Vaticanhistory-News-Blog

Kirchengeschichte bei VH

(UPDATE) 12 Tote nach LKW-Fahrt in Berliner Weihnachtsmarkt

Dienstag 20. Dezember 2016 von VH

BERLIN – (UPDATE Dienstag 20. Dezember 7:07 Uhr: Korrigierte Opferzahlen, Fahrer-Herkunft und Motivfrage) Bei einem nach Polizei-Analyse offenbar gezielten Terror-Anschlag ist am gestrigen Montagabend gegen 20 Uhr ein LKW in einen Weihnachtsmarkt unweit der Gedächtniskirche in Berlin gefahren. 12 Menschen starben, 48 Personen wurden verletzt, zum Teil schwer.

Der Fahrer des LKW floh zu Fuß, wurde jedoch festgenommen. Der RBB meldet, der Mann komme aus Pakistan und sei als Flüchtling eingereist. Die DPA meldet unter Berufung auf Angaben von Sicherheitskräften, dass der LKW-Fahrer ein afghanischer oder pakistanischer Asylbewerber gewesen sei. Ob der Mann tatsächlich im Februar als Flüchtling eingereist war, sei unklar, da der Verdächtige unterschiedliche Namen verwendete.

Wie berichtet wird, steuerte der Mann den Lastwagen auf den Gehweg und dann direkt in den Weihnachtsmarkt an der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche hinein, durch Buden und Aufbauten. Dabei legte er eine Strecke von bis zu 80 Metern zurück, so Augenzeugenberichte.

Erzbischof Heiner Koch dankte den Einsatzkräften vor Ort per Twitter für ihren Dienst. Für den heutigen Dienstag ist eine gemeinsame Gebetstunde für Opfer und Angehörige in der Kathedrale angekündigt. Um 15 Uhr wird ein Gottesdienst gefeiert.

Kardinal Reinhard Marx, Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, äußerte sich in einer Mitteilung am heutigen Dienstag morgen:

„Die Nachrichten aus Berlin haben mich tief erschüttert. Die Gewalt auf dem Weihnachtsmarkt ist das Gegenteil dessen, was die Besucher wollten. Mein Mitgefühl gilt den Angehörigen der Toten und Verletzten. Für alle werde ich beten. In dieser schweren Stunde für die Stadt Berlin und unser Land gilt es, dass wir als Gesellschaft zusammenstehen und zusammenhalten.“ (CNA Deutsch)

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Arbeitshilfe Gemeinsam Kirche sein: Einladung zum Experimentieren

Donnerstag 11. August 2016 von VH

dbkEin Papier, das zum Experimentieren einlädt, um für die Kirche der Zukunft zu lernen: Nach vielen bundesweiten und diözesanen Pastoralpapieren und nach einem mehrjährigen Dialog- und Gesprächsprozess macht die Deutsche Bischofskonferenz nun einen weiteren Schritt. Nach dem Dokument „Gemeinsam Kirche sein“ vom vergangenen Jahr gibt es jetzt eine Arbeitshilfe dazu, es wird konkret. Impulse und Ideen sollen es sein, aber auch Einsprüche, wie der Untertitel verrät.

Die Krisenphänomene der Kirche werden schon auch benannt, sagt Hubertus Schönemann, Leiter der Arbeitsstelle für Missionarische Pastoral und Mitarbeiter am Projekt „Gemeinsam Kirche sein.“ „Aber man muss aufpassen, dass man nicht die Mangelsituation als Ausgangspunkt für Reorganisation oder Rechristianisierung nimmt. Es ist wichtig, deutlich zu machen, dass hier Veränderungsprozesse stattfinden und dass das, was Kirche und Evangelium ausmacht, neu gelernt werden muss.“ Das Papier trage viele Anregungen zusammen, die zeigten, dass Kirche eine lernende Kirche werden müsse, so der Theologe.

Und so spricht die Arbeitshilfe über Taufe und Konversion, über Leitung und Ehrenamt, über Sendung der Kirche und Ökumene. Alles aus der Praxis heraus, alles mit dem Ziel, die veränderten sozio-kulturellen Bedingungen für Kirche in den Blick zu bekommen. Das seien Weisen zu lernen, wie man heute Kirche sein könne, betont Schünemann.

In dieser Deutlichkeit noch nicht gehört

Neu sei etwa die Betonung des Priestertums aller Getauften – an sich nicht ganz originell, aber in der Form, wie das Papier darüber spreche und was das dann pastoral auch bedeute, habe die Kirche das in dieser Deutlichkeit noch nicht gehört. „An vielen Stellen ist Kritik gekommen, dass die Bischöfe jetzt die Taufberufung entdecken, weil es immer weniger Priester gibt. Aber vielleicht ist das der äußere Anlass, der dazu führt, dass wir lernen, wie wir auf neue Weise Kirche sein können und wie Sakramentalität der Kirche nicht nur enggeführt werden kann auf Priesteramt und Eucharistie, sondern letztlich die Sakramentalität des Gottesvolkes neu entdeckt wird.“

Dahinter stecke die Frage der Charismen, also der Gaben Gottes an seine Kirche; dahinter stecke dann auch die Frage, wie Priester und Hauptberufliche in der Zukunft aufgerufen seien, diese Charismen zum Leben und Tragen zu bringen. „Damit verbindet sich noch ein weiterer Aspekt, der, wie ich finde, sehr deutlich in dem Papier zum Ausdruck kommt, und das ist die Frage der Leitung“, fügt Schünemann an. „Die Bischöfe sprechen von vielfältigen Formen von Leitung.“ In der pastoralen Praxis bedeute das eine vermehrte Einbeziehung von Frauen in die Leitung, etwa in Pastoralämtern. Auch Leitung im Team solle weiter entwickelt werden.

Vielfältige Formen von Leitung

Das Dokument vom vergangenen Jahr samt seinen Arbeitshilfen baut auf den Vorgängerdokumenten auf, auf dem Dialogprozess und diözesanen wie auch deutschlandweiten Vorüberlegungen. „Man kann sicher sagen, dass dieses Papier einiges zusammenfasst von dem, was im Gesprächsprozess gelaufen ist. Zum einen ist das also eine Zusammenfassung dessen, was ist, auch von Bistumsprozessen. Aber natürlich sind auch die Bistümer in Deutschland sehr unterschiedlich unterwegs, und von daher sehe ich auch, dass das Papier dazu einlädt, zu experimentieren. Es ist kein Schlusspunkt, sondern lädt dazu ein, in vielen Feldern der Pastoral neue Erfahrungen zu machen. Es ermutigt zum Lernen und zum Schauen, wie die Kirche in Deutschland sich weiterentwickeln kann, um ihre Sendung in – und das ist wichtig – veränderten sozio-kulturellen Gegebenheiten ausführen zu können.“

Konkret wird es etwa mit Bezug auf eine Erfahrung, die viele Gemeinden und Bistümer gerade machen: die Realität der Großpfarrei. Dabei gehe es nicht darum, einfach in größeren Räumen das Alte weiter zu machen, betont Schünemann. „Wenn man es richtig versteht, dann geht es darum, dass sich auf diesem Territorium ganz unterschiedliche Formen von christlichen Gemeinschaften bilden können.“ Das könnten kurzfristige oder länger bestehende Formen sein, es kommen Gemeinschaften neu in den Blick, genauso wie neue Kirchorte.

Kirche morgen

Das werde die Sozialgestalt von Kirche verändern. „Kleine Gemeinschaften, die bei den Menschen sind, wo vielleicht die Übersichtlichkeit nicht mehr so da ist, wie das früher war, aber letztlich differenziert und angelehnt an die Milieus und die Situation: Das ist die Zukunftsoption.“ Einige Bistümer hätten bereits jahrelang Erfahrung, würden aber erst jetzt merken, worum es wirklich gehe. Es seien also langfristige Prozesse, auf die man vorbereitet sein müsse, so Hubertus Schönemann. Bei Leitenden und Gläubigen gebe es gleichermaßen Beharrungsvermögen und auch viel Wunsch nach dem, wie es vor dreißig Jahren gewesen sei. „Aber ich bin überzeugt davon, dass wir dahin nicht wieder zurückkommen. Das Papier ermutigt dazu, Erfahrungen zu machen, diese anzuschauen und gemeinsam daran zu lernen.“

Das Dokument, die Arbeitshilfe und Weiteres finden Sie auch auf einer eigenen Webseite. (rv)

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Kardinal Lehmann: „Ein Mann der Zusammenarbeit“

Montag 16. Mai 2016 von VH

Kardinal Lehmann21 Jahre lang war er das Gesicht der deutschen Kirche: Als Karl Kardinal Lehmann 2008 den Vorsitz der Deutschen Bischofskonferenz abgab, lag eine prägende Zeit für die deutsche Kirche hinter ihm. Vier Jahre lang war er erst Bischof von Mainz gewesen, als die Bischofskonferenz den ehemaligen Theologieprofessor und Schüler von Karl Rahner zu ihrem Vorsitzenden wählte.

