Vaticanhistory-News-Blog

Kirchengeschichte bei VH

Vatikan: Neue Großbehörde für Gerechtigkeit am Start

Montag 2. Januar 2017 von VH

Die jüngste Behörde der römischen Kurie geht an den Start: mit diesem 1. Januar ist das Dikasterium für die ganzheitliche Entwicklung des Menschen in Funktion. Es entstand im Zug der Kurienreform durch Zusammenlegung verschiedener päpstlicher Räte, die mit Themen wie tätiger Nächstenliebe, Ökologie, Menschenrechten und Migranten befasst waren. Neu ist auch, dass Papst Franziskus auf eigenen Wunsch persönlich eine der Unterabteilungen leitet, nämlich jene für Flucht und Migration. Direkt zuarbeiten werden ihm zwei eigens ernannte Untersekretäre, beides Ordensmänner und ausgewiesene Migrationsfachmänner: der kanadische Jesuit Michael Czerny und der italienische Scalabrini-Missionar Fabio Baggio. Präsident des Dikasteriums ist der aus Ghana stammende Kurienkardinal Peter A. Turkson. Er leitete bereits zuvor den Päpstlichen Rat für Gerechtigkeit und Frieden, der nun in der neuen Behörde aufgegangen ist. Die Statuten des neuen päpstlichen Ministeriums verstehen sich als vorläufig. (rv)

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Päpstlicher Friedensrat holt gegen Kredithaie aus

Donnerstag 20. Oktober 2016 von VH

Kardinal TurksonMit Blick auf die Bankenkrise hat der Präsident des Päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden vor einer Zweckentfremdung von Mikrokrediten gewarnt. Kardinal Peter Appiah Turkson äußerte sich am Mittwoch im Rahmen einer EU-Konferenz zum Thema Kleinstkredite in Rom. In seiner Ansprache holte der aus Ghana stammende Kardinal gegen Kredithaie im Finanzsektor aus. Viele traditionelle Banken seien derzeit in Schwierigkeiten, die Vergabe von Mikrokrediten dürfe aber nicht als „gierige Gelegenheit“ zum Geschäftemachen verstanden werden: „Das wäre dramatisch“, so Turkson wörtlich. Schließlich seien diese Formen der Mikrofinanzierung ein wichtiges Instrument der Armutsbekämpfung und Entwicklungspolitik. Auf Mikrokredite eine „Logik der Profitmaximierung“ anzuwenden, sei deshalb „moralisch inakzeptabel“.

Grundidee von Mikrokrediten ist es, armen Bevölkerungsschichten die Möglichkeit zu geben, Kredite zu wirtschaftlich tragbaren Konditionen aufzunehmen. Ziel des Finanzkonzeptes sollen Selbsthilfe und Solidarität sein, nicht Gewinnmaximierung. (rv)

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Turkson: Konkrete Lösungen für Afrika

Mittwoch 12. Oktober 2016 von VH

Kardinal TurksonAfrika braucht für sein Gesundheitssystem konkrete und effiziente Lösungen. Das sagte Kurienkardinal Peter Turkson beim Deutsch-Afrika-Symposium in Berlin an diesem Mittwoch. Ausgehend von der katholischen Soziallehre und der Enzyklika Laudato Si‘ erläuterte Turkson, dass die Unterstützung den Afrikanern gegenüber nicht nur „ein Muss“ für Christen sei, sondern für alle Menschen guten Willens in den reicheren Staaten. Man dürfe nicht vergessen, dass es südlich des Sahara weiterhin eine hohe Kindersterblichkeit gebe. (rv)

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Vatikan: „Jede rein technische Lösung ist machtlos“

Montag 29. August 2016 von VH

Kardinal TurksonWissenschaft kann Realität erklären, für den Wandel braucht es aber Motivation, und hier kann Religion einen wesentlichen Beitrag leisten: Kardinal Peter Turkson sprach an diesem Montag in Stockholm über das Thema „Glaube und Entwicklung“, anlässlich des bevorstehenden Weltgebetstages für die Schöpfung an diesem Donnerstag ging er auf die Papstenzyklika Laudato Si’ ein und auf die Hilfen, die Religion im Allgemeinen und das Christentum im Besonderen beim aktiven Schutz für die Umwelt leisten können.

Warum sollten mich die negativen Nachrichten über Arbeitslosigkeit, Korruption, Wassermangel, Umweltschäden und Ähnliches betreffen? Wissenschaft allein könne darauf keine Antwort geben, „jede rein technische Lösung ist machtlos“, so der Kardinal, der im Vatikan für die Themen Gerechtigkeit und Frieden zuständig ist.

