Vaticanhistory-News-Blog

Kirchengeschichte bei VH

Kardinal Turkson fordert UNO-Reform

Freitag 16. Juni 2017 von VH

Der Vatikanverantwortliche für Frieden und ganzheitliche Entwicklung, Kardinal Peter Turkson, fordert eine umfassende UNO-Reform. Im Gespräch mit einer italienischen Zeitschrift erklärte er, eine Stärkung der UNO sei „unerlässlich“, um die „positiven Effekte der Globalisierung zu verstärken“ und die negativen einzudämmen. Außer einer Vollversammlung, die die Staaten repräsentiere, brauche eine erneuerte UNO aus seiner Sicht auch eine weitere „Versammlung“, in der die Zivilgesellschaft, „also transnationale Sozialverbände“, vertreten sei.

Der afrikanische Kurienkardinal verwies auf die weltweite Migration, um die Dringlichkeit einer UNO-Reform zu verdeutlichen. Wenn man Schätzungen der Weltbank und Statistiken über Binnenmigration innerhalb von Staaten zugrunde lege, komme man zu dem Schluss, dass mehr als eine Milliarde von Menschen heute Migranten seien, „also einer von sieben Erdbewohnern“. Turkson wörtlich: „Migration ist heute ein globales Phänomen und muss von supranationalen Organismen angegangen werden.“

Turkson warnte westliche Länder vor „einer emotionellen Lektüre des Phänomens“, vor „identitärem Abkapseln“ oder einer „neurotischen Suche nach Sicherheitspolitiken“. Schließlich würden 85 Prozent aller Asylbewerber heutzutage „von den ärmsten bzw. von den Entwicklungsländern aufgenommen“.

Scharf kritisierte Kardinal Turkson die Höhe der Militärausgaben in vielen entwickelten Ländern: Sie seien mitverantwortlich für die Konflikte und Kriege und überstiegen außerdem bei weitem die geleistete Entwicklungshilfe. „Wenn wir ehrlicher wären, dann würde uns klar werden: Man kann nicht Länder durch eine Invasion destabilisieren, den Waffenhandel fördern, Ungerechtigkeiten zulassen, die ganze Bevölkerungen demütigen, im Handel ungerechte Regeln durchsetzen – und sich dann beschweren, dass es zu viele Asylbewerber und Einwanderer gibt!“

Turkson beklagte auch den „Totentanz rund um die Atombombe“ und sprach sich für einen internationalen Vertrag zum Verbot von Atomwaffen aus. Eine entsprechende Initiative werde bereits von mehr als hundert Staaten unterstützt. Es sei eine „schwerwiegende Anomalie“, dass alle Massenvernichtungswaffen durch internationale Konventionen geächtet würden – mit Ausnahme von Atomwaffen. (rv)

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UNO: Vatikan beklagt Rückgang von Religionsfreiheit weltweit

Donnerstag 9. März 2017 von VH

Eine weltweit „fortschreitende Verschlechterung“ auf dem Gebiet der Religionsfreiheit stellt der Vatikanvertreter bei der UNO in Genf fest. Erzbischof Ivan Jurkovic nennt die Lage schockierend. Er hob in einer Rede vor allem die hohe Zahl von „Gewalttätigkeiten gegen Christen und andere Religionsgemeinschaften“ weltweit hervor. Die Verfolgung von Christen sei sogar noch „schlimmer als in den ersten Jahrhunderten der Kirche“, sagte der Ständige Beobachter des Heiligen Stuhls bei den am Genfer See angesiedelten UNO-Einrichtungen, darunter dem Menschenrechtsrat.

Aktuell gebe es mehr christliche Märtyrer als in jener Epoche. Besonders beklagte er die Lage der Christen im Nahen Osten. Dort seien in den vergangenen Jahren Millionen von ihrem angestammten Land vertrieben worden. Erzbischof Jurkovic äußerte sich bei einer UNO-Veranstaltung in Genf am Dienstag. (rv)

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Spiel mit der Katastrophe: Heiliger Stuhl warnt an Vereinten Nationen vor Biowaffen

Freitag 18. November 2016 von VH

UNO-FahneVATIKANSTADT – Bei den Vereinten Nationen in Genf findet diesen Monat die achte Überprüfungskonferenz zum Abkommen über Biologische Waffen (Biological Weapons Conference, BWC) statt.

