Papst ruft neue Bischöfe zum Streben nach Heiligkeit auf

VATIKANSTADT – Die wichtigste Aufgabe der Bischöfe ist das Streben nach Heiligkeit und der Heiligung ihrer Ortskirchen mit voller Hingabe: Das sagte Papst Franziskus am gestrigen Donnerstag vor einer Gruppe von 130 neuen Bischöfen.

Franziskus sprach kurz vor seinem Treffen mit Kardinal Daniel DiNardo und weiteren Vertretern der US-Bischofskonferenz über die Lage dort angesichts der Kirchenkrise, die durch den jahrzehntelang systematisch durch Bischöfe vertuschten Missbrauch, sexuelle Nötigung und weiteres Fehlverhalten ausgelöst wurde.

Vor diesem Hintergrund rief der Pontifex die neuen Oberhirten auf, Heiligkeit als etwas zu verstehen, das keine „Buchhaltung“ der eigenen Tugenden darstelle, keinen Zeitplan für asketische Praktiken, kein Fastenplan oder „ein Fitnessstudio der persönlichen Anstrengung“ sei.

Vielmehr verknüpfte Franziskus das Streben nach Heiligkeit mit der Heilung der „Wunden ihrer Ortskirche“ und der Prüfung des eigenen Verhältnisses zu Gott – mit anderen Worten zur Bekehrung.

Der Papst warnte die Bischöfe konkret vor der Gefahr der Gottlosigkeit und rief sie auf, dahingehend ein besonderes Augenmerk auf ihre Geistlichen und Seminaristen zu werfen, und in der Auswahl geeigneter Priesteramtskandidaten. Franziskus wörtlich:

„Wir können nicht auf die Herausforderungen, die wir im Zusammenhang mit ihnen erleben, antworten, wenn wir nicht unsere Prozesse der Auswahl, Begleitung und Bewertung erneuern. Unsere Antworten werden ohne Zukunft sein, wenn sie nicht den geistlichen Abgrund erreichen, der in nicht wenigen Fällen skandalöse Schwächen möglich gemacht hat.“

Dieser „geistliche Abgrund“ sei durch „existenzielle Leere“ entstanden, so der Papst – mit anderen Worten Apostasie — und Franziskus forderte, es müsse untersucht werden, „warum Gott dermaßen zum Schweigen gebracht worden ist, warum er dermaßen aus dem Lebensstil entfernt werden konnte, als ob es ihn gar nicht gäbe“.

Der Papst – der in der Krise selber beschuldigt worden ist – sagte, es sei dabei kontraproduktiv, andere zu beschuldigen, berichtet „Vatican News“:

„Hier sollte jeder von uns in sein Innerstes hineinhorchen und sich fragen, was er tun kann, um das Antlitz der Kirche, die wir leiten, heiliger zu machen. Es bringt nichts, mit dem Finger auf andere zu zeigen, Sündenböcke zu produzieren, sich das Hemd zu zerreißen oder sich über die Schwächen der anderen auszulassen. Hier ist es nötig, zusammen und in Gemeinschaft zu arbeiten … und zur einfachen Freude des Evangeliums zurückzukehren.“

Zum Abschluss eines jährlich vom Vatikan organisierten Trainingskurses für neue Bischöfe verurteilte der Papst die Idee, dass die Position eines Bischofes mit „automatischen Privilegien“ verbunden sein könnte.

Die Bischöfe haben keine „Eigentumsrechte oder erworbenen Rechte“, sagte er. Mit Bezug auf Matthäus 13 und den „auf einem Feld vergrabenen Schatz“ sagte er, dass sie den Schatz ihres Dienstes „zufällig“ gefunden hätten und „alles verkaufen“ würden, um das Feld zu kaufen und zu schützen.

Bischöfe zu werden „ist nicht das Ergebnis einer rein menschlichen Prüfung, sondern eine Wahl von oben“ und der Dienst „erfordert keine zeitweilige Hingabe, Treue zu wechselnden Stufen, einen selektiven Gehorsam, nein“. Sagte er: „Ihr seid aufgerufen, euch Tag und Nacht zu verzehren.“

Gott in den Mittelpunkt stellen

Der Papst sagte den Bischöfen, dass ihre Identität als Bischöfe ein Geschenk Gottes sei und aus der richtigen Perspektive betrachtet werden müsse. Er bat sie, Gott in den Mittelpunkt ihres Lebens zu stellen.

„Er ist derjenige, der alles fordert, aber dafür das Leben in Fülle anbietet“, sagte er.

Er forderte sie auf, sich angesichts dunkler Zeiten oder Schwierigkeiten nicht entmutigen zu lassen, sondern sich zu trösten, dass das Schicksal der Kirche in Gottes Händen liege.

„Das Schicksal der Kirche, der kleinen Herde, ist siegreich im Kreuz des Sohnes Gottes verborgen. Unsere Namen sind in Sein Herz eingraviert – in Sein Herz“, sagte er.

Er lobte Amtsträger und geweihte Männer, die beharrlich Gutes tun, auch wenn es nicht „das Thema von Blogs ist und auch nicht auf die Titelseiten gelangt“.

Diese Menschen, sagte er, „glauben und predigen weiterhin mutig das Evangelium der Gnade und Barmherzigkeit an Menschen, die nach Gründen dürsten, zu leben, zu hoffen und zu lieben“. Sie haben keine Angst vor den Wunden Christi, die durch die Sünde oder durch „Söhne der Kirche“ verursacht werden.

Der Pontifex verurteilte erneut den überzogenen Individualismus und die Gleichgültigkeit gegenüber anderen.

