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Qumran: Eine Ziege, Manuskripte und ständig neue Debatten

Dienstag 27. September 2016 von VH

qumran_rollendetailImmer noch Überraschungen, neue Fragmente, neue Debatten: Auch siebzig Jahre nach den ersten Funden erregen die Manuskripte von Qumran immer neues Interesse. Es war eine Ziege gewesen, mit der 1947 in der Judäischen Wüste alles angefangen hatte; auf der Suche nach ihr machte ein Hirte in einer Berghöhle nicht weit von Jericho die spektakulärste archäologische Entdeckung des 20. Jahrhunderts. Er fand Schriftrollen aus dem Umfeld der Bibel. Ausgrabungen förderten bis 1956 in elf Höhlen die Überreste von 900 hebräischen Rollen aus dem dritten und zweiten Jahrhundert vor Christus zutage – darunter die ältesten Manuskripte, die wir von der Hebräischen Bibel überhaupt haben.

„Die überwältigende Mehrheit der Qumran-Texte ist mittlerweile bekannt und publiziert“, erklärt Professor Corrado Martone von der Uni Turin, der in diesen Tagen einen internationalen Kongress zum Stand der Qumran-Forschung in Bologna mitveranstaltet hat. „Unser Bild dieser Zeit hat sich durch die Funde völlig verändert: Wir haben jetzt Quellen aus erster Hand über das Judentum in der Zeit des Zweiten Tempels, also aus der in vielerlei Hinsicht lebhaftesten Epoche jüdischer Kultur, aus der dann das Christentum genau wie das heutige Judentum hervorgegangen sind. Das heißt, wir stehen hier an den Quellen unserer westlichen Kultur. Das Gros der – vor allem biblischen – Texte, die in Qumran aufgetaucht sind, bestätigt das, was viele Jahrhunderte später zum sogenannten masoretischen Text geworden ist, also zu dem Text, der auch heute noch in den Synagogen gelesen wird, zum Text der Hebräischen Bibel. Aber wir können durch die Funde auch die Entwicklung nachvollziehen, die zu dieser Konkretisierung des Textes geführt hat. Es ist also wirklich so, als könnten wir da die Entstehung des Bibeltextes mitansehen!“

Vieles ist noch unklar an den Qumran-Funden. Etwa die Frage, ob sie wirklich aus der Essener-Gemeinschaft hervorgegangen sind, die hier in der Wüste lebte und die im ersten Jahrhundert nach Christus von den Römern vernichtet wurde. Unklar ist auch, ob Johannes der Täufer oder gar Jesus mit dieser Essener-Gruppe etwas zu tun hatten – und wenn ja, was genau. Die Unklarheiten haben im Lauf der Jahrzehnte immer wieder Spekulationen befeuert, bis hin zu der halsbrecherischen These, der Vatikan versuche eine unbequeme Wahrheit über Qumran zu unterdrücken. Die Wirklichkeit ist prosaischer: Experten, die sich über teilweise winzige Fetzen beugen und denen oft nur eine lückenhafte Entzifferung gelingt.

Pentateuch-Rolle erst vor drei Jahren in einer Uni-Bibliothek wieder aufgetaucht

Der Forscher Mauro Perani von der Uni Bologna hat sich auf dem Kongress in den letzten Tagen vor allem mit der Rolle des vollständigen Pentateuch beschäftigt, also mit den fünf Büchern des Mose, die am Beginn der Hebräischen Bibel stehen. Die 36 Meter lange Rolle aus dem elften nachchristlichen Jahrhundert wurde allerdings nicht in Qumran entdeckt, sondern vor nur drei Jahren von ihm selbst in der Universitätsbibliothek von Bologna. Sie ist offenbar von Dominikanern im 13. Jahrhundert von Toulouse nach Bologna gebracht worden, stand dort im Mittelpunkt zahlreicher Studien, war aber nach den napoleonischen Wirren bis vor kurzem verlorengegangen.

„Diese Rolle bildete, wie alle Studien der letzten Jahre gezeigt haben, eine Säule, eine Art Polarstern, einen Leuchtturm der wahren Bibel des Esra. Sie wurde also dem Schreiber Esra zugeschrieben, offenbar um damit auszudrücken, dass sie in uralte Zeiten zurückreichte, und war ein Bezugspunkt nicht nur für das religiöse, sondern auch für das politische Leben. Bei Debatten über politische und religiöse Fragen bezogen sich alle immer auf diese wahre Bibel des Esra, die sich jetzt in der Uni-Bibliothek von Bologna befindet.“

Esra war um 400 vor Christus der Verfasser der beiden alttestamentlichen Bücher Esra und Nehemia, die im Alten Testament zum Korpus der Geschichtswerke gehören. Er berichtet über den Neuanfang des Volkes Israel in Jerusalem und Juda nach der Rückkehr aus dem Babylonischen Exil. Das achte Kapitel des Buches Nehemia schildert, wie „der Priester Esra“ dem Volk „das Buch mit dem Gesetz des Mose“ vorliest, zu dessen tiefer Betroffenheit.

