Dan Burke zum Präsidenten und COO von EWTN News ernannt

IRONDALE, ALABAMA – Das EWTN Global Catholic Network hat bekanntgegeben, dass Daniel Burke zum President und Chief Operating Officer von EWTN News, Inc. ernannt worden ist.

Burke war bisher Geschäftsführer des „National Catholic Register“, der zu EWTN gehörenden katholischen Tageszeitung.

Die Ernennung tritt mit sofortiger Wirkung in Kraft. In seiner neuen Funktion wird Burke die weltweite Nachrichtenarbeit von EWTN leiten und koordinieren, darunter auch Sendungen und Produkte wie die „EWTN News Nightly“ mit Lauren Ashburn, „The World Over“ mit Raymond Arroyo, „EWTN Pro-Life Weekly“, „Force for Good“, das Büro und Produktionszentrum in Washington, D.C., die Zeitung „National Catholic Register“, die Catholic News Agency und Agenturen der ACI Gruppe, zu der auch CNA Deutsch gehört, die Seite „ChurchPop“ und das EWTN-Studio im Vatikan.

In einer Mitteilung sagte Burke, dass EWTN-Gründerin Mutter Angelika „das Gesicht des Katholizismus in Amerika verändert hat, als sie das Evangelium durch ihre Medienarbeit verbreitete“.

Heute setze sich das Vermächtnis von Mutter Angelika durch EWTN fort, so Burke weiter, und die katholische Nachrichtenarbeit des Medienhauses leiste einen Beitrag zur Mission von EWTN: Weltweite Evangelisierung.

„Ich fühle mich geehrt, eine kleine Rolle in diesem großen Werk Gottes zu spielen und freue mich darauf, der lebenswichtigen Mission von EWTN News zu dienen, während wir die Nachrichten des Tages durch die Linse der Lehre der Kirche betrachten.“

Burke ist direkt Michael Warsaw unterstellt, dem Chairman und Chief Executive Officer von EWTN, so die Pressemitteilung des Netzwerks.

„In den letzten Jahren hat EWTN große Anstrengungen unternommen, eine globale katholische Nachrichtenplattform über Fernsehen, Radio, Print und Digital zu schaffen“, sagte Warsaw in einer Erklärung.

„Dan Burke ist die perfekte Wahl, um diese Operationen zu leiten“.

Warsaw betonte, dass Burke wie kein anderer dazu fähig sei, die Kooperation und redaktionelle Zusammenarbeit zwischen unseren Niederlassungen zu erleichtern. „Ich bin zuversichtlich, dass dies zu einer deutlich stärkeren Position für alle unsere Nachrichtenaktivitäten führen wird.“

Burke ist seit dem Erwerb des „National Catholic Register“ im Jahr 2011 bei EWTN beschäftigt.

Vor seinem Einstieg beim „National Catholic Register“ arbeitete er in den Bereichen globale Strategieentwicklung, Organisationsentwicklung und Unternehmens- und Technologieberatung. Er hat 11 Bücher über katholische Spiritualität geschrieben oder herausgegeben, und er gründete das Avila Institute for Spiritual Formation, das Priester, Ordensleute und Laien geistlich bildet.

Das EWTN Global Catholic Network wurde 1981 von Mutter Angelika gegründet, einer Ordensfrau der Armen Klarissen der ewigen Anbetung. Das größte religiöse Mediennetzwerk der Welt erreicht mehr als 275 Millionen Fernsehhaushalte in mehr als 145 Ländern und Territorien.

Zu den EWTN-Plattformen gehören neben 11 Fernsehkanälen – darunter EWTN.TV in deutscher Sprache – sowie weiteren Sprachen auch Radioangebote über Kurzwellen- und Satellitenradio, SIRIUS/XM, iHeart Radio und über 500 AM & FM-Tochtergesellschaften. EWTN verlegt den „Nationale Catholic Register“, betreibt einen Katalog religiöser Güter und gründete im Jahr 2015 den EWTN Verlag in einem Joint Venture mit der „Sophia Institute Press“.

Auch die katholische Nachrichtenagentur CNA Deutsch gehört zur EWTN-Familie. (CNA Deutsch)

Wie funktioniert Dogmenentwicklung?

Eine Besprechung von Michael Seewalds „Dogma im Wandel. Wie Glaubenslehren sich entwickeln.“

Die katholische Glaubenslehre kann sich entwickeln. Das sollte allen Katholiken klar sein. So wurde etwa erst 1950 das Dogma von der leiblichen Aufnahme Mariens in den Himmel feierlich von Papst Pius XII. am Allerheiligenfest verkündet.

Wie aber muss man sich die Entwicklung des Dogmas vorstellen? Bedeutet Entwicklung notwendigerweise auch, dass die offizielle Lehre von 2018 der kirchlichen Lehre des Mittelalters widersprechen kann?

Ein derartiger Gedanke sollte treuen Katholiken eher Unbehagen bereiten, und doch ist das Thema brandaktuell, denkt man beispielsweise an die Änderung des Katechismus bezüglich der Todesstrafe oder die Debatte rund um den Kommunionempfang von Personen, die aus verschiedenen Gründen unverheiratet zusammenleben.

Im vorliegenden Buch „Dogma im Wandel“ stellt Michael Seewald, der junge Professor für Dogmatik und Dogmengeschichte, verschiedene Theorien und Positionen zur Dogmenentwicklung vor, die sich im Laufe der Kirchengeschichte herausgebildet haben.

Ehe es jedoch in die Geschichte geht, definiert Seewald zunächst die entscheidenden Begriffe Dogma und Entwicklung, bevor er die Heilige Schrift als solche anschaut. Kritik übt er dabei am Ansatz der vorkonziliaren Theologie, welcher die Bedeutung der Bibel nicht hoch genug gehalten habe.

„Franz Diekamp, der […] Neuthomist, bringt dies in geradezu entwaffnender Deutlichkeit zum Ausdruck. Weil das Lehramt ‚die nächste und unmittelbare Richtschnur des katholischen Glaubens‘ (regula proxima fidei) sei, die Bibel aber, da stets ‚der Gewährleistung und Auslegung durch das kirchliche Lehramt bedürftig‘, nur die regula remota fidei darstelle, habe der Schriftbezug der Theologie eine nachrangige Bedeutung und könne gegebenenfalls ganz entfallen.“

In der Väterzeit ist besonders Vinzenz von Lérins zu erwähnen, dessen Ansatz bis heute häufig und wohlwollend zitiert wird, wonach nämlich das katholisch sei, was „überall, immer und von allen“ geglaubt wurde und wird.