Biologische Kriegsführung – auch als bakteriologische Kriegsführung bekannt – bezeichnet die Verwendung von Krankheitserregern oder Toxinen als Kriegshandlung mit der Absicht, Menschen, Tiere oder Pflanzen zu töten oder kampfunfähig zu machen.

Die BWC trat als erstes multilaterales Abrüstungsabkommen, das die Produktion und Nutzung einer ganzen Waffenkategorie verbietet, am 26. März 1975 in Kraft. Seitdem sind 178 Staaten der Konvention beigetreten, sechs weitere haben den Vertrag unterzeichnet.

Die BWC verbietet rechtskräftig die Entwicklung, Herstellung, Anschaffung, Lagerung, Weitergabe und Nutzung biologischer Waffen und Toxine. Sie ist Schwerpunkt der Bemühungen der internationalen Staatengemeinschaft, der Verbreitung von Massenvernichtungswaffen entgegenzutreten.

Stefano Saldi, Abrüstungsattaché der Gesandtschaft des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen in Genf, betonte: „Der Heilige Stuhl ist der Biowaffenkonferenz 2002 beigetreten. Das hier ist also unsere dritte Überprüfungskonferenz. Es ist für die Vertragsstaaten eine gute Gelegenheit, Ideen auszutauschen und Wege zu finden, das Abkommen zu festigen und auszubauen.“

Erzbischof Ivan Jurkovic, ständiger Vertreter des Heiligen Stuhls bei den Vereinten Nationen in Genf, fügte hinzu: „Der Heilige Stuhl ist grundsätzlich mit dabei, wenn es darum geht wichtige Konzepte zu unterstützen, Konzepte, die für die Menschheit von Bedeutung sind. In diesem Fall geht es um die enorme Gefahr biologischer Waffen. Waffen die Krankheiten benutzen gegen den Feind oder die anderen zu kämpfen. Die Krankheitsviren kennen jedoch keine Landesgrenzen – man spielt also hier mit einer Katastrophe.“

Grundformen biologischer Kriegsführung wurden bereits 400 v. Chr. praktiziert, als skythische Bogenschützen ihre Pfeile in verwesende Leichen tauchten. Schriftlich belegt wurde die Nutzung „biologischer Mittel“ zum ersten Mal , als die Römer tote Tiere gebrauchten, um die Trinkwasservorräte des Feindes zu verseuchen. In den 40er Jahren des letzten Jahrhunderts erforschten die Nazis die Möglichkeit, Mücken als biologische Waffen einzusetzen.

„Wir haben einen Punkt erreicht an dem sich solche Waffen der menschlichen Kontrolle entziehen können. Das ist höchst gefährlich weil wir es hier mit Massenvernichtungswaffen zu tun haben. Es ist also wichtig, dass die Konvention mit dem technologischen Fortschritt mithält, um ihrer Zielsetzung weiterhin gerecht zu werden. Auch das ist ein Aspekt, der diskutiert wird“, sagte Stefano Saldi.

Erzbischof Ivan Jurkovic betonte: „Wir versuchen den Fortschritt voran zu bringen. Wir suchen Wege, besser zu leben, gerechter zu leben und mehr Fortbildung zu ermöglichen. Sie können sich jedoch vorstellen, dass angesichts solcher drastischen Waffen jede Rede von Fortschritt bedeutungslos wird.“

Die Konferenz unterstrich: Aufklärungsarbeit spielt eine entscheidende Rolle, um das Problem bei seinen Wurzeln anzugehen. Verhaltensregeln und Schulungen in Ethik sollten auf Länderebene entwickelt und respektiert werden. Alle Interessenvertreter sollten mit vereinten Kräften arbeiten: Wissenschaftler, Universitäten, Industrie, Regierungen und internationale Behörden sollten sich gemeinsam dafür verantwortlich fühlen, Biotechnologie anzuwenden, um das Leben und menschliche Entwicklung ganzheitlich zu fördern.