Die Qumran-Rollen sind im Jerusalemer Heilig-Land-Museum ausgestellt, in einem eigenen „Schrein des Buches“. Für die in Bologna wiederaufgetauchte Pentateuch-Rolle soll jetzt ein eigenes Museum an der Uni Bologna entstehen, wie Professor Alberto Melloni erklärt. „Angesichts dieser Wiederentdeckung wollen wir mehr als nur eine Ausstellung rund um die Schriftrolle bieten – auch weil Bologna der Ort der ersten “Editio princeps” der Hebräischen Bibel war und weil in Bologna die erste „Jerusalemer Bibel“ auf Italienisch herausgegeben wurde. Dieser große rote Kasten – viele Katholiken in Italien werden sich an ihn erinnern – war so etwas wie eine Heimkehr der Heiligen Schrift in die katholische Tradition. Wir wollen ein Museum, wo die Bibel von Bologna nicht zum Museumsstück wird – das wäre eine Beleidigung, sie so zu behandeln! –, sondern wo sie Menschen, die immer weniger Umgang mit der Bibel haben, eine Möglichkeit zum Kennenlernen der Heiligen Schrift gibt.“ (rv)

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Buchtipp: Die Stadt Rom zur Zeit der Reformation

Sonntag 25. September 2016 von VH

buch-stadt-rom-zur-reformationEinen besonders einnehmenden kleinen Band zur Stadtgeschichte Roms legt das Verlagshaus Herder neu auf. Das Besondere: es handelt sich um ein bereits 100 Jahre altes Buch, das versucht, in Wort und Bild das Rom der Reformation einzufangen. Eine doppelte historische Brechung also. Die aber ist umso reizvoller, als das Werk aus der Feder des betont katholischen Kirchenhistorikers Ludwig von Pastor (1854 – 1928) stammt, der sein wissenschaftliches Lebenswerk der Verteidigung der „una sancta“ in bester Tradition des ausgehenden 19. Jahrhunderts widmete.

Von Pastor unternahm vor 100 Jahren ausgedehnte Stadtspaziergänge durch ein rasant sich wandelndes Rom. Denn mit dem Ende des Kirchenstaates 1870 hörte Rom auf, bloß das Rom der Päpste zu sein, das es rund eineinhalb Jahrtausende gewesen war, und wurde Hauptstadt Italiens. In wenigen Jahrzehnten veränderte ein gewaltiger Bauboom das urbane Gewebe Roms unwiderruflich. Zugleich prägte eine protestantisch dominierte Kirchengeschichtsschreibung namentlich aus Deutschland dem Papst und seiner Stadt einen Stempel des Anachronismus auf. Der aus Aachen gebürtige Ludwig von Pastor, gewiss kein Vorkämpfer der Ökumene, versuchte dem in all seinem Schreiben und Tun gegenzusteuern. Sei es mit seiner 16-bändigen „Geschichte der Päpste seit dem Ausgang des Mittelalters“, sei es mit seinem Büchlein „Die Stadt Rom zur Zeit der Reformation“, in dem er die untergehende Größe der ewigen Stadt, die so ewig gar nicht ist, in Wort und Bild für die Nachwelt dokumentieren wollte.

Von Pastor verarbeitete Stiche, Zeichnungen, Grund- und Aufriss-Skizzen, Gemälde, Fotografien zur Garnierung seiner nach Stadtvierteln geordneten Spaziergänge. Der Herausgeber der Neuauflage Martin Wallraff fügt mit Bedacht neue Aufnahmen dort hinzu, wo in 100 Jahren alles anders geworden ist, wo also etwa ein malerischer Innenhof Pastors zur Garage mutierte.

Rom anno 1916 konnte überhaupt nicht „papstfrei“ gedacht werden – anders als heute. Die Neuauflage dieses Büchleins erhebt nicht den Anspruch, eine Art religiöser Stadtführer zu sein, aber kirchenhistorisch aufgeladen ist jede Zeile und jede Abbildung dieses höchst ansprechenden Buchs. (rv)

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Buchtipp: Ulrich Nersinger, Gott ist barmherzig

Samstag 27. August 2016 von VH

Nersinger_Buch_Gott_ist_barmberzig„Gott ist barmherzig“ heißt das Büchlein, das der auf Kirche und Vatikan spezialisierte deutsche Historiker Ulrich Nersinger im Verlag media Maria vorgelegt hat. In acht Kapiteln durchläuft der geschichtlich hochversierte Journalist verschiedene Gegebenheiten der Heiligen Jahre, spricht über die Ursprünge, die Pilgerströme durch die Jahrhunderte, die Persönlichkeiten und die Heiligen der Jubeljahre. Beispiel: heilige Pforten. Woher und wozu? Und warum waren die heiligen Pforten beim ersten Heiligen Jahr 1300 noch nicht mit dabei? Ulrich Nersinger:

Nersinger: „Pforten haben in der Menschheitsgeschichte eine immense Bedeutung, in Mesopotamien, Ägypten, germanische Götterwelt. Pforten als Zugang zu den Göttern oder einer himmlischen Wirklichkeit, ein Zugang vom Diesseits zum Jenseits. Gerichtsurteile werden in der Regel in der Pforte gehalten, eine alte Tradition. Diesen Reichtum hat die Kirche 1300 noch nicht aufgenommen.“

RV: Woran lag das?