Allerdings sei diese Regel des Vinzenz von Lérins nicht unproblematisch, so Seewald:

„Sie kann nach dem Streit, wenn sich die Lage übersichtlicher gestaltet, begründen, warum der angesteuerte Hafen der richtige sein soll; kriteriologisch im Nebel des Streits den Hafen zu weisen, vermag sie nicht, weil die Kennzeichen, die Vinzenz für die Orthodoxie anführt, von der Heterodoxie in gleicher Weise in Anspruch genommen werden.“

Theologie der Neuzeit

Mit dem Mittelalter geht es weiter, wobei natürlich auch Thomas von Aquin erwähnt wird. Spannend wird es dann aber in den nächsten Kapiteln, die sich mit den Ansätzen des 19. und 20. Jahrhunderts befassen – einschließlich der Zeit nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil, als dem Relativismus das Tor geöffnet worden zu sein schien.

John Henry Newman, einer der Großen der neuzeitlichen Theologie, wird ausführlich behandelt:

„Das eigentlich Problematische für Newman ist nicht der Umstand, dass es in manchen Dingen Fehlentwicklungen (corruptions) geben kann, die selbst wieder Raum für weitere Entwicklungen schaffen. Das für die Kirche im wörtlichen Sinne Tödliche sieht der englische Gelehrte darin, dass die Kirche den Versuch aufgibt, ihre Idee zeitgenössisch werden zu lassen und sie in eine Erstarrung verfällt, die sie als museales Relikt in die Gegenwart reichen, aber nicht mehr als bewegte und damit die Herzen der Menschen bewegende Größe erlebbar werden lässt. Denn in ‚einer höheren Welt mag es anders sein, aber hier unten heißt Leben sich wandeln, und vollkommen zu sein, sich oft gewandelt haben.'“

Die schwere Krise des Modernismus, besonders im Pontifikat von Papst Pius X., sieht Seewald eher unproblematisch. „Bei dem, was von Papst Pius X. 1907 im Dekret Lamentabili sane exitu und wenig später in der Enzyklika Pascendi dominici gregis beschrieben wurde, handelt es sich um eine solche ‚genuin römische Erfindung‘, weil ‚das, was an der Kurie als Modernismus herumgeisterte, niemand ernsthaft vertreten hat.'“

Nichtsdestotrotz handelte es sich beim Modernismus um schwerwiegende Fehler und Mängel, sogar Häresien, wie sich spätestens nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil herausstellte. Für Seewald ist das eher weniger relevant. Stattdessen verteidigt er den französischen Theologen Alfred Loisy, der eigentlich nur falsch verstanden worden sei.

Nachkonziliare Theologie

Was die nachkonziliare Zeit angeht, so präsentiert Seewald drei wichtige Gestalten der deutschen Theologie in größerer Ausführlichkeit. Zunächst handelt es sich um Karl Rahner, sodann Joseph Ratzinger, und schließlich Walter Kasper. Auffällig ist, wie die Präzision der althergebrachten Theologie, von den Kirchenvätern bis hin zur Neuscholastik, abgelöst wird durch einen schwammigen Wortschwall, bei dem man nach dem Lesen kaum weiß, worum es überhaupt geht. Walter Kasper jedenfalls meint, dass die Dogmen „pneumatische Ereignisse in der Kirche“ seien, die „aber später auch tötendes Gesetz werden“ können, „wenn sie als starre Grenze aufgefasst werden“. Wohin ein solches Verständnis führt, kann der Zeitgenosse an den Problemen sehen, die zu Beginn dieser Buchbesprechung kurz skizziert wurden. Andere Beispiele gibt es natürlich.

Michael Seewald ist einerseits zu danken für die wichtige Arbeit einer kurzen, aber umfassenden Zusammenstellung des komplexen Themas der Dogmenentwicklung. Die historische Perspektive allein ist sehr lesenswert. Leider wertet Seewald, häufig subtil, aber durchaus auch im Sinne der äußerst modernen Theologie eines Walter Kasper. Treue Katholiken sollten hier eher skeptisch bleiben und es mit Theologen und Heiligen halten, die sich bewährt haben, wenn auch der Ansatz dieser Personen, wie Seewald korrekt herausarbeitet, nicht absolut zufriedenstellend ist. (CNA Deutsch)

Warum boomt der Katholizismus im protestantischen „Bible Belt“ der USA?

CHARLESTON (SOUTH CAROLINA) – Mitten im berühmten protestantischen „Bible Belt“ der USA gibt es am Sonntag in vielen katholischen Kirchen nur noch Stehplätze, während in protestantischen Gemeinden dagegen die Bänke leer stehen.

Baptisten, Methodisten und die Lutheraner: Alle verzeichnen sie einen Rückgang der Gottesdienstbesucherzahlen.

Die Gründe sind vielschichtig, und mehr als nur ein regionaler Trend. Die einst so stark christlichen USA sind ein zunehmend säkulares Land. In den vergangenen 15 Jahren hat auch und gerade der protestantische Mainstream massiv an Mitgliedern verloren.

Doch zwei Faktoren tragen wesentlich dazu bei, dass der Süden und Südosten der USA einen katholischen Boom erlebt: Einmal der Anstieg der Zahl spanischsprachiger Katholiken, und dann der Zuzug katholischer Familien und Ruheständler aus dem Nordosten der Nation.

In der Pfarrei St. Gregorius in der Stadt Bluffton, an der Südküste von South Carolina, ist die Zahl der Gottesdienstbesucher explodiert.

„Wer am Sonntag spät aufkreuzt, der muss hinten stehen oder sich irgendwo in die Bank dazu quetschen“, berichtet Kasia Kovas in einem Artikel für „The Island Packet„.

Die Pfarrei hat mittlerweile über 10.000 eingetragene Mitglieder – ein Ansprung von rund 70 Prozent in gerade mal zehn Jahren. Von Freitag bis Sonntag werden 12 Messen gefeiert, zwei davon in spanischer Sprache.

Mit dem normalen Zuzug in den beliebten Bundesstaat ist das nicht erklärt.

In den Vereinigten Staaten waren im Jahr 2016 etwa 40 Prozent der Kirche spanischsprachigen Hintergrunds. Besonders stark vertreten ist diese Gruppe unter jungen und jüngeren Erwachsenen: 55 Prozent der Katholiken unter 14 Jahren sind spanischsprachig, und gut die Hälfte der Gläubigen im Alter von 14 bis 29.

In den nächsten zehn Jahren wird der Anteil spanischsprachiger Katholiken in den USA allen Prognosen zufolge weiter wachsen.

Die meisten spanischsprachigen Katholiken sind Migranten, etwa aus Mexiko, Guatemala oder Kolumbien.

„Die Gemeinde hier ist aber keine Migranten-Community“, betont der Pfarrer von St. Gregorius, Monsignore Ronald Cellini. „Die Kinder wachsen hier auf. Sie waren schon hier, und sie bleiben hier“, so der Priester gegenüber dem „Island Packet“.

