USA/Boston: Kardinal O‘Malley ordnet Untersuchung eines Priesterseminars an

Auslöser für die Untersuchung sind veröffentlichte Vorwürfe zweier ehemaliger Seminaristen des St. John´s Seminary Boston in sozialen Medien.

Vaticanhistory – Martin Marker

Kardinal Séan O‘Malley ist seit 30.Juli 2003 Erzbischof von Boston und seit 22.März 2014 Präsident der Päpstlichen Kommission für den Schutz von Minderjährigen. Somit steht Kardinal O‘Malley in doppelter Verantwortung zu den bekannt gewordenen Vorwürfen. Einerseits ist er leitender Erzbischof der Diözese Boston, andererseits verpflichtet ihn sein Amt im Vatikan zur Klärung der Vorwürfe.

National Catholic Register (NCR) berichtete am Freitag über die Einleitung einer großen Untersuchung des St. John´s Seminary in der Erzdiözese Boston durch Kardinal O‘Malley.

„Anfang dieser Woche wurde mir mitgeteilt, dass zwei ehemalige Seminaristen des St. John’s Seminary in der Erzdiözese Boston Behauptungen auf Social-Media-Sites einschließlich der Facebook-Seite des Erzbistums erhoben hatten, dass sie während ihrer Zeit im Seminar Zeuge von Aktivitäten gewesen seien, die direkt im Widerspruch zu den moralischen Standards und Anforderungen der Ausbildung für das katholische Priestertum stehen“, sagte O’Malley.

„Als Erzbischof von Boston, der für die Integrität des Seminars und die Einhaltung des Programms der Kirche für die Ausbildung der Priester verantwortlich ist, verpflichte ich mich zu sofortigen Maßnahmen, um diese ernsten Angelegenheiten anzugehen.“

Der Kardinal gab bekannt, dass der Rektor des Seminars Msgr. James Moroney, sofort von seinem Amt freigestellt wurde, um eine völlig unabhängige Untersuchung zu ermöglichen. Ferner gab er bekannt, dass Pater Stephen E. Salocks zum Interims-Rektor von St. John´s Seminary ernannt wurde. Salocks ist derzeit Professor am Seminar.

Die Untersuchung der Vorwürfe wird geleitet von Bischof Mark O’Connell, Weihbischof von Boston, Dr. Francisco Cesareo, Präsident des Assumption College und Präsident des USCCB National Review Board, das den USCCB in Fragen der Kinder- und Jugendschutzpolitik berät und Frau Kimberly Jones, CEO der Athena Legal Strategies Group. Die eigentliche Untersuchung wird von Mark Dunderdale, dem Direktor des Erzdiözeseamtes für berufliche Standards und Aufsicht, durchgeführt.

O‘Malley sagte, er habe das Untersuchungsteam angewiesen, ihm „so bald wie möglich“ mit seinen Ergebnissen und einer Reihe von Empfehlungen zu berichten, die angemessene Verhaltensstandards im Einklang mit der Lehre der Kirche auf allen Ebenen des Seminars gewährleisten.

„Die in dieser Woche erhobenen Anschuldigungen bereiten mir als Erzbischof von Boston große Sorgen, betonte der Kardinal. Das Amt des katholischen Priestertums erfordert eine Vertrauensbasis mit dem Volk der Kirche und der weiteren Gemeinschaft, in der unsere Priester dienen. Ich bin fest entschlossen, dass all unsere Seminare diesen Vertrauensstandard erfüllen und die notwendige Ausbildung für Priester schaffen, damit sie in unserer heutigen Gesellschaft eine anspruchsvolle Berufung des Dienstes erfüllen können.“

Nach dem Rücktritt von Kardinal Theodore McCarrick aus dem Kardinalskollegium wegen schwerer Vorwürfe des Missbrauchs und Fehlverhaltens vor wenigen Tagen ist Kardinal O‘Malley um Schadensbegrenzung bemüht. Das Bild der amerikanischen Kirche in der Öffentlichkeit könnte zusätzlichen Schaden nehmen. (vh)

Warum boomt der Katholizismus im protestantischen „Bible Belt“ der USA?

CHARLESTON (SOUTH CAROLINA) – Mitten im berühmten protestantischen „Bible Belt“ der USA gibt es am Sonntag in vielen katholischen Kirchen nur noch Stehplätze, während in protestantischen Gemeinden dagegen die Bänke leer stehen.

Baptisten, Methodisten und die Lutheraner: Alle verzeichnen sie einen Rückgang der Gottesdienstbesucherzahlen.

Die Gründe sind vielschichtig, und mehr als nur ein regionaler Trend. Die einst so stark christlichen USA sind ein zunehmend säkulares Land. In den vergangenen 15 Jahren hat auch und gerade der protestantische Mainstream massiv an Mitgliedern verloren.

Doch zwei Faktoren tragen wesentlich dazu bei, dass der Süden und Südosten der USA einen katholischen Boom erlebt: Einmal der Anstieg der Zahl spanischsprachiger Katholiken, und dann der Zuzug katholischer Familien und Ruheständler aus dem Nordosten der Nation.

In der Pfarrei St. Gregorius in der Stadt Bluffton, an der Südküste von South Carolina, ist die Zahl der Gottesdienstbesucher explodiert.

„Wer am Sonntag spät aufkreuzt, der muss hinten stehen oder sich irgendwo in die Bank dazu quetschen“, berichtet Kasia Kovas in einem Artikel für „The Island Packet„.

Die Pfarrei hat mittlerweile über 10.000 eingetragene Mitglieder – ein Ansprung von rund 70 Prozent in gerade mal zehn Jahren. Von Freitag bis Sonntag werden 12 Messen gefeiert, zwei davon in spanischer Sprache.

Mit dem normalen Zuzug in den beliebten Bundesstaat ist das nicht erklärt.