„Haltet Euren Blick nur auf den Herrn Jesus gerichtet und gewöhnt Euch an sein Licht, und wisst, wie man unaufhörlich [das Licht] sucht, auch dort, wo es gebrochen wird, sogar durch demütige Schimmer“, ermutigte er.

Hannah Brockhaus trug zur Berichterstattung bei. (CNA Deutsch)

Kirchenkrise: Papst bestellt Vorsitzende aller Bischofskonferenzen ein

VATIKANSTADT – Angesichts der Kirchenkrise um Missbrauchs- und Vertuschungsskandale hat Papst Franziskus die Vorsitzenden aller katholischen Bischofskonferenzen der Welt zu einem Treffen im Vatikan einbestellt.

Die Zusammenkunft habe die „Prävention des Missbrauchs von Minderjährigen und gefährdeter Erwachsener“ zum Thema und finde vom 21. bis 24. Februar 2019 statt, teilte das Presse-Amt des Vatikans am heutigen Mittwoch mit.

Weltweit gibt es über 80 nationale Bischofskonferenzen, dazu etwa 20 Versammlungen von Ordinariaten und weitere vergleichbare Gremien.

Eine genaue Liste der einbestellten Bischöfe liegt zur Stunde noch nicht vor.

Die Ankündigung erfolgt im Anschluss an eine dreitägige Sitzung des als „K9“ bekannten Kardinalsrates von Papst Franziskus und vor dem Hintergrund der Forderung mehrerer Bischöfe, angesichts der Kirchenkrise die für Oktober anberaumte Jugendsynode zu verschieben oder auszusetzen.

Hannah Brockhaus trug zur Berichterstattung bei. (CNA Deutsch)

Scharfe Kritik an Vorveröffentlichung der deutschen Missbrauchstudie

Medienberichte: Forschungsprojekt belegt tausende Fälle von 1946 bis 2014 – Bischof Ackermann: Für die Betroffenen ein „schwerer Schlag“.

BONN ,- In einer ersten Reaktion der Deutschen Bischofskonferenz hat Bischof Stephan Ackermann kritisiert, dass mehrere Medien am heutigen 12. September die Ergebnisse einer Studie veröffentlicht haben, die den Missbrauch Minderjähriger durch Priester und Ordensleute in Deutschland in den Jahren 1946 bis 2014 dokumentiert.

„Gerade mit Blick auf die Betroffenen sexuellen Missbrauchs ist die verantwortungslose Vorabbekanntmachung der Studie ein schwerer Schlag“, so Ackermann, der Beauftragter für Fragen des sexuellen Missbrauchs im kirchlichen Bereich und für Fragen des Kinder- und Jugendschutzes der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) ist.

Die Ergebnisse des interdisziplinären Forschungsprojekts, das von der DBK in Auftrag gegeben wurde, sollte eigentlich am 25. September vorgestellt werden, wie CNA Deutsch berichtete.

Den Meldungen zufolge wurden im Zeitraum von 1946 bis 2014 laut Studie „3677 überwiegend männliche Minderjährige als Opfer sexueller Vergehen. 1670 Kleriker werden der Taten beschuldigt“, so der „Spiegel„. Die Forscher hätten „mehr als 38.000 Personal- und Handakten aus 27 deutschen Diözesen untersucht und ausgewertet“.

„Ich bedauere, dass die bisher vertraulich gebliebene Studie und somit das Ergebnis vierjähriger Forschungsarbeit zur Thematik ‚Sexueller Missbrauch an Minderjährigen durch katholische Priester, Diakone und männliche Ordensangehörige im Bereich der Deutschen Bischofskonferenz'“ heute veröffentlicht worden sei, so Bischof Ackermann.

„Der Vorgang ist umso ärgerlicher, als bislang noch nicht einmal den Mitgliedern der Deutschen Bischofskonferenz die Gesamtstudie bekannt ist.“

Wie der „Spiegel“ weiter berichtet sei die Hälfte aller Fälle ohne Antrag auf Entschädigung „durch die Betroffenen nicht einmal entdeckt worden, da die Personalakten der Beschuldigten keine Hinweise enthielten“.

In vielen Fällen seien sie „vernichtet oder manipuliert“ worden. Daraus ergebe sich ein „Hinweis auf das Ausmaß des anzunehmenden Dunkelfelds“, schreiben die Autoren der Studie, heißt es.

Die DBK teilt mit, dass für die Woche der Herbst-Vollversammlung vom 24.–27. September 2018 geplant ist, ein Beratungs-Telefon für diejenigen zu schalten, die aufgrund der Berichterstattung aufgewühlt sind und mit jemandem sprechen möchten.

Ackermann betonte: „Wir wissen um das Ausmaß des sexuellen Missbrauchs, das durch die Ergebnisse der Studie belegt wird. Es ist für uns bedrückend und beschämend. Vor vier Jahren haben wir die Studie in Auftrag gegeben und gerade wir Bischöfe stellen uns den Ergebnissen“.

Dazu werde als erstes die Vollversammlung in Fulda dienen.

„Ziel der Studie, an der sich alle 27 Diözesen Deutschlands beteiligt haben, ist es, mehr Klarheit und Transparenz über diese dunkle Seite in unserer Kirche zu erhalten und zwar um der Betroffenen willen, aber auch, um selbst die Verfehlungen sehen und alles dafür tun zu können, dass sie sich nicht wiederholen“.