Die US-Bischofskonferenz hat auf diese Entwicklungen unter anderem mit der Organisation der „Encuentros“ – Treffen – reagiert, bei dem Klerus und Laien sich austauschen und beraten. Im September 2018 findet das fünfte Encuentro dieser Art in Texas statt. (CNA Deutsch)

Heilige für alle: Welchem Heiligen man sich in welchem Beruf anvertrauen kann

MÜNCHEN – Egal ob Theologin oder Hausfrau, Bauer oder Bischof: Alle können heilig werden – und sollen es auch versuchen. Es ist der Sinn und Lebenszweck aller Katholiken, dies im geistlichen Kampf zu wagen, und anderen dabei zu helfen.

Buchstäbliche Fürsprecher bei Gott dabei sind die Heiligen. Sie beten für alle, die noch kämpfen. Viele dieser Heiligen übten in ihrem Leben einen Beruf oder eine Aktivität aus – und deshalb hat sie die Kirche zu Patronen für einige berufliche Tätigkeiten ernannt.

Wer wissen will, welcher Heiligen er oder sie seinen Beruf anvertrauen kann, findet in der folgenden Liste heraus, wer typischerweise für diesen angerufen wird; wobei es natürlich regionale wie persönliche Vorlieben gibt – und letztlich jeder dabei zu Gott betet.

Anwälte: Heiliger Raimund von Peñafort und Heiliger Thomas Morus

Apotheker: Heiliger Nikolaus, Heilige Maria Magdalena

Arbeiter: Heiliger Joseph, Bräutigam der Jungfrau Maria

Architekten: Heiliger Apostel Thomas und Heilige Barbara

Ärzte: Heiliger Kosmas und Damian

Athleten: Heiliger Sebastian

Bäcker: Heiliger Honorius von Amiens, Heiliger Ambrosius, Heiliger Firmin, Heiliger Michael, Heiliger Nikolaus, Heilige Zita

Bänker: Heiliger Matthäus und Heiliger Michael

Bauern: Heiliger Isidor von Madrid

Beamte: Heiliger Matthäus

Bergbauarbeiter: Heilige Anna, Heilige Barbara

Beter: Heiliger Johannes Chrysostomos

Bibliothekare: Heiliger Hieronymus

Bildhauer: Heiliger Lukas

Buchhalter: Heiliger Matthäus

Dichter: Heiliger Johannes vom Kreuz, Heiliger Gregor von Nazianz

Dolmetscher: Heiliger Markus

Erzieher: Heiliger Philipp Neri

Fallschirmjäger: Heiliger Michael

Familienväter: Heiliger Joseph, Bräutigam der Jungfrau Maria

Angestellte beim Fernsehen: Heilige Klara von Assisi

Feuerwehrmänner: Heilige Barbara und Heiliger Johannes von Gott

Fischer: Heiliger Andreas, Heiliger Petrus

Förster: Heiliger Eustachius

Friseure: Heiliger Ludwig, König von Frankreich, Heilige Maria Magdalena

Gärtner: Heilige Dorothea, Heilige Maria Magdalena

Gastgeber: Heiliger Martin

Geigenspieler: Heilige Cäcilia

Glasbläser: Heiliger Markus

Hausangestellte: Heiliger Onesimus und Heilige Zita

Hausmeister: Heiliger Theobald

Haushälterin: Heilige Anna

Hebammen: Heiliger Raimund Nonnatus

Hirten: Heiliger Paschalis Baylon, Heilige Genoveva

Historiker: Heiliger Beda

Ingenieure: Heiliger Benedikt, Heiliger Joseph

Journalisten: Heiliger Franz von Sales

Jugendliche: Heiliger Aloisius von Gonzaga

Juweliere: Heilige Anna, Heiliger Eligius, Heiliger Januarius

Kinderpflegerinnen: Heilige Agatha

Köche: Heiliger Laurentius und Heilige Martha

Komiker: Heiliger Philipp Neri

Krankenschwestern- und pfleger: Heilige Agatha, Heiliger Johannes von Gott und Heiliger Martin von Porres

Kuriere: Heiliger Erzengel Gabriel

Laryngologen: Heiliger Blasius

Lehrer: Heiliger Gregor der Große, Heiliger Johann Baptist de la Salle, Heiliger Joseph von Calasanz

Maler: Heiliger Lukas, Heiliger Angelikus, Heiliger Lazarus von Konstantinopel

Matrosen: Heilige Jungfrau vom Berge Karmel, Heiliger Cuthbert

Maurer: Heiliger Antonius von Padua

Mechaniker: Heiliger Eligius

Mesner: Heiliger Guido von Anderlecht

Missionare: Heilige Theresia von Lisieux, Heiliger Franz Xaver

Modedesigner: Heilige Teresa und Luzia

Mönche: Heiliger Benedikt

Musiker: Heilige Cäcilia

Mütter: Jungfrau Maria

Notare: Heilige Katharina von Alexandrien, Heiliger Genesius von Arles, Heiliger Guido, Heiliger Lukas, Heilige Luzia und Heiliger Markus

Optiker: Heilige Luzia, Heilige Ottilia

Organisten: Heilige Cäcilia

Pfarrer: Heiliger Johannes Maria Vianney

Philosophen: Heilige Katharina von Alexandrien

Photographen: Heilige Veronika

Pilot: Heiliger Joseph von Copertino

Polsterer: Heiliger Sebastian

Postboten: Heiliger Erzengel Gabriel

Prediger: Heiliger Johannes Chrysostomos

Psychologen: Heiliger Thomas von Aquin

Reisende: Heiliger Christophorus, Heiliger Julian

Sänger: Heiliger Gregor der Große

Schauspieler: Heiliger Johannes (Don) Bosco

Schlosser: Heiliger Petrus

Schneider: Heiliger Franz von Assisi, Heiliger Antonius

Schreiner und Zimmermänner: Heiliger Joseph, Bräutigam der Jungfrau Maria

Schriftsteller: Heiliger Evangelist Johannes und Heiliger Franz von Sales

Schuhmacher: Heiliger Krispin

Sekretäre: Heiliger Markus

Soldaten: Heiliger Martin, Heiliger Georg, Heiliger Sebastian, Heiliger Mauritius

Steuereinnehmer: Heiliger Matthäus

Studenten: Heiliger Thomas von Aquin, Heiliger Joseph von Copertino

Angestellte im Bereich der Telekommunikation: Heiliger Erzengel Gabriel

Theologen: Heiliger Thomas von Aquin, Heiliger Augustinus

Tierärzte: Heiliger Eligius

Übersetzer: Heiliger Hieronymus

Uhrmacher: Heiliger Petrus

Verliebte (weniger ein Beruf, aber wichtig): Heiliger Valentin

Viehtreiber: Heiliger Bartholomäus

Wachmänner: Heilige Schutzengel

Weber: Heiliger Frank von Assisi, Heiliger Antonius Maria Claret

Wissenschaftler: Heiliger Albertus Magnus, Heiliger Thomas von Aquin

Zahnärzte: Heilige Apollonia, Heilige Kosmas und Damian.