In den Vereinigten Staaten waren im Jahr 2016 etwa 40 Prozent der Kirche spanischsprachigen Hintergrunds. Besonders stark vertreten ist diese Gruppe unter jungen und jüngeren Erwachsenen: 55 Prozent der Katholiken unter 14 Jahren sind spanischsprachig, und gut die Hälfte der Gläubigen im Alter von 14 bis 29.

In den nächsten zehn Jahren wird der Anteil spanischsprachiger Katholiken in den USA allen Prognosen zufolge weiter wachsen.

Die meisten spanischsprachigen Katholiken sind Migranten, etwa aus Mexiko, Guatemala oder Kolumbien.

„Die Gemeinde hier ist aber keine Migranten-Community“, betont der Pfarrer von St. Gregorius, Monsignore Ronald Cellini. „Die Kinder wachsen hier auf. Sie waren schon hier, und sie bleiben hier“, so der Priester gegenüber dem „Island Packet“.

Die US-Bischofskonferenz hat auf diese Entwicklungen unter anderem mit der Organisation der „Encuentros“ – Treffen – reagiert, bei dem Klerus und Laien sich austauschen und beraten. Im September 2018 findet das fünfte Encuentro dieser Art in Texas statt. (CNA Deutsch)

Heilige für alle: Welchem Heiligen man sich in welchem Beruf anvertrauen kann

MÜNCHEN – Egal ob Theologin oder Hausfrau, Bauer oder Bischof: Alle können heilig werden – und sollen es auch versuchen. Es ist der Sinn und Lebenszweck aller Katholiken, dies im geistlichen Kampf zu wagen, und anderen dabei zu helfen.

Buchstäbliche Fürsprecher bei Gott dabei sind die Heiligen. Sie beten für alle, die noch kämpfen. Viele dieser Heiligen übten in ihrem Leben einen Beruf oder eine Aktivität aus – und deshalb hat sie die Kirche zu Patronen für einige berufliche Tätigkeiten ernannt.

Wer wissen will, welcher Heiligen er oder sie seinen Beruf anvertrauen kann, findet in der folgenden Liste heraus, wer typischerweise für diesen angerufen wird; wobei es natürlich regionale wie persönliche Vorlieben gibt – und letztlich jeder dabei zu Gott betet.

Anwälte: Heiliger Raimund von Peñafort und Heiliger Thomas Morus

Apotheker: Heiliger Nikolaus, Heilige Maria Magdalena

Arbeiter: Heiliger Joseph, Bräutigam der Jungfrau Maria

Architekten: Heiliger Apostel Thomas und Heilige Barbara

Ärzte: Heiliger Kosmas und Damian

Athleten: Heiliger Sebastian

Bäcker: Heiliger Honorius von Amiens, Heiliger Ambrosius, Heiliger Firmin, Heiliger Michael, Heiliger Nikolaus, Heilige Zita

Bänker: Heiliger Matthäus und Heiliger Michael

Bauern: Heiliger Isidor von Madrid

Beamte: Heiliger Matthäus

Bergbauarbeiter: Heilige Anna, Heilige Barbara

Beter: Heiliger Johannes Chrysostomos

Bibliothekare: Heiliger Hieronymus

Bildhauer: Heiliger Lukas

Buchhalter: Heiliger Matthäus

Dichter: Heiliger Johannes vom Kreuz, Heiliger Gregor von Nazianz

Dolmetscher: Heiliger Markus

Erzieher: Heiliger Philipp Neri

Fallschirmjäger: Heiliger Michael

Familienväter: Heiliger Joseph, Bräutigam der Jungfrau Maria

Angestellte beim Fernsehen: Heilige Klara von Assisi

Feuerwehrmänner: Heilige Barbara und Heiliger Johannes von Gott

Fischer: Heiliger Andreas, Heiliger Petrus

Förster: Heiliger Eustachius

Friseure: Heiliger Ludwig, König von Frankreich, Heilige Maria Magdalena

Gärtner: Heilige Dorothea, Heilige Maria Magdalena

Gastgeber: Heiliger Martin

Geigenspieler: Heilige Cäcilia

Glasbläser: Heiliger Markus

Hausangestellte: Heiliger Onesimus und Heilige Zita

Hausmeister: Heiliger Theobald

Haushälterin: Heilige Anna

Hebammen: Heiliger Raimund Nonnatus

Hirten: Heiliger Paschalis Baylon, Heilige Genoveva

Historiker: Heiliger Beda

Ingenieure: Heiliger Benedikt, Heiliger Joseph

Journalisten: Heiliger Franz von Sales

Jugendliche: Heiliger Aloisius von Gonzaga

Juweliere: Heilige Anna, Heiliger Eligius, Heiliger Januarius

Kinderpflegerinnen: Heilige Agatha

Köche: Heiliger Laurentius und Heilige Martha

Komiker: Heiliger Philipp Neri

Krankenschwestern- und pfleger: Heilige Agatha, Heiliger Johannes von Gott und Heiliger Martin von Porres

Kuriere: Heiliger Erzengel Gabriel

Laryngologen: Heiliger Blasius

Lehrer: Heiliger Gregor der Große, Heiliger Johann Baptist de la Salle, Heiliger Joseph von Calasanz

Maler: Heiliger Lukas, Heiliger Angelikus, Heiliger Lazarus von Konstantinopel

Matrosen: Heilige Jungfrau vom Berge Karmel, Heiliger Cuthbert

Maurer: Heiliger Antonius von Padua

Mechaniker: Heiliger Eligius

Mesner: Heiliger Guido von Anderlecht

Missionare: Heilige Theresia von Lisieux, Heiliger Franz Xaver

Modedesigner: Heilige Teresa und Luzia

Mönche: Heiliger Benedikt

Musiker: Heilige Cäcilia

Mütter: Jungfrau Maria

Notare: Heilige Katharina von Alexandrien, Heiliger Genesius von Arles, Heiliger Guido, Heiliger Lukas, Heilige Luzia und Heiliger Markus