Wandel ist ohne die Motivation dazu unmöglich, und hierbei könne Glaube und Spiritualität eine große Rolle spielen, zeigt sich der Kardinal überzeugt. Glaube zeige eine komplexe Vision des Menschen, er betrachte ihn nicht nur als Konsumenten oder Humankapital. (rv)

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Papst schickt Kardinal in den Südsudan: Vertrauen herstellen

Samstag 23. Juli 2016 von VH

Kardinal Turkson„Um es gelinde auszudrücken: Die Situation ist rau“. Kardinal Peter Turkson, im Vatikan zuständig für Gerechtigkeit und Frieden, ist von Papst Franziskus in den Südsudan geschickt worden. Er sollte dabei helfen, den Dialog und das Vertrauen zwischen den kriegführenden Parteien aufzubauen. Dazu brachte er zwei Briefe mit ins Land, einen für Präsident Salva Kiir und einen für Vizepräsident Riek Machar, die beiden Hauptgegner in dem Konflikt, der seit Jahren nicht einzudämmen ist und immer wieder in offene Gewalt umschlägt. Seit Dezember 2013 sind Tausende von Menschen umgekommen, unzählige Südsudanesen sind auf der Flucht, viele von ihnen heimatlos im Land selber.

„Die Situation ist verzweifelt“, so Turkson. „Die Sicherheit ist schwach, wir haben zwar mit dem Präsidenten und dem Chef der Sicherheit gesprochen und sie haben uns versprochen, ihr Bestes zu tun. Es geht darum, ein Reformprogramm mit Blick auf Wahlen 2018 auf den Weg zu bringen. Durch die Ereignisse der vergangenen Tage ist das aber entgleist.“

Die militärische Gewalt zwischen den Bürgerkriegsparteien greife immer wieder auf die Zivilbevölkerung über, so Turkson. Vielfach seien Kirchen und Schulen die einzigen Zufluchtsorte, die den aus ihren Häusern vertriebenen Familien noch blieben. Turkson berichtet von der Zuversicht des Präsidenten, diese Herausforderungen lösen zu können. Die Kirche und besonders der Papst wollten das Ihre dazu beitragen. „Ein Versuch war, die beiden – den Präsidenten und den Vizepräsidenten – zusammen zu bringen, um ein wenig Vertrauen zwischen den beiden Protagonisten des Konflikts zu ermöglichen.“ Bisher noch ohne Erfolg.

„Es braucht viel Hilfe. Ich habe bereits beim Sekretär von Cor Unum [dem Päpstlichen Rat, der Hilfeleistungen koordiniert] angerufen und nachgefragt, was für Hilfe wir organisieren können. Es geht um Medizin gegen Durchfall, Malaria und einige sprechen auch von Cholera. Außerdem braucht es Nahrung. Wenn ich zurück in Rom bin, werde ich mich darum kümmern und sehen, was der Heilige Stuhl von hier aus organisieren kann.“ (rv)

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Turkson: Suche nach langfristigen, nicht kurzfristigen Lösungen

Freitag 15. April 2016 von VH

Kardinal TurksonWenn Papst Franziskus nach Lesbos reist, ist das eine starke Geste, die an das Gewissen der Europäer und der internationalen Gemeinschaft rühren will. Das sagt Kardinal Peter Turkson, Präsident des päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden, im Interview mit Radio Vatikan zur anstehenden Lesbos-Reise von Papst Franziskus.

Papst Franziskus wolle mit diesem Besuch nochmals gegen die von ihm oft angeprangerte Gleichgültigkeit der Menschen angehen. Doch Turkson meint auch, dass man nach den Ursachen dieser Gleichgültigkeit fragen müsse. „Griechenland kann sicher nicht gleichgültig sein, schließlich ist es das Land, wo die Leute jetzt sind. Aber die Maßnahmen, die von Europa umgesetzt werden… der Türkei eine riesige Summe an Geld zu geben, damit sie den Fluss an Migranten aufhält – ich weiß nicht – welchem Interesse dienen sie? Vielleicht wird es in Europa nun ein wenig ruhiger, aber wie lange wird diese Ruhe andauern? Denn wenn die Menschen auf dem Seeweg scheitern, werden sie andere Wege finden. Um eine langfristige Lösung zu finden, müssen wir alles tun, dass der Frieden in diesen Gebieten wiederhergestellt wird.“ Für Turkson sei der sogenannte IS nur scheinbar mächtig- doch vielmehr seien es das Geld und die Waffen, die ihm nach wie vor zugespielt würden, die ihn unterstützten. Dieser Fluss müsse zuallererst unterbrochen werden.

Während der Papst auf Lesbos ist, werden ihn die Kameras dieser Welt begleiten. Doch das Ziel sollte nicht nur sein, dass die leidenden Menschen von den Kameras eingefangen werden, sondern dass diese Bilder uns auch darüber nachdenken lassen, wie man diese Situation beenden und eine Lösung des Problems finden könne, betont Turkson.

Dieser Besuch erinnere Turkson an die erste Reise von Papst Franziskus, die ihn auf die Insel Lampedusa geführt habe. Auch diesmal sei es eine Insel, auf der Menschen, die zur Flucht gezwungen sind, stranden. „Deswegen wird dieser Besuch ein neuer Versuch sein, auf die globale Abschottung vor der Situation dieser Menschen sowie zugleich auf ihre Ursachen hinzuweisen und an die Welt und das globale Bewusstsein zu appellieren, hier etwas zu tun, um diese Situation zu verhindern. Es ist eine Situation der Gewalt, in diesem Fall durch den IS, aber zuvor auch schon durch den Krieg in Syrien. Es ist aber notwendig, dass Frieden herrscht. Doch dieser Frieden darf nicht nur eine Frucht der Diplomatie sein, sondern sollte auch weitgehend auf der Freundschaft, Liebe und Brüderlichkeit beruhen, die man diesen Menschen gegenüber zeigen kann.“ (rv)

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Ökologie und Gerechtigkeit: Auf diese Generation kommt es an

Sonntag 17. Januar 2016 von VH

Kardinal TurksonDie Zukunft des Planeten entscheidet sich durch das Tun der Generation, die noch etwas ändern könnte, also der jetzigen. Das sagte Kardinal Peter Turkson auf einer Konferenz, die von der Vertretung des Vatikans bei der UNO in Genf abgehalten wurde. Ein Schritt hin zu einem gesunden Planeten für die nachfolgenden Generationen könne das Klima-Abkommen von Paris sein, so der Kardinal – wenn es denn auch umgesetzt werde. Papst Franziskus wolle genau dies, konkrete Schritte für eine bessere Zukunft und eine ganzheitliche Ökologie, welche den Menschen und seine sozialen Beziehungen zum Zentrum habe. Das sei Inhalt und Methodologie seiner Sozialenzyklika ‚Laudato Si’’, so der Vatikanverantwortliche für die Themen Gerechtigkeit und Frieden in Genf. (rv)

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Turkson bei COP-21: „Wir dürfen nicht blind bleiben“

Mittwoch 9. Dezember 2015 von VH

Kardinal TurksonDie ethische Orientierung für das Gemeinwohl und Solidarität müsse die Menschheit vereinen: „Wir dürfen nicht blind bleiben.“ Kurienkardinal Peter Turkson pochte in seinem Vortrag auf die Verantwortung aller Menschen. Der Präsident des Päpstlichen Rates für Gerechtigkeit und Frieden wies mehrmals auf die Bedeutung der Umweltenzyklika des Papstes hin und appellierte an alle Menschen: „Wir haben nur ein zu Hause, ein gemeinsames zu Hause, und wir müssen alle dafür sorgen.“ Der Klimawandel könne nicht von einzelnen Staaten limitiert werden. Die Herausforderungen, denen sich die Welt stellen müsse, seien „komplex“ und „erschreckend“, da neben vielen anderen Bereichen die Sektoren Finanzen, Technologie und Umweltwissenschaften zu berücksichtigen seien, so Turkson. Dialog könne Veränderungen und Vertrauen bei den Verhandlungen schaffen.

Der Vatikan hatte im Vorfeld der Klimakonferenz COP-21 in Paris mehrmals betont, dass die Erwartungen an den Gipfel hoch seien. Ein Scheitern der Konferenz wäre eine Katastrophe für die Menschheit, so Papst Franziskus. Eine Delegation des Heiligen Stuhls nimmt an COP-21 teil und bringt vor allem die Perspektiven aus Laudato si in die Diskussion ein. Die Umweltenzyklika wurde vom Papst dezidiert mit Blick auf den Klimagipfel geschrieben. Franziskus fordert, „die Auswirkungen des Klimawandels zu lindern, die Armut zu bekämpfen und die Menschenwürde zum Blühen zu bringen“. (rv)

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Kardinal Turkson: Kirche solidarisch mit Volksbewegungen