(CNA Deutsch)

12 Dinge, die jeder Christ über die Engel wissen sollte

DENVER – Sind wir Menschen die einzigen intelligenten Lebewesen im Universum? Die katholische Kirche hat stets geglaubt und gelehrt, dass die Antwort auf diese Frage NEIN lautet: Das Universum ist in der Tat voll geistiger Wesen, die Engel genannt werden. Und es sind erstaunliche Wesen.

12 Dinge sollte jeder Christ über die Engel wissen:

1. Engel gibt es wirklich

„Dass es geistige körperlose Wesen gibt, die von der Heiligen Schrift für gewöhnlich ´Engel´ genannt werden, ist eine Glaubenswahrheit. Das bezeugt die Schrift ebenso klar wie die Einmütigkeit der Überlieferung.“ (Katechismus der Katholischen Kirche, 328)

2. Jeder Christ hat einen Schutzengel

Der Katechismus zitiert den heiligen Basilius, der sagt: „Einem jeden der Gläubigen steht ein Engel als Beschützer und Hirte zur Seite, um ihn zum Leben zu führen.“ (KKK 336)

3. Auch die Dämonen sind sehr real

Alle Engel wurden ursprünglich gut geschaffen, aber einige entschieden sich, Gott nicht zu gehorchen. Diese gefallenen Engel werden „Dämonen“ genannt. Die Hölle wurde ursprünglich als Ort für die Dämonen bereitet.

4. Es gibt einen dramatischen geistlichen Kampf um die menschlichen Seelen

Die Entscheidung der Dämonen, sich von Gott zu entfernen, war unwiderruflich. Die Menschen jedoch haben während der gesamten Zeit ihres Lebens auf Erden die Wahl. Daher stehen die Engel und Dämonen in einem echten geistigen Kampf, um uns von Gott zu entfernen oder uns ihm näher zu bringen.

Der Teufel versuchte Adam und Eva im Garten Eden und die Dämonen versuchen die Menschen weiterhin, um sie von Gott zu entfernen.

5. Der heilige Erzengel Michael ist der Anführer des Heers der Engel Gottes

Der heilige Erzengel Michael ist ein treuer Engel, der die guten Engel im geistigen Kampf gegen die gefallenen Engel anführt. Sein Name bedeutet wörtlich „Wer ist wie Gott?“. Dies deutet auf seine Treue zu Gott hin, als die anderen Engel sich auflehnten.

6. Satan ist der Anführer der gefallenen Engel

Wie alle Dämonen war auch er ursprünglich ein guter Engel, der entschieden hat, sich von Gott zu entfernen.

In den Evangelien widersteht Jesus den Versuchungen des Teufels (Matthäus 4, Lukas 4); er nennt ihn „Vater der Lüge“ und „Mörder von Anfang an“ (Johannes 8, 44) und sagt, Satan komme nur, um zu stehlen, zu schlachten und zu vernichten“ (Johannes 10,10).

7. Jede Beziehung zu den dunklen oder dämonischen Mächten ist eine schwere Sünde

Die Menschen sollen mit dem Dunklen und Dämonischen nicht in Beziehung treten. Daher lehrt der Katechismus, dass einige Praktiken, wie Zauberei, Magie, Spiritismus etc. gemieden werden müssen.

8. Der Exorzismus wird von der Kirche weiterhin praktiziert

In den Evangelien kämpfen Christus und die Apostel regelmäßig gegen die Dämonen, oft treiben sie sie aus besessenen Menschen aus. Die Kirche behält diese Praxis zum Heil der Seelen bei.

Auch der Ritus der Taufe beinhaltet einen Exorzismus. Im Fall einer teuflischen Besessenheit können die Priester mit besonderer Erlaubnis des Bischofs feierliche Exorzismen durchführen.

9. Auch wir befinden uns in einem geistigen Kampf wenn wir beten oder geistliche Übungen durchführen

Im Vaterunser gibt es die Bitte „Erlöse uns von dem Bösen“. Die Kirche fordert uns auch auf, das Gebet zum heiligen Erzengel Michael zu beten, das Leo XIII. verfasst hat. Auch das Fasten wird traditionell als geistige Waffe betrachtet.

Die beste Art und Weise gegen die dämonischen Kräfte zu kämpfen ist jedoch, gemäß den Lehren Christi und seiner Kirche zu leben.

10. Viele Heilige haben gegen die Dämonen gekämpft, auch körperlich

Die Dämonen haben sie geschlagen, erschienen als schreckliche Gestalten, machten schaurige Laute, setzten sogar Dinge in Brand. Man kann dies in den unglaublichen Geschichten des heiligen Antonius, Pater Pios von Pietralcina, der heiligen Gemma Galgani, des heiligen Johannes Maria Vianney, der heiligen Theresia von Avila etc. lesen.

11. Satan wurde von Christus endgültig besiegt

Durch sein Leiden, seinen Tod und seine Auferstehung hat Christus den Teufel endgültig besiegt. Dies offenbart sich progressiv in der Geschichte der Kirche bis zum zweiten Kommen Christi.

12. Christus ist König der gesamten Welt der Engel

Jesus Christus ist König des Universums. Das beinhaltet auch die Engel. Die Engel wurden am Anfang der Erde geschaffen, um Diener Christi zu sein. Auch die Dämonen, die sich entschlossen haben, Gott gegenüber ungehorsam zu werden, bleiben unter der Kontrolle Gottes.

„Seid nüchtern und wachsam! Euer Widersacher, der Teufel, geht wie ein brüllender Löwe umher und sucht, wen er verschlingen kann.“ (1 Petr 5,8)


(CNA Deutsch)

Heiliges Tattoo! Eine 700 Jahre alte christliche Tradition blüht in Jerusalem

JERUSALEM – In der Altstadt von Jerusalem ist der Pilger umgeben von Geschichte. Eine schnelle Suche auf dem Smartphone führt einen in jahrhunderte-alte Geschäfte, zu den Stufen einer tausend Jahre alten Kirche, vorbei am 3.000 Jahre alten Tempelberg – und alles platzt aus den Nähten. Aber in den steinernen Mauern von „Razzouk Ink“ kann sich der moderne Pilger diese Geschichte als lebenslanges Memento auf den Körper zeichnen lassen.