Wie Papst Franziskus erinnert: „Wir müssen uns ständig über die Ziele von Wissenschaft und Technologie und deren Auswirkungen und ethischen Grenzen bewusst sein, da diese ansonsten eine erhebliche Gefahr darstellen können.“ (Laudato Si, 131)

„Bestimmte Waffen, oder wenn man so will, ein bestimmtes menschliches Handeln oder auch bestimmte Ergebnisse menschlichen Fortschritts, “ so Erzbischof Ivan Jurkovic, und fuhr fort:

Dieser Bericht wurde vom U.N.-Korrespondenten Christian Peschken, Pax Press Agency in Genf, verfasst. Der Bericht wird auch bei EWTN – Katholisches Fernsehen zu sehen sein im Rahmen des Magazins ‚Vatikano‘. Weitere Informationen zu Pax Press Agency

„Wie die zunehmende Verbreitung von ‚Do-it-yourself Heimwerker-Biologie‘ und ‚Garagenlaboren‘ beweisen, sind die Mittel für die Produktion biologischer Waffen einem größeren Personenkreis zugänglich. Kein Staat kann den Krieg gegen die Verbreitung biologischer Waffen allein gewinnen. Um nichtstaatliche Akteure davon abzuhalten, biologische Waffen zu erwerben, herzustellen oder zu nutzen bedarf es eines kollektiven Willens und gemeinsamen Handelns auf dem Gebiet der Sicherheit, besonders der biologischen Sicherheit. Auch eine verbesserte internationale Zusammenarbeit und Unterstützung sowie größere Leistungskapazitäten sind hier vonnöten“.

unter www.paxpressagency.com. (CNA Deutsch)

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Vatikan/UNO: Abrüstung statt nur Embargo gegen Atomwaffen

Dienstag 18. Oktober 2016 von VH

UNO-FahneAtomwaffen geben einen „falschen Sinn für Sicherheit“, so ein Statement des Ständigen Beobachters des Heiligen Stuhls bei der UNO in New York, Erzbischof Bernadito Auza. Es sei falsch, so das Redemanuskript, gegen Staaten mit Boykott und Embargo vorzugehen, die angeblich Atomwaffen produzieren und gleichzeitig selber Nuklearbomben zu besitzen. Vielmehr müssten sich alle Staaten gleichermaßen für den Abbau und die Beseitigung von solchen Waffen einsetzen. Konkrete Staaten wurden nicht namentlich genannt. (rv)

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Vatikan vor UNO: „Armut hat vor allem ein weibliches Gesicht“

Dienstag 11. Oktober 2016 von VH

UNO-FahneDie Internationale Gemeinschaft braucht effektive Maßnahmen, um Gewalt gegen Frauen zu bekämpfen. Das betonte der ständige Beobachter des Heiligen Stuhls bei der UNO, Erzbischof Bernatido Auza, in einer Stellungnahme. Es sei alarmierend, dass einer Studie nach 35 Prozent aller Frauen weltweit physische Gewalt zu erleiden haben, überwiegend sexuell und im eigenen häuslichen Umfeld.

Papst Franziskus habe immer wieder betont, wie wichtig die gleichberechtigte Würde von Mann und Frau sei und dass jeder Abbau von Diskriminierung ein Grund zur Freude sei, so Auza. Es habe auf diesem Gebiet schon Fortschritt gegeben, es bleibe aber weiterhin viel zu tun.

Armut habe weltweit vor allem ein weibliches Gesicht, fuhr der Erzbischof fort. Eine inklusive und gleichberechtigte Wirtschaft hätte deswegen vor allem gute Konsequenzen für Frauen. Ungleiche Bezahlung für gleiche Arbeit, ungleiche Rechtsstellungen und andere Diskriminierungen seien nicht hinnehmbar. Gleichberechtigung müsse auch gleichberechtigten Zugang zu Ressourcen, Kapital und Technologie bedeuten.