Der Missbrauchsbeauftrage betonte:

„Es geht uns um eine verantwortungsvolle und professionelle Aufarbeitung. Ich bin davon überzeugt, dass die Studie eine umfangreiche und sorgfältige Erhebung ist, die Zahlenmaterial und Analysen bietet, aus denen wir weiter lernen werden. Das gilt auch für die Erkenntnisse, die eine vertiefte Einsicht über das Vorgehen der Täter und über das Verhalten von Kirchenverantwortlichen in den zurückliegenden Jahrzehnten ermöglichen. Nochmals betone ich: Die Studie ist eine Maßnahme, die wir nicht nur der Kirche schuldig sind, sondern vor allem und zuallererst den Betroffenen.“

Betroffene sollten sich – so die Mitteilung der DBK – bis zur Bereitstellung des Beratungs-Telefons an die Telefonseelsorge (Tel. 0800/1110111 oder 0800/1110222), die Internetseelsorge (www.internetseelsorge.de) sowie die Missbrauchsbeauftragten der Bistümer (Liste auf der Themenseite www.dbk.de/themen/sexueller-missbrauch/informationen-fuer-betroffene) wenden. (CNA Deutsch)

Gespräch über Rücktritt: Wuerl trifft Papst Franziskus

WASHINGTON, D.C. – Kardinal Donald Wuerl von Washington hat den Priestern seines Erzbistums mitgeteilt, er werde sich bald mit Papst Franziskus treffen, um seinen Rücktritt zu besprechen.

In einem auf den 11. September datierten Brief an den Klerus der Erzdiözese Washington schreibt Wuerl, dass eine Entscheidung über seine zukünftige Rolle in der Erzdiözese „ein wesentlicher Aspekt“ sei, damit die Kirche auf diözesaner Ebene vorankomme.

„Ich beabsichtige, in naher Zukunft nach Rom zu reisen, um mit unserem Heiligen Vater über den Rücktritt zu sprechen, den ich vor fast drei Jahren, am 12. November 2015, angeboten habe.“

Wuerl reichte bereits 2015 seinen altersbedingten Rücktritt – wie in der Kirche üblich – mit Erreichen seines 75. Lebensjahres ein.

Ob dieser angenommen wird, entscheidet dann der Papst.

In den letzten Monaten ist Franziskus immer stärker unter Druck geraten, Wuerl aus seinem Amt ausscheiden zu lassen.

Im Juni 2018 wurde Wuerls Vorgänger in Washington, Erzbischof Theodore McCarrick, öffentlich beschuldigt, in den 1970er Jahren einen Teenager sexuell missbraucht zu haben. Als weitere Anschuldigungen öffentlich erhoben wurden, unter anderem, dass McCarrick jahrzehntelang Seminaristen sexuell belästigt, genötigt und missbraucht hat, wurde auch die Frage, was Wuerl – und andere Kirchenmänner über die mutmaßlichen Verbrechen seines Vorgängers wusste, immer lauter gestellt.

Noch lauter wurden die Rücktrittsforderungen nach Veröffentlichung des Untersuchungsberichts der Grand Jury in Pennsylvania am 14. August. Wie CNA Deutsch berichtete, wird darin Wuerl vorgeworfen, fahrlässig mit Priestern umgegangen zu sein, die während seiner Zeit als Bischof von Pittsburgh des sexuellen Missbrauchs von Minderjährigen beschuldigt wurden. In einem Fall wurde einem des sexuellen Missbrauchs beschuldigten Priester nicht nur erlaubt, in eine andere Diözese zu wechseln – man bestätigte ihm auch die Eignung als Priester.

Als dann der ehemalige Botschafter des Vatikans in den USA, Erzbischof Carlo Vigano, am 25. August seine elfseitige Zeugenaussage veröffentlichte, wurden weitere Fragen laut darüber, was Wuerl über McCarricks Fehlverhalten wusste.

Eine Recherche von CNA ergab zudem, dass Wuerl McCarrick erlaubt hatte, junge Seminaristen als persönliche Assistenten zu haben – die bei ihm sogar wohnten, selbst nachdem bereits gegen McCarrick wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs ermittelt wurde.

In seinem gestrigen Schreiben schildert der Kardinal, wie er mit Priestern gemeinsam gebetet habe, und bemüht sei, „die beste Vorgehensweise zu erkennen“ angesichts der zu erwartenden weiteren Enthüllungen über das ganze Ausmaß sexuellen Fehlverhaltens sowie dessen Vertuschung – Wuerl spricht von „bischöflicher Aufsicht“ – durch Bischöfe und Verwaltung.

Es gehe darum, wie den Opfern am besten geholfen werden kann, betont Washingtons Erzbischof.

Ein Sprecher der Erzdiözese, Ed McFadden, sagte gegenüber CNA, dass Wuerls Brief „ein Beweis für einen ernsthaften und konstruktiven Entscheidungsprozess ist, den Kardinal Wuerl durchlaufen hat“. Wuerl drücke damit auch den Priestern seine Wertschätzung aus, und seinen Dank für ihr Engagement.

Der Kardinal wolle nun jedweden Schaden von der Kirche, „die er liebt“, abwenden helfen, so McFadden gegenüber CNA. Für den 14. September sei eine heilige Messe der „Heilung“ geplant.

Die Erzdiözese Washington wollte indessen nicht bestätigen, wann Wuerl mit Papst Franziskus zusammentreffen wird.

Übersetzt und redigiert von AC Wimmer. (CNA Deutsch)

Kardinalsrat bekundet „volle Solidarität“ mit Papst Franziskus

Vatikan werde sich bald zur Kirchenkrise erklären – Weltfamilientreffen in Dublin „ein Erfolg“.

VATIKANSTADT – Der Kardinalsrat, auch K9-Rat genannt, eine Gruppe von Kardinälen die mit Papst Franziskus an der Reform der römischen Kurie arbeitet, hat dem Heiligen Vater angesichts der Ereignisse der vergangenen Wochen seine „volle Solidarität“ ausgesprochen und angekündigt, der Vatikan werde sich zu den Vorwürfen gegen den Papst und hochrangige Kurienvertreter äußern.