Christliche Pilger kommen seit den Kreuzfahrerzeiten zur Familie Razzouk, um sich die alten Zeichen christlicher Identität und des Pilgerns einprägen zu lassen. Heute sind die Geräte modern, und manche Entwürfe auch behutsam aktualisiert worden. Doch die Familie Razzouk sticht Tätowierungen aus Jahrhunderte alter Tradition und Geschichte.

Ein in Tinte gestochenes Familienerbe

Wassim Razzouk, 43, ist ein Tätowierungskünstler mit einer Jahrhunderte alten Ahnenreihe: einer 700 Jahre alten, um genau zu sein.

„Wir sind Kopten, wir kommen aus Ägypten, und in Ägypten gibt es eine christliche Tradition des Tätowierens, und schon meine Vorfahren aus uralter Zeit gehörten zu den Tätowierern koptischer Christen“.

Die ersten belegten christlichen Tätowierungen lassen sich in Ägypten und im Heiligen Land zurückverfolgen bis ins 6. oder 7. Jahrhundert. Von dort hat sich die Tradition unter den Ostchristen ausgebreitet, darunter den Äthiopischen, Armenischen, Assyrischen und Maronitischen Kirchen. Bis heute verlangen viele Koptische Kirchen als Beweis für die Zugehörigkeit zum Glauben ein Kreuz-Tattoo oder etwas vergleichbares. (Weitere Traditionen christlicher Tätowierung, etwa unter Kelten und Kroaten, entstand unabhängig davon zu einem späteren Zeitpunkt.)

Mit der Ankunft der Kreuzfahrer im Jahr 1095, zur Befreiung des Heiligen Landes von muslimischen Eroberern, verbreitete sich dann die Tradition auch unter europäischen Christen. Der Brauch, sich als Pilger ins Heilige Land dort zum Abschluss tätowieren zu lassen – eine Tradition, die bis heute fortbesteht – lässt sich bis ins 17. Jahrhundert zurückverfolgen.

Bei meinem Besuch des Geschäftes beobachtete ich, wie die Familie Razzouk einen römisch-katholischen Bischof beriet, der sich nach dem Abschluss einer persönlichen Wallfahrt noch in diesem Jahr tätowieren lassen will. Einige Wochen zuvor wurde hier Theophilos tätowiert, der Koptische Bischof des Rosten Meers. Weitere Kunden der Familie Razzouk waren christliche Würdenträger aus Äthiopien, verfolgte Christen, und Pilger aus ganz unterschiedlichen Gemeinden in aller Welt.

Als Wallfahrer kamen ursprünglich auch die ersten Mitglieder der Familie Razzouk nach Jerusalem. Nach vielen Wallfahrten und mehreren Generationen, die vor Ort Pilger und einheimische Christen des Heiligen Landes tätowierten, siedelten sie schließlich im Jahr 1750 permanent um in die Heilige Stadt. Wassim erzählte:

„Seit über 500 Jahren tätowieren wir Pilger im Heiligen Land, und es wurde von Vater zu Sohn immer weitergereicht.“

Künstler und Kunstwerkzeug

Die Wändes des Geschäftes erzählen aus der Familiengeschichte. Neben umrahmten Zeitungsartikeln mit Kunstwerken von Wassim und seinem Vater, Anton, hängen Schaukästen mit Portraits der Vorfahren: Wassims Großater, Yacoub, und Urgroßvater Jirius. Daneben sieht man Kunstwerkzeug wie eine ein traditionelles Gerät zum Stechen der Bilder, sowie ein frühes Tattoo-Instrument.

Traditionell stellten die christlichen Tätowierer ihre Tinte selber her und stempelten Bilder auf die Haut, bevor sie diese mit der Nadel einpausten. Auch wenn Wassim das alte Rezept für Tinte – bestehend aus Ruß und Rotwein – nicht mehr verwendet, sondern lieber moderne, sterilisierte Tinte, sind doch viele der 168 hölzernen Stempel im Besitz der Familie heute noch in Gebrauch.

Wassim stempelt die Entwürfe nicht direkt auf die Haut, sondern übeträgt sie auf ein Pauspapier, dass dann auf die Haut kommt. Während ich Wassim interviewte, sah ich, dass praktisch alle Kunden sich für Elemente dieser uralten Entwürfe entschieden. Zwei Frauen aus dem Westen Armeniens – eine Region, die heute unter türkischer Kontrolle ist – kamen herein und erzählten, dass sie gerade ihre Pilgerreise ins Heilige Land abgeschlossen hätten und nun ein traditionelles Pilger-Tattoo wollten. Ohne Änderungen.

Sie wählten den Stempel eines traditionellen Armenischen Kreuzes aus, ein kleines Kruzifix, dass zarte Blütenblätter als Elemente enthält.

Razzouk stich zum Abschluss das Jahr „2017“ darunter, um an die Zeit der Pilgerfahrt zu erinnern. Jedesmal, wenn die Frauen wieder eine Wallfahrt ins Heilige Land unternehmen, erklärte Wassim, werde dann eine weitere Jahreszahl dazukommen.

Nachdem die Frauen gegangen waren, zeigte man mir eine Schublade mit Dutzenden hölzerner Stempel, von denen jeder einmalig ist. Mehrere Entwürfe basierten auf dem Jerusalemer Kreuz: Ein Kreuz mit gleichlangen Armen, in dessen Viertel wieder je ein kleines Kreuz ist. Andere stellten die Jungfrau Maria dar, den Erzengel Sankt Michael, die Auferstehung Jesu, Lämmer, Rosen oder der Anfang Bethlehems. Ein jeder Stempel enthielt zutiefst christliche Symbolik, und erzählte damit eine Geschichte.

Die meisten Holzblöcke, die aus Oliven- und Zedernholz geschnitzt sind, stammen wohl aus dem 17. Jahrhundert, also aus einer Zeit, in der die Razzouks selber noch Pilger waren. Doch nur zwei Stempel sind verlässlich datiert – einer stammt aus dem Jahr 1749, der andere aus dem Jahr 1912. Doch Wassims Mutter, Hilda, erzählte mir, dass die ältesten Stempel bis zu 600 Jahre alt sind.

Das Retten einer Jahrhunderte alten Tradition

Trotz der tiefen geschichtlichen Verwurzelung und langen Tradition christlicher Pilger, die sich in Jerusalem tätowieren lassen: Immer wieder stand der Brauch kurz vor dem Aussterben.

Im Jahr 1947, dem Krieg für Israelische Unabhängigkeit, flohen viele Palästinenser aus Jerusalem in Sicherheit, darunter auch die Familie Razzouk. Sie kehrten zurück, aber sie waren die Ausnahme: Razzouks waren die einzigen christlichen Tätowierer, die übrig blieben.

