Franziskus trifft Amazonasbesucher: Das offizielle Reiseprogramm für Chile und Peru

 

VATIKANSTADT – Der Vatikan hat das offizielle Programm der Papst-Reise vom 15. bis 21. Januar nach Chile und Peru veröffentlicht. Auf dem Programm stehen heilige Messen und Gebete, aber auch mehrere Begegnungen, unter anderem mit Vertretern indigener Amazonas-Völker, ein Kurzbesuch eines Frauengefängnisses und private Treffen mit jesuitischen Ordensbrüdern des Papstes.

Chile

Hinweis: Die angegebene Ortszeit ist vier Stunden hinter der mitteleuropäischen Zeit zurück.

Montag, 15. Januar 2018

Rom-Santiago

08.00 Abflug vom Flughafen Fiumicino in Rom

20.10 Ankunft und Begrüßungszeremonie am internationalen Flughafen in Santiago de Chile

21.00 Ankunft in der Apostolischen Nuntiatur

Dienstag, 16. Januar 2018

Santiago

08.20 Treffen mit Vertretern von Autoritäten, Diplomaten und Gesellschaft im Palacio de la Moneda. Vortrag des Papstes.

09.00 Höflichkeitsbesuch bei Präsidentin Bachelet

10.30 Heilige Messe im O’Higgins Park. Predigt des Papstes.

16.00 Kurzbesuch im Frauengefängnis von Santiago mit Begrüßung durch den Papst

17.15 Treffen mit Priestern, Ordensleuten, Geweihten und Seminaristen in der Kathedrale von Santiago. Vortrag des Papstes

18.15 Begegnung mit Bischöfen in der Sakristei des Doms. Begrüßung durch den Papst

19.15 Privater Besuch und Austausch mit Jesuiten im Schrein des hl. Alberto Hurtado

Mittwoch, 17. Januar 2018

Santiago-Temuco-Santiago

08.00 Abflug nach Temuco

10.30 Heilige Messe am Flughafen Maquehue. Predigt des Papstes

12.45 Mittagessen mit einer Auswahl von Bewohnern des Hauses Madre de la Santa Cruz

15.30 Rückflug nach Santiago

17.30 Treffen mit jungen Menschen im Heiligtum von Maipú. Vortrag des Papstes

19.00 Besuch der Päpstlichen Katholischen Universität von Chile. Vortrag des Papstes

Donnerstag, 18. Januar 2018

Santiago-Iquique-Lima

10.35 Ankunft am internationalen Flughafen von Iquique

11.30 Heilige Messe am Lobito Campus. Predigt des Papstes

14.00 Mittagessen mit den Papstbegleitern im Heiligtum Unserer Lieben Frau von Lourdes der Oblatenväter

16.45 Verabschiedung am Flughagen Iquique

Peru

Hinweis: Die angegebene Ortszeit ist fünf Stunden hinter der mitteleuropäischen Zeit zurück.

