Das offizielle Programm der Reise von Papst Franziskus nach Irland

VATIKANSTADT – Der Heilige Stuhl hat das offizielle Programm der Reise von Papst Franziskus nach Irland veröffentlicht. Vom 25. und 26. August wird der Pontifex auch am Weltfamilientreffen in Dublin teilnehmen.

So wird der Papst am Samstag, 25. August, um 10.30 Uhr Ortszeit auf dem internationalen Flughafen von Dublin landen; anschließend folgt dort der offizielle Empfang. Um 11.15 Uhr wird ihn der Präsident im Palast Áras an Uachtaráin, dem offiziellen Amtssitz der irländischen Präsidenten, empfangen. Vor dem Haupteingang des Palastes wird eine Willkommenszeremonie stattfinden.

Nach dem Höflichkeitsbesuch beim Präsidenten wird sich der Heilige Vater zum Dublin Castle begeben, in dem er um 12.10 Uhr Vertreter der Regierung und der Gesellschaft sowie das diplomatische Corps treffen wird. Vor ihnen wird Papst Franziskus seine erste Rede halten.

Um 15.30 Uhr wird er die Kathedrale von St. Mary’s und um 16.15 Uhr das Aufnahmezentrum für obdachlose Familien der Kapuziner besuchen. Um 19.45 Uhr folgt die Feier des Weltfamilientreffens im Croke Park Stadion mit einer Ansprache vor den dort versammelten Menschen.

Am Sonntag, 26. August, wird der Papst mit dem Flugzeug nach Knock reisen, wo er um 9.20 Uhr morgens landen wird. Sein erster Station ist dort um 9.45 Uhr das Heiligtum von Knock, in dem er den Angelus beten wird.

Um 11.50 Uhr wird er nach Dublin zurückkehren und um 15:00 Uhr die heilige Messe im Phoenix Park feiern. Im Anschluss wird er sich mit den irischen Bischöfen im Kloster der Dominikanerinnen treffen.

Abschließend fährt er um 18.30 Uhr zum Flughafen, auf dem er vor dem Rückflug nach Rom offiziell verabschiedet werden wird.

Offizielles Programm der Papstreise nach Irland:

Samstag, 25. August 2018

ROM-DUBLIN

08:15 Uhr
Abflug von Rom / Fiumicino nach Dublin

10:30 Uhr
Ankunft am internationalen Flughafen von Dublin
OFFIZIELLER EMPFANG

10:45 Uhr
Weiterfahrt nach Áras an Uachtaráin

11:15 Uhr
Ankunft bei der Residenz des Präsidenten
WILLKOMMENSZEREMONIE vor dem Haupteingang der Residenz

11:30 Uhr
HÖFLICHKEITSBESUCH in der Residenz des Präsidenten

12:00 Uhr
Fahrt zum Dublin Castle

12:10
Ankunft im Dublin Castle
TREFFEN MIT VERTRETERN AUS REGIERUNG UND GESELLSCHAFT UND MIT DEM DIPLOMATISCHEN CORPS im Dublin Castle:
Ansprache des Heiligen Vaters

15:30 Uhr
Ankunft in der St. Mary’s Pro-Cathedral
BESUCH DER KATHEDRALE: Grußwort des Heiligen Vaters

16:15 Uhr
Fahrt zum Aufnahmezentrum der Kapuziner

16:30 Uhr
PRIVATER BESUCH IM AUFNAHMEZENTRUM FÜR OBDACHLOSE FAMILIEN

19:30 Uhr
Ankunft im Croke Park Stadion

19:45 Uhr
FEST DER FAMILIE im Croke Park Stadion: Ansprache des Heiligen Vaters

Sonntag, 26. August 2018

DUBLIN-KNOCK-DUBLIN-ROM

08:40
Abflug nach Knock

09:20 Uhr
Ankunft am Flughafen Knock
Sofort Abfahrt zum Heiligtum

09:45 Uhr
Ankunft im Heiligtum von Knock
BESUCH IN DER KAPELLE des Heiligtums von Knock
GEBET DES ANGELUS auf dem Vorplatz des Heiligtums