Ein weiteres Mal stand die Tradition vor gut zehn Jahren vor dem Aus: Wassim und seine Geschwister entschieden sich, andere Berufe auszuüben.

„Ich wollte das eigentlich nicht werden“, sagte mir Wassim. „Ich stand nicht auf Tätowieren und wollte das also auch nicht machen, dafür verantwortlich sein.“

Somit studierte Wassim lieber Gastwirtschaft und verfolgte andere Interessen. „Eines Tages las ich dann online ein altes Interview mit meinem Vater“, erzählte Wassim. „Er sagte, dass er wirklich traurig sei: Er dachte, diese Tradition und das Familien-Erbe sei am Ende, weil ich es nicht tun wollte.“

Bis vor einem Jahrzehnt war Anton, Wassims Vater, der Tätowiermeister in der Familie. Keines seiner Kinder wollte den altehrwürdigen Beruf ausüben. Der Artikel und diese Realität wog schwer auf Wassims Gewissen. „Ich wollte nicht der Typ sein, dessen Name dafür steht, dass er dies abgebrochen hat – der Typ, der das gekillt hat“, so Wassim.

So begann er eine Lehre bei seinem Vater wie auch bei zeitgenössichen Tattoo-Studios, modernisierte das Geschäft und die Werkzeuge, brachte alles auf den neuesten Sicherheits- und Hygienestand. Dann verlegte er das Geschäft selber, weg aus den verschlungenen Gassen des Christenviertels in die Nähe des geschäftigen Jaffatores.

Heute arbeiten Wassim und Gabrielle, seine Ehefrau, gemeinsam im Studio. Und sie bilden ihre eigenen Kinder im Kunsthandwerk aus, wobei sie aber darauf achten, nicht zuviel Druck auszuüben, dass die nächste Generation sich nicht gezwungen fühlt, das Geschäft zu übernehmen.

Die Kunden sind froh darüber, dass das Familienerbe der Razzouks fortgeführt wird. „Ich kann mir einfach keinen besseren Weg vorstellen, dieser Wallfahrt zu gedenken, als hier mit diesem Laden“, erzählte mir Matt Gates, ein Pilger aus Daphne im US-Bundesstaat Alabama. Er ließ sich ein Jerusalemer Kreuz stechen.

Nach dem spirituell begeisternden, geistlich stärkenden Erlebnis dieser Reise habe diese Tätowierung eine ganz besondere Bedeutung für ihn. „Das ist so ein cooles Erbe, hier sich mit einem 500 Jahre alten Stempel tätowieren zu lassen“, sagte er. „Ich habe eine Menge Tattoos, aber dieses wird so viel mehr bedeuten als alle anderen“. (CNA Deutsch)

Strafbefehl gegen Finanzdirektor des Bistums Würzburg

WÜRZBURG – Der Finanzdirektor der Diözese Würzburg, Albrecht Siedler, ist mit sofortiger Wirkung zurückgetreten: Gegen ihn wurde ein rechtskräftiger Strafbefehl wegen „Vorenthalten und Veruntreuen von Arbeitsentgelt“ erlassen. Das teilte das Bistum am heutigen Freitag mit.

Siedler habe gegenüber Generalvikar Thomas Keßler erklärt, dass er von seinen Ämtern als Finanzdirektor sowie als Diözesanökonom mit sofortiger Wirkung zurücktrete, und damit nach eigenen Worten auch Schaden vom Amt des Finanzdirektors und von der Diözese Würzburg abwenden wolle. Bischof Franz Jung hat die Amtsniederlegung angenommen.

Wie das Bistum weiter mitteilte, erging der Strafbefehl im Zusammenhang mit nicht abgeführten Sozialversicherungsbeiträgen für Stipendien an Promotionsstudierende, die gleichzeitig aber in der Seelsorge eingesetzt waren.

Es handle sich „um ein erstmaliges Fehlverhalten eines langjährigen, ansonsten sehr verdienten Mitarbeiters in verantwortungsvoller und schwieriger Stellung“, so das Bistum.

„Die festgestellten nicht abgeführten Sozialversicherungsbeiträge in Höhe von rund 107.000 Euro wurden unverzüglich nachgezahlt, zuzüglich der sonstigen Nebenkosten.“

Hinsichtlich der „genannten Sachverhalte“ habe der Würzburger Generalvikar Maßnahmen ergriffen, um sicherzustellen, dass sich ähnliche Vorgänge künftig nicht wiederholen, so das Bistum weiter. (CNA Deutsch)

Sind die Blutflecken auf dem Turiner Grabtuch gemalt? Experten widersprechen neuer Studie

TURIN- Mehrere Experten haben die wissenschaftliche Validität einer Studie zum Turiner Grabtuch bezweifelt, welche zu dem Ergebnis gekommen war, dass fast die Hälfte der Blutflecken darauf „gemalt“ worden sei. Die Studie gründet auf Simulationen und Fotos, ohne dass deren Autoren je Zugang zum Original-Grabtuch gehabt hätten.

Vor ein paar Tagen hatten der forensische Anthropologe Matteo Borrini und der Chemiker Luigi Garlarschelli im Journal of Forensic Sciences die Ergebnisse ihrer Forschungsarbeit veröffentlicht, die sich auf die Blutspurenmusteranalyse stützt, die auch bei der Untersuchung von Tatorten angewandt wird.

Die italienische Autoren hatten nie Zugang zum echten Grabtuch, das in der Kathedrale von Turin aufbewahrt wird, sondern führten ihre Experimente mit Hilfe von Fotografien und Modellen durch. Dazu gehörten auch Schaufensterpuppen, von denen die Gegner der Studie erklären, sie würden einem Leichnam, wie ihn das Grabtuch umhüllt hatte, nicht gleichkommen.

Der forensische Anthropologe Borrini behauptet, die Flecken „seien nicht realistisch“ und ist der Meinung, sie seien „künstlich hergestellt worden“, weil seinen Simulationen gemäß das Blut in eine andere Richtungen geflossen sein müsste.

Emmanuella Marinelli, eine Wissenschaftlerin, die das Turiner Grabtuch seit 1977 studiert, mehr als 300 Artikel und verschiedene Bücher zum Thema geschrieben hat, stellte in einer Mitteilung an CNA die in der Studie eingesetzten Untersuchungsmethoden in Frage.

Auch wenn es für die Autoren aufgrund der Charakteristika ihrer Analyse nicht notwendig war, das echte Leinentuch zu untersuchen, so „ist es eindeutig nicht dasselbe“, sich auf ein Foto zu verlassen und nicht auf die Reliquie zurückzugreifen, erklärte Frau Marinelli.

„Diese beiden Forscher gehörten nie zu den Wissenschaftlern, die das Grabtuch direkt untersucht haben und sie haben es niemals aus der Nähe gesehen. Vielleicht haben sie es noch nicht einmal aus der Ferne gesehen“, erläuterte die Expertin gegenüber der Online-Tageszeitung „La Nuova Bussola Quotidiana“.

