Papst warnt in Genf vor Weltlichkeit als Gefahr für Einheit der Kirche

GENF – In seiner ersten offiziellen Rede nach der Landung hat Papst Franziskus den Teilnehmern einer ökumenischen Gebets-Veranstaltung gesagt, dass die Christen aufgerufen sind, gemeinsam den Weg des Geistes zu gehen, statt den des eigenen Fleisches. Das bedeute, “die Weltlichkeit abzulehnen” und “sich für eine Denkweise des Dienstes zu entscheiden und in der Vergebung zu wachsen”.

Im Zentrum der Tagesreise nach Genf steht die Pflege der ökumenischen Beziehungen: Der Weltkirchenrat, auch bekannt als Ökumenischer Rat der Kirchen (ÖRK), gedenkt in diesem Jahr seines 70-jährigen Bestehens, und Papst Franziskus ist am heutigen Donnerstag in Genf, um mit dessen Vertretern zu beten und sprechen.

Die Ansprache während der Gebetsversammlung war die erste offizielle Rede des Tagesausfluges nach Genf: Papst Franziskus sprach im ÖRK-Hauptquartier nach einem privaten Treffen mit dem Schweizer Bundespräsidenten Alain Berset.

Warnung vor weltlicher Mentalität

In seiner Rede sagte der Papst weiter, dass christliche Spaltungen historisch entstanden seien, weil “eine weltliche Mentalität an der Wurzel eingedrungen ist”.

Die Sorge um sich selbst habe Vorrang vor der Sorge um Christus gehabt, so der Pontifex. Und als dies geschah, hatte der Teufel “keine Schwierigkeiten, uns zu trennen, denn die Richtung, die wir nahmen, war die des Fleisches, nicht des Geistes”.

Selbst bestimmte Versuche, diese Spaltungen in der Vergangenheit zu beenden, seien “kläglich gescheitert, weil sie hauptsächlich von einer weltlichen Denkweise inspiriert waren”, sagte Franziskus, und stellte fest, dass die ökumenische Bewegung dagegen “als eine Gnade des Heiligen Geistes zustande kam”.

“Die Ökumene hat uns in Übereinstimmung mit dem Willen Christi aufbrechen lassen, und sie wird vorankommen können, wenn sie sich nach der Führung des Geistes ständig weigert, sich in sich selbst zurückzuziehen”.

Statt sich in den “Wirbelsturm der Korruption hineinziehen zu lassen”, so Franziskus, gehe es darum, ruhig den Weg zu gehen, dessen Wegweiser das einzige Gebot sei: “Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst”.

“Wir sind aufgerufen, gemeinsam diesen Weg zu gehen”, sagte der Papst. Es sei der Weg der Bekehrung, der dem Heiligen Geist entspricht: Dieser Weg überwinde auch die Interessen einzelner Gemeinschaften, die oft eng mit der ethnischen Identität verbunden oder nach Parteigrenzen gespalten seien, egal ob nun ‘konservativ’ oder’progressiv’, so der Pontifex zum Auftakt seines Besuchs des 1948 gegründeten ÖRK, in dem rund 350 Strömungen des Christentums anzutreffen sind, darunter Altorientale, Anglikaner, Orthodoxe, Pfingstkirchler und verschiedene Anhänger weiterer Formen des Protestantismus.

Die Katholische Kirche ist selber kein Mitglied, aber als Beobachter aktiv eingebunden, und der Papst verwies auf den Brief des heiligen Paulus an die Galater, in dem der Apostel betont:

“Es gibt nicht mehr Juden und Griechen, nicht Sklaven und Freie, nicht Mann und Frau; denn ihr alle seid ‘einer’ in Christus Jesus.”

Franziskus erinnerte auch auf den Abschnitt im Ersten Brief des heiligen Paulus an die Korinther, in dem der Apostel seine Brüder ermahnt, einmütig zu sein und Spaltungen nicht zu dulden, weil er vom Streit unter ihnen erfuhr:

“Ich meine damit, dass jeder von euch etwas anderes sagt: Ich halte zu Paulus – ich zu Apollos – ich zu Kephas – ich zu Christus. Ist denn Christus zerteilt? Wurde etwa Paulus für euch gekreuzigt? Oder seid ihr auf den Namen des Paulus getauft worden?”

Was Christen heute wie damals tun müssen, sagte Franziskus, ist “zu Jesus zu gehören, bevor sie zu Apollos oder Kephas gehören; zu Christus zu gehören, bevor sie ‘Jude oder Grieche’ sind; zum Herrn zu gehören, bevor sie sich mit rechts oder links identifizieren”.

