Vaticanhistory-News-Blog

Kirchengeschichte bei VH

Vatikan: Papst ernennt Kardinaldiakone zu Kardinalpriestern „pro hac vice“

Dienstag 21. Juni 2016 von VH

Kardinal LevadaFranziskus nahm am 20. Juni die „optatio“ von vier Kardinaldiakonen zu Kardinalpriestern „pro hac vice“ an. Diese sind:

– Kardinal Levada

– Kardinal Rodé

– Kardinal Cordero Lanza di Montezemolo und

– Kardinal Vanhoye.

Da Kardinal Levada, für den Fall eines Konklave, für die Funktion des Kardinalprotodiakons vorgesehen war, muss der Papst einen Nachfolger ernennen. Der Rangfolge nach, muss dieses Amt eigentlich Kardinal Sandri aus Argentinien erhalten. Andererseits steht noch die Ernennung von Kardinal Martino zum Kardinalpriester „pro hac vice“ aus. Diesen hatte Franziskus am 12. Juni 2014, obwohl damals bereits 81 Jahre alt, zum Kardinalprotodiakon ernannt. Diese unverständliche Entscheidung könnte Franziskus mit der Ernennung von Kardinal Sandri zum neuen Kardinalprotodiakon revidieren und die Kontinuität des Amtes wieder herstellen. (vh)

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Kardinal Sandri: „Der Kaukasus muss eine Brücke sein“

Donnerstag 28. April 2016 von VH

Kardinal SandriAm Sonntag hat es sich zum 101. Mal gejährt: ‘Metz Yeghern’, das große Übel, wie die Armenier das schreckliche Massaker an eineinhalb Millionen Menschen durch das Heer des damaligen Osmanischen Reiches bezeichnen. Papst Franziskus selbst hat in seiner Ansprache zu Beginn der Gedenkmesse zum 100. Jahrestag vor einem Jahr das Morden an den Armeniern während des Ersten Weltkriegs öffentlich als „ersten Völkermord des 20. Jahrhunderts“ bezeichnet. In den letzten Wochen stand Armenien wieder aus traurigem Anlass in den Schlagzeilen: In der Region Bergkarabach sind im wieder aufgeflammten Konflikt mit Aserbaidschan zahlreiche Opfer zu beklagen. Ende Juni wird Papst Franziskus nun persönlich nach Armenien reisen. Kardinal Leonardo Sandri ist Präfekt der Ostkirchenkongregation. Im Gespräch mit Radio Vatikan unterstreicht er die Wichtigkeit einer lebendigen Erinnerung an die Übel der Menschheitsgeschichte wie eben den Massenmord an Armeniern, die jedoch nicht von den aktuellen Gräueln ablenken dürfe:

„Wir alle fühlen auch in der jetzigen Situation mit dieser Tragödie und den Toten, den Opfern dieser Realität in Bergkarabach und hoffen, dass man mithilfe der internationalen Gemeinschaft eine gerechte und dauerhafte Lösung für den Konflikt finden kann, der sehr schlimme Folgen für die beiden Völker haben könnte. Besonders für Armenien, dieses Land, das der katholischen Kirche so sehr am Herzen liegt, das erste christliche Land. Wollen wir hoffen, dass all das sich nicht in einen Krieg zwischen Religionen und zwischen Positionen, die so weit auseinander liegen, verwandelt.“

Deshalb sei es nötig, dass diejenigen, die dazu in der Lage seien, auch Hilfe anböten, um aus provisorischen Lösungen endlich einen dauerhaften Frieden zu schaffen, betont Kardinal Sandri, „damit man diese Zusammenstöße vermeiden kann, die sich zu all den Leiden in der Geschichte des armenischen Volkes summieren und die sich zu dieser richtiggehenden Welle von Kriegen zwischen Völkern und Religionen gesellen, die das menschliche Zusammenleben stören.“

Der Besuch des Papstes in der Region sei der erste Teilabschnitt seiner Kaukasusreise, die ihn vom 24. bis zum 26. Juni nach Armenien führt. In einer zweiten Etappe wird er vom 30. September bis zum 2. Oktober Aserbaidschan und Georgien besuchen. Ein offizielles Programm ist noch nicht bekanntgegeben worden, doch Kardinal Sandri bewertet auch in der kommenden Reise zunächst einmal die Dimension der persönlichen Begegnung als besonders wichtig.