Optiker: Heilige Luzia, Heilige Ottilia

Organisten: Heilige Cäcilia

Pfarrer: Heiliger Johannes Maria Vianney

Philosophen: Heilige Katharina von Alexandrien

Photographen: Heilige Veronika

Pilot: Heiliger Joseph von Copertino

Polsterer: Heiliger Sebastian

Postboten: Heiliger Erzengel Gabriel

Prediger: Heiliger Johannes Chrysostomos

Psychologen: Heiliger Thomas von Aquin

Reisende: Heiliger Christophorus, Heiliger Julian

Sänger: Heiliger Gregor der Große

Schauspieler: Heiliger Johannes (Don) Bosco

Schlosser: Heiliger Petrus

Schneider: Heiliger Franz von Assisi, Heiliger Antonius

Schreiner und Zimmermänner: Heiliger Joseph, Bräutigam der Jungfrau Maria

Schriftsteller: Heiliger Evangelist Johannes und Heiliger Franz von Sales

Schuhmacher: Heiliger Krispin

Sekretäre: Heiliger Markus

Soldaten: Heiliger Martin, Heiliger Georg, Heiliger Sebastian, Heiliger Mauritius

Steuereinnehmer: Heiliger Matthäus

Studenten: Heiliger Thomas von Aquin, Heiliger Joseph von Copertino

Angestellte im Bereich der Telekommunikation: Heiliger Erzengel Gabriel

Theologen: Heiliger Thomas von Aquin, Heiliger Augustinus

Tierärzte: Heiliger Eligius

Übersetzer: Heiliger Hieronymus

Uhrmacher: Heiliger Petrus

Verliebte (weniger ein Beruf, aber wichtig): Heiliger Valentin

Viehtreiber: Heiliger Bartholomäus

Wachmänner: Heilige Schutzengel

Weber: Heiliger Frank von Assisi, Heiliger Antonius Maria Claret

Wissenschaftler: Heiliger Albertus Magnus, Heiliger Thomas von Aquin

Zahnärzte: Heilige Apollonia, Heilige Kosmas und Damian.

(CNA Deutsch)

Erzbischof erinnert an Europas „vergessenen Krieg“ in der Ukraine

BALTIMORE, MARYLAND – Vier Jahre der Kämpfe in der Ukraine haben zur „größten humanitären Krise auf dem europäischen Kontinent seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs“ geführt, so das Oberhaupt der ukrainischen griechisch-katholischen Kirche.

Erzbischof Swjatoslaw Schewtschuk von Kiew forderte die internationale Gemeinschaft und die katholische Kirche auf, die Krise in der Ukraine nicht weiter zu vernachlässigen.

Der ukrainische Würdenträger machte das Plädoyer während seiner Grundsatzrede auf der Konferenz der „Knights of Columbus“ am 7. August.

Seitdem Russland die Krim im Jahr 2014 annektierte, hat der ukrainische Konflikt mehr als 10.000 Menschen das Leben gekostet und nach Angaben der Vereinten Nationen 1,6 Millionen Menschen vertrieben.

„Neben all diesen Verlusten und menschlichen Tragödien gibt es noch eine weitere versteckte Gefahr des Krieges im Osten der Ukraine: Diese Region droht durch überflutete Minen und verseuchtes Trinkwasser eine schwere, lang anhaltende ökologische Katastrophe zu erleiden, die in ihrem Ausmaß mit der Tschernobyl-Katastrophe von 1986 vergleichbar ist“, warnte der Erzbischof.

Bis zu vier Millionen Menschen könnten in der Region ohne sauberes Trinkwasser leben, so der Würdenträger.

„Dies geschieht gerade jetzt, in der Ukraine, dem größten Land Europas“.

Die Kämpfe haben auch die Infrastruktur beschädigt. Die Weltgesundheitsorganisation hat unter anderem zwischen 2014 und 2016 mehrere Angriffe auf Krankenhäuser in der Ukraine dokumentiert.

„Dies ist ein stiller und vergessener Krieg. Weil es ein vermeintlich ‚eingefrorener Konflikt‘ ist, spricht niemand mehr laut über den Krieg in der Ukraine“, sagte der Erzbischof.

Obwohl es in der Ukraine eigentlich einen Waffenstillstand gibt, wurde er im Juli mehr als 1.200 Mal in einer Woche verletzt, berichtete die Sonderbeobachtungsmission der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE).

„Viele Fachleute nennen diesen Krieg in der Ukraine heutzutage einen ‚hybriden Krieg‘, das heißt einen Krieg, in dem nicht nur traditionelle Waffen auf Schlachtfeldern eingesetzt werden, sondern alle verfügbaren Mittel der Zerstörung eingesetzt werden, einschließlich wirtschaftlicher Maßnahmen und die Mittel der Informationstechnik“, erklärte der Erzbischof.

„Dank der Informationstechnologien sind moderne Kriege nicht auf bestimmte Gebiete beschränkt“.

Der Krieg betreffe nicht nur die Menschen vor Ort, so Schwetschuk weiter. „Jeder in der westlichen Welt erlebt heute die Folgen dieses Informationskrieges, der die Wahrheit ins Visier nimmt, indem er ‚fake news‘ verbreitet und die öffentliche Meinung zu manipulieren versucht“.

Die katholische Antwort

„Wie reagiert die katholische Kirche in der Ukraine und insbesondere unsere griechisch-katholische Kirche auf die Bedürfnisse von Millionen von Menschen, die unter den Folgen des Krieges leiden?“, fragte Schewtschuk.

Die Antwort des Erzbischofs: „Diakonia“, die griechische Bezeichnung für den karitativen Dienst im Neuen Testament. Im Falle der Ukraine bedeutet dieser Dienst, „dem Nächsten zu dienen, sich um die vom Krieg Betroffenen zu kümmern, ihnen geistliche Führung zu geben und oft auch sozialen Dienst zu leisten“, sagte er.

