Missbrauch: Vorwürfe gegen Kardinal McCarrick sind “glaubwürdig”

NEW YORK – Eine Untersuchung des Verdachts auf sexuellen Missbrauch gegen den US-amerikanischen Kardinal Theodore McCarrick hat “glaubwürdige und begründete” Befunde zu Tage gebracht.

Das hat die Erzdiözese von New York am heutigen Mittwoch mitgeteilt.

Der 87 Jahre alte McCarrick ist eine prominente Gestalt des Katholizismus in Nordamerika. Er war unter anderem Bischof von Metuchen (1982-1986), Erzbischof von Newark (1986-2000) und Erzbischof von Washington (2001-2006).

In der Erklärung vom 20. Juni teilt der New Yorker Erzbischof mit, dass der Missbrauch offenbar vor fast 50 Jahren verübt worden sei, während McCarrick ein Priester der New Yorker Erzdiözese war.

Es sei die einzige solche Anklage gegen die McCarrick, die der Erzdiözese bekannt sei, so Kardinal Timothy Dolan.

Das Erzbistum habe sofort nach Erhalt der Anschuldigung die Polizei verständigt, so die Mitteilung weiter. Eine forensische Untersuchung habe stattgefunden. McCarrick beteure, unschuldig zu sein, und habe die Ermittlungen unterstützt.

Auch der Vatikan wurde über den Vorwurf informiert, und deshalb hat Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin auf Anordnung von Papst Franziskus McCarrick von allem öffentlichen Wirken suspendiert. Eine offizielle Erklärung des Vatikans steht zur Stunde jedoch aus.

In seiner Erklärung sagte Dolan, die Erzdiözese von New York sei “traurig und schockiert” über die Anschuldigungen und bat um Gebete für alle Beteiligten.

Dolan gab auch eine erneute Entschuldigung an alle Opfer heraus, die von Priestern missbraucht wurden, und dankte McCarricks Ankläger für den Mut, sich zu melden.

Einzelheiten des kirchenrechtlichen Verfahrens wurden bis dato nicht veröffentlicht.

Aus dem Bistum Metuchen hieß es, man habe die Akten zur Person McCarricks erneut prüfen lassen. Es habe gegen den ehemaligen Bischof nie Anschuldigungen des sexuellen Missbrauchs gegeben. Es seien jedoch Vorwürfe von “sexuellen Handlungen mit Erwachsenen” aktenkundig: Sowohl die Diözese Metuchen als auch die Erzdiözese Newark hätten vor Jahrzehnten drei Anschuldigungen wegen “sexuellen Fehlverhaltens mit Erwachsenen” erhalten; in zwei Fälle hätten diese zu außergerichtlichen Einigungen geführt.

Übersetzt und redigiert aus dem Englischen von AC Wimmer. (CNA Deutsch)

Genf: Das Programm des Papstbesuches

Der Papst wird am Donnerstag in Genf drei Ansprachen halten. Laut dem Vatikansprecher Greg Burke wird Franziskus als „ökumenischer Pilger“ in die Schweiz kommen um „mitzugehen, zu beten und zusammenzuarbeiten“. Ein Höhepunkt neben dem offiziellen Programm soll ein Treffen mit einer koreanischen Delegation mit Vertretern aus dem Norden und Süden sein.

Die Terminübersicht:

8.30 Uhr: Abflug vom Flughafen Rom-Fiumicino nach Genf

10.10 Uhr: Ankunft auf dem Internationalen Flughafen Genf und anschließend

Begrüßungszeremonie

10.30 Uhr: Private Begegnung mit dem Schweizer Bundespräsidenten Alain Berset in einem Raum des Flughafens

11.15 Uhr: Ökumenisches Gebet im Ökumenischen Zentrum des Weltkirchenrates (ÖRK); Ansprache des Papstes

12.45 Uhr: Mittagessen mit der Leitung des Weltkirchenrates im Ökumenischen Institut Bossey

15.45 Uhr: Ökumenisches Treffen im Ökumenischen Zentrum des Weltkirchenrates; Ansprache des Papstes

17.30 Uhr: Heilige Messe im Kongresszentrum Palexpo; Predigt des Papstes

19.15 Uhr: Verabschiedung von den Bischöfen und Mitarbeitern der päpstlichen Vertretungen in der Schweiz

19.45 Uhr: Offizielle Verabschiedung am Internationalen Flughafen Genf

20.00 Uhr: Abflug nach Rom-Ciampino

21.40 Uhr: Ankunft auf dem Flughafen Rom-Ciampino

(vh – mm)

Im Müll gefundene Reliquie des heiligen Klemens kommt in Westminster-Kathedrale

LONDON – Ein neues Zuhause in der Westminster-Kathedrale hat die im Londoner Müll entdeckte Reliquie des heiligen Klemens gefunden.

“Die Wahl eines geeigneten Ruheplatzes war uns sehr wichtig”, sagte der Inhaber von “Enviro Waste”, James Rubin, in einem Statement auf der Website des Unternehmens.

“Deshalb denken wir, dass die Westminster Cathedral der beste und sicherste Ort für den Knochen ist: Wegen seiner Bedeutung für die Kirche und um sicherzustellen, dass dieser nicht wieder verloren geht!”

Westminster ist die Domkirche des gleichnamigen Erzbistums – und die katholische Hauptkirche für England und Wales. Rubin überreichte die Reliquie Erzbischof George Stack von Cardiff am 19. Juni in der Lady Chapel, einer Kapelle der Kathedrale. Stack ist Vorsitzender der zuständigen Kommission der Bischofskonferenz von England und Wales.

Die Reliquie wird in Zukunft in der Ausstellung “Schätze der Kathedrale von Westminster” zu besichtigen sein: Es handelt sich um ein Knochenfragment, das in einem mit Wachs versiegelten Gehäuse eingeschlossen ist. Das Gehäuse trägt die Inschrift, dass es “die Knochen des heiligen Klemens, Papst und Märtyrer” enthält.

Der heilige Clemens war Christ des ersten Jahrhunderts, wahrscheinlich ein hellenischer Jude, der ein Schüler der hl. Peter und Paul war – und vom Judentum zum Katholizismus übertrat.

Um das Jahr 90 herum wurde er Papst: Er folgte auf Petrus, Linus und Cletus. Seine Schriften offenbaren viel über die frühe Kirche, aber wenig über sein eigenes Leben.

Die Müll-Entsorgungsfirma, in deren Hände die Reliquie gelangte, ließ diese durch Labor-Untersuchungen prüfen und führte eine öffentliche Befragung auf der eigenen Webseite durch, um zu entscheiden, was damit geschehen soll.

“650+ Vorschläge und über 9.000 Besuche auf der Seite” später, so der aktualisierte Beitrag, beschloss die Firma, dass die Westminster Cathedral in London das kostbare Kleinod haben sollte – nachdem sich eine Mitarbeiterin der Bischofskonferenz gemeldet hatte mit dem Vorschlag, in der Domkirche ein neues Zuhause zu bieten.

Auch der eigentliche Besitzer der Reliquie ist inzwischen aufgetaucht: Sie war aus seinem Wagen gestohlen und von den Dieben offenbar in den Müll geworfen worden. Der Eigentümer hat der Lösung einer Leihgabe an die Kathedrale zugestimmt. (CNA Deutsch)

Analyse: Werden Fragen zur Sexualität das beherrschende Thema der “Jugendsynode”?

Kardinal Baldisseri stellt “Instrumentum Laboris” für das kommende Treffen der Bischöfe vor.

VATIKANSTADT ,- Wie schon bei den Familien-Synoden, die zu Amoris Laetitia führten, liegt der kommenden Jugend-Synode eine “Vorbereitungsdokument” zugrunde: Ein Arbeitspapier, das heute im Vatikan von Kardinal Lorenz Baldisseri vorgestellt wurde.

Das Treffen der Bischöfe zum Thema “Jugend, Glaube und Berufungsunterscheidung” findet vom 3. bis 28. Oktober im Vatikan statt. Wie bereits bei den vorherigen Synoden ist Kardinal Baldisseri der Generalsekretär des Treffens.

Wenn vor diesem Hintergrund das Instrumentum Laboris also auch wieder ein Hinweis darauf ist, was denn eigentlich die zentralen Themen der nächsten Synode sind, dann scheint klar: Im Mittelpunkt steht der Umgang mit Sexualität, besonders mit den aktuellen Themen Homosexualität und Gender, aber auch Verhütung, Abtreibung und die Herausforderungen der biomedizinischen Ethik im 21. Jahrhundert.

Auffällig dabei: Der Vatikan verwendet im heute vorgestellten Dokument zum ersten Mal den Begriff “LGBT”.

Auch wenn viele andere Themen angeschnitten werden: Ins Zentrum der Aufmerksamkeit gelenkt wird – anhand einer Auswahl über Fragebogen und andere Medien eingeholter Beiträge junger, nicht nur katholischer Menschen – die Beschreibung von Fragen rund um Sexualität und Geschlechtlichkeit.

“Wir sind offen”

Das in drei Teile gegliederte Dokument will so, heißt es dazu aus dem Vatikan, einen Überblick über die Lage der Jugendlichen in der ganzen Welt leisten – und mögliche pastorale Antworten entwickeln helfen.

Das Arbeitspapier ist eine “Zusammenstellung” von Beiträgen aus vier Hauptquellen: ein Fragebogen, der im Juni 2017 an die Bischofskonferenzen verschickt wurde; eine Website für den Fragebogen und Berichte über soziale Medien, auf denen Jugendliche Beiträge hinterlassen und Fragen beantworten konnten; ein Seminar über die Jugend, das im September 2017 in Rom stattfand; und das Abschlussdokument des Vor-Synodentreffens, das im März in Rom stattfand und bei dem 300 ausgewählte Teilnehmer zugegen waren.

Einige Jugendliche, so heißt es in dem Dokument, sind besorgt, dass die Kirche bisweilen distanziert wirken kann. Es wird der Wunsch geäußert, eine Kirche zu haben, die nahbar, transparent und aktuell ist und sich nicht scheut, über die schwierigen Fragen zu sprechen.

Kardinal Lorenzo Baldisseri betonte vor Journalisten bei der Vorstellung des Arbeitsdokuments der Synode am 19. Juni: “Wir sind offen. Wir wollen nicht in uns selbst eingeschlossen sein.”

In der Kirche “gibt es viele Bereiche, es gibt die Freiheit, sich auszudrücken – rechts, links, in der Mitte, im Norden und im Süden – das ist alles möglich”, sagte er und fügte hinzu: “Deshalb sind wir bereit, auf Menschen mit unterschiedlichen Meinungen zu hören”.

Während es junge Katholiken gebe, welche die kirchliche Lehre als “Quelle der Freude” verstehen und leben, wird auch das Problem des mangelnden Verständnisses der katholischen Lehre, und das Versagen der Bischöfe, diese zu kommunizieren, festgestellt: “Keine Bischofskonferenz bietet Lösungen oder Rezepte für diese Fragen”, so das Dokument. Gleichzeitig fordert es, dass “die Frage der Sexualität offener und ohne Vorurteile diskutiert werden muss”.

In ihren Beiträgen fragen sich Bischofskonferenzen unter anderem, wie sie auf junge Menschen reagieren sollen, die sich für einen homosexuellen Lebensstil entschieden haben, die aber auch “der Kirche nahe sein wollen”.

Ungerechtigkeit, Ausbetung und “Cyborg-Ikonen”

Im Instrumentum kommt auch die Sorge um “Ungerechtigkeit und Ausbeutung” zur Sprache. Deutlich hervorgehoben werden von den Autoren die Millionen junger Migranten, sowie unbegleitete Flüchtlingskinder. Ebenfalls erwähnt wird das Mobbing-Phänomen und das Thema Sucht: Sei es nach Rauschgiften, Pornografie oder Spielen – sie wird hier als Symptom der vom Papst oft beschriebenen “Wegwerfkultur” eingeordnet.

In diesem Kontext wird auch die Kulisse einer zunehmenden “kulturellen Instabilität” und die Realität gewalttätiger Konflikte genannt, und das Dokument spricht streckenweise auch – zudem in einer kulturkritischen Sprache, die nicht nur akademische Augenbrauen heben wird – über die “Ikone des Cyborgs”, über den menschlichen Körper sowohl als “Schnittstelle von Natur und Kultur” als auch Ort der “Integration von Technik”, ja, sogar eines “technokratischen Zugangs”.

Wie der eigentliche Ablauf der Synode anhand letztlich aussieht, zu der auch 40 Jugendliche als “Auditoren” vorgesehen sind, wird sich freilich zeigen müssen – von den konkreten Ergebnissen ganz zu schweigen. (CNA Deutsch)

Australien: Anwälte plädieren gegen Haftstrafe für Erzbischof Philip Wilson

ADELAIDE – Am 3. Juli stellt sich heraus, ob der wegen der Vertuschung von Kindesmissbrauch schuldig gesprochene Erzbischof Philip Wilson wirklich ins Gefängnis kommt: Bei einer Anhörung vor einem Richter in Neusüdwales haben die Anwälte des Erzbischofs von Adelaide mehrere ärztliche Befunde vorgelegt, dass ihr Mandant an Alzheimer, Diabetes, Herzkrankheiten und Depression leide.

Für den 67-jährigen, so die Anwälte weiter, wäre das Absitzen einer Haftstrafe nicht nur schädlich für seine Gesundheit, sondern auch riskant: Andere Insassen könnten den Geistlichen ins Visier nehmen – obwohl dieser selber niemals Missbrauch verübt habe.

Wie CNA Deutsch berichtete, wurde Wilson von einem Gericht in Neusüdwales für schuldig befunden, einen Missbrauch an vier Jugendlichen durch einen Priester vertuscht zu haben, von dem er im Jahr 1976 durch eines der Opfer persönlich in einem Gespräch erfuhr.

Wilson ist der weltweit ranghöchste Kirchenvertreter, der wegen des Vergehens der Vertuschung verurteilt wurde.

Der von der katholischen Kirche in Australien eingesetzte Rat für Wahrheit, Gerechtigkeit und Heilung – Truth, Justice and Healing Council – hatte nach Bekanntwerden des Urteils den Rücktritt Wilsons gefordert. Dieser lässt vorerst jedoch nur sein Amt ruhen.

Ein von Papst Franziskus eingesetzter Apostolischer Administrator leitet vorerst die Erzdiözese.

Der eigentliche Täter des Missbrauchs in den 1970er Jahren wurde im Dezember 2004 in neun Fällen der sexuellen Gewalt gegen Kinder für schuldig befunden. Er starb im Januar 2006 im Gefängnis an einem Schlaganfall. (CNA Deutsch)

Ticona Porco: Konkubinatsvorwurf und Zwietracht in der Bischofskonferenz

Nach Chile könnte es in Bolivien zu einem weiteren Skandal für die katholische Kirche kommen.

Vaticanhistory – Martin Marker

Der neue Skandal betrifft einen bolivianischen Kirchenmann, der am 28. Juni zum Kardinal ernannt werden soll. Gemeint ist der emeritierte Bischof von Corocoro, Toribio Ticona Porco (81). Ticona Porco stammt aus einer indigenen Bauernfamilie und pflegt enge Kontakte zu dem bolivianischen Präsidenten Evo Morales. Morales selbst stammt ebenfalls aus einem indigenen Umfeld.

Die katholische Onlineseite „One Peter Five“ berichtete gestern über die Probleme um den designierten Kardinal ToribioTicona Porco und beruft sich hierbei auf einen Artikel der Nachrichtenagentur “ACI Prensa” vom 13. Juni.

Präsident Evo Morales und Bischof Ticona Porco

In dem Interview hatte Ticona Porco ermutigende Bemerkungen über Evo Morales gemacht und gesagt, er hoffe auf die kirchliche Hierarchie von Bolivien und würde mit Morales aus bestimmten Gründen zusammenarbeiten. Morales hatte 2016 mithilfe eines Referendums versucht, die Erlaubnis der Bolivianer zu erhalten, 2019 als Präsident wiedergewählt zu werden, aber das Volk lehnte seine Idee ab. Allerdings hat Morales kürzlich angedeutet, dass er dennoch versuchen könnte, zum vierten Mal wiedergewählt zu werden.

Über diese Konfliktsituation in Bezug auf Morales betonte Ticona Porco, dass er es vorziehen würde, sich nicht zu äußern, ob Morales wiedergewählt werden sollte oder nicht, weil “wir Freunde sind”.

Da Ticona Porco bald zum Kardinal erhoben wird, stellen einige Medien dieses Interview als die Meinung der höchsten kirchlichen Autorität in Bolivien dar und untergraben damit den offiziellen Widerstand gegen Morales, der von der ´Bolivianischen Bischofskonferenz kommt.

Da die Bolivianische Bischofskonferenz Morales Versuch abgelehnt hatte, wiedergewählt zu werden, reagierten sie bald nach diesem Ticona Porco-Interview. In ihrer Erklärung vom 13. Juni beziehen sie sich auf

“Fehlinterpretationen einiger Aussagen des Kardinals”, die “in der Öffentlichkeit Verwirrung stiften konnten”.

Die Bischöfe verweisen die Öffentlichkeit auf die verschiedenen Medienaussagen und Hirtenbriefe, die sie zuvor veröffentlicht haben.

“Wir lehnen jeden Versuch ab, die katholische Kirche [in Bolivien] zu spalten oder zu manipulieren”.

Ferner verwies die Bolivianische Bischofskonferenz darauf, dass Ticona Porco zwar seine eigene Meinung als Mitglied der Bischofskonferenz und emeritierter Bischof in Übereinstimmung mit den eigenen Statuten der Bischofskonferenz äußern könne, aber nicht als die höchste Autorität der Kirche von Bolivien.

Dass Evo Morales und Ticona Porco sich nahe stehen, beweist auch die Tatsache, dass der Präsident dem designierten Kardinal zu seiner Ernennung beglückwünschte und umgehend verkündete, er werde Ticona Porco für die Zeremonie nach Rom begleiten.

Konkubinatsvorwurf gegen Bischof Ticona Porco

Neben dem Konflikt der Bolivianischen Bischofskonferenz mit Ticona Porco stehen Vorwürfe eines möglichen Konkubinats des designierten Kardinals im Raum.

Ticona Porco steht unter massivem Druck, nachdem die spanischsprachige Website „ADELANTE LA FE“ Vorwürfe erhoben hatte, der Bischof habe auch eine “Ehefrau” und Kinder. Während er selbst solche Vorwürfe zurückwies, bestätigten „ADELANTE LA FE“ sowie andere Websites wie „LifeSiteNews“ die Richtigkeit dieses ersten Berichts.

In einem weiteren Bericht vom 18. Juni hat Miguel Ángel Yáñez von „ADELANTE LA FE“ zusätzliche Informationen über die Aussagen von “direkten Zeugen” veröffentlicht, die Ticona Porco und seine Begleiterin – welche nur als “Leonor RG” bekannt ist – berichtet. Die bolivianische Zeitung „Página siete“ hat einen Untersuchungsbericht veröffentlicht, in dem es heißt, dass Ticona Porco kircheneigenes Land an die bereits erwähnte “Leonor RG” verkauft habe, die sich “öffentlich” als “Ehefrau des Kardinals“ bezeichnet.

Ferner behauptet Yáñez in seinem neuen Bericht,

„dass Ticona seinen Namen in verschiedenen Kombinationen für verschiedene Zwecke verwendet hat. Während er im ursprünglichen Dekret zum vatikanischen Konsistorium als “HE Mons. Toribio Ticona Porco” bezeichnet wird, in seinem offizieller Ausweis aber steht” Toribio Porco Ticona”. Wir haben uns mit verschiedenen Rechtsquellen in Bolivien beraten, und alle bestätigen, dass diese Praxis nicht nur im Land nicht üblich ist, sondern höchst unregelmäßig und charakteristisch für Menschen ist, die Dinge verstecken und mit Verwirrung spielen wollen”.

Yáñez verweist in dem Bericht auf Zeugnisse und Anschuldigungen aus erster Hand, darunter ein Priester und andere Personen aus der Stadt Oruro, wo Ticona angeblich mit seiner “Ehefrau” gelebt hat.

Bisher keine Reaktion des Vatikans

Vonseiten des Vatikans gab es bisher keine Reaktion zu den Vorwürfen um Bischof Ticona Porco. Es bleit abzuwarten, ob und wie, Papst Franziskus auf die öffentlichen Anschuldigungen zwischen Bischof Ticona Porco und der gesamten Bolivianischen Bischofskonferenz reagieren wird. Ebenso steht der Skandal eines möglichen Doppellebens ungeklärt im Raum.

Besonders nachdem die Krise in der chilenischen Kirche tiefe Wunden unter den Gläubigen und in der gesamten Weltkirche gerissen hat, sollte die Römische Kurie in Rom und das Kirchenoberhaupt die Verwirrungen und Anschuldigungen aus Bolivien sehr ernst nehmen und hier eine klare Position beziehen, und das, bevor Bischof Ticona Porco in den Kardinalsstand erhoben wird. Viel Zeit bleibt dem Heiligen Vater nicht mehr, dass Konsistorium findet am 28. Juni statt. (vh – mm)

Knapp 500 Priester bekräftigen Lehre von Humanae Vitae in neuer Erklärung

LONDON – Fast 500 britische Priester haben eine Erklärung unterzeichnet, in der sie die Lehre der Kirche über die menschliche Sexualität und künstliche Empfängnisverhütung bekräftigen – eine Doktrin, die der selige Paul VI. in seiner Enzyklika Humanae Vitae 1968 unterstrichen hat.

Das berichtet der Vatikanist Edward Pentin im “National Catholic Register“.

Die Priester unterzeichneten die Erklärung anlässlich des 50. Jahrestages der Veröffentlichung der Enzyklika. Darin heißt es, dass die ewige Lehre der Kirche über die menschliche Sexualität eine Vorreiterrolle beim Wiederaufbau einer Kultur des Lebens spielen sollte – und sie betonen, dass diese Lehre für Katholiken und Nichtkatholiken gleichermaßen von unschätzbarem Wert sei.

“Nach einem halben Jahrhundert können wir sehen, wie wahrhaft prophetisch die Enzyklika des Papstes Paulus war”, schreiben die Organisatoren in einem Brief, der letzten Monat an andere Priester geschickt wurde und diese auffordert, sich der Initiative “Humanae Vitae 50” anzuschließen.

“Wir erleben täglich die Krise des Familienlebens und der Ehe”, fügen die Autoren hinzu und stellen fest, dass sich Humanae Vitae 50 Jahre nach seiner Entstehung als “relevanter denn je” erwiesen habe.

Die Lehre von der Ehe müsse wieder mit Zuversicht verkündet werden, so die Erklärung weiter. Humanae Vitae bekräftige die “Reinheit und Schönheit des ehelichen Aktes”, der immer offen für die Fortpflanzung sei.

Die Enzyklika des seligen Papstes habe vorausgesagt, dass die Verbreitung der Empfängnisverhütung zum Verlust eines “richtigen Verständnisses der Ehe, der Familie, der Würde des Kindes und der Frauen und sogar einer angemessenen Wertschätzung unseres Körpers” führen würde.

Eine Initiative katholischer Laien

Wie Pentin weiter berichtet, gründeten britische Laien die Initiative “Humanae Vitae 50” als Ermutigung für Priester, die Lehre zu verkünden.

“Viele Priester haben geantwortet”, sagte ein Unterzeichner gegenüber dem “National Catholic Register” am 14. Juni und fügte hinzu, dass es zwar eine britische Initiative sei, andere Ortskirchen weltweit ähnliches planten.

“Es ist ermutigend, dass so viele geantwortet haben”, sagte er. Andere verweisen auf einen starken Kontrast zur damaligen Reaktion des Klerus: “1968 äußerten sich nur sehr wenige Priester zuversichtlich zu dieser Lehre und viele waren anderer Meinung”, heißt es in einer Pressemitteilung, die zeitgleich mit der Initiative veröffentlicht wurde.

Die Vernachlässigung der von Humanae Vitae bekräftigten moralischen Wahrheiten habe zur Folge gehabt, dass Verhütung weit verbreitet Anwendung fand – was “zu einem Zusammenbruch der Familien, der Sexualmoral, der Achtung vor dem menschlichen Leben und der Würde der Frau geführt hat”, so einer der Laien-Organisatoren gegenüber dem “Register”.

Die Veröffentlichung von Humanae Vitae jährt sich am 25. Juli zum fünfzigsten Mal. (CNA Deutsch)

Delegat des Papstes beendet Mission in Chile und bittet in seinem Namen um Vergebung

TEMUCO – Am Sonntag hat Erzbischof Charles Scicluna, Sondergesandter von Papst Franziskus in der Diözese Osorno in Chile, im Namen des Pontifex bei allen Gläubigen entschuldigt und um Vergebung gebeten, nachdem er mehrere Tage lang Opfer sexuellen Missbrauchs angehört hatte.

“Papst Franziskus hat mir aufgetragen, jeden Gläubigen der Diözese Osorno und alle Bewohnern dieses Gebietes um Verzeihung zu bitten dafür, dass wir sie verletzt und zutiefst beleidigt haben”, sagte Scicluna, der auch Erzbischof von Malta ist, am 17. Juni in einer Mitteilung am Ende seines Aufenthaltes in Osorno.

Zum Abschluss feierte eine heilige Messe in der Kathedrale des heiligen Matthäus.

Vom 14. bis 17. Juni hielten sich Erzbischof Scicluna und der Mitgesandte, Monsignore Jordi Bertomeu, in Osorno auf, um sich mit verschiedenen Gemeinden zu treffen und Wege der Versöhnung und neuen Gemeinschaft zu finden und entwickeln.

Zuvor hatten beide Informationen über die mögliche Vertuschung des bisherigen Bischofs von Osorno in Fällen sexuellen Missbrauchs durch den Priester Fernando Karadima gesammelt.

In seiner Mitteilung dankte Bischof Scicluna “allen für die wunderbare, warmherzige und aufrichtige Begrüßung” und dafür, dass sie “die Liebe der Kirche erfahren” durften, was sie “tief bewegte.”

“Für Monsignore Jordi Bertomeu und mich war es eine tiefe Erfahrung Gottes, so vielen Pfarrgemeinden zu begegnen, so viele Menschen zu treffen, die mit uns ihre Wunden, ihre schmerzhaften Erfahrungen und auch ihre Hoffnungen und Liebe für die Kirche in Osorno geteilt haben”.

Er dankte den Mitgliedern des Klerus von Osorno und allen für “so viel guten Willen, für so viel Liebe zur Kirche Jesu Christi und für den Wunsch der großen Mehrheit, dass echte Versöhnung stattfinde.”

Er betonte, dass diese erhoffte Versöhnung nicht “durch eine Mission von ein paar Tage erreicht wird, sondern sie ist ein Geschenk Gottes, das von einem langen Prozess begleitet werden muss, der Geduld, Großzügigkeit, Kraft und Demut erfordert.”

Am Ende seiner Botschaft wünschte er Monsignore Jorge Concha, dem Apostolischen Administrator von Osorno, “alles Gute für seine Mission, dem Volk Gottes zu dienen, das sich nach Einheit sehnt und das versucht, ein wahres Zeugnis für die Freude des Evangeliums zu geben.” (CNA Deutsch)

Papst: Abtreibung kranker, behinderter Kinder ist “Nazi-Mentalität”

Franziskus betont erneut, dass Familie zwischen einem Mann und einer Frau besteht.

VATIKANSTADT – In einer Rede vor einem Familienverband hat Papst Franziskus am heutigen Samstag erneut betont, dass der Bund zwischen Mann und Frau das Bild Gottes von der Familie ist – und die Abtreibung kranker und behinderter Kinder mit einer “Nazi-Mentalität” verglichen.

“Ich habe gehört, dass es in Mode ist, oder zumindest üblich, dass, wenn in den ersten Monaten der Schwangerschaft Untersuchungen gemacht werden, um zu schauen, ob das Kind gesund ist oder etwas hat, das erste Angebot lautet: Machen wir es weg”, sagte der Papst am 16. Juni und verwies auf den Trend, kranke oder behinderte Kinder abzutreiben.

Das ist “die Ermordung von Kindern….um ein ruhiges Leben zu haben, wird eine unschuldige [Person] weggemacht…Wir machen dasselbe wie Nazis, die die Reinheit der Rasse erhalten wollen, aber wir tun es mit weißen Handschuhen”, so Franziskus wörtlich.

“Es ist eine Gräueltat, aber wir verüben diese gleiche Tat”, sagte er italienischen Medienberichten zufolge.

Franziskus sprach mit Mitgliedern des Forums der Familienverbände, das in diesem Jahr sein 25-jähriges Bestehen feiert.

Der Papst machte seine Aussagen über Familie und Abtreibungen vor dem Hintergrund zweier aktueller Ereignisse zu diesen beiden Themen: Soeben hat das Heimatland des Papstes, Argentinien, einem Gesetzentwurf zugestimmt, der die Abtreibung in den ersten 14 Wochen der Schwangerschaft legalisieren soll. Zudem wird Franziskus in einem knappen Monat nach Irland zum Weltfamilientreffen reisen, bei dem Jesuitenpater James Martin als Hauptredner darüber sprechen wird, wie man Mitglieder der LGBT-Gemeinschaft in der Kirche willkommen heißt.

Wie die Zeitung “La Stampa” berichtet, legte der Papst am heutigen 16. Juni sein Rede-Manuskript beiseite mit der Bemerkung, der vorbereitete Text wirke “ein wenig kalt”.

Dem gleichen Bericht zufolge sagte der Pontifex aus dem Stegreif, es sei “schmerzhaft” daran zu denken, dass eine Gesellschaft die Tötung von Kindern akzeptiere, nur weil diese krank oder behindert seien. Genau das sei jedoch die gegenwärtige Mentalität.

In modernen Gesellschaften spreche man “von verschiedenen Arten von Familie”, und definiere den Begriff in unterschiedlicher Weise, fuhr Franziskus fort.

“Ja, es stimmt, dass ‘Familie’ als analoger Begriff verwendet wird. Ja, man kann auch sagen: ‘Die Familie der Sterne’, ‘die Familie der Bäume’, ‘die Familie der Tiere'”, sagte der Pontifex, betonte aber, dass “die Familie nach dem Bilde Gottes nur eine ist, die Familie von Mann und Frau….die Ehe ist ein wunderbares Sakrament”.

Mit Blick auf sein nachsynodales Schreiben Amoris Laetitia sagte der Papst in Anspielung auf die massiven Kontroversen um das achte Kapitel, dass einige das Dokument auf die Frage “Du kannst, du kannst nicht” reduziert hätten.

“Sie haben nichts verstanden”, sagte Franziskus. Das Schreiben verberge keine Probleme, gehe aber über Fallstudien hinaus. Um Amoris Laetitia zu verstehen, so der Pontifex, müsse man das vierte Kapitel über die Spiritualität des täglichen Lebens lesen. Dieses sei der “Kern” des Dokuments, so Franziskus.

Franziskus wies dann auf die Betonung der Ehevorbereitung hin und sagte, dass die Familie “ein schönes Abenteuer ist, und heute, ich sage es mit Schmerzen, sehen wir, dass wir oft daran denken, eine Familie zu gründen, zu heiraten, als ob es eine Lotterie wäre. Wir gehen und wenn es funktioniert, funktioniert es, wenn nicht, beenden wir es und fangen von vorne an.” Es bedürfe eines “Katechumenats für die Ehe…. Männer und Frauen werden gebraucht, die jungen Menschen helfen zu reifen”.

Dies beginne mit kleinen Dingen, wie der Vorbereitung auf die Ehe, sagte der Papst und fügte hinzu: “Es ist wichtig, einander zu lieben und das Sakrament zu empfangen, und dann die Feier zu haben, die man will”. Es sei jedoch niemals akzeptabel, dass “das Zweite an die Stelle des Wichtigsten tritt”, betonte Franziskus.

Der Pontifex sprach auch über die Bedeutung der Erziehung der Kinder, und stellte fest, dass dies für die Eltern nicht einfach sei, gerade in einer virtuellen Welt, die der Nachwuchs “besser kennt als wir”.

Der Papst verwies auch auf die Herausforderung für Familien, Zeit mit ihren Kindern zu verbringen, besonders in Zeiten sozialer und wirtschaftlicher Krise.

“Um heute Geld zu verdienen, muss man zwei Jobs haben, die Familie wird nicht berücksichtigt”, sagte Franziskus. Der Papst ermutigte die Eltern, dieses “Kreuz” und exzessive Arbeitszeiten auf sich zu nehmen und gleichzeitig mit ihren Kindern zu spielen.

“Kinder sind das größte Geschenk”, sagte er – auch wenn sie krank seien. Kinder, sagte Franziskus, müssen “empfangen werden, wie sie kommen, wie Gott sie sendet”.

In Anspielung auf den Trend mancher Schichten, “freiwillig kinderlos” zu sein, stellte Franziskus fest, dass es Menschen gebe, die keine Kinder wollen. Ihm sei der Fall eines Paares bekannt, dass keine Kinder haben wollte, aber dafür drei Hunde und zwei Katzen hatte.

Abschließend sprach Franziskus über die Notwendigkeit, im Eheleben geduldig zu sein: Es gebe Zeiten großer Krise, manchmal sogar Zeiten der Untreue”.

“Es gibt viele Frauen – aber auch manchmal Männer -, die schweigend warten, in die andere Richtung schauen”, so der Papst, und darauf warten, dass ihr Ehepartner wieder treu werde. Dies sei “die Heiligkeit, die vergibt, weil sie liebt”, so Franziskus. (CNA Deutsch)

Gestohlener Kolumbus-Brief aus dem Jahr 1493 zurück im Vatikan

VATIKANSTADT – Der historische Abdruck eines Briefs von Christoph Kolumbus ist zu ihrem rechtmäßigen Platz in der Vatikanischen Bibliothek zurückgekehrt.

Der Seefahrer schildert darin seine Erfahrungen auf der Reise an die Küsten Amerikas.

Kolumbus schrieb den Brief an den spanischen König Ferdinand und Königin Isabella im Jahre 1493, nachdem er von seiner Entdeckungsreise zurückgekehrt war. Er schildert darin, was er auf seinen Reisen gesehen und erlebt hatte.

Der “Kolumbus-Brief”, inoffiziell oft als “Brief über die kürzlich entdeckten Inseln” bezeichnet, wurde übersetzt und in lateinischer Fassung handgedruckt, um in ganz Europa verteilt zu werden. Rund 80 authentische Exemplare existieren noch heute.

Eines der ältesten Exemplare des achtseitigen, dicht geschriebenen Briefes wurde dem Vatikan 1921 als Teil der “Sammlung De Rossi” übergeben, die aus seltenen Büchern und Manuskripten bestand, die dem Vatikan auf Wunsch des Bibliophilen Giovanni Francesco Rossi nach seinem Tod 1854 übergeben wurden.

Irgendwann – der genaue Zeitpunkt ist nicht bekannt – wurde der Brief gestohlen.

Erst 2011 entdeckte ein Experte für seltene Bücher und Manuskripte, dass es sich bei dem Exemplar in der Sammlung der Vatikanischen Bibliothek um eine Fälschung handelte, nachdem er die Merkmale des Schriftstücks genauer untersucht hatte.

Der Experte kontaktierte US-Behörden über den möglichen Diebstahl, die wiederum den Vatikan informierte. Der gefälschte Brief wurde von weiteren Experten geprüft, darunter Spezialisten der Princeton University, die alle ebenfalls bestätigten, dass der Brief eine Fälschung war.

Die ursprüngliche Kopie des Briefes des Vatikans wurde schließlich auf David Parsons zurückverfolgt, ein wohlhabender Sammler aus Atlanta, der das Dokument im Jahr 2004 für 875.000 Dollar von einem Antiquar in New York gekauft hatte – allerdings ohne zu wissen, dass dieser Druck aus dem Vatikan gestohlen worden war.

Im Jahr 2013 schickte Parsons seinen gekauften Brief an den Experten, der die Fälschung ursprünglich entdeckt hatte. Nach eingehender Prüfung befand der Experte diesen als echt.

Ein weiteres Kapitel im Krimi um den Kolumbusbrief nahm seinen Anfang im Jahr 2016. Ermittlungen ergaben, dass der New Yorker Buchhändler das geraubte Dokument von dem berüchtigten italienischen Buchdieb Marino Massimo De Caro gekauft hatte. Dieser sitzt derzeit eine siebenjährige Haftstrafe in Italien ab. Sein Verbrechen: Der Diebstahl von etwa 4.000 alten Büchern und Manuskripten aus ganz Italien.

Bei einer weiteren vergleichenden Analyse im April 2017 wurde nicht nur bestätigt, dass Parsons’ Brief tatsächlich aus der Vatikanischen Bibliothek gestohlen worden war. Die Experten stellten fest, dass der Diebstahl irgendwann vor 2004 stattgefunden haben musste.

Im August dieses Jahres kontaktierten die Ermittler die Witwe von David Parsons, Mary Parsons, und zeigten ihr die Beweise für den Diebstahl und die Fälschung.

Die Witwe stimmte zu, sich von dem Brief zu trennen und auf alle Rechte, Titel und Interessen zu verzichten, damit er in seine ursprüngliche Heimat in der Vatikanischen Bibliothek zurückgebracht werden konnte.

Der Kolumbus-Brief wurde am gestrigen 14. Juni 2018 offiziell ausgetauscht. Der US-Botschafterin am Heiligen Stuhl, Callista Gingrich, überreichte das Schriftstück dem Archivar und Bibliothekar des Vatikans, Erzbischof Jean-Louis Bruguès, O.P. und dem Präfekten der Bibliothek, Bischof Cesare Pasini, in der Vatikanischen Bibliothek.

Bei der Übergabe nannte Gingrich den Brief “ein unbezahlbares Stück Kulturgeschichte” und sagte, sie fühle sich geehrt, den Brief “seinem rechtmäßigen Besitzer” zurückzugeben.

Sie bemerkte, dass Agenten der US-Homeland Security Investigations (HSI) seit 2007 mehr als 11.000 Artefakte und Kunstwerke aus über 30 Ländern als Teil einer laufenden Untersuchung über den illegalen Verkauf gestohlener Bücher und Manuskripte zurückgegeben haben.

Bis heute, so Gingrich, hat HSI sowohl Gemälde als auch Manuskripte nach Deutschland, Österreich, Italien, Frankreich und Polen repatriiert und antike Artefakte aus verschiedenen Regionen Europas, Südamerikas, Asiens und dem Nahen Osten geborgen.

Zusätzlich zu dem Brief, der von Parsons gefunden wurde, hat HSI zwei weitere Kolumbus-Briefe als Teil ihrer laufenden Untersuchung über den Verkauf gestohlener Bücher und Manuskripte zurückgegeben. Die beiden weiteren beschlagnahmten Kolumbus-Schreiben wurden an die Riccardiana-Bibliothek in Florenz und die Bibliothek von Katalonien in Barcelona zurückgegeben.

Als eine Geste der Dankbarkeit an Frau Parsons, dass sie sich von dem wertvollen Schreiben aus dem Besitz ihres verstorbenen Mannes getrennt hat, übergab die US-Botschaft Anfang dieser Woche eine persönliche Nachricht von Frau Parsons an den Papst.

Erzbischof Bruguès bedankte sich während der Rückführungszeremonie bei allen, die an der Bergung des Briefes beteiligt waren, der “ein unbezahlbares kulturgeschichtliches Artefakt ist, das heute seinen Weg zurück in seine Heimat gefunden hat”.

Er sagte, die Bibliothek sei “überrascht”, als sie herausfand, dass ihre Kopie eine Fälschung sei, und bemerkte, dass die Technik der Fälschung, die als “Stereotypisierung” bezeichnet wird, während des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts verbreitet war und nicht nur die visuellen, sondern auch die Eigenschaften der Oberflächen des Originals wiedergibt.

“Wir sind sehr dankbar, dass wir diesen Band wieder in die De Rossi-Sammlung aufnehmen können”, sagte er und fügte hinzu, dass der Brief “den Forschern aus der ganzen Welt zur Verfügung stehen wird, um die Sammlungen der Vatikanischen Bibliothek zu studieren”. (CNA Deutsch)