Nersinger: „In der Geschichte der Heiligen Jahre sieht man eine Entwicklung. 1300 ist eine spontane Sache gewesen. In der Welt tauchte die Nachricht auf, 1300 würde man in Rom einen vollkommenen Ablass bekommen, und das hat die Menschen der Zeit, die stark geprägt waren von einem Sündenbewusstsein, aufgerufen, nach Rom zu kommen. Ohne dass es irgendein Zutun des Papstes gab. Der Papst war überrascht, welche Menschenmengen auf einmal nach Rom strömten, und er wollte diese Menschenmengen anschauen, wovor er gewarnt wurde. Er ist dann doch hin geritten vom Lateran nach Sankt Peter, dann hat er in den Archiven geforscht und ein Konsistorium der Kardinäle einberufen, und hat dann mehr oder weniger spontan die Einrichtung der Heiligen Jahr in der Kirche geschaffen.

RV: Sie fanden zunächst alle 50 Jahre statt.

Nersinger: „Nein, sie fanden zunächst sogar nur alle 100 Jahre statt. Da kam eine andere römische Tradition mit hinein. Wir kennen aus der Antike die 100-JahrFeiern, die Säkularfeiern, die immer einen Neubeginn markieren sollen. Das wurde also auch in der heidnischen Tradition schon etwas vorweg genommen.“

RV: Es gab auch außerordentliche heilige Jahre, aus Sonderanlässen.

Nersinger: „Ja, und das ist eine Erscheinung des 20. Jahrhunderts. Das erste war 1933 ganz bewusst von Pius XI gesetzt, gegen die damaligen Diktatoren, vor allem den Faschismus. Als er gefragt wurde, warum dieses außerordentliche Jubiläum, sagte er, er wolle der Welt zeigen, wer der wirkliche, der wahre Messias sei. Das war eine deutliche Ansage gegen Nationalsozialismus und den Faschismus.“

RV: Das derzeit laufende außerordentliche Jahr legt den Fokus auf die Barmherzigkeit, aber ist die Barmherzigkeit nicht eigentlich den Heilige Jahren immer schon eingeschrieben gewesen?

Nersinger: „Im Grund wäre es gar nicht nötig gewesen, das jetzige Heilige Jahr mit dem Zusatz „Barmherzigkeit“ zu versehen, denn das ist eigentlich immer die Absicht eines Heiligen Jahres gewesen. Der jetzige Heilige Vater fand das aber wichtig es besonders herauszuheben, weil es ein Leitmotiv seines Pontifikates ist. Und das zu Recht, aber wenn man sich die Geschichte anschaut, jedes Heilige Jahr ist immer ein Zugehen der Kirche auf die Menschen. Und des sich-Erbarmens mit ihren Anliegen.“

Ulrich Nersinger: Gott ist barmherzig. Ein Streifzug durch die Feier der Heiligen Jahre der katholischen Kirche. Media Maria, 15 Euro. (rv)

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Päpstliche Schneider der nun sechsten Generation: Das Erbe der Gammarellis

Sonntag 17. Juli 2016 von VH

Gewaender_des_neuen_ PPROM – Für fünf Generationen haben die Gammarellis den Stellverterter Christi gekleidet. Nun, nach dem Tod von Annibale Gammarelli, geht der Familienbetrieb über an die sechste Generation.

Gegründet im Jahr 1798 durch Giovanni Antonio Gammarelli, begann diese „Ditta“ (Firma) unter Papst Pius VI. als Schneiderei für den Klerus. Nach dem Tod Giovannis ging das Geschäft an seinen Sohn Filippo, und dann an dessen Sohn, Annibale.

Im Jahr 1874 verlegte Annibale den Laden an seine jetzige Adresse in der Via Santa Chiara 34, nur wenige Schritte vom Pantheon entfernt. Das Geschäft befindet sich im Gebäude der Päpstlichen Diplomatenakademie.

Als Annibale starb, entschieden sich seine Söhne Bonaventure und Giuseppe den Namen „Ditta Annibale Gammarelli“ beizubehalten, als Homage an den Vater – heute ist der Name dem Klerus in Italien und der ganzen Welt ein Begriff.

Bonaventura Gammarelli nannte auch seinen Sohn nach seinem Vater: Der „zweite“ Annibale übernahm das Geschäft und führte es viele Jahre.

Als er nun am 12. Juli in Rom verstarb, hinterließ er das Geschäft seinem Sohn Stefano Paolo und seinen Neffen Maximilian und Lorenzo. Diese bilden nun die sechste Generation der Gammarellis, die für den Papst Gewänder fertigt.

