Chile: Missbrauchsermittler Scicluna ist erkrankt

Der päpstliche Sonderermittler zu Missbrauchsfällen in Chile musste seine Arbeit ebendort aus gesundheitlichen Gründen unterbrechen.

Er unterzog sich in einer Klinik in der chilenischen Hauptstadt einem Eingriff an der Gallenblase, hieß es auf der Webseite des Erzbistums Malta, das Scicluna leitet. Die Missbrauchs-Ermittlungen übernehme nun auf Anordnung von Papst Franziskus bis auf weiteres der Priester Jordi von der vatikanischen Glaubenskongregation, informierte der Sprecher der chilenischen Bischofskonferenz, Diakon Jaime Coiro. Bertomeu hatte Scicluna als Notar und Übersetzer begleitet. Die Begegnungen mit den mutmaßlichen Missbrauchsopfern gingen weiter wie geplant. (vatican news)

Chile: Sonderermittler spricht mit Zeugen

Erzbischof Charles Scicluna spricht in Santiago de Chile mit Missbrauchsopfern.

Stefan von Kempis – Vatikanstadt.

Der aus Malta stammende Experte für den Umgang mit Missbrauchsfällen ist vom Papst nach Chile geschickt worden. Er soll die Frage klären, ob Bischof Juan Barros Madrid von Osorno in Südchile Mitwisser oder Vertuscher von Missbrauchsfällen war.
Während seiner Chilereise im Januar hatte Papst Franziskus trotz massiver Kritik von Missbrauchs-Überlebenden an Barros festgehalten, da es gegen ihn keine „Beweise“ gebe. Opfer werfen Barros hingegen vor, Fälle von Missbrauch durch den Priester Fernando Karadima in den achtziger Jahren vertuscht zu haben.

Nach Angaben aus Chile traf sich Scicluna zunächst mit mehreren Missbrauchsopfern, darunter James Hamilton, der der Ortskirche von Santiago „Vertuschung“ vorhält. An diesem Mittwoch wollte sich der Erzbischof mit einer Laieninitiative aus Barros‘ Bistum treffen.

Für Unmut hat bei vielen Menschen in Chile zunächst eine Aufforderung der päpstlichen Nuntiatur in Santiago gesorgt. Diese bat alle Personen, die sich mit Erzbischof Scicluna treffen wollten, vorab um eine schriftliche Zusammenfassung ihrer Erklärungen. Doch die chilenische Bischofskonferenz ließ jetzt wissen, die Bitte des Nuntius sei auf einen Vorschlag Sciclunas hin ergangen. Der Erzbischof wolle sich mit diesem Material auf seine Gesprächspartner vorbereiten. (vatican news)

Deutschland: Kardinal Kaspers prophetischer Papst

Laut Kardinal Kasper hat die Amtsführung von Papst Franziskus „etwas prophetisches“. Der fragwürdige Rebell und deutsche Mitstreiter des Papstes gab am Montag der österreichischen Presseagentur kathpress ein Interview, in dem er Franziskus zum Propheten stilisierte und die Ökumene auf Basis des Reformationsjahres der evangelischen Kirche vorantreiben will.

Kasper war und ist ein Verfechter des Chaosdokuments „Amoris laetitia“ und progressives Sprachrohr des Papstes in Deutschland. Von 2001 bis 2010 war er Präsident des päpstlichen Rates zur Förderung der Einheit der Christen in der römischen Kurie und 2013 Teilnehmer des Konklaves in dem Kardinal Jorge Mario Bergoglio zum Papst Franziskus gewählt wurde.

Kaspers prophetischer Papst

Im Interview mit kathpress glorifiziert Kasper die Amtsführung des Papstes und erhebt ihn zum Propheten:

„Die Amtsführung des Papstes habe “etwas Prophetisches“ und er sei der erste nach-konstantinische Papst, weil er nicht aus dem Bereich des alten Römischen Reiches komme, sondern aus der südlichen Hemisphäre. Franziskus gehe es um eine grundsätzliche Neuausrichtung am Evangelium. Wie alle Propheten und Jesus selbst errege der Papst damit Anstoß und werde verkannt“.

Franziskus ist also in den letzten 1700 Jahren der Papstgeschichte etwas Besonderes und das Evangelium benötige eine Neuausrichtung. So die Aussage Kaspers. Zusätzlich betont er, wie verkannt Franziskus werde, und setzt ihn nahezu auf eine Stufe mit Jesus.

Kardinal Kasper, der Anfang nächsten Monats 85 Jahre alt wird, bemüht sich ein Bild der Idealisierung des Papstes zu zeichnen. Wohl um den zunehmenden Widerspruch aus der Weltkirche gegen den Papst, etwas entgegen zusetzen. Kasper Argumentation wird aber noch unglaubwürdiger, wenn er anmerkt:

„Der Papst leite eine neue Epoche der Kirche ein: eine Kirche, im missionarischen Aufbruch, eine arme Kirche für die Armen”.

