Vaticanhistory-News-Blog

Kirchengeschichte bei VH

Premiere: Eine ökumenische Doppel-Audienz

Dienstag 7. Februar 2017 von VH

Es war ein besonderer Moment für die Ökumene: Eine Delegation der evangelischen Kirche Deutschlands (EKD) war an diesem Montag bei Papst Franziskus zu Gast – und der Vorsitzende der deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, nahm ebenfalls an der Papstaudienz teil. Eine Premiere und ein Highlight des Jahres, in dem an den Beginn der Reformation vor fünfhundert Jahren erinnert wird.

Franziskus würdigte in seiner Ansprache die „langjährige Zusammenarbeit“ und „gereifte ökumenische Beziehung“ der deutschen Kirchen. „Ich wünsche Ihnen, dass Sie auf diesem segensreichen Weg des geschwisterlichen Miteinanders vorankommen und mutig und entschlossen auf eine immer vollkommenere Einheit hin fortschreiten. Wir haben die gleiche Taufe: Wir müssen zusammen gehen, ohne müde zu werden!“

Es sei „bedeutsam“, dass sich evangelische und katholische Christen im Jahr des Reformationsgedenkens vorgenommen hätten, „Christus erneut ins Zentrum ihrer Beziehungen zu stellen“, sagte der Papst. Martin Luthers Frage nach dem gnädigen Gott sei – damit zitierte er seinen Vorgänger Benedikt XVI. – „die tiefe Leidenschaft und Triebfeder“ von Luthers Denken und Handeln gewesen. „Was die Reformatoren beseelte und beunruhigte, war im Grunde der Wunsch, den Weg zu Christus zu weisen. Das muss uns auch heute am Herzen liegen, nachdem wir dank Gottes Hilfe wieder einen gemeinsamen Weg eingeschlagen haben.“

„Nicht grollend auf die Vergangenheit schauen“

Das Gedenkjahr biete die Chance, „einen weiteren Schritt vorwärts zu tun“, fuhr Franziskus fort. Statt „grollend auf die Vergangenheit zu schauen“, sollten die Kirchen „den Menschen unserer Zeit wieder die radikale Neuheit Jesu und die grenzenlose Barmherzigkeit Gottes vor Augen stellen“. Das sei doch „genau das, was die Reformatoren in ihrer Zeit anregen wollten“.

„Dass ihr Ruf zur Erneuerung Entwicklungen auslöste, die zu Spaltungen unter den Christen führten, war wirklich tragisch. Die Gläubigen erlebten einander nicht mehr als Brüder und Schwestern im Glauben, sondern als Gegner und Konkurrenten. Allzu lange haben sie Feindseligkeiten gehegt und sich in Kämpfe verbissen, die durch politische Interessen und durch Machtstreben genährt wurden…“

Zum Glück sei das heute vorbei, urteilte Papst Franziskus. Allerdings müsse man die schmerzhafte Vergangenheit „in Demut und mit Freimut angehen“; darum sei es richtig, dass die Kirchen bald einen Buß- und Versöhnungsgottesdienst feiern wollten, um die „Erinnerung zu heilen“.

„So werden Sie – Katholiken und Protestanten in Deutschland – betend auf den starken Ruf antworten können, den Sie im Ursprungsland der Reformation gemeinsam vernehmen: in Gott das Gedächtnis zu reinigen, um innerlich erneuert und vom Heiligen Geist ausgesandt, dem Menschen von heute Jesus zu bringen.“

Der Papst lobte die gemeinsamen Initiativen von EKD und katholischer Kirche in Deutschland im Jahr des Reformationsgedenkens. Dabei erwähnte er u.a. die gemeinsame Pilgerreise von Bischöfen verschiedener Konfessionen ins Heilige Land. „Mögen die Wiederentdeckung der gemeinsamen Glaubensquellen, die Heilung der Erinnerung in Gebet und Nächstenliebe sowie die praktische Zusammenarbeit bei der Verbreitung des Evangeliums und dem Dienst an den Mitmenschen Impulse sein, um noch rascher auf dem Weg voranzukommen!“

„Wir wissen die Gaben der Reformation zu schätzen“

Jahrzehnte des „ökumenischen Miteinanders“ in Deutschland haben nach Ansicht des Papstes eine „geistliche Verbundenheit gefestigt“. Das mache es heute möglich, „das beiderseitige Versagen an der Einheit im Kontext der Reformation und der nachfolgenden Entwicklungen heute gemeinsam zu beklagen“. „Zugleich wissen wir – in der Wirklichkeit der einen Taufe, die uns zu Brüdern und Schwestern macht, und im gemeinsamen Hören auf den Geist – in einer bereits versöhnten Verschiedenheit die geistlichen und theologischen Gaben zu schätzen, die wir von der Reformation empfangen haben.“

Versöhnte Verschiedenheit ist eine Formulierung des reformierten Theologen und Konzils-Beobachters Oscar Cullmann, die das Ziel einer christlichen Einheit beschreibt. Der Lutherische Weltbund hat sich die „versöhnte Verschiedenheit“ als ökumenisches Leitbild auf die Fahnen geschrieben, und Franziskus hat sich schon in seiner Zeit als Erzbischof von Buenos Aires dazu bekannt.