Er ist erst einmal ein guter Mensch, so urteilt Pater Hans Langendörfer, 10 Jahre lang an Lehmanns Seite als Sekretär der Bischofskonferenz. Er könne auf Menschen zugehen, sie zusammenführen und vermitteln. Als Jesuitenpater Hans Langendörfer 1996 das Amt des Sekretärs der Deutschen Bischofskonferenz übernahm, da war schon Halbzeit für deren Vorsitzenden Bischof Lehmann. 200 Kilometer trennten die Büros, die DBK in Bonn und den Vorsitzenden in Mainz.

Kommunikation, täglich

Überbrückt wurde die Distanz seit Tag eins seiner Aufgabe vor allem durch das Telefon, berichtet Langendörfer. Praktisch jeden Tag habe man telefoniert, „das war sehr intensiv. Er war immer ein Meister der Information.“ Informationen, Kopien von Briefen, Memos und Vermerke und vor allem sein „Lieblingsmedium“ Telefon, der Vorsitzende der Bischofskonferenz bezog seine Mitarbeiter ein. Er habe eine große Fähigkeit gehabt, mit Leuten zusammenzuarbeiten. „Er hat sich beraten lassen und allen den Eindruck gegeben, dass sie gefragt sind und ihren Teil beitragen können. Das ist eine große Gabe.“

Dasselbe galt auch für die Sitzungen der Bischofskonferenz, erinnert sich Langendörfer, der bei solchen Zusammenkünften zwölf Jahre buchstäblich an der Seite Lehmanns saß. „Er hat immer eine sehr starke Autorität gehabt. Wenn Bischof Lehmann in einer Sitzung das Wort ergriffen hat, dann hatte das Gewicht.“ Auch wenn die Vorsitzenden jeweils nur Primus inter Pares seien und keine Weisungen geben könnten, könnten sie Einfluss auf die Beratungen der Bischofskonferenz nehmen, „und Lehmann hatte als Vorsitzender Einfluss, weil er so klug und gebildet ist. Lehmann war in seinem vorigen Leben Professor, und man konnte immer wieder sehen, wie Lehmann-Seminare ausgesehen haben mögen: Jeder ist zu Wort gekommen. Und das war gut.“ Wenn Lehmann die Debatten dann zusammen gefasst hat, hatte das ein derartiges Gewicht, dass man oftmals in diese Richtung gegangen sei.

Persönliche Autorität

Getestet wurde diese Leitungskraft einige Male in den 21 Jahren Amtszeit, niemals aber wohl so stark wie während der Debatte um die Schwangerschaftskonfliktberatung, als es sowohl innerhalb der Bischofskonferenz als auch zwischen Deutschland und dem Vatikan immer wieder gegensätzliche und konfliktive Überzeugungen gab. Begonnen hatte das beim Papstbesuch Johannes Pauls II. 1996, 1998 kam es dann zum Ausstieg der Bischöfe aus dem staatlichen System. „Das ist immer wieder ein neues Ringen um den richtigen Weg gewesen“, erinnert sich Langendörfer an die intensive Zeit, seine Anfangsjahre in der DBK. „Es war manchmal eine große Anspannung in der Bischofskonferenz“, auch wenn die endgültige Lösung – also der Ausstieg aus der Beratung – nicht die Lösung gewesen sei, die Lehmann und andere deutsche Bischöfe favorisiert hätten.

2001 wurde Karl Lehmann dann vom Papst zum Kardinal erhoben – übrigens gemeinsam mit Walter Kasper, Johannes Degenhardt und dem Erzbischof von Buenos Aires, Jorge Mario Bergoglio, dem heutigen Papst. Warum er damals sozusagen erst auf einer Nachrückerliste genannt wurde, eine Woche nach dem Großteil der anderen, darüber wird bis heute Stillschweigen bewahrt.

