Stühlerücken im Medienbereich des Vatikans

Stefano D´AgostiniZwei wichtige Ernennungen im vatikanischen Medienbereich hat Papst Franziskus an diesem Montag vorgenommen. Zunächst einmal ernannte er den Italiener Stefano D’Agostini zum neuen Direktor des vatikanischen Fernsehzentrums CTV. Er war bisher technischer Leiter bei CTV gewesen. Zum ersten Mal erklimmt damit ein Laie den Spitzenposten des Papst-Fernsehservices.

Auch im Pressesaal des Heiligen Stuhls rückt ein Laie vor: Der US-Amerikaner Greg Burke wird Vizedirektor der „Sala Stampa“, die vom Jesuitenpater Federico Lombardi geleitet wird. Der Journalist Burke war bisher Kommunikationsberater im vatikanischen Staatssekretariat – ein Posten, der während des sogenannten Williamson-Skandals im Pontifikat von Benedikt XVI. eingerichtet wurde. Burke wird als Nummer zwei des Pressesaals Nachfolger von Pater Ciro Benedettini, der in den Ruhestand geht.

Die Medienarbeit des Vatikans befindet sich derzeit in einem Reformprozess. Federführend ist dabei der frühere CTV-Direktor Dario Viganò, seit dem Sommer 2015 Präfekt des neugeschaffenen Vatikan-Sekretariats für Kommunikationsmittel. (rv)

Chef des Vatikan-TV: Kommunikation ist für Franziskus alles

Msgr Dario ViganoFranziskus ist der „Papst des Dialogs“. So umschreibt der Präfekt des Sekretariats für die vatikanische Kommunikation, Dario Edoardo Viganó, den Papst. Viganò ist auch Leiter des vatikanischen Fernsehzentrums CTV und hat nun ein Buch auf Italienisch herausgegeben über die Kommunikation des Papstes. Im Gespräch mit Radio Vatikan sagt er dazu: „Dieses Buch ist entstanden, weil wir einen Blick hinter die Kulissen zeigen wollen. Es handelt sich ja um ein Pontifikat mit viel Kreativität und das ist typisch für einen Mann der Kirche, der sich tief im Geheimnis Gottes verankert sieht. Das haben wir ja bereits kurz nach dem weißen Rauch am Ende des Konklave gesehen und da beginnt auch unsere Erzählung.“

CTV habe die historische Aufgabe übernommen, diesen Papst von Anfang an der Welt zu zeigen und zwar so, wie er ist: authentisch, nah und ehrlich.

„Ich erläutere ein Gespräch zwischen mir und einem Kamera-Techniker, der schon vor uns in der Regie wusste, wer nun auf dem Balkon des Petersdomes erscheinen wird, weil er dort unmittelbar stand und wir von unserem Raum aus natürlich noch nichts sahen. Dieses Gespräch zeigt, wie nah der Papst sein will. Das hat dann auch zu einem neuen Kamera-Blick geführt: man sah nämlich den Papst auf dem Balkon von hinten. So hatte man im Fernsehen den Eindruck neben ihm zu sein und auch den Blick auf die Menschenmenge zu erfahren, die er selber hatte.“

Dem Papst sei die Kommunikation ein großes Anliegen, so der päpstliche Beauftragte für die vatikanischen Medien.

„Das hat eine nicht-strategische Bedeutung, würde ich sagen. Die Kommunikation ist für ihn so wichtig, weil er eine Verbindung zu den Mitmenschen schaffen will und dazu bedarf es natürlich des Dialogs. Ihm ist es zum Beispiel ein Anliegen, dass vor jeder Aufzeichnung einer Videobotschaft er als erstes alle Techniker einzeln grüßt und sich danach auch bei jedem, der anwesend war sich bedankt und die Hand reicht. Seine Kommunikation ist nicht gestellt sondern er ist so.“ (rv)

 