Der Papst erinnerte an seine Teilnahme am Start des offiziellen Reformations-Gedenkjahres im schwedischen Lund Ende Oktober letzten Jahres. Er habe dort „für die Vergangenheit um Vergebung gebeten“, erinnerte er. „Für die Zukunft möchte ich unsere unwiderrufliche Verpflichtung bekräftigen, gemeinsam das Evangelium zu bezeugen und auf dem Weg zur vollen Einheit voranzuschreiten. Indem wir dies gemeinsam tun, kommt auch der Wunsch auf, neue Wege einzuschlagen. Immer mehr lernen wir, uns zu fragen: Können wir diese Initiative mit unseren Brüdern und Schwestern in Christus teilen? Können wir zusammen eine weitere Wegstrecke zurücklegen?“

„Dialog und Zusammenarbeit intensivieren“

Auf den Wunsch vieler Christen, vor allem konfessionsverschiedener Ehepaare, nach einer eucharistischen Gastfreundschaft (Interkommunion) ging Franziskus nicht ausdrücklich ein. Er erwähnte aber die „weiter bestehenden Differenzen in Fragen des Glaubens und der Ethik“, die eine „sichtbare Einheit“ immer noch blockierten – zum Frust vieler Gläubiger.

„Der Schmerz wird besonders von den Eheleuten empfunden, die verschiedenen Konfessionen angehören. Besonnen müssen wir uns mit inständigem Gebet und all unseren Kräften darum bemühen, die noch bestehenden Hindernisse zu überwinden durch eine Intensivierung des theologischen Dialogs und durch eine Stärkung der praktischen Zusammenarbeit unter uns, vor allem im Dienst an denen, die am meisten leiden, und in der Fürsorge für die bedrohte Schöpfung.“

Zum Abschluss der Audienz betete der Papst mit seinen Besuchern aus Deutschland ein Vaterunser: auch das ein Zeichen dafür, was schon geht unter Christen verschiedener Konfessionen. (rv)

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Premiere: Deutsche Kirchen pilgern gemeinsam ins Heilige Land

Sonntag 16. Oktober 2016 von VH

Kardinal MarxEs ist sicher keine Pilgerfahrt wie jede andere: An diesem Sonntag startet eine hochrangige ökumenische Delegation zu einer einwöchigen Pilgerreise ins Heilige Land (Israel/Palästina). Das Besondere daran: Hier sind Vertreter der Deutschen Bischofskonferenz und des Rats der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) mit dabei. Das macht diese Reise zu einer Premiere.

Die Tour steht im Zusammenhang mit dem Reformationsgedenken: Vermutlich gewinnt man einen ganz anderen Blick auf 500 Jahre Thesenanschlag von Wittenberg, wenn man in der Grabes- und Auferstehungskirche von Jerusalem oder in den Ruinen von Kapharnaum steht.

Einer der katholischen Teilnehmer ist der Trierer Bischof Stephan Ackermann. „Das ist nun wirklich etwas ganz Besonderes, zum ersten Mal eine solche Pilgerreise anzutreten“, urteilt er. „In früheren Zeiten wurden Reformationsjubiläen von beiden Seiten auch zur Profilierung genutzt, zur Abgrenzung – und jetzt zu sagen, wir setzen diesen gemeinsamen Akzent, das ist – glaube ich – wirklich ein starkes Zeichen. Die Pilgergruppe ist auf beiden Seiten hochrangig besetzt. Wir haben gesagt: Das ist uns wichtig. Lasst uns gemeinsam auf die Wurzeln unseres Glaubens schauen!“

Nun gibt es aber schlechterdings keine Reise ins Heilige Land, die nicht auch die verquere politische Realität dort zumindest streift. Warteschlange am Checkpoint an der Mauer zu den besetzten Gebieten, viele Bewaffnete auf den Straßen von Jerusalem – auf irgendeine Weise drängt sich der Nahostkonflikt noch ins frömmste Pilgerwesen hinein.