In einer Mitteilung, die am 10. September vom Vatikan veröffentlicht wurde, betont das Gremium, „seine volle Solidarität mit Papst Franziskus hinsichtlich der Ereignisse der letzten Wochen“.

Der K9-Rat besteht aus den Kardinälen Oscar Rodriguez Maradiaga (Koordinator), Pietro Parolin (Kardinalstaatssekretär), Giuseppe Bertello, Francisco Javier Errazuriz Ossa, Sean Patrick O’Malley, Reinhard Marx, Laurent Monsengwo Pasinya, Oswald Gracias und George Pell.

Die neun Berater teilen nun mit, „dass der Heilige Stuhl dabei ist, in der aktuellen Debatte die notwendigen Klärungen zu formulieren“.

Vorwürfe gegen Papst und Kardinäle

Dies ist die erste Versammlung des von Franziskus gegründeten und ausgewählten Gremiums, nachdem der ehemalige Nuntius der Vereinigten Staaten, Erzbischof Carlo Maria Viganó, am 25. August einen elfseitigen Brief veröffentlicht hat, in dem er erklärt, mehrere Priester, Bischöfe, Kardinäle – darunter Vertreter des „K9“ – und sogar Papst Franziskus selbst hätten vom Fehlverhalten des Ex-Kardinals Theodore McCarrick gewusst.

Trotzdem hätten die Beschuldigten nur nachlässig gehandelt, McCarrick sogar teilweise gedeckt, so der ehemalige Nuntius in seiner – von dritten bestätigten, aber auch angezweifelten – Aussage.

Dem Papst wird von Vigano zusätzlich zur Last gelegt, trotz des Wissens um McCarrick diesen rehabilitiert und zum engen Berater gemacht zu haben.

Der Pontifex selber hat bislang dazu geschwiegen; einige Bischofskonferenzen haben dies öffentlich unterstützt. Immer mehr Bischöfe, Priester und tausende Laien fordern indessen eine schonungslose Aufklärung, um der Wahrheit auf den Grund zu gehen – darunter der Vorsitzende der US-Bischofskonferenz, Kardinal Daniel DiNardo.

Rolle des Kardinalsrates

Die gestrige Mitteilung indessen teilt auch mit, dass der Kardinalsrat „in Anbetracht des fortgeschrittenen Alters einiger Mitglieder“ erwogen habe, den Papst zu bitten, „über die Arbeit, Struktur und Zusammensetzung des Rates selbst“ nachzudenken.

Zudem erklärten die Kardinäle ihre, so wörtlich, „Zufriedenheit über den Erfolg des IX. Weltfamilientreffens in Dublin“ und sie „gratulieren Kardinal Kevin Farrell und dem Dikasterium für die Laien, die Familie und das Leben, die zusammen mit Erzbischof Diarmuid Martin die Veranstaltung organisiert haben.“

Das Weltfamilientreffen, an dessen abschließenden Veranstaltungen auch Papst Franziskus teilnahm, fand vom 21. bis 26. August in Dublin statt. (CNA Deutsch)

Vatikan kündigt Projekte zur Prävention von Missbrauch Minderjähriger weltweit an

VATIKANSTADT – Die Päpstliche Kommission für den Schutz von Minderjähriger – auch Kinderschutzkommission genannt – hat am Ende ihrer Vollversammlung, die vom 7. bis 9. September in Rom stattfand, eine Reihe von Projekten angekündigt, die der Prävention von sexuellem Missbrauch an Minderjährigen in der ganzen Welt dienen sollen.

In einer Mitteilung, die am 9. September vom Presseamt des Heiligen Stuhls veröffentlicht wurde, erklärte die Gruppe von Experten, die mit Opfern sexuellen Missbrauchs durch Geistliche gearbeitet hat, dass man eine „Reihe von Pilotprojekten in Gang setzen werde; das erste davon wird in Brasilien starten.“
„Als Fortsetzung der Arbeit der Gründungsmitglieder sind diese Projekte ein Mechanismus, um sichere Umgebungen und transparente Prozesse zu schaffen, durch die Menschen, die missbraucht worden sind, einen Schritt nach vorne machen können“, heißt es im Text.

Die Supervisionsgruppe „Erziehung und Ausbildung“, hat ihrerseits eine Reihe von zukünftigen Initiativen in Seminaren sowie von Konferenzen auf lokaler Ebene vorgestellt.

Im April 2019 wird die Kommission eine Konferenz für die Verantwortlichen der Kirche in Mittel- und Osteuropa durchführen. Im gleichen Monat wird sie – zusammen mit der brasilianischen Bischofskonferenz – eine Studienwoche anbieten, die für Bischöfe und Ausbilder in Aparecida (Brasilien) bestimmt ist.
Im November 2019 sind die Mitglieder eingeladen, an der Versammlung des Lateinamerikanischen Bischofsrates (CELAM) teilzunehmen.

Im Jahre 2020 wird die Kommission einen Kongress zum Schutz der Minderjährigen mitgestalten, der sich an jene richtet, die im kirchlichen und zivilen Bereich in Nord- und Südamerika arbeiten. Dieser Kongress wird in Bogota (Kolumbien) stattfinden.