Das Erbe des Konzils und der Synode

Der große Kommunikator, Netzwerker und Theologe Lehmann hat Spuren in der Deutschen Bischofskonferenz und Kirche hinterlassen, ist Pater Langendörfer überzeugt. „Kardinal Lehmann ist der Mann, der das Erbe des Konzils und das Erbe der gemeinsamen Synode der Bistümer in Deutschland (Würzburger Synode) verkörpert und in die Kirche hineingetragen hat.“ Das Konzil lag schon etwas länger zurück, als er Vorsitzender geworden sei, aber er habe das Netzwerk der Personen aus der Synode zusammen gehalten. Er habe es gut verstanden, auch mit den verschiedenen Gremien wie dem ZdK zusammen zu arbeiten. Er stehe auch für das ökumenische Erbe des Konzils und habe es treu fortgeschrieben, „ein brillanter und gesuchter Gesprächspartner für die evangelische Kirche“. Seine Rolle habe er im „breiten Prozess der Erneuerung der Kirche“ gespielt, urteilt Langendörfer.

Nicht zu unterschätzen sei die theologische Bildung Lehmanns, auch für seine Arbeit als Vorsitzender. Enzyklopädisches Wissen bescheinigt Langendörfer ihm, manchmal auch einen etwas zu starken professoralen Habitus, selbst wenn der Jesuit das mit einem Lachen sagt. Es sei ihm jedenfalls immer um ein sachgemäßes und angemessenes Urteil gegangen. „Typisch war, dass er seine Tasche neben sich stellte und im Laufe einer Beratung ein Buch nach dem anderen auspackte, oft unter dem beifälligen Grinsen der Mitbrüder, und daraus zitierte.“ Das zeige, wie behutsam und gründlich er Positionen erarbeitet habe.

Eine große theologische Bildung, Informationen, Netzwerken und Kommunizieren, Behutsamkeit in der Urteilsbildung und ein Hören auf alle Stimmen der Konferenz: Karl Lehmann hat in seiner Zeit als Vorsitzender die Konferenz und darüber hinaus die katholische Kirche in Deutschland geprägt. Er sei, sagt Pater Langendöfer abschließend „wie man sich das wünscht: ein Mann der Zusammenarbeit.“ (rv)

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Bischof Fürst: Plädoyer fürs Brückenbauen und für „Qualitätsjournalismus“

Samstag 31. Mai 2014 von VH

Bischof Gerhard FürstVielfältige Brücken zu bauen in einer pluralen Gesellschaft, zwischen verschiedenen Nationalitäten, sozialen Gruppen und auch verschiedenen „Frömmigkeiten“ – das erhofft sich „Medienbischof“ Gebhard Fürst vom laufenden Katholikentag in Regensburg. Der in der Deutschen Bischofskonferenz für Publizistik und Medien zuständige Bischof geht im Gespräch mit Radio Vatikan auch noch einmal auf den Fall Limburg ein: „Was in Limburg geschehen ist, ist nicht von den Medien gemacht, aber die Art und Weise, wie die Medien damit umgegangen sind, muss man auch teilweise kritisch anfragen.“ Fürst plädiert hier für einen differenzierten Blick: Journalisten müssten kritisch sein, aber auch fair, sie sollten gut recherchieren und den Qualitäts- dem Skandaljournalismus vorziehen. (rv)

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D: Kardinal Marx neuer Vorsitzender der Bischofskonferenz

Donnerstag 13. März 2014 von VH

Kardinal MarxKardinal Reinhard Marx ist der neue Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz. Die in Münster versammelten Bischöfe wählten ihn an diesem Mittwoch ins Amt. Damit wird der 60 Jahre alte Marx Nachfolger von Erzbischof Robert Zollitsch, dem emeritierten Erzbischof von Freiburg. Aus Altersgründen konnte Zollitsch nicht wieder zur Wahl antreten.

Kardinal Marx ist Erzbischof von München und Freising, daneben übt er mehrere Funktionen beim Heiligen Stuhl aus. So ist er Mitglied des Kardinalsrates des Papstes zur Kurienreform und seit einigen Tagen auch Koordinator des Rates des neuen vatikanischen Wirtschaftssekretariates. Ferner übt er den Vorsitz des Rates der europäischen Bischofskonferenzen COMECE in Brüssel aus. In einer ersten Stellungnahme nach seiner Wahl äußerte Marx, er werde künftig nicht alles selbst machen, sondern auch delegieren. Der Vorsitz der Deutschen Bischofskonferenz sei für ihn eine „neue große Herausforderung“, sagte er der versammelten Presse.

