Vaticanhistory-News-Blog

Kirchengeschichte bei VH

Terror in Berlin: Kardinal Müller mahnt zu Zusammenhalt

Dienstag 20. Dezember 2016 von VH

Kardinal Gerhard Ludwig Müller ist entsetzt über den Terroranschlag in Berlin. Der Präfekt der vatikanischen Glaubenskongregation brachte im Gespräch mit Radio Vatikan seine Anteilnahme für die Opfer und ihre Familien zum Ausdruck und lud dazu ein, Gott um Vergebung und Trost zu bitten. Zugleich äußerte der höchstrangige deutsche Kurienkardinal die Mutmaßung, der „symbolische Wert“ der Terrorattacke wenige Tage vor Weihnachten an einem belebten Adventsmarkt sei „vielleicht sogar berechnet“. Insofern sei es „auch ein Anschlag auf unsere christliche Kultur, auf unsere besondere Art und Weise, gerade die Familie, das Zusammengehörigkeitsgefühl am Weihnachtsfest in den Mittelpunkt zu stellen.“

Bei dem Anschlag am Montagabend raste ein Sattelschlepper durch den Adventmarkt bei der evangelischen Gedächtniskirche und riss mindestens zwölf Menschen in den Tod, an die 50 wurden verletzt. Zum Zeitpunkt unseres Gesprächs mit Kardinal Müller galt ein pakistanischer Asylsuchender als Tatverdächtiger, den die Polizei festnahm und verhörte; der Mann, der vor einem Jahr über die Balkanroute nach Deutschland gekommen sein soll, streitet die Tat allerdings ab.

Kardinal Müller hofft, dass der Terror in Berlin den Effekt haben wird, „dass wir auch in Deutschland jetzt mehr zusammenrücken, wohlwollender werden gegeneinander und versuchen, Streit und Auseinandersetzung in einer guten Weise zu lösen und zu überwinden.“ Zugleich betonte der Kardinal, man dürfe sich nun „nicht abgrenzen von anderen, die nichts damit zu tun haben. Es ist klar, das nicht irgendwie allgemein gesprochen werden kann von den Ausländern, und andere Personen verdächtig werden, die auch jetzt als Flüchtlinge in unser Land gekommen sind. Man muss klar unterscheiden, wer schuldig ist, aber andere, die vielleicht aus demselben Herkunftsland kommen, dürfen deswegen nicht verdächtigt werden. Es muss jetzt die Gelegenheit sein, dass wir umso mehr Brücken bauen, zueinander Verständnis entwickeln und einen gemeinsamen, friedlichen Weg in die Zukunft gehen.“

Auch eine Mahnung zur Menschlichkeit äußerte der Kardinal: „Wir rufen jeden auf, der sich mit ähnlichen Gedanken trägt, so etwas Böses anderen Menschen anzutun, in sein Gewissen hineinzuhorchen und auf die Stimme Gottes zu hören. Für uns heißt die Stimme Gottes doch, liebe deinen Nächsten wie dich selbst und tu ihm nichts Böses an.“ (rv)

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Ecce Homo: Heute beginnt der 100. Katholikentag

Mittwoch 25. Mai 2016 von VH

100_Katholikentag LeipzigLEIPZIG – Papst Franziskus hat erstmals eine Videobotschaft vorbereitet, die sich an die Besucher richtet: Mehrere zehntausend Gäste werden zum 100. Katholikentag erwartet, der heute in Leipzig beginnt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel wird zwar nicht dabei sein, doch viele andere Prominente und Politiker haben sich angemeldet. Rund 1.000 Veranstaltungen werden auf dem fünftägigen Treffen organisiert, wobei die heiligen Messen an Fronleichnam und zum Abschluss am Sonntag die Eckpfeiler bilden; an allen Tagen wird die Beichte angeboten, das Sakrament, auf das Papst Franziskus mit dem Jahr der Barmherzigkeit aufmerksam machen will. Gebete und Lesungen der Heiligen Schrift, Anbetung und Exerzitien sind auch in vielfältiger anderer Form angeboten.

Das weitere Programm liefert Höhepunkte wie die Uraufführung des Oratoriums „Ecce Homo“ von Colin Mawbry, eine reiche Vielfalt an Angeboten rund um den Glauben und gesellschaftliche Fragen, allerdings auch umstrittene Workshops und Vorträge einzelner Interessensgruppen.