„Die Botschaft, das Signal heißt immer: Wir fühlen uns den Menschen dort verbunden, wir lassen vor allen Dingen die Christen nicht allein. Aber natürlich gibt es auch eine Partnerschaft mit den jüdischen Bürgerinnen und Bürgern; von Deutschland kommend gibt es immer die besondere Verantwortung aufgrund unserer Geschichte. Wir sind ihnen verbunden und wollen auch tun, was wir können, um zu einem friedlichen Miteinander beizutragen.“

Die erste gemeinsame Reise beider Kirchen endet am 22. Oktober 2016, also unmittelbar vor Beginn des Reformationsjahres 2017. Jeder Reisetag steht unter einem biblischen Leitwort und unterstreicht so den besonderen Charakter als geistliche Reise. Neben Stationen rund um den See Genezareth stehen Bethlehem und Jerusalem im Mittelpunkt der Pilgerfahrt, die insbesondere durch Gebetszeiten, Bibelarbeit und Gottesdienst geprägt sein wird. Außerdem wird es einen Besuch der Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem sowie politische Gespräche geben. (rv)

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Kardinal Marx sieht Fortschritte in Vietnam

Sonntag 17. Januar 2016 von VH

Kardinal MarxKardinal Marx sieht Fortschritte bei der Religionsfreiheit in Vietnam. Zwar seien noch nicht die vollen Rechte gewährleistet, wie sie in den internationalen Menschenrechtsvereinbarungen festgehalten sind. Aber der heutige Zustand sei auch „weit entfernt von der Repression, die die Kirche in früheren Jahrzehnten erleiden musste“, so der Kardinal laut einer Pressemitteilung der Deutschen Bischofskonferenz. Am Sonntag war der Münchner Erzbischof und Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz von einer neuntägigen Reise in das Land zurückgekehrt. Er war mit Vertretern der örtlichen Kirche und Repräsentanten des Staates sowie des Wirtschaftslebens in Hanoi und Ho-Chi-Minh-City zusammengetroffen. Auch sprach Marx mit einigen Dissidenten. Ein geplanter Besuch in die zentralvietnamesische Stadt Vinh wurde hingegen von den staatlichen Behörden untersagt, wahrscheinlich wegen des geplanten Begegnung mit dem Bischof von Vinh, Nguyen Thai Hop. (rv)

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Vietnam: Ein wichtiges Jahr für die Kirche

Donnerstag 14. Januar 2016 von VH

Kardinal Nguyen Van NhonKardinal Reinhard Marx, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, besucht derzeit Vietnam und trifft dort auf eine Kirche, die 2015 ein ausgesprochen wichtiges Jahr erlebt hat. Das ergibt sich aus dem Jahresrückblick, den die Bischofskonferenz des Landes jetzt veröffentlichte. Zu den nachhaltigsten Ereignissen dürfte die Einrichtung der ersten katholischen Universität Vietnams gehören.

An erster Stelle der wichtigen Ereignisse nennt der Bericht die Erhebung des Erzbischofs von Hanoi, Pierre Nguyen Van Nhon, zum Kardinal. Er sei der sechste Kardinal überhaupt in der Geschichte des Landes. Als zweites führt der Bericht den Besuch von Kardinal Fernando Filoni auf; der Präfekt der vatikanischen Missionskongregation feierte im Januar letzten Jahres die Abschlussmesse der Feiern, die den 400. Jahrestag der Evangelisierung Vietnams markierten.

Nummer drei: die Einrichtung der katholischen Universität, die derzeit allerdings noch in den Kinderschuhen steckt. Eine Erlaubnis des Regimes und dann im Oktober letzten Jahres ein Dekret der vatikanischen Bildungskongregation machten den Weg frei für das „Katholische Institut Vietnams“.

Als weitere kirchliche Höhepunkte des Jahres 2015 führen die Bischöfe einen Nationalen Eucharistischen Kongress und ein Katholisches Jugendtreffen auf. Das Jugendtreffen organisieren sie seit mittlerweile dreizehn Jahren, Vorbild ist der kirchliche Weltjugendtag. In Vietnam richtet jedes Jahr ein anderes Bistum das Jugendtreffen aus, das sich wachsenden Zuspruchs erfreut. (rv)

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Papst betont Rolle des Wirtschaftsrates

Freitag 4. Dezember 2015 von VH

Kardinal MarxDer Wirtschaftsrat des Heiligen Stuhls ist zentral für die Reform des Vatikan. Das sagte Papst Franziskus an diesem Freitag. Er nahm an einer Sitzung des Rates teil, in der er sich persönlich für die Arbeit der Mitglieder des Rates bedanken wollte, so der Papst.

Im Auftrag des Rates bedankte sich Kardinal Reinhard Marx für den Besuch des Papstes. Der Koordinator des Wirtschaftsrates sprach sich im Namen des ganzen Rates für die finanziellen und administrativen Reformen des Papstes aus. Seit der Gründung des Rates, arbeite dieser an der Umsetzung von Transparenzmaßnahmen und an einer effektiveren Verwaltung des Heiligen Stuhls.