„Ich weiß, manche von Ihnen haben geschrieben: Wann soll der das alles noch machen, was er sich auf die Schultern legt? Aber es gibt gute Formen der Organisation, und man kann auch einige Aufgaben abgeben, man muss nicht alles behalten, man muss kein Sammler und Jäger sein von Posten und Aufgaben, man kann auch andere mit einbeziehen, und das werde ich in den nächsten Tagen gründlich überlegen.“

„Kein Sammler und Jäger von Posten“

Reinhard Marx stammt aus Westfalen. Nach seiner Zeit als Weihbischof in Paderborn und Bischof von Trier wurde er 2007 Erzbischof von München, im November 2010 erhob der Papst ihn in den Kardinalsstand. Dass die katholische Kirche Deutschlands in der Weltkirche und auch im Vatikan ihren Beitrag leistet, findet Kardinal Marx „richtig“.

„Wir haben einen Aufbruch durch Papst Franziskus, der muss sich auch bestätigen, denn vieles wird auf uns zukommen, was wieder zu neuen Problemen und Krisen führt. Das kann gar nicht anders sein in der Verkündigung des Evangeliums, in dem Weg der Kirche durch die Geschichte gibt es immer Turbulenzen, Neuaufbrüche, Korrekturen, Umkehr. Aber das, was Papst Franziskus in seinem Schreiben „Evangelii Gaudium“ gesagt hat, hat viele angesprochen, und das ist auch ein guter Orientierungsrahmen für das, was die katholische Kirche in Deutschland betrifft. Insofern ist es vielleicht ganz hilfreich, dass ich in engerer Verbindung stehe mit dem, was in Rom passiert. Ich will das eine nicht mit dem anderen vermischen, jedes Amt hat seine eigene Herausforderung und Aufgabe, aber es kann sich gut ergänzen.“

Den Prüfbericht der Bischofskonferenz über die Vorgänge in Limburg kennt Marx eigenen Angaben zufolge nicht. Er werde sich in die Sache einarbeiten. Was die Kirche in Deutschland derzeit brauche, sei Einheit, gerade angesichts einer vielfältigen Umgebung. Kardinal Marx:

„Wir sind vielfältig“

„Wir sind vielfältig. Wir werden nicht in überschaubare Lebensverhältnisse zurückkommen, aber in dieser Pluralität brauchen wir eine starke Stimme des Evangeliums. Alle Untersuchungen zeigen, dass ohne die konkrete sichtbare Gemeinschaft der Kirche der Glaube und die Stimme der Kirche in diesem Land schwächer werden. Deshalb müssen wir uns bemühen, glaubwürdig und authentisch auch diese konkrete, sichtbare katholische Kirche zu einer Stimme zu machen, die in diesem Land gehört wird.“

Die Wahl des Vorsitzenden war im fünften Wahlgang erfolgreich. Dazu war eine absolute Mehrheit erforderlich. Die ersten beiden Wahlgänge hätten hingegen zumindest eine Zweidrittelmehrheit erfordert. Es habe „viele“ geeignete Kandidaten gegeben, verriet der scheidende Vorsitzende Erzbischof Robert Zollitsch.
Nach der Wahl des Vorsitzenden wurde der Sekretär der Konferenz, Jesuitenpater Hans Langendörfer, von den Bischöfen in seinem Amt bestätigt. Auch Pressesprecher Matthias Kopp bleibt im Amt. (rv)

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D: Hier wird sich etwas ändern

Sonntag 9. März 2014 von VH

DBK_LogoDie deutschen Bischöfe treffen sich ab Montag zu einer entscheidenden Vollversammlung in Münster. Dort wollen sie am Mittwoch einen neuen Vorsitzenden der Bischofskonferenz wählen. Er wird Nachfolger des 75-jährigen emeritierten Erzbischofs von Freiburg, Robert Zollitsch, werden. Wahlberechtigt sind 66 Mitglieder der Bischofskonferenz; eine wichtige Rolle könnten bei der Abstimmung die Weihbischöfe spielen. Kardinal Joachim Meisner wird nicht mehr an der Wahl teilnehmen, weil Papst Franziskus letzte Woche sein Rücktrittsgesuch als Erzbischof von Köln angenommen hat. Auch der Limburger Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst, der derzeit auf Anweisung des Papstes eine Auszeit außerhalb des Bistums nimmt, ist nicht in Münster angemeldet. Zum ersten Mal nimmt der neue Päpstliche Nuntius, Erzbischof Nikola Eterovic, an einer Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz teil. (rv)

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„Unerschrockener Kämpfer”: Zollitsch würdigt Kardinal Meisner

Samstag 1. März 2014 von VH

Erzbischof Robert Zollitsch„Irgendwo wird er mir fehlen!“ Erzbischof Robert Zollitsch, der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, hat im Gespräch mit Radio Vatikan Kardinal Meisner gewürdigt, dessen Rücktritt aus Altersgründen Papst Franziskus an diesem Freitag angenommen hat.

„Mit Kardinal Meisner verlässt das dienstälteste Mitglied unserer Konferenz die Bischofskonferenz, und das ist durchaus ein Einschnitt. Er ist einer der markanten deutschen Bischöfe, der den Mut hatte, seine Meinung zu sagen, der das auch gekonnt tat und Position bezog, der mit Leidenschaft für den Schutz des Lebens eintrat in all seinen Situationen, und der sicher eine Generation geprägt hat durch seine Predigten, durch das Einstehen für den katholischen Glauben. Da ist er ein unerschrockener Kämpfer. Wenn ich daran denke, dass er jetzt nicht mehr in der Konferenz sein wird, irgendwo wird er mir fehlen! Denn er ist ein überzeugender Bischof, der nun sagt, gut, mit 80 Jahren darf ich auch die Verantwortung in andere Hände legen. Ich bin überzeugt, er wird nun unsere Arbeit im Gebet weiterhin begleiten. Ich möchte ihm ein herzliches Vergeltsgott sagen, vielen Dank, Kardinal Meisner, für das, was er auch all die Jahre in der Bischofskonferenz getan hat, denn er gehörte zu den treuesten Besuchern unserer Konferenz und zu den engagiertesten in den Kommissionen, und das ist nicht selbstverständlich.“  (rv)

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D: DBK dementiert Bericht des „Focus“

Sonntag 26. Januar 2014 von VH

DBK_LogoDie Prüfungskommission zur Causa Limburg hat noch keinen Bericht vorgelegt. Mit diesen Worten widerspricht der Pressesprecher der Deutschen Bischofskonferenz, Matthias Kopp, einem Bericht des Magazins Focus. In einem Online- Bericht behauptet der Focus, aus Rom erfahren zu haben, dass die von Erzbischof Robert Zollitsch eingesetzte Kommission bereits zu einem Ergebnis gekommen sei. Bischof Tebartz-van Elst sei weder Geldverschwendung noch das Übergehen der Kontrollgremien vorzuhalten, berichtet der Focus über die angeblichen Ergebnisse der Kommission. „Die Prüfungskommission arbeitet weiterhin an ihrem Bericht. Es liegt – anders als der Focus berichtet – noch kein Ergebnis vor“, so Kopp in einer Stellungnahme. Bei der noch anstehenden Arbeit gehe es nicht ‚um abschließende Formulierungen‘, wie der Focus schreibe, sondern um das „kontinuierliche Aufarbeiten inhaltlicher Fragen.“ Wegen der aktuellen Arbeiten am Bericht werde die Kommission diesen erst im Laufe des Monats Februar dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz Erzbischof Zollitsch vorlegen, so Kopp weiter. "Inhalte des Berichts sind dem Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz bisher nicht bekannt.“ (rv)
 

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Zollitsch gegen „Schnellschuss“ im Bistum Limburg

Dienstag 15. Oktober 2013 von VH

Erzbischof Robert Zollitsch„Ich bin kaum in Rom gelandet, aber immer wieder angesprochen worden auf die Situation bei uns im Bistum Limburg." Das sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, an diesem Montag vor der Presse im Vatikan. „Ich war am vergangenen Donnerstag bei der Bundespressekonferenz in Berlin, und da habe ich an diesem Vormittag erfahren, dass die Staatsanwaltschaft in Hamburg einen Antrag auf Erlass eines Strafbefehls gegen den Bischof von Limburg veröffentlicht hat." Gleichzeitig wurde die Kostenexplosion beim Bau des Diözesanen Zentrums an der Lahn bekannt. Das alles habe ihn „persönlich sehr bewegt", so Zollitsch: „Den Vorgang verfolge ich aufmerksam und auch mit großer Sorge, denn das ist für uns tatsächlich ein entscheidender Schritt, den wir da sehen."