17:20 Ankunft am Flughafen von Lima (Peru). Begrüßungzeremonie

Freitag, 19. Januar 2018

Lima-Puerto Maldonaldo-Lima

08.30 Begegnung mit Vertretern der Zivilgesellschaft, Entscheidern und Diplomaten. Vortrag des Papstes.

09.00 Höflichkeitsbesuch beim Präsidenten im Regierungspalast

09.55 Abflug nach Puerto Maldonaldo

12.00 Begegnung mit Vertretern der Bevölkerung des Amazonas im “Coliseo Madre de Dios”. Vortrag des Papstes

13.00 Treffen mit Vertretern des Jorge Basadra Institutes. Begrüßung durch den Papst

13.15 Mittagessen mit Vertretern der Amazonas-Bevölkerung im Pastoralzentrum “Apaktone”

15.45 Besuch des “Hogar Principito”

16.50 Rückflug nach Lima

19.00 Privates Treffen mit Jesuiten in der Kirche Sankt Petrus

Samstag, 20. Januar 2018

Lima-Trujillo-Lima

07.40 Flug nach Trujillo

10.00 Heilige Messe am Strand von Huanchaco. Predigt des Papstes

12.15 Tour mit dem Papamobil durch die Nachbarschaft Buenos Aires

15.00 Kurzer Besuch der Kathedrale

15.30 Begegnung mit Priestern, Ordensleuten und Seminaristen. Vortrag des Papstes

16.45 Marianische Feier zu Ehren der Jungfrau von la Puerta. Vortrag des Papstes

18.15 Rückflug nach Lima

Sonntag, 21. Januar 2018

Lima-Rom

09.15 Stundengebet mit kontemplativen Ordensleuten im Heiligtum Unseres Herrn der Wunder.

10.30 Gebet vor den Reliquien der Peruanischen Heiligen in der Kathedrale von Lima. Gebet des Papstes.

10.50 Begegnung mit Bischöfen im Erzbischöflichen Palast. Vortrag des Papstes.

12.00 Engel des Herrn (Angelus) “Plaza de Armas”

12:30 Mittagessen mit den Papstbegleitern in der Apostolischen Nuntiatur

16.15 Heilige Messe am Flughafen Las Palmas. Predigt des Papstes.

18.30 Verabschiedung vom Flughafen & Rückflug nach Rom

Montag, 22. Januar 2018

Rom

14.15 Ankunft in Rom (CNA Deutsch)

Handyvideo: Der Papst freut sich auf Peru

Das passiert bei diesem Papst immer wieder, dass auf einmal ein Youtube-Video von ihm auftaucht, von dem die meisten im Vatikan keine Ahnung hatten. So auch diesmal: Das Erzbistum von Lima in Peru hat eine Videobotschaft von Franziskus auf seine Homepage gestellt, ein Handyvideo offenbar. Darin spricht der Papst davon, dass er sich auf seine Reise nach Peru freut. Diese ist – zumindest so viel weiß man schon im Vatikan – für den Januar 2018 geplant.

„Liebe Brüder und Schwestern in Peru, ich werde Sie bald besuchen, und ich freue mich schon darauf! Sie sind ein Volk mit großen Ressourcen – und die schönste Ressource, die ein Volk haben kann, sind die Heiligen. Sie haben so viele, große Heilige, die Lateinamerika geprägt haben.“

Wie zur Bekräftigung dieser Worte steht neben dem Papst eine kleine Statue des hl. Martin von Porres, eines peruanischen Dominikaners aus dem 16. Jahrhundert.

„Die Heiligen haben die Kirche aufgebaut: von der Zerstreuung zur Einheit. Ein Heiliger arbeitet immer auf dieser Linie, wie Jesus: das Zerstreute zur Einheit führen. Ein Christ muss diesem Weg folgen und ein Peruaner mit so vielen Heiligen im Rücken eigentlich auch: für die Einheit arbeiten. Wer für die Einheit arbeitet, sieht nach vorne. Das kann man mit Skepsis, mit Bitterkeit tun – aber ein Christ kann das nicht. Ein Christ sieht mit Hoffnung nach vorne, weil er das zu erreichen hofft, was der Herr ihm versprochen hat.“

Franziskus variiert da das Motto, das die Organisatoren für seine Reise nach Peru ausgesucht haben. Es heißt: Unidos por la esperanza, geeint für die Hoffnung. Vor seinem Eintreffen in Peru wird der Papst auch Chile besuchen – allerdings nicht Argentinien, seine Heimat, die bleibt auch diesmal außen vor.

„Bis bald! Einheit und Hoffnung – arbeiten Sie daran. Ich bete für Sie, tun Sie es auch bitte für mich…“ (rv)

Kardinal Cipriani: Papst will 2018 Peru besuchen

Er ist bekannt dafür, kein Blatt vor dem Mund zu nehmen: der peruanische Kardinal Juan Luis Cipriani Thorne, Erzbischof von Lima, war am Montag anlässlich des Ad Limina-Besuch der peruanischen Bischofskonferenz beim Papst. Drei Stunden lang dauerte der Austausch der zahlreichen peruanischen Bischöfe mit Franziskus. Es sei ein offenes Gespräch gewesen, sagt im Gespräch mit Radio Vatikan Kardinal Cipriani. Man haben über die Lage der Menschen in Peru gesprochen. Cipriani stand vergangenes Jahr wegen einer Aussage zum optischen Erscheinungsbild junger Frauen in den Schlagzeilen . Für seine Einlassung erntete er heftige Kritik. 2012 hingegen kam es zum Streit zwischen ihm und der ehemaligen katholischen Universität Perus, da Kardinal Cipriani entschieden hatte, dort die missio canonica nicht zu erneuern. Diese erlaubt es den Theologieprofessoren erst, diesen Studiengang im Auftrag und Namen der Katholischen Kirche zu lehren. De facto sprach er damit der Uni in Lima ihr „Katholischsein“ ab. Der Streit wurde durch Vermittlung des Vatikan später gelöst.