Papst Franziskus hatte den Rat 2014 eingesetzt. Der Vorsitzende des Rates ist Kardinal George Pell. Die Arbeit des Rates wird von dem Aufsichtsrat kontrolliert, dem Kardinal Reinhard Marx vorsitzt. (rv)

 

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Kardinal Marx: Konstruktive und kritische Impulse vom Papst

Samstag 21. November 2015 von VH

Kardinal MarxGespräche auf Augenhöhe mit dem Papst, aber auch kritische Anmerkungen an die Kirche in Deutschland: Wenn die Bischöfe heute nach ihrem Ad Limina Besuch zurück in ihre Bistümer kommen, dann nehmen sie eine ganze Reihe von Impulsen und Anregungen mit. Davon ist Kardinal Reinhard Marx überzeugt, im Gespräch mit Radio Vatikan berichtete er vom Ablauf der Besuche.

Die Begegnung mit dem Papst sei aber für alle das absolute Highlight gewesen, so Marx, und zwar nicht nur weil es der Papst sei, sondern vor allem wie er die Gespräche geführt habe. „In welcher Atmosphäre es stattgefunden hat, mit welchem Wohlwollen, in welcher Brüderlichkeit, aber auch mit welchem Freimut. Das war glaube ich sehr beeindruckend für die Bischöfe, dass ein solches Gespräch stattgefunden hat.“ Besonders mit dem Papst, aber nicht nur mit ihm, seien es Begegnungen auf Augenhöhe gewesen.

Und dabei kamen auch kritische Dinge auf den Tisch, gerade auch in der Schlussansprache nennt Papst Franziskus kritische Punkte der deutschen Kirche. Das sei etwas, „was Aufgabe des Papstes ist, auch grundsätzliche Punkte und auch auf kritische Punkte hinzuweisen. Warum sollten wir zusammen kommen, wenn wir uns nur gegenseitig loben und nicht auch mal aus der Sicht des einen und des Anderen kritische Punkte nennen?“ Natürlich habe es auch Begegnungen in Dikasterien gebeben, wo heftig diskutiert wurde, wo es Einzelthemen gibt, die nicht einfach zu lösen sind, etwa mit Blick auf die Liturgie oder andere Fragen. Auch in der Schlussansprache fallen starke Worte, etwa das von der „Erosion des Glaubens“ in Deutschland. „Das ist ja etwas, was die gesamte Kirche im Westen betrifft, ich würde sogar sagen weltweit. Der Papst spricht hier etwas an, was uns seit Jahren beschäftigt. Er weist uns darauf hin, sagt uns, dass wir das nicht vergessen sollen, wenn auch die Antwort darauf nicht so ganz einfach ist. Es geht eben darum, wie wir in einer säkularen Welt und einer offenen Gesellschaft das Evangelium heute verkünden ohne die traditionellen Stützen, die es über Jahrhunderte auch in Deutschland gegeben hat.“

Eine weitere Anmerkung des Papstes bezog sich auf den katholischen Charakter der vielen sozial-karitativen Einrichtungen, auch das etwas, was ein längerfristiges Thema der Bischöfe ist, so Kardinal Marx. „Wie oft haben wir in der Bischofskonferenz unsere vielfältigen Institutionen diskutiert, all das, was wir haben: Wie können wir das immer wieder vom Glauben her prägen? Das ist das, was uns seit vielen Jahren umtreibt. Deswegen empfinde ich diesen konstruktiv kritischen Impuls als angebracht.“

Es sei nun die Aufgabe der Bischöfe, zu sehen, welche Impulse aus den Gesprächen in den einzelnen Dikasterien, mit dem Papst und aus der Papstansprache zu ziehen seien. „Ich denke wir werden sowohl die Gespräche in den Dikasterien, die Gespräche, die die einzelnen Gruppen mit dem Papst hatten, wie auch die Schlussansprache sehr genau auswerten. Das ist jetzt unsere Aufgabe, das jetzt nicht einfach hinzunehmen, sondern zu schauen, was an Impulsen gegeben ist. Das ist für uns selbstverständlich, dass wir uns damit intensiv beschäftigen werden.“ (rv)

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Parolin: Legitim, den Aggressor zu stoppen

Mittwoch 18. November 2015 von VH

Kardinal Pietro ParolinSchüsse und Explosionen gibt es auch fünf Tage nach den schrecklichen Attentate in Paris weiter. In den frühen Morgenstunden an diesem Mittwoch wurden nach einem Polizeieinsatz mindestens fünf Verdächtige im Pariser Vorort St. Denis verhaftet. Sie würden nun vernommen, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Während der Razzia hatte sich eine Frau in die Luft gesprengt. Einer Augenzeugin zufolge dauerte der Schusswechsel über eine Stunde; nach Angaben französischer Medien gab es mindestens einen weiteren Toten.

Kardinal Parolin: Legitim, Aggressor zu stoppen

Geschockt reagieren etliche Kardinäle auf die Nachrichten aus der französischen Hauptstadt. Die Attentate seien „absolut zu verurteilen“, sagt im Gespräch mit Radio Vatikan der vatikanische Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin.