Katholiken sind eine Minderheit in der Ukraine, der größte Teil der Bevölkerung sind orthodoxe Christen.

Am 7. August sprach US-Außenminister Mike Pompeo mit dem ukrainischen Präsidenten Petro Poroshenko am Telefon und versicherte ihm die Unterstützung der USA für die „Souveränität und territoriale Integrität der Ukraine“, so die Sprecherin des Außenministeriums, Heather Nauert.

Ein paar Wochen zuvor hat das Außenministerium in Washington die Krim-Erklärung veröffentlicht, in der Russland aufgefordert wird, seine Besetzung der Krim zu beenden. (CNA Deutsch)

Mehrere Tote nach Brandanschlägen und Angriffen auf Christen und Kirchen in Äthiopien

ADDIS ABEBA – Mindestens sechs Priester und eine unbekannte Zahl von Christen ist bei gezielten Angriffen in Äthiopien ermordet worden, bei denen unter anderem auch mindestens sieben Kirchen in Brand gesteckt wurden. Das meldet die Agentur „Fides“ unter Berufung auf örtliche Medien.

Die Angriffe ereigneten sich in der mehrheitlich von muslimischen Somali bevölkerten Somali-Region rund um Dschidschiga im Osten des Landes. Diese wird seit Tagen von ethnischen Konflikten erschüttert, von denen die hier in der Minderheit lebenden Christen besonders betroffen sind.

Patriarch Matthias I. und die Heilige Synode der äthiopisch-orthodoxen Kirche haben mitgeteilt, die 16 Tage des Fastens und des Gebets vor und nach dem Fest der Entschafung Mariens dem Frieden und der Versöhnung zu widmen.

Die Auseinandersetzungen begannen gegen Ende vergangener Woche, so „Fides“: Kämpfer der somalischen Liyu-Milizen unter Leitung von Abdi Illey (Präsident der Somali-Region) gingen mit Gewalt gegen Demonstranten vor, die Menschenrechtsverstöße anprangern wollten, hieß es. Auf die Gewalt reagierte die äthiopischen Armee mit der Positionierung der Truppen, einschließlich am Gebäude des Regionalparlaments und des Präsidentenpalastes, in dem Abdi Illey residierte.

Daraufhin griffen die somalischen Milizen Minderheiten an, so „Fides“. Abdi Illey soll sich mittlerweile in Gewahrsam befinden.

Die Somali-Region ist seit einiger Zeit instabil. Der äthiopische Premierminister Abyi Ahmed stattete der Region Anfang April seinen ersten Besuch nach Amtsantritt ab. Derzeit werden bereits – so die offiziellen Quellen der orthodoxen Tewahedo-Kirche – über 20.000 äthiopische Binnenflüchtlinge in Pfarreien vor Ort betreut.

Die Äthiopisch-Orthodoxe Tewahedo-Kirche ist mit 35 bis 40 Millionen Gläubigen die größte aus der Familie der orientalisch-orthodoxen Kirchen. (CNA Deutsch)

12 Dinge, die jeder Christ über die Engel wissen sollte

DENVER – Sind wir Menschen die einzigen intelligenten Lebewesen im Universum? Die katholische Kirche hat stets geglaubt und gelehrt, dass die Antwort auf diese Frage NEIN lautet: Das Universum ist in der Tat voll geistiger Wesen, die Engel genannt werden. Und es sind erstaunliche Wesen.

12 Dinge sollte jeder Christ über die Engel wissen:

1. Engel gibt es wirklich

„Dass es geistige körperlose Wesen gibt, die von der Heiligen Schrift für gewöhnlich ´Engel´ genannt werden, ist eine Glaubenswahrheit. Das bezeugt die Schrift ebenso klar wie die Einmütigkeit der Überlieferung.“ (Katechismus der Katholischen Kirche, 328)

2. Jeder Christ hat einen Schutzengel

Der Katechismus zitiert den heiligen Basilius, der sagt: „Einem jeden der Gläubigen steht ein Engel als Beschützer und Hirte zur Seite, um ihn zum Leben zu führen.“ (KKK 336)

3. Auch die Dämonen sind sehr real

Alle Engel wurden ursprünglich gut geschaffen, aber einige entschieden sich, Gott nicht zu gehorchen. Diese gefallenen Engel werden „Dämonen“ genannt. Die Hölle wurde ursprünglich als Ort für die Dämonen bereitet.

4. Es gibt einen dramatischen geistlichen Kampf um die menschlichen Seelen

Die Entscheidung der Dämonen, sich von Gott zu entfernen, war unwiderruflich. Die Menschen jedoch haben während der gesamten Zeit ihres Lebens auf Erden die Wahl. Daher stehen die Engel und Dämonen in einem echten geistigen Kampf, um uns von Gott zu entfernen oder uns ihm näher zu bringen.

Der Teufel versuchte Adam und Eva im Garten Eden und die Dämonen versuchen die Menschen weiterhin, um sie von Gott zu entfernen.

5. Der heilige Erzengel Michael ist der Anführer des Heers der Engel Gottes

Der heilige Erzengel Michael ist ein treuer Engel, der die guten Engel im geistigen Kampf gegen die gefallenen Engel anführt. Sein Name bedeutet wörtlich „Wer ist wie Gott?“. Dies deutet auf seine Treue zu Gott hin, als die anderen Engel sich auflehnten.

6. Satan ist der Anführer der gefallenen Engel

Wie alle Dämonen war auch er ursprünglich ein guter Engel, der entschieden hat, sich von Gott zu entfernen.

In den Evangelien widersteht Jesus den Versuchungen des Teufels (Matthäus 4, Lukas 4); er nennt ihn „Vater der Lüge“ und „Mörder von Anfang an“ (Johannes 8, 44) und sagt, Satan komme nur, um zu stehlen, zu schlachten und zu vernichten“ (Johannes 10,10).