Die Arbeitsgruppe für grundlegende Richtlinien und Schutznormen hat
ihre Fortschritte mitgeteilt, unter anderem jene der „Entwicklung von Prüfinstrumenten, die den lokalen Bischofskonferenzen angeboten werden und somit zur Supervision ihrer Schutzprogramme und -mechanismen beitragen sollen.“

In einem Interview mit der vatikanischen Nachrichtenseite erklärte der Vorsitzende der Päpstlichen Kommission für den Schutz von Minderjährigen, Kardinal Sean Patrick O’Malley:

„Sicherlich, die jüngsten Ereignisse in der Kirche haben die Aufmerksamkeit von uns allen auf die dringende Notwendigkeit einer klaren Antwort seitens der Kirche auf den Missbrauch von Minderjährigen gelenkt.“

„Es ist selbstverständlich eine der Hautverantwortlichkeiten der Kommission, die Opfer anzuhören. Stets aufmerksam zu sein, die Zeugnisse der Opfer zu hören, die zu unseren Überlegungen und Urteile beitragen“, so der Kardinal weiter.
Zum Fortschritt der Kirche bei diesem Thema versicherte der Kardinal, dass die „Kommission die Botschaft zum Schutz der Minderjährigen unermüdlich in die ganze Welt bringe“, und informierte, dass die Mitglieder der Kommission seit der letzten Versammlung „an über hundert Konferenzen in der ganzen Welt teilgenommen haben.“

„Wir arbeiten auch eifrig an Richtlinien“, so der Kardinal weiter.

„Eine unserer jüngsten Initiativen besteht darin, Instrumente zur Überprüfung zu entwickeln, die von den Bischofskonferenz angewendet werden können, um die Umsetzung und Einhaltung derselben zu messen. Auf diese Weise werden die Bischöfe, wenn sie zu Ad-limina-Besuchen nach Rom kommen, aufzeigen, wie es ihnen gelingt, die Richtlinien umsetzen, die jede Bischofskonferenz auf Ersuchen des Heiligen Stuhles und des Papstes selbst, erstellen sollte.“

Er kündigte auch an, dass in naher Zukunft eine der „Initiativen darin bestehen wird, auf mehreren Kontinenten die sogenannten ’survivors advisory panels‘ zu gründen. Dabei handelt es sich um beratende Gremien, die aus ehemaligen Missbrauchsopfern zusammengesetzt sind.

„Das erste wird es in Brasilien geben, aber wir haben diesen Prozess auch schon für Afrika und Asien begonnen“, teilte er mit.

Der Kardinal gab auch an, dass „wir außerdem Ausbildungsprogramme für diejenigen durchführen, die an der Spitze der Kirche stehen, so dass unsere Bischöfe, Priester und Ordensleute sich des Ernstes der Angelegenheit bewusst werden und die Mittel an der Hand haben, so darauf so zu antworten, dass sie dem Schutz der Minderjährigen und der pastoralen Sorge um die Opfer Priorität einräumen.“

Zum Schluss versicherte er, eine der größten Aufgaben sei „die Ausbildung der leitenden Personen in der Kirche“, und erklärte, die Arbeit sei bisher erfolgreich gewesen.

„Ich denke, diese Versammlungen waren sehr erfolgreich. In dieser Woche treffen sich die Mitglieder unserer Kommission mit den Verantwortlichen der Italienischen Bischofskonferenz und der Kongregation für die Glaubenslehre“, endete er. (CNA Deutsch)

Schreiben bestätigt: Vatikan wurde im Jahr 2000 über McCarrick informiert

VATIKANSTADT – Der amerikanische „Catholic News Service“ (CNS) hat das Schreiben eines hochrangigen Beamten des Staatssekretariats aus dem Jahr 2006 veröffentlicht, das belegt, dass der Vatikan im Jahr 2000 über die Anschuldigungen gegen den damaligen Kardinal Theodore McCarrick informiert wurde.

Der vom CNS veröffentlichte Brief ist auf den 11. Oktober 2006 datiert und stammt aus der Hand des damaligen Erzbischofs Leonardo Sandri in seiner Funktion als Stellvertreter des Staatssekretariats. Er ist adressiert an Pater Boniface Ramsey, der von 1986 bis 1996 an einem Priesterseminar in New Jersey lehrte.

Sandri bezieht sich in dem Brief – der in Passagen vor Veröffentlichung durch Pater Ramsey und die Redaktion von CNS geschwärzt wurde – auf, so wörtlich, „die ernsten Angelegenheiten, die einige der Studenten des Immaculate Conception Seminary betreffen, die Sie im November 2000 dem damaligen Apostolischen Nuntius in den Vereinigten Staaten, dem verstorbenen Erzbischof Gabriel Montalvo, vertraulich zur Kenntnis gebracht haben“.

Pater Ramsey hat erklärt, dass er angesichts der Ernennung McCarricks zum Erzbischof von Washington im Jahr 2000 den Nuntius Montalvo kontaktiert habe, um diesen über die Vorwürfe schweren Fehlverhaltens McCarricks gegenüber Seminaristen zu infomieren.

Seinen eigenen Studenten am Seminar hatten ihn darüber informiert, so Ramsey.

Auf Bitten des Nuntius habe er seine Bedenken schriftlich dargelegt. Gegenüber CNS sagte Pater Ramsey, er habe sich in seinem Schreiben „über McCarricks Beziehungen zu Seminaristen beschwert, und darüber, dass er mit Seminaristen schläft.“

„Mein Brief vom 22. November 2000 befasste sich mit McCarrick und erhob keinerlei Vorwürfe gegen Seminaristen; er erhob Vorwürfe gegen McCarrick“, so Ramsey.

CNS berichtete, dass Pater Ramsey zwar offiziell keine Antwort auf sein Schreiben vom 22. November 2000 erhalten habe. „Er war überzeugt, dass das Schreiben eingegangen ist, weil er von dem damaligen Erzbischof Sandri im Jahr 2006 eine schriftliche Bestätigung der im Jahr 2000 getätigten Aussagen erhielt“.

Der Hauptgrund für Sandris Brief im Jahr 2006 war die Bitte um Auskunft über einen Priester der Erzdiözese Newark, der am Immaculate Conception Seminary an der Universität Seton Hall studiert hatte: Der Priester wurde für einen Posten im Vatikan in Betracht gezogen.

Sandri selber ist heute Präfekt der Kongregation für die Ostkirchen und Kardinal der Kurie.

Die Darstellung von Pater Ramsey stimmt mit den Angaben von Erzbischof Carlo Maria Viganò überein, der von 2011 bis 2016 apostolischer Nuntius in den USA war.

Erzbischof Viganò hatte geschrieben, dass Montalvo (und sein Nachfolger, Erzbischof Pietro Sambi) „es nicht versäumt haben, den Heiligen Stuhl sofort zu informieren, sobald sie von Erzbischof McCarricks schwerwiegendem unmoralischem Verhalten gegenüber Seminaristen und Priestern erfahren haben. Tatsächlich wurde nach dem, was Nuntius Pietro Sambi schrieb, Ramseys Brief vom 22. November 2000 auf Wunsch des verstorbenen Nuntius Montalvo geschrieben.

In dem Brief bekräftigt der Dominikanerpater Ramsey, der von den späten 1980er Jahren bis 1996 Professor am Diözesanseminar in Newark war, dass es im Seminar immer wieder das Gerücht gab, dass der Erzbischof „sein Bett mit Seminaristen geteilt“ habe, und fünf auf einmal einlade, um das Wochenende mit ihm in seinem Strandhaus zu verbringen.

Ramsey weiter: Er habe eine gewisse Zahl von Seminaristen gekannt, von denen einige später zu Priestern der Erzdiözese Newark geweiht wurden, die in dieses Strandhaus eingeladen worden seien und ein Bett mit dem Erzbischof geteilt hätten.

Viganò sagte in seiner Aussage auch, dass er am 6. Dezember 2006 ein Memorandum geschrieben und Sandri übermittelt habe, in dem Anschuldigungen sexuellen Missbrauchs gegen McCarrick durch Gregory Littleton, einen laisierten Priester, detailliert beschrieben wurden. Der ehemalige Nuntius sagte, er habe in diesem Schreiben vorgeschlagen, an McCarrick „ein Exempel zu statuieren“, das eine „medizinische Funktion“ haben könnte, um zukünftigen Missbrauch zu verhindern und eine „sehr ernsthafte Skandalisierung der Gläubigen“ zu minimieren.

Übersetzt aus dem englischen Original. Der Brief in einer Twitter-Meldung des CNS.

(CNA Deutsch)

Vertuschungskrise: Staatsanwälte ermitteln nun auch in New York, New Jersey, Nebraska

 

NEW YORK / LINCOLN (NEBRASKA) – Die juristische Aufarbeitung der Vertuschung von Missbrauch in den USA weitet sich aus: Die Staatsanwaltschaften in New York und New Jersey haben am Donnerstag (Ortszeit) angekündigt, den Umgang mit Vorwürfen sexuellen Missbrauchs durch die katholischen Diözesen und kirchlichen Einrichtungen in beiden Staaten zu untersuchen.

Auch die staatlichen Behörden in Illinois, Missouri, Nebraska und New Mexico ermitteln: So hat der Generalstaatsanwalt von Nebraska hat die drei römisch-katholischen Diözesen des Staates um Informationen über sexuellen Missbrauch und anderes Fehlverhalten gebeten. Alle Diözesen haben zugesagt, mit den Ermittlern zusammenzuarbeiten.

Erzbistum New York begrüßt Ermittlungen

Am Donnerstag (Ortszeit) gab die New Yorker Staatsanwaltschaft bekannt, dass alle acht katholischen Diözesen des Staates vorgeladen werden. Wie die „New York Times berichtet, sollen die Bistümer auch ihre Unterlagen zu Vorwürfen sexuellen Missbrauchs offenlegen.

Generalstaatsanwältin Barbara Underwood kündigte eine zivilrechtliche Untersuchung kirchlicher Einrichtungen an und sagte, dass auch strafrechtliche Konsequenzen möglich sind: Die Behörde werde „Personen untersuchen und, falls gerechtfertigt, anzeigen, die Straftaten begangen haben“, so Underwood.

Die Erzdiözese New York teilte in einer ersten Reaktion gegenüber Medien vor Ort mit, man begrüße die Entscheidung der Staatsanwaltschaft und werde mit den Behörden kooperieren. Das Erzbistum habe bereits seit 2002 mit den zuständigen Bezirksanwälten „ausgezeichnete Arbeitsbeziehungen aufgebaut“, heißt es in der Erklärung.

„Wir stellen nicht nur alle Informationen zur Verfügung, die sie anfordern, sondern sie benachrichtigen uns auch, wenn sie von einem Missbrauchs-Vorwurf erfahren, so dass wir, selbst wenn sie keine Strafanzeige erstatten können, jeden Kleriker untersuchen und aus dem seelsorglichen Dienst entfernen können, gegen den glaubwürdige und begründete Vorwürfe vorliegen“.

Eigene „Task Force“ in New Jersey

Ebenfalls am Donnerstag kündigte der Generalstaatsanwalt von New Jersey, Gurbir Grewal, die Einrichtung einer Task Force an, die Vorwürfe des sexuellen Missbrauchs und dessen Vertuschung untersuchen soll.

„Keine Person steht über dem Gesetz und keine Institution ist immun gegen die Pflicht zur Rechenschaft“, sagte Generalstaatsanwalt Grewal.