„Der Heilige Stuhl betont, wie es ja auch schon Papst Franziskus mehrmals getan hat, dass es legitim ist, einen ungerechten Aggressor zu stoppen. Wie jedoch die internationale Staatengemeinschaft am besten vorgehen sollte, das muss gemeinsam geklärt werden. Ein Staat hat aber das Recht, seineBürger zu v erteidigen. Andererseits muss ein Staat auch dafür einstehen, dass ein Klima des Vertrauens und des Dialogs entsteht. Das sind Lösungsansätze, die man sicher nicht in kurzer Zeit erfüllen kann, doch sie sind wichtig für eine künftige Welt in Frieden.“

Niemand könne heute ausschließen, dass weitere Anschläge in Europa oder spezifisch im Vatikan verübt werden könnten, so Parolin weiter. Sicherheit werde im Vatikan großgeschrieben, aber dies bedeute nicht, Panik zu schüren. Das gelte auch für die Papstreise nächste Woche in die afrikanischen Länder Kenia, Uganda und vor allem Zentralafrikanische Republik, so Parolin. „Die drei Etappen sind fix. Die letzte – also Zentralafrikanische Republik – werden wir kurzfristig vor Ort noch abklären“, sagt der Kardinalstaatssekretär.

Kardinal Müller: Vorurteile überwinden

Für den Präfekten der Glaubenskongregation, Kardinal Gerhard Ludwig Müller, handelt es sich bei den Anschlägen in Paris um einen „Moment, der alle sehr bedrückt“. Auf Facebook sagte er wörtlich:

„Manchmal wird dann gesagt, das ist ein religiöser Hintergrund für Gewalt, aber in Wirklichkeit ist ja Religion die Verbindung zu Gott – zu Gott, der uns Menschen erschaffen hat, der uns liebt, der uns zu Brüdern und Schwestern macht. Er ist der Gott des Lebens und der Liebe und der Wahrheit, und er ist absolut dagegen, dass wir Menschen uns gegenseitig umbringen und uns sogar noch auf seinen Namen berufen.“

In einer solchen Lage sei es wichtig, dass alle zusammenstünden, „dass wir alle Feindschaften gegeneinander, alle Vorurteile überwinden“, so Kardinal Müller weiter. „Dass wir verstehen: Wir sind Brüder und Schwestern vor Gott. Auch die Unterschiede im Glauben müssen dazu führen, dass wir uns wechselseitig noch mehr verstehen lernen, wechselseitig helfen, dass wir aber als Christen auch besonders diesen Weg der Zuneigung, der Solidarität und der Liebe miteinander gehen. Dazu möchte ich alle einladen, dass wir uns darauf besinnen, dass Jesus Christus gekommen ist zu uns Menschen. Er ist der Sohn Gottes, er hat unser menschliches Leben geteilt; er hat auch so viel erlitten, ja am Ende hat man ihn sogar ans Kreuz geschlagen als einen Verbrecher, als einen Aufrührer gekreuzigt; aber er ist von den Toten auferstanden und hat uns Menschen Hoffnung gegeben, und daraus leben wir in unserem christlichen Glauben. Das ist der Weg, den wir gehen: der Weg der Liebe und der Verständigung, der Überwindung des Leidens und nicht des Zufügens von Leid anderen Menschen gegenüber.“

Kardinal Marx: Gegen Gewaltspirale

Mit Blick auf Paris warnt der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Kardinal Reinhard Marx, vor einer Gewaltspirale. Gewalt werde nicht durch Gewalt überwunden, sagte Marx in Freising, bevor er zum Ad Limina-Besuch nach Rom reiste. Dies bedeute nicht, dass man sich nicht verteidigen dürfe, doch die Gewalt der Verteidigung werde nie die Erlösung bringen. Rettung gebe es nur durch die Kraft der Liebe. Marx äußerte sich in einer Predigt zur Jugendkorbinianswallfahrt im Freisinger Mariendom am Wochenende. (rv)

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D: Kirchenasyl richtet sich nicht gegen staatliche Ordnung

Donnerstag 26. Februar 2015 von VH

Kardinal MarxDie deutschen Bischöfe halten grundsätzlich am Kirchenasyl fest. Das bekräftigte Kardinal Reinhard Marx an diesem Donnerstag in Hildesheim. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz berichtete vor Journalisten über die gerade zu Ende gegangene Vollversammlung der Konferenz; sie hat diese Woche zum ersten Mal überhaupt in Hildesheim getagt.