Während jeder Konklave werden die Gammarellis beauftragt, drei weiße Soutanen zu liefern – in den Größen klein, medium und groß – die dann bereit stehen für den neuen Nachfolger Petri.

Und auch wenn Franziskus diese nicht verwendet: Die weißten Soutanen werden komplimentiert durch eine rote Mozzetta (ein über dem Chorhemd getragener Schulterkragen) sowie eine weiße Pellegrina (der knopflose, vorne offene Schulterumhang), das weiße Zingulum (der Gürtel) und der weiße Pileolus (das Scheitelkäppchen).

Übrigens tauschen die Päpste meistens alle zwei Monate ihre Soutane aus, denn das silbere Kreuz, das sie tragen, hinterläßt Spuren im weißen Gewand.

Im Jahr 2000 wurde die Ditta Annnibale Gammarelli in die Liste historischer Geschäfte Roms aufgenommen, und der Laden ist der wahrscheinlich älteste, der immer noch von den direkten Nachfahren seines Gründers geleitet wird.

Tausende Priester und hunderte Bischöfe und Kardinäle haben sich bei Gammarelli einkleiden lassen seit der Zeit des seligen Pius IX., der 1846 Bischof von Rom wurde.

An den Wänden in der Werkstatt hängen Bilder der letzten neun Päpste – und werden sie weiter hängen, während eine neue Generation von Gammarellis weitere Päpste bekleidet. (CNA Deutsch)

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Facebook schließt Non-Profit-Seite, die Leben und Familie verteidigt

Donnerstag 14. Juli 2016 von VH

FacebookMEXIKO-STADT – Facebook hat – ohne jegliche vorherige Ankündigung – die Seite „Sexo Seguro“ (Sicherer Sex) A.C. geschlossen. „Sexo Seguro A.C.“ ist ein sozialer Non-Profit-Verband, der die Ehe, das Leben und die Familie verteidigt und aus Ärzten besteht, die Experten auf dem Gebiet Sexualität und Bioethik sind und wissenschaftliche Informationen zu diesen und anderen Themen, wie Verhütung und Abtreibung, verbreiten.

Die Seite hatte mehr als 110.000 Likes und betonte die Wichtigkeit, das Leben von seiner Empfängnis bis zum natürlichen Tod zu verteidigen.

Rosario Laris, Generaldirektorin von Sexo Seguro A.C. und Doktor in Bioethik erklärt gegenüber CNA, dass Facebook am 24. Juni eine Benachrichtigung geschickt habe, in der es heißt, sie würden dessen Normen verletzen: „Es wurde uns jedoch nicht gesagt, welche Norm oder welche Veröffentlichung die Schließung ausgelöst habe. Vielleicht, weil Links zu anderen Seiten gepostet wurden? Das machen wir seit dem Moment, in dem die Seite erstellt wurde, also seit fünf Jahren.

In Mexiko wurde vor drei Monaten der Vorschlag der „gleichgestellten“ Ehe unterbreitet und wir haben uns auf Facebook klar dagegen ausgesprochen. Aber wir haben auf proaktive Weise widersprochen, indem wir von der natürlichen Ehe zwischen Mann und Frau geredet haben“ fügte die Chirurgin hinzu.

Laris betonte, dass die Veröffentlichungen ihren Followern immer gefielen und weiß wirklich nicht, warum diese Schließung erfolgt sei. „Wir wissen immer noch nicht, ob diese Zensur aufgrund von Gruppen, die Druck gemacht haben, erfolgt ist. Es ist kein klarer Grund ersichtlich; es hätte uns gefallen, dass Facebook ihn uns mitgeteilt hätte, zusammen mit der Möglichkeit Korrekturen vorzunehmen. Bis heute haben wir nicht mal eine Email erhalten.“

Vor Kurzem startete eine Kampagne auf Twitter, mit Kopie an Facebook, die versucht, die Seite „Sexo Seguro“ wieder herzustellen.

„Es ist wichtig, diese Kampagne weiterzuführen, damit die Leute diese Ungerechtigkeit wahrnehmen. Immerhin ist Facebook eine soziales Netzwerk, das alle einschließen und verschiedene Sichtweisen zulassen muss. Wir haben nie jemanden direkt beleidigt, wir waren nicht aggressiv, sondern haben nur unseren Standpunkt zu Sexualität und Ehe dargelegt“ sagt sie zu CNA.