„Wir werden alle notwendigen Ressourcen einsetzen, um die Wahrheit aufzudecken und dafür zu sorgen, dass den Opfern Gerechtigkeit widerfährt“.

Zwei Diözesen in New Jersey – die Diözese Metuchen und die Erzdiözese Newark – haben in den vergangenen Wochen die Aufmerksamkeit der Medien auf sich gezogen, nachdem bekannt wurde, dass sie Mitte der 2000er Jahre außergerichtliche Vergleiche mit zwei Männern erzielten, die beide behaupteten, vom ehemaligen Kardinal Theodore McCarrick sexuell genötigt worden zu sein, als sie selber noch Seminaristen und junge Priester waren.

Unklar ist bislang, welche kirchlichen Mitarbeiter in diesen Diözesen von diesen Vorgängen gewusst haben könnten und es unterließen, Maßnahmen zu ergreifen, sich gegen McCarricks öffentliches Wirken auszusprechen.

Konsequenzen des Pennsylvania-Berichts

Auslöser der Ermittlungen ist der Mitte August veröffentlichte Untersuchungsbericht in Pennsylvania, der Vorwürfe sexuellen Missbrauchs und systematischer Vertuschung über mehrere Jahrzehnte dokumentierte.

Hunderte Priester sollen, vor allem in den 1960er, 1970er und 1980er Jahren, tausendfachen Missbrauch an Minderjährigen und Schutzbedürftigen begangen haben; dieser sei systematisch vertuscht, gedeckt und verschwiegen worden. (CNA Deutsch)

Tausende katholische Männer bitten Papst Franziskus, sein Schweigen zu brechen

DENVER – Eine Woche nachdem knapp 30.000 Frauen einen Brief unterzeichnet haben, in dem sie Papst Franziskus auffordern, Fragen zur systematischen Vertuschung sexuellen Missbrauchs zu beantworten, hat eine Gruppe katholischer Männer ihren eigenen Brief an den Papst und amerikanische Oberhirten geschrieben.

Sie fordern eine Untersuchung, mit der die Wahrheit über Vertuschung und Missbrauch ans Licht kommt.

Der Brief ist auf der Website „Catholic Men United for Christ“ zu finden, wird aber nicht von einer Gruppe oder Organisation gesponsert. Die Unterzeichner des Briefes verpflichten sich, jeden Freitag ab dem 7. September eine Form des Fastens durchzuführen und bis 2018 fortzusetzen.

Zu den Unterzeichnern gehören der in den USA populäre katholische Autor Scott Hahn, Radiomoderator Al Kresta und andere prominente Katholiken.

„Heiliger Vater, wir kommen zu dir, um Antworten zu erhalten. Gegen Dich persönlich wurden Vorwürfe erhoben. Diese stammen von einem hochrangigen Kirchenbeamten, Erzbischof Viganò. Darüber hinaus haben viele Bischöfe in den Vereinigten Staaten öffentlich erklärt, dass sie glauben, dass diese Vorwürfe untersucht werden müssen. Wir flehen dich an, dich dazu zu äußern“.

Weiter heißt es in dem Brief: „Unabhängig von der Wahrhaftigkeit der Anschuldigungen von Erzbischof Viganò bleiben unsere Bedenken bezüglich der Verdorbenheit.“

„Eure Heiligkeit, Eure Eminenzen und Eure Exzellenzen. Was tut ihr, und was werdet ihr tun, um das Volk Gottes angesichts weit verbreiteten, weltweiten Missbrauchs, Vertuschungen und hierarchischem Versagens? Wir bitten Euch, diese einfache Frage zu beantworten, denn die Kosten der bischöflichen Verdorbenheit sind katastrophal.“

Das Schreiben fordert, dass eine Untersuchung der Kirchenhierarchie von „treuen Laien“ durchgeführt wird.

Die Unterzeichner „bestätigen und unterstützen“ den Brief katholischer Frauen, so Unterzeichner Mark DeYoung gegenüber CNA. „Darüber hinaus werfen wir auch einen Blick darauf, was in verschiedenen Ländern passiert ist […], und wir weisen einfach darauf hin, dass es eine über jeden Zweifel erhabene Tatsache ist, dass es ein Problem mit Missbrauch gibt“.

Wenn es nicht gelingt, diese Verdorbenheit und diesen Missbrauch zu bekämpfen, dann könnte dies auch zu einem größeren Priestermangel führen, warnte DeYoung dem CNA.

Angesichts der Krise würden sich viele Väter es zweimal überlegen, ob sie einen Sohn auf ein Priesterseminar gehen lassen würden.

Er wisse von Familien, die ihre Kinder nicht mehr ministrieren lassen, aus Sorge um das Risiko sexuellen Missbrauchs.

DeYoung sagte auch, dass es „herzzerreißend“ sei, Zeugnisse von einigen der Opfer des Missbrauchs im Pennsylvania-Bericht zu lesen, die aussagen, dass ihr Missbrauch sie veranlasst habe, ihren religiösen Glauben völlig zu verlieren.

„Wir kämpfen wirklich für diese Menschen, (und) wir sagen auch, dass wir als katholische Männer auch die Verantwortung für unser eigenes Leben übernehmen werden“. Nicht jeder Katholik stehe schließlich treu zur Kirche und halte sich an deren Lehre.

DeYoung sagte gegenüber CNA, dass der Brief zustande kam, weil einfach viele katholische Männer „wütend, erschüttert und wirklich schockiert sind über den Zustand der Kirche im Moment“.

