Bolivien: Lebte der designierte Kardinal Ticona Porco im Konkubinat oder nicht?

Quelle: ADELANTE LA FE (Screenshot am 30. Mai)

Der lateinamerikanische Blog „ADELANTE LA FE“ liefert neue Vorwürfe gegen Monsignore Ticona Porco.

Vaticanhistory – Martin Marker

Das österreichische Internetmagazin „kath.net“ bezeichnet den designierten Kardinal Ticona Porco als Konkubinats-Kardinal. Was wirklich stimmt an den Vorwürfen, bleibt allerdings vorerst weiterhin offen. Auslöser ist der lateinamerikanische Blog „ADELANTE LA FE“. Ticona Porco verneint die Beschuldigungen und erklärt:

„Hinsichtlich dieser Falschmeldung, die in den Medien über mein Privatleben verbreitet wird, habe ich die Pflicht, mit Nachdruck zu erklären und klarzustellen, dass deren Inhalt nicht der Wahrheit entspricht.”

„ADELANTE LA FE“ veröffentlichte gestern weitere Details um den Lebensstil des Monsignore und einen Bildausschnitt (Screenshot oben) einer eidesstattlichen Erklärung an die Apostolische Nuntiatur von Bolivien, mit Eingangsstempel:

  • Die Information ist völlig wahr und ist übrigens seit vielen Jahren auf allen Ebenen der Diözese Oruro öffentlich zugänglich.
    Die Nuntiatur in Bolivien hat seit einigen Tagen detaillierte, namentliche, eidesstattliche Zeugenaussagen mit Adressen, an denen das Paar lebte, und sogar der Schule der Kinder.
  • Es geht nicht um Klatsch, sondern um Zeugen aus erster Hand, auch um Nachbarn. Um nur einige Details dieses Berichtes zu nennen: Die Kinder von Ticona haben an der La Salle Schule in Oruro studiert.
  • Frau NN (um die Vertraulichkeit zu waren) die Lebenspartnerin, hat mehrfach in einer Apotheke Medikamente für den Bischof gekauft, die Rechnung sollte an die Prälatur von Corocoro gehen, dabei habe sie sich als „Frau des Bischofs von Patacamaya“ vorgestellt.

„Wollen Sie mehr Informationen Monsignore Ticona? Was hier gesagt wird, ist die Wahrheit und die einzige Wahrheit.“

Von vatikanischer Seite gab es bisher keine Informationen zu diesen Vorwürfen. (vh – mm)

Mit neuen Kardinälen an der Startlinie: Wie geht es weiter mit der römischen Kurie?

VATIKANSTADT – Die Ankündigung von Papst Franziskus, neue Kardinäle zu kreieren, wird auch Konsequenzen für die römische Kurie und ihre Amtsträger haben.

Erzbischof Giovanni Angelo Becciu, bisher im Staatssekretariat, ist zum Präfekten für die Kongregation der Heiligsprechungsverfahren ernannt worden. Er wird Kardinal Angelo Amato ersetzen, der am 8. Juni 80 Jahre alt wird.

Becciu war bisher die Nummer Zwei im Staatssekretariat. Dieses Amt aufgeben wird er am 29. Juni 2018, und Papst Franziskus wird dann einen neuen Stellvertreter des Kardinalstaatssekretärs Pietro Parolin ernennen.

Bemerkenswert in diesem Zusammenhang ist, dass Papst am 19. Mai eine Privataudienz mit den Erzbischöfen Gabriele Giordano Caccia und Nicola Girasoli hatte. Caccia ist Apostolischer Nuntius auf den Philippinen, Girasoli der Nuntius in Peru.

Erzbischof Caccia gilt seit längerer Zeit als möglicher Kandidat für die Position, die bisher Becciu innehatte: Er hat mit Kardinal Parolin bereits im Staatssekretariat zusammengearbeitet, als dieser Vizeminister für Außenangelegenheiten war.

Papst Benedikt XVI. weihte die beiden am 12. September 2009 zu Bischöfen.

Zudem wurden Kardinal Parolin und Erzbischof Caccia zeitgleich jeweils zum Nuntius für Venezuela und respektive Peru ernannt. Auf die Philippinen versetzt wurde Caccia am 12. September 2017.