Und fügt hinzu, dass dieser Standpunkt ihrer Vereinigung geachtet werden müsse, denn es sei „ein personalistischer Ansatz, der die Würde der Person vom Beginn ihrer Empfängnis bis hin zum natürlichen berücksichtigt.“

„Es ist notwendig, dass die sozialen Netzwerke erkennen, dass es nicht so leicht ist, einigen Seiten redaktionelle Richtlinien vorzugeben, wenn ihnen viele Personen folgen. Wir fühlen uns als Gruppe, die die natürliche Familie verteidigt, diskriminiert. Die einzige Form, um zu erreichen, dass man in den Netzwerken unsere Nichtzustimmung wahrnimmt, ist, dass die Gesellschaft aufsteht, sich organisiert, Unterschriften sammelt und ihre Stimme hören lässt“ endet Dr. Laris. (CNA Deutsch)

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Buchtipp: Politik und Religion bei Dante

Samstag 18. Juni 2016 von VH

DanteDante Alighieri (1265-1321) gehört zu den Säulen der italienischen Literatur und gleichzeitig bieten seine Werke – nicht nur die berühmte „Göttliche Komödie“ – einen tiefen Einblick in das Glaubensleben der Menschen im 13. Jahrhundert. Im vergangenen Jahr feierte Italien seinen 750. Geburtstag, Würdigungen gab es sogar von Papst Franziskus. Trotz der langen Zeit, die seit ihrer Abfassung vergangen ist, haben Dantes Werke heute noch sehr viel zu sagen und zwar sowohl im politischen als auch im religiösen Bereich. Das kann man im neuen Buch des italienischen Politikwissenschaftlers Pietro Luca Azzaro nachlesen. Das Werk mit dem Titel „Politik und Religion bei Dante“ ist nun im Herder-Verlag auf Deutsch erschienen. Der italienische Autor zeigt auf, dass die heutigen Herausforderungen im Hinblick auf das, was Europa ausmacht, bereits zu Dantes Zeiten aktuell waren. Das führt dazu, dass auch die Lösungen, die in Dantes Werken aufgezeigt werden, zukunftsweisend sein könnten und auf das vorausweisen, was auf uns in den nächsten Jahrzehnten zukommen wird. Religion und Politik werden nicht als Gegensätze, sondern als gegenseitige Bereicherungen betrachtet. Das, so die These des Autors, sei ein großes Anliegen Dantes gewesen.

Als „Propheten der Hoffnung“ hatte Papst Franziskus vor einem Jahr Dante Alighieri beschrieben und dazu ermuntert, die Werke des italienischen Autors zu lesen. Franziskus verwies auf die große Hochachtung, die seine Vorgänger Dante entgegengebracht hätten. Zum Beispiel widmete Benedikt XV. (1914-1922) dem Dichter aus Florenz zum 600. Todestag eine eigene Enzyklika. Paul VI. veröffentlichte vor 50 Jahren ein Apostolisches Schreiben über Dante. Und auch Franziskus selbst zitierte Dante in seiner ersten Enzyklika „Lumen fidei“. Übrigens: Der emeritierte Papst Benedikt XVI. habe Azzaro, so berichtet der Herder-Verlag, zu seinem Werk über Dante Alighieri gratuliert.

Zum Mitschreiben: Pietro Luca Azzaro, Politik und Religion bei Dante. Herder-Verlag, ca. 25 Euro. (rv)

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Eine menschlichere Welt bauen: Erster Humanitärer Weltgipfel in Istanbul

Montag 6. Juni 2016 von VH

WHS_IstanbulISTANBUL – Ende Mai versammelte der erste Humanitäre Weltgipfel in Istanbul 9.000 Teilnehmer aus 173 UN- Mitgliedsstaaten: Vertreter aus der Privatwirtschaft, Zivilgesellschaft und Nichtregierungsorganisationen. Das Ziel des Gipfels war, Strategien zur Eindämmung der weltweiten humanitären Krisen zu finden.

Es ist der erste Gipfel in diesem Umfang und seiner Art in der 70-jährigen Geschichte der Weltorganisation.

Ban Ki-Moon, Generalsekretär der Vereinten Nationen, will die Staatenlenker verpflichten, die Humanität in das Zentrum ihrer Politik zu stellen. Sie sollen alles Notwendige tun, bestehende Konflikte zu beenden und neue nicht entstehen zu lassen.

Der UN Chef zeigte sich entäuscht darüber, dass viele Regierungsvertreter nicht gekommen waren, besonders die der G7 Mitgliedstaaten, mit Ausnahme der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Auch der Heilige Stuhl und der Souveräne Malteserorden nahmen zusammen mit Führungspersönlichkeiten anderer religiöser Gemeinschaften und Repräsentanten unterschiedlicher Glaubensrichtungen am Gipfel teil.

Der “Aussenminister” des Vatikans, Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin sagte: „Der Heilige Stuhl möchte mit seiner Anwesenheit die Wichtigkeit von Humanitärer Arbeit unterstreichen…und zum Ausdruck bringen, dass dabei immer der Mensch im Vordergrund stehen muss”.

Der früherer Hohe Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen, António Guterres, sagte, dass die glaubensbasierten Organisationen immer an vorderster Front kämpfen – mit enormer Großherzigkeit und enormem Mut. “Sie verkörpern einen sehr wichtigen Teil des humanitären Geschehens rund um die Welt. Darüber hinaus wirken sie bewusstseinsbildend, prägen die öffentliche Meinung, damit die Regierungen ihre Verantwortung wahrnehmen, und humanitäre Arbeit besser unterstützen.“

Die Botschafterin des Malteserordens bei den Vereinten Nationen in Genf, Marie Therese Pictet-Althann unterstrich die Hoffnung, dass der Gipfel die Bedeutung religiöser Gemeinschaften und glaubensbasierter Organisationen in der humanitären Arbeit anerkenne und dass betont werde, wie wichtig sie sind.