„Die Bischöfe haben dabei einhellig die Auffassung vertreten, dass eine sehr ins Grundsätzliche gehende Debatte schlecht geeignet ist, um Antworten auf konkrete Probleme zu finden. Nochmals halten wir fest, dass sich das Kirchenasyl nicht gegen die rechtsstaatliche Ordnung richtet – im Gegenteil! – und die Kirche kein Sonderrecht für sich beansprucht. Wenn christliche Gemeinden Asylbewerber aufnehmen, so geschieht dies vielmehr, damit in einem konkreten Einzelfall die Rechtslage und rechtliche Ermessensspielräume noch einmal ausgelotet werden, um humanitären Härten oder sogar der Gefahr von Menschenrechtsverletzungen nach einer Abschiebung vorzubeugen."

Immer müsse „in Zusammenarbeit mit den staatlichen Behörden nach einer Lösung gesucht werden", so Kardinal Marx. Das gelte auch bei geplanten Abschiebungen in andere EU-Länder. Auf Nachfrage von Journalisten äußerte sich der Erzbischof von München und Freising dann auch mit einer gewissen Schärfe:

„Bestimmte Argumente wenigstens zulassen! Dass man nicht sagt ‚Es gibt ein Gesetz, und nach diesem Gesetz muss er sterben!‘ Das sagt der Hohepriester Kaiaphas… Die Folgen sind Ihnen bekannt! Und das kann nicht – „fiat iustitia, pereat mundus", das ist nicht die Regel des wirklichen Rechts!"

Zum 50-Jahr-Jubiläum des Abschlusses des Zweiten Vatikanischen Konzils planen die deutschen Bischöfe bei ihrer Herbst-Vollversammlung in Fulda einen Festakt. Dieser soll am letzten Tag der Beratungen stattfinden; in den kommenden Wochen werden die Inhalte für diesen Tag festgelegt. Am 11. und 12. September 2015 wiederum soll in Würzburg mit einem letzten Gesprächsforum auch der Dialogprozess innerhalb der deutschen Kirche zu Ende geführt werden.

„Es geht darum, dass von Würzburg ein kraftvolles Zeichen für die Kirche in Deutschland ausgehen soll und der angestoßene und bewusst bis zu diesem Jahr terminierte Gesprächsprozess in geeigneter Weise weitergeht. Sobald das Programm und die thematische Ausrichtung stehen, werden wir darüber informieren."

In Finanz- und Vermögensfragen stellen die deutschen Bistümer künftig volle Transparenz in Aussicht. Sie spürten, dass die entsprechenden Bemühungen etwa im Erzbistum Köln „von der Öffentlichkeit positiv aufgenommen werden". Ein geistliches Wort zur Gefängnisseelsorge aus dem Jahr 2006 wollen die Bischöfe aktualisieren, die Arbeit an einer Ökumenischen Sozialinitiative setzen sie fort, zur Bedeutung und zum Profil katholischer Schulen starten sie einen Nachdenkprozess.

Marx äußerte sich im Namen der deutschen Bischöfe auch zu einigen internationalen Fragen. Mit Blick auf die Ukraine verurteilte er „die völkerrechtswidrige Annexion der Krim durch Russland und das fortgesetzte militärische Engagement der Russischen Föderation auf dem Staatsgebiet der Ukraine".

„Das Verhalten Russlands beschädigt und gefährdet die Friedensordnung in Europa. Es ist deshalb unannehmbar und trifft zurecht auf harte Reaktionen der europäischen Länder und der USA. Zugleich ist es unerlässlich, dass alle Spielräume für eine Deeskalation des Konflikts und eine Minderung der gefährlichen Spannungen genutzt werden. Die deutschen Bischöfe begrüßen daher die Initiative Deutschlands und Frankreichs, die zu neuen Vereinbarungen geführt hat (Minsk II). Alle Konfliktparteien haben die Verpflichtung, das von ihnen unterzeichnete Abkommen einzuhalten und so auf eine friedliche Entwicklung hinzuarbeiten." (rv)

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Münchner Präventionsprojekt wird in Rom fortgeführt

Donnerstag 27. November 2014 von VH

EB_M_Erzbistum München und FreisingUmzug von München nach Rom: Das E-Learning-Projekt „Prävention von sexuellem Kindesmissbrauch“ des Zentrums für Kinderschutz hat seine Pilotphase in München abgeschlossen; es wechselt an die Päpstliche Universität Gregoriana in Rom. Darüber informierten am Mittwoch in München Kardinal Reinhard Marx, der Erzbischof von München und Freising, sowie Pater Hans Zollner. Der Jesuit ist Präsident des Zentrums für Kinderschutz und des Instituts für Psychologie der Päpstlichen Universität Gregoriana – und er ist sehr zufrieden mit dem bisher Geleisteten.

