und politischen Lage des Landes, welche auch die Kirche betrifft, ist aber das Thema Frieden an allen Tagen der Reise und bei allen Stationen präsent.

Vier Tage wird Papst Franziskus unterwegs sein, des Zeitunterschiedes von sieben Stunden wegen wird er vor Mitternacht europäischer Zeit in Bogotá, der Hauptstadt des Landes, eintreffen. Es ist das 29. Land, in das er als Papst kommen wird, ein Land aber, das er schon kennt. Als Priester und später als Bischof hat er es mehrmals besucht. Für Kolumbien wiederum ist es der dritte Besuch eines Papstes nach 1968 und 1986.

Alle vier Besuchstage haben ein eigenes Motto. Tag Eins, den der Papst ganz in Bogotá verbringen wird, stellt „Handwerker des Friedens, Schutz des Lebens“ über die Programmpunkte. An diesem Donnerstag wird der Papst vom Staatspräsidenten Juan Manuel Santos empfangen, er begegnet den Vertretern von Staat und Gesellschaft und betet in der Kathedrale der Stadt.

Tag Eins ist auch der „Bischofstag“, zunächst trifft er die Bischöfe des Landes und hält eine Ansprache, dann trifft er die Leitung des Lateinamerikanischen Bischofsrates Celam, auch dazu wird er sprechen. Nachmittags – europäischer Zeit nachts – feiert der Papst eine Messe im Parco Simón Bolivar.

Jeden Abend wird es zum Abschluss des Tages an der Nuntiatur in Bogotá, wo der Papst unterkommt, zu kleineren Begegnungen kommen, wie wir sie schon vom Weltjugendtag im vergangenen Jahr kennen. Besondere Gruppen werden den Papst begrüßen, mit ihm beten und seinen Segen empfangen.

Tag Zwei steht unter dem Motto „Versöhnen wir uns mit Gott, mit dem Nächsten und mit der Natur“: Es greift deutlich die Situation Kolumbiens nach dem Friedensschluss zwischen Regierung und Farc-Rebellen auf. Der Papst fährt nach Villavicencio, etwa 80 km von der Hauptstadt entfernt. Dort wird er zunächst bei einer Messe zwei Kolumbianer selig sprechen, und zwar den Bischof Jesús Emilio Jaramillo Monsalve und den Priester María Ramírez Ramos. Jaramillo wurde von marxistischen Guerillia-Kämpfern 1989 getötet, während Ramirez zu Beginn des Bürgerkrieges 1948 umgebracht worden war.

Nachmittags (Ortszeit) nimmt der Papst dann am großen nationalen Versöhnungstreffen in der Stadt teil, danach betet er am „Kreuz der Versöhnung“, bevor es wieder nach Bogotá zurück geht.

Tag Drei steht unter dem Motto „Jüngerschaft“ und führt den Papst nach Medellin. Erstes Ereignis an diesem Tag ist die Feier der Messe, danach besucht der Papst den „Hogar San José“, das Sankt-Josefs-Heim für Kinder, die Opfer von Gewalt geworden sind oder von ihren Eltern verlassen wurden. Abschließend trifft der Papst im La Macarena, einem ehemaligen Stierkampfstadion, eine Gruppe von 12.000 Menschen, von Priestern und Ordensleuten und ihren Familien.

Tag Vier hat die Würde des Menschen und die Menschenrechte zur Überschrift. Diesen letzten Tag verbringt der Papst in Cartagena. Zunächst segnet er die Grundsteine für zwei Häuser für Obdachlose und für das Werk „Talitha Kum“ für Mädchen aus armen, afrokolumbianischen Familien. Danach wird er den heiligen Peter Claver besuchen, einen Jesuiten, der sich im 17. Jahrhundert in der Stadt für die dort angelandeten afrikanischen Sklaven gekümmert hat. Dort wird der Papst auch seine jesuitischen Mitbrüder aus dem Land treffen, anschließend wird er mit den Gläubigen wie jeden Sonntag öffentlich das Angelus beten.

Nach einem Besuch im Wallfahrtsort Peter Claver segnet der Papst die „Jungfrau der Bucht“, eine Statue, die nach einer schweren Beschädigung durch einen Blitz wieder aufgebaut wurde. Abschließend feiert der Papst auch in dieser Stadt die heilige Messe. Von Catagena geht es dann direkt zurück nach Rom, wo Papst Franziskus am Montag gegen Mittag erwartet wird.

Viel Strecke und viel Höhe

Es wird keine einfache Reise: Kolumbiens Hauptstadt Bogotá, in die der Papst jeden Abend zurückkehrt, auch wenn er zu Besuch in anderen Städten war, liegt über 2.600 Meter hoch, Medellin immerhin noch 1.500 Meter. Cartagena hingegen liegt direkt am Meer und damit auf Meereshöre, Villavicencio auf knapp 500 Metern. Das bedeutet natürlich auch große Unterschiede in Temperatur und Luftfeuchtigkeit.

Insgesamt zwölf Mal wird der Papst das Wort ergreifen, auf dem Programm stehen fünf Ansprachen, vier Predigten, zwei Grußansprachen und natürlich die Worte zum Angelusgebet. Naturgemäß wird der Papst Spanisch sprechen. (rv)

Kolumbien: Kollekte soll Papstbesuch finanzieren

Eine Kollekte für die Finanzierung des Papstbesuches in Kolumbien hat die dortige Bischofskonferenz für diesen Sonntag ausgerufen. Zwar seien die meisten Helfer bei den durch die Kirche ausgerichteten Veranstaltungen Freiwillige, betont ein Statement der kolumbianischen Bischofskonferenz CEC. Doch in der Verantwortung der Lokalkirche lägen vor allem die „spirituellen und pastoralen Aspekte des Papstbesuches, unter anderem der Empfang des Papstes selbst und seines Gefolges, die pastorale Ausbildung der Gläubigen im gesamten Land, die liturgischen Feiern und die anderen Treffen, die vom päpstlichen Programm vorgesehen sind sowie die Informationen für die Gläubigen“. All diese Aktivitäten sollten durch die Kollekte, die weniger als einen Monat vor dem geplanten Papstbesuch ausgerufen wurde, unterstützt werden.

Papst Franziskus wird vom kommenden 6. bis 11. September als dritter Papst das lateinamerikanische Land bereisen. Vor ihm waren bereits Paul VI. (im Jahr 1968) sowie Johannes Paul II. (im Jahr 1986) dort zu Gast. Die 20. Auslandsreise des argentinischen Papstes fällt in einen historischen Moment für Kolumbien: nach mehr als 50 Jahren ist der Friedensprozess mit der FARC-Guerilla mit der einvernehmlichen Entwaffnung der ehemaligen Rebellen an einem entscheidenden Punkt angelangt; die Unterzeichnung eines entsprechenden Friedensabkommens hatte Papst Franziskus als Bedingung für einen Besuch in dem Land gemacht. Das Motto des Besuches ist ein klarer Verweis auf den Friedensprozess: „Demos el primer paso“ oder „Tun wir den ersten Schritt“. (rv)

Handyvideo: Der Papst freut sich auf Peru

Das passiert bei diesem Papst immer wieder, dass auf einmal ein Youtube-Video von ihm auftaucht, von dem die meisten im Vatikan keine Ahnung hatten. So auch diesmal: Das Erzbistum von Lima in Peru hat eine Videobotschaft von Franziskus auf seine Homepage gestellt, ein Handyvideo offenbar. Darin spricht der Papst davon, dass er sich auf seine Reise nach Peru freut. Diese ist – zumindest so viel weiß man schon im Vatikan – für den Januar 2018 geplant.

„Liebe Brüder und Schwestern in Peru, ich werde Sie bald besuchen, und ich freue mich schon darauf! Sie sind ein Volk mit großen Ressourcen – und die schönste Ressource, die ein Volk haben kann, sind die Heiligen. Sie haben so viele, große Heilige, die Lateinamerika geprägt haben.“

Wie zur Bekräftigung dieser Worte steht neben dem Papst eine kleine Statue des hl. Martin von Porres, eines peruanischen Dominikaners aus dem 16. Jahrhundert.

„Die Heiligen haben die Kirche aufgebaut: von der Zerstreuung zur Einheit. Ein Heiliger arbeitet immer auf dieser Linie, wie Jesus: das Zerstreute zur Einheit führen. Ein Christ muss diesem Weg folgen und ein Peruaner mit so vielen Heiligen im Rücken eigentlich auch: für die Einheit arbeiten. Wer für die Einheit arbeitet, sieht nach vorne. Das kann man mit Skepsis, mit Bitterkeit tun – aber ein Christ kann das nicht. Ein Christ sieht mit Hoffnung nach vorne, weil er das zu erreichen hofft, was der Herr ihm versprochen hat.“

Franziskus variiert da das Motto, das die Organisatoren für seine Reise nach Peru ausgesucht haben. Es heißt: Unidos por la esperanza, geeint für die Hoffnung. Vor seinem Eintreffen in Peru wird der Papst auch Chile besuchen – allerdings nicht Argentinien, seine Heimat, die bleibt auch diesmal außen vor.

„Bis bald! Einheit und Hoffnung – arbeiten Sie daran. Ich bete für Sie, tun Sie es auch bitte für mich…“ (rv)