Mensch im Mittelpunkt

Der Katholikentag steht unter Motto: „Seht, da ist der Mensch“ — die deutsche Übersetzung des berühmten Zitats aus dem Evangelium nach Johannes, Ecce Homo. Damit verweist Pontius Pilatus auf den Herrn, Jesus Christus. In Leipzig soll damit „Menschsein und menschliche Würde“ in den Mittelpunkt gestellt werden. Auf den Plakaten sind deswegen auch große Portraitbilder verschiedener Menschen zu sehen, statt dem Erlöser. Im Leitwort wird erklärt, dass der Widerspruch nur scheinbar ist: Wer genauer hinsehe, erkenne im menschlichen Gegenüber, dass dieses auf Gott zeige „den Gott, an den wir Christen glauben, einen Gott, der mit den Menschen leidet“.

Den meisten Bewohnern Leipzigs wird diese Spannung der christlichen Botschaft ohnehin nicht klar sein: Keine vier Prozent von ihnen sind katholisch; zwei Drittel der Bevölkerung des Freistaats Sachsen sind konfessionslos.

Katholikentag in der Diaspora

Diesem Umstand, dass das einst christliche Ostdeutschland als eines der atheistischsten Regionen der Welt gilt, trägt auch das Programm des Katholikentags Rechnung: Dem Dialog mit Konfessionslosen, die Christen ja evangelisieren sollen, ist ein eigener Themenbereich gewidmet; auch insgesamt gibt es im Programm viele Anknüpfungspunkte für Menschen, die keine christliche Prägung haben oder suchen.

Ehe und Familie, Pflege und Sterben, Chancen und Risiken der Biomedizin, die Flüchtlingskrise und Masseinwanderung nach Deutschland: praktisch alle aktuellen gesellschaftspolitischen Themen finden ihren Platz. Was für Kritik und Debatten gesorgt hat: Ausgeschlossen von der Diskussion haben die Veranstalter, das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK), alle Politiker der AfD; andererseits eingeladen wurden Gruppen und Aktivisten, welche Kritikern zufolge für Ziele kämpfen, die mit dem katholischen Glauben nicht vereinbar sind; etwa die von Papst und Kirche deutlich verurteilte Gender-Ideologie sowie Befürworter gleichgeschlechtlicher Sexualität bis hin zur „Homo-Ehe“, welcher der Papst erst wieder in Amoris Laetita deutlich eine Absage erteilt hat. Für Diskussionsstoff ist also gesorgt, auch wenn nicht alle potentiellen Teilnehmer eingeladen sind. (CNA Deutsch)

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Übergriffe auf Christen in Deutschland: „Macht die Dinge aktenkundig“

Freitag 13. Mai 2016 von VH

OpenDoorsSie werden beleidigt, bedroht, gedemütigt und erfahren körperliche Gewalt. Christliche Flüchtlinge berichten immer wieder von hässlichen Auseinandersetzungen mit Muslimen in deutschen Flüchtlingsunterkünften. Die Organisation Open Doors hat diese Woche erstmals eine Studie veröffentlicht, in der religiös motivierte Übergriffe gegen christliche Flüchtlinge dokumentiert werden. Radio Vatikan sprach darüber mit dem Migrationsbeauftragten der Akademie der Diözese Rottenburg-Stuttgart, Klaus Barwig.

Von den 231 Flüchtlingen, die bis zum 15. April 2016 von Open Doors zu ihrer Situation in den Unterkünften befragt wurden, waren 86 Prozent Konvertiten, die vom Islam zum christlichen Glauben übergetreten waren. Die meisten von ihnen stammen aus dem Iran, Afghanistan und Syrien. Sie berichten von Morddrohungen, weil sie „Ungläubige“ seien; teils wurden ihnen die Kreuzanhänger vom Hals gerissen. Sie wurden bespuckt, geschlagen, Frauen sexuell bedrängt. Besonders dramatisch ist der Bericht eines Flüchtlings aus einer Unterkunft in Berlin-Steglitz. Dieser wurde so lange mit Korangesängen beschallt, bis er schließlich versuchte, sich das Leben zu nehmen. Besonders alarmierend: Unter den Tätern war auch muslimisches Wachpersonal. „Schaut endlich auf die Christen“, titelte diese Woche deshalb ein Artikel der Frankfurter Allgemeinen Zeitung zu diesem Thema.