Dabei gehe es nicht nur um den Missbrauch Minderjähriger, sondern auch um das Fehlverhalten von Geistlichen, die ihren Gelübden und ihrer Berufung untreu sind, und gegen den Ruf zu Keuschheit und Reinheit verstoßen haben, so DeYoung.

Bischöfe müssten zudem nicht nur den Missbrauch und das Fehlverhalten untersuchen lassen, sagte DeYoung.

Die Unterzeichner erwarteten auch von den Bischöfen geistliche Führung in dieser chaotischen Zeit.

„Wir sind Menschen, die die Kirche lieben, wir lieben unsere Bischöfe, wir unterstützen unseren Heiligen Vater, und wir wollen die Wahrheit hier herauskommen sehen“, sagte er.

Zum Zeitpunkt der Veröffentlichung hatten bereits über 5.000 Personen den Brief unterzeichnet. (CNA Deutsch)

Reise ins Baltikum vom 23. bis 25. September: Das Programm des Papstes

VATIKANSTADT – Auch wenn noch nicht alle Termine zu 100 Prozent fix sind: Die Pressestelle des Heiligen Stuhls hat ein aktualisiertes Programm der Reise vorgestellt, die Papst Franziskus vom 22. bis 25. September in die baltischen Länder Litauen, Lettland und Estland unternehmen wird.

Samstag, 22. September

07:30 Abflug mit dem Flugzeug von Rom/Fiumicino nach Vilnius. (Litauen)

11:30 Ankunft am Internationalen Flughafen Vilnius. Willkommenszeremonie.

12:10 Höflichkeitsbesuch beim Präsidenten im Präsidentenpalast.

12:40 Treffen mit den Behörden, der Zivilgesellschaft und dem diplomatischen Korps im Präsidentenpalast. Ansprache des Heiligen Vaters.

16:30 Besuch des Heiligtums Mater Misericordiae. Gebet des Heiligen Vaters.

17:30 Treffen mit den Jugendlichen in der Dompromenade. Ansprache des Heiligen Vaters.

18:40 Besuch der Kathedrale.

Sonntag, 23. September

08:15 Fahrt nach Kaunas.

10:00 Heilige Messe im Santakos Park in Kaunas. Predigt des Heiligen Vaters.

12:00 Engel des Herrn im Santakos Park in Kaunas. Angelus gebetet vom Heiligen Vater.

12:25 Mittagessen mit den Bischöfen im Haus der Kurie.

15:00 Treffen mit Priestern, Ordensleuten und Seminaristen in der Kathedrale von Kaunas. Ansprache des Heiligen Vaters.

16:00 Transfer zum Museum für Opfer des Völkermords in Vilnius.

17:30 Besuch und Gebet im Museum der Opfer des Völkermords. Gebet des Heiligen Vaters.

Montag, 24. September

07:20 Abflug mit dem Flugzeug vom Flughafen Vilnius nach Riga (Lettland).

08:20 Ankunft am Internationalen Flughafen Riga.

08:50 Uhr Offizielle Begrüßung.

09:05 Begrüßungszeremonie im Innenhof des Präsidentenpalastes.

09:30 Uhr Höflichkeitsbesuch beim Präsidenten im Präsidentenpalast.

10:10 Treffen mit den Behörden, der Zivilgesellschaft und dem diplomatischen Korps im Empfangssaal des Präsidentenpalastes. Ansprache des Heiligen Vaters.

Blumenplatzierung und Zeremonie am Freiheitsdenkmal….

10:40 Ökumenisches Treffen in Rigas Doms. Ansprache des Heiligen Vaters.

11:50 Besuch der katholischen Kathedrale von Santiago. Grüße vom Heiligen Vater.

12:30 Mittagessen mit den Bischöfen im Erzdiözesanhaus der Heiligen Familie.

14:30 Transfer mit dem Hubschrauber vom Rigaer Hafen Halipad zum Heiligtum der Gottesmutter in Aglona.

16:30 Heilige Messe im Bereich des Heiligtums der Gottesmutter von Aglona. Predigt des Heiligen Vaters.

18:30 Verabschiedung am Hubschrauberlandeplatz Aglona.

18:45 Transfer mit dem Hubschrauber zum Internationalen Flughafen Vilnius.

Dienstag, 25. September

08:15 Verabschiedung am Internationalen Flughafen Vilnius.

08:30 Abflug mit dem Flugzeug vom Internationalen Flughafen Vilnius nach Tallinn (Estland).

09:50 Ankunft am Internationalen Flughafen Tallinn. Offizieller Empfang

10:15 Begrüßungszeremonie im Präsidentenpalast Esplanade.

10:30 Uhr Höflichkeitsbesuch beim Präsidenten im Präsidentenpalast.

11:00 Treffen mit den Behörden, der Zivilgesellschaft und dem diplomatischen Korps im Rosengarten des Präsidentenpalastes. Ansprache des Heiligen Vaters.

11:50 Ökumenische Begegnung mit den Jugendlichen in der evangelischen Kirche St. Karl. Ansprache des Heiligen Vaters.

13:00 Mittagessen mit dem päpstlichen Gefolge im Kloster der Brigidinerinnen von Pirita.

15:15 Begegnung mit denen, die von den Werken der Kirche der Nächstenliebe unterstützt werden, in der Kathedrale der Heiligen Petrus und Paulus. Grüße vom Heiligen Vater.

16:30 Heilige Messe auf dem Platz der Freiheit. Predigt des Heiligen Vaters.

18:30 Verabschiedung am Internationalen Flughafen Tallinn.

18:45 Abflug mit dem Flugzeug vom Internationalen Flughafen Tallinn nach Rom.

21:20 Ankunft am Internationalen Flughafen Rom/Ciampino. (CNA Deutsch)