Kasper propagiert hier eine „arme Kirche“ des Papstes. Wo legt dieser Kardinal eigentlich? Wie utopisch ist dieser Wunschgedanke in der Weltkirche, ja in Deutschland? Weiß Kasper nicht, was derzeit in den Diözesen Eichstätt und Hamburg vorgeht. In Eichstätt stehen fragwürdige Immobiliengeschäfte in den USA, vor allem Texas und Florida, in Höhe von knapp 50 Millionen Euro im Raum. 80 Millionen Euro beträgt der Schuldenstand des Erzbistums Hamburg. Obwohl die Kirchen Einnahmen an Kirchensteuer zu verzeichnen haben wie nie zuvor. Misswirtschaft und dubiose Finanzgeschäfte. Ist das die „arme Kirche“ die Kasper im Namen des Papstes propagiert?

Kaspers Ökumene

Auch zur Ökumene hat sich Kardinal Kasper geäußert:

“Nach dem Reformationsjahr 2017 komme es darauf an, dessen Früchte umzusetzen in konkrete Vereinbarungen und Annäherungen, die Bestand haben. Sonst verfliegt alles wieder”.

Hier liegt Kasper natürlich genau auf der Linie von Papst Franziskus. Er spricht von den „Früchten des Reformationsjahres“. Meint er vielleicht die Lobpreisung des Papstes für den Schismatiker „Martin Luther“? Wofür sich Franziskus den Vorwurf der „Häresie“ eingehandelt hatte und das einzigartig ist in der Kirchengeschichte der letzten 500 Jahre.

Kasper und „viri probati“

Die Idee sogenannte „viri probati“, lebenserfahrene, bewährte und verheiratete Männer zur Priesterweihe zuzulassen, hält Kasper für eine Möglichkeit dem Priestermangel zu begegnen. Hier macht sich Kasper zu einem Wegbereiter der Amazonassynode im Jahr 2019. Bei der das Thema „viri probati“ unter umständen in die katholische Kirche Einzug halten wird.

Kardinal Kasper versucht wieder einmal, dem Papst bei seinen Veränderungen in der Kirche den Weg in Deutschland zu bereiten. Kaspers “Glorifizierung” kann man jedoch durchaus kritisch betrachten. (vh)

Kardinal Marx: Dementi seines Interviews zur „Segnung homosexueller Paare“

Die Reaktionen der Presse zum Radiointerview von Kardinal Marx mit dem BR am 03. Februar waren heftig. Nun dementiert Marx seine Aussagen zur „Segnung homosexueller Paare“ im Interview.

Domradio.de hat hierzu nun Folgendes berichtet:

“Von Segnung homosexueller Paare öffentlich habe ich überhaupt nicht gesprochen”, sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz am Montag im Vorfeld der Bischofsvollversammlung in Ingolstadt. Es gehe vielmehr “um die Begleitung von Homosexuellen, die Christen sein wollen, die für ihr Leben auch Zuspruch suchen”. Die Bischofs-Kommission “Pastorale Aufgaben” sei beauftragt, dieses Thema vorzubereiten”.

Marx betonte, hier gehe es um den pastoralen Weg für diese Menschen und von öffentlicher Segnung der homosexuellen Paare habe er gar nicht gesprochen.

Im BR-Interview am 03. Februar hört sich das allerdings schon etwas anders an. Sein Dementi vor der Bischofsvollversammlung in Ingolstadt sollte wohl Kritiker aus den Reihen des deutschen Episkopats beruhigen.

Auch die Tatsache, es gebe keine Regelungen zu diesem Thema und die Bischofs-Kommission “Pastorale Aufgaben” werde dieses Thema vorbereiten, nährt eher den Eindruck, Marx will aufgrund der Medienkritik den Mantel der Verschwiegenheit über das Thema “Segnung homosexueller Paare” legen.

Der Leiter der Deutschen Bischofskonferenz und Erzbischof von München und Freising sollte doch bitte mal einen Blick in die Heilige Schrift werfen. Das könnte durchaus hilfreich sein, besonders im Bezug auf den Aspekt “Regelungen”, von denen Kardinal Marx behauptet, es gäbe ja keine.

Marx ist hier voll auf der Linie von Papst Franziskus. Er hatte schon vor geraumer Zeit gesagt, dass er Homosexualität nicht verurteilen kann. Außerdem beruft sich Marx auf den Leitspruch “pastoraler Weg” aus dem Chaosdokument “Amoris laetitia”. In den letzten Monaten taucht dieser Leitspruch immer häufiger auf und wird für alles mögliche und unmögliche in der katholischen Kirche missbraucht.