Klaus Barwig ist Referent für Migration der Katholischen Akademie der Diözese Rottenburg Stuttgart. Er warnt davor, überstürzt von Christenverfolgung in Deutschland zu sprechen und eine allgemeine Panikstimmung gegenüber muslimischen Flüchtlingen zu verbreiten. Vielmehr plädiert er für Aufklärung: Wenn derartige Übergriffe passierten, müssten die Christen sich wehren, indem sie sich an kirchliche und staatliche Stellen wendeten. Trotz ihres bereits außerordentlich hohen Engagements müssten kirchliche Helfer dann auch noch stärker in den Unterkünften präsent sein, um als Vertrauenspersonen für die Christen da zu sein:

„Wenn wir da als Kirche etwas tun wollen, sollten wir, wenn uns so etwas gesagt wird, dem erstens auf den Grund gehen und das zweitens bis zur Klärung verfolgen. Um wirklich zu zeigen: Bei uns gilt Religionsfreiheit und das Grundgesetz für alle. Und wer hierher kommt, hat sich dem zu unterwerfen. Das muss unsere Antwort auf solche Dinge sein. Den orientalischen Christen sagen wir immer wieder: Macht die Dinge aktenkundig. Gebt euch auch nicht damit zufrieden, dass ihr es bedauert und bejammert und dann verschweigt, sondern geht die Sache offensiv an und wir helfen euch auch dabei.“

Laut dem Open-Doors-Bericht aber haben viele christliche Flüchtlinge Angst und ziehen es vor, über die Vorfälle zu schweigen. Insbesondere Frauen schämten sich oft, über sexuelle Belästigung zu sprechen. Viele entsprechende traumatische Erlebnisse tragen orientalische Christen bereits aus der Zeit in ihrer alten Heimat mit sich. Umso mehr schockt es sie, wenn sie auch in Deutschland, dem vermeintlichen sicheren Hafen, keine Sicherheit erfahren. Zudem fürchten viele orientalische Christen einen zu starken Einfluss der Muslime auch in Deutschland und haben Angst, von ihnen dauerhaft unterdrückt zu werden – ähnlich wie in ihrer Heimat, weiß Klaus Barwig als Beauftragter des Bischofs für die chaldäischen Christen in Deutschland:

„Da besteht natürlich eine Angst und eine Sorge der Christen, dass die Muslime hier, je mehr sie auch durch die Zuwanderung zahlenmäßig werden, auch hier die Gesellschaft verändern. Und das trifft sich mit den Sorgen, die die AfD in ihrem jüngsten Parteiprogramm auch anspricht. Unsere Aufgabe wird es sein, dass wir die geflüchteten Christen und Muslime mit ihren Erfahrungen aus der Vergangenheit und einem rückwärts gerichteten Blick nicht sich selbst überlassen. Das kann nicht im Interesse unserer Gesellschaft sein. Wir speziell als Kirche müssen unseren Glaubensbrüdern helfen, ihren Blick nach vorne zu wenden, und zu verstehen, dass wir eine plurale Gesellschaft sind die Religionsfreiheit garantiert. Und diese Religionsfreiheit ist keine Schwäche, sondern die Stärke unserer Gesellschaft. Die Achtung vor dem Anderen ist das höchste Maß, was durch unsere Verfassung garantiert ist.“

Die Religionsfreiheit aushalten, auch wenn man sich bedrängt fühlt. Auf keinen Fall dürften sich die Christen, seien es Flüchtlinge wie deutsche Katholiken, von antiislamischen Positionen der AfD vereinnahmen lassen, findet Barwig. Vielmehr müsse die Kirche sich der Realität stellen und einen Mittelweg finden. Auch die muslimischen Flüchtlinge seien jetzt nun einmal da.