„Der Papst hat uns beim Gespräch am Montag dazu aufgerufen, hinauszugehen, um die Menschen aufzusuchen, ihnen beizustehen. Er will, dass wir als Hirten den konkreten Problemen der Menschen annehmen“, so Kardinal Cipriani über das Treffen mit dem Papst. Auch verriet er einen Wunsch des Papstes: „Er hat uns gesagt, dass er 2018 unbedingt Peru besuchen wolle. Aber es ist noch kein konkretes Datum festgelegt worden. Das ist aber eine Nachricht, die uns mit Freude erfüllt.“ (rv)

Gerhard Ludwig Müller: Ein Kardinal mit Erfahrungen vom „Ende der Welt“

Kardinal MüllerDie Erfahrungen Lateinamerikas werden die Kirche der Zukunft prägen. Davon ist Bischof Norbert Strotmann überzeugt. Der Herz-Jesu Missionar ist in Peru Bischof von Chosica und war zur Kardinalserhebung und zur Buchvorstellung Gerhard Ludwig Müllers in Rom. Er kennt den Kardinal seit Jahren von dessen Wirken in Peru. Müller war seit Ende der 80er Jahre in den Armenvierteln von Lima seelsorgerisch tätig, außerdem wirkte er durch Vorlesungen bei der Priesterausbildung mit. Dort lernte er 1988 auch den „Vater der Befreiungstheologie“ Gustavo Gutierrez kennen und schätzen.

Müller bringe viel Erfahrung aus Peru mit in sein Amt, die Theologie der Befreiung habe den Kardinal geprägt, ist Strotmann überzeugt, und zwar…

„insgesamt dadurch, dass Theologie stark an den Problemen des Menschen geerdet wird. In der christlichen Gotteserfahrung haben wir ja eine ganz spezielle Sichtweise, weil wir den Gott kennen, der sich um Menschen kümmert, der in Sorge um Menschen lebt. Gerhard Müller hat wiederholt gesagt, dass er Gustavo Gutierrez viel zu verdanken habe, gerade was Theologie angehe. Ich glaube, da geht es darum, Menschwerdung Gottes eben nicht als reine Vergangenheit zu sehen, sondern als tägliche Herausforderung. Was ist Gottes Sorge für den Menschen heute? Das sehe ich als die Fragestellung an, die Gerhard Ludwig Müller bei Gustavo Gutierrez gelernt hat.“

Diese Erfahrungen bringt aber nicht nur Kardinal Müller mit, sie prägen auch Papst Franziskus‘ Denken und Schreiben, etwa in Evangelii Gaudium. Schon als Kardinal habe Jorge Mario Bergoglio die Nähe zu den Menschen gepflegt, das zeige sich nun auch in seiner Amtsführung als Papst. Franziskus hatte bei seinem Amtsantritt die Formulierung einer „armen Kirche für die Armen“ geprägt, die jetzt auch im Titel von Kardinal Müllers neuem Buch „Armut: Herausforderung für den Glauben“ aufscheint. Eine „arme Kirche“ – das sei eine spannende Herausforderung für die gesamte Kirche, vor Ort wie auch im Vatikan, findet der Bischof:

„Arme Kirche, das ist nicht mehr die selbstgefällige Selbstverwaltung von Besitzstandards, sondern der Versuch, Christus nachzufolgen mit dem Risiko, das nicht aus der Position des Besitzenden, sondern aus der Position dessen zu tun, der sich wie Christus ganz einfach auf den Menschen einlässt. Gerade auch auf den, der es am meisten nötig hat. Und das, glaube ich, ist eine schöne Herausforderung für die Kirche der Zukunft, es dürfte aber auch für die römische Zentralbehörde vieles an Neuigkeiten bringen, so dass wir auch da noch nicht wissen, wie es weitergehen wird. Ich bin aber guten Mutes, weil ja Franziskus angedeutet hat, dass er auf jeden Fall insistiert, dass die Mitarbeit und Mitverantwortung der Bischöfe auf Weltebene ganz neu in den römischen Alltag reinkommen soll.“ (rv)

Peru: Das älteste Bistum

Papst Benedikt schickt den früheren Erzbischof von Quito, Eduardo Vela Chiriboga, in die alte Inka-Stadt Cuzco. Dort soll er als Päpstlicher Delegat an den 475-Jahrfeiern des ältesten Bistums von Peru und Südamerika überhaupt teilnehmen. Die Feiern finden Ende Oktober statt. Das Bistum Cuzco war im Januar 1537 von Papst Paul III. eingerichtet worden, und zwar als Suffraganbistum der spanischen Erzdiözese Sevilla. Vier Jahre später wurde auf Territorium des Bistums Cuzco das Bistum Lima gegründet und kurz darauf zum Erzbistum erhoben. (rv)

Vatikan/Peru: Universität verliert päpstlichen Titel

Der Heilige Stuhl hat der Katholischen Universität von Peru das Recht auf die Betitelung als „päpstliche" und „katholische" Lehreinrichtung entzogen. Das geht aus einer Stellungnahme der Universitätsleitung von diesem Freitag hervor. Die 1917 gegründete und 1942 durch ein Dekret des Heiligen Stuhles als päpstliche Universität anerkannte Hochschule habe seit dem Jahr 1967 „mehrere Male unilateral und mit schwerer Benachteiligung des Kircheninteresses die Statuten geändert", heißt es in einer Vatikanmitteilung von diesem Samstag, in der die Gründe für die Entziehung deutlich gemacht werden.

Der Aufforderung des Vatikans, die Universitätsstatuten an die Apostolische Konstitution „Ex Corde Ecclesiae" vom 15. August 1990 anzupassen, sei die Universität nicht nachgekommen. Auch die jüngsten Vermittlungsversuche des Heiligen Stuhles vom Dezember 2011 und Februar 2012 seien erfolglos geblieben. Der Universitätsrektor hatte in zwei Briefen an Kardinalstaatssekretär Tarcisio Bertone deutlich gemacht, die Forderungen des Vatikans nicht erfüllen zu können, sofern die Erzdiözese Lima nicht von ihrem Einfluss auf die Amtsführung der Universität Abstand nehme, heißt es in der Vatikanmitteilung weiter.

Hintergrund sind Spannungen zwischen dem Rektorat der Universität und Limas Kardinal Juan Luis Cipriani, der auch Großkanzler der Hochschule ist. Dabei geht es um das Recht, den Rektor zu ernennen, Aufsicht über die Lehrinhalte zu führen und das beträchtliche Immobilienvermögen der Universität zu kontrollieren. Aufgrund der Vorgänge habe sich der Heilige Stuhl nun zum Handeln gezwungen gesehen, so das Kommuniqué abschließend. Die Universität habe die Pflicht, dem kanonischen Recht zu folgen. Man hoffe zugleich darauf, dass die Universitätsleitung „in näherer Zukunft" die eigene Position modifiziere. In dem Fall könne die Maßnahme des Heiligen Stuhles neu überdacht werden.

Die Elite-Universität „La Catolica" war die erste private Universität in Peru und gilt heute als die größte in Südamerika. Zu den zahlreichen Ehrendoktoren der Universität zählen auch Papst Benedikt XVI., dem 1986 als Kardinal Joseph Ratzinger die Ehrendoktorwürde verliehen wurde, und der neue Präfekt der Glaubenskongregation Erzbischof Gerhard Ludwig Müller. (rv)

Peru: Menschenrechtspreis für Umweltbischof

Der peruanische Erzbischof Pedro Ricardo Barreto Jimeno hat am vergangenen Freitag einen Menschenrechtspreis als Auszeichnung für seinen Kampf gegen industrielle Umweltverschmutzung entgegen genommen. Sein Bistum Huancayo liegt in 3.300 Metern Höhe im Zentrum der peruanischen Anden, eine mineralienreichen Gegend. Seit 1922 stößt die Metallschmelzanlage La Oroya täglich 800 Tonnen giftige Gase in die Luft, und die Abwässer gelangen ungefiltert in die Umwelt. Die Schädigungen treffen neben den Beschäftigten besonders die Kinder der Gegend, für die sich Barreto besonders einsetzt.
 „Ich stamme aus der Stadt Lima und hatte wenig Ahnung von Umweltproblemen. Vom ersten Augenblick an habe ich hier verstanden, dass eine der wichtigsten Herausforderungen für den Bischof der Schutz der Schöpfung Gottes ist. Hier muss die Soziallehre der Kirche mit der Realität in dieser Stadt in Beziehung gesetzt werden, einer Stadt, die zu den drei am meisten verschmutzten Städten der Welt zählt. Für mich war das schwer, da ich mich nicht wissenschaftlich mit der Frage auskannte; aber ich musste begreifen, dass viele Stimmen, ökonomische und politische, die Stimme der Kirche übertönen wollten."
Mit seinem Einsatz hatte Barreto sich nicht nur Freunde gemacht, besonders in letzter Zeit ist er angefeindet worden, bis hin zu anonymen Morddrohungen. Die Betreiberfirma der Metallschmelze ist US-amerikanisch. In den USA läuft auch ein Gerichtsverfahren gegen die Firma, die sich bislang weigert, staatliche Umweltauflagen umzusetzen. Blei, Kadmium und Arsenikum verursachen alle möglichen Schäden bis hin zu Krebs. Der Einsatz dagegen ist für Barreto eine genuin christliche Aufgabe. Der Preis „Angel Escobar Jurado", der ihm dafür jetzt verliehen wurde, wird von über 100 Menschenrechtsorganisationen im Land vergeben.
„Ich nehme den Preis als Repräsentant der katholischen Kirche an. Die kirchliche Soziallehre hilft uns, die Zeichen der Zeit, die Bedürfnisse von heute zu erkennen und gemeinsam den großen Herausforderungen zu begegnen, die der Respekt vor der menschlichen Würde und der Respekt vor der Umwelt, die Gott all seinen Söhnen und Töchtern geschenkt hat, uns stellen. Für mich ist das das Jesuswort sehr wichtig: ‚Wenn ihr in meinem Wort bleibt, werdet ihr die Wahrheit erkennen und die Wahrheit wird euch frei machen’." (rv)

Peru: Gedenken an die Opfer von Bagua

Peru gedenkt der Opfer des gewaltsamen Vorgehens der Polizei gegen Demonstranten von vor genau einem Jahr. Damals durchbrachen Spezialeinheiten Straßensperren in der Stadt Bagua; über 30 Demonstranten und 24 Polizisten verloren dabei ihr Leben. Bei den Demonstrationen ging es um die Nutzung des peruanischen Amazonasgebietes für den Abbau von Bodenschätzen, vor allem von Öl. Mangelnder Dialog habe den Streit um die Bodenschätze eskalieren lassen. Das betonte der Präsident der Bischofskonferenz von Peru, Erzbischof Miguel Cabrejos Vidarte, in einer offiziellen Stellungnahme. Für die einen sei Amazonien Lebensraum, für andere lediglich ein an Ressourcen reiches Gebiet. Dabei stelle sich die Kirche ganz auf die Seite der Einwohner dieser Amazonasgebiete. Erzbischof Cabrejos Vidarte rief weiter zur Versöhnung auf und begrüßte die seit einigen Tagen gültigen Gesetze zum Schutz der Rechte der Ureinwohner. Die Gesetze schützen die Ureinwohner vor einschränkenden Maßnahmen des Staates. Noch vor einem Jahr hatte Präsident Alan García die Ureinwohner als Menschen zweiter Klasse bezeichnet. Die Regierung wollte die Landrechte der Indigenen beschneiden, um schnell zu den vermuteten Ölvorkommen im Amazonas vorzudringen. Im Juni 2009 kam es dann zur Eskalation des Konfliktes. (rv)