„Er wird in Armenien insbesondere die Armenische Apostolische Kirche vorfinden, die Kirche, die der katholischen Kirche die Türen geöffnet hat und die den Heiligen Johannes Paul II empfangen hat, die auch der katholischen Kirche die Möglichkeit gegeben hat, zu existieren, denn von ihr war dort nach dem Kommunismus nichts übrig. Und er wird die Bevölkerung treffen und das tun, was er bei all seinen Reisen tut: begegnen, nahe sein, vor allem denjenigen, die leiden. Gleichzeitig ist da die Begegnung, der Besuch, der prophetisch auf eine bessere Welt hinweist, eine Welt, die die Trennungen überwindet, die diese schädlichen Realitäten überwindet, die das menschliche Leben zerstören.“

Dieses Versprechen einer besseren Welt könne durch einen Papstbesuch ein Stück weit näher rücken, freut sich Kardinal Sandri. Armenien habe es verdient, eine offene Zukunft vor sich zu haben und seine Werte der internationalen Gemeinschaft anbieten zu können. „Ich wünsche mir, dass diese vom Heiligen Vater angekündigte Reise viel Gutes bringen möge, für das liebe Armenien, aber auch für die anderen beiden Länder, für Georgien, das auch christlich ist, als auch für Aserbaidschan. Der Kaukasus muss eine Brücke sein, wie der Papst betont, auch wenn er von anderen Realitäten spricht, nicht eine Mauer von Trennungen und Kriegen, sondern eine Brücke, die den Osten und den Westen verbindet.“ (rv)

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Brief: Aufruf Kollekte für Heiliges Land

Donnerstag 11. Februar 2016 von VH

Kardinal SandriWir halten hier den Brief der Ostkirchenkongregation an die Bischöfe für die Kollekte für das Heilige Land fest:

10.Februar 2016

Exzellenz,

Karfreitag ist der Tag, an dem das Böse zu siegen scheint: Christus hat unschuldig den Tod am Kreuz erlitten. Man könnte meinen, dass im Heiligen Land dieser Tag niemals zu Ende geht, hört doch die Gewalt dort nicht auf. Wer den Blick auf die ganze Welt weitet, wird ebenfalls kaum Gründe finden, auf eine friedlichere Zukunft zu hoffen.

Das Herz des Menschen ist unruhig und gepeinigt und verlangt nach Licht, Leben, Hoffnung. Der Mensch will nicht alleine gehen, er ersehnt Brüderlichkeit und möchte wieder aufbrechen können. Deswegen ist es so wichtig, dass man weiter blickt als nur auf die Wirklichkeit, die einen umgibt: auf eine Wirklichkeit, die größer und wahrhaftiger ist: Die ewige Erneuerung eines bereits geschenkten Heils.

Die Kollekte für das Heilige Land, die in den meisten deutschsprachigen Ländern am Palmsonntag gehalten wird, entflammt in uns neu eine sichere Hoffnung und erweckt in uns diesen Blick, der tiefer geht und wahrhaftiger auf das Böse schaut, das uns umgibt. Unser Blick richtet sich nach Osten, von wo das Heil kommt. Dort liegen unsere Wurzeln, da ist unser Herz: wir stehen in der Schuld jener, die von dort aufgebrochen sind, um der Welt den Glauben zu bringen. Wir sind aber auch jenen zu Dank verpflichtet, die dort geblieben sind, um den Glauben zu bezeugen und die Spuren zu hüten, die Jesus hinterlassen hat und durch die wir die Wahrheit unseres Glaubens berühren können, trotz des Leids, das sie durch die Jahrhunderte erlitten haben. Dieses Heilige Land ruft unsere Nächstenliebe auf den Plan. Schon immer und heute mit noch größerer Dringlichkeit! Weil alle, die dort leben und wirken, dringend unsere Gebete und konkrete Hilfe brauchen, um sich auch weiterhin für Gerechtigkeit und Frieden einsetzen zu können.