„Wir müssen unseren neuen Mitbürgern, die absehbar wohl auf Dauer hier leben werden, klar machen, dass unser Zusammenleben durch Respekt vor dem Anderen und auch vor dessen Glauben geprägt ist und das Wegwünschen des Anderen keine Lösung darstellt.“

Gerade für Christen sei es viel zu unsicher, in ihre alte Heimat, etwa den Irak, zurückzukehren. Abgesehen von den tiefen Zerstörungen, die beispielsweise in Syrien angerichtet wurden – man denke nur an Aleppo. Auch wenn ein Exodus der Christen aus Nahost zu beklagen ist, auch wenn Konflikte zwischen geflohenen Christen und Muslimen in Deutschland vorerst stellenweise fortbestehen: Der Neuanfang der orientalischen Christen in Deutschland ist eine große Chance – auch für das europäische Christentum selbst, findet Barwig.

„Unsere Diözese hat den neu angekommenen Chaldäern eine eigene Kirche zur Verfügung gestellt. Der Bischof hat gesagt, dass das ganz bewusst geschieht, um ihnen das Ankommen zu erleichtern. Aufgrund ihres anderen Ritus und ihrer aramäischen Sprache und auch durch die Ausstattung dieser Kirche. Es sollte ein Ort werden, wo sie sich treffen und austauschen können und wir gezielt Beratungen anbieten können – als erste Geste der Beheimatung. Auch um sie nicht auf Gemeinden zu verstreuen, die nicht wissen, wer da unter ihnen ist. Inzwischen ist diese Kirche in Stuttgart, wenn man mal von der Domkirche St. Eberhard absieht, sonntags die Kirche mit dem höchsten Gottesdienstbesuch. Jeden Sonntag kommen 400 bis 500 Menschen hier in dieser Kirche zusammen. Das zeigt, dass unsere Kirche durch die Zuwanderung nicht nur ein Mehr an Mitgliedern bekommt, sondern auch ein Mehr an Spiritualität und Substanz.“ (rv)

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D: „Krippe ohne Jesuskind ist albern“

Dienstag 22. Dezember 2015 von VH

DeutschlandDer Leiter des Katholischen Büros in Berlin, Prälat Karl Jüsten, ermuntert die Katholiken zu Präsenz in der deutschen Öffentlichkeit – und zwar gerade rund um Weihnachten. In einem Interview mit Radio Vatikan sagte der Verbindungsmann zwischen den deutschen Bischöfen und der Bundesregierung:

„Also ehrlich gesagt: Ich finde es extrem albern, wenn Leute nur „Seasons greetings“ verschicken zum Weihnachtsfest oder zu Neujahr und sich nicht mehr zu ihrer eigenen Religion bekennen. Wenn jemand nicht mehr glaubt, kann er das natürlich tun, aber dann fragt man sich, warum er diese Tage überhaupt noch zum Anlass nimmt, irgendwelche Grüße zu verschicken. Genauso albern finde ich es, wenn man in eine Krippe kein Jesuskind mehr hineinlegt – da wird die Sache allmählich auch lächerlich. Das wird im übrigen von denjenigen, die keine Christen sind, auch überhaupt nicht wertgeschätzt!“

Wenn die Christen selbst nicht mehr für ihre eigenen Symbole und ihren Glauben in der Öffentlichkeit eintreten, „dann werden uns andere Religionsgemeinschaften oder Atheisten nicht mehr wirklich ernst nehmen“, urteilt Jüsten.

„Was man sicher nicht machen sollte, ist, dass man religiöse Symbole sozusagen einsetzt, um politische Ziele durchsetzen zu wollen, um zu agitieren oder um anderen ihre eigene Meinungsfreiheit nicht zu lassen. Also, ich fand es zum Beispiel auch pervers, dass bei der Pegida-Demonstration die Demonstranten mit Kreuzen losgezogen sind, um das christliche Abendland zu schützen. Das ist natürlich auch ein Missbrauch von religiösen Symbolen!“

Unser Interview mit Prälat Jüsten drehte sich vor allem um das Thema Religionsfreiheit; Ausgangspunkt ist das Konzilsdokument „Humanae Dignitatis“ zur Religionsfreiheit, das vor fünfzig Jahren veröffentlicht wurde. Das ganze Interview mit Prälat Jüsten können Sie in unserer Abendsendung hören. (rv)

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Deutsche Bischöfe verschieben ad-limina-Besuch