Man muss froh sein, wenn wenigstens ein hoher Würdenträger Kardinal Marx sofort in die Schranken gewiesen hat. Der ehemalige Kurienkardinal Paul Josef Cordes kritisierte Marx mit den Worten:

“Der Münchner Erzbischof habe nicht einmal erwähnt, dass praktizierte Homosexualität immer“ dem Willen Gottes „widerspricht und sein Vorstoß missachtet die eindeutige Offenbarung Gottes“.

Wie lange lassen die deutschen Bischöfe, Kardinal Marx noch seine fragwürdigen, der Kirche schadenden Veränderungsversuche durchgehen? (vh)

 

Papst nimmt Rücktrittgesuch nigerianischen Bischofs an

ABUJA – Papst Franziskus hat den Rücktritt eines nigerianischen Bischofs angenommen, der seit seiner Ernennung vor über fünf Jahren von vielen Priestern abgelehnt wurde.

Im Juni 2017 traf Franziskus persönlich Priester der Diözese Ahiara und ordnete sie an, den Bischof zu akzeptieren, sonst drohe ihnen eine Suspendierung oder Amtsverlust.

Mit dem nun erfolgten Rücktritt von Bischof Peter Okpaleke sagte Franziskus am gestrigen 19. Februar, er werde nichts gegen die Priester von Ahiara unternehmen, das sie sich seitdem reuig gezeigt hätten.

Das Rücktrittschreiben von Bischof Okpaleke wurde am 14. Februar geschickt.

Okpaleke wurde im Dezember 2012 von Benedikt XVI. zum Bischof von Ahiara ernannt. Die Diözese ist jedoch überwiegend bewohnt von Angehörigen der Mbaise, die den nicht zu ihrem Volk gehörenden Okpaleke nicht akzeptierten.

Das Volk der Mbaise gehört zu den katholischsten der ethnischen Gruppen Nigerias. 77 Prozent der 670.000 Bewohner des Bistums sind katholisch. In benachbarten Diözesen liegt der Anteil der Katholiken bei zwischen 19 und 70 Prozent.

Bischof Okpaleke stammt aus dem Staat Anambra. Deren Bewohner, so der Vorwurf der Mbaise, würden oft von der katholischen Hierarchie in Nigeria bevorzugt. Der Vorwurf einer “Rekolonisierung” der Mbaise durch Katholiken aus Anamabra wird immer wieder laut.

Tatsächlich gibt es zahlreiche Berufungen aus dem Volk der Mbaise, sowohl zum Priesterstand als auch Ordensleben. Viele Geistliche aus den Reihen der Mbaise dienen als Missionare in westlichen Ländern. Seit ihrer Gründung im Jahr 1987 hat die Diözese Aharia mindestens 167 Priester geweiht.

Nach seiner Ernennung konnte Okpaleke nicht einmal in der Kathedrale von Aharia zum Bischof geweiht und installiert werden, weil Katholiken vor Ort den Zugang zum Dom blockierten. Die Feierlichkeiten wurden schließlich in eine andere Diözese verlegt.

Im Juli 2013 ernannte Papst Franziskus Kardinal John Onaiyekan von Abuja zum Apostolischen Administrator, um den Konflikt zu beenden; doch die Maßnahme blieb erfolglos.

In seinem Rücktrittschreiben teilt Bischof Okpaleke mit, die Situation in Ahiara habe sich leider nicht verbessert, und bedrohe sein eigenes geistliches Leben.

Die Kongregation für die Evangelisierung der Völker teilte in einem auf den 19. Februar datierten Schreiben mit, sie habe 200 Entschuldigungs- Schreiben aus dem Klerus von Ahiara erhalten, in dem die Priester auch ihre Treue und ihren Gehorsam gegenüber Rom betonen. (CNA Deutsch)

Kardinalskollegium: Neue Kardinäle 2018?

 

Mitte des Jahres sinkt die Zahl der wahlberechtigten Kardinäle auf 114 Purpurträger. Gemäß der apostolischen Konstitution „Universi Dominici Gregis“ von Papst Johannes Paul II. aus dem Jahr 1996 sollte das Kardinalskollegium 120 Papstwähler haben.

Entwicklung der letzten 40 Jahr

Seit dem Pontifikatsbeginn von Johannes Paul II. ist die Anzahl der Kardinäle stetig angestiegen. In den letzten 40 Jahren verzeichnete das Kollegium einen Anstieg von über 70 Prozent. Hierfür gibt es unterschiedliche Gründe. Die Zusammensetzung des Kollegiums ist immer „internationaler“ geworden.