„Steht mir nicht zu, zu urteilen"

Allerdings stehe es ihm nicht zu, „über den Antrag der Staatsanwaltschaft Hamburg oder über den Bischof von Limburg zu urteilen", sagte Zollitsch. „Ich bin mir aber sicher, dass sich der Bischof von Limburg gründlich und auch mit der nötigen Selbstkritik mit dieser Entwicklung auseinandersetzt." Dass er gerade in Rom sei, liege vor allem an der Sitzung des Päpstlichen Rates für Neuevangelisierung, dem Zollitsch angehört; aber natürlich wolle er die Gelegenheit zu einigen Gesprächen über die Causa Limburg nutzen, „um zur Klärung beizutragen".

„Insgesamt nehme ich die Situation im Bistum Limburg sehr ernst; die vom Bischof erbetene Prüfungskommission über die Finanzen – was die Ausgaben waren – habe ich auch eingesetzt. Diese Prüfungskommission nimmt noch diese Woche ihre Arbeit auf." Interne und externe Fachleute, deren Namen fürs erste geheim blieben, gehörten dem Gremium an. Wie lange die Untersuchung dauern werde, lasse sich jetzt noch nicht sagen. „Natürlich wird zum Schluss die Sache veröffentlicht werden, und dann wird auch bekannt gegeben werden, wer diese Leute sind." Der Auftrag der Kommission sei ein dreifacher: Klärung der Kosten des Bauprojekts in Limburg, Klärung seiner Finanzierung – und Nachvollzug der Entscheidungswege.

„Erst den Prüfbericht abwarten"

„Wir warten nun alle, wie nun dieses Ergebnis sein wird, um dieses Ergebnis dann mit dem Bischof zu besprechen und zu schauen, welche Konsequenzen dann daraus zu ziehen sind." Dem Vorsitzenden der Bischofskonferenz ist durchaus klar, „dass das auch eine Frage der Glaubwürdigkeit ist" und darum nicht der Eindruck entstehen darf, die Klärung werde auf die lange Bank geschoben. „Wir werden so zügig handeln, wie das möglich ist! Sie werden aber verstehen, dass, wenn eine sachliche Klärung angesetzt ist, ich natürlich auch die sachliche Klärung abwarten muss. Ich kann nicht den Leuten jetzt den Auftrag geben, die Sache zu klären, und schon vorher sagen, was alles herauskommt."

Noch in dieser Woche – dem Vernehmen nach am Donnerstag – wird Erzbischof Zollitsch mit Papst Franziskus über die Causa Tebartz-van Elst sprechen. Er habe schon einiges schriftliche Material nach Rom geschickt, wisse aber vorab nicht, „was der Papst gelesen hat". Zum Trommelfeuer immer neuer medialer Enthüllungen über Limburger Baukosten sagt Zollitsch: „Der Druck ist für mich von der psychologischen Seite her sehr groß, denn die Leute warten auf Klarheit. Und ich muss schauen, wie wir es fertig bringen, dass wir auch vermitteln können, dass wir eine sachliche Klärung brauchen und nicht durch einen Schnellschuss am Ende auch wieder neue Fehler machen können." (rv)

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Erzbischof Zollitsch: „Bei Bundestagswahl Verantwortung zeigen“

Dienstag 3. September 2013 von VH

Erzbischof Robert ZollitschDer Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, hat zur Wahlbeteiligung bei der Bundestagswahl am 22. September 2013 aufgerufen. Beim St. Michael-Jahresempfang des Katholischen Büros in Berlin sagte Zollitsch, es sei Aufgabe der Kirche, die Menschen an ihre Verantwortung zu erinnern, sich in die politischen Meinungsbildungsprozesse aktiv einzubringen und von ihren demokratischen Rechten Gebrauch zu machen.

In Zeiten der öffentlichen politischen Auseinandersetzung stehe auch die Kirche vor der Frage, welche Rolle sie bei der Gestaltung der Gesellschaft einnehmen wolle, so Zollitsch. Oft sei ein religiöses Bekenntnis mit einem christlichen Wertekanon immer mehr nur eine Option unter vielen. Dennoch dürfe die Kirche weder der Versuchung erliegen, sich auf sich selbst zu beziehen, noch eine Politisierung der Religion zuzulassen.