In diesem Heiligen Jahr sind wir mehr denn je dazu aufgerufen, den Brüdern und Schwestern im Nahen Osten unsere Barmherzigkeit und Nähe zu zeigen. Flüchtlinge, alte Menschen, Kinder, Kranke brauchen unsere Hilfe. Hier im Orient wird gemordet, wird entführt, lebt man in Sorge um die eigenen Familienangehörigen; leidet man, weil Familien auseinandergerissen werden durch Exodus und Emigration. Die Menschen erfahren Dunkelheit und die Angst der Verlassenheit, Einsamkeit und Verständnislosigkeit. Eine Zeit der Prüfungen und Herausforderungen, Zeit des Martyriums. All dies verpflichtet uns zu helfen, die Notlagen anzugehen, wiederaufzubauen und neue Wege der Gemeinschaft und Hilfe zu finden. All dies sind notwendige und dringende Werke der Barmherzigkeit, die uns täglich die Wahrheit des Psalms aufgehen lassen: „Wenn nicht der Herr das Haus baut, müht sich jeder umsonst, der daran baut.“ (Psalm 127)

Wir halten uns fest am Kreuz von Karfreitag und werden zugleich aufgerichtet vom Licht der Auferstehung. Das Heilige Land ist ein Ort des Dialogs, in dem Menschen leben, die nicht aufhören von Brücken zu träumen, und in dem christliche Gemeinden leben, die das Evangelium des Friedens verkünden. Es ist ein Land des „Ökumenismus des Blutes“ und zugleich ein Land zwischen Ausnahmezustand und Normalität.

„Gott ist nicht gleichgültig! Für Gott ist die Menschheit wichtig, Gott verlässt sie nicht!“ (Papst Franziskus) Das zeigt sich im Ausstrecken der Hand, die großzügig den eigenen Beitrag leistet. Das zeigt sich aber auch darin, ohne Furcht weiterhin ins Heilige Land zu den Orten unseres Heils zu pilgern und dort auch Schulen und Sozialzentren zu besuchen, um das Zeugnis der einheimischen Christen zu hören und ihnen unsere Solidarität zu zeigen.

Die Heilig-Land-Kollekte erinnert uns an eine „alte“ und traditionsreiche Verpflichtung, die durch die Ereignisse der letzten Jahre noch viel dringlicher geworden ist. Sie ist zugleich eine freudige Gelegenheit, unsern Schwestern und Brüdern zu helfen.

Ich versichere Ihnen die Dankbarkeit des Heiligen Vaters Franziskus wie auch der Ostkirchenkongregation, die sich mit aufmerksamer Sorge um die Brüder und Schwestern im Orient kümmert, und ich bitte Sie, diesen Dank an alle Gläubigen ihrer Teilkirche weiterzugeben. Mit brüderlichen Grüßen im Herrn

Ihr Leonardo Card. Sandri

Präfekt

+ Cyril Vasil’, S.I.

Erzbischof – Sekretär (rv)

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Kardinal Sandri: „Keine religiöse Rechtfertigung für Gewalt“

Dienstag 17. November 2015 von VH

Kardinal SandriFünf Monaten war er in den Händen der IS-Terroristen – dann kam er am 10. Oktober frei. Jetzt berichtete der syrische katholische Ordensmann Jacques Mourad in Rom von seiner Gefangenschaft. Eine Art „spiritueller Rückzug“ sei das für ihn gewesen, große Angst habe er gehabt, doch hätte er sein Leben durchaus gerne „für den Herrn gegeben“.

Mourad sprach auf einer kirchlichen Konferenz im Lateran, bei der es um die Zukunft der Christen im Nahen Osten ging. Der Präfekt der Ostkirchen-Kongregation, Kardinal Leonardo Sandri, warnte vor einem weiteren Massenexodus der Christen aus Ländern wie Syrien oder Irak. „Denn dann würde die Kette, die die ganze Geschichte des christlichen Glaubens zusammenhält, von den Patriarchen angefangen, abreißen. Und deswegen sind sie dort die lebende Präsenz des Glaubens.Darum sagt der Papst: Ein Naher Osten ohne Christen wäre kein Naher Osten mehr, das wäre dann etwas anderes.“

Mit großer Sorge verfolgen die Kirchenleute das Treiben der IS-Terroristen und die Anschläge von Beirut und Paris. Ein Hoffnungszeichen immerhin ist es für Kardinal Sandri, dass es auch im Islam selbst immer mehr Anläufe gebe, um die grundlegenden Quellen besser zu interpretieren.

„In Anbetracht dieser erschreckenden Gewalt, wie sie in Paris vorgefallen ist, dieser sinnlosen Gewalt, dieser unmenschlichen und sinnlosen Gewalt, denke ich: Wir brauchen die einhellige Verurteilung durch die gesamte internationale Gemeinschaft, und Maßnahmen, wie sich so etwas künftig vermeiden lässt. Wir als Christen sagen immer wieder: Gewalt kann durch nichts gerechtfertigt werden, und am allerwenigsten durch religiöse Gründe.“ (rv)

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Armenien: Kardinal im Auftrag des Papstes unterwegs

Dienstag 22. September 2015 von VH

Kardinal SandriKardinal Leonardo Sandri wird den Papst in dieser Woche in Armenien vertreten. Der Präfekt der Kongregation für die Ostkirchen wurde von Papst Franziskus damit beauftragt, ihn am kommenden Sonntag in der westarmenischen Stadt Etschmiadsin bei der Zeremonie der Weihe von Santo Myron, dem Sitz des Obersten Patriarchen und Katholikos aller Armenier, Karekin II. Nersissian, zu vertreten. Der sich alle sieben Jahre wiederholender Weihe-Ritus wird von der Bischofkonferenz der armenisch-katholischen Kirche sowie von vielen ökumenischen Delegationen aus aller Welt begleitet.

Auf dem Programm seiner Reise zwischen dem 23. und 28. September stehen außerdem Besuche der armenischen katholischen Gemeinde, von Flüchtlingslagern, Schulen und ein Zusammentreffen mit den Barmherzigen Schwestern.Dem Programm rund um die Zeremonie wird eine ökumenische Feier am Samstagabend sowie eine Liturgiefeier am Sonntagmorgen vorausgehen. Die Weihe findet am Sonntag statt.

Neben Kardinal Sandri besteht die Delegation des Heiligen Stuhls aus Marek Solczyński, apostolischer Nuntius in Armenien, Gabriel Quicke vom Päpstlichen Rat zur Förderung der Einheit der Christen und Don Flavio Pace von der Kongregation für die orientalischen Kirchen. (rv)

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Vatikan: Erneuter Besuch im Irak

Dienstag 28. April 2015 von VH

Kardinal SandriDer Präfekt der Ostkirchenkongregation Kardinal Leonardo Sandri wird vom 1. bis zum 5. Mai in den Irak reisen. Das gab die Ostkirchenkongregation bekannt. Der Kardinal wird die Hauptstadt Bagdad, Erbil und die Region Ankawa besuchen. In Erbil und in Bagdad werden jeweils Worte des Papstes verlesen. Es ist ein Besuch, der die leidenden Menschen ermutigen und die Solidarität der Christen zeigen soll. Geplant ist außerdem ein Gottesdienst in Bagdad.