Ausdrücklich betonte Auza auch die Unterstützung des Heiligen Stuhls im Einsatz gegen die Genitalverstümmelung von Frauen. Der Schutz junger Frauen vor diesem „inakzeptablen Brauch“ bei gleichzeitigen Bildungsanstrengungen für diese Frauen bedeute einen notwendigen kulturellen Wandel, für den sich die internationale Gemeinschaft einsetzen müsse. (rv)

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Vatikan äußert Sorge über Flüchtlingskrise

Freitag 7. Oktober 2016 von VH

UNO-FahneDer Vatikanvertreter beim UNO-Sitz in Genf, Erzbischof Ivan Jurkovič, sagte bei einem Treffen des Flüchtlingshochkommissariats UNHCR, dass der Heilige Stuhl besorgt sei über die „hohe Zahl“ an Flüchtlingen auf der Welt. Insgesamt 65,3 Millionen Menschen seien gezwungen, ihr Zuhause zu verlassen, so der Diplomat. Viele davon seien Minderjährige. Jurkovič erinnerte auch an die schätzungsweise zehn Millionen Menschen weltweit, die staatenlos seien und keinen Zugang zu den grundlegendsten Rechten hätten. Der Heilige Stuhl werde auch weiterhin jegliche Initiativen und Projekte unterstützen, die dazu dienen, Flüchtlingen beizustehen. Derzeit findet in Genf das 67. Treffen des UNHCR statt. (rv)

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Kardinal Parolin: Istanbul-Weltgipfel muss Wirksamkeit noch beweisen

Mittwoch 25. Mai 2016 von VH

Kardinal ParolinDie zwei Tage des humanitären Weltgipfels der UNO in Istanbul müssen erst noch die Probe der Wirksamkeit überstehen. Darauf hat Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin hingewiesen, der im Auftrag von Papst Franziskus eine dreiköpfige Vatikan-Delegation zum Gipfel begleitet hat. Im Gespräch mit Radio Vatikan sagte Parolin, es habe ihn beeindruckt, wie viele Teilnehmer beim Gipfel formulierten, dass es zum Anliegen der humanitären Hilfe heute keine irrealen Höhenflüge bräuchte, sondern einfach konkrete Antworten. „Genau das wird natürlich die Herausforderung sein“, kommentierte der Kardinalstaatssekretär. „Wir können nicht sagen, ob es diese Antworten geben wird. Es gibt den Willen, und hoffen wir, dass er sich verwirklicht. Das ist die Probe der Wirksamkeit des Gipfels, seiner Stichhaltigkeit.“

Der Erste Weltgipfel der humanitären Hilfe verstand sich als globaler Aufruf zum Handeln an die Weltgemeinschaft. Staaten und Zivilgesellschaft kamen mit dem Ziel zusammen, innovative Wege zu finden, um die humanitären Bedürfnisse in einer sich schnell verändernden Welt zu bewältigen. Da ging es unter anderem um die Vorbeugung und Beendigung von Konflikten, die Einhaltung der Regeln bei Kriegsführung, die Bewältigung des Klimawandels und die Frage, wie in Zukunft weniger Menschen auf der Welt von Beihilfen und Notprogrammen abhängen können. Rund um den Erdball sind die humanitären Bedürfnisse heute so dringend wie seit Jahrzehnten nicht, selbst grundlegendste Hilfeleistungen erreichen längst nicht alle Notleidenden. 125 Millionen Menschen brauchen laut UNO Unterstützung zum Überleben. Allein 60 Millionen sind auf der Flucht, vor zehn Jahren waren es mit 37 Millionen deutlich weniger.

Der Heilige Stuhl habe sich in allen drei Gesprächszirkeln eingebracht, erklärte Parolin. Besonders hob er den zweiten hervor, der sich mit der Frage nach der Einhaltung internationaler Normen beschäftigte. „Ich denke, wenn es dem Gipfel wirklich gelingt, diese Vorstellung durchzusetzen, dass das humanitäre Völkerrecht respektiert werden muss, wäre das ein großer Schritt für alle: von seiten der staatlichen Akteure und von seiten der nichtstaatlichen Akteure.“

Zukunftsweisend auch der dritte Runde Tisch beim Gipfel: die Erziehung zu einer Kultur des Friedens. Die katholische Welt gebe da bereits sehr konkrete Antworten, hob Parolin hervor. „Oft sind die katholischen Institutionen, besonders auf örtlicher Ebene, die ersten und, wie ich gehört habe, auch die letzten, die vor Ort bleiben, um zu helfen.“

Zu sehr von rein politischer Stellungnahme belastet war der Gipfel aus seiner Sicht nicht, sagte uns Kardinalstaatssekretär Parolin. „Sicher, einige haben die Anwesenheit eines Mikrofons dazu benutzt, ihre Positionen herauszustreichen. Aber sehr viele andere haben genau diesen Aufruf lanciert: die Positionen und die politischen Gegenüberstellungen zu überwinden, mit dem Ziel, eine menschliche und solidarische Antwort zu geben auf die Bedürfnisse so vieler Männer und Frauen in Not.“ (rv)