„Entscheidend für die Qualität in unserer Gesellschaft weit über jeden Wahltag hinaus ist es jedoch, wie wir mit denen umgehen, die nicht in der Sicherheit und Geborgenheit der Mitte der Gesellschaft sind. Und damit meine ich bei weitem nicht alleine die materielle Sicherheit. Bei aller Unterschiedlichkeit der Aufgabenstellung und Funktionsweise von Politik und Kirche sehe ich hier gemeinsame Herausforderungen."

Mehr Einsatz für angemessene Löhne und Arbeitsbedingungen

Der Auftrag und die Kompetenz der Kirche sei es daher vor allem, „für eine Werteorientierung in der Politik einzutreten, in deren Zentrum die Würde jedes Menschen, die Achtung der Menschenrechte und die Ausrichtung am Gemeinwohl stehen", so Erzbischof Zollitsch. Daran erinnere auch Papst Franziskus, wenn er die Kirche auffordere, an die „Peripherien des Lebens" zu gehen.

„Wenn uns Papst Franziskus dazu ermutigt, für eine gerechtere und solidarischere Welt zu arbeiten, dann gilt das insbesondere mit Blick auf angemessene Löhne und Arbeitsbedingungen. Es kann uns nicht unberührt lassen, dass es bezogen auf die Beschäftigtenzahl in Deutschland im Vergleich zu anderen westlichen EU-Ländern noch immer mehr Geringverdiener gibt."

Solidarität mit Flüchtlingen

Zu den Menschen, die an den Rändern der Gesellschaft leben, gehören nach Auffassung von Erzbischof Zollitsch auch die Flüchtlinge. In diesem Zusammenhang dankte Zollitsch der Bundesregierung für die Aufnahme von 5.000 Flüchtlingen aus Syrien. Dies seien wichtige erste Schritte, für die er dankbar sei, an die man aber nun anknüpfen müsse, so Zollitsch – vor allem mit Blick auf die aktuellen Ereignisse in Syrien. Zur Situation im Nahen Osten sagte Zollitsch:

„Die Situation dort erfüllt uns alle mit Sorge und auch mit beträchtlicher Ratlosigkeit. Nirgendwo in der arabischen Welt ist bis jetzt eine überzeugende Synthese zwischen dem religiösen Erbe und den Herausforderungen der Moderne gefunden worden. Und so stürzt der Kampf um das gesellschaftliche und kulturelle Leitbild und die damit verbundenen Macht- und Einflusssphären immer mehr Gesellschaften ins Chaos."

Auch viele Christen drohten vom Mahlwerk dieses Konfliktes zerrieben zu werden, so Zollitsch, der die Politiker eindringlich zum Eingreifen aufforderte:

„Ein Ende des christlichen Orients ist eine finstere Möglichkeit unserer geschichtlichen Epoche. An die Vertreter der Politik richte ich deshalb die ernste Bitte: Tun Sie alles Ihnen Mögliche, um eine friedliche Entwicklung in dieser Region zu fördern! Und unternehmen Sie, was immer Sie können, um die Überlebensmöglichkeit der christlichen Minderheiten zu sichern!"

Familie ins Zentrum stellen

Ausdrücklich hob Erzbischof Zollitsch in seiner Ansprache außerdem die Familien hervor. Immer wieder werde versäumt, sie und ihre Anliegen in das Zentrum der Aufmerksamkeit zu rücken und ihnen die gesellschaftliche Anerkennung und Unterstützung zu geben, die sie brauchen. Zudem betonte Zollitsch, dass die Kirche auch den Auftrag habe, die ethischen Grenzen aufzuzeigen, die sich aus dem christlichen Menschenbild ergeben. „Dies mag bisweilen für die Politik unbequem sein, kann Ihnen aber vielleicht auch helfen, schwierige Entscheidungen zu treffen und zu verteidigen." Mit Blick auf die Finanzkrise betonte Erzbischof Zollitsch, dass diese erneut gezeigt habe, wie wichtig es sei, „politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Entscheidungen nicht einseitig an kurzfristigen Zielen auszurichten.

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz schloss seine Rede mit einem Aufruf zur Wahlbeteiligung:

„Unsere Aufgabe als Kirche ist es, in dieser Zeit insbesondere die Gläubigen an ihre Verantwortung zu erinnern, sich in die politischen Meinungsprozesse aktiv einzubringen und von ihren demokratischen Rechten Gebrauch zu machen. Unsere Aufforderung gilt allen: ‚Gehen Sie zur Wahl! Nehmen Sie Ihre Verantwortung wahr!’" (rv)

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