(rv)

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Kardinal Sandri: Johannes Paul II. und die Hymne an das Leben

Donnerstag 2. April 2015 von VH

Papst Johannes Paul II.Vor exakt zehn Jahren war es Kardinal Leonardo Sandri, Präfekt der Kongregation für orientalische Kirchen, der den Tod des Heiligen Papst Johannes Paul II. vor tausenden von Gläubigen am Petersplatz verkündete:

''Liebe Brüder und Schwestern, um 21:37 ist unser geliebter Heiliger Vater Papst Johannes Paul II. zurückgekehrt ins Haus des Herren. Beten wir für ihn.''

Über viele Jahre hinweg war Kardinal Sandri ein sehr nahestehender Mitarbeiter des nun Heiligen Papstes und er war an seiner Seite bis zu den letzten Momenten seines Lebens.

„Ich begleitete ihn in seinen letzten Jahren, als seine Gesundheit immer schwächer wurde; vor allem nach seinem letzten Besuch in Lourdes. Ich habe noch immer eine sehr lebendige Erinnerung an Johannes Paul II. Wir müssen uns an seine große Persönlichkeit erinnern; von der intellektuellen, doktrinären und natürlich pastoralen Perspektive aus gesehen. Und all das in einem Kontext einer Weltansicht, die sich veränderte mit der Welt. Er hat das nicht direkt gemacht, aber um diese Veränderung zu verwirklichen hat er den Menschen gepredigt sich an die Lehren von Jesus Christus anzunähern, an die Liebe; die Gerechtigkeit, die Freiheit, die Solidarität….Ich denke, dass diese Aspekte von Johannes Paul II. in der Kirche heute wiederauffindbar sind, auch in der Person von Papst Franziskus. Ich beziehe mich hier vor allem an seine Nähe an das Volk, die Papst Johannes Paul II. mit überraschenden Gesten, aber vor allem mit seinem Blick ausdrückte. Ein Blick, der die Herzen der Gläubigen erreichte und mit ihnen auch diejenigen, die lange am Rande des Glaubens blieben."

Johannes Paul II. war der Papst der Herzen, der Sprachen, der Reisen. Er war der erste Nicht-italienische Papst seit Jahrhunderten. Und er war jung, als er sein Pontifikat antrat mit nur 58 Jahren im Jahr 1978.

„Zehn Jahre nach seinem Tod denke ich, dass die Persönlichkeit von Johannes Paul II. in unterschiedlichen und außergewöhnlichen Erinnerungen wiedererlebt und wiedergeboren werden kann, zum Beispiel mit den internationalen Reisen. Viele Völker und Nationen erinnern sich an Johannes Paul II. mit viel Zuneigung und Dankbarkeit. Die Erinnerung an ihn lebt und wächst mit jedem Tag der vergeht…Papst Johannes Paul II. lebte all das, was er sagte, was er in seinem Leben lehrte. Ich erinnere mich, als ich für das Staatssekretariat arbeitete und im selben Moment wir kurz vor der Wahl zum Pontifikat von Papa Wojtyla standen. Also sagte der Kardinal Agostino Casaroli, dass die Wahl von Wojtyla „großen Mut" bewies; Mut den der neue Papst in seiner ersten Predigt demonstrierte, als er die Welt dazu aufrief die Türen für Christus zu öffnen. Drei Jahre später wurde dieser Mut mit dem dramatischen Attentat mit Blut bedeckt. Der Schmerz und das Leiden des Körpers wusste er nur zu gut mit Würde zu nehmen, mit Mut und vor allem mit seiner markanten Persönlichkeit. Er zeigte uns, dass Scherz die Rettung der Welt sein kann, das erinnert an die Rettung von Christus selbst."