10:45 Uhr
Transfer zum Flughafen Knock

11:10 Uhr
Ankunft am Flughafen Knock

11:15
Abflug nach Dublin

11:50
Ankunft am Flughafen von Dublin
Mittagessen mit dem päpstlichen Gefolge

14:30 Uhr
Ankunft im Phoenix Park

15:00 Uhr
Heilige Messe im Phoenix Park: Predigt des Heiligen Vaters
BEGEGNUNG MIT DEN BISCHÖFEN im Kloster der Dominikanerinnen: Ansprache des Heiligen Vaters

18:30 Uhr
Ankunft am Flughafen
Abschiedszeremonie

18:45 Uhr
Abflug nach Rom / Ciampino

23:00 Uhr
Ankunft am Flughafen Rom / Ciampino

(© CNA Deutsch)

Bischöfe Irlands: Ergebnis des Referendums zugunsten der Abtreibung ist schaurig

DUBLIN – Die Bischöfe Irlands haben kritisch auf die Entscheidung zur Streichung des Schutzes ungeborenen Lebens aus der Verfassung reagiert.

Das am vergangenen Freitag, dem 25. Mai, gehaltene Referendum und dessen Ausgang hat weltweit Katholiken und Lebensschützer enttäuscht.

Die Bischöfe erinnerten daran, dass das Leben immer verteidigt werden müsse, unabhängig ob innerhalb oder außerhalb des Mutterleibes.

Am vergangenen Samstag hatte die für die Auszählung zuständige Kommission mitgeteilt, dass 66,4% der Wähler für die Änderung der Verfassung stimmten, die das Recht auf Leben der Mutter und des ungeborenen Kindes schützte, während 33,6% dafür stimmten, den Schutz beizubehalten.

Mit dieser Entscheidung wird die irische Regierung in der Lage sein, die Gesetze so zu abzuändern, dass Schwangerschaftsabbrüche bis zur 12. Schwangerschaftswoche möglich sind, in einigen Fällen sogar bis zur 24. Woche.

Nachdem Bischof Brendan Leahy von Limerick das Ergebnis des Referendums erfahren hatte, erklärte er: “Obwohl das Endergebnis des Referendums den Willen der Mehrheit zeigt, bedeutet es nicht, dass alle es wollen.”

Laut Angaben der Zeitung Limerick Leader betonte der Bischof in einer Botschaft, die in allen Messen seiner Diözese verlesen wurde, dass “die Kirche das Leben über alles schätzt, auch schon im Mutterleib. Schon vor dem Referendum war das ein wesentlicher Wert und es wird auch so bleiben. In diesem Sinne ist dieses Ergebnis zutiefst bedauerlich und schaurig.”

Der kirchliche Würdenträger ermutigte auch dazu, schwangeren Frauen in schwierigen Situationen zu helfen und forderte “eine verbindlicher aufmerksame Gesellschaft, eine Gesellschaft, die Frauen in diesen Umständen unterstützt und sie stets mit Liebe und Hilfe empfängt.”

Der Erzbischof von Armagh und Primas von Irland, Monsignore Eamon Martin, bedauerte seinerseits, dass “wir mit dem Referendum das Recht auf eine persönliche Entscheidung über das Grundrecht auf Leben erhoben haben.”

Laut der Irish Times sagte der Bischof dies bei der Sonntagsmesse in der Stadt Knock, in der er auch erklärte, er sei “zutiefst bekümmert, dass es so aussieht, als hätten wir das Recht auf Leben annulliert, in der Verfassung, für alle Ungeborenen. Unser Land befindet sich jetzt auf dem Weg, gesetzlich eine liberales Abtreibungssystem festzulegen.”

Es ist jedoch “weiterhin wichtig, vielleicht mehr denn je, die Heiligkeit allen menschlichen Lebens zu bekräftigen.”

“Das Leben irgendeines unschuldigen Menschen zu beseitigen, bleibt weiterhin ernsthaft falsch”, mahnte er.

Für Erzbischof Diarmuid Martin von Dublin stellt das Ergebnis des Referendums auch eine Art Bewertung der Kirche und des Katholizismus dar.

Bei der heiligen Messe am vergangenen Sonntag in der Stadt Maynooth erklärte der Priester: “Viele werden die Ergebnisse des Referendums vom Freitag als ein Anzeichen dafür sehen, dass die katholische Kirche in Irland heute von vielen mit Gleichgültigkeit und einer marginalen Rolle für die Bildung der irischen Kultur angesehen wird.”

Er unterstrich auch, dass die Kirche ihre Verpflichtung, das Leben zu verteidigen – nicht nur mit Worten, sondern mit Taten, die die Liebe Jesu bezeugen – neu beleben müsse.

“Pro-Life zu sein heißt, in unserem ganzen Leben eine besondere Liebe für die Armen radikal neu zu entdecken. Das ist das Merkmal der Nachfolger Jesu” so der Erzbischof. (CNA Deutsch)

Irland: Papstbesuch vorerst nur für Dublin vorgesehen, aber…

Papst Franziskus reist im August nach Dublin zum katholischen Weltfamilientreffen. Irische Medien brachten auch einen möglichen „Ausflug“ des Papst an die Grenze nach Nordirland, also Großbritannien, ins Gespräch. Das sei nicht geplant, sagt der Dubliner Erzbischof Diarmuid Martin.

Mario Galgano und Philippa Hitchen – Vatikanstadt

Der Papstbesuch in Irland zum Weltfamilientreffen ist alles andere als eine einfache Reise: Die Iren stimmen am 25. Mai über die Legalisierung von Abtreibungen ab. Die Mehrheit ist dafür, doch jüngsten Umfragen zufolge hat sich der Vorsprung nun verringert. Drei Monate später fährt Franziskus nach Dublin.

Das Thema Lebensschutz wird beim Weltfamilientreffen in der einstigen katholischen Hochburg Irland mit Sicherheit zur Sprache kommen. Es wird aber bei weitem nicht das einzige Thema sein, sagt Erzbischof Martin. „In einer großen Stadt wie Dublin gibt es viele Probleme, die mit dieser neuen Armut verbunden sind. Diese Schwierigkeiten sind klar ersichtlich und sind eine große Herausforderung für die Familien.“ Deshalb hoffe er, dass das Treffen im August vor allem auf diese Fragen eingehen werde.

“ Das Leben der Familien betrifft ganz konkrete Herausforderungen unserer Zeit ”

„Viele denken beim Stichwort Familie an eine ideologische und abstrakte Weise, wir müssen aber einsehen, dass das Leben der Familien ganz konkrete Herausforderungen unserer Zeit betrifft wie Armut, Flüchtlinge oder das Leben im Gefängnis“, so Erzbischof Martin. Die Vorbereitungen für das Treffen liefen auch Hochtouren: „Großes Treffen bedeutet große Herausforderung, aber wir bleiben dran!“

Irland ist auch direkt mit den Folgen des Brexit konfrontiert. Die Frage um die Grenze mit Nordirland beschäftigt derzeit die Unterhändler der Vereinbarungen zwischen der EU und Großbritannien. Die fragile Frage um Friedenssicherung in der nordirischen Region steht in der Luft, und deshalb hoffen viele, der Papst möge bei seinem Besuch auch da ein Zeichen setzen.

“ …doch dieser Papst hat einen besonderen Stil, was seine Reisen betrifft ”

Ob der Papst auch an die nördliche Grenze der Inselrepublik reisen wird, ist derzeit nicht klar: „Das Reiseprogramm ist noch nicht definitiv fertig erstellt worden. Sicher ist, dass der Papst nach Dublin zum Weltfamilientreffen kommt. Das war immer sein Vorhaben“, sagt der Erzbischof; „doch dieser Papst hat einen besonderen Stil, was seine Reisen betrifft im Vergleich zu seinen Vorgängern und ich denke, alles wird so ausgehen, wie es sein soll.“ (vatican news)

Enormer Anstieg an Exorzismus-Anfragen: Irischer Priester bittet um Unterstützung

DUBLIN – Aufgrund eines dramatischen Anstiegs “dämonischer Aktivitäten im Land” bittet ein irischer Priester und Exorzist die Bischöfe seines Landes um mehr Unterstützung.

In einem Interview mit “The Irish Catholic” sagte Pater Pat Collins, er sei überwältigt mit Anfragen nach Exorzismen. In einem offenen Brief hat er die irischen Bischöfe aufgefordert, mehr Priester auszubilden, um mit der Nachfrage fertig zu werden.

“Allein in den letzten Jahren ist die Nachfrage exponentiell gestiegen”, sagte Collins dem “Irish Catholic”.

Die Bitte des irischen Exorzisten ist kein Einzelfall. Weltweit wird von einem dramatischen Anstieg dämonischer Aktivitäten berichtet, von einzelnen Exorzisten wie von der Internationalen Vereinigung der Exorzisten (IAE), einer Gruppe von 400 katholischen Geistlichen.

Im Jahr 2014 teilte die IAE mit, dass die dämonischen Aktivitäten auf der ganzen Welt einen “pastoralen Notstand” darstellten.

Collins sagte, er sei “verblüfft”, dass die Bischöfe nicht mehr Exorzisten für Irland ausgebildet hätten, und fügte hinzu, dass jeder, der keine Notwendigkeit für mehr Exorzisten sieht, “keinen Kontakt zur Realität” habe.

Ob zurecht oder nicht: Er stelle “verzweifelt fest”, dass Menschen glauben, von einem bösen Geist befallen zu sein, so Collins.

Schlimmer noch: Die Kirche sei oft überfordert. Selbst in den sehr häufigen Fällen, in denen keine Besessenheit bestehe, wisse die Kirche nicht, wie zu verfahren sei, sagte der Priester. Mit einem Empfehlungsschreiben für einen Psychologen oder eine ähnliche Person werde das Problem nicht gelöst. Oft blieben Hilfesuchende auf der Strecke.

Ein Sprecher der Bischofskonferenz in Maynooth sagte dem “Irish Catholic”, dass jede Diözese einen ausgebildeten Exorzisten haben müsse, der in der Lage sei, den Unterschied zwischen Anzeichen echter dämonischer Besessenheit und Zeichen mentaler oder psychischer Krankheit zu erkennen.

“Exorzismen sind sehr selten und unseres Wissens hat es in den letzten Jahren keinen Exorzismus in Irland gegeben”, so der Sprecher.

Der Katechismus der Katholischen Kirche betont die Wichtigkeit, zwischen dämonischer Aktivität und psychischer Krankheit zu unterscheiden.

“Der Exorzismus dient dazu, Dämonen auszutreiben oder vom Einfluß von Dämonen zu befreien und zwar kraft der geistigen Autorität, die Jesus seiner Kirche anvertraut hat. Etwas ganz anderes sind Krankheiten, vor allem psychischer Art; solche zu behandeln ist Sache der ärztlichen Heilkunde. Folglich ist es wichtig, daß man, bevor man einen Exorzismus feiert, sich Gewißheit darüber verschafft, daß es sich wirklich um die Gegenwart des bösen Feindes und nicht um eine Krankheit handelt (KKK, 1673)”.

Im April 2015 veranstaltete die Kongregation für den Klerus zusammen mit der Universität Regina Apostolorum in Rom ein Seminar, das speziell Priester und Laien darin schulte, die Unterschiede zwischen psychologischen Problemen und dämonischem Besitz zu erkennen.

Bei der Konferenz sprachen praktizierende Exorzisten, Mediziner, Psychologen, Juristen und Theologen.

Kürzlich aktualisierte Regeln für die Austreibung von Dämonen besagen auch, dass eine Person, die glaubt, besessen zu sein, zuerst Geisteskrankheit ausschließen muss, bevor sie einen Exorzismus sucht. Wenn der Ritus des Exorzismus noch benötigt wird, können sie einen Priester suchen, der von seinem Bischof als Exorzisten für seine Diözese ausgebildet und ernannt wurde.

Egal ob Exorzismus oder andere Probleme: Der Gesprächsbedarf ist hoch und in den vergangenen Jahren enorm gestiegen, betont Collins.

Pater Vincent Lampert, ein vom Vatikan ausgebildeter Exorzist und Pfarrer der Erzdiözese Indianapolis, sagte bereits vor einiger Zeit gegenüber CNA, dass die beste Verteidigung gegen dämonische Besessenheit sei, sich an die Sakramente zu halten.

In seinem offenen Brief an die irischen Bischöfe schrieb Collins: “… Es gibt immer mehr Beweise für das niederträchtige Treiben des Bösen.” (CNA Deutsch)

 

Irland: Desmond Kardinal Connell verstorben

Wie das Staatssekretariat des Vatikan heute berichtet, ist der irische Kardinal Connell am 21. Februar verstorben. Connell war von März 1988 bis April 2004 Erzbischof von Dublin (Irland). Papst Johannes Paul II. erhob ihn am 21. Februar 2001 in den Kardinalsstand und übertrug ihm die Titelkirche S. Silvestro in Capite. Mit seinem Tod zählt das Kardinalskollegium nunmehr 225 Mitglieder und 118 Kardinäle haben ein aktives Wahlrecht bei einem künftigen Konklave. (vh)

Vatikan: Papstreise nach Irland geplant

bischof-eganDie Zeichen verdichten sich, dass Papst Franziskus für das Jahr 2018 eine Reise nach Irland plant. Darauf deutet eine Twitter-Kurznachricht des irischen Bischofs Philip Egan von diesem Montag hin, der dort eine solche Reise eine „großartige Neuigkeit“ nennt. Er hoffe, dass der Papst Irland „Hoffnung, Segen und einen erneuerten Glauben“ bringen könne, so der Bischof von Portsmouth. Details wurden ansonsten nicht bekannt. Eine offizielle Bestätigung der Reise durch den Vatikan steht aus.

Der Erzbischof von Dublin, Diarmuid Martin, hatte im Mai diesen Jahres in einem Interview bereits von einem möglichen Papstbesuch in Irland anlässlich des Weltfamilientreffens in Dublin gesprochen. Der Papst habe damals auf Martins Einladung hin den Willen bekundet zu kommen, so der Erzbischof in einem Interview mit dem „Irish Independent”. Martin wird als Primas von Irland Gastgeber des neunten Weltfamilientreffens sein.

Als bislang einziger Papst war Johannes Paul II. (1978-2005) im Jahr 1979 nach Irland gereist und hatte dort unter anderem Dublin, Limerick und den Wallfahrtsort Knock besucht. Medienberichten zufolge könnte bei einer Reise von Franziskus neben Dublin auch Nordirland auf dem Besuchsprogramm stehen. (rv)

Kardinalstaatssekretär: Abstimmung in Irland ist Niederlage

Kardinal Pietro ParolinDas Abstimmungsergebnis von Irland ist eine Niederlage für die Menschheit. Mit diesen Worten kommentierte Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin gegenüber Radio Vatikan den Ausgang der Volksabstimmung zur gleichgeschlechtlichen Ehe in Irland. „Das Ergebnis hat mich sehr traurig gestimmt“, so der Kardinal am Rande der Tagung der päpstlichen Stiftung Centesimus Annus, die sich mit katholischer Soziallehre beschäftigt. „Natürlich muss die Kirche, wie es der Erzbischof von Dublin gesagt hat, sich dieser Realität stellen, aber nach meiner Ansicht muss sie es in dem Sinn tun, dass sie erneute Anstrengungen unternimmt, auch die Kultur von heute zu evangelisieren. Und ich denke, dass das nicht nur eine Niederlage der christlichen Prinzipien war, sondern auch ein wenig eine Niederlage der Menschheit.“

Angesprochen auf die noch offene Frage nach der Akkreditierung des Botschafters Frankreichs bestätigte Parolin, dass der Dialog noch offen sei. Medienberichten zufolge lehnt der Vatikan einen von der Pariser Regierung vorgeschlagenen Diplomaten ab, der homosexuell ist. Seine Nominierung wird diesen Berichten zufolge vom Vatikan im Zusammenhang mit der von Präsident Francois Hollande in Frankreich durchgesetzten gleichgeschlechtlichen Ehe gesehen. Gegen dieses Projekt hatten in Frankreich weite Teile der Gesellschaft, darunter auch katholische Gruppen, vergeblich protestiert.

Für mehr Solidarität mit Griechenland

Kardinal Parolin äußerte sich in Rom auch zur prekären Finanzlage Griechenlands. „Das ist eine Lage, die wirklich zu einer gewissen Destabilisierung (in Europa) führen könnte. Darum wünschen wir uns, dass man da so bald wie möglich zu einem Abkommen, zu einer Lösung findet.“ Einer seiner Mitarbeiter, Kurienerzbischof Silvano Maria Tomasi, wurde in Sachen Griechenland noch deutlicher: Der Ständige Beobachter des Heiligen Stuhls bei der UNO in Genf forderte mehr europäische Solidarität mit Athen. „Ein grundlegender Zug des Menschlichen ist es, sich mit anderen solidarisch zu fühlen, denn sie haben teil an dem, was uns ausmacht. Wenn wir von dieser Prämisse ausgehen, wird Solidarität zu einer auch politischen Strategie, die zum Wohle aller ganz operative, praktische Konsequenzen hat. Also: Wenn es ein Land gibt, das Probleme hat, dann schützen wir uns nicht, indem wir es isolieren. Wir schützen uns, indem wir Anteil an den Problemen des Landes, das in der Krise ist, nehmen und ihm helfen, die Probleme zu lösen!“ (rv)

Vatikan/Irland: Botschaft wieder eingerichtet

IrlandDrei Jahre nach der Schließung der Botschaft von Irland beim Heiligen Stuhl ist wieder eine diplomatische Vertretung eingerichtet. Papst Franziskus nahm an diesem Dienstag das Beglaubigungsschreiben der Botschafterin Emma Madigan entgegen. Dublin hatte die Botschaft seinerzeit aus wirtschaftlichen Gründen geschlossen. Vorangegangen waren allerdings auch diplomatische Misstöne im Zug zahlreicher Fälle von Kindesmissbrauch durch Kleriker in Irland. Diplomatische Beziehungen zwischen Irland und dem Heiligen Stuhl bestehen seit 1929. Die 41 Jahre alte Emma Madigan ist die erste Frau, die ihr Land beim Heiligen Stuhl vertritt. (rv)

Vatikan/Irland: Kardinal Brady tritt zurück

Kardinal BradyPapst Franziskus hat den Rücktritt des irischen Kardinals Seán Brady als Erzbischof von Armagh angenommen. Das wurde heute im Vatikan bekannt. Die Nachfolge tritt Erzbischof Eamon Martin an, der seit Januar 2013 als Koadjutor der Erzdiözese wirkte. Kardinal Brady sah sich seit Jahren Vorwürfen ausgesetzt, er habe Missbrauchsfälle durch Kleriker seines Bistums vertuscht. Sein Rücktritt erfolgte aus Altersgründen, Brady hatte am 16. August das 75. Lebensjahr vollendet. Der Kardinal war Vorsitzender der irischen Bischofskonferenz. Mit dem Bischofssitz von Armagh ist zudem die Würde des Primas von Irland verbunden. (rv)

Nord-Irland-Konflikt: „Insgesamt nimmt die Gewalt ab”

IrlandGewalt-Nachrichten aus Nordirland: Nach einem Marsch pro-britischer Demonstranten kam es in der Nacht auf Samstag in Belfast wieder einmal zu Krawall auf den Straßen. Nach Medienangaben wurden dabei mehr als 50 Polizisten verletzt. Die deutsche Uschi Grandel berichtet für die Internetseite info-nordirland.de schon lange über den Konfliktlösungsprozess auf der Insel und ist grade selbst in Nord-Irland unterwegs. Sie berichtet Radio Vatikan, wie es zu dem Zusammenstoß kam. Die Loyalisten seien grade in Krawall-Laune, meint Grandel. Sie hatten zwar die Erlaubnis, am Freitag gegen eine Demonstration in Belfast zu protestieren, hielten sich aber nicht an die Auflagen:

„Dieser Protest wurde erlaubt, allerdings sollten sie an der Seite demonstrieren und es sollten nicht mehr als insgesamt sechs Gruppen mit nicht mehr als 75 Leuten dabei sein, damit das ganze unter Kontrolle gehalten werden kann. Es war allerdings klar, dass die Hardliner unter den Krawallmachern das nicht beachten: Relativ früh haben sie die Straße im Stadtzentrum besetzt, an der die Demonstration entlanggehen sollte. Es gab ein riesiges Polizeiaufgebot. Die Polizei hat versucht, Recht durchzusetzen – was sie in früheren Jahren wohl kaum getan hätte. Sie hat die Loyalisten von der Straße vertrieben und die Demonstration umgeleitet. Das war der Anlass für die Krawalle, die es dann später gab: Da sind pro-britische Gruppen gezielt, wie sie es immer machen, gegen kleine und isolierte Viertel in Stadtnähe vorgegangen."

Diese Auseinandersetzung war also absehbar…

„Ja, das war absolut absehbar. Im Sommer, der so genannten ,marching-season’, wo auch die Oranierorden ihre Märsche abhalten, gab es in Belfast gewaltsame Auseinandersetzungen mit Loyalisten und auch Oranierorden, die bestimmte Auflagen nicht akzeptieren wollten, die ihnen auf ihre Marschrouten auferlegt wurden. Man muss aber dazu sagen, dass Belfast ein spezielles Thema ist: Es war lange die Hochburg der absoluten britischen Hardliner. Es gibt andere Orte, wo Konflikte zum Beispiel um Oranier-Märsche oder um Fahnen oder ähnliches, friedlich im Dialog ausgetragen werden. Das ist meistens da, wo es irische Mehrheit gibt, in Derry zum Beispiel. Dort sind die Märsche dieses Jahr absolut friedlich abgelaufen, weil im Vorfeld geredet wurde, weil man sich geeinigt hat, was in Belfast so leider nicht möglich war."

Wie ist denn die Lage aktuell in Belfast, auch für die Katholiken dort?

„Man sieht in den Nachrichten immer nur die Randale und die Krawall-Macher. Die sind aber nur ein ganz, ganz kleines Spektrum in Belfast. Im normalen Leben fallen die eigentlich kaum auf. Das war jetzt diese Blockade in der Innenstadt, das haben die Touristen auch gesehen, aber ansonsten sind solche Krawalle eigentlich eher sehr lokal in irgendwelchen Vierteln und flammen mal über eine Nacht oder so auf. Ansonsten ist es aber in Belfast ruhig, friedlich und im Moment sehr sonnig."

Wie schätzen Sie die weitere Entwicklung der Lage ein, ist davon auszugehen, dass es weitere Krawalle gibt?

„Ich glaube, dass da noch etwas kommt, aber das ist auch nichts Neues. Ich glaube man muss verstehen, dass dieser Konfliktlösungsprozess zu ungeheueren Fortschritten geführt hat. Das Friedensabkommen ist 1998 unterschrieben worden, das ist also schon eine Zeit lang her. Danach gab es noch ziemlich heftige Auseinandersetzungen.

Es ging im Friedensprozess sehr viel um die Demokratisierung der Polizei und 2007 hat die Partei Sinn Féin den Schritt getan, die Polizei anzuerkennen.Das war vorher nicht der Fall. 2007 ist außerdem die Regionalregierung in Nordirland aufgestellt worden. Sie arbeitet seither unter Führung von dem Minister und dem stellvertretenden ersten Minister, die von Peter Robinson von der DUP (Democartic Unionist Party) als erster Minister und von Martin McGuinness (Sinn Féin) als stellvertretendem ersten Minister gleichberechtigt geführt wird. In diesen Etappen sind gewaltige Schritte nach vorne gemacht worden – zur Stabilisierung und zur Beruhigung der Lage. Aber dieser Konfliktlösungsprozess erfordert eine ganze Menge Themen: Auf der einen Seite eine Demokratisierung Nordirlands in allen Bereichen, weil das Land durch diese über 30 Jahre Konflikt zum einen extrem militarisiert ist, aber auch strukturell extrem auf Konflikt ausgerichtet war. Was auch ein wichtiges Thema ist, ist die Aufarbeitung der Vergangenheit, dass man sich wirklich als Gesellschaft klar wird über das, was passiert ist. Dass man sich gegenseitig respektiert und dass es gleiche Bedingungen für jeden gibt. Da tun sich etliche von den pro-britischen Unionisten sehr schwer, weil insbesondere ihre Führer die Lage in Nordirland sehr lange kontrolliert haben. Für die heißt Gleichberechtigung Abgabe von Macht. Das ist vor allem für die Oranierorden ein Problem, die ihren Einfluss schwinden sehen. So kann man sehen, dass es Führungspersönlichkeiten gibt, im pro-britischen Lager, die nicht auf Ausgleich setzen, sondern auf Eskalation, weil sie sich davon erhoffen, dass sie sich in dem Machtkampf, der dort tobt, die Hardliner auf ihre Seite ziehen und damit vielleicht Wähler fangen können. Es ist schade, dass es im Moment keine Führungspersönlichkeit auf dieser pro-britischen Seite gibt, die aufsteht und sagt: ,Leute, ihr lauft da in eine Sackgasse.’

Aber das ist ein Prozess, der sich da abspielt. Der ist im Moment nicht mehr oder weniger gewaltsam, wie letztes oder vorletztes Jahr. Der Gewaltlevel schwankt immer so ein bisschen, aber er nimmt ins gesamt extrem stark ab – und das ist die positive Botschaft daran." (rv)