Trotz dieser Einwände und der über tausend wissenschaftlichen Studien, die bisher zum Grabtuch durchgeführt wurden, haben mehrere Medien die Forschungsarbeit als Beweis dafür präsentiert, dass die Reliquie gefälscht worden sei.

Deren Autoren teilten mit, ihre Tests mit echtem und synthetischem Blut an Freiwilligen und Schaufensterpuppen durchgeführt zu haben. Die Stellen, die sie für gefälscht halten, befinden sich an den Unterarmen und im Lendenbereich.
In einer Pressemitteilung, die verschiedenen Medien übernommen haben, leugnen sie die Echtheit des Turiner Grabtuchs und bezeichnen es als „eine künstlerische oder didaktische Darstellung der Passion Christi, die im XIV. Jahrhundert angefertigt wurde.“

„Keiner der Forscher verfügt über eine wissenschaftliche Qualifikation, um da mitzureden“, da sowohl ein Anthropologe als auch ein Chemiker „keine Erfahrung mit menschlichen Blutflecken hat“, so Alfonso Sánchez Hermosilla, forensischer Arzt und Anthropologe, sowie Leiter des Forschungsteams des Spanischen Zentrums für Sindonologie (CES).

„In ihrer Studie behaupten sie, dass die Blutflecken auf dem Tuch jenen nicht entsprechen, die bei ihren Experimenten aufgetreten sind; aber sie verfügen nicht über das nötige Wissen und daher haben sie die Experimente nicht auf sachgemäße Weise angelegt. Deshalb haben ihre Schlussfolgerungen keinerlei wissenschaftlichen Wert“, fügte er in einer Erklärung an CNA hinzu.

Für Sanchez Hermosilla hätte die Studie – eben weil sie „keinerlei wissenschaftlichen Wert“ besitzt – in einer seriösen Zeitschrift nicht veröffentlicht werden dürfen.

Professor Paolo Di Lazzaro, Konrektor des Internationalen Zentrums für Sindonologie in Turin, schrieb in einem Brief, den die Diözese Turin öffentlich gemacht hat, dass sich die Umstände, unter denen sich die Blutflecken eines gefolterten und extremen Bedingungen ausgesetzten Menschen bilden, sehr von jenen eines gesunden Freiwilligen oder einer Schaufensterpuppe unterscheiden, wie sie Borrini und Garlarschelli verwendet haben.

„Es ist undenkbar, realistische Bedingungen über den Fluss des Blutes am Körper eines Gekreuzigten zu reproduzieren, ohne alle Faktoren zu berücksichtigen, die auf bedeutende Weise diesen Blutfluss beeinflusst haben“, betonte er.

Wissenswertes zum Turiner Grabtuch

Das Turiner Grabtuch ist ein Leinentuch, das 4,41 Meter lang und 1,13 Meter breit ist. Es zeigt das Bild eines gefolterten und gekreuzigten Mannes. Der Überlieferung nach ist es das Tuch, in das Jesus nach seinem Kreuzestod gehüllt worden war.

Es befindet sich seit 1578 in Turin (Italien) und war Gegenstand von mehr als tausend wissenschaftlichen Untersuchungen auf verschiedensten Spezialgebieten. Mehr als 32.000 Fotos wurden vom Grabtuch angefertigt. Daher betrachtet man das Turiner Grabtuch als die am besten untersuchte Reliquie der Geschichte.

Es wurde zuletzt im Jahre 2015 öffentlich ausgestellt und wird im August nächsten Jahres ausnahmsweise für einige Tage, anlässlich einer großen Wallfahrt italienischer Jugendlicher, gezeigt werden.

Übersetzt von Susanne Finner. (CNA Deutsch)

Florian Ripka wird Interims-Geschäftsführer bei „Kirche in Not“ Deutschland

MÜNCHEN – Florian Ripka führt ab dem heutigen 16. Juli als Interims-Geschäftsführer die Geschäfte der deutschen Sektion des Hilfswerks „Kirche in Not“.

Der 42-Jährige leitet „Kirche in Not Ostpriesterhilfe Deutschland e.V.“, die deutsche Sektion der internationalen Päpstlichen Stiftung „Aid to the Church in Need“ (ACN), zunächst bis zur Neuwahl eines neuen Vorstandsvorsitzenden im Herbst 2018 aus, die durch den Rückzug des Eichstätter Bischofs Gregor Maria Hanke vom Vorsitz des Vereins erforderlich wurde.

„Kirche in Not“ Deutschland wird derzeit vom alleinvertretungsberechtigten Vorstandsmitglied Josef Dohrenbusch geführt.

Ripka arbeitet seit über elf Jahren bei „Kirche in Not“: Er begann 2007 als Assistent des damaligen Geschäftsführers Klaus Wundlechner. Der Diplomkaufmann leitete zunächst den Vertrieb der religiösen Schriften des Hilfswerks und unterstützte die Geschäftsführung in betriebswirtschaftlichen Fragen. Im Jahr 2012 wurde er zum Stellvertreter von Geschäftsführerin Karin Maria Fenbert berufen. Schwerpunkte von Ripkas Tätigkeit waren neben den betriebswirtschaftlichen Abläufen auch der Kontakt zu den Wohltätern von „Kirche in Not“, die Neuspendergewinnung und die inhaltliche Mitwirkung bei allen Schwerpunkten des Hilfswerks von der Hilfe für verfolgte und notleidende Christen weltweit bis hin zur Neuevangelisierung in Deutschland.

Florian Ripka, dessen familiäre Wurzeln im Sudetenland liegen, hat nach einer Banklehre Betriebswirtschaft in Regensburg und im italienischen Pavia studiert und ist Vater von vier Kindern.

Zum Geschäftsführerwechsel sagte Dr. Dohrenbusch: „Wir sind dankbar, dass wir mit Herrn Ripka einen langjährigen und erfahrenen Mitarbeiter für diese verantwortungsvolle Aufgabe gewinnen konnten. Er kennt das Hilfswerk wie seine Westentasche.“ Mit Ripka sei sichergestellt, dass die Arbeit für die verfolgte und bedrängte Kirche in über 140 Ländern und die Evangelisierungsarbeit reibungslos weiterlaufen. „Seine Person bürgt für Kontinuität im Hinblick auf die erfolgreiche Arbeit des Hilfswerkes in den letzten Jahren, für die wir Bischof Hanke und der bisherigen Geschäftsführerin Karin Maria Fenbert von Herzen danken.“ (CNA Deutsch)

Gestohlener Kolumbus-Brief aus dem Jahr 1493 zurück im Vatikan

VATIKANSTADT – Der historische Abdruck eines Briefs von Christoph Kolumbus ist zu ihrem rechtmäßigen Platz in der Vatikanischen Bibliothek zurückgekehrt.

