Vaticanhistory-News-Blog

Kirchengeschichte bei VH

Papstreise: Botschaft der Hoffnung und des Mutes

Sonntag 24. Juli 2016 von VH


WJT2016Eine Botschaft der Hoffnung und des Mutes für Europa bringt Papst Franziskus in der kommenden Woche nach Polen, wenn er dort die Kirche und den Weltjugendtag besucht. Das sagt Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin in einem ausführlichen Interview anlässlich der Reise. Der Besuch sei vor allem ein Besuch der Jugend der Welt und deswegen werde der Papst sicherlich nicht direkt europäische oder polnische Themen ansprechen. Aber das heiße nicht, dass er nichts zu sagen habe: „Man kann diese Botschaft in zwei Worten zusammenfassen: Zum einen ist es eine Botschaft der Hoffnung angesichts der Zukunft Europas und auch angesichts der Herausforderungen des Aufbaus Europas, und zweitens ist es eine Botschaft des Mutes, weil es auch darum geht, die authentischen christlichen Wurzeln Europas wieder zu entdecken“, so Kardinal Parolin. „Der Papst erinnert immer wieder an den humanistischen Geist, der Europa immer ausgezeichnet hat.“

Im Zentrum der Reise stehe aber eindeutig der Pilgerweg der Jugend, den Papst Johannes Paul II. mit den Weltjugendtagen begonnen habe, so Parolin; die Zeiten, Umstände und vor allem die Orte wechselten, aber der Weg bleibe derselbe und auch Papst Franziskus wolle sich – nach Rio de Janeiro – nun zum zweiten Mal beteiligen.

Aber es gebe auch Programmpunkte der Reise, die nicht zum WJT gehören und die dem Papst dennoch wichtig seien. „Es ist interessant, dass der Papst von Anfang an, als das Programm der Reise entwickelt wurde, zwei Besuche auf jeden Fall machen wollte, den Besuch in Auschwitz und den Besuch im Kinderkrankenhaus. Ich sehe das ein wenig als den Ort des Schreckens und den Ort des Schmerzes.“ Das Vernichtungslager wolle der Papst schweigend besuchen, das Schweigen dort sei mächtiger als das Wort. „Und die Erinnerung an all die Opfer des Hasses und des menschlichen Wahnsinns ist auch eine Erinnerung daran, dass es auch heute leider noch Gewalt gibt, Verachtung von menschlichem Leben, Situationen des Schreckens und des Terrorismus aus Eigeninteresse oder aus politischen und ökonomischen Motivationen.“

Das Krankenhaus sei dagegen ein Ort der Nähe zum Leiden der Menschen. Der Papst betone häufig, dass die Kirche leidenden Menschen nahe sein müsse, das tue er auch bei diesem Besuch, so Parolin. „Ich erinnere mich, dass er bei einem anderen Besuch in einem Kinderkrankenhaus, in Mexiko, von einer ‚Therapie der Zuneigung’ gesprochen hat. Genau diese Therapie wird er auch hier anwenden und alle einladen, das auch zu tun.“ (rv)

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„Motiv noch unklar“: Täter von München war offenbar ein 18 Jahre alter Deutsch-Iraner

Samstag 23. Juli 2016 von VH


OEZ MuenchenMÜNCHEN – Der Täter des Massakers in München am gestrigen Abend war nach Polizei-Angaben ein einzelner, 18 Jahre alter Deutsch-Iraner. Sein Motiv sei noch unklar. Viele weitere Fragen sind am Morgen nach der Tat noch offen.

Was bestätigt ist: Gegen 18 Uhr eröffnet der Täter vor und im Olympia-Einkaufszentrum im Norden Münchens das Feuer auf Passanten, tötet neun von ihnen, verletzt mindestens drei Menschen schwer und 13 weitere leicht. Er richtet sich schließlich selbst – der stirbt an einer Verletzung, die er im Schusswechsel mit der Polizei erlitt.

Die Polizei war einige Stunden davon ausgegangen, dass es sich um drei Täter gehandelt habe. Sondereinsatzkräfte suchten diese bis in die später Nacht; der Münchner Hauptbahnhof wurde evakuiert, der gesamte öffentliche Verkehr mehrere Stunden stillgelegt. Etwa 2.300 Beamten seien im Einsatz gewesen, darunter auch Spezialisten der GSG9 und des Sondereinsatzkommandos Cobra aus Österreich.

In Berlin tagt am heutigen Samstag der Bundessicherheitsrat.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat sich bis zur Stunde nicht geäußert; US-Präsident Barack Obama und der britische Außenminister Boris Johnson verurteilten die Tat ebenso wie zahlreiche deutsche Politiker, darunter Außenminister Frank-Walter Steinmeier.

Die Polizei teilte weiter mit, sie sehe „keine Parallele“ zum Terror-Akt in Würzburg. Dort hatte vor wenigen Tage ein Mann, der sich als 17 Jahre alte Afghane ausgab und der seit zwei Jahren unter dieser Identität als Flüchtling in Deutschland lebte, aus islamistischen Motiven mit einer Axt und Messern wahllos Menschen angegriffen und zum Teil schwer verletzt. (CNA Deutsch)

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Papst schickt Kardinal in den Südsudan: Vertrauen herstellen

Samstag 23. Juli 2016 von VH


Kardinal Turkson„Um es gelinde auszudrücken: Die Situation ist rau“. Kardinal Peter Turkson, im Vatikan zuständig für Gerechtigkeit und Frieden, ist von Papst Franziskus in den Südsudan geschickt worden. Er sollte dabei helfen, den Dialog und das Vertrauen zwischen den kriegführenden Parteien aufzubauen. Dazu brachte er zwei Briefe mit ins Land, einen für Präsident Salva Kiir und einen für Vizepräsident Riek Machar, die beiden Hauptgegner in dem Konflikt, der seit Jahren nicht einzudämmen ist und immer wieder in offene Gewalt umschlägt. Seit Dezember 2013 sind Tausende von Menschen umgekommen, unzählige Südsudanesen sind auf der Flucht, viele von ihnen heimatlos im Land selber.

„Die Situation ist verzweifelt“, so Turkson. „Die Sicherheit ist schwach, wir haben zwar mit dem Präsidenten und dem Chef der Sicherheit gesprochen und sie haben uns versprochen, ihr Bestes zu tun. Es geht darum, ein Reformprogramm mit Blick auf Wahlen 2018 auf den Weg zu bringen. Durch die Ereignisse der vergangenen Tage ist das aber entgleist.“

Die militärische Gewalt zwischen den Bürgerkriegsparteien greife immer wieder auf die Zivilbevölkerung über, so Turkson. Vielfach seien Kirchen und Schulen die einzigen Zufluchtsorte, die den aus ihren Häusern vertriebenen Familien noch blieben. Turkson berichtet von der Zuversicht des Präsidenten, diese Herausforderungen lösen zu können. Die Kirche und besonders der Papst wollten das Ihre dazu beitragen. „Ein Versuch war, die beiden – den Präsidenten und den Vizepräsidenten – zusammen zu bringen, um ein wenig Vertrauen zwischen den beiden Protagonisten des Konflikts zu ermöglichen.“ Bisher noch ohne Erfolg.

„Es braucht viel Hilfe. Ich habe bereits beim Sekretär von Cor Unum [dem Päpstlichen Rat, der Hilfeleistungen koordiniert] angerufen und nachgefragt, was für Hilfe wir organisieren können. Es geht um Medizin gegen Durchfall, Malaria und einige sprechen auch von Cholera. Außerdem braucht es Nahrung. Wenn ich zurück in Rom bin, werde ich mich darum kümmern und sehen, was der Heilige Stuhl von hier aus organisieren kann.“ (rv)

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Kardinal Urosa: Regierung Venezuelas hört weder den Papst noch die Bischöfe

Donnerstag 21. Juli 2016 von VH


Uroso SavinoCARACAS – Der Erzbischof von Caracas und Primas von Venezuela, Kardinal Jorge Urosa, hat schwere Vorwürfe gegen die Regierung Nicolás Maduros erhoben. Das Staatsoberhaupt höre „weder den Papst noch den venezolanischen Episkopat an“ und sein Regime erlaube der Kirche nicht, Hilfslieferungen von Medikamenten und Lebensmitteln ins Land zu bringen, um der Not der Bevölkerung Abhilfe zu leisten.

Venezuela befindet sich in einer eskalierenden Krise, die vor allem die Armen und Mittelschicht betrifft. Selbst für Grundversorgung ist in vielen Bereichen nicht mehr ausreichend gesorgt.

Die Erklärung des Kardinals wurde am 19. Juli über Radio Vatikan verbreitet. Der kirchliche Würdenträger gab an, dass es „wahr sei“, dass Papst Franziskus und der Heilige Stuhl mit großer Aufmerksamkeit die Situation im lateinamerikanischen Land verfolgten.

Die Regierung jedoch „hört weder auf den Papst noch das venezolanische Episkopat. Wir haben seit langer Zeit – mit einer positiven Einstellung und respektvollen Haltung – die Probleme, Fehler und Lösungen dargestellt, aber die Regierung hört nicht. Das ist ein schwerwiegendes Problem und ein Elend, denn die Situation im Land ist nur immer schlimmer geworden.“

Der Erzbischof von Caracas erinnerte daran, dass die venezolanische Bischofskonferenz (CEV) am 12. Juli einen Appell veröffentlicht hatte, in der die „äußerst schwere Situation“ angemahnt wurde, die das Land durchlebt – mit einem großem Mangel an Nahrungsmitteln und „gleichzeitig enormen Kosten für dieselben aufgrund einer Inflation, die gegenüber dem Vorjahr bereits um 400 Prozent gestiegen ist“.

„In diesem Sinn haben wir die Landesregierung aufgefordert, dieses Problem zu lösen und dem venezolanischen Volk das Recht auf Nahrung zu garantieren.“

Bedauernswerterweise aber, fügt er hinzu, „hört die Regierung auch nicht auf die Bitte der venezolanischen Ärzte, die durch die Kirche und den Papst bereit im Juni gefordert hatten, die Erlaubnis zur Einführung grundlegende Arzneimittel zu geben.“

„Schon seit mehreren Monaten fordert die Kirche von der Regierung, dass sie erlaube, die Hilfsgüter ins Land bringen zu können – Lebensmittel sowie Medikamente –, die viele Personen von außen, Mitglieder von Nichtregierungsorganisationen oder kirchlichen Organisationen, uns schicken wollen“. „Die Regierung verweigert jedoch beständig diese Erlaubnis. Das ist erbärmlich und wir verstehen natürlich nicht, welches die Gründe der Regierung sind“ sagte er.

Als Folge der Krise überquerten am Sonntag, den 17. Juli, mehr als 63.000 Venezolaner die Grenze zu Kolumbien – die nur von 6.00 Uhr bis 17.00 Uhr geöffnet wurde – um in Cúcuta Lebensmittel zu kaufen. Es war das zweite Mal, dass Maduro zeitweise die Grenze öffnete. Das erste Mal war am 10. Juli, als 35.000 Personen die Grenze überschritten.

Auslöser war der Schritt von ungefähr 500 Frauen gewesen, die am 5. Juli gewaltsam ins Nachbarland eingedrungen waren, um Lebensmittel zu kaufen, und die ankündigten, diese Aktion zu wiederholen.

In ihrem Schreiben betont die CEV, dass die Episode vom 10. Juli „ein offensichtlicher Beweis für die Krise sei“.

In seinem Interview mit Radio Vatikan sprach der Erzbischof auch die Gewalt an, die auf der Straße herrsche, die Plünderung von Lebensmittelgeschäften, sowie den Angriff auf eine Gruppe von Seminaristen am 1. Juli.

Er erklärte, dies sei „ein bedauernswerter Vorfall gewesen, verursacht durch eine Gruppe bewaffneter Personen, die in Merida versucht hatten, eine Demonstration der Opposition zu verhindern. Leider wurden die dort vorbeigehenden Seminaristen – nicht als solche erkennbar, da sie zivil gekleidet waren – angegriffen“.

„Wirklich ärgerlich ist, dass die Regierung, statt sich der Dinge anzunehmen, statt zuzuhören und die Vorschläge, die wir venezolanische Bischöfe machen, in Betracht zu ziehen oder zu prüfen, die Bischöfe einfach mit absurden Argumenten angreift und „als Putschisten bezeichnet“. Das sei „völlig falsch. Wir haben uns in keinster Weise an Konspirationen gegen die Landesregierung beteiligt.“

Der Erzbischof betonte, dass die Haltung der Bischöfe immer gewesen sei, zum Dialog aufzufordern. „In diesem Moment haben wir die Regierung gebeten, nicht nur den Aufruf der Bischöfe zu berücksichtigen, sondern auch um die große Anzahl von Personen, die in dieser Krise der Politik und des Lebensmittel- und Medikamentenmangels demokratische Lösungen fordern.“

„Wir haben immer eine positive Haltung an den Tag gelegt und die Hand ausgestreckt, um dabei zu helfen, die Probleme des venezolanischen Volkes zu lösen“ hebt er hervor.

Im Mai war eine Reise des Sekretärs für die Beziehungen des Vatikan zu den Staaten, Monsignore Paul Richard Gallagher, nach Venezuela geplant, um an der Bischofsweihe des Priesters Francisco Escalante teilzunehmen, der zum Apostolischen Nuntius für die Republik Kongo ernannt wurde.

Gallagher musste die Reise – auch wenn es keine diplomatische Mission gewesen wäre – jedoch wegen „Gründen, die vom Heiligen Stuhl abhängen“ absagen.

Am 19. Mai erklärte der Parlamentspräsident der venezolanischen Nationalversammlung und Abgeordnete der Opposition, Henry Ramos Allup, auf Twitter, dass diese Absage „vom Regime Maduros gefordter worden war. Tragische Angst.“

Das gesellt sich zur Entscheidung Maduros vom 7. Juni 2015, die geplante Audienz mit dem Papst abzusagen.

Der Regierende gab dabei gesundheitliche Probleme an und erklärte, nach einem neuen Termin für ein Treffen mit Franziskus zu suchen. Bis heute ist aber nichts bekannt, dass der venezolanische Präsident um eine weitere Audienz mit dem Papst ersucht hätte. (CNA Deutsch)

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Vatikan zu Türkei: „Das sind keine guten Entwicklungen“

Donnerstag 21. Juli 2016 von VH


Kardinal Parolin„Das sind keine guten Entwicklungen, sondern Grund zur Sorge für jeden”: Mit diesen Worten kommentierte Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin die aktuelle Situation in der Türkei. „Die Spannungen in der Welt nehmen zu und solche Spannungen sind kein guter Ausgangspunkt für die Lösung von Problemen“, so Parolin weiter. Er antwortete auf Fragen von Journalisten am Rande einer Feierstunde im Vatikan. „Wir hoffen, dass die Klugheit und die Menschlichkeit siegen werden und den Menschen helfen, die richtigen Lösungen zu suchen und zu finden.“

Bereits vor zwei Tagen hatte Parolin betont, dass eine Lösung für die aktuelle Krise beim Respekt vor dem Menschen und seiner Würde beginnen müsse, „sonst erleben wir immer wieder solche Situationen des Hasses, der Gewalt und der Entzweiung, die zunehmen“, so Parolin vor zwei Tagen. Als Kardinalsstaatssekretär ist Parolin der zweite Mann im Vatikan und Leiter der Diplomatie des Heiligen Stuhls. (rv)

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Erzbischof Celli nimmt Abschied vom Medienrat

Donnerstag 21. Juli 2016 von VH


Erzbischof CelliNach fast zehn Jahren der Leitung des Päpstlichen Medienrates ist Erzbischof Claudia Maria Celli an diesem Donnerstag in den Ruhestand verabschiedet worden. In einer kleinen Zeremonie drückten sowohl Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin als auch Dario Edoardo Viganò, der Leiter der Nachfolgeorganisation Sekretariat für die Medien – in welcher der Rat aufgeht – ihre Wertschätzung für die Arbeit Cellis aus.

Celli war 2007 von Papst Benedikt XVI. mit der Leitung des Rates beauftragt worden, zuvor hatte er im Vatikanischen Staatssekretariat und in der Güterverwaltung des Apostolischen Stuhls gearbeitet. (rv)

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Schon gewußt? Das bedeutet das Logo des Weltjugendtages in Krakau

Donnerstag 21. Juli 2016 von VH


cna_WJT2016KRAKAU – Überall ist das Logo des Weltjugendtages (WJT) zu sehen, der am 25. Juli in Krakau beginnt. Aber was stellt das bunte Symbol eigentlich dar?

Das Logo – entworfen von der 28 Jahre alten Monika Rybczynska – entstand nach der Heiligsprechung von Papst Johannes Paul II. Es vereint drei Elemente:

1. Den Ort der Feierlichkeiten, als gelber Punkt innerhalb der roten gemalten Umrisse Polens

2. Seine Hauptprotagonisten

3. Das Thema des WJT

Zusammen zeichnen sie also den geographischen Umriss Polens nach, in dessen Mitte natürlich das Kreuz des Erlösers ist. Jesus Christus ist Mitte und Seele des WJT, betonen die Organisatoren. Seine Barmherzigkeit ist auch das Motto des Treffens: „Selig sind die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erlangen“. (CNA Deutsch)

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Wie Russlands neues Religionsgesetz die katholische Kirche betrifft

Dienstag 19. Juli 2016 von VH


cna_RusslandMOSKAU – Vergangene Woche, trotz Protesten von Religionsoberhäuptern und Menschenrechtsgruppen, verabschiedete Russlands Präsident Wladimir Putin eine Reihe neuer Gesetze, die Evangelisierung und missionarische Aktivitäten nur noch in offiziell registrierten Kirchengebäuden und vergleichbaren Gebetsorten erlaubt.

Diese Gesetze sind Teil der neuen Anti-Terrorgesetzgebung und verbieten Glaubensvermittlung in privaten Haushalten, online oder überhaupt außerhalb offiziell anerkannter Kirchenbauten.

Ein katholischer Priester, der als Missionar in Russland arbeitet, sprach mit CNA über die Folgen. Um seine Identität und seine Gemeinde zu schützen, bat er um Anonymität. Der Geistliche glaubt, dass die Gesetzgebung weniger die katholische Kirche in Russland betreffe denn kleiner Gruppen von Evangelikalen.

Der Priester, der seit 24 Jahren in Russland dient, sagte, dass sich die katholische Kirche seit dem Fall der Sowjetunion an Regierungsvorschriften halte, einschließlich der Meldepflicht.

Kleinere Religionsgruppen, häufig evangelikale, weigerten sich dagegen, so der Priester – sie seien der Meinung, dass eine solche Meldepflicht nicht mit ihrem Gewissen vereinbar sei.

Tatsächlich scheinen die neuen Gesetze diese neueren, weniger etablierten Gruppen im Visier zu haben, die sich eher in privaten Umständen treffen, erklärte der Geistliche gegenüber CNA.

Das „Anti-Evangelisierungsgesetz“ kann Strafen in Höhe von gut 700 Euro gegen einzelne Personen zur Folge haben, und knapp 15.000 Euro für Organisationen.

Die Restriktionen betreffen auch Gruppen, die als „extremistisch“ eingestuft werden – was in Russland etwas anderes bedeute als etwa in den USA, so der Priester.

So seien etwa die Zeugen Jehovas aus amerikanischer Sicht nicht als extremistisch im Sinne eines Terrorrisikos einzustufen. Doch in Russland werte die Tradition der Religionsgemeinschaft, aus Gewissensgründen den Wehrdienst zu verweigern als ungerecht und extrem, erklärte der katholische Geistliche. Ebenfalls von der Gesetzgebung betroffen seien wahrscheinlich manche Mormonen und fundamentalistische, radikale Muslime.

Katholische Hirten und Repräsentanten haben bereits in der Vergangenheit darauf geachtet, werbend nur gegenüber Personen aufzutreten, die bereits katholisch waren.

„Wir achten sehr darauf zu betonen, dass unsere Mission den Katholiken gilt und wir für die Reste der katholischen Bevölkerung da sind, und ihnen dienen“, sagte er. „Wir missionieren nicht auf der Straße, denn selbst wenn das nicht gegen das Gesetz wäre, wäre es doch mit Sicherheit sehr gefährlich.“

Die religiöse Situation in Russland sei sehr angespannt, so der Priester. Bevor der Kommunismus Russland eroberte, waren die meisten Bürger des Landes orthodoxe Christen. Unter der kommunistischen Herrschaft versuchte die Regierung, den Glauben auszulöschen. Kirchengebäude wurden gesprengt, Priester, Nonnen und alle, die Widerstand leisteten, wurden umgebracht. Als die Regierung die orthodoxe Kirche unter Kontrolle gebracht hatte, ernannte sie ihre eigenen Agenten in die kirchliche Hierarchie: Wer in die Kirche kam, um getauft zu werden, wurde verraten und ausgeliefert.

Die Saat des Misstrauens, die in jener Zeit gesät wurde, ist auch heute noch tief verwurzelt, sagte der katholische Priester der CNA.

Obschon Russland eines der gläubigsten Länder Europas ist – Statistiken zufolge glauben bis zu 65 Prozent der Bevölkerung an Gott – sind die Schrecken des kommunistischen Regimes noch präsent im kollektiven Bewusstsein des Landes; die Zahl der nach außen sichtbar praktizierenden orthodoxen oder katholischen Christen liegt bei etwa einem Prozent.

Nach dem Fall der Sowjetunion schaltete die katholische Kirche in Zeitungen und auf Fernsehsendern Anzeigen um darüber zu informieren, dass Pfarreien wiedereröffnet wurden und Priester dort ihren Dienst taten.

Was sie nicht öffentlich bewerben dürfen, sagte der Priester, ist die Tatsache, dass die Kirche glaubt, dass alle Menschen das Recht haben, katholisch zu werden, und auf Wunsch getauft werden können.

Gleichzeitig erlaubt die Regierung der katholischen Kirche, eine Präsenz zu haben die, innerhalb gewisser Grenzen, der Kirche ermöglicht, was nicht möglich wäre, wenn sie sich nicht an die Regeln hielten.

Auch wenn die neue Gesetzgebung klar die russisch-orthodoxe Kirche bevorzugt: Es sei eine „grobe Übertreibung“, wie manche Medien diese Gesetze mit der Unterdrückung während der Sowjetunion verglichen, sagte der Priester.

„Kirchen eine staatliche Meldepflicht aufzwingen ist nicht mit millionenfachem Mord zu vergleichen“, sagte er.

Die neuen Gesetze sollen am 20. Juli in Kraft treten. Sergeji Rakhuba, Präsident der Mission Eurasia und ein ehemaliger Moskauer Kirchengemeinden-Gründer, sagte gegenüber dem Magazin „Christianity Today“, dass die Gegner der neuen Gesetze hofften, gegen diese Berufung einzulegen. Aber sie seien auch bereit, in den Untergrund zu gehen.

„Sie sagen: ‚Wenn es dazu kommt, wird es uns nicht davon abhalten, Gott anzubeten und unseren Glauben zu teilen'“, sagte er. „Der Missionsbefehl gilt nicht nur für Zeiten, in denen Freiheit herrscht.“ (CNA Deutsch)

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USA: Kardinal warnt davor, Muslime zu Sündenböcken zu machen

Dienstag 19. Juli 2016 von VH


Kardinal O´MalleyDie antimuslimische Rhetorik innerhalb der Republikanischen Partei in den USA wirkt zersetzend. Mit diesen Worten mahnt der Erzbischof von Boston, Kardinal Seán O’Malley, vor schlichten Schuldzuweisungen an einzelne Gruppen. Die Warnung kommt zu Beginn der Woche, in der die Partei Donald Trump offiziell zum Präsidentschaftskandidaten küren will, Trump hatte in der Vergangenheit wiederholt gefordert, allen Muslimen die Einreise in die USA zu verbieten.

Es brauche Gesetze, die Menschen nicht die Würde nähmen, so O’Malley. Sorge äußerte er auch darüber, dass die Morde von Nizza jetzt dazu führe, dass aus dem Islam ein Sündenbock gemacht würde. Er äußerte sich bei einer Reise nach Irland. (rv)

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Päpstliche Schneider der nun sechsten Generation: Das Erbe der Gammarellis

Sonntag 17. Juli 2016 von VH


Gewaender_des_neuen_ PPROM – Für fünf Generationen haben die Gammarellis den Stellverterter Christi gekleidet. Nun, nach dem Tod von Annibale Gammarelli, geht der Familienbetrieb über an die sechste Generation.

Gegründet im Jahr 1798 durch Giovanni Antonio Gammarelli, begann diese „Ditta“ (Firma) unter Papst Pius VI. als Schneiderei für den Klerus. Nach dem Tod Giovannis ging das Geschäft an seinen Sohn Filippo, und dann an dessen Sohn, Annibale.

Im Jahr 1874 verlegte Annibale den Laden an seine jetzige Adresse in der Via Santa Chiara 34, nur wenige Schritte vom Pantheon entfernt. Das Geschäft befindet sich im Gebäude der Päpstlichen Diplomatenakademie.

Als Annibale starb, entschieden sich seine Söhne Bonaventure und Giuseppe den Namen „Ditta Annibale Gammarelli“ beizubehalten, als Homage an den Vater – heute ist der Name dem Klerus in Italien und der ganzen Welt ein Begriff.

Bonaventura Gammarelli nannte auch seinen Sohn nach seinem Vater: Der „zweite“ Annibale übernahm das Geschäft und führte es viele Jahre.

Als er nun am 12. Juli in Rom verstarb, hinterließ er das Geschäft seinem Sohn Stefano Paolo und seinen Neffen Maximilian und Lorenzo. Diese bilden nun die sechste Generation der Gammarellis, die für den Papst Gewänder fertigt.

Während jeder Konklave werden die Gammarellis beauftragt, drei weiße Soutanen zu liefern – in den Größen klein, medium und groß – die dann bereit stehen für den neuen Nachfolger Petri.

Und auch wenn Franziskus diese nicht verwendet: Die weißten Soutanen werden komplimentiert durch eine rote Mozzetta (ein über dem Chorhemd getragener Schulterkragen) sowie eine weiße Pellegrina (der knopflose, vorne offene Schulterumhang), das weiße Zingulum (der Gürtel) und der weiße Pileolus (das Scheitelkäppchen).

Übrigens tauschen die Päpste meistens alle zwei Monate ihre Soutane aus, denn das silbere Kreuz, das sie tragen, hinterläßt Spuren im weißen Gewand.

Im Jahr 2000 wurde die Ditta Annnibale Gammarelli in die Liste historischer Geschäfte Roms aufgenommen, und der Laden ist der wahrscheinlich älteste, der immer noch von den direkten Nachfahren seines Gründers geleitet wird.

Tausende Priester und hunderte Bischöfe und Kardinäle haben sich bei Gammarelli einkleiden lassen seit der Zeit des seligen Pius IX., der 1846 Bischof von Rom wurde.

An den Wänden in der Werkstatt hängen Bilder der letzten neun Päpste – und werden sie weiter hängen, während eine neue Generation von Gammarellis weitere Päpste bekleidet. (CNA Deutsch)

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