Im gleichen Jahr wurde Erzbischof Nicola Girasoli zum Nuntius in Peru ernannt. Er ist seit 1985 Diplomat. Er arbeitete in den Apostolischen Nuntiaturen in Indonesien und Australien, dann verbrachte er einige Zeit im Staatssekretariat, um anschließend in den Nuntiaturen Ungarns, Belgiens, der USA und Argentiniens zu dienen. Von 2006 bis 2011 war er Nuntius in Zambia und Malawi, dann diente er von 2011 bis 2017 als Nuntius in Trinidad und Tobago, bevor er nach Peru versetzt wurde.

Er gilt als enger Vertrauter des Papstes, und auch Kardinal Parolin soll ihm zugetan sein. Gerüchten zufolge wäre er der qualifizierteste Kandidat für die Rolle des Stellvertreters des Kardinalstaatsekretärs.

Gleichzeitig hat das Personalkarussel im Vatikan bereits zu kreisen begonnen: Monsignore Joseph Murphy at Erzbischof Avelino Bettencourt, der zum Nuntius in Armenien und Georgien befördert wurde.

Personelle Änderungen in der Kurie

Nicht nur unter den Diplomaten des mächtigen Staatssekretariates gibt es Personalrochaden. Praktisch alle vatikanischen Dikasterien sind betroffen – besonders die zehn “Ministerien”, deren Vorsitzende und Präfekten voraussichtlich in den Ruhestand gehen werden.

  • Kardinal Angelo Amato, Präfekt der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse, ist 79;
  • Kardinal Lorenzo Baldisseri, Generalsekretär der Bischofssynode, ist 77;
  • Kardinal George Pell, Präfekt des Wirtschaftssekretariates, ist 76;
  • Kardinal Beniamino Stella, Präfekt der Kongregation für den Klerus, ist 76;
  • Kardinal Giuseppe Bertello, Regierungschef der Vatikanstadt, ist 75;
  • Kardinal Gianfranco Ravasi, Präsident des Päpstlichen Rates für die Kultur, ist 75;
  • Kardinal Domenico Calcagno, Präfekt der Güterverwaltung des Apostolischen Stuhls (APSA), ist 75;
  • Erzbischof Marcelo Sanchez Sorondo, Kanzler der Päpstlichen Akademie der Sozialwissenschaften, ist 75;
  • Erzbischof Piero Marini, Präsident des Päpstlichen Komitees für die Eucharistischen Weltkongresse, ist 76; und
  • Pio Vito Pinto, Dekan der Rota, ist 76 Jahre alt.

Die Kardinäle Pell und Bertello haben bereits eine Verlängerung ihrer Amtszeit erhalten: Kardinal Pell wird bis 2019 seinen Posten behalten, Kardinal Bertello bis 2010. Auch Erzbischof Sorondos Amtszeit wurde verlängert, während Kardinal Amato mit Erreichen des 80. Lebensjahres aus dem aktiven Dienst scheidet.

Papst Franziskus hat also jede Menge Möglichkeiten, die Kurie personell umzugestalten. Zumal weitere Schlüsselpositionen nicht besetzt sind: Die des Untersekretärs für Familie im Dikasterium für Laien, Familie und Leben; die des Kirchenanwalts am Tribunal Rota Romanae; und die des Präfekt für das Sekretariat für Kommunikation.

Letzteres heißt mittlerweile “Dikasterium für Kommunikation”, und die Mitarbeiter bekommen derzeit neue Ausweise mit diesem Behördennamen ausgestellt.

Dieser Schritt bedeutet eine Herabstufung des Sekretariats: Es ist nicht mehr auf gleicher Ranghöhe wie das Staatssekretariat, sondern nur eines der Dikasterien, die nach Abschluss der Kurienreform ihren Dienst leisten.

Der Posten des Präfekten bleibt möglicherweise unbesetzt. Der ehemalige Präfekt, Monsignore Dario Viganò, war am 21. März zurück getreten, wurde aber im gleichen Zug von Papst zum “Assessor” des Sekretariats ernannt.

Wenige Tage später tauchte dieser Posten eines “Assessors” auf der Website des Kommunikationssekretariates im Organisationsdiagramm auf, obwohl er nicht in den Statuen des Dikasteriums zu finden ist, die am 6. September 2017 erlassen wurden.