Mittwoch 3. Juni 2015 von VH

DBK_LogoDie deutschen Bischöfe verschieben ihren ad-limina-Besuch im Vatikan: Statt im September werden sie erst vom 16. bis 21. November 2015 nach Rom reisen. Das bestätigte der Sprecher der Deutschen Bischofskonferenz, Matthias Kopp, am Mittwoch gegenüber Radio Vatikan. Nötig wird die Verschiebung wegen der Vatikan-Planungen zur Kuba-und-USA-Reise des Papstes. Im Oktober findet dann die Bischofssynode zum Thema Ehe und Familie im Vatikan statt. (rv)

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Angela Merkel hat den Papst nach Deutschland eingeladen

Sonntag 22. Februar 2015 von VH

Pater LombardiBundeskanzlerin Angela Merkel hat Papst Franziskus zu einem Besuch nach Deutschland eingeladen. Nach der Audienz hatten deutsche Medien von der Einladung berichtet, gegenüber Radio Vatikan bestätigte an diesem Sonntag Vatikansprecher Pater Federico Lombardi die Einladung. Direkt nach der Begegnung hatte Regierungssprecher Seibert eine Antwort auf die Frage nach einer Einladung noch offen gelassen.

Es sei nicht üblich, dass der Vatikan solche Einladungen bekannt gebe, deswegen habe die Pressemeldung des Heiligen Stuhls am Samstag davon auch nichts gesagt, so Lombardi. Aber eine Einladung sei grundsätzlich ausgesprochen worden, so Lombardi. (rv)

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Vatikan: Theologenkommission bekommt weibliche Verstärkung

Dienstag 23. September 2014 von VH

Erzbischof MüllerDie Internationale Theologenkommission bekommt weibliche Verstärkung: Papst Franziskus bestätigte an diesem Dienstag Mitglieder seines wichtigsten theologischen Beraterkreises für weitere fünf Jahre bis 2019 und ernannte zugleich 26 neue Mitglieder, darunter fünf Frauen. Unter ihnen ist die aus Bayern stammende Theologin Marianne Schlosser aus Donauwörth, die seit 2004 das Institut für Theologie der Spiritualität an der Universität Wien leitet. Es ist die erste derartige Forschungseinrichtung im deutschsprachigen Raum.

Neben der 53-Jährigen berief der Papst die US-amerikanische Philosophin und Ordensschwester Prudence Allen (USA) in das Gremium. Die 1940 geborene Amerikanerin hat sich durch ihre Weiterentwicklung der Frauenstudien und internationale Lehrtätigkeit einen Namen gemacht. Weitere neue weibliche Mitglieder der Internationale Theologenkommission sind die kanadische Professorin Moira Mary McQueen, die australische Professorin Tracey Rowland und die russische Ordensschwester Alenka Arko von der Loyola-Gemeinschaft.

Zweites neues deutsches Mitglied ist der 64-jährige Dogmatiker Karl-Heinz Menke, der seit 1990 in Bonn Dogmatik und Theologische Propädeutik lehrt. Seit 2005 ist er an der Revision des römischen Messbuchs in der deutschen Fassung beteiligt. Die anderen neuen Mitglieder stammen aus allen fünf Kontinenten der Welt.

Die Internationale Theologenkommission, die der Glaubenskongregation angeschlossen ist, wurde auf Anregung der ersten Bischofssynode von 1967 im Jahr 1969 durch Papst Paul VI. eingerichtet. Präsident ist der Präfekt der Glaubenskongregation, Kardinal Gerhard Ludwig Müller. Die 30 Mitglieder unter Leitung eines Generalsekretärs – derzeit der Philosoph Serge Thomas Bonino vom Institut Catholique in Paris – werden vom Papst persönlich auf fünf Jahre ernannt. (rv)

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D: Kardinal Cordes begeht 80. Geburtstag

Freitag 5. September 2014 von VH

Kardinal Cordes Paul Josef Kardinal Cordes begeht heute seinen 80. Geburtstag. Er war lange Zeit Angehöriger der römischen Kurie in Rom. Zuletzt war er von 1993 bis 2010 Leiter des Päpstlichen Rates „Cor Unum“. Papst Benedikt XVI. erhob ihn am 24. November 2007 in den Kardinalsstand. Mit seinem heutigen Geburtstag verliert er sein aktives Wahlrecht bei einem künftigen Konklave. Ebenso erlöschen seine Mitgliedschaften in den verschiedenen Dikasterien des Vatikans. Das Kardinalskollegium umfasst somit derzeit 210 Kardinäle und von diesen sind 114 wahlberechtigt bei einer nächsten Papstwahl. (vh)