Weg des Geistes und der Nächstenliebe

Wer dies tue, der werde im Namen des Evangeliums auch seinen Bruder oder seine Schwester über sich selbst stellen, so der Pontifex in Genf. “In den Augen der Welt bedeutet dies oft, mit Verlust zu arbeiten”, sagte er und nannte die ökumenische Bewegung “ein großes Unternehmen, das mit Verlust arbeitet”.

Dieser Verlust sei jedoch “evangelisch”, sagte Franziskus, und zitierte Jesu Worte aus dem Evangelium, als dieser seinen Jüngern sagte: “Denn wer sein Leben retten will, wird es verlieren; wer aber sein Leben um meinetwillen verliert, wird es gewinnen” (Mt 16,25).

Mit Blick auf die Beziehungen zwischen den modernen christlichen Kirchen und die vielen Fragen, die der vollen Einheit oft im Wege stehen, sagte Franziskus, dass die gegenwärtigen Erfahrungen mit denen der frühchristlichen Gemeinschaften in Galatien vergleichbar seien, und wie schwer es sei, alte Differenzen hinter sich zu lassen.

Nach einem Mitagessen und weiteren Begegnungen kehrt Papst Franziskus heute Abend nach Rom zurück. Elise Harris (Rom) und Andrea Gagliarducci (Genf) trugen zur Berichterstattung bei. (CNA Deutsch)

Genf: Das Programm des Papstbesuches

Der Papst wird am Donnerstag in Genf drei Ansprachen halten. Laut dem Vatikansprecher Greg Burke wird Franziskus als „ökumenischer Pilger“ in die Schweiz kommen um „mitzugehen, zu beten und zusammenzuarbeiten“. Ein Höhepunkt neben dem offiziellen Programm soll ein Treffen mit einer koreanischen Delegation mit Vertretern aus dem Norden und Süden sein.

Die Terminübersicht:

8.30 Uhr: Abflug vom Flughafen Rom-Fiumicino nach Genf

10.10 Uhr: Ankunft auf dem Internationalen Flughafen Genf und anschließend

Begrüßungszeremonie

10.30 Uhr: Private Begegnung mit dem Schweizer Bundespräsidenten Alain Berset in einem Raum des Flughafens

11.15 Uhr: Ökumenisches Gebet im Ökumenischen Zentrum des Weltkirchenrates (ÖRK); Ansprache des Papstes

12.45 Uhr: Mittagessen mit der Leitung des Weltkirchenrates im Ökumenischen Institut Bossey

15.45 Uhr: Ökumenisches Treffen im Ökumenischen Zentrum des Weltkirchenrates; Ansprache des Papstes

17.30 Uhr: Heilige Messe im Kongresszentrum Palexpo; Predigt des Papstes

19.15 Uhr: Verabschiedung von den Bischöfen und Mitarbeitern der päpstlichen Vertretungen in der Schweiz

19.45 Uhr: Offizielle Verabschiedung am Internationalen Flughafen Genf

20.00 Uhr: Abflug nach Rom-Ciampino

21.40 Uhr: Ankunft auf dem Flughafen Rom-Ciampino

(vh – mm)

Das offizielle Programm der Reise von Papst Franziskus nach Irland

VATIKANSTADT – Der Heilige Stuhl hat das offizielle Programm der Reise von Papst Franziskus nach Irland veröffentlicht. Vom 25. und 26. August wird der Pontifex auch am Weltfamilientreffen in Dublin teilnehmen.

So wird der Papst am Samstag, 25. August, um 10.30 Uhr Ortszeit auf dem internationalen Flughafen von Dublin landen; anschließend folgt dort der offizielle Empfang. Um 11.15 Uhr wird ihn der Präsident im Palast Áras an Uachtaráin, dem offiziellen Amtssitz der irländischen Präsidenten, empfangen. Vor dem Haupteingang des Palastes wird eine Willkommenszeremonie stattfinden.

Nach dem Höflichkeitsbesuch beim Präsidenten wird sich der Heilige Vater zum Dublin Castle begeben, in dem er um 12.10 Uhr Vertreter der Regierung und der Gesellschaft sowie das diplomatische Corps treffen wird. Vor ihnen wird Papst Franziskus seine erste Rede halten.

Um 15.30 Uhr wird er die Kathedrale von St. Mary’s und um 16.15 Uhr das Aufnahmezentrum für obdachlose Familien der Kapuziner besuchen. Um 19.45 Uhr folgt die Feier des Weltfamilientreffens im Croke Park Stadion mit einer Ansprache vor den dort versammelten Menschen.