Nun ist das Amt des Präfekten unbesetzt, und der Assessor laut Webseite der dritthöchste Posten.

Im Organisationsdiagramm steht nichts über die inhaltliche Ausrichtung, die Monsignore Viganò ad interim steuerte. Als Editorial Direction steht sie zwar in den Statuten, fehlt aber im Diagramm.

Als Interimspräfekt dient indessen Monsignore Lucio Adrian Ruiz.

Das sind nicht nur Details, sondern dies sind Einblicke in den Reformprozess.

In mehreren Artikeln für das Magazin “Il Regno” hat Bischof Marcello Semeraro erklärt, dass Papst Franziskus die Reformen “im Gehen” durchführen will. Das bedeutet: Es gibt keinen Rahmen für die Reformen. Vielmehr sollen diese den Rahmen ergeben.

Das ist das Gegenteil dessen, was Papst Johannes Paul II. mit Pastor Bonus tat, der Apostolischen Konstitution, die Funktionen und Aufgaben der Kurie regelt.

Pastor Bonus wurde 1988 veröffentlicht, und davor über Jahre ausführlich beraten. Dann wurden die Veränderungen gemäß dem Dokument umgesetzt.

Diesmal wird der endgültige Text wohl abbilden, welche Änderungen vorgenommen wurden – und erst dann wird es möglich sein, einen allgemeinen Überblick über die Änderungen zu bekommen, und was diese darstellen.

Übersetzt und redigiert aus dem englischen Original. (CNA Deutsch)

Kardinal Müller: Gender-Theorie blüht im ideologischen Vakuum auf

VATIKAN – Im Vakuum, das der Zusammenbruch des Faschismus und des sowjetischen Kommunismus hinterlassen hat, ist die Gender-Theorie ideologisch als eine “neue Religion” aufgeblüht, so Kardinal Gerhard Ludwig Müller.

“Marxismus und Faschismus, anti-christliche Ideologien, sind zusammengebrochen. Der Kapitalismus steckt in einer Krise. So gab es Platz für echte Philosophie, für Theologie, für die christliche Religion. Doch die Menschen zogen es vor, eine neue Religion zu erfinden, die an den Menschen glaubt, statt an Gott”, sagte der ehemalige Präfekt der Glaubenskongregation gegenüber CNA am 25. Mai.

Der Kardinal sprach vor dem Vortrag von Daniel Mattson anlässlich der Vorstellung der italienischen Ausgabe dessen Buches “Why I don’t call myself gay” an der Päpstlichen Universität vom Heiligen Kreuz.

“Man kann Menschen nicht anhand ihrer sexuellen Orientierung klassifizieren”, sagte Kardinal Müller. “Wir haben es hier nicht mit menschlichen Wesen zu tun, die spezieller sind als andere. Der Mensch muss anhand seiner Person beschrieben werden und der Tatsache, dass er nach dem Ebenbild Gottes geschaffen wurde, und mit einer Berufung zum Ewigen Leben.”

Das gelte für “jedes menschliche Wesen”, betonte der Kardinal.

Mit Blick auf die Seelsorge für Homosexuelle sagte der Kardinal, dass “die Kirche immer Achtung vor jeder menschlichen Person, jenseits aller Kategorisierungen” habe.

Müller betonte auch, dass “man in der Gender-Ideologie Dutzende Geschlechter aufzählen kann, der Mensch jedoch als Mann und Frau erschaffen ist: Das ist unsere Natur, und der Wille des Schöpfergottes ist darin ausgedrückt”.

Der deutsche Purpurträger unterstrich weiter, dass “denen die Stirn geboten werden muss, die sich als ideologische Gruppe organisieren und die gesamte Gesellschaft ändern wollen, ihre Denkweise allen anderen aufzwängen wollen.”

Ideologische Gruppen organisierten sich als eine Lobby, als Organisation mit dem Ziel, ihre Sichtweise anderen aufzuerlegen. Dabei “greifen sie alle Menschen an, die nicht so denken wie sie es tun, beschimpfen diese, zerstören sogar die menschliche Würde derer, die anders denken als sie”, warnte Kardinal Müller.