Beobachter stellten fest, dass sich die Medien größtenteils auf politische Aspekte konzentrierten und den einfallsreichen, bunten Darbietungen einiger Hollywood-Berühmtheiten und -aktivisten, wie dem “James Bond”-Darsteller Daniel Craig und Schauspieler Forrest Whitaker. Weniger beachtet wurde so, dass in Nebenveranstaltungen und einer eigenen Sondersitzung der große Beitrag aufgezeigt wurde, den Religionen im Dienst der Menschheit leisten.

In seiner Rede unterstrich Albrecht Freiherr von Boeselager, Großkanzler des Malteserordens, dass es nun um Ergebnisse gehe. „Damit dieser Gipfel zu einem produktiven Ergebnis führt, müssen wir sicherstellen, dass die Ausführungen und Verpflichtungen, von denen wir gehört haben, in konkretes Handeln umgesetzt werden – im Namen all der Menschen, die Schutz und Hilfe von uns erwarten“.

Von Boeselager weiter: „Weil wir eine zunehmende Missachtung eindeutiger humanitärer Rechtsvorschriften beobachten, ist es wichtiger geworden, sich in Sachen Menschlichkeit auf die Werte zu verlassen, die in den verschiedenen Religionen grundgelegt sind. Wir hoffen, dass die Ergebnisse dieses Gipfels die Aufmerksamkeit der humanitären Liga auf diese Tatsache lenken.“

Michel Veuthy, Stellvertretender ständiger Vertreter des Malteserordens bei den Vereinten Nationen in Genf, hieb die Rolle des Ordens hervor: „Der Orden als Ganzes kann tatsächlich nicht nur als religiöse Organisation und humanitär Agierender, sondern auch aufgrund seines diplomatischen Status und internationalen Ansehens Regierungen, internationale Organisationen und religiöse Gemeinschaften zusammenbringen.“

Erzbischof Silvano M. Tomasi, Sekretär des Päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden, war Mitglied der Delegation des Heiligen Stuhls in Istanbul. „Diese Konferenz beschäftigt sich umfassend mit der Tatsache, dass wir eine große Menschheitsfamilie sind, die eine neue Agenda für humanitäres Handeln braucht. Dieses neue Verständnis muss auf gegenseitiger Unterstützung und Toleranz aufbauen, vor allem aber auf Solidarität.“

Wie Kardinal Luis Antonio Gokim Tagle, President von Caritas Internationalis, betonte, „genügt [es] nicht, auf Katastrophen zu reagieren. Wir sollten unser Bestes tun, um zu verhindern, dass von Menschen verursachte Katastrophen das Leben und die Träume anderer Menschen zerstören.“

Am Dreifaltigkeitssonntag hatte Papst Franziskus eingeladen, für den Erfolg des Welthumanitätsgipfels zu beten und in seiner an den Gipfel gerichteten Botschaft sagte er: „Wenn wir von den Opfern und Leidenden lernen, werden wir eine menschlichere Welt bauen können.“

Dieser Bericht wurde von unserem Genfer Korrespondenten Christian Peschken, Pax Press Agency, verfasst. Der Bericht wird auch bei EWTN – Katholisches Fernsehen zu sehen sein im Rahmen des Magazins ‚Vatikano‘. Weitere Informationen zu Pax Press Agency, Genf unter www.paxpressagency.com (CNA Deutsch)

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Italien: Verbeugung oder nicht Verbeugung vor dem Mafiaboss?

Montag 6. Juni 2016 von VH

La RepubblicaAusgerechnet Corleone! Da müht sich die sizilianische Kleinstadt seit Jahren, ihr Image als Mafia-Nest loszuwerden. Und jetzt das: Eine Heiligenprozession zieht letzte Woche feierlich durch eine Straße der Stadt – und bleibt vor dem Haus von Totò Riina stehen. Riina war von 1982 bis zu seiner Verhaftung 1993 Boss der „Cosa Nostra“, der berühmteste und gefürchtetste Mafiaboss Italiens. Seine Frau, Ninetta Bagarella, steht zur Prozession auf dem Balkon des Hauses, wartend. Von einem „Inchino“, einer Verbeugung der feierlich herumgeführten Heiligenstatue, vor der Frau des Mafiabosses spricht die Tageszeitung „La Repubblica“.