Am Sonntag, 26. August, wird der Papst mit dem Flugzeug nach Knock reisen, wo er um 9.20 Uhr morgens landen wird. Sein erster Station ist dort um 9.45 Uhr das Heiligtum von Knock, in dem er den Angelus beten wird.

Um 11.50 Uhr wird er nach Dublin zurückkehren und um 15:00 Uhr die heilige Messe im Phoenix Park feiern. Im Anschluss wird er sich mit den irischen Bischöfen im Kloster der Dominikanerinnen treffen.

Abschließend fährt er um 18.30 Uhr zum Flughafen, auf dem er vor dem Rückflug nach Rom offiziell verabschiedet werden wird.

Offizielles Programm der Papstreise nach Irland:

Samstag, 25. August 2018

ROM-DUBLIN

08:15 Uhr
Abflug von Rom / Fiumicino nach Dublin

10:30 Uhr
Ankunft am internationalen Flughafen von Dublin
OFFIZIELLER EMPFANG

10:45 Uhr
Weiterfahrt nach Áras an Uachtaráin

11:15 Uhr
Ankunft bei der Residenz des Präsidenten
WILLKOMMENSZEREMONIE vor dem Haupteingang der Residenz

11:30 Uhr
HÖFLICHKEITSBESUCH in der Residenz des Präsidenten

12:00 Uhr
Fahrt zum Dublin Castle

12:10
Ankunft im Dublin Castle
TREFFEN MIT VERTRETERN AUS REGIERUNG UND GESELLSCHAFT UND MIT DEM DIPLOMATISCHEN CORPS im Dublin Castle:
Ansprache des Heiligen Vaters

15:30 Uhr
Ankunft in der St. Mary’s Pro-Cathedral
BESUCH DER KATHEDRALE: Grußwort des Heiligen Vaters

16:15 Uhr
Fahrt zum Aufnahmezentrum der Kapuziner

16:30 Uhr
PRIVATER BESUCH IM AUFNAHMEZENTRUM FÜR OBDACHLOSE FAMILIEN

19:30 Uhr
Ankunft im Croke Park Stadion

19:45 Uhr
FEST DER FAMILIE im Croke Park Stadion: Ansprache des Heiligen Vaters

Sonntag, 26. August 2018

DUBLIN-KNOCK-DUBLIN-ROM

08:40
Abflug nach Knock

09:20 Uhr
Ankunft am Flughafen Knock
Sofort Abfahrt zum Heiligtum

09:45 Uhr
Ankunft im Heiligtum von Knock
BESUCH IN DER KAPELLE des Heiligtums von Knock
GEBET DES ANGELUS auf dem Vorplatz des Heiligtums

10:45 Uhr
Transfer zum Flughafen Knock

11:10 Uhr
Ankunft am Flughafen Knock

11:15
Abflug nach Dublin

11:50
Ankunft am Flughafen von Dublin
Mittagessen mit dem päpstlichen Gefolge

14:30 Uhr
Ankunft im Phoenix Park

15:00 Uhr
Heilige Messe im Phoenix Park: Predigt des Heiligen Vaters
BEGEGNUNG MIT DEN BISCHÖFEN im Kloster der Dominikanerinnen: Ansprache des Heiligen Vaters

18:30 Uhr
Ankunft am Flughafen
Abschiedszeremonie

18:45 Uhr
Abflug nach Rom / Ciampino

23:00 Uhr
Ankunft am Flughafen Rom / Ciampino

(© CNA Deutsch)

Was Papst Franziskus in Genf vorhat

Ökumenisches Gebet, Rede vor dem Weltkirchenrat, heilige Messe – und ein Gespräch mit dem Schweizer Bundesratspräsidenten.

VATIKANSTADT- Rund zehn Stunden lang wird sich Papst Franziskus am 21. Juni in der Schweiz aufhalten – seit 2004 das erste Mal, dass ein Oberhaupt der Katholischen Kirche das Land besucht. Im Zentrum steht die Beziehungspflege mit dem meist als Weltkirchenrat bezeichneten Ökumenischen Rat der Kirchen (ÖRK), der in diesem Jahr seines 70-jährigen Bestehens gedenkt.

Das Anliegen der Reise des Pontifex ist also die Ökumene; die Beziehung der weltweiten Katholischen Kirche – die kein Vollmitglied des ÖRK ist – mit den rund 350 Strömungen des Christentums, die dort anzutreffen sind, darunter Altorientale, Anglikaner, Orthodoxe, Pfingstkirchler und Anhänger weiterer Formen des Protestantismus.

Franziskus tritt mit seiner Visite im Juni einerseits in die Fußstapfen früherer Päpste – im Jahr 1969 kam Paul VI., im Jahr 1984 war Johannes Paul II. in Genf – und bringt gleichzeitig sein ureigenes Engagement zur Geltung.

Darauf deutet auch das nun vorgestellte Logo und Motto der Visite hin:

“Ökumenischer Pilgerweg – Gemeinsam unterwegs sein, beten und arbeiten”.

Das Programm der 23. Auslandsreise von Franziskus:

10:10 Uhr Ankunft Flughafen Genf

10:30 Uhr Gespräch mit Schweizer Bundesratspräsident Alain Berset (SP)

11:15 Uhr Gemeinsames Gebet, Rede des Papstes im ÖRK-Zentrum, Genf

12:45 Uhr Mittagessen mit ÖRK-Leitung im Ökumenischen Institut, Bossey

15.45 Uhr Ansprache des Papstes bei Begegnung im ÖRK-Zentrum

17:30 Uhr Heilige Messe im Kongresszentrum, mit Predigt des Pontifex

20:00 Uhr Rückflug nach Rom (Landung 21:40 Uhr)

(CNA Deutsch)

Schweiz: Papstreise mit drei Elementen

Die Reise des Papstes in die Eidgenossenschaft naht. Die Gastgeber haben an diesem Dienstagmittag das Besuchsprogramm, das Logo und weitere Einzelheiten vorgestellt. Aus Rom konnte aus Gesundheitsgründen der für die Ökumene zuständige Kurienkardinal Kurt Koch nicht teilnehmen.

Mario Galgano – Vatikanstadt

Um 10.10 Uhr wird der Papst am 21. Juni zu seiner eintägigen Reise in die Schweiz in Genf landen und gleich auch die erste von drei geplanten Etappe absolvieren. Der Schweizer Bundespräsident Alain Berset, Bundesrätin Doris Leuthard und Bundesrat Ignazio Cassis werden Franziskus zu offiziellen Gesprächen treffen. Das gaben die Organisatoren der Reise bei der Pressekonferenz in Genf bekannt.

Gleichzeitig hob der Generalsekretär des Ökumenischen Rates der Kirchen (ÖRK), Olaf Fykse Tveit, hervor, dass es sich nicht um eine Schweizreise des Papstes handle, sondern dass es vor allen Dingen um die internationale und ökumenische Dimension gehe. Grund für den Besuch des Gastes aus Rom ist es nämlich, des 70. Jahrestages der Gründung des ÖRK zu gedenken.

Enge Zusammenarbeit hervorgehoben

Aus Rom angereist für die Pressekonferenz war Andrzej Choromanski, der im Namen von Kurienkardinal Kurt Koch die Bedeutung des ÖRK für die katholische Kirche erläuterte. Es gebe etliche gemeinsame Projekte und sogar Stipendien für nicht-katholische Studenten, die die katholische Kirche vergibt, sagte der Offizial des päpstlichen Einheitsrates.

ÖRK-Generalsekretär Tveit ging auch auf das Motto des Besuch ein. „Gehen, beten und zusammen arbeiten“ beinhalte gerade das, was der ökumenische Dialog heutzutage bedeute. Deshalb wurde auch ein Boot als Symbolbild ausgewählt, als Zeichen für die Kirche und gleichzeitig für die Bewegung. Auf dem Logo ist auch die Aufschrift „oikumene“ angebracht, was für den „Sinn und Zweck“ des Besuches stehe.

Die Ökumene sei heute wichtiger denn je. Tveit erinnerte an die Schrecken des Zweiten Weltkriegs und die Rolle, die die Kirchen für die Friedenssuche und –sicherung hätten. Dies gelte nicht nur für Europa, sondern weltweit, fügte er an.

Katholische Kirche ist nicht ÖRK-Mitglied

Choromonski hob vor allem die Zusammenarbeit zwischen der katholischen Kirche und dem ÖRK im Bereich der Solidarität und Bildung hervor. Auf die Frage, weshalb die katholische Kirche nicht Mitglied im ÖRK sei, antworte er, dass diese Frage jedes Mal gestellt werde, wenn ein Papst den ÖRK besuche. Es gebe theologische und praktische Gründe hierfür. Es sei aber nicht auszuschließen, dass in Zukunft die katholische Kirche doch noch dem ÖRK beitreten werde. Es sei aber eine schwierige Frage, wenn man bedenke, dass die 348 Kirchen des ÖRK gemeinsam halb so viele Gläubige zählten wie die katholische Kirche mit ihrer über eine Milliarde Mitglieder zählenden Gemeinschaft.

Das dritte Element der Papstreise nach Genf sei neben dem Treffen mit der Schweizer Regierung und dem Besuch beim ÖRK die Heilige Messe mit den Katholiken im Palexpo, jenem Ort, wo im Frühling der internationale Autosalon stattfindet. Wie der zuständige Bischof Charles Morerod von Genf-Fribourg-Lausanne bei der Pressekonferenz hervorhob, sind 35 Prozent der Bewohner Genfs Katholiken. Bei früheren Papstbesuchen war die Bevölkerung nicht immer sehr angetan vom Gast aus Rom, da die Calvin-Stadt ein Zentrum des calvinistischen Protestantismus ist. Der letzte Papstbesuch in der Schweiz datiert von 2004. Damals reiste Papst Johannes Paul II. nach Bern – eine seiner letzten Pilgerfahrten, im Jahr darauf starb er.

Hier die Details zur Reise:

8.30 Uhr: Abflug vom Flughafen Fiumicino bei Rom

10.10 Uhr: Ankunft in Genf – Begrüßungszeremonie mit Vertreter des Schweizer Bundesrates

10.30 Uhr: Privates Treffen mit dem Schweizer Bundespräsidenten

11.15 Uhr: Gemeinsames ökumenisches Gebet beim Sitz des ÖRK in Genf – Ansprache des Papstes

12.45 Uhr: Mittagessen mit den Vertretern des ÖRK beim Ökumenischen Institut in Bossey

15.45 Uhr: Ökumenisches Treffen im Sitz des ÖRK – Ansprache des Papstes

17.30 Uhr: Heilige Messe mit dem Papst im Palexpo – Predigt des Papstes

19.15 Uhr: Verabschiedung von Bischöfen und Päpstlichen Vertretern in der Schweiz

20.00 Uhr: Abflug

21.40 Uhr: Ankunft am Flughafen Ciampino bei Rom

(vatican news)

Londoner Abfallunternehmen entdeckt Reliquie des heiligen Klemens im Müll

Für die einen war es Abfall – für die anderen ist es ein 2.000 Jahre altes, heiliges Knochenfragment eines Papstes.

LONDON – Eine überraschende Entdeckung hat ein Abfallunternehmen in London vergangene Woche gemacht: Im Müll tauchte ein Reliquiar auf, das einen Knochen des heiligen Clemens enthält – Apostolischer Vater und vierter Papst der Kirchengeschichte.

Irgendwo im Zentrum der britischen Hauptstadt geriet das Reliquiar in den Müll – wo genau: Das kann die Firma nicht mehr genau feststellen, teilte sie auf ihrer Website mit.

“Sie können sich unser Erstaunen vorstellen, als wir feststellten, dass unsere Räumungsteams auf Knochen gestoßen waren, die einem Papst gehören. Das ist nicht das, was man erwartet, selbst in unserer Branche”, sagte James Rubin, Eigentümer von “Enviro Waste” auf der Website des Unternehmens.

“Wir finden oft seltsame und wundervolle Dinge, aber wir haben definitiv nicht erwartet, ein Knochenfragment eines Apostels zu finden”, fügte er hinzu.

Sankt Clemens war ein Christ des ersten Jahrhunderts, wahrscheinlich ein hellenischer Jude, der ein Schüler der hl. Peter und Paul war und vom Judentum zum Katholizismus übertrat.

Um das Jahr 90 herum wurde er zum Papst: Er folgte auf Petrus, Linus und Cletus. Seine Schriften offenbaren viel über die frühe Kirche, aber wenig über sein eigenes Leben.

Bis jetzt hat niemand die Reliquie beansprucht, sagte Rubin gegenüber der “Huffington Post”. Er fügte hinzu, dass er die Hilfe eines Labors versuchen lassen will, datieren zu lassen, um seine Echtheit zu prüfen. Das Knochenfragment ist in einem mit Wachs versiegelten Gehäuse eingeschlossen und enthält eine Inschrift, dass es “aus den Knochen des hl. Clemens, Papst und Märtyrer” stammt.

Auf ihrer Website hat Enviro Waste eine elektronische Vorschlagsbox eingerichtet, in der die Öffentlichkeit gefragt wird, wo die letzte Ruhestätte der Reliquie sein sollte.