Der Kardinal lobte Mattson dafür, sich nicht einfach mit einer Kategorisierung zufriedenzugeben, sondern sich vielmehr als “Sohn Gottes” zu beschreiben.

In der geheimen Beichte und in der Seelsorge könne man über alles reden, so Müller weiter, ohne sich in Kategorien bewegen zu müssen, die es so gar nicht gebe.

Klassifizierungen dieser Art seien ein Konstrukt marxistischen Denkens, sagte Müller. Der Marxismus behaupte, der Geist erkenne nicht die Wirklichkeit, sondern konstruiere diese: “Wenn die Kommunistische Partei sagt, dass 2 plus 2 gleich 5 ist, dann muss das jeder glauben”.

Gender und Seelsorge für Menschen mit homosexuellen Neigungen gehören zu den meistdiskutierten Themen in der Katholischen Kirche.

Die Glaubenskongregation veröffentlichte im Jahr 1986 ein Schreiben an die Bischöfe der Kirche über die Seelsorge für homosexuelle Personen, welches die Bischöfe ermutigt, “für die homosexuellen Personen in ihren Bistümern eine Pastoral zu fördern, die in voller Übereinstimmung mit der Lehre der Kirche steht”.

Weiter heißt es: “Kein authentisches pastorales Programm darf Organisationen einschließen, in denen sich homosexuelle Personen zusammenschließen, ohne dass zweifelsfrei daran festgehalten wird, dass homosexuelles Tun unmoralisch ist. Eine wahrhaft pastorale Haltung wird die Notwendigkeit betonen, dass homosexuelle Personen die nächste Gelegenheit zur Sünde zu meiden haben.”

Benedikt XVI. sprach über die Gender-Theorie in seiner letzten Weihnachtsansprache an die römische Kurie, am 21. Dezember 2012: “Die tiefe Unwahrheit dieser Theorie und der in ihr liegenden anthropologischen Revolution ist offenkundig. Der Mensch bestreitet, dass er eine von seiner Leibhaftigkeit vorgegebene Natur hat, die für das Wesen Mensch kennzeichnend ist. Er leugnet seine Natur und entscheidet, dass sie ihm nicht vorgegeben ist, sondern dass er selber sie macht.”

Übersetzt aus dem englischen Original. (CNA Deutsch)

Kardinal Sarah: „Viri Probati“ ist ein Bruch mit der apostolischen Tradition

 

In einer Predigt am Pfingstsonntag sprach Kardinal Robert Sarah über „Viri Probati“ und das Thema „Interkommunion“.

Vaticanhistory – Martin Marker

OnePeterFive berichtete über eine Predigt die Kardinal Sarah am Ende einer Pilgerfahrt nach Chartres in Frankreich hielt. In seiner Predigt sagte Kardinal Sarah:

Liebe Brüder im Priestertum,

bewahrt immer diese Gewissheit: mit Christus am Kreuz vereint zu sein, denn der priesterliche Zölibat bezeugt dies in der Welt!

Das Projekt, wie es von einigen Leuten wieder aufgenommen wurde, um das Zölibat vom Priestertum zu trennen, indem es den Verheirateten das Sakrament der Priesterweihe (“viri probati”) – aus “pastoralen Gründen oder aus bestimmten Notwendigkeiten” – wie sie sagen – führt zu ernsthaften Konsequenzen und zu einem endgültigen Bruch mit der Apostolischen Tradition. Dann würden wir ein Priestertum nach menschlichen Kriterien einrichten, aber wir würden das Priestertum Christi nicht fortführen – gehorsam, arm und keusch. In der Tat ist der Priester nicht nur ein “anderer Christus”, sondern er ist wirklich “ipse Christus”, Christus selbst! Deshalb wird der Priester, der in der Kirche Christus nachfolgt, immer ein Zeichen des Widerspruchs sein!“

Sarah hat mit diesen Worten ein starkes Zeichen des Widerstands gegen die mögliche Entscheidung, verheiratet Männer im Amazonasgebiet zu ordinieren gegeben, wie es Kardinal Beniamino Stella kürzlich für die nahe Zukunft propagierte.

Kardinal Sarah, Präfekt der Kongregation für den Gottesdienst und die Sakramentenordnung, spricht sich auch klar gegen den Versuch aus, eine Form der „Interkommunion“ in der katholischen Kirche zu etablieren. Im Vorwort zu einem Buch schrieb er:

“Interkommunion ist nicht erlaubt zwischen Katholiken und Nichtkatholiken. Sie müssen den katholischen Glauben bekennen. Ein Nicht-Katholik kann keine Kommunion empfangen. Das ist sehr, sehr klar. Es geht nicht darum, seinem Gewissen zu folgen.“

Sarah stellt sich mit seiner Argumentation deutlich auf die Seite der deutschen Kardinäle Müller und Brandmüller. Die Zahl der konservativen Kardinäle, die im Widerstand gegen die progressive Agenda, wie sie in der katholischen Kirche propagiert wird, stehen, nimmt deutlich zu. Kardinal Müller bezeichnete das Konzept der „Homophobie“ als „Instrument der totalitären Herrschaft“ und Kardinal Brandmüller hat gerade diejenigen, die auf weibliche Priester bestehen, “Ketzer” genannt, die zu “exkommunizieren” sind.

OnePeterFive bemerkt dazu:

“Diese jüngsten ermutigenden Aussagen, die von hochrangigen Prälaten kommen, sind sehr notwendig, insbesondere angesichts der fortschreitenden Zersetzung des katholischen Glaubens unter der Führung von Papst Franziskus. Der Papst hat gerade einen weiteren Aufruhr verursacht, indem er zu einem Homosexuellen gesagt hat: “Gott hat dich so gemacht und liebt dich so und das ist mir egal.”


(vh – mm)

Papst Franziskus ernennt 14 neue Kardinäle

Beim heutigen Regina Coeli verkündete Papst Franziskus die Namen von 14 neuen Kardinälen. Das Konsistorium wird am 29. Juni in Rom stattfinden.

Vaticanhistory – Martin Marker

Der Papst gab die Ernennungen folgender Kirchenmänner bekannt:

Liebe Brüder und Schwestern,

Ich freue mich, ankündigen zu können, dass ich am 29. Juni ein Konsistorium für die Ernennung von 14 neuen Kardinälen abhalten werde. Ihre Herkunft drückt die Universalität der Kirche aus, die weiterhin allen Menschen auf der Erde die barmherzige Liebe Gottes verkündet.

Die Einsetzung der neuen Kardinäle in der Diözese Rom manifestiert die untrennbare Verbindung zwischen dem Sitz des Petrus und den in der ganzen Welt verbreiteten Teilkirchen.

Hier sind die Namen der neuen Kardinäle:

  1. Seine Seligkeit Louis Raphaël I Sako – Patriarch von Babylon der Chaldäer;
  2. S.E. Msgr. Luis Ladaria – Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre;

  3. S.E. Msgr. Angelo De Donatis – Generalvikar von Rom;

  4. S.E. Mons. Giovanni Angelo Becciu – Stellvertreter für allgemeine Angelegenheiten des Staatssekretariats und Sonderbeauftragter des Souveränen Malteserordens;

  5. S.E. Mons. Konrad Krajewski – Apostolischer Almosenmeister;

  6. S.E. Msgr. Joseph Coutts – Erzbischof von Karachi;

  7. S.E. Mons. António dos Santos Marto – Bischof Leiria-Fátima;

  8. S.E. Mons. Pedro Barreto – Erzbischof von Huancayo;

  9. S.E. Mons. Desiré Tsarahazana – Erzbischof von Toamasina;

  10. S.E. Mons. Giuseppe Petrocchi – Erzbischof von L’Aquila;

  11. S.E. Mons. Thomas von Aquin Manyo – Erzbischof von Osaka.

Zusammen mit ihnen werde zu Mitgliedern des Kardinalskollegiums: ein Erzbischof, ein Bischof und ein Ordensmann, die sich für ihren Dienst an der Kirche ausgezeichnet haben (über 80 Jahre alt):

12. S.E. Mons. Sergio Obeso Rivera – Erzbischof (Emeritus) von Xalapa.

13. S.E. Mons. Toribio Ticona Porco – Prälat (Emeritus) von Corocoro.

1 4. R.P. Aquilino Bocos Merino – Klarentinerorden.