Jeweilige Jahresdurchschnittswerte

Jeweilige Jahresdurchschnittswerte

Derzeit stammen die Kardinäle aus 83 Ländern der Welt. Die Entwicklung wird aber nicht von allen Beobachtern positiv eingeschätzt. Der Anteil der über 80-jährigen, nicht mehr wahlberechtigten Kardinälen, hat in den letzten 40 Jahren extrem zugenommen. Waren es 1978 noch 14 so sind es heute 98 Kardinäle. Dieser große Zuwachs kommt zum einen durch die gestiegene Lebenserwartung und zum anderen durch die Tatsache, dass bei fast jeder Kardinalsernennung auch verdiente Kirchenmänner mit über 80 Lebensjahren durch den jeweiligen Papst mit dem Kardinalspurpur geehrt wurden. Das Kollegium ist dadurch stark überaltert und die Anzahl der Wahlberechtigten und Nichtwahlberechtigten gleicht sich immer mehr an.

In der Leitung der katholischen Kirche wird der Papst primär durch die unter 80-jährigen Kardinäle unterstützt. Nur sie haben das Recht an einer künftigen Papstwahl teilnehmen zu dürfen. Mit Erreichen des 80. Lebensjahres verlieren sie ihr Amt in der römischen Kurie, ebenso verlieren sie die Mitgliedschaften in den jeweiligen Dikasterien des Vatikans.

Das Kardinalskollegium 2018

Mit dem heutigen Tag umfasst das Kardinalskollegium:

  • 118 wahlberechtigte Kardinäle (unter 80 Lebensjahren)
  • 98 nicht wahlberechtigte Kardinäle (über 80 Lebensjahren)

Ihren 80 Geburtstag begehen in den folgenden Monaten:

  • 06. März: Kardinal Coccopalmerio
  • 29. März: Kardinal Monteiro de Castro
  • 01. April: Kardinal Nguyén Ván Nhon
  • 08. Juni: Kardinal Amato

Somit sinkt die Gesamtanzahl auf 114 Wahlberechtigte und die Nichtwahlberechtigten steigen auf 112 Kardinäle an. Diese Größenordnung von 114 war in den letzten Jahrzehnten immer ein Grund durch Kreierungen des Papstes die Wahlberechtigten wieder auf eine Zahl von um 120 Papstwähler anzuheben. Zumal im Jahr 2019 ein weiterer Verlust (10 Kardinäle) durch die Altersgrenze erfolgen wird. Todesfälle sind hier zwangsläufig nicht vorher zu sehen. Alleine im Jahr 2017 verstarben 16 Kardinäle, von denen ein Kardinal unter 80 Jahren alt war.

Es ist durchaus möglich das Papst Franziskus im Juni in einem Kardinalskonsistorium neue Kardinäle kreiert. Bis zum Amtsverzicht von Papst Benedikt XVI. im Jahr 2013, konnte man einigermaßen genau abschätzen, welche Kirchenmänner für eine Ernennung infrage kamen. Die Kardinalstraditionen der Diözesen der Weltkirche waren hier ein Anhalt für künftige Kardinalserhebungen. Nicht so im Pontifikat von Papst Franziskus. Er hat mit dieser Tradition klar gebrochen und setzt vollkommen andere Maßstäbe für seine Kreierungen an.

“Somit kann man künftige Kandidaten für den Kardinalsstand nur schwer beziehungsweise gar nicht vorhersagen”.

Bei Konsistorien in den letzten beiden Jahren kreierte Franziskus jeweils so viele Kardinäle, dass die Anzahl der Wahlberechtigten auf 121 angehoben wurde. Nimmt man diese Zielgröße als Vorgabe, so darf man sieben neue Kardinäle im Konsistorium erwarten. Allerdings nur, wenn der Papst bereits im Frühjahr 2019 wieder neue Kardinäle kreiert, da im kommenden Jahr sogar 10 Kardinäle die Altersgrenze überschreiten werden.

Die Römische Kurie

Hier könnte eine Kreierung möglich sein.

  • Pro-Präfekt der Glaubenskongregation: Erzbischof Luis Francisco Ladaria Ferrer S.J.

Patriarchaten und Großerzbischöfe (Unierte Kirchen)

Im Bereich der Patriarchen und Großerzbischöfe warten derzeit vier Würdenträger auf eine Kardinalserhebung. Bei den orientalischen Patriarchen kann man von einer Kardinalstradition eigentlich noch nicht sprechen. Entgegen der Verfahrensweise bei den Erzbistümern mit Kardinalstradition hat man in der Vergangenheit bei der Nachfolge der orientalischen Patriarchaten den Tod des Vorgängers abgewartet, ehe man den Kardinalshut vergab. Eine Kreierung ist hier eher unwahrscheinlich.