Papst in Ultra HD

Msgr Dario ViganoDen Papst gibt es demnächst in 4K Ultra HD und HDR. Das gab an diesem Mittwoch der Direktor von Vatikanischen Fernsehsender CTV, Dario Vigano, bekannt. Vigano, der auch Präfekt des neuen Sekretariats für Kommunikationsmittel ist, kündigte an, dass die neue Technik bei der Übertragung der Papstmesse mit der Öffnung der Heiligen Pforte am Petersdom, am 8. Dezember, ihren Betrieb aufnimmt. Damit geht CTV einen weiteren Schritt in Richtung Modernisierung, wie die Firma Sony in einer Pressemitteilung schreibt. (rv)

Reform der Medienarbeit: „Wir brauchen dringend Koordinierung

Bernd Hagenkord Papst Franziskus wünscht eine Reform der vatikanischen Medienlandschaft. Neben dem Geldinstitut IOR, der Güterverwaltung des Apostolischen Stuhls APSA und dem Rentenfonds stehen also „Osservatore Romano“, Radio Vatikan und alle anderen Komponenten der Medienlandschaft im kleinsten Staat der Welt derzeit auf dem Prüfstand. Was sind eigentlich die vatikanischen Medien? Erklärungen von unserem Redaktionsleiter Pater Bernd Hagenkord.

„Da gibt es zunächst natürlich Radio Vatikan, unser eigenes Haus. Das sind über 350 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus über 60 Ländern in 37 Redaktionen, samt Technikern und so weiter. Dann gibt es da den Osservatore Romano, den wir immer als Vatikanzeitung bezeichnen, was aber so nicht ganz stimmt, weil er eher ein Amtsblatt ist denn eine Zeitung, jetzt aber zunehmend auch journalistisch arbeitet. Auf Italienisch kommt er täglich heraus, andere Ausgaben wie die deutschsprachige wöchentlich oder in anderen Rhythmen. Als drittes gibt es das Vatikanische Fernsehen CTV, auch das ist nicht ganz korrekt benannt, weil es eher eine Produktionsgesellschaft ist denn ein eigener Sender, auch wenn für das Internet Sendungen produziert werden. Viertens gibt es natürlich den Pressesaal oder die Pressestelle und dann noch den Päpstlichen Rat für Soziale Kommunikationsmittel wie er offiziell heißt, also den Medienrat. Auch hier wird seit kurzem ein eigenes Medium im Internet betrieben, gefüllt mit den Inhalten der anderen Vatikanmedien. Das braucht ganz dringend eine Koordinierung.“

Was ist die Aufgabe dieser Medien?

„Je nach Medium und auch nach Sprache. Das Deutschsprachige Programm des Radios macht ganz andere Sendung als Hindi oder Arabisch, da gibt es große kulturelle Unterschiede. Wir sind journalistischer, andere wegen des fast vollständigen Fehlens von katholischer Infrastruktur sehr viel katechetischer. Die Aufgabe ergibt sich so aus den Menschen, für die man den Dienst anbietet, und aus dem, was der Vatikan mit einem Medium will.“

Wo genau befinden sich die Sitze der vatikanischen Medien?

„Der Osservatore und das Fernsehen sind im Vatikan selbst, Radio Vatikan und der Medienrat wie auch der Pressesaal in unmittelbarer Nähe. Wir sind aber nicht im selben Gebäude untergebracht. Da könnte man zum Beispiel nachdenken, etwas zusammen zu legen, wenn schon die Nutzungsgewohnheiten auch in diese Richtung gehen und die einzelnen Formen wie Internet und Radio immer mehr verschmelzen.“

Wenn zum Beispiel der Papst eine Reise macht, welche Funktion erfüllen die vatikanischen Medien?

„Zum einen technische: Wir liefern den Ton, das Fernsehen liefert Bilder, auch für andere Sender. Dann berichten wir aber auch vor Ort, Radio Vatikan schickt immer eine Redaktionsgruppe an die Orte, die der Papst besucht, um von da aus zu berichten. Wir wollen so gute Information zur Verfügung stellen über all das, was der Papst tut, auch wenