602 Millionen Euro für Projekte in aller Welt im Jahr 2017

Jahresbericht mit Schwerpunkt Religionsfreiheit – Kritik unter anderem an Staaten und Kirche in Mittel- und Osteuropa.

BONN- Deutsche Bistümer, Hilfswerke und Missionsorden haben im Jahr 2017 pastorale und soziale Projekte weltweit mit 602 Millionen Euro gefördert. Im dazu veröffentlichten Jahresbericht wird unter anderem die Kirche und Staaten in Ost- und Mitteleuropa vorgeworfen, Religionsfreiheit noch lernen zu müssen.

Die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) veröffentlichte für die “Konferenz Weltkirche” den Jahresbericht (PDF), in dem der Zusammenschluss der international tätigen katholischen Einrichtungen in Deutschland nicht nur über seine Arbeit berichtet, sondern auch mehrere Kapitel über Religionsfreiheit beisteuert, dem Schwerpunktthema des Berichts.

Beispiele aus dem Irak, Vietnam und anderen Regionen werden geschildert. Sie sollen zeigen, auf welche Weise das individuelle Recht des Menschen auf Religionsfreiheit missbraucht und verletzt wird.

Ein eigener Abschnitt, der sich kritisch mit Mittel- und Osteuropa auseinandersetzt, dürfte jedoch nicht nur Christen in den deutschen Nachbarländern Aufmerksamkeit erregen.

Der Autor erklärt darin unter anderem, dass Staaten wie Ungarn offenbar Religionsfreiheit noch lernen müssen angesichts dessen Religionsgesetzes von 2011. Auch die Kirche selber habe noch zu lernen, dass sie “in einer zunehmend pluralistischen Gesellschaft” sie “ein Akteur unter vielen” sei, heißt es dort.

Dazu wird ein Beispiel aus Kroatien herangezogen, wo sich 2017 Katholiken – darunter Bischöfe – gegen Aufführungen eines Regisseurs aussprachen, der einen Schauspieler, der Jesus Christus darstellt, unter anderem von einem Kreuz aus Plastik-Kanister steigen und eine Muslima vergewaltigen lässt.

Dazu der Bericht der “Konferenz Weltkirche”:

“Mit Forderungen nach einem Rechtsschutz gegen Diffamierung laufen Kirchenvertreter jedoch Gefahr zu verkennen, dass es erstens neben der ‘positiven’ Religionsfreiheit auch die ‘negative’ Religionsfreiheit gibt – also das Recht, sich religiös nicht zu interessieren und keiner Glaubensgemeinschaft angehören zu wollen”.

Kirchensteuer, staatliche Gelder, Spenden

Das Ergebnis des Vorjahres 2016 wurde damit noch einmal um zwei Millionen Euro übertroffen, so die Mitteilung.

Zur Summe von 602 Millionen Euro kommen die Aufwendungen für Verwaltung und Öffentlichkeitsarbeit hinzu, die im Jahresbericht gesondert ausgewiesen werden.

Die Einnahmen setzen sich vor allem aus der Kirchensteuer und staatlichen Zuwendungen, Spenden und Sammlungen zusammen.

Nicht erfassen lasse sich das Engagement vieler Pfarrgemeinden, katholischer Verbände und Schulen, das die Projektarbeit der großen weltkirchlichen Akteure mit vielen Initiativen zugunsten lokaler Partner in aller Welt ergänzt, so die Mitteilung.

Hintergrund

Der “Konferenz Weltkirche” gehören Vertreter der Deutschen Bischofskonferenz, der 27 Bistümer, der Deutschen Ordensobernkonferenz, der weltkirchlichen Werke, der Verbände und anderer Einrichtungen in Deutschland an. Der Jahresbericht bietet neben dem Themenschwerpunkt und dem Statistikteil einen inhaltlichen Überblick über die Arbeit der beteiligten Organisationen. (CNA Deutsch)

Florian Ripka wird Interims-Geschäftsführer bei “Kirche in Not” Deutschland

MÜNCHEN – Florian Ripka führt ab dem heutigen 16. Juli als Interims-Geschäftsführer die Geschäfte der deutschen Sektion des Hilfswerks “Kirche in Not”.

Der 42-Jährige leitet “Kirche in Not Ostpriesterhilfe Deutschland e.V.”, die deutsche Sektion der internationalen Päpstlichen Stiftung “Aid to the Church in Need” (ACN), zunächst bis zur Neuwahl eines neuen Vorstandsvorsitzenden im Herbst 2018 aus, die durch den Rückzug des Eichstätter Bischofs Gregor Maria Hanke vom Vorsitz des Vereins erforderlich wurde.

“Kirche in Not” Deutschland wird derzeit vom alleinvertretungsberechtigten Vorstandsmitglied Josef Dohrenbusch geführt.

Ripka arbeitet seit über elf Jahren bei “Kirche in Not”: Er begann 2007 als Assistent des damaligen Geschäftsführers Klaus Wundlechner. Der Diplomkaufmann leitete zunächst den Vertrieb der religiösen Schriften des Hilfswerks und unterstützte die Geschäftsführung in betriebswirtschaftlichen Fragen. Im Jahr 2012 wurde er zum Stellvertreter von Geschäftsführerin Karin Maria Fenbert berufen. Schwerpunkte von Ripkas Tätigkeit waren neben den betriebswirtschaftlichen Abläufen auch der Kontakt zu den Wohltätern von “Kirche in Not”, die Neuspendergewinnung und die inhaltliche Mitwirkung bei allen Schwerpunkten des Hilfswerks von der Hilfe für verfolgte und notleidende Christen weltweit bis hin zur Neuevangelisierung in Deutschland.

Florian Ripka, dessen familiäre Wurzeln im Sudetenland liegen, hat nach einer Banklehre Betriebswirtschaft in Regensburg und im italienischen Pavia studiert und ist Vater von vier Kindern.

Zum Geschäftsführerwechsel sagte Dr. Dohrenbusch: “Wir sind dankbar, dass wir mit Herrn Ripka einen langjährigen und erfahrenen Mitarbeiter für diese verantwortungsvolle Aufgabe gewinnen konnten. Er kennt das Hilfswerk wie seine Westentasche.” Mit Ripka sei sichergestellt, dass die Arbeit für die verfolgte und bedrängte Kirche in über 140 Ländern und die Evangelisierungsarbeit reibungslos weiterlaufen. “Seine Person bürgt für Kontinuität im Hinblick auf die erfolgreiche Arbeit des Hilfswerkes in den letzten Jahren, für die wir Bischof Hanke und der bisherigen Geschäftsführerin Karin Maria Fenbert von Herzen danken.” (CNA Deutsch)

Franziskus: Alle Christen sind zur Mission aufgerufen

VATIKANSTADT – Ein Aufruf zur Mission durch alle getauften Christen beim Angelus-Gebet: Papst Franziskus hat daran erinnert, dass alle Gläubigen berufen sind, die Frohe Botschaft zu verkünden und vorzuleben.

Dazu sollen sie sich einfachster Mittel bedienen, wie die Apostel und großen Heiligen – nicht wie Beamte und Bürokraten, so Franziskus.

Nicht im eigenen Auftrag, sondern “als Gesandter der Kirche, die von Christus selbst ein Mandat bekommen hat” sind alle Getauften – nicht nur etwa Priester – zur Verkündigung berufen, so der Pontifex beim traditionellen Mittagsgebet auf dem Petersplatz.

Missionierung statt Beamte und Bürokratie

Was nicht funktioniere, betonte der Papst, sei als “Beamte oder Unternehmer” zu agieren, oder in Gremien, Strukturen und Konferenzen zu agieren. Missionierung, unterstrich der Papst, gelinge so, wie die Jünger auf Weisung des Herrn vorgingen: Mit wenig “Ausrüstung” hinaus zu ziehen und den Glauben zu verkünden, betonte Franziskus. Dies sei die rechte “Armut der Mittel”:

“Der Meister will sie frei und leicht, ohne Stützen und ohne Privilegien, sicher nur in der Liebe dessen, der sie sendet, stark nur in seinem Wort, das sie verkünden. Stock und Sandalen sind ihre Ausrüstung – so sind die Botschafter des Reiches Gottes: keine allmächtigen Manager, keine unkündbaren Beamten, keine Stars auf Tournee.”

Als Vorbild nannte der Papst den heiligen Philipp Neri, den heiligen Benedikt Joseph Labre. Dieser war kein Beamter oder Manager, so Franziskus, sondern “ein demütiger Arbeiter im Reich Gottes”. Als solcher ist ein Christ auch in der Lage, mit Zurückweisung und Desinteresse umzugehen, wie es Jesus den Jüngern in der Tageslesung aus der Heiligen Schrift erklärt – und selber vorlebte, so Franziskus.

“Dass Jesus zurückgewiesen und gekreuzigt wurde, nimmt das Schicksal seines Boten vorweg. Nur wenn wir mit ihm, dem Gestorbenen und Auferstandenen, vereint sind, können wir den Mut zum Evangelisieren finden.”


(CNA Deutsch)

4 Kardinäle aus Burma Irak, Madagaskar und Papua-Neuguinea leiten Jugendsynode

VATIKANSTADT – Papst Franziskus hat vier Kardinäle zu Leitern der Jugendsynode ernannt, die im Oktober in Rom stattfindet.

Dabei handelt es sich um:

Kardinal Louis Raphaël I Sako, Patriarch der Chaldäisch-Katholischen Kirche (Irak)

Kardinal Charles Maung Bo, Erzbischof von Yangon (Burma)

Kardinal John Ribat, Erzbischof von Port Moresby (Papua-Neuguinea)

Kardinal Désiré Tsarahazana, Erzbischof von Toamasina (Madagaskar)

Im Auftrag des Pontifex fungieren die “delegierten Präsidenten”, so der offizielle Titel, beim Bischofstreffen, das für den 3. bis 28. Oktober 2018 anberaumt ist.

Der offizielle Titel der kommenden Synode ist “Jugend, Glaube und Unterscheidung der Berufung”. Ein Hinweis darauf, was die zentralen Themen sind, zeigt eine Analyse des Mitte Juni vorgelegten “Arbeitspapiers”: Dieses widmet sich Fragen der Sexualität, besonders den Themen Homosexualität und Gender, aber auch Verhütung, Abtreibung – und den Herausforderungen der biomedizinischen Ethik im 21. Jahrhundert. (CNA Deutsch)

Nach Vertuschungsurteil: Bischof fordert Adelaides Oberhirten zum Rücktritt auf

MELBOURNE – Erzbischof Philip Wilson von Adelaide soll von seinem Amt zurücktreten: Das hat Medienberichten zufolge sein Amtsbruder Peter Comensoli gefordert, der angehende Erzbischof Melbournes.

Der 54 Jahre alte Comensoli – bislang Bischof von Broken Bay – betonte, er sage öffentlich, wozu er und andere Bischöfe Wilson privat ebenfalls bereits geraten hätten. In einem Interview mit dem Rundfunksender ABC sagte der angehende Oberhirte der größten Diözese Australiens weiter:

“Philip Wilson hat sich entschieden, nicht seinen Rücktritt anzubieten, und hat zurecht darauf hingewiesen, dass er ein Recht darauf habe, Berufung einzulegen, was er auch getan hat. Aber bei alledem gibt es auch die Frage, was gut für das Volk Gottes ist unter diesen Umständen, und ganz besonders, was gut wäre für die Menschen in der Erzdiözese Adelaide.”

Wie CNA Deutsch berichtete, hat ein Gericht in Neusüdwales Erzbischof Wilson für schuldig befunden, einen von einem anderen Priester verübten Missbrauch in den 1970er Jahren nicht gemeldet zu haben.

Erzbischof Wilson, der bislang sein Amt ruhen läßt, hat angekündigt, in Berufung gegen die Verurteilung zu gehen wollen, die mit einem Jahr Haftstrafe oder Hausarrest vergolten werden soll.

Indessen hat Papst Franziskus den Bischof von Port Pirie zum Administrator Adelaides ernannt, wie CNA Deutsch meldete.

Wie Comensoli im Interview mit der ABC betont, haben australische Amtsbrüder letztlich keine Handhabe in der Frage: Ein Bischof werde vom Papst eingesetzt und dieser habe auch die Jurisdiktion und Möglichkeit, in dieses Amtes wieder zu entheben, so der Nachfolger von Erzbischof Denis Hart in Melbourne, der mit 77 Jahren in den Ruhestand geht. (CNA Deutsch)

Neuer Generaloberer bei der Piusbruderschaft

ECÔNE – Das Generalkapitel der Priesterbruderschaft St. Pius X. hat Pater Davide Pagliarani für zwölf Jahre zum neuen Generaloberen gewählt. Das teilte die Piusbruderschaft auf ihrer Webseite mit.

Der neue Generalobere ist 47 Jahre alt und italienischer Staatsbürger. Er empfing im Jahr 1996 aus der Hand seines Vorgängers, Bischof Bernard Fellay, die Priesterweihe. Am heutigen Donnerstagen wurden die beiden neuen Generalassistenten gewählt. Es handelt sich um Bischof Alfonso Galarreta (61) und Pater Christian Bouchacourt (59).

Der neue Generalobere

Bevor er 2012 zum Rektor des Seminars “Maria Miterlöserin” im argentinischen La Reja ernannt wurde, übte Pater Pagliarani das Amt des Distriktoberen für Italien aus. Nach der Annahme der Wahl habe Pater Pagliarani in der Seminarkirche von Ecône das Tridentinische Glaubensbekenntnis und den Antimodernisten-Eid abgelegt, so die Mitteilung weiter. Das Generalkapitel wird bis zum 21. Juli fortgeführt.

Hintergrund

Die 1970 von Erzbischof Marcel Lefebvre gegründete Piusbruderschaft hat nach eigenen Angaben über 600 Priester, die weltweit in knapp 800 Messzentren wirken und auf allen Erdteilen vertreten sind. Die Priestergemeinschaft hat keinen voll anerkannten kanonischen Status. Seit Jahren steht sie immer wieder in Verhandlungen mit dem Vatikan bezüglich einer vollen Anerkennung.

Im Jahr 2009 hob Papst Benedikt XVI. die Exkommunikation der 1988 unerlaubt geweihten Bischöfe auf, die ein Haupthindernis für eine Annäherung gewesen war. Papst Franziskus verfügte im Zuge des Jahres der Barmherzigkeit, dass die Beichte bei Priestern der Bruderschaft erlaubt gehört werden kann; seit März 2017 können Priester der FSSPX auch – mit der Erlaubnis von Franziskus – die Ehe zwischen Gläubigen schließen, die von ihnen pastoral betreut werden. (CNA Deutsch)

Der “neue Benedikt”

Benedikt über Benedikt und die Benedikt-Option: Eine brisante Lektion für heute.

Am heutigen 11. Juli feiert die Kirche den großen Heiligen und Begründer des abendländischen Mönchstums, Benedikt von Nursia. Somit hat auch der Mann Namenstag, der erst spät im Leben diesen angenommen hat: Papst emeritus Benedikt XVI.

Über den Schutzpatron seines Pontifikates sprach der “Theologen-Papst” in seiner Generalaudienz vom 9. April 2008, und erinnerte an ein Zitat seines eigenen heiligen Vorgängers, Papst Gregor dem Großen, aus dem Jahr 592:

“Nicht nur die zahlreichen Wunder des Gottesmannes wurden in der Welt berühmt, sondern auch das Wort seiner Lehre strahlte hell auf”.

Der heilige Benedikt war kaum 50 Jahre zuvor gestorben, erinnerte der Papst aus Bayern die Gläubigen und Pilger, und Gregor der Große skizzierte in seinen “Dialogen” das Leben, das vorbildliche Wirken, auch die Wunder Benedikts: “Er bietet uns also ein Modell des menschlichen Lebens als Aufstieg zum Höhepunkt der Vollkommenheit”, so der Papst an die Menschen heute.

Doch nicht nur der Heilige ist aktueller denn je: Auch seine Zeit ist von brisanter Aktualität.

Wer die Worte von Papst Benedikt XVI. über Benedikt von Nursia hört, wird sofort an die Parallelen zur heutigen Zeit erinnert, wurde doch damals wie heute die Welt “von einer schrecklichen Krise der Werte und Institutionen erschüttert”, die unter anderem durch “das Eindringen der neuen Völker und den Verfall der Sitten verursacht worden war”, so der deutsche Pontifex.

Der “neue Benedikt”

Damit beschreibt der Papst – wohlgemerkt in einer Generalaudienz – in wenigen Worten, aber umso eleganter, eine Parallele, die ja auch das nun auf Deutsch erschienene Buch “Die Benedikt-Option” aufgreift, und welche die existentielle Debatte um die Zukunft des Christentums im säkularisierten Westen trefflich scharf kommentiert. Mehr noch: Benedikt XVI. schlägt, mit der ihm eigenen Brillanz, den Bogen zu einer zweiten, nicht minder brisanten Frage: Der Zukunft eines Europas, das seine eigenen Wurzeln verleugnet.

“In der Tat erwiesen sich das Werk des Heiligen und in besonderer Weise seine »Regel« als Überbringer eines echten geistlichen Sauerteigs, der im Lauf der Jahrhunderte weit über die Grenzen seiner Heimat und seiner Zeit hinaus das Antlitz Europas veränderte, indem er nach dem Zerfall der politischen Einheit, die durch das Römische Reich geschaffen worden war, eine neue geistliche und kulturelle Einheit hervorbrachte, nämlich jene des christlichen Glaubens, den die Völker des Kontinents teilten. Gerade so entstand die Wirklichkeit, die wir »Europa« nennen”.

Der Benedikt der Gegenwart erinnert an den Weg, den der Namensvetter und Schutzpatron aus dem 5. Jahrhundert ging: “Des städtischen Treibens und Lebensstils überdrüssig und getragen vom Wunsch, Gott zu gefallen, zog er sich bald in die Einsamkeit zurück”. Und wieder fällt die Parallele auf: War das nicht auch der Weg des “neuen Benedikts”?

Die Jahre des Eremitenlebens waren, schreibt der Mann, der nun selber als “Eremit von Mater Ecclesiae” zurückgezogen lebt und betet, “für Benedikt eine Zeit der Prüfung, der Reifung und der Überwindung tiefster Versuchungen des Menschseins”. Doch durch sein Wirken habe der damalige Benedikt entscheidenden Einfluß auf die Formung der europäischen Kultur und Zivilisation ausgeübt.

Das Wirken und der Einfluß indessen, den der “neue Benedikt”, Joseph Alois Ratzinger, in unserer Zeit entfaltet: Das wird wohl auch erst im Lauf der kommenden Jahrhunderte voll begriffen und geschätzt werden können. Wer weiß? Vielleicht von einem weiteren Benedikt. Nicht nur unsere Zeit kann einen solchen dringend brauchen.

Anian Christoph Wimmer ist Chefredakteur von CNA Deutsch. (CNA Deutsch)

Bischof Voderholzer: “Angst vor Islamisierung ist kein Hirngespinst”

“Der Westen muss nicht in erster Linie Angst haben vor der Bedrohung von außen, sondern vor der eigenen Glaubensschwäche”.

REGENSBURG – Bischof Rudolf Voderholzer von Regensburg hat den Islam als theologischen “Widerspruch zum Christentum” bezeichnet. Befürchtungen einer Islamisierung seien “nicht ganz unberechtigt”.

In einer Predigt zur Pontifikalmesse im Rahmen der Wallfahrt der Donauschwaben nach Altötting am vergangenen Sonntag sagte der bayerische Oberhirte:

“Viele sehen heute die Gefahr einer drohenden Islamisierung Mitteleuropas, nicht durch kriegerische Eroberung und Besatzung, sondern durch Asylgewährung und Fruchtbarkeit”.

Bischof Voderholzer fuhr fort: “Sie wissen wahrscheinlich, dass ich diese Befürchtungen nicht für ganz unberechtigt oder gar für krankhafte Hirngespinste halte. Der Islam ist von seinem theologischen Wesen her der Widerspruch zum Christentum, und von daher ist kulturell allenfalls ein Nebeneinander möglich”.

Dennoch, betonte der Oberhirte in der vollbesetzten Altöttinger Basilika St. Anna, habe aus seiner Sicht der große Orient-Kenner Peter Scholl-Latour Recht gehabt:

“Der Westen muss nicht in erster Linie Angst haben vor der Bedrohung von außen, liebe Schwestern und Brüder, sondern von innen, vor der eigenen Glaubensschwäche und vor der eigenen Unlust an der Zukunft, die sich auch ausdrückt in einer Unlust an Nachkommenschaft, was von vielen Menschen in den anderen Kontinenten ja nur als eine Einladung verstanden werden kann, zu uns zu kommen und die Lücken zu schließen.”

In seiner Predigt betonte Voderholzer, der eingangs das Schicksal, aber auch den Beitrag vertriebener Donauschwaben und anderer Vertriebener in ihrer alten Heimat wie heute in Deutschland würdigte, dass “zu den Grundlagen des christlichen Europa” das Kreuz gehöre.

“Das Kreuz gehört in den öffentlichen Raum. Und ich sage Ihnen, dass ich es nicht verstehe, wenn der Bayerische Ministerpräsident sogar aus kirchlichen Reihen heraus kritisiert wird, weil er das Anbringen von Kreuzen in öffentlichen staatlichen Räumen angeordnet hat.”

Das Kreuz stehe für die vor-staatlich “religiösen Wurzeln unserer Gesellschaft, unseres Zusammenlebens, für ein Fundament, das sich der Staat nicht geben kann und das er nicht garantieren kann”, unterstrich der Regensburger Bischof.

Freilich werde auf die Dauer auch ein Erlass nicht helfen, “wenn es nicht Menschen gibt, die die Religion des Kreuzes von innen her leben und lieben”, fuhr Voderholzer fort.

In der Nachfolge des Gekreuzigten müsse jeder Christ “die Sensibilität für die Schwachen, die Ausgegrenzten, die Ungeborenen wie die Sterbenden lebendig erhalten und ummünzen in ihr sozial-caritatives Engagement, wie es die Christen immer getan und auf diese Weise unsere Heimat so menschlich und liebenswert gemacht haben”. (CNA Deutsch)

Priester können nicht glaubwürdig auf Ehe vorbereiten: Kardinal Farrell

DUBLIN – Der für Familien und Laien zuständige Kardinal Kevin Farrell hat gesagt, dass Priester nicht die Glaubwürdigkeit und Erfahrung haben, um Paare auf die Ehe vorzubereiten.

In einem Interview mit dem in Irland erscheinenden, katholischen Magazin “Intercom” sagte Kardinal Farrell wörtlich, “Priester sind nicht die geeignetsten Menschen, um andere für die Ehe auszubilden”.

“Sie haben keine Glaubwürdigkeit; sie haben nicht die Erfahrung; sie kennen vielleicht die Moraltheologie, die Dogmatik”, so Farrell weiter. Doch für die Praxis reiche nicht die Theorie.

Es ist nicht das erste Mal, dass der von Papst Franziskus im November 2016 zum Kardinal erhobene Geistliche diese Ansicht äußert: Bereits im September 2017 sagte Farrell auf einer Konferenz in Irland, dass Priester “keine Glaubwürdigkeit haben, wenn es um die gelebte Realität der Ehe” gehe, und deshalb Laien aufgerufen seien, Programme für die Ehevorbereitung zu gestalten und zu organisieren.

Papst Franziskus, der Farrell 2016 zum ersten Präfekten der neu geschaffenen Behörde ernannte, hat selbst immer wieder über die Ehevorbereitung gesprochen, unter anderem in Amoris Laetitia – und betont, dass die Beichte wichtig für die Vorbereitung auf die Ehe ist.

Kevin Farrell wurde in Irland geboren und 1978 als Mitglied der Legionäre Christi zum Priester geweiht. 1989 siedelte er nach Washington (USA) über, und wurde 2002 zum Weihbischof in der gleichnamigen Diözese. Farrell war in dieser Zeit Generalvikar des von Kardinal Theodore McCarrick, mit dem er auch in einem renovierten Pfarrhaus im Kalorama-Viertel Washingtons zusammenlebte.

Im Jahr 2007 wurde Farrell zum Bischof von Dallas ernannt, und im September 2016 machte ihn Papst Franziskus zum ersten Präfekten des neu geschaffenen Dikasteriums für Laien, Familie und Leben. Dieses wurde durch die Auflösung und Zusammenlegung des Päpstlichen Rates für die Laien und des Päpstlichen Rates für die Familie geschaffen, um eine einzelne Behörde für die Herausforderungen der Ehevorbereitung, Familienbildung und der Förderung des Laien-Apostolates zu haben. (CNA Deutsch)

Frankreich/Vatikan: Kardinal Tauran verstorben

Den französischen Kardinal Jean-Louis Pierre Tauran ereilte am Donnerstagnachmittag in Connecticut in den Vereinigten Staaten, wohin er zu einer Therapie gereist war der Tod. Er war seit 2007 Präsident des Päpstlichen Rates für den interreligiösen Dialog und seit 2014 Camerlengo der Heiligen Römischen Kirche.

Tauran war 75 Jahre alt und litt seit Jahren an Parkinson. Papst Johannes Paul II. hatte ihn 2003 in den Kardinalsstand erhoben und verlieh ihm die Diakonie „S. Apollinare alle Terme Nenroniane-Alessandrine“.

Mit seinem Tod umfasst das Kardinalskollegium insgesamt 225 Purpurträger und von diesen sind 124 Kardinäle wahlberechtigt in einem künftigen Konklave. (vh)