(vh – mm)

Verfahren gegen Kardinal Pell wird eröffnet

MELBOURNE – Nach monatelangen Vorprüfungen kommt es nun zum Prozess: Ein Gericht in Melbourne (Victoria) hat entschieden, dass gegen Kardinal George Pell ein Verfahren eröffnet wird.

Mehr als die Hälfte der erhobenen Vorwürfe seien zwar ausgeräumt, so örtliche Medien, darunter ein “besonders schwerer”. Mindestens ein noch ungeklärter Vorwurf auf “sexual assault” wird nun in einem Hauptprozess entschieden.

Der 76 Jahre alte Pell ist ehemaliger Erzbischof von Sydney (2001-2014) und zuvor Melbourne (1996-2001), wo er auch als erster australischer Bischof ein Untersuchungsverfahren für Fälle sexuellen Missbrauchs einführte.

Papst Franziskus berief Pell 2013 in seinen Kardinalsrat zur Beratung bei der Kurienreform. Ein Jahr später ernannte Franziskus den Australier zum Finanzchef des Vatikans.

Der aus dem kleinen Ballarat (Victoria) stammende Würdenträger hat von Anfang an sämtliche Vorwürfe von Missbrauch deutlich zurückgewiesen, seine Unschuld beteuert – und eine Untersuchung der von der Polizei Victorias angestrengten Ermittlungen gefordert. (CNA Deutsch)

Stephanus-Preis für verfolgte Christen an Kardinal Zen verliehen

BONN – ür seinen Mut und seine Beharrlichkeit im jahrzehntelangen Einsatz für die Freiheitsrechte, insbesondere der Religionsfreiheit, ist in Bonn dem früheren Bischof von Hongkong, Kardinal Joseph Zen, der “Stephanus-Preis für verfolgte Christen” verliehen worden.

Der stellvertretende Generalsekretär der Weltweiten Evangelischen Allianz, Bischof Thomas Schirrmacher, sagte in seiner Laudatio:

“Ihr total friedliches und respektvolles, jedoch kühn und risikoreiches Handeln, in dem Sie sich für diejenigen erheben, die unterdrückt und verfolgt werden, macht Sie zu einem mehr als würdigen Empfänger des Stephanuspreises, der nach dem ersten christlichen Märtyrer benannt ist.”

Bischof Schirrmacher, der auch Präsident des Internationalen Rates der Internationalen Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) ist, erklärte, Kardinal Zen sei nicht nur eine klare Stimme gegen die Diskriminierung von Christen, sondern auch ein Verteidiger der Religionsfreiheit für alle Menschen, gleichgültig welcher Religionszugehörigkeit.

“Und drittens ist er ein Symbol für die Menschenrechte im Allgemeinen, weit über religiöse Probleme hinaus.”

Sehr bewegend sei die Hungerstreik-Aktion des Kardinals 2011 im Alter von 79 Jahren gewesen, betonte Stiftungsvorsitzende Michaela Koller.

Die Kommunistische Partei Chinas übte damals Druck auf Hongkongs Legislativrat aus und erreichte eine Gesetzesänderung, in deren Folge der Einfluss der katholischen Kirche auf rund 300 Schulen in ihrer Trägerschaft auf Unterrichtsinhalte zurück gedrängt wurde. Der Kardinal, der dem Orden der Salesianer Don Boscos angehört, habe erkannt, dass der Mensch, der Unterdrückung in der Erziehung oder in der Politik erleidet, sich nicht seiner Würde entsprechend entwickeln und entfalten kann.

In seiner Dankesrede vor rund 100 Zuhörern sagte Kardinal Zen:

“Ich habe nie um die Gnade des Martyriums gebetet. Das Rot, das ich trage, erinnert mich an das Blut zahlreicher Brüder und Schwestern in China, lebende Märtyrer, ohne unbedingt im wörtlichen Sinne ihr Blut zu vergießen.”

Sämtliche totalitären Regime hätten nur ein Ziel, die Kontrolle über alles und über jeden.