Mehr als 26 Jahre war er der Papst und wurde zum Inbegriff der Kirche, verkörperte den Menschenkontakt und die Nähe, aber auch den Schmerz mit seiner eigenen Lebensgeschichte. Er setzte sich, so wie auch heute für den interreligiösen Dialog ein und für die Ökumene. In seiner polnischen Heimat wurde er zum Symbol des antikommunistischen Widerstands.

„Das Erbe von Johannes Paul II ist eine Hymne an das Leben selbst, das Leben des Papstes. Das ist sicherlich, das was uns bleibt. Er hat uns die Menschenwürde des Lebens gezeigt, ein Christ, der in Christus glaubt, kann die Höhen der Höhen erleben, auch in ihren Grenzen die jeder inne hat. Es ist ein Zeugnis, welches Papst Johannes Paul II. auch übermitteln konnte, als sein Körper nicht mehr die Agilität besaß, wenn man zum Beispiel an sein letztes Angelus Gebet denkt, der Ostersonntag, als er es nicht schafft das zu sagen, was er den Gläubigen sagen wollte. In dem Moment haben wir gesehen, dass Gott in uns arbeitet, und er hat diese Wahrheit bezeugt mit seiner Wahrheit und seinem Leben. Man könnte sich an vieles von ihm erinnern, was fundamental war – wie zum Beispiel der Fall des Kommunismus. Wir können uns auch an die viele apostolischen Reisen erinnern, die Jugendwelttage, oder auch die Dokumente von großer Bedeutung und großen kirchlichen Initiativen, aber das was zu allererst herauskristallisiert ist sein leben; ein wahres Leben , ein Leben, dass immer kohärent im Glauben mit Gott geblieben ist."

Für viele war Johannes Paul II. schon immer ein Heiliger. Letztes Jahr wurde er als 81. Papst, von Papst Franziskus und der katholischen Kirche Heilig gesprochen. (rv)

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Kardinal Sandri zu Pastoralbesuch in Äthiopien

Montag 8. Dezember 2014 von VH

Kardinal SandriAls ein Beispiel für einen gelungenen Dialog der Konfessionen und der Religionen hat Kardinal Leonardo Sandri das Land Äthiopien bezeichnet. Sandri befindet sich derzeit in dem Land auf einer knapp einwöchigen Pastoralreise. In Äthiopien gibt es die mit Rom unierte äthiopische Kirche des Geez-Ritus, neben 43% orthodoxen Christen und 33 % Muslime. Im Gespräch mit Radio Vatikan sagt der argentinische Kurienkardinal:

„Hier ist der Dialog wirklich am Aufblühen und die verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen begegnen wirklich einander. Der Dialog mit der orthodoxen Kirche, mit den Muslimen und den evangelischen Christen ist hervorragend. Die Katholische Kirche zeigt eine große Einheit und Offenheit gegenüber den Bedürftigen durch ihre sozialen Einrichtungen wie Schulen, Krankenhäuser und den Einsatz für Menschen auf der Straße. Die Katholische Kirche steht in der Verkündigung des Evangeliums für die Armen wirklich an vorderster Front. Am Freitag bin ich Laien und Geistlichen begegnet, und ich habe gesehen, mit welchem Enthusiasmus sie die Freude des Evangeliums – wie der Papst in seiner Enzyklika sagt – in die Gesellschaft bringen wollen. Sie haben mir sogar ein Geschenk für den Papst mitgegeben: Eine Übersetzung in ihre Sprache der „Evangelii Gaudium“, die ich dem Papst bei nächster Gelegenheit bringen werde.“

In Äthiopien sind katholische Gemeinden des traditionellen Geez-Ritus wie auch des lateinischen Ritus präsent. Durch die Krise in dem abgespaltenen Nachbarland Eritrea suchen viele Flüchtlinge Sicherheit in Äthiopien. (rv)

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Papst Franziskus bestätigt Ostkirchenkongregation