7. Jede Beziehung zu den dunklen oder dämonischen Mächten ist eine schwere Sünde

Die Menschen sollen mit dem Dunklen und Dämonischen nicht in Beziehung treten. Daher lehrt der Katechismus, dass einige Praktiken, wie Zauberei, Magie, Spiritismus etc. gemieden werden müssen.

8. Der Exorzismus wird von der Kirche weiterhin praktiziert

In den Evangelien kämpfen Christus und die Apostel regelmäßig gegen die Dämonen, oft treiben sie sie aus besessenen Menschen aus. Die Kirche behält diese Praxis zum Heil der Seelen bei.

Auch der Ritus der Taufe beinhaltet einen Exorzismus. Im Fall einer teuflischen Besessenheit können die Priester mit besonderer Erlaubnis des Bischofs feierliche Exorzismen durchführen.

9. Auch wir befinden uns in einem geistigen Kampf wenn wir beten oder geistliche Übungen durchführen

Im Vaterunser gibt es die Bitte „Erlöse uns von dem Bösen“. Die Kirche fordert uns auch auf, das Gebet zum heiligen Erzengel Michael zu beten, das Leo XIII. verfasst hat. Auch das Fasten wird traditionell als geistige Waffe betrachtet.

Die beste Art und Weise gegen die dämonischen Kräfte zu kämpfen ist jedoch, gemäß den Lehren Christi und seiner Kirche zu leben.

10. Viele Heilige haben gegen die Dämonen gekämpft, auch körperlich

Die Dämonen haben sie geschlagen, erschienen als schreckliche Gestalten, machten schaurige Laute, setzten sogar Dinge in Brand. Man kann dies in den unglaublichen Geschichten des heiligen Antonius, Pater Pios von Pietralcina, der heiligen Gemma Galgani, des heiligen Johannes Maria Vianney, der heiligen Theresia von Avila etc. lesen.

11. Satan wurde von Christus endgültig besiegt

Durch sein Leiden, seinen Tod und seine Auferstehung hat Christus den Teufel endgültig besiegt. Dies offenbart sich progressiv in der Geschichte der Kirche bis zum zweiten Kommen Christi.

12. Christus ist König der gesamten Welt der Engel

Jesus Christus ist König des Universums. Das beinhaltet auch die Engel. Die Engel wurden am Anfang der Erde geschaffen, um Diener Christi zu sein. Auch die Dämonen, die sich entschlossen haben, Gott gegenüber ungehorsam zu werden, bleiben unter der Kontrolle Gottes.

„Seid nüchtern und wachsam! Euer Widersacher, der Teufel, geht wie ein brüllender Löwe umher und sucht, wen er verschlingen kann.“ (1 Petr 5,8)


(CNA Deutsch)

Heiliges Tattoo! Eine 700 Jahre alte christliche Tradition blüht in Jerusalem

JERUSALEM – In der Altstadt von Jerusalem ist der Pilger umgeben von Geschichte. Eine schnelle Suche auf dem Smartphone führt einen in jahrhunderte-alte Geschäfte, zu den Stufen einer tausend Jahre alten Kirche, vorbei am 3.000 Jahre alten Tempelberg – und alles platzt aus den Nähten. Aber in den steinernen Mauern von „Razzouk Ink“ kann sich der moderne Pilger diese Geschichte als lebenslanges Memento auf den Körper zeichnen lassen.

Christliche Pilger kommen seit den Kreuzfahrerzeiten zur Familie Razzouk, um sich die alten Zeichen christlicher Identität und des Pilgerns einprägen zu lassen. Heute sind die Geräte modern, und manche Entwürfe auch behutsam aktualisiert worden. Doch die Familie Razzouk sticht Tätowierungen aus Jahrhunderte alter Tradition und Geschichte.

Ein in Tinte gestochenes Familienerbe

Wassim Razzouk, 43, ist ein Tätowierungskünstler mit einer Jahrhunderte alten Ahnenreihe: einer 700 Jahre alten, um genau zu sein.

„Wir sind Kopten, wir kommen aus Ägypten, und in Ägypten gibt es eine christliche Tradition des Tätowierens, und schon meine Vorfahren aus uralter Zeit gehörten zu den Tätowierern koptischer Christen“.

Die ersten belegten christlichen Tätowierungen lassen sich in Ägypten und im Heiligen Land zurückverfolgen bis ins 6. oder 7. Jahrhundert. Von dort hat sich die Tradition unter den Ostchristen ausgebreitet, darunter den Äthiopischen, Armenischen, Assyrischen und Maronitischen Kirchen. Bis heute verlangen viele Koptische Kirchen als Beweis für die Zugehörigkeit zum Glauben ein Kreuz-Tattoo oder etwas vergleichbares. (Weitere Traditionen christlicher Tätowierung, etwa unter Kelten und Kroaten, entstand unabhängig davon zu einem späteren Zeitpunkt.)

Mit der Ankunft der Kreuzfahrer im Jahr 1095, zur Befreiung des Heiligen Landes von muslimischen Eroberern, verbreitete sich dann die Tradition auch unter europäischen Christen. Der Brauch, sich als Pilger ins Heilige Land dort zum Abschluss tätowieren zu lassen – eine Tradition, die bis heute fortbesteht – lässt sich bis ins 17. Jahrhundert zurückverfolgen.

Bei meinem Besuch des Geschäftes beobachtete ich, wie die Familie Razzouk einen römisch-katholischen Bischof beriet, der sich nach dem Abschluss einer persönlichen Wallfahrt noch in diesem Jahr tätowieren lassen will. Einige Wochen zuvor wurde hier Theophilos tätowiert, der Koptische Bischof des Rosten Meers. Weitere Kunden der Familie Razzouk waren christliche Würdenträger aus Äthiopien, verfolgte Christen, und Pilger aus ganz unterschiedlichen Gemeinden in aller Welt.