  • Chaldäisch-Katholische Kirche: Patriarch von Babylon Louis Raphaël I Sako
  • Koptisch-Katholische Kirche: Patriarch von Alexandrien Ibrahim Isaac Sidrak
  • Syrisch-Katholische Kirche: Patriarch von Antiochien für Syrien Ignatius Joseph III. Younan
  • Griechisch-Katholische Kirche (Ukraine): Großerzbischof von Kiew und Halytsch Sviatoslav Shevchuk

Erzbistümer – Afrika

In Afrika steht nur ein Erzbischof in der Kardinalstradition und dieser wartet seit 2005 auf den Purpur. Vermutlich steht das Erzbistum Antananarivo bei Franziskus nicht weit oben auf der Agenda.

  • Madagaskar: Erzbischof von Antananarivo Odon Marie Arséne Razanakolona

Erzbistümer – Asien

Bei den asiatischen Erzbistümern gibt es zwei Kandidaten, einer ist der Bischof von Hong Kong. Die Beziehungen des Heiligen Stuhls mit der Volksrepublik China sind seit einigen Wochen stark in der Kritik der Öffentlichkeit. Die Erhebung des Bischofs von Hong Kong ist sehr unwahrscheinlich. Ebenso wird wohl der Erzbischof von Tokio leer ausgehen.

  • China: Bischof von Hong Kong Michael Yeoung Ming-cheung
  • Japan: Erzbischof von Tokio Tarcisius Isao Kikuchi, S.V.D.

Erzbistümer – Europa

In Europa sind 13 Traditionsbistümer nicht mit einem Kardinal besetzt. Am auffälligsten ist hier die Situation in Italien, hier sind fünf Erzbistümer ohne Kardinal gefolgt von Frankreich mit zwei fehlenden Kardinälen. Durchaus möglich das bei einem Konsistorium Frankreich und Italien mit je einem Kardinal bedacht werden.

  • Deutschland: Erzbischof von Berlin Heiner Koch
  • Frankreich: Erzbischof von Marseille Georges Paul Pontier
  • Frankreich: Erzbischof von Paris Michel Aupetit
  • Italien: Erzbischof von Bologna Matteo Maria Zuppi
  • Italien: Erzbischof von Mailand Mario Enrico Delpini
  • Italien: Erzbischof von Palermo Corrado Lorefice
  • Italien: Erzbischof von Turin Cesare Nosiglia
  • Italien: Patriarch von Venedig Francesco Moraglia
  • Irland: Erzbischof von Armagh Eamon Martin
  • Spanien: Erzbischof von Toledo Braulio Rodriguez Plaza
  • Polen: Erzbischof von Breslau Józef Piotr Kupny
  • Polen: Erzbischof von Krakau Marek Jeedraszewski
  • Ukraine: Erzbischof von Lviv Mieczylaw Mokrzycki

Erzbistümer – Lateinamerika

Franziskus hat bisher seinen Heimatkontinent recht gut bedacht. Hier warten zwei Erzbischöfe auf eine Kardinalsernennung. Die Randgebiete der Welt liegen dem Papst besondern am Herzen. Hier ist eine Kreierung denkbar. Lateinamerika würde gegenüber Europa gestärkt werden.

  • Brasilien: Erzbischof von Sao Salvador da Bahia Murilo Sebastiao Ramos Krieger S.C.I.
  • Ekuador: Erzbischof von Quito Fausto Gabriel Trávez Trávez O.F.M.

Erzbistümer – Nordamerika

Die Erzbistümer der USA wurden 2016 mit drei Kardinälen bedacht. Das Episkopat in Amerika ist derzeit mit einigen Entwicklungen des Pontifikats von Franziskus scheinbar unzufrieden. Nordamerika könnte leer ausgehen.

  • USA: Erzbischof von Baltimore William Edward Lori
  • USA: Erzbischof von Detroit Allen Henry Vigneron
  • USA: Erzbischof von Los Angeles Jóse Horacio Gómez
  • USA. Erzbischof von Philadelphia Charles Joseph Chaput O.F.M. Cap.
  • Kanada: Erzbischof von Montréal Christian Lépine

Erzbistümer – Ozeanien

Hier ist das Erzbistum von Sydney noch ohne Kardinal. Eine Erhebung aber eher unwahrscheinlich.

  • Australien: Erzbischof von Sydney Anthony Colin Fisher

Fazit

Alle genannten Diözesen stehen zwar in der Kardinalstradition, ob der Papst aber hier Erhebungen vornehmen wird, weiß niemand. In der Regierungszeit von Franziskus wurden viele in der Kardinalstradition stehende Bischöfe übergangen. Einige warten seit Jahren auf das Kardinalsbirett. Die Zahlen zeigen klar, wie sich der Traditionsbruch des Papstes in den einzelnen Kontinenten darstellt.