„Die Bilanz ist sehr gut! Wir haben ein E-Learning-Programm, eine Internet-gestützte Lernplattform, aufgesetzt mit Hilfe des Universitätsklinikums Ulm, und wir haben es mit 714 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus zehn Ländern mit elf Projektpartnern ausprobieren können. Die Rückmeldungen sind insgesamt sehr positiv, und deshalb geht es jetzt weiter! Wir übersiedeln also zum Ende dieses Jahres, vom 1. Januar an, nach Rom an die Gregoriana, wo wir dann das Projekt weiter ausdehnen und vertiefen wollen.“

Das Zentrum für Kinderschutz war vom Institut für Psychologie der Gregoriana in Kooperation mit der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie am Universitätsklinikum Ulm und mit Unterstützung der Erzdiözese München und Freising Anfang 2012 in München eröffnet worden. Es soll durch internetgestützte Qualifizierungsangebote Priester, Diakone, pastorale Mitarbeiter, Religionslehrer sowie Ehrenamtliche und Katecheten weltweit für die Problematik sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen und sexualisierter Gewalt zu sensibilisieren und in ihrer Handlungskompetenz zu stärken.

Pilotphase des Zentrums für Kinderschutz abgeschlossen

„Die einzelnen Lerneinheiten umfassen Dinge wie z.B.: Was muss ich tun, wenn ich merke, dass ein Kind komisch reagiert und ich vermuten kann, dass da eine Art von Missbrauch, auch ein sexueller Missbrauch, vorliegt? Wie soll ich mich dem Kind gegenüber verhalten? Was muss ich tun, um es zu schützen? Mit wem sollte ich sprechen, und was ist die Rechtslage dabei? Ein anderer Bereich ist das, was die Rechtslage in der Kirche betrifft: Welche kirchenrechtlichen Vorgehensweisen gibt es da? Dann der ganze Bereich der kindlichen bzw. jugendlichen Entwicklung, Emotionen, Sexualität; und schließlich Kultur und Kindheit. Wir arbeiten ja bewußt in vielen Ländern mit sehr vielen unterschiedlichen Kulturen und wollen da auch helfen, dass jeweils verstanden wird, was die Kultur für einen Einfluss darauf hat, wie ein Kind reagiert, wie es sich Nähe wünscht oder Distanz braucht, wo die Grenzen sind und wie man als Erwachsener damit umgehen kann.“

Auf Deutsch, Englisch, Spanisch und Italienisch hat das Zentrum zertifizierte Online-Schulungen durchgeführt; an dem Projekt beteiligt sind Psychologen, Kinder- und Jugendpsychiater, Pädagogen, Philologen, Theologen und Mediendesigner. Unter den Teilnehmern waren bisher – das überrascht vielleicht auf den ersten Blick – viel mehr Frauen als Männer. Dazu Pater Zollner:

„Das ist ganz einfach deshalb so, weil im kirchlichen Bereich – Schulen, Kindergärten, Altenheime – der Frauenanteil insgesamt deutlich höher ist. Vierzig Prozent Männeranteil bei der Beteiligung an diesem Kurs ist, ehrlich gesagt, schon ziemlich viel, wenn man bedenkt, dass Männer in diesen Bereichen deutlich weniger vertreten sind.“

Die Erzdiözese München und Freising hat das Zentrum für Kinderschutz in seiner dreijährigen Pilotphase mit insgesamt 651.000 Euro unterstützt. Das Projekt wird auch nach seiner Übersiedlung nach Rom weiterhin von der Erzdiözese mit 500.000 Euro auf fünf Jahre unterstützt, versprach Kardinal Marx an diesem Mittwoch. Pater Zollner schweben derweil schon ein paar Änderungen für die römische Zukunft vor:

„Das Programm ist so, wie es jetzt ist, ein gewissermaßen sehr deutsches Programm; es ist sehr akademisch aufgehängt, sehr anspruchsvoll. Es setzt etwa voraus, dass man Grundlagentexte von 25 Seiten liest, dazu kommen dann noch Einführen, Fragen, eine Auswertung usw. dazu. Das heißt: Wir merken, dass in einigen Ländern das akademische Niveau bzw. die intellektuelle Kapazität nicht gereicht hat, um an dem Programm auch wirklich dranzubleiben und es ganz durchzuführen, auch bis zum Ende: Sonst hätten wir auch deutlich mehr Teilnehmerinnen und Teilnehmer gehabt, die das Programm auch abschließen! Und es ist uns klar, dass wir auch eine andere Ebene von Emotionalität mit in das Programm bringen müssen, denn bei diesem Thema kann es nicht nur darum gehen, dass ich mich intellektuell schule, sondern dass ich tatsächlich auch gewissermaßen betroffen bin davon, emotional berührt – und deswegen auch die Geduld aufbringe, an dem Thema dranzubleiben, ohne es einfach wieder fallenzulassen.“ (rv

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Synode: „Die Lehre der Kirche wird nicht verändert, aber sie entwickelt sich“, sagt Kardinal Marx

Dienstag 7. Oktober 2014 von VH

Kardinal MarxEine „ideale Realität von Ehe und Familie“, die die Kirche zurückerobern müsse, hat es zu keinem Zeitpunkt gegeben. Das hat Kardinal Reinhard Marx vor den Bischöfen und anderen Teilnehmenden an der vatikanischen Bischofssynode zur Familie betont. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz stellte sich nach dem ersten Arbeitstag der Synode am Montagabend der Presse. Seine eigene Wortmeldung in der Synodenaula zusammenfassend, sagte Marx, Ehe und Familie seien geschichtlich betrachtet „immer eine Herausforderung“ gewesen.