Donnerstag 20. Februar 2014 von VH

Kardinal SandriKardinal Leonardo Sandri ist von Papst Franziskus als Präfekt der Kongregation für die Ostkirchen bestätigt worden. Das gab der Vatikan an diesem Mittwoch bekannt. Ebenfalls bestätigt wurde der Sekretär, Erzbischof Cyril Vasil SJ. Zu den Mitgliedern der Kongregation gehören in Zukunft unter anderem der koptisch-katholische Patriarch Ibrahim Isaac Sidrak, und der chaldäische Patriarch Raphaël I Sako. Weiterhin sind unter anderem die Kardinäle Kurt Koch, Christoph Schönborn, und Reinhard Marx in ihrer Mitgliedschaft für weitere fünf Jahre bestätigt worden. Neu im Rat sind Erzbischof Gerhard Ludwig Müller, Staatssekretär Pietro Parolin, der Erzbischof von Westminster Vincent Nichols und der Erzbischof von Buenos Aires, Mario Aurelio Poli. Alle vier werden am Samstag vom Papst in das Kardinalskollegium aufgenommen. (rv)
 

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Kardinal Sandri: „Papst betont die Kollegialität“

Mittwoch 2. Oktober 2013 von VH

er Papst will Kollegialität als Merkmal der Kirche unterstreichen. Dies betont Kardinal Leonardo Sandri, der Präfekt der vatikanischen Ostkirchenkongregation. Er äußerte sich am Dienstag am Rande des Friedenstreffens von Sant’Egidio vor Journalisten in Rom:

„Es gibt das Papstprimat, aber es gibt auch die Kollegialität. Und Papst Franziskus will das unterstreichen, getröstet durch die Meinung aller Kardinäle und auch durch die Generalkongregationen, die vor dem Konklave durchgeführt wurden."

Ein Hinweis darauf sei die Einrichtung der achtköpfigen Beratergruppe zur Kurienreform durch den Papst sowie seine Betonung der Bedeutung der Bischofssynode und deren Teilhabe an Entscheidungsprozessen. Ein Anliegen der auf den Weg gebrachten Kurienreform ist laut Kardinal Sandri die Garantie einer Kirche nah am Menschen:

„Die Kirche Jesu ist die Kirche des Evangeliums, der Evangelisierung und des Dienstes am Nächsten, vor allem für die Armen und Verstoßenen. Die Strukturen, die man braucht, um dies tun zu können, muss man versuchen zu behalten, doch das Leben und die Begegnung der Menschen muss dabei Vorrang haben vor den Strukturen. Denn diese ersticken oft die Stimme des Geistes."

Was die Dauer des Reformprozesses betrifft, warnte Sandri vor der Erwartung allzu schneller Ergebnisse: „Reformen sind immer graduell", erinnerte der Kardinal. Die achtköpfige Kardinalsgruppe, die den Papst zur Kurienreform beraten soll, hat am Dienstag offiziell ihre Arbeit aufgenommen. Die Beratungen finden hinter verschlossenen Türen statt.

Kardinal Sandri äußerte sich auch zum bevorstehenden Assisi-Besuch des Papstes. Franziskus kehrt am kommenden Freitag anlässlich des Jahresfestes des Heiligen in dem italienischen Städtchen ein, begleitet von hunderttausend Pilgern, eintausend Journalisten und den acht Kardinälen, mit denen er in den Tagen zuvor über den Umbau der Kurie diskutiert. Kardinal Sandri:
„Papst Franziskus wird der Welt den ,Armen von Assisi’ vor Augen führen, der im Übrigen ja auch Patron Italiens ist. Wir werden alle mit ihm in Assisi wiederholen: ,Herr, mach mich zum Werkzeug deines Friedens…’ Dieses Gebet müssen wir in dieser Zeit fast jeden Tag beten. Der Papst wird mit seinem Besuch in Assisi, indem er dieses Armutsmodell wieder vorschlägt, die Aufmerksamkeit auf diese Spiritualität des Friedens, der Armut und der Einfachheit lenken." (rv)

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