Donnerstag 9. Juli 2015 von VH

Kardinal TurksonEine der wichtigsten oder zumindest öffentlichkeitswirksamsten Begegnungen bei dieser Lateinamerikareise von Papst Franziskus findet an diesem Donnerstagabend in Bolivien statt: Der Papst nimmt an einem internationalen Treffen der Volksbewegungen teil. Wenige Tage vor diesem Treffen hat sich der Vatikanvertreter Kardinal Peter Turkson mit den Zielen der Bewegungen solidarisch erklärt. Die Kirche anerkenne, schätze und fördere das politische Engagement der Volksbewegungen, unterstrich der Präsident des Päpstlichen Friedensrates beim Start der Konferenz am Dienstag im bolivianischen Santa Cruz. An dem Zweiten Welttreffen der Volksbewegungen in Bolivien nehmen schätzungsweise 1.500 Vertreter aus Lateinamerika und anderer Kontinente teil, darunter zahlreiche Bischöfe und andere Kirchenvertreter. Papst Franziskus tritt am Donnerstagabend vor die versammelten Vertreter und wird in einer Ansprache seine Sicht der Dinge darlegen.

Bereits im Oktober 2014 hatte der Papst Teilnehmer eines solchen Treffens der Volksbewegungen im Vatikan empfangen und über das Thema Solidarität gesprochen: „Das bedeutet, denken und aktiv werden für die Gemeinschaft und einstehen für die Prioritäten des Lebens, anstatt all das tun, was nur die Inbesitznahme von Gütern ist", so der Papst damals. Und weiter: „Solidarität bedeutet auch, dafür zu kämpfen, dass es keine Ungleichheiten und Armut oder Arbeitslosigkeit und Enteignungen gibt. Solidarität ist auch der Kampf um soziale Rechte und um die Rechte von Arbeitern.“ Es gehe bei diesen Volksbewegungen darum, die „Demokratien zu revitalisieren", so der Papst.

Das Thema jetzt beim Treffen in Bolivien sei dasselbe wir beim Treffen im Vatikan, betonte Kardinal Turkson im Interview mit Radio Vatikan. „Er kritisiert oft die Wirtschaft, die nicht richtig funktioniert, oder das internationale Finanzsystem. Das Thema des Ausschlusses von Menschen, um das es dabei geht, erinnert uns daran, dass, wenn es gelänge, all die Ausgeschlossenen ins Boot zu holen, die Welt viel besser wäre.“ Von den sieben Milliarden Menschen auf der Welt werden drei Milliarden in den „informellen Sektor“ sortiert, rechnet Kardinal Turkson vor. Sie seien weder ins Wirtschaftssystem noch in die Gesellschaft eingegliedert, zahlten auch keine Steuern. „Es gibt einen großen Teil der menschlichen Aktivität, der nicht anerkannt wird“, so Turkson. „Hierum geht es bei diesen Treffen, sie sollen Protagonisten, Verantwortliche für ihre eigene Zukunft werden.“

Das Treffen in Bolivien sei deswegen etwas Besonderes, weil der Präsident des Landes, Evo Morales, selber aus der Bewegung hervor gegangen sei. Man fühle sich also zu Hause, so Turkson. Morales hatte auch am ersten Treffen 2014 im Vatikan teilgenommen. (rv)

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Im Vatikan: Hochrangige Konferenz gegen Menschenhandel

Montag 27. April 2015 von VH

Kardinal TurksonDer Heilige Stuhl will dem internationalen Kampf gegen Kinderhandel und –ausbeutung neuen Schwung geben. Kardinal Peter Turkson vom Päpstlichen Friedensrat zählte am Montag die Herausforderungen in diesem Bereich auf: Organ- und Drogenhandel, Kinderprostitution, erzwungenes Betteln, Zwangsheirat, Kindersoldaten, Zwangsarbeit, Versklavung von Kindern durch Terrorgruppen. Der Kurienkardinal aus Ghana sprach in den Vatikanischen Gärten auf einer Konferenz, die von der Päpstlichen Akademie der Sozialwissenschaften und der schwedischen Botschaft beim Heiligen Stuhl ausgerichtet wird.

25 Jahre nach dem Inkrafttreten der UNO-Kinderrechte-Konvention diagnostiziert Kardinal Turkson, dass „alle internationalen Vereinbarungen und Aktionspläne, so notwendig sie auch sind, doch dem Kinderhandel noch kein Ende bereiten konnten“. Man müsse stärker an den Wurzeln des Problems ansetzen: Das seien erstens Armut und Unterentwicklung, zweitens bewaffnete Konflikte und Terrorismus, sowie drittens Korruption und „Wegwerfkultur“.

Die UNO-Konvention der Rechte von Kindern wurde am 20. November von der Generalversammlung der Vereinten Nationen beschlossen. Der Heilige Stuhl ratifizierte sie (als einer der ersten Staaten) am 20. April 1990; knappe fünf Monate später trat sie in Kraft.

(rv)

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