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UNO: Einigung in Libyen bald möglich

Donnerstag 27. August 2015 von VH

UNO-FahneGibt es bald Hoffnung für das Bürgerkriegsland Libyen? Der UNO-Sicherheitsrat sieht eine mögliche baldige Einigung zwischen den verfeindeten Parteien im Land. Die mehrmonatigen Verhandlungen steuerten auf ihr Ende zu und eine Machtteilung sei möglich, sagte der UNO-Sonderbeauftragte Bernardino León. Zugleich wies er auf die schlechte humanitäre Lage und das Erstarken der IS-Terrormiliz in dem Land hin. Außerdem warteten in Libyen rund 250.000 Flüchtlinge auf die Überfahrt nach Europa. Vier Jahre nach dem Sturz von Diktator Gaddafi streiten zwei rivalisierenden Regierungen in Tobruk und Tripolis um die Macht. Gabriele Iacovino vom Zentrum für Studien der internationalen Politik schlägt eine Machtteilung im föderalen Stil vor, um der Lage Herr zu werden.

„Bis jetzt wurde wenig gesprochen über eine Föderation im Inneren Libyens. Wir brauchen Zugang zur wichtigsten Region des Landes, nämlich dem Zugang zur Sahel-Zone, von wo aus die illegalen Waren wie Waffen und Drogen sowie Menschen eingeschleust werden. Sie bringen dem Land immer mehr Instabilität. Ein möglicher Weg ist die Föderalisierung, eine Machtteilung im Inneren des Landes unter den verschiedenen Gruppen. Das ist entscheidend, um mit ihnen in Verhandlung zu treten.“ (rv)

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UNO: Kritik aus dem Vatikan am nuklearen Sicherheitsdenken

Samstag 20. Dezember 2014 von VH

UNO-FahneDie bisherigen Schritte zur Abschaffung von Nuklearwaffen sind „beschränkt, ungenügend und in Raum und Zeit eingefroren“, so beurteilt für den Heiligen Stuhl dessen Ständiger Beobachter bei der UNO in Genf, Erzbischof Silvano Tomasi, die Anstrengungen der Weltgemeinschaft. Der Status Quo sei nicht aufrecht zu erhalten und auch nicht wünschenswert; wenn eine Welt undenkbar sei, in der alle Atomwaffen hätten, dann sei es nur vernünftig, sich eine Welt vorzustellen, in der keiner sie hat. „Die Institutionen, die dazu da sind, Lösungen und neue Wege zu finden, sind blockiert“, so Tomasi in einem Statement anlässlich einer Konferenz zum Nichtverbreitungsabkommen für Nuklearwaffen in Wien. Auch die Beziehungen der Nuklearmächte untereinander gäben keinen Grund für Optimismus.

Tomasi kritisierte auch die Neuinvestitionen in Nuklearwaffen, zum Beispiel in ihre Modernisierung. Auch habe jedes Land, nicht nur die Nuklearmächte, ein Recht auf nationale Sicherheit. „Wie kann es sein, dass die Sicherheit einiger nur mit einer bestimmten Art von Waffen aufrecht erhalten werden kann, während andere Staaten ihre Sicherheit ohne erreichen müssen?“, so Tomasi in seinem Statement. Es sei dringend notwendig, auf transparente Weise zu überprüfen, wie Staaten – vor allem solche mit Nuklearwaffen – ihre nationale Sicherheit definierten. (rv)

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Kardinal Parolin: „Neue Völkermorde verhindern“

Dienstag 21. Oktober 2014 von VH

Kardinal Pietro ParolinZu Beginn der Nahost-Beratungen im Vatikan hielt Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin ein Referat. Dabei berichtete er über die Gespräche, die Päpstliche Nuntien aus der Region Anfang Oktober auf Geheiß des Papstes im Vatikan mit der Kurienspitze geführt hatten. Die derzeitige Lage von Christen und nicht-sunnitischen Minderheiten im Herrschaftsbereich des „Islamischen Staats“ sei „inakzeptabel“, urteilte Kardinal Parolin. Die Terrorgruppe trete elementarste Menschenrechte mit den Füßen.

