Vaticanhistory-News-Blog

Kirchengeschichte bei VH

Wochenvorschau: Frühmesse, Peter-und-Paul und Konsistorium

Sonntag 25. Juni 2017 von VH


Am Dienstag, 27. Juni, gibt es die letzte Frühmesse mit Franziskus vor der Sommerpause. Diese werden dann ab September nach der Papstreise nach Kolumbien wieder weiter geführt. Am selben Tag wird in den Vatikanischen Museen eine Film-Premiere aufgeführt: „Papst Franziskus – meine Vorstellung über die Kunst“, heißt der Streifen. Am Mittwoch findet wie üblich die Generalaudienz mit dem Papst statt, am Nachmittag, um 16 Uhr, findet das Konsistorium statt, bei der fünf neue Kardinäle kreiert werden. Am Donnerstag ist im Vatikan Feiertag; am Peter-und-Paul-Tag wird auch weltweit der Peterspfennig eingesammelt. Um 9.30 Uhr feiert der Papst mit den neuen Kardinälen einen Gottesdienst auf dem Petersplatz. Da werden auch die Pallien für die Erzbischöfe gesegnet. Sowohl das Konsistorium am Mittwochnachmittag als auch die Heilige Messe am Donnerstagvormittag wird von Radio Vatikan live und mit deutschem Kommentar übertragen und zwar auf dem Youtube-Kanal des Senders. (rv)

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Nuntius Zenari: „Mit 23 Millionen Syrern zum Papst“

Sonntag 25. Juni 2017 von VH


Jeden Tag aufs Neue kommen Schreckensnachrichten aus Syrien, ein Ende der Kampfhandlungen ist trotz internationaler Aufrufe noch lange nicht in Sicht. Im Gegenteil, immer unübersichtlicher wird die Verquickung der verschiedenen internationalen Interessen auf syrischem Gebiet, und die Akteure bringen sich in Position, um bei Ende des Krieges auch ihr Stück vom Kuchen abzubekommen.

Dies alles, man kann es nicht oft genug wiederholen, auf dem Rücken der Zivilisten, die unter unmenschlichen Bedingungen im Bombenhagel ausharren müssen. Allein seit Mai seien es über 470 unbeteiligte Menschen, die dem Krieg zum Opfer gefallen sind, berichten Oppositionskreise. Auch darüber hat der Nuntius in Syrien, Kardinal Mario Zenari, an diesem Freitag mit Papst Franziskus gesprochen. Der Nuntius war im Vatikan, um an der 90. Versammlung der Hilfswerke für die Ostkirchen teilzunehmen.

Auf dem Rücken der Zivilbevölkerung

„Ich bin in Begleitung von 23 Millionen Syrern zum Papst gegangen – Katholiken, Christen, Muslime und Angehörige anderer Religionen – die den Papst sehr schätzen und ihm sehr für alles danken, was er tut. Ich habe eine große Bitte überbracht: ein Ende der Gewalt und das Bedürfnis nach Frieden.“ Der Papst bete nicht nur, sondern tue auch konkret und auf internationaler Ebene etwas, würdigt der Nuntius im Gespräch mit Radio Vatikan den Einsatz von Franziskus. „Als ich schon in der Tür stand und gehen wollte, hat er mir gesagt, ,Bring allen Syrern, die leiden, eine zärtliche Geste mit!´ Das [Denken an die Leidenden] ist leider eine Priorität, denn mehr als die Hälfte der Krankenhäuser sind wegen des Krieges nicht funktionsfähig. Wir appellieren an die Großzügigkeit aller!“

Syrer wollen einfach nur Frieden

Eine politische Lösung des Konfliktes, der nunmehr im siebten Jahr tobt, sei nach wie vor in weiter Ferne, befürchtet der Nuntius. Insbesondere aus den ehemaligen IS-Hochburgen Rakka und Deir Ezzor kämen besorgniserregende Nachrichten, berichtet der Kardinal mit Blick auf die Menschen, die dort festsitzen: „Man müsste wohl humanitäre Korridore einrichten. Was die politische Lösung betrifft, da würde ich sagen, dass zuerst die Gewalt aufhören muss. Das Übereinkommen von Astana vom vergangenen 4. Mai wäre vielversprechend, aber die Probleme kommen bei der praktischen Umsetzung zutage. Das, was man jetzt erreichen muss, ist ein Ende der Gewalt.“

Hartnäckig müsse man daneben die Suche nach einer politischen Lösung weiter verfolgen, betont Nuntius Zenari. Ein Weg dazu seien die Genfer Gespräche. Doch: „Man darf sich nicht leugnen, wie kompliziert die Wirklichkeit ist. Ein Syrer hat mir vor zwei Wochen bitter die ausländischen Fahnen aufgezählt, die derzeit auf syrischem Territorium präsent sind. Da sind Truppen und Soldaten… deshalb würde ich sagen, dass es sich um einen sehr komplexen Konflikt handelt, doch mit der Hilfe der internationalen Gemeinschaft muss man zu einer politischen Lösung kommen. Doch ich wiederhole, der erste Schritt muss das Ende der Gewalt sein, um humanitäre Hilfe zu ermöglichen.“ (rv)

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„Dubia“ zu Amoris Laetitia: Kardinäle bitten Papst Franziskus um eine Audienz

Donnerstag 22. Juni 2017 von VH


VATIKANSTADT – Die Kardinäle, die Papst Franziskus gebeten hatten, einige offene Fragen zu beantworten, die sie als „Dubia“ (Zweifel) bezüglich des Apostolischen Schreibens Amoris Laetitia formulierten, haben nun ihre Bitte öffentlich gemacht, der Heilige Vater möge ihnen eine Audienz gewähren und mit ihnen persönlich dieses Thema besprechen. Der Grund: Auch auf das Bittschreiben um eine Audienz haben sie bislang keine Antwort erhalten.

Das gab am Montag, den 19. Juni, der Vatikanist Edward Pentin in der Zeitung „National Catholic Register“ bekannt, in der er den vollständigen Text des Briefes veröffentlichte, den die Kardinäle an den Papst geschickt hatten.

Der Brief ist datiert auf den 25. April und unterzeichnet vom italienischen Kardinal Carlo Cafarra, der erklärte, er habe ihn in seinem Namen und im Namen der deutschen Kardinäle Walter Brandmüller und Joachim Meisner sowie des amerikanischen Kardinals Raymond Burke an den Heiligen Vater geschickt.

Bei den „Dubia“ oder Zweifeln der Kardinäle handelt es sich um fünf Fragen, bei denen es unter anderem um die Möglichkeit geht, ob etwa wiederverheiratete Geschiedene die Kommunion empfangen können.

„Respektvoll und demütig“: Bitte um Audienz

Kardinal Cafarra erklärte, dass die Kardinäle in dem verfassten Brief an den Papst ihre „absolute Hingabe und vorbehaltlose Liebe für den Stuhl Petri und seine ehrwürdige Person erneuern, in der wir den Nachfolger Petri und den Stellvertreter Christi erkennen.“

„Wir teilen nicht in geringster Weise die Haltung jener, die den Stuhl Petri als vakant ansehen, noch jener, die anderen die unteilbare Verantwortung des Auftrags Petri attribuieren wollen. Uns bewegt allein das Bewusstsein der große Verantwortung des Kardinalsamtes: Ratgeber des Nachfolgers Petri in seinem erhabenen Dienst zu sein“, heißt es weiter.

Der Kardinal erläutert: „Wir haben die Entscheidung getroffen, respektvoll und demütig um eine Audienz zu bitten“, nachdem wir auf die am 19. September 2016 bei der Kongregation für die Glaubenslehre eingereichten Zweifel „von Seiner Heiligkeit keine Antwort erhalten hatten.“

Seit der Veröffentlichung des Apostolischen Schreibens Amoris Laetitia am 19. März 2016 „gab es Interpretationen offensichtlich mehrdeutiger Passagen des nachsynodalen Schreibens, die nicht nur vom ständigen Lehramt der Kirche abweichen, sondern in Gegensatz zu ihm stehen“, schrieb Kardinal Cafarra.

„Was in Deutschland erlaubt, in Polen verboten“

Der emeritierte Erzbischof von Bologna präzisiert, dass – obwohl Kardinal Gerhard Müller, Präfekt der Kongregation für die Glaubenslehre wiederholt gesagt hatte, die Lehre der Kirche habe sich nicht geändert – „zahlreiche Erklärungen von Bischöfen, Kardinälen und sogar Bischofskonferenzen abgegeben worden sind, die anerkennen, was die Kirche nie anerkannt hat.“

„Nicht nur den Empfang der heiligen Kommunion für jene, die objektiv und öffentlich in einer Situation schwerer Sünde leben und darin weiterleben wollen, sondern auch eine Sichtweise des moralischen Gewissens, die der Tradition der Kirche widerspricht“, fügt er hinzu.

Auf diese Weise, mahnt er, passiert es, dass „das, was in Polen Sünde ist, in Deutschland in Ordnung ist; dass das, was im Erzbistum Philadelphia verboten wird, auf Malta erlaubt ist. Und so weiter. Es kommt einem die bittere Bemerkung Blaise Pascals in den Sinn: ‚Was diesseits der Pyrenäen Wahrheit ist, ist jenseits Irrtum‘, auf der linken Seite des Flusses Gerechtigkeit, auf der rechten Unrecht.“

Der kirchliche Würdenträger betont, dass viele Laien, die „die Kirche zutiefst lieben und dem Heiligen Stuhl gegenüber sehr loyal sind, sich an ihre Hirten und an Eurer Heiligkeit gewandt haben, um in der Heiligen Lehre bestärkt zu werden, die die drei Sakramente der Ehe, der Buße und der Eucharistie betrifft.“

Der Brief schließt: „Angesichts dieser ernsten Situation, in der viele christliche Gemeinden geteilt sind, spüren wir die Last unserer Verantwortung und unser Gewissen verpflichtet uns, respektvoll und demütig eine Audienz bei Ihnen zu erbitten.“ (CNA Deutsch)

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Papst spendet 460.000 Euro für Hilfe im Südsudan

Donnerstag 22. Juni 2017 von VH


Mit einem Besuch klappt es vorerst nicht, doch ein Zeichen der Verbundenheit sendet Papst Franziskus dennoch nach Südsudan: Eine Spende von 460.000 Euro für die Nothilfe im Land wurde aus dem Vatikan auf den Weg gebracht. Das kündigte der vatikanische Verantwortliche für Frieden und Flüchtlinge, Kardinal Peter Turkson, an diesem Mittwoch bei einer Pressekonferenz an. Konkret sollen mit diesen Geldern zwei Krankenhäuser, eine Schule und Werkzeuge für Bauern bezahlt werden. Turkson ist Präfekt des von Franziskus im Zuge der Kurienreform gegründeten Dikasteriums für die Ganzheitliche Entwicklung des Menschen.

Zur Erinnerung: Papst Franziskus hatte im vergangenen Oktober den Wunsch geäußert, den Südsudan zu besuchen. Wie vor Kurzem bekannt wurde, werde dies in diesem Jahr nicht mehr möglich sein. „Da der Heilige Vater nicht dorthin reisen kann, wollte er jedoch etwas Konkretes für das Land unternehmen, um den leidenden Menschen dort beizustehen und die Nähe der Kirche zu bekunden“, so Kardinal Turkson. Aufgrund des aktuellen Konflikts hungerten 7,3 Millionen Menschen, mehr als die Hälfte der Bevölkerung.

Die beiden Krankenhäuser, die finanziell unterstützt werden, werden von den Comboni-Missionaren geleitet. Die Schulen hingegen werden von der Hilfsorganisation „Solidarität mit dem Südsudan“ geführt und die landwirtschaftliche Projekte werden von der vatikanischen Caritas-Stiftung gefördert.

Kein zweites Darfur

Der Generalsekretär von Caritas Internationalis, Michel Roy, war ebenfalls bei der Pressekonferenz im Vatikan dabei. Er betonte, dass die von der UNO ausgerufenen Hilfsprojekte für den Südsudan erst zur Hälfte finanziert worden seien. Da sei ein Verweis auf das nördlich gelegene Darfur unumgänglich, so Roy. Dort leide bereits seit 13 Jahren die Bevölkerung unter einem Konflikt. Der Südsudan dürfe deshalb nicht ein zweites Darfur werden, sagte Roy. (rv)

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Papst Franziskus reist 2018 nach Chile und Peru

Mittwoch 21. Juni 2017 von VH


Papst Franziskus wird 2018 nach Chile und Peru reisen. Wie der Vatikan an diesem Montag bekannt gab, komme der lateinamerikanische Papst auf Einladung der jeweiligen Staatsoberhäupter und Bischofskonferenzen. Den Angaben nach wird er vom 15. bis zum 18. Januar Chile bereisen, auf dem Programm steht ein Besuch der Städte Santiago de Chile, Temuco und Iquique. Direkt im Anschluss geht es nach Peru, wo er bis zum 21. Januar Lima, Puerto Maldonado und Trujillo besuchen wird. Ein detailliertes Reiseprogramm ist noch in Arbeit.

Es handelt sich um die sechste Lateinamerikareise des Papstes. Im Jahr 2013 war er zum Weltjugendtag in Brasilien, 2015 bereiste er Ecuador, Bolivien und Paraguay sowie in einer zweiten Reise Kuba. Im Jahr 2016 war er in Mexiko, während für September 2017 eine Kolumbienreise geplant ist. Sein Heimatland Argentinien wartet nach wie vor auf einen Besuch von Papst Franziskus. (rv)

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„Anschlag auf den Sonntag“: Bischof Voderholzer fordert Schutz des Tags des Herrn

Montag 19. Juni 2017 von VH


REGENSBURG – Es ist der Tag des Herrn, nicht des Einkaufens, und muss als solcher besser geschützt werden: Das hat Bischof Rudolf Voderholzer gefordert.

Der Sonntag sehe sich immer wieder den Begehrlichkeiten von Industrie und Handel ausgesetzt, betonte Bischof Voderholzer bei der heutigen Eröffnung der Wolfgangswoche in der Basilika St. Emmeram in Regensburg.

Die neueste Forderung laute, nicht nur vier, sondern zehn verkaufsoffene Sonntage zu genehmigen. „Ich weise diesen erneuten Anschlag auf den Sonntag zurück. Eine weitere Aushöhlung des Sonntags kann nicht mehr hingenommen werden“, so der Regensburger Bischof.

Sonntag ist als Kulturgut über alle Maßen schützenswert

Es gebe, so Bischof Voderholzer, schon genügend Menschen, die für den Sonntag arbeiten. In der Gastronomie, im Nahverkehr, auch in der Kirche. Jeder Euro könne nur einmal ausgegeben werden. Was man am Sonntag ausgeben würde, könne man am Montag nicht mehr ausgeben und auch nicht am Donnerstag.

Wenn jeder einzelne sich die Rahmenbedingungen seiner Freizeitgestaltung selber schaffe, gäbe es bald keine gemeinsamen Aktionsmöglichkeiten mehr.

Gerade auch als überindividuelle Institution ermögliche der Sonntag, als gemeinsamer Feiertag auch eine Fülle gemeinschaftsstiftender Aktivitäten. Deshalb sei der Sonntag – noch weit über das kirchliche Anliegen hinaus – auch als Kulturgut höchsten Ranges, als soziale Einrichtung, über die Maßen schützenswert gegenüber allen ökonomischen Verrechnungs- und Vereinnahmungsversuchen, betont Bischof Rudolf Voderholzer.

Vernachlässigung des Sonntags zerstört den Glauben

„Gerne verbünde ich mich bei diesem Anliegen auch mit nicht-kirchlichen Organisationen und Institutionen zur ‚Allianz für den Sonntag‘, die den arbeitsfreien Sonntag auch aus rein menschlichen Gründen verteidigen und schützen“, hebt Bischof Voderholzer hervor. Aus kirchlicher Sicht, so der Bischof, sei der Sonntag zwar nicht der einzige Tag der Woche. Der Glaube, der vor allem aber am Sonntag gefeiert werde, müsse sich am Montag bewähren, müsse ausstrahlen in die Woche hinein und das alltägliche werktägliche Leben bestimmen.

Das Salz des Sonntags müsse den Montag und all seine Lebensbereiche würzen. Dort wo der Sonntag vernachlässigt werde, wo die gottesdienstliche Versammlung, das Hören des Gotteswortes und die Feier von Tod und Auferstehung Jesu Christi ausfallen, verdorre der Glaube, verkümmere die Hoffnung und erlahme schließlich auch die Liebe.

Die Wolfgangswoche

Der heilige Bischof Wolfgang starb am 31.10.994. Er ist der 13. Oberhirte der Diözese Regensburg und der erste Bistumspatron. Zur Eröffnung der Wolfganswoche wird der Schrein mit den Gebeinen des Heiligen in einer Prozession aus der Wolfgangskrypta in die Basilika übertragen. Bis zum 24. Juni werden heuer täglich Gottesdienste zu Ehren des Bistumspatrons gefeiert. Höhepunkt bildet die Priesterweihe im Dom St. Peter (Beginn 08:30 Uhr) am letzten Tag der Wolfgangswoche. (CNA Deutsch)

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Geraubtes Gehirn wieder aufgetaucht: Gestohlene Reliquie Don Boscos gefunden

Freitag 16. Juni 2017 von VH


ROM – Die Reliquien des heiligen Don Bosco sind zurück: Der Schrein mit der Reliquie, die am vergangenen 3. Juni gestohlen worden war, wurde von der Polizei des Einsatzkommandos der Provinz Asti (Italien) wiedergefunden, wie die örtliche Staatsanwaltschaft meldete.

Der Schrein enthält das Gehirn des Gründers der Kongregation der Salesianer und wurde aus der Basilika entwendet, die sich im Ortsteil Colle Don Boscos (im Städtchen Castelnuovo Don Bosco in der Provinz Asti) befindet, in dem Don Bosco geboren wurde.

Die italienische Presse berichtete, dass der Beschuldigte eine 42-jährige vorbestrafte Person aus Cuneo und derzeit wohnhaft in Pirenolo (Turin) sei. Der Verdächtige wurde von der Polizei festgenommen.

Der Mann gab an, die Reliquie gestohlen zu haben, um sie weiterzuverkaufen, da er glaubte, sie sei aus echtem Gold.

Bevor er den Raub durchführte, hatte er sich am Abend des 2. Juni in die Basilika in Castelnuovo Don Bosco begeben, um sich umzusehen und den Diebstahl vorzubereiten.

Pater Enrico Stasi, Oberer der Salesianer Piemonts und des Aostatals dankte „der Justiz, den Polizisten und allen, die zum positiven Ausgang dieses unangenehmen Zwischenfalls beigetragen haben.“

„Das ist ein großer Trost für die Salesianer, die Kirche von Turin und viele Freunde Don Boscos in aller Welt, die uns in dieser Zeit nahe waren“ erklärte er über die Nachrichtenagentur der Salesianer.

Er versicherte, das „Auffinden und die Rückkehr der Reliquie an ihren ursprünglichen Ort ist für uns und für die Gläubigen ein weiteres Zeichen des Wohlwollens und des Segens Don Boscos für all jene, die seinen Geist auf der ganzen Welt lebendig halten.“ (CNA Deutsch)

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Keine Entscheidung für die falsche Richtung

Freitag 16. Juni 2017 von VH


Ein Kommentar zur Diskussion über die Änderungen bei der Päpstlichen Akademie für das Leben.

Die Ernennung der ordentlichen Mitglieder der neuen Päpstlichen Akademie für das Leben durch Papst Franziskus am vergangenen Dienstag hat zu Gerüchten geführt. So wurde behauptet, Papst Franziskus habe die „Lebensschützer“ aus der Akademie entfernt und auch die Satzung geändert, um damit das Erbe des heiligen Papst Johannes Pauls II. zu verraten. Außerdem seien zwielichtige neue Mitglieder ernannt worden. Die Wahrheit ist viel weniger spektakulär.

Wie aus gut unterrichteten Kreisen zuverlässig zu erfahren ist, gab es schon vor der Wahl von Papst Franziskus Pläne, die Satzung zu ändern und die ordentlichen Mitglieder nur noch für fünf Jahre zu bestellen, außerdem war vorgesehen, der Akademie einen mehr akademischen Charakter zu geben.

Papst Johannes Paul II. hatte bei der Gründung der Akademie 1994 sowohl Wissenschaftler als auch Aktivisten ernannt, die sich für den Lebensschutz engagieren. Das hatte in den vergangenen Jahren zunehmend zu Spannungen innerhalb der Akademie geführt. Deswegen war daran gedacht worden, künftig eher Wissenschaftler in die Akademie zu berufen. Diese Überlegungen waren, wie es heißt, bereits im Pontifikat von Papst Benedikt weit fortgeschritten, konnten dann aber durch den Rücktritt des Papstes nicht umgesetzt werden. Durch die von Papst Franziskus eingeleitete Kurienreform verzögerte sich die Reform der Akademie zunächst.

Was offenbar jetzt hinzukam, war die Entscheidung für die Aufnahme auch nichtkatholischer Mitglieder. Dies hatte Papst Johannes Paul II. schon für die Päpstliche Akademie der Wissenschaften befürwortet, in die er unter anderem die bekennenden Atheisten Stephen Hawking und Wolf Singer aufnahm, so dass mitunter sogar die Klage aufkam, Katholiken würden bei der Aufnahme in diese Päpstliche Akademie benachteiligt.

So weit geht die Reform der Päpstlichen Akademie für das Leben jetzt nicht. Fast alle Mitglieder sind katholisch, 24 der jetzt ernannten 50 Mitglieder wurden bereits unter Papst Johannes Paul II. ernannt, 10 unter Papst Benedikt XVI. Damit sind nur 16 der Mitglieder Neu-Ernennungen von Papst Franziskus. Das wird für Kontinuität sorgen. So ist das einzige deutsche Mitglied, der Psychiater und Theologe Manfred Lütz, der 2003 im Auftrag von Kardinal Ratzinger im Vatikan einen Kongress zur Missbrauchsfrage organisierte, noch von Papst Johannes Paul II. nicht nur zum ordentlichen Mitglied ernannt, sondern auch ins Direktorium der Akademie berufen worden. Von einer Abkehr der Akademie vom Erbe Papst Johannes Pauls II. kann also keine Rede sein.

Besonderes Aufsehen erregte die Ernennung eines Juden, eines Moslem, eines griechisch Orthodoxen, eines Anglikaners und eines japanischen Nobelpreisträgers. Dabei war klar, dass diese Nichtkatholiken nicht in allem katholische Überzeugungen vertreten.

Es wird sich zeigen müssen, ob zum Beispiel die Tatsache zu Irritationen führen wird, dass der Oxforder anglikanische Moraltheologe Niggel Biggar zwar in der Euthanasiefrage und bei der zur Zeit international heftig diskutierten Debatte um den ärztlich assistierten Suizid offenbar voll der katholischen Lehre entspricht, aber in der Abtreibungsfrage eine abweichende Meinung vertritt.

Dabei darf allerdings ohnehin kein Mitglied der Akademie im Namen der Akademie sprechen. Bei den hauptamtlichen Mitarbeitern der Akademie hat sich aber seit Papst Benedikt nichts Wesentliches geändert, es gab vor allem eine Änderung in der Präsidentschaft. Kurz vor Erreichen des achtzigsten Lebensjahres wurde Bischof Ignacio Carrasco de Paula durch Erzbischof Paglia ersetzt.

Dass die nicht wieder ernannten Mitglieder nun enttäuscht sind, ist verständlich, dass manche von ihnen aus ihrer eigenen Nichternennung eine Richtungsentscheidung des Papstes machen wollen und zwar eine Entscheidung für die falsche Richtung, geben die Fakten nicht her. (CNA Deutsch)

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Antikorruptionsforum im Vatikan: Mentalitätswechsel nötig

Freitag 16. Juni 2017 von VH


Von Papst Franziskus gewollt, von seinen Kurienmitarbeitern unterstützt und von vielen Experten und Politikern mitgetragen: in den Vatikanischen Gärten ist am Donnerstagnachmittag eine Konferenz zum Thema Antikorruption zu Ende gegangen. Wir haben dazu mit einem der Mitorganisatoren gesprochen: Erzbischof Silvano Maria Tomasi war jahrelang Vatikanvertreter bei der UNO in Genf, seit einigen Wochen ist er Sekretär im neugeschaffenen päpstlichen Dikasterium für die ganzheitliche Entwicklung des Menschen.

„Uns ging es darum, die Öffentliche Meinung für das Thema zu sensibilisieren. Es geht in erster Linie darum, konkrete Schritte zu suchen, die dazu dienen, politische und gesetzliche Rahmen zu erstellen, um Korruption zu unterbinden. Wir dürfen nicht übersehen, dass die Korruption wie ein Holzwurm ist, der sich durchfrisst und die Entwicklung einer ganzen Gesellschaft zerstören kann. Davon betroffen sind sowohl arme als auch reiche Länder.“

Dass Korruption wie eine Krankheit sei, müsse man ebenfalls berücksichtigen, so Erzbischof Tomasi weiter.

„Die Korruption zerstört das Verhältnis zwischen Institutionen und zwischen Menschen. Auf was wir setzen ist deshalb ein Mentalitätswechsel, also die Schaffung einer Kultur, die Korruption bekämpft und sich um das Allgemeinwohl kümmert.“ (rv)

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Kardinal Turkson fordert UNO-Reform

Freitag 16. Juni 2017 von VH


Der Vatikanverantwortliche für Frieden und ganzheitliche Entwicklung, Kardinal Peter Turkson, fordert eine umfassende UNO-Reform. Im Gespräch mit einer italienischen Zeitschrift erklärte er, eine Stärkung der UNO sei „unerlässlich“, um die „positiven Effekte der Globalisierung zu verstärken“ und die negativen einzudämmen. Außer einer Vollversammlung, die die Staaten repräsentiere, brauche eine erneuerte UNO aus seiner Sicht auch eine weitere „Versammlung“, in der die Zivilgesellschaft, „also transnationale Sozialverbände“, vertreten sei.

Der afrikanische Kurienkardinal verwies auf die weltweite Migration, um die Dringlichkeit einer UNO-Reform zu verdeutlichen. Wenn man Schätzungen der Weltbank und Statistiken über Binnenmigration innerhalb von Staaten zugrunde lege, komme man zu dem Schluss, dass mehr als eine Milliarde von Menschen heute Migranten seien, „also einer von sieben Erdbewohnern“. Turkson wörtlich: „Migration ist heute ein globales Phänomen und muss von supranationalen Organismen angegangen werden.“

Turkson warnte westliche Länder vor „einer emotionellen Lektüre des Phänomens“, vor „identitärem Abkapseln“ oder einer „neurotischen Suche nach Sicherheitspolitiken“. Schließlich würden 85 Prozent aller Asylbewerber heutzutage „von den ärmsten bzw. von den Entwicklungsländern aufgenommen“.

Scharf kritisierte Kardinal Turkson die Höhe der Militärausgaben in vielen entwickelten Ländern: Sie seien mitverantwortlich für die Konflikte und Kriege und überstiegen außerdem bei weitem die geleistete Entwicklungshilfe. „Wenn wir ehrlicher wären, dann würde uns klar werden: Man kann nicht Länder durch eine Invasion destabilisieren, den Waffenhandel fördern, Ungerechtigkeiten zulassen, die ganze Bevölkerungen demütigen, im Handel ungerechte Regeln durchsetzen – und sich dann beschweren, dass es zu viele Asylbewerber und Einwanderer gibt!“

Turkson beklagte auch den „Totentanz rund um die Atombombe“ und sprach sich für einen internationalen Vertrag zum Verbot von Atomwaffen aus. Eine entsprechende Initiative werde bereits von mehr als hundert Staaten unterstützt. Es sei eine „schwerwiegende Anomalie“, dass alle Massenvernichtungswaffen durch internationale Konventionen geächtet würden – mit Ausnahme von Atomwaffen. (rv)

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