Inzwischen vermieden diese Herrscher, Menschen zu Märtyrern zu machen. “Sie wenden Drohungen und Bestechung an. Sie bedrohen Sie und Ihre Familie, sie bestechen Sie mit Geld und Ehren”, warnte er. Es genüge ihnen nicht, die Menschen körperlich zu versklaven, sondern sie hielten auch ihr Gewissen in Fesseln.

In den vergangenen Wochen sorgte der Kardinal weltweit mit seiner Warnung vor der Religionspolitik der Kommunistischen Partei Chinas und einem “faulen Kompromiss” zwischen dem Vatikan und China für Schlagzeilen. Ein neues Religionsgesetz, das seit Februar in Kraft ist, sieht deutlich mehr Kontrolle vor, als ohnehin bereits ausgeübt wird. (CNA Deutsch)

Kardinal Kasper schwenkt bei „Amoris Laetitia“ ein!

 

In der italienischen Fernsehsendung „Stanza Vaticane“ äußerte sich Kardinal Kasper heute zum umstrittenen Dokument „Amoris Laetitia“.

Kasper hält zwar immer noch die Kritik am Papstdokument zum Familienleben für „lächerlich“ schlägt aber erstmals auch andere Töne an. Er kritisiert, dass die Apostolische Ermahnung „Amoris Laetitia“ in der Diskussion auf eine Fußnote reduziert wird [die Fußnote öffnet geschiedenen und wiederverheirateten Paaren die Tür zur Kommunion, Anm. Red.]

Kardinal Kasper sagte in der Fernsehsendung:

“Es ist gut, eine brüderliche Diskussion [über Amoris Laetitia, Anm. Red.] zu beginnen, um Frieden zu schaffen”.

Diejenigen, die sagen Amoris ist „keine große Angelegenheit“, haben vielleicht ihr Herz nicht bei der Sache und diese Tatsache überschattet das Dokument, betont Kasper.

Papst Franziskus wird von einigen Mitgliedern der Kirchenhierarchie stark bekämpft und Kasper verweist auf die vier Dubia-Kardinäle und ihre öffentliche Fragestellung an den Pontifex.

Vielleicht hat bei Kardinal Kasper ein Sinneswandel stattgefunden. Er kritisiert zwar nach wie vor die Dubia-Kardinäle und verweist auf andere Kritiker, namentlich nicht genannte Kräfte in der Kirchenführung, hält es aber für gut, eine „brüderliche Diskussion“ zu beginne.

Sein Einschwenken ist zu mindestens ein Zeichen in die richtige Richtung. Bisher hatte er nur harsche Missbilligung für die Kritiker der Apostolischen Ermahnung „Amoris Laetitia“ bekundet. (vh – mm)

Australien: Vorwürfe eines Chormitglieds gegen Kardinal Pell

Die Staatsanwaltschaft in Melbourne beabsichtigt laut Meldungen verschiedener australischer Medien sechs Anklagepunkte gegen den Kurienkardinal George Pell fallen zu lassen.

Wie viele Anklagepunkte letztendlich zur Einleitung eines Gerichtsverfahrens gegen Kardinal Pell führen könnten, ist derzeit immer noch unklar.

Laut Staatsanwaltschaft sollen sechs Anklagepunkte fallen gelassen werden, da einer der Zeugen aus “medizinischen Gründen” nicht aussagen könne. Der Anwalt Pells, Herr Richter QC bat das Gericht die Anklage formell zu widerrufen, was offenbar am Dienstag geschehen soll.

Die Mutter eines anderen mutmaßlichen Opfers von Pell, hat ihre Vorwürfe, die sie 2016 in einem Interview gegenüber ABC TV gegeben hatte, zurückgezogen. Das Interview hatte mit der Journalistin Louise Milligan stattgefunden, die ein Buch über Kardinal Pell geschrieben hatte. Milligan ist in der nächsten Woche zur Anhörung vorgeladen.

Pell soll in den 1990er Jahren ein Chormitglied missbraucht haben. Dieser Vorwurf stammt von der Schwester des mutmaßlichen Opfers, vorgetragen vor der Richterin Belinda Wallington in der Voruntersuchung. Die Straftat hatte in der St. Patricks Cathedrale stattgefunden und ihr Bruder habe klar George Pell beschuldigt.