„Massenhinrichtungen, Enthauptungen von Andersdenkenden, Verkauf von Frauen auf dem Markt, Kindersoldaten, Zerstörung von Kultorten – das alles hat Hunderttausende zur Flucht gezwungen. Wir verurteilen klar diese Verletzungen nicht nur des humanitären Völkerrechts, sondern der grundlegendsten Rechte überhaupt, und fordern ein Recht der Flüchtlinge auf Rückkehr und auf ein Leben in Würde und Sicherheit im eigenen Land und in der eigenen Nachbarschaft. Das ist ein Recht, das von der internationalen Gemeinschaft wie von den Staaten garantiert werden muss!“

Die Konflikte im Nahen Osten stellen sich nach der Analyse von Kardinal Parolin „immer deutlicher als eine der ernsthaftesten Bedrohungen internationaler Stabilität“ heraus. Friede lasse sich im Nahen Osten allerdings nicht „unilateral“ herstellen, sondern nur mit einer „umfassenden regionalen Lösung“. Für eine „Stabilisierung der ganzen Region“ wäre eigentlich ein Ende des israelisch-palästinensischen Konflikts „dringend nötig“; entsprechende „diplomatische Bemühungen“ müssten jetzt forciert werden. Und auch der Iran sollte an einer Lösung für die Probleme im Nahen Osten beteiligt werden, so der Kardinalstaatssekretär. Mit den US-Luftschlägen auf Stellungen des „Islamischen Staats“ zeigte er sich nicht ganz zufrieden – und zwar, weil US-Präsident Barack Obama sich nicht um ein Mandat der Vereinten Nationen bemüht hat.

„Es ist legitim, den ungerechten Aggressor zu stoppen – aber immer unter Einhaltung des Völkerrechts, wie auch der Heilige Vater betont hat! Es hat sich ja auch klar gezeigt, dass man die Lösung des Problems nicht nur von der militärischen Antwort erwarten kann. Tiefer würde ein Lösungsweg gehen, der von den Ursachen ausgeht, die von der fundamentalistischen Ideologie ausgenutzt werden. Was den sogenannten „Islamischen Staat“ betrifft, sollte man endlich alle Quellen austrocknen, mit denen er seine Terroraktivitäten speist, etwa den illegalen Erdölexport und die Lieferung von Waffen und Technologie.“

Zum Exodus von Christen aus dem Nahen Osten meinte Parolin vorsichtig, das sei „ein komplexes Problem“. Wer – wie die meisten Kirchenführer der Region – wirklich einen Verbleib der Christen in der Region wolle, der müsse allerdings auch dafür sorgen, dass sie dort „adäquate Lebens-, Sicherheits- und Arbeitsbedingungen sowie Zukunftsperspektiven vorfinden“.

„Was kann die Kirche angesichts dieser Herausforderungen tun? Sie kann jedenfalls nicht schweigen angesichts der Verfolgungen ihrer Kinder und so vieler Unschuldiger. Es ist immer dringender, das herzzerreißende humanitäre Drama im Nahen Osten anzugehen; in Syrien zum Beispiel braucht mittlerweile die Hälfte der Bevölkerung humanitäre Hilfe, um erst gar nicht vom Drama der Flüchtlinge zu sprechen, die man nach Millionen zählt. Die Christen in der Region sollten nicht der Versuchung nachgeben, sich von politischen oder militärischen Kräften beschützen zu lassen, sondern sollten einen Beitrag zu ihren Gesellschaften leisten, damit diese sich zur Moderne, zur Demokratie, zum Rechtsstaat und zum Pluralismus hin entwickeln. Im konkreten Fall des sogenannten „Islamischen Staats“ haben muslimische Führer eine besondere Verantwortung – nicht nur, sich von diesem zu distanzieren, sondern auch allgemeiner das Töten von Menschen aus religiösen Gründen und jede Art von Diskriminierung klar zu verurteilen.“

Die internationale Staatengemeinschaft sollte nach Ansicht von Kardinal Parolin „aus Fehlern der Vergangenheit lernen“ und jetzt in der Krise nicht (nur) auf Krieg setzen. Die UNO habe die Pflicht, „neue Völkermorde zu verhindern“. (rv)

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