Jetzt ermittelt die Staatsanwaltschaft in Palermo. Und auch der Bischof von Monreale, Michele Pennisi, hat eine eigene Untersuchungskommission eingerichtet. „Ich bin am Sonntag gegen 22 Uhr informiert worden, dass es – nein, keinen „Inchino“, sondern einen unplanmäßigen Halt der Prozession in der Straße gegeben hat, wo die Frau von Totò Riina wohnt. Um 23 Uhr habe ich mit dem Pfarrer gesprochen und ihn um einen detaillierten Bericht geben, den er mir am nächsten Tag geschickt hat. Er beteuert, der Prozessionsweg sei derselbe wie immer und sei auch ordnungsgemäß mit der Polizei und den Carabinieri abgesprochen worden. Es gab einen Halt, der eigentlich nicht vorgesehen war, aber es gab keinerlei Verbeugung des Heiligenbildes (von Johannes dem Täufer). Das haben mir auch die Carabinieri bestätigt.“

Allerdings waren die Carabinieri aufgebracht über den Stopp vor dem Mafia-Haus. Wer sich diesen Stopp ausgedacht hat, wird im Moment untersucht. Im Verdacht steht ein Mitglied der Bruderschaft, die die Prozession alljährlich organisiert; er ist ein Cousin von Totò Riinas Frau.

Bischof Pennisi will, dass künftig keine Prozession mehr durch die betreffende Straße führt. Ansonsten wartet er die Ergebnisse seiner Untersuchungskommission ab. „Dann werde ich entscheiden. Wenn die Bruderschaft die Verantwortung trägt, dann wird sie entweder unter Aufsicht gestellt, oder die Mitglieder, die sich regelwidrig verhalten haben, werden bestraft. Ich habe schon vor zwei Jahren ein Dekret veröffentlicht, das festlegt: Wer Mitglied in einer Mafia ist, kann nicht gleichzeitig zu einer katholischen Bruderschaft gehören, denn Christus und gleichzeitig der Mafia zu dienen, ist unvereinbar. Mir wäre am liebsten, man würde es im ganzen Bistum machen wie hier in Monreale: Wir sprechen mit den Ordnungskräften nicht nur ab, welchen Weg unsere Kreuzprozession nimmt, sondern auch, wo Pausen eingelegt werden. Auf diese Weise kommt es zu keinerlei Missverständnissen.“

Firmpaten und Mafia-Paten

Bruderschaften – auf Italienisch „Confraternità“ – spielen eine große Rolle im sizilianischen Brauchtum. Umso strenger will die Kirche darüber wachen, dass ihre Mitglieder nichts mit der Mafia zu tun haben. Die Bürgermeisterin von Corleone, Leoluchina Savona, ist aufgebracht über die neuen Negativ-Schlagzeilen: Da werde der alte üble Ruf der Stadt wieder einmal von den Medien instrumentalisiert, und das beschädige alles bisher Erreichte im Einsatz für die „legalità“. Bischof Pennisi: „Sie ist auch deshalb verärgert, weil das Innenministerium gerade über eine mögliche Auflösung des Stadtrates (wegen mafiöser Unterwanderung) nachdenkt. Und sie hat das Gefühl, dass da jemand die Politiker in dieser Richtung beeinflussen will. Was jedenfalls die Kirche betrifft, kann ich nur sagen: Die Bruderschaften müssen Orte der „legalità“ sein, und es ist absolut nicht hinnehmbar, dass eine Prozession vor Personen, die mit der Mafia verbunden sind, einen Halt einlegt!“

In Pfarreien und Schulen sei in den letzten Jahren viel getan worden, um Kinder und Jugendliche gegen die Mafia zu sensibilisieren. „Jedesmal, wenn ich Firmungen spende – nicht nur in Corleone –, sage ich: Wir sollen die Freiheit der Kinder Gottes haben und uns keiner Mafia-Macht unterwerfen. Und ich sage immer: Es gibt einen großen Unterschied zwischen dem christlichen Paten, der den Firmling auf seinem Glaubensweg begleitet, und dem Mafia-Paten, der seinem Schützling dabei hilft, eine mehr oder weniger kriminelle Karriere zu machen. Diese Unterscheidung muss klar sein!“ (rv)

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Olympische Spiele: Brasilianische Sorgen über das Danach

Donnerstag 2. Juni 2016 von VH

Rio 2016Rio de Janeiro liefert sich einen Wettlauf mit der Zeit. Am 5. August fällt der Startschuss für die Olympischen Spiele, bis dahin muss noch gebaut werden. Und weil das unter Druck passiert, kostet es mehr als vorgesehen. Das Ergebnis: Die Gesellschaft ist gespalten darüber, ob sie sich über den Sportevent freuen soll oder klagen. Pater Leandro Lenin Tavares ist Olympiapfarrer von Rio de Janeiro und er zeichnet ein eher düsteres Bild von der Situation im Land heute.

„Einerseits freuen sich die Menschen über die Spiele, andererseits sind sie besorgt, was die Ausgaben angeht“, sagt Pater Leandro. „Die Bevölkerung ist auch besorgt, dass sie selber nach den Spielen nicht viel davon hat. Natürlich ist es gut, dass investiert wird, andererseits muss die Bevölkerung aber auch davon etwas haben. Und was die Menschen ganz besonders beschäftigt, über die Spiele hinaus, ist natürlich die politische Krise in Brasilien.“

Mitte Mai hatte der Senat des Landes Präsidentin Dilma Rousseff suspendiert, aus dem Folgekabinett mussten aber bereits ebenfalls Minister wegen Korruption zurücktreten, das Land kommt nicht zur Ruhe. Hinzu kamen vor einigen Tagen Massenproteste gegen Gewalt an Frauen. Anlass war die Vergewaltigung eines jungen Mädchens durch wahrscheinlich mehr als zehn Männer. Drittes Problemfeld ist die Gesundheitsfrage, zum Zika-Virus gehen derzeit sich widersprechende Meldungen über Ansteckungsgefahr und Gefährlichkeit um die Welt.