Als Wallfahrer kamen ursprünglich auch die ersten Mitglieder der Familie Razzouk nach Jerusalem. Nach vielen Wallfahrten und mehreren Generationen, die vor Ort Pilger und einheimische Christen des Heiligen Landes tätowierten, siedelten sie schließlich im Jahr 1750 permanent um in die Heilige Stadt. Wassim erzählte:

„Seit über 500 Jahren tätowieren wir Pilger im Heiligen Land, und es wurde von Vater zu Sohn immer weitergereicht.“

Künstler und Kunstwerkzeug

Die Wändes des Geschäftes erzählen aus der Familiengeschichte. Neben umrahmten Zeitungsartikeln mit Kunstwerken von Wassim und seinem Vater, Anton, hängen Schaukästen mit Portraits der Vorfahren: Wassims Großater, Yacoub, und Urgroßvater Jirius. Daneben sieht man Kunstwerkzeug wie eine ein traditionelles Gerät zum Stechen der Bilder, sowie ein frühes Tattoo-Instrument.

Traditionell stellten die christlichen Tätowierer ihre Tinte selber her und stempelten Bilder auf die Haut, bevor sie diese mit der Nadel einpausten. Auch wenn Wassim das alte Rezept für Tinte – bestehend aus Ruß und Rotwein – nicht mehr verwendet, sondern lieber moderne, sterilisierte Tinte, sind doch viele der 168 hölzernen Stempel im Besitz der Familie heute noch in Gebrauch.

Wassim stempelt die Entwürfe nicht direkt auf die Haut, sondern übeträgt sie auf ein Pauspapier, dass dann auf die Haut kommt. Während ich Wassim interviewte, sah ich, dass praktisch alle Kunden sich für Elemente dieser uralten Entwürfe entschieden. Zwei Frauen aus dem Westen Armeniens – eine Region, die heute unter türkischer Kontrolle ist – kamen herein und erzählten, dass sie gerade ihre Pilgerreise ins Heilige Land abgeschlossen hätten und nun ein traditionelles Pilger-Tattoo wollten. Ohne Änderungen.

Sie wählten den Stempel eines traditionellen Armenischen Kreuzes aus, ein kleines Kruzifix, dass zarte Blütenblätter als Elemente enthält.

Razzouk stich zum Abschluss das Jahr „2017“ darunter, um an die Zeit der Pilgerfahrt zu erinnern. Jedesmal, wenn die Frauen wieder eine Wallfahrt ins Heilige Land unternehmen, erklärte Wassim, werde dann eine weitere Jahreszahl dazukommen.

Nachdem die Frauen gegangen waren, zeigte man mir eine Schublade mit Dutzenden hölzerner Stempel, von denen jeder einmalig ist. Mehrere Entwürfe basierten auf dem Jerusalemer Kreuz: Ein Kreuz mit gleichlangen Armen, in dessen Viertel wieder je ein kleines Kreuz ist. Andere stellten die Jungfrau Maria dar, den Erzengel Sankt Michael, die Auferstehung Jesu, Lämmer, Rosen oder der Anfang Bethlehems. Ein jeder Stempel enthielt zutiefst christliche Symbolik, und erzählte damit eine Geschichte.

Die meisten Holzblöcke, die aus Oliven- und Zedernholz geschnitzt sind, stammen wohl aus dem 17. Jahrhundert, also aus einer Zeit, in der die Razzouks selber noch Pilger waren. Doch nur zwei Stempel sind verlässlich datiert – einer stammt aus dem Jahr 1749, der andere aus dem Jahr 1912. Doch Wassims Mutter, Hilda, erzählte mir, dass die ältesten Stempel bis zu 600 Jahre alt sind.

Das Retten einer Jahrhunderte alten Tradition

Trotz der tiefen geschichtlichen Verwurzelung und langen Tradition christlicher Pilger, die sich in Jerusalem tätowieren lassen: Immer wieder stand der Brauch kurz vor dem Aussterben.

Im Jahr 1947, dem Krieg für Israelische Unabhängigkeit, flohen viele Palästinenser aus Jerusalem in Sicherheit, darunter auch die Familie Razzouk. Sie kehrten zurück, aber sie waren die Ausnahme: Razzouks waren die einzigen christlichen Tätowierer, die übrig blieben.

Ein weiteres Mal stand die Tradition vor gut zehn Jahren vor dem Aus: Wassim und seine Geschwister entschieden sich, andere Berufe auszuüben.

„Ich wollte das eigentlich nicht werden“, sagte mir Wassim. „Ich stand nicht auf Tätowieren und wollte das also auch nicht machen, dafür verantwortlich sein.“

Somit studierte Wassim lieber Gastwirtschaft und verfolgte andere Interessen. „Eines Tages las ich dann online ein altes Interview mit meinem Vater“, erzählte Wassim. „Er sagte, dass er wirklich traurig sei: Er dachte, diese Tradition und das Familien-Erbe sei am Ende, weil ich es nicht tun wollte.“

Bis vor einem Jahrzehnt war Anton, Wassims Vater, der Tätowiermeister in der Familie. Keines seiner Kinder wollte den altehrwürdigen Beruf ausüben. Der Artikel und diese Realität wog schwer auf Wassims Gewissen. „Ich wollte nicht der Typ sein, dessen Name dafür steht, dass er dies abgebrochen hat – der Typ, der das gekillt hat“, so Wassim.

So begann er eine Lehre bei seinem Vater wie auch bei zeitgenössichen Tattoo-Studios, modernisierte das Geschäft und die Werkzeuge, brachte alles auf den neuesten Sicherheits- und Hygienestand. Dann verlegte er das Geschäft selber, weg aus den verschlungenen Gassen des Christenviertels in die Nähe des geschäftigen Jaffatores.

Heute arbeiten Wassim und Gabrielle, seine Ehefrau, gemeinsam im Studio. Und sie bilden ihre eigenen Kinder im Kunsthandwerk aus, wobei sie aber darauf achten, nicht zuviel Druck auszuüben, dass die nächste Generation sich nicht gezwungen fühlt, das Geschäft zu übernehmen.

Die Kunden sind froh darüber, dass das Familienerbe der Razzouks fortgeführt wird. „Ich kann mir einfach keinen besseren Weg vorstellen, dieser Wallfahrt zu gedenken, als hier mit diesem Laden“, erzählte mir Matt Gates, ein Pilger aus Daphne im US-Bundesstaat Alabama. Er ließ sich ein Jerusalemer Kreuz stechen.

Nach dem spirituell begeisternden, geistlich stärkenden Erlebnis dieser Reise habe diese Tätowierung eine ganz besondere Bedeutung für ihn. „Das ist so ein cooles Erbe, hier sich mit einem 500 Jahre alten Stempel tätowieren zu lassen“, sagte er. „Ich habe eine Menge Tattoos, aber dieses wird so viel mehr bedeuten als alle anderen“. (CNA Deutsch)

Bischöfe Chiles präsentieren erste Maßnahmen zur Vermeidung neuer Missbrauchsfälle

SANTIAGO DE CHILE – Die Bischöfe Chiles haben am 3. August zugegeben, angesichts der Fälle sexuellen Missbrauchs durch Priester ihre Pflicht als Hirten vernachlässigt zu haben. Mehrere neue Maßnahmen sollen kurz- und mittelfristig für ein transparentes Vorgehen, Gerechtigkeit und Entschädigung der Opfer sorgen.

In einer Pressekonferenz verlas der Vorsitzende der Chilenischen Bischofskonferenz (CECH), Monsignore Santiago Silva, zusammen mit dem Generalsekretär, Monsignore Fernando Ramos, eine Erklärung, die während der 116. Außerordentliche Versammlung erarbeitet worden war, an der auch Pfarrvikare, Vertreter der Ordensgemeinschaften, Diakone, Laien und Mitarbeiter der Diözese teilgenommen hatten.

Ziel des Treffens war es gewesen, die Ursachen und Wurzeln der aktuellen Situation der chilenischen Kirche zu analysieren, um daraufhin einige Richtlinien zu erstellen, die in den Diözesen des Landes umgesetzt werden sollen.
Die Bischöfe drückte ihre Reue darüber aus, dass sie „nicht immer die Richtlinien des nationalen Präventionsrates im Hinblick auf den Umgang mit Fällen sexuellen Missbrauchs in allen kirchlichen Instanzen angenommen hätten.“
„Unsere Fehler und Versäumnisse haben Schmerz und Ratlosigkeit verursacht; sie haben die kirchliche Gemeinschaft geschädigt, Bekehrung erschwert und Hoffnung vernichtet“, fügten sie hinzu.

„Auf keinen Fall wollten wir diesen Schaden verursachen oder verschlimmern, aber im Rückblick hätten einige von uns sein aktiver können und aufmerksamer für den Schmerzen, den die Opfer, die Familienangehörigen und die kirchlichen Gemeinschaft erlitten haben.“

Maßnahmen zur Verhinderung von Missbrauch

Die erste Maßnahme ist die Bereitschaft, mit den Ermittlungen der Justiz zusammenzuarbeiten, mit gebührender Rücksicht auf „die Namen der Ankläger und Opfer, die ausdrücklich den Schutz ihrer Identität verlangt haben.“

Die CECH kündigte auch die Veröffentlichung aller früheren Untersuchungen über mutmaßlichen Fälle sexuellen Missbrauch von Minderjährigen an und forderte die Ordensgemeinschaften auf, dasselbe zu tun

Die Bischofskonferenz hat drittens die Anwältin Ana Maria Celis zur Präsidentin des nationalen Rates für Prävention von Missbrauch und Unterstützung der Opfer ernannt. Dieses Amt hatte übergangsweise Monsignore Santiago Silva inne.

Ebenso haben die Bischöfe die neuen Kompetenzen des nationalen Rates für Prävention von Missbrauch bestätigt, so dass dieser aktuelle Informationen über Ermittlungen und Strafprozesse einholen kann.

Darüber hinaus wurde ein Ressort für Missbrauchsprävention errichtet, das vom Rat abhängig und befugt ist, gemäß den kirchenrechtlichen Normen Anzeigen aufzunehmen und Aktionen durchzuführen. Am Ende verkündete die CECH, dass die Liste mit den Namen der strafrechtlich und kirchenrechtlich wegen Missbrauchs von Minderjährigen verurteilen Priester auf der Website des Rates veröffentlicht werden wird.

Nach den Besuchen von Papst Franziskus sowie den päpstlichen Gesandten Monsignore Charles Scicluna und Monsignore Jordi Bertomeu in Chile, kam eine Reihe von Fällen sexuellen Missbrauchs, Machtmissbrauchs und Vertuschung durch den Klerus des Landes ans Licht.

Parallel dazu leitete die Staatsanwaltschaft ein Ermittlungsverfahren ein, um die Fälle von Missbrauch an Minderjährigen aufzuklären und mögliche Vertuschung durch Mitglieder der Kirche in Chile zu überprüfen.

Übersetzt aus dem Spanischen von Susanne Finner. (CNA Deutsch)

Die Klarissen-Eremitinnen von Fara in Sabina feiern die heilige Klara

ROM – Die Klarissen-Eremitinnen des Klosters von Fara in Sabina begehen in diesen Tagen feierlich das Fest der heiligen Klara. Das Triduum in Vorbereitung auf das Fest der Gründerin im wunderschönen Kloster, 40 Kilometer nördlich von Rom, sieht viele Veranstaltungen vor, die auch aus dem deutschsprachigen Raum Besucher anziehen werden.

Am gestrigen 2. August begann es mit der heiligen Messe zum Portiunkula-Fest, am kommenden 8. August wird es ein klösterliches Abendessen im Schweigen geben. Diese Initiative hatten die Ordensfrauen von Fara in Sabina während des Triduums im vergangenen Jahr begonnen. Es gibt Speisen aus dem Mittelalter und der Renaissance; Absicht ist, das Mahl so zu gestalten, wie es die Schwestern der ersten Gemeinschaft einnahmen, die sich in diesem Kloster im Jahre 1673 ansiedelten.

Bei Tisch wurde strenges Stillschweigen gehalten, man hört eine geistliche Tischlesung, damit die Seele immer auf Gott ausgerichtet blieb.
Nach dem Abendessen folgt ein Abend mit „Musik und Poesie“. Francesco Lupi wird den Musikverein InCanto dirigieren und auch die Dichterin und Schriftstellerin Antonella Pagano wird mitwirken.

Ein weiterer bedeutsamer Moment ist für den 9. August um 21.30 Uhr vorgesehen. Vittorio Alberti wird sein Buch „Pane Sporco – combattere la corruzione e la mafia con la cultura“ (Schmutziges Brot – Durch Kultur die Korruption und Mafia bekämpfen) vorstellen, das vom Verlag Rizzoli herausgegeben wurde und mit einem Vorwort von Giuseppe Pignatone sowie einem Schlusswort von Don Luigi Ciotti versehen ist. Der Autor, Philosoph und Historiker, verbreitet seine Thesen in ganz Italien und organisiert erzieherische Initiativen in kleinen und großen Zentren, in denen Richter, Lehrer, Präfekten, Bischöfe, Ordensschwestern und Priester, Journalisten, Studenten, Gewerkschaftler, Unternehmer, Freiberufliche, Professoren tätig sind. Ebenso spricht er an Universitäten, in Akademien, bei Festivals, auf Marktplätzen, in Schulen und Gefängnissen.

„Man muss die Wurzel des Übels“ – heißt es in Pane sporco – „gerade in einer Kultur suchen, die Verdienst, Besinnung und Suche nach Schönheit zugunsten kurzsichtiger Interessen verachtet.“

In diesem Sinn wird eine philosophische Interpretation von Korruption gegeben: Sie ist nicht mehr nur ein Verbrechen, sondern kultureller Verfall. Ausgehend von diesem Verständnis kann man neu anfangen, besonders indem man das Erbe an Schönheit, Kultur und Spiritualität in Italien aufwertet. Das Treffen mit dem Verfasser wird von der Soziologin und Schriftstellerin Antonella Pagano moderiert werden. Die Journalistin Eva Giovannini vom Rundfunksender „Rai Tre“ wird ebenfalls sprechen.

Am Freitag, den 10. August wird um 19.00 Uhr die feierliche Vesper gebetet und nach dem Abendessen folgt die Gebetswache zu Ehren jener Frau, die sich gerne die „kleine Pflanze unseres heiligen Vaters Franziskus“ nannte.

Am 11. August schließlich – dem Tag, an dem die Kirche den Gedenktag der heiligen Klara von Assisi feiert – wird es ein große Abschlussfest geben. Bei der heiligen Messe um 11.00 Uhr wird auch das gesegnete Brot ausgeteilt werden, in Erinnerung an eine Begebenheit aus dem Leben der Heiligen. Im Gehorsam gegenüber Papst Gregor XI., der die armen Schwestern im Kloster von San Damiano besucht hatte und von ihr erbat, das Tischgebet zu sprechen, segnete die heilige Klara die Speisen und vor seinen Augen prägte sich den Broten das Kreuzzeichen ein. (CNA Deutsch)

Die Kontroverse über den ersten photographierten Papst

VATIKANSTADT – Auch wenn es primitive Formen photographischer Technik seit Jahrhunderten gab: Die moderne Form der Photographie nahm ihren Anfang im Europa des frühen 19. Jahrhunderts. Dabei erforderten die ersten Bilder stundenlange Belichtungszeiten, manchmal sogar tagelange. Binnen weniger Jahrzehnte hatten Erfinder jedoch die Zeit auf Minuten und Sekunden gebracht.

Mitten im 19. Jahrhundert erlebte die Kirche das lange und stabile Pontifikat des gesegneten Papstes Pius IX. Er wurde 1846 gewählt und regierte bis 1878. Nur Petrus selber war länger Papst (die Historiker schreiben ihm 35 Jahre zu).

Pius IX. leistete Bemerkenswertes: Er machte die Unbefleckte Empfängnis zum Dogma und brachte das Erste Vatikanische Konzil zusammen. Darüberhinaus wurde er zum ersten photographierten Papst der Geschichte — ein historisches Ereignis, das nicht ohne Kontroversen ablief.

Die Kirche war bereits seit Jahrhunderten der größte Patron der schönsten und wichtigsten Malerei der Welt. Die Kunstform war mehr als nur kirchlich anerkannt und etabliert. Wie aber sollte der Papst und die Kirche generell mit diesem seltsamen neue Medium umgehen? Die Frage war erst einmal nicht leicht zu klären.

Mindestens einer der Kardinäle des Papstes, Kardinal Giuseppe Pecci, war der Meinung, dass die Malerei die “bei weitem überlegene und wohlwollendere Darstellung des menschlichen Wesens“ sei, und weigerte sich die meiste Zeit seines Lebens auch, sich ablichten zu lassen (auch wenn er schließlich doch photographiert wurde). Der selige Pius IX. dagegen akzeptierte das neue Medium und ließ sich oft photographieren, bei verschiedenen Anlässen.
Es ist nicht ganz klar, wann diese Bilder des Pontifex gemacht wurden, und von wem.

Auch nicht zu vergessen ist, dass diese Aufnahmen mit Kameras gemacht wurden, die noch eine sehr geringe Auflösung hatten.

In der Bildergalerie oben sehen Sie sechs der frühesten Bilder, die je von einem Papst gemacht wurden.

Exklusiv für CNA in deutscher Sprache mit freundlicher Genehmigung und Unterstützung von www.churchPOP.com (Erstveröffentlichung 4.7.2016)

(CNA Deutsch)