Kardinal Pell war 1987 Weihbischof von Melbourne und ab 1996 Erzbischof des Bistums. Richter QC warf der Frau vor „eine Geschichte zu erzählen“, die von ihr erfunden sei. Die Frau sagte, ihr Bruder beharrte darauf, dass Kardinal Pell der mutmaßliche Täter gewesen war. Richter QC warf ihr vor, besagte Unterhaltung habe in einem Auto stattgefunden und die Insassen seien betrunken gewesen.

Die Anhörungen im Fall Kardinal Pell laufen seit Anfang März. Ein Teil dieser Anhörungen hatte unter Ausschluss der Öffentlichkeit stattgefunden. Ob und wie viele Anklagepunkt Pell zur Last gelegt werden können ist noch unklar. Ebenso ungewiss ist es, ob Richterin Belinda Wallington ein Gerichtsverfahren gegen Kardinal Pell eröffnen wird. Pell hatte schon im Vorfeld der Anhörungen alle Vorwürfe der Beschwerdeführer energisch zurückgewiesen und seine Unschuld beteuert. (vh – mm)

Kardinal Müller: „Kardinal Lehmann prägte Stil der Theologie”

Der emeritierte deutsche Kurienkardinal Gerhard Ludwig Müller würdigt den verstorbenen Karl Lehmann als herausragenden Theologen. „Er ist ein guter Lehrer dafür, dass man den Glauben nicht mit einer Ideologie verwechseln darf“, sagte Müller, der Lehmann seit Jahrzehnten kannte, im Gespräch mit Vatican News.

P. Bernd Hagenkord SJ – Vatikanstadt.

Kardinal Müller: „Karl Lehmann ist eine herausragende Bischofsgestalt, ein großer Theologe mit profunden Kenntnissen, vor allen Dingen ist auch hervorzuheben sein Umgang mit der Heiligen Schrift.“

Vatican News: Sie kennen ihn seit Ihrem eigenen dritten Studiensemester. Was haben Sie von ihm als theologischem Lehrer gelernt?

Kardinal Müller: „Er ist ja nach Mainz gekommen, als ich gerade im dritten Semester war. Dogmatik ging erst im fünften Semester an. Aber die meisten von uns sind dann schon zu Karl Lehmann gegangen, weil er einen besonderen Ruf hatte und weil seine Vorlesungen nicht so ganz konventionell aufgebaut waren, sondern er ist die Sache vor allem problemorientiert angegangen. Diese immense Literaturkenntnis, sein ungeheures Gedächtnis, nicht nur für Personen, das ist vielen aufgefallen, aber auch für die Autoren, für die Problemstellungen in verschiedensten Zusammenhängen, das war vorbildlich und hat eine Methode beeinflusst, Theologie zu treiben. Das ist etwas Besonderes gewesen. Es hat auch den Stil der Theologie geprägt, daran können auch junge Theologen sich eine Scheibe abschneiden. Das Problembewusstsein, das erst einmal erarbeitet werden muss, um eine qualifizierte These vorzutragen, darin ist er auch vorbildlich.“

Vatican News: Sie haben später mit ihm in der Bischofskonferenz zusammengearbeitet, war das derselbe Karl Lehmann, hat er auf dieselbe Weise die Bischofskonferenz geleitet, wie er Theologie betrieben hat?

Kardinal Müller: „Er ist immer Professor geblieben. Aber wenn man so in der Theologie zu Hause ist in jungen Jahren, dann kann man das nicht ablegen, und es ist auch nicht notwendig. Man kann es jeder Bischofskonferenz nur wünschen, dass sie unter ihren Mitbrüdern auch gute, ausgewiesene Theologen haben. Karl Lehmann war dann immer auch sehr politisch orientiert. Er ist ein guter Lehrer dafür, dass man den Glauben nicht mit einer Ideologie verwechseln darf. Deshalb ist es wichtig, dass Karl Lehmann den Dialog gepflegt hat, indem er die Wahrheit auch in gegenteiligen Positionen erkannt hat. Er ist ein gutes Beispiel darin, dass er seine ganzen Fähigkeiten eingebracht hat, aber trotzdem auch bescheiden hinter dem Berg des Ganzen zurücktrat. Das ist, glaube ich, Dialog.“ (vatican news)