„Das sind beides sehr brasilianische Themen“, sagt Pater Leandro, sie würden nur unterschiedlich angegangen. Zum Virus etwa sei die Bevölkerung gut informiert, es gab Kampagnen gegen den Virus, alles sei unter Kontrolle. Was die Gewalt in den Städten angehe, sei die Situation anders. Während der Olympischen und Para-Olympischen Spiele sei die Stadt sicher, davon könne man ausgehen. „Was uns als Brasilianer und als Bewohner von Rio de Janeiro aber mehr interessiert und Sorge macht ist die Frage, was nach den Spielen ist. Wird es diese Sicherheit weiter geben? Wir wissen ja nun, dass wir es können, und wir brauchen Sicherheit in der Stadt.“

Von außen sehe es so aus, dass nach Weltjugendtag und Fußballweltmeisterschaft Brasilien mittlerweile Routine habe bei der Ausrichtung solcher Events. Dabei werde gern übersehem, wie komplex das alles sei und vor allem wie viele Ressourcen das benötige. Das Land habe gelernt, bewertet der Olympiapfarrer den Fortschritt, die Organisation liefe besser und man übernehme von den Vorgängerevents viel Know-How. „Die Touristen und die Athleten werden ein Rio de Janeiro sehen, das sie begeistert, aber sie sollen auch Hause fahren und unsere Probleme gesehen haben. Wir möchten ihnen eine wundervolle Stadt zeigen, aber wir werden unsere Probleme nicht verstecken. Wir möchten, dass sie hinter die Kulisse schauen.“

Hintergrund

Pater Leandro Lenin Tavares ist als Olympia-Kaplan Teil der offiziellen Organisation. Zu seinen Aufgaben gehört der interreligiöse Dialog vor Ort, im Olympiapark wird es ein Zentrum zu diesem Thema geben, beteiligt sind Christen, Juden, Muslime, Buddhisten und Hinduisten. (rv)

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Papst ehrt George Clooney und andere Schauspieler

Dienstag 31. Mai 2016 von VH

cna_Fanziskus im VatikanFranziskus: „Ich habe nie daran gedacht, als Papst aufzuhören, oder zurückzutreten wegen der vielen Verantwortungen“

VATIKANSTADT – Papst Franziskus hat am gestrigen Sonntag die Hollywoodschauspieler George Clooney, Salma Hayek und Richard Gere gelobt, im Rahmen einer Konferenz der „Scholas Occurentes“ Erziehungsinitiative für arme Gemeinden. Und angekündigt, nicht vom Papstamt jemals zurücktreten zu wollen.

Die Prominenten sollten „der Welt helfen, die Sprache der Gesten zurückzugewinnen“, so Franziskus in der Audienzhalle Paul VI. Im Rahmen der Veranstaltung erhielten die Schauspieler die „Olivenmedaille“ des Friedens.

Im Rahmen der Veranstaltung kündigte Franziskus überraschend an, er habe nicht vor, vom Amt des Papstes jemals zurück zu treten, wie Papst Benedikt XVI. „Ich habe nie daran gedacht, als Papst aufzuhören, oder zurückzutreten wegen der vielen Verantwortungen“, sagte Franziskus.

„Scholas Occurentes“

Die im Heimatland des Papstes gegründete Stiftung „Scholas Occurentes“ hat sich zum Ziel gesetzt, „Gemeinden zu integrieren“, vor allem arme, durch „Technologien, Sport, und künstlerische Vorschläge“, so der Web-Auftritt. Sie ist in 82 Ländern vertreten. Die Konferenz vom 27. bis 29. Mai stellte auch das jüngste Projekt von „Scholas“ vor: Eine neue Website, auf der Fragen an den Papst gestellt werden können“.

Franziskus lobte die Konferenz für ihr Kommunikationsklima in einer Welt, die riskiere, „fragmentiert“ zu werden. Er ermutigte die Teilnehmer, sich kleine Gesten anzugewöhnen wie jemandem in die Augen zu schauen, geduldig und tolerant zu sein. Die Welt dagegen sei „grausam“, so der Papst weiter, und „um eine neue Welt aufzubauen, müssen wir alle Formen von Grausamkeit verbannen. Und Krieg ist grausam“. Des weiteren sagte Franziskus, dass die Trennung von Menschen, Familien und Freunden Animosität und Hass schaffe, wogegen „soziale Freundschaft“ gegen „jede Art der Wegwerfkultur“ verteidige. (CNA Deutsch)

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