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Aus drei Päpsten mach einen: Das Konzil von Konstanz, erinnert an historischer Stelle

Sonntag 10. August 2014 von VH

Konstanz Es war das einzige Mal, dass ein Papst auf deutschem Boden gewählt wurde, in Konstanz, beim Konzil. Vorher hatte es drei Päpste gegeben, wohlgemerkt gleichzeitig. Genau 600 Jahre ist der Beginn dieses Weltereignisses nun her, Gelegenheit für das Landesmuseum Baden Würtemberg, dem eine vielgepriesene Ausstellung zu widmen. Und ein guter weil auch irgendwie römischer Ort, meine Sommerreise in diesem Jahr zu einem Ende kommen zu lassen. Man sieht viel, man hört auch viel in der Ausstellung, man steigt ein in die Welt des Spätmittelalters, die uns doch sehr fremd ist. Susanne Rau ist „Projektleiterin Museumspädagogik“ vor Ort. (rv)

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Vatikan-Fußballmannschaft zum Freundschaftsspiel im Land des Weltmeisters

Mittwoch 6. August 2014 von VH

Fußball Auf nach Deutschland – heißt es für die Fußballmannschaft des Vatikans. Sie fliegt von 9.- bis 10. August in das Land der Fußballweltmeister um ein freundschaftliches Match gegen Borussia Mönchengladbach zu spielen. Vertreten sind diesmal nicht nur Mitarbeiter der Vatikanischen Post oder der vatikanischen Gendarmerie, erstmals sind auch Spieler aus dem Staatssekretariat und der Schweizer Garde vertreten. Das Freundschaftsmatch zwischen „Hack Wimmer 6 Friends“ und dem Vatikan wird am Sonntag, den 10. August um 13:00 im Stadion von Borussia stattfinden. Guillermo Karcher, einer der Organisatoren des Fußballspieles erzählt Radio Vatikan stolz, wie es überhaupt zu dieser Initiative gekommen ist:

„Es ist eine Initiative, die bereits 2011 geboren wurde. Zu dieser Zeit wurde die Idee noch von Benedikt, den XVI. akzeptiert. Und das ist das Schöne daran: die Kontinuität. Als Papst Franziskus von der Initiative erfahren hatte, konnte er nur applaudieren. Wir kenne ja seinen sportlichen Spirit. Ich würde gerne betonen, dass diese Kontinuität der beiden Päpste existent ist. Sie haben erkannt, wie wichtig der Sport ist. Und dann die Freude zu wissen, dass der Vatikan präsentiert wird durch verschiedene Büros, Ministerien des Vatikans – wir sprechen hier eben von der vatikanischen Gendarmerie, der Schweizer Garde und des Staatssekretariats. Eine Mannschaft, die aus vielen exzellenten Spieler besteht und die vatikanische Welt repräsentiert.“

Man kann die Mannschaft nun als die „Mannschaft des Vatikans“ betiteln und für Karcher ist es ein wichtiges Zeichen der Gemeinschaft, dass die Mitarbeiter im Vatikan gemeinsam neue Herausforderungen annehmen und neue Treffen mit anderen Ländern, wie eben in diesen Fall mit Deutschland, organisieren können. Die Werte der Kirche können auch im Sport wiedergefunden werden:

„Sagen wir, es ist ein Moment der Vereinigung. Mit dem richtigen Sportsgeist, wird das Spiel zur Schule der Disziplin und des Respekts – auch für die Rivalen. Das sind alles kirchliche Werte, sie helfen uns zu wachsen und Achtung voreinander zu haben. Teamgeist ist natürlich auch sehr wichtig für das Leben und die Entwicklung einer Persönlichkeit.“

Für den ersten September ist ein weiteres soziales Sportprojekt in Planung auf Wunsch von Papst Franziskus: Ein „interreligiöses“ Match im Stadium von Rom für den Frieden und die Unterstützung von argentinischen Kindern. Bei diesem interreligiäöen Match sollen berühmte Spieler der ganzen Welt teilnehmen, so Karcher. (rv)

 

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