Der Seefahrer schildert darin seine Erfahrungen auf der Reise an die Küsten Amerikas.

Kolumbus schrieb den Brief an den spanischen König Ferdinand und Königin Isabella im Jahre 1493, nachdem er von seiner Entdeckungsreise zurückgekehrt war. Er schildert darin, was er auf seinen Reisen gesehen und erlebt hatte.

Der „Kolumbus-Brief“, inoffiziell oft als „Brief über die kürzlich entdeckten Inseln“ bezeichnet, wurde übersetzt und in lateinischer Fassung handgedruckt, um in ganz Europa verteilt zu werden. Rund 80 authentische Exemplare existieren noch heute.

Eines der ältesten Exemplare des achtseitigen, dicht geschriebenen Briefes wurde dem Vatikan 1921 als Teil der „Sammlung De Rossi“ übergeben, die aus seltenen Büchern und Manuskripten bestand, die dem Vatikan auf Wunsch des Bibliophilen Giovanni Francesco Rossi nach seinem Tod 1854 übergeben wurden.

Irgendwann – der genaue Zeitpunkt ist nicht bekannt – wurde der Brief gestohlen.

Erst 2011 entdeckte ein Experte für seltene Bücher und Manuskripte, dass es sich bei dem Exemplar in der Sammlung der Vatikanischen Bibliothek um eine Fälschung handelte, nachdem er die Merkmale des Schriftstücks genauer untersucht hatte.

Der Experte kontaktierte US-Behörden über den möglichen Diebstahl, die wiederum den Vatikan informierte. Der gefälschte Brief wurde von weiteren Experten geprüft, darunter Spezialisten der Princeton University, die alle ebenfalls bestätigten, dass der Brief eine Fälschung war.

Die ursprüngliche Kopie des Briefes des Vatikans wurde schließlich auf David Parsons zurückverfolgt, ein wohlhabender Sammler aus Atlanta, der das Dokument im Jahr 2004 für 875.000 Dollar von einem Antiquar in New York gekauft hatte – allerdings ohne zu wissen, dass dieser Druck aus dem Vatikan gestohlen worden war.

Im Jahr 2013 schickte Parsons seinen gekauften Brief an den Experten, der die Fälschung ursprünglich entdeckt hatte. Nach eingehender Prüfung befand der Experte diesen als echt.

Ein weiteres Kapitel im Krimi um den Kolumbusbrief nahm seinen Anfang im Jahr 2016. Ermittlungen ergaben, dass der New Yorker Buchhändler das geraubte Dokument von dem berüchtigten italienischen Buchdieb Marino Massimo De Caro gekauft hatte. Dieser sitzt derzeit eine siebenjährige Haftstrafe in Italien ab. Sein Verbrechen: Der Diebstahl von etwa 4.000 alten Büchern und Manuskripten aus ganz Italien.

Bei einer weiteren vergleichenden Analyse im April 2017 wurde nicht nur bestätigt, dass Parsons‘ Brief tatsächlich aus der Vatikanischen Bibliothek gestohlen worden war. Die Experten stellten fest, dass der Diebstahl irgendwann vor 2004 stattgefunden haben musste.

Im August dieses Jahres kontaktierten die Ermittler die Witwe von David Parsons, Mary Parsons, und zeigten ihr die Beweise für den Diebstahl und die Fälschung.

Die Witwe stimmte zu, sich von dem Brief zu trennen und auf alle Rechte, Titel und Interessen zu verzichten, damit er in seine ursprüngliche Heimat in der Vatikanischen Bibliothek zurückgebracht werden konnte.

Der Kolumbus-Brief wurde am gestrigen 14. Juni 2018 offiziell ausgetauscht. Der US-Botschafterin am Heiligen Stuhl, Callista Gingrich, überreichte das Schriftstück dem Archivar und Bibliothekar des Vatikans, Erzbischof Jean-Louis Bruguès, O.P. und dem Präfekten der Bibliothek, Bischof Cesare Pasini, in der Vatikanischen Bibliothek.

Bei der Übergabe nannte Gingrich den Brief „ein unbezahlbares Stück Kulturgeschichte“ und sagte, sie fühle sich geehrt, den Brief „seinem rechtmäßigen Besitzer“ zurückzugeben.

Sie bemerkte, dass Agenten der US-Homeland Security Investigations (HSI) seit 2007 mehr als 11.000 Artefakte und Kunstwerke aus über 30 Ländern als Teil einer laufenden Untersuchung über den illegalen Verkauf gestohlener Bücher und Manuskripte zurückgegeben haben.

Bis heute, so Gingrich, hat HSI sowohl Gemälde als auch Manuskripte nach Deutschland, Österreich, Italien, Frankreich und Polen repatriiert und antike Artefakte aus verschiedenen Regionen Europas, Südamerikas, Asiens und dem Nahen Osten geborgen.

Zusätzlich zu dem Brief, der von Parsons gefunden wurde, hat HSI zwei weitere Kolumbus-Briefe als Teil ihrer laufenden Untersuchung über den Verkauf gestohlener Bücher und Manuskripte zurückgegeben. Die beiden weiteren beschlagnahmten Kolumbus-Schreiben wurden an die Riccardiana-Bibliothek in Florenz und die Bibliothek von Katalonien in Barcelona zurückgegeben.

Als eine Geste der Dankbarkeit an Frau Parsons, dass sie sich von dem wertvollen Schreiben aus dem Besitz ihres verstorbenen Mannes getrennt hat, übergab die US-Botschaft Anfang dieser Woche eine persönliche Nachricht von Frau Parsons an den Papst.

Erzbischof Bruguès bedankte sich während der Rückführungszeremonie bei allen, die an der Bergung des Briefes beteiligt waren, der „ein unbezahlbares kulturgeschichtliches Artefakt ist, das heute seinen Weg zurück in seine Heimat gefunden hat“.

Er sagte, die Bibliothek sei „überrascht“, als sie herausfand, dass ihre Kopie eine Fälschung sei, und bemerkte, dass die Technik der Fälschung, die als „Stereotypisierung“ bezeichnet wird, während des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts verbreitet war und nicht nur die visuellen, sondern auch die Eigenschaften der Oberflächen des Originals wiedergibt.

„Wir sind sehr dankbar, dass wir diesen Band wieder in die De Rossi-Sammlung aufnehmen können“, sagte er und fügte hinzu, dass der Brief „den Forschern aus der ganzen Welt zur Verfügung stehen wird, um die Sammlungen der Vatikanischen Bibliothek zu studieren“. (CNA Deutsch)