“Wir wissen, dass dies ein wichtiger Teil der Geschichte ist, und wir sind daran interessiert, den am besten geeigneten Ort für seine letzte Ruhestätte zu finden. Deshalb bitten wir um Hilfe von der Öffentlichkeit”, sagte Rubin.

Bisher vorgeschlagen wurden das Britische Museum oder die Kirche St. Clemens in Rom.

Übersetzt und redigiert aus dem englischen Original. (CNA Deutsch)

Irland: Papstbesuch vorerst nur für Dublin vorgesehen, aber…

Papst Franziskus reist im August nach Dublin zum katholischen Weltfamilientreffen. Irische Medien brachten auch einen möglichen „Ausflug“ des Papst an die Grenze nach Nordirland, also Großbritannien, ins Gespräch. Das sei nicht geplant, sagt der Dubliner Erzbischof Diarmuid Martin.

Mario Galgano und Philippa Hitchen – Vatikanstadt

Der Papstbesuch in Irland zum Weltfamilientreffen ist alles andere als eine einfache Reise: Die Iren stimmen am 25. Mai über die Legalisierung von Abtreibungen ab. Die Mehrheit ist dafür, doch jüngsten Umfragen zufolge hat sich der Vorsprung nun verringert. Drei Monate später fährt Franziskus nach Dublin.

Das Thema Lebensschutz wird beim Weltfamilientreffen in der einstigen katholischen Hochburg Irland mit Sicherheit zur Sprache kommen. Es wird aber bei weitem nicht das einzige Thema sein, sagt Erzbischof Martin. „In einer großen Stadt wie Dublin gibt es viele Probleme, die mit dieser neuen Armut verbunden sind. Diese Schwierigkeiten sind klar ersichtlich und sind eine große Herausforderung für die Familien.“ Deshalb hoffe er, dass das Treffen im August vor allem auf diese Fragen eingehen werde.

“ Das Leben der Familien betrifft ganz konkrete Herausforderungen unserer Zeit ”

„Viele denken beim Stichwort Familie an eine ideologische und abstrakte Weise, wir müssen aber einsehen, dass das Leben der Familien ganz konkrete Herausforderungen unserer Zeit betrifft wie Armut, Flüchtlinge oder das Leben im Gefängnis“, so Erzbischof Martin. Die Vorbereitungen für das Treffen liefen auch Hochtouren: „Großes Treffen bedeutet große Herausforderung, aber wir bleiben dran!“

Irland ist auch direkt mit den Folgen des Brexit konfrontiert. Die Frage um die Grenze mit Nordirland beschäftigt derzeit die Unterhändler der Vereinbarungen zwischen der EU und Großbritannien. Die fragile Frage um Friedenssicherung in der nordirischen Region steht in der Luft, und deshalb hoffen viele, der Papst möge bei seinem Besuch auch da ein Zeichen setzen.

“ …doch dieser Papst hat einen besonderen Stil, was seine Reisen betrifft ”

Ob der Papst auch an die nördliche Grenze der Inselrepublik reisen wird, ist derzeit nicht klar: „Das Reiseprogramm ist noch nicht definitiv fertig erstellt worden. Sicher ist, dass der Papst nach Dublin zum Weltfamilientreffen kommt. Das war immer sein Vorhaben“, sagt der Erzbischof; „doch dieser Papst hat einen besonderen Stil, was seine Reisen betrifft im Vergleich zu seinen Vorgängern und ich denke, alles wird so ausgehen, wie es sein soll.“ (vatican news)

Der Papst in Dublin: Franziskus beim Familientreffen vom 25. bis 26. April

VATIKANSTADT – Papst Franziskus reist zum Weltfamilientreffen in Irland. Das hat der Pontifex am heutigen Mittwoch persönlich bestätigt.

“Zum nächsten Weltfamilientreffen werde ich vom 25. bis 26. August diesen Jahres nach Dublin reisen”.

Bei der Generalaudienz stellten zwei irische Familien die Ikone des Treffens vor.

Geschrieben hat die Ikone der rumänische Künstler Mihai Cucu. Drei Szenen sind dargestellt:

Die Heilige Familie beim gemeinsamen Mahl an einem Tisch, die Szene im Evangelium des Hochzeitsfestes zu Kana sowie Jesus, der die Tochter des Jaïrus von den Toten auferweckt, wie es das Markusevangelium schildert.

Die Ikone wurde mit einem besonders behandelten Gehäuse von der Tischlerei “The Joinery Group” ausgestattet.