„Wir sollten den Unterton vermeiden, es habe irgendwann eine ideale Realität von Ehe und Familie gegeben. Das ist eine Sicht, die ein bisschen Requonquista-mäßig ist. Wir müssen wiedergewinnen, was wir mal hatten. Das ist eine falsche Sicht, eine ungeschichtliche Sicht.“

Vielmehr müsse man „jetzt in dieser Zeit“ das Evangelium von der Familie mit den Menschen von heute „neu erarbeiten, neu entdecken“ – und „nicht nur etwas Altes entdecken“. Dazu gehöre auch ein Überdenken der moralischen Bewertungen: „Das Menschen heute moralisch schlechter wären, das ist doch nicht wahr“, so der Kardinal.

„Die Lehre der Kirche ist kein statisches Gebilde. Kardinal Kasper hat das so schön gesagt, aber da könnte man auch Benedikt XVI. zitieren und viele andere: die Wahrheit ist kein System, sondern eine Person. Eine Person, die mitgeht und mit der wir im Gespräch sind mit den Realitäten unseres Lebens.“

Kardinal Marx warnte vor einer zu apodiktischen Betonung der Tatsache, dass die katholische Lehre auf keinen Fall verändern würde. „Die Lehre wird nicht verändert, aber die entwickelt sich.“ Eine Absetzung der Pastoral von der Lehre werde einer echten Pastoral nicht gerecht.

Die vom Papst angesprochene Offenheit

Er habe den ersten Tag der Synode als „Mut machend“ erlebt und in der Aula eine „Atmosphäre der Offenheit“ wahrgenommen, fuhr Kardinal Marx fort. Die Bandbreite der Beiträge sei sehr weit gewesen. Geäußert hätten sich „aber auch viele, die klar gemacht haben, dass sie ein pastorales Interesse haben, dass sie die Realitäten der Menschen wahrnehmen. Das Stichwort Barmherzigkeit ist sehr oft gefallen. Insofern bin ich ganz zufrieden.“

In der Frage der Akzeptanz homosexueller Paare von Seiten der Kirche – ein weiterer neuralgischer Punkt aus Sicht der Ortskirchen im Westen – sprach Kardinal Marx von einer gewissen Dynamik.

Homosexuelle dürfen nicht ausgegrenzt werden. Und ich kann ja nicht sagen, dass in einer homosexuellen Beziehung vielleicht die über Jahrzehnte geht und treu gelebt wird, ich habe ja solche Leute erlebt – ich kann nicht sagen, das ist alles nichts. Nur weil es eine homosexuelle Beziehung ist. Das ist ein bisschen zu stark. Das sind Dinge, die wir genauer anschauen müssen. Einfach alles über einen Kamm scheren, das kann man nicht.

Kardinal Marx, der bei der Versammlung der Bischofssynode die deutsche Bischofskonferenz vertritt, ging auch auf die Besonderheiten des synodalen Prozesses ein, den Papst Franziskus begonnen habe. Der Weg müsse ein öffentlicher Weg sein, so der Kardinal, die Öffentlichkeit gehöre zu den Beratungen dazu, das müsse allen Synodenteilnehmern klar sein. So wolle man mit dem Abschlusstext, der während der Beratungen erstellt werde, einen Impuls in die Ortskirchen geben, damit diese dann in dem Jahr bis zur kommenden Synode im Herbst 2015 darüber sprechen könnten. In der deutschen Bischofskonferenz habe man sich bereits Gedanken dazu gemacht, wie dies organisiert werden könne, so Marx.

Die im Vorfeld der Versammlung geführten Debatten hätten in der Aula – zumindest am ersten Tag – keine Rolle gespielt. Hier war es vor allem um die Frage der wiederverheirateten Geschiedenen und die Frage ihrer Zulassung zu den Sakramenten gegangen. Insgesamt sei die Debatte aber viel breiter verlaufen. Man sei sich klar darüber, dass das nicht nur ein europäisches Problem sei, aber gleichzteitig träten auch weitere Problemanzeigen hinzu. Es sei ihm ein besonderes Anliegen, dass auch über die Auswirkungen von Armuut beziehungsweise des Kapitalismus auf die Familien gesprochen würde. (rv)

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