Betrachtet man die Dikasterienleiter in der römischen Kurie, so ist festzustellen, dass in diesem Jahr noch zwei Kardinäle die Altersgrenze von 80 Jahren erreichen und somit automatisch aus ihrem Amt ausscheiden:

  • Präsident des päpstlichen Rates für die Interpretation von Gesetzestexten: Kardinal Francesco Coccopalmerio
  • Präfekt der Kongregation für die Selig- und Heiligsprechungsprozesse: Kardinal Angelo Amato S.D.B.

Hinzu kommen noch jene Kardinäle in leitender Funktion des Vatikans, die ihren Rücktritt mit Erreichen des 75. Lebensjahres (gemäß Pastor Bonus) zwar beim Papst eingereicht hatten, aber dieser Rücktritt durch Franziskus noch nicht angenommen wurde. In den nächsten Monaten könnten hier also noch Veränderungen in den Dikasterien erfolgen und bisher unbekannte Kirchenmänner aus der Weltkirche berufen werden.

Letztlich bleit es abzuwarten, welche Kreierungen Papst Franziskus vornehmen wird. Wie bei den letzten vier Kardinalskonsistorien wird Franziskus für die eine oder andere Überraschung sorgen. (vh)

Australien: Anklage gegen Kardinal Pell wird wahrscheinlich fallen gelassen

Quelle: LifeSiteNews (Screenshot am 16. Februar)

Die Anklage gegen den australischen Kardinal George Pell wird wahrscheinlich fallen gelassen. Das berichtet am 16. Februar „LifeSiteNews“.

Bei der letzten Anhörung im Herbst 2017 hatte die Staatsanwaltschaft aufgrund der Beweislage noch von einer möglichen Eröffnung eines Verfahrens gegen Kardinal Pell gesprochen. Die Entscheidung hierüber soll am 05. März vor dem Melbourne Magistrates Court gefällt werden.

Gegenüber dem Gericht äußerte der Leiter der Strafverfolgungsbehörde, dass die Anklage des angeblichen Missbrauchsopfers Damian Dignan gegen Pell, wahrscheinlich zurückgezogen wird. Dignan war Anfang Januar an Leukämie in der australischen Stadt Ballarat verstorben. LifeSiteNews berichtet dazu:

“Dignan machte im März 2016 in seinen Vorwürfen gegen den Kardinal geltend, dass Pell ihn vor vierzig Jahren in einem öffentlichen Schwimmbad unangemessen berührt habe. Dignan, der eine Vorstrafe wegen Körperverletzung und Alkohol am Steuer hatte, hat auch ehemalige Lehrer der St. Alipius Schule des Missbrauchs beschuldigt.
Dignans Vorwürfe, sowohl unangemessene Berührungen durch den Kardinal als auch Misshandlungen durch Lehrer, wurden von einem ehemaligen Klassenkameraden, Lyndon Monument, bestätigt. Monument, ein ehemaliger Drogendealer, hat auch eine Vorstrafe für Körperverletzung“.

Ruth Shann, Mitglied des Verteidigungsteams von Pell, will beobachtet haben, dass Dignans Anschuldigungen einen „Domino-Effekt“ zur Folge hatten, da einige andere Beschwerdeführer dazu veranlasst wurden, die Polizei wegen angeblicher Misshandlungen des Prälaten in der Vergangenheit zu kontaktieren. Shann bezeichnete Dignan als „unzuverlässigen Zeugen“ und kündigte an seine Glaubwürdigkeit formell in der Anhörung im März prüfen zu lassen.

Bisher hatte Kardinal Pell alle Anklagepunkte zurückgewiesen und seine Unschuld beteuert. Robert Richter, der Chef des Verteidigungsteams von Pell hat offenbar gute Chancen Pells Unschuld zu beweisen und die Eröffnung eines Anklageverfahrens vor dem Gericht zu verhindern. (vh)

USA/Chile: Erzbischof Scicluna trifft Missbrauchsopfer Cruz

Das Gespräch des päpstlichen Sonderermittlers, Erzbischof Charles Scicluna, mit dem chilenischen Missbrauchsopfer Juan Carlos Cruz hat am letzten Samstag in New York stattgefunden. Laut dem katholischen Medienzentrum kath.ch (und KNA) hat Cruz ein positives Fazit gezogen.

“Das war eine gute Erfahrung, und ich verlasse diesen Ort sehr hoffnungsvoll“,

sagte Cruz gegenüber der Presse. Weiter bemerkte er:

„Ich hatte das erste Mal das Gefühl, das mir zugehört wurde“.

Die Befragung sei für den Sonderermittler Scicluna eine sehr intensive und detailreiche sowie teilweise Augen öffnende Befragung gewesen. Dem Bericht nach habe die Befragung Scicluna sehr mitgenommen und er habe sogar geweint, schilderte Cruz. Scicluna wird in der kommenden Woche nach Chile reisen, um dort weitere Zeugen zu befragen.