Die Ikone wurde am 21. August 2017 von Erzbischof Diarmuid Martin von Dublin gesalbt und markierte den einjährigen Countdown für die WMOF.

Das Weltfamilientreffen findet alle drei Jahre statt. Es begann mit einer Anfrage von St. Johannes Paul II im Jahr 1994; er hatte die Vision eines internationalen Ereignisses des Gebets, der Katechese und des Feierns – für Familien.

Franziskus dankte “den Autoritäten, den Bischöfen, dem Bischof von Dublin und all jenen, an der Vorbereitung dieser Reise mitarbeiten”. (CNA Deutsch)

Papst besucht im September Estland, Lettland und Litauen

Franziskus wird von 22. bis 25. September ins Baltikum reisen. Wie der Vatikan an diesem Freitag bekannt gab, besucht er Vilnius und Kaunas in Litauen, Riga und Aglona in Lettland und Tallinn in Estland.

Das genaue Programm ist noch in Arbeit, wie es in der kurzen Note aus dem Vatikan heißt. Estland, Lettland und Litauen feiern in diesem Jahr das 100. Staatsjubiläum. Zugleich jährt sich zum 25. Mal der erste und bisher einzige Besuch eines Papstes im Baltikum. Papst Johannes Paul II. hatte im September 1993 eine siebentägige Reise durch die drei Länder unternommen.

Das Motto des Besuchs in Litauen lautet „Christus Jesus, unsere Hoffnung“, während die Reise nach Lettland das marianische Thema „Zeige dich als Mutter“ trägt. Die Visite in Estland steht unter dem Leitwort „Wach auf, mein Herz“, den Anfangsworten eines bekannten Volkslieds des estnischen Komponisten Cyrillus Kreek.

Die Präsenz des Christentums ist in den drei baltischen Ländern sehr unterschiedlich ausgeprägt. In Litauen bekennen sich knapp 80 Prozent der Bevölkerung zur römisch-katholischen Kirche. In Lettland stellen die Katholiken rund 20 Prozent, damit ist die katholische Kirche nach der evangelisch-lutherischen die zweitstärkste Religionsgemeinschaft im Land. In Estland hingegen bekennen sich nur etwa 5.000 Menschen zur römisch-katholischen Kirche, die Mehrheit der Esten ist konfessionslos, die meisten Christen der nördlichsten Baltenrepublik sind orthodox. (vatican news)

Papst präzisiert: Wollte mit Aussagen zum Fall Barros niemanden verletzen

VATIKANSTADT – Auf dem Rückflug von Peru nach Rom hat Papst Franziskus seine Aussagen präzisiert, die er am 18. Januar gegenüber einem chilenischen Journalisten machte. Er habe damit den Opfern sexuellen Missbrauchs durch Geistliche nicht Schmerzen bereiten wollen, betonte der Pontifex.

Er habe den Chilenen nur erklären wollen, dass es aus seiner Sicht ungerecht sei, Bischof Juan Barros dafür zu verurteilen, vom sexuellen Missbrauch an Kindern durch einen befreundeten Priester gewusst und dies vertuscht zu haben.

Der Papst sagte, dass seine Verwendung des “Beweises des Wortes” nicht der beste sei, um sich einem leidenden Herzen zu nähern, und bat um Vergebung von Opfern, die er verletzt haben könnte. Der Gedanke, Opfer unbeabsichtigt verletzt zu haben, habe ihn “entsetzt”, besonders nachdem er Opfer in Chile getroffen habe, so wie er es auch auf anderen Reisen wie 2015 in Philadelphia getan habe.

Er habe den Chilenen nur erklären wollen, dass es aus seiner Sicht ungerecht sei, Bischof Juan Barros dafür zu verurteilen, vom sexuellen Missbrauch an Kindern durch einen befreundeten Priester gewusst und dies vertuscht zu haben.

Vier Opfer sexuellen Missbrauchs des überführten Kinderschänders Fernando Karadima beschuldigen Barros, von den Verbrechen seines langjährigen Freundes und Mentors gewusst zu haben. Ihre Aussagen sind öffentlich wiederholt publiziert und bekräftigt worden.

Karadima, der einst eine Laienbewegung leitete, wurde 2011 in einem vatikanischen Prozess wegen sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen verurteilt. Im Alter von 84 Jahren wurde er zu einem Leben in Gebet und Einsamkeit verurteilt.

Während seines Besuches in Chile vom 15. bis 18. Januar traf Papst Franziskus auch mit Missbrauchsopfern zusammen. Als er jedoch am letzten Tag im Land von Journalisten über Barros befragt wurde, sagte er:

“An dem Tag, an dem sie mir Beweise gegen Bischof Barros bringen, werde ich sprechen”, und weiter: “Es gibt keinen einzigen Beweis gegen ihn. Das ist alles Verleumdung. Ist das klar?”

Barros, der seine Unschuld beteuert, ist seit seiner Ernennung zum Diözesanbischof von Osorno im Jahr 2015 umstritten. Papst Franziskus verteidigt Barros seit Jahren.

Nun räumte der Pontifex ein, mit dem Begriff “Beweise” sei es schwer, “sich einem leidenden Herzen zu nähern”.

Er sei sich auch dessen bewusst, dass Opfer möglicherweise gar nicht beweisen können, was ihnen zugestoßen ist – sei es, weil es keine Beweise mehr dafür gibt, oder aus Scham oder Angst.

“Barros ‘Fall wurde untersucht, er wurde erneut untersucht, und es gibt keine Beweise”, sagte Franziskus Journalisten im Flieger am 21. Januar. “Das wollte ich sagen. Ich habe keine Beweise, um ihn zu verurteilen. Und wenn ich ihn ohne Beweise oder ohne moralische Gewissheit verurteile, würde ich das Verbrechen begehen, das ein schlechter Richter begeht.”

“Wenn eine Person kommt und mir Beweise gibt”, fuhr er fort, “bin ich der erste, der ihm zuhört. Wir sollten gerecht sein.”

Die Aussagen des Papsts in Chile waren international auf heftigen Widerstand gestoßen. Kritiker warfen Franziskus vor, seine Aussagen seien Opfern gegenüber unsensibel.

Der derzeitige Präsident der Kinderschutzkommission des Vatikans bezeichnete die Worte des Papstes als schmerzhaft und befremdlich für Opfer des sexuellen Missbrauchs durch Geistliche. Kardinal Sean O’Malley, Erzbischof von Boston und einer von neun Mitgliedern des Kardinalrates des Papstes, gab am 20. Januar eine Erklärung ab. Darin heißt es:

“Es ist verständlich, dass die Äußerungen von Papst Franziskus (…) eine Quelle großer Schmerzen für Überlebende sexuellen Missbrauchs durch Geistliche oder andere Täter waren”.

Der Kardinal weiter:

“Wenn gesagt wird, ‘wenn Du Deine Aussagen nicht beweisen kannst, dann wird man Dir nicht glauben’, dann werden damit diejenigen im Stich gelassen, die schwerste, kriminelle Verletzungen ihrer menschlichen Würde erlitten haben, und es wird ihnen ein schlechter Ruf angehängt”.

Da er nicht persönlich in die chilenischen Fälle verwickelt war, sagte O’Malley, er könne nicht darüber sprechen, warum der Papst die spezifischen Worte gewählt habe, die er als Reaktion auf die Reporter verwendet habe.

“Ich weiß jedoch, dass Papst Franziskus das ungeheuerliche Versagen der Kirche und ihres Klerus, die Kinder missbrauchten, und die verheerenden Auswirkungen, die diese Verbrechen auf die Überlebenden und ihre Angehörigen hatten, voll und ganz zur Kenntnis nimmt.”

“Ich begleitete den Heiligen Vater bei zahlreichen Treffen mit Überlebenden”, so O’Malley weiter. Er habe erlebt, wie sehr dem Papst der oft lebenslange Schmerz der Opfer betroffen habe.

Während der Pressekonferenz im Flieger sagte der Papst, dass er O’Malleys Aussage gesehen habe und dass er Wertschätzung für den Kardinal habe: “Ich danke ihm für seine Aussage, weil sie sehr gerecht war.”

“[O’Malley] hat alles gesagt, was ich getan habe und was ich tue, dass die Kirche tut, und dann hat er von der Trauer der Opfer gesprochen”, so Franziskus. “Weil viele Opfer denken, dass sie nicht in der Lage sind, ein Dokument oder eine Zeugenaussage machen können.”

Unklar ist, ob der Papst das Mandat O’Malleys als Leiter der Kinderschutzkommission verlängern wird – dessen dreijährige Amtszeit ist im vergangenen Dezember eigentlich ausgelaufen.

In der Pressekonferenz sagte Franziskus lediglich, er habe vor der Abreise nach Latein-Amerika eine Liste von Empfehlungen für neue Mitglieder erhalten, die er jetzt studiere.

Alvaro de Juana, der den Papst im Flieger begleitete, und Hannah Brockhaus in Rom trugen zur Berichterstattung bei. (CNA Deutsch)