Der Fall Barros

Proteste gegen Bischof Barros hatten den Papstbesuch im Januar in Chile überschattet. Barros wird vorgeworfen, er habe in den 1980er Jahren als Priester etliche Fälle von sexuellem Missbrauch an Jungen durch seinen inzwischen vom Heiligen Stuhl verurteilten Mitbruder Fernando Karadima mit angesehen zu haben, ohne dagegen einzuschreiten.

Papst Franziskus hatte nach seinem Besuch in Chile, den Präsidenten des Prüfungskollegiums der Glaubenskongregation in schwerwiegenden Delikten („delicta graviora”), Erzbischof Scicluna als Sonderermittler zur Klärung der Vertuschungsvorwürfe gegen den chilenischen Bischof Juan Barros (Osorno) mit dem Fall beauftragt.

Der Papst hatte rechtzeitig Kenntnis

Bereits vor drei Jahren hatte Cruz einen Brief an den Vatikan geschickt und die Missstände angeprangert. In diesem inzwischen bekannt geworden Brief, wird Bischof Barros schwer beschuldigt. Erschwerend kommt hinzu, dass besagter Brief bereits drei Wochen vor der Amtseinführung von Barros in sein Bischofsamt in Osorno dem Vatikan und somit dem Papst vorlag. Franziskus also von den Missbrauchsfällen rechtzeitig vor der Ernennung wusste.

Bei der Amtseinführung von Barros war es im Jahr 2015 zu massiven Protesten Hunderter Demonstranten gekommen. Barros habe den sexuellen Missbrauch von Karadima vertuscht, lautete der Vorwurf. Franziskus hatte im Januar in Chile noch behauptet:

“Es gibt keine Beweise für eine Vertuschung durch Bischofs Barros im Fall Karadima”.

Wenig später entschuldigte sich Franziskus für seine Wortwahl und beauftragte Erzbischof Scicluna mit der Klärung der Vorwürfe. (vh)

Papst verlängert Kardinal O’Malleys Leitung der Kinderschutzkommission

VATIKANSTADT – Papst Franziskus hat Kardinal Sean O’Malley als Leiter der Päpstlichen Kommission für den Schutz Minderjähriger für eine weitere Amtszeit bestätigt. Das teilte der Vatikan am heutigen Samstag mit.

Nicht nur der Leiter der Kinderschutzkommission, sondern auch die sieben bisherigen Mitglieder wurden für eine weitere dreijährige Amtszeit berufen, so der Heilige Stuhl. Zudem wurden neun Personen zum ersten Mal ernannt.

Die bisherige Amtszeit war im Dezember 2017 ausgelaufen – seitdem wurde eine Bestätigung neuer wie alter Mitglieder durch den Papst erwartet.

Die Päpstliche Kommission, angeführt vom – in Sachen Missbrauchsbekämpfung international angesehenen – Erzbischof von Boston berät den Pontifex in Sachen Minderjährigenschutz.

Bisheriges Mitglied, und ebenfalls im Amt bestätigt, ist der deutsche Jesuitenpater Hans Zollner, sowie Dr. Gabriel Dy-Liacco von den Philippinen; Bishof Luis Manuel Alí Herrera aus Kolumbien; Hannah Suchocka aus Polen; Schwester Kayula Lesa, RSC, aus Zambia; Schwester Hermenegild Makoro, CPS, aus Südafrika; and Monsignore Robert Oliver aus den USA.

Die neuen Mitglieder sind: Benyam Dawit Mezmur aus Äthiopien; Schwester Arina Gonsalves, RJM, aus Indien; Neville Owen aus Australien; Sinalelea Fe’ao aus Tonga; Myriam Wijlens aus den Niederlanden; Ernesto Caffo aus Italien; Schwester Jane Bertelsen, FMDM, aus Großbritannien; Teresa Kettelkamp aus den USA; und Nelson Giovanelli Rosendo Dos Santos aus Brasilien.

In einer Mitteilung vom 17. Februar sagte O’Malley, Papst Franziskus habe viel über die Nominierungen gebetet und nachgedacht. “Die neu ernannten Mitglieder werden zur globalen Perspektive der Kommission auf den Schutz Minderjähriger und schutzbedürftiger Erwachsener beitragen.”

Durch die Bestätigung bestehender Mitglieder stelle der Pontifex zudem sicher, dass die Arbeit der Kommission fortgesetzt werden könne, und Kirchen weltweit dabei unterstützt werden, die Sicherheit von Kindern, Jugendlichen und schutzbedürftiger Erwachsener zu gewährleisten.

Die 16-köpfige Kommission besteht nun aus jeweils acht Männern und Frauen mit Expertise zum Schutz vor Missbrauch einbringen, so die Mitteilung weiter.

“Vertreter mehrerer neuer Länder werden nun ihre Erfahrungen und Erkenntnisse in die Kommission einbringen”, heißt es darin weiter. Die Kommission sei so ein Spiegelbild der globalen Reichweite der Kirche und der Herausforderung, in verschiedenen kulturellen Kontexten einen echten Schutz zu erreichen.

Zur Kommission gehören auch Opfer sexuellen Missbrauchs sowie Eltern von Opfern. Ob und wie Mitglieder über ihre eigenen Erfahrungen in der Öffentlichkeit sprechen, bleibt aber ihnen überlassen, so die Mitteilung. (CNA Deutsch)

Römische Kurie: Papst Franziskus entscheidet, wer wann geht oder bleibt!

Am Donnerstag veröffentlichte das Staatssekretariat das Moto Proprio „ Imparare a congedarsi” (Lernen, sich zu verabschieden) des Papstes. Mit diesem Dokument hat Franziskus das Verfahren der Zurruhesetzung der Amtsleiter der römischen Kurie radikal verändert.

Das Franziskus sich in seinem Pontifikat nicht um Traditionen schert ist seit Langem bekannt. Mit dem Moto Proprio setzt er erneut bisher übliche Verfahrensweisen nicht nur außer Kraft, sondern verstärkt sein eigenes Machtpotenzial in der Kirche. Andererseits hatte Franziskus erst im Jahr 2014 durch seinen Kardinalstaatssekretär Parolin, eine bis dahin übliche Regelung des automatischen Amtsverfalls bei Erreichen des 75. Lebensjahres in der Kurie bestätigt. Mit dem neuen Moto Proprio hebt der Papst seine Bestätigung von 2014 auf.

Der Papst betont im Dokument:

„Eine mögliche Verlängerung über die Altersvorgabe hinaus erfolgt ausschließlich zum Wohl der Kirche und ist nicht als persönlicher Erfolg zu bewerten. Ferner ist die päpstliche Entscheidung über ein Rücktrittsgesuch nicht als automatischer Akt, sondern als Akt der Regierung zu verstehen. Der Entschluss hierüber wird eine der Situation angemessene Entscheidung sein“.

Die Neuerungen haben Einfluss auf das kanonische Recht. So verändert sich im Codex Iuris Canonici (CIC) der Canon 189, §3 und sinngemäß auch der Canon 970 im Rechtsbuch der katholischen Ostkirchen. In der Apostolische Konstitution “PASTOR BONUS “, von Papst Johannes Paul II., ist der § 5 von der Änderung betroffen.

Betroffen sind nun neben den Kardinälen auch die Sekretäre der Dikasterien und Botschafter des Heiligen Stuhls. Alle haben ihren Rücktritt, mit Vollendung des 75. Lebensalters, dem Papst anzubieten. Der Automatismus des Amtsverlustes „ipso facto“ gehört somit der Vergangenheit an. Entscheidend ist die Annahme durch den Papst. Er und nur er entscheidet über die Befristung oder Verlängerung des jeweiligen Amtes. Bisher war es so, dass die betroffenen Kurienmitarbeiter spätestens drei Monate nach der Rücktrittserklärung aus Altersgründen automatisch aus dem Amt schieden, wenn sie der Papst bis dahin nicht um eine Verlängerung ihrer Arbeit gebeten hatte.

In der Regierungszeit von Papst Franziskus ist die Modifikation die durch das Moto Proprio „Imparare a congedarsi” etabliert wird, eigentlich nichts entscheidend Neues. Franziskus hat zwar seine Bestätigung von 2014 revidiert aber gleichzeitig an Entscheidungsmacht in den vatikanischen Dikasterien deutlich hinzugewonnen. Kurienmänner, die nicht auf Papstkurs sind, werden künftig pünktlich mit Erreichen der Altersgrenze aus dem Amt scheiden, reformtreue Mitstreiter, Bergoglianer, verbleiben länger an der Seite des Pontifex.

Fazit

Die Kritik am Pontifikat von Franziskus ist in den letzten Monaten deutlich angestiegen. Auch in den weltweiten Medien genießt der Papst nicht mehr das Wohlwollen der Vergangenheit. In den eigenen Kirchenreihen ist eine ablehnende Haltung gegenüber seiner Amtsführung und vieler fragwürdiger Entscheidungen nicht mehr zu leugnen.

Mit dem neuen Moto Proprio stärkt Franziskus seinen Primat im eigenen Haus.

Gläubige und Kirchenvertreter beobachten die Regierungszeit des Papstes mit Skepsis und wohl so mancher stellt sich die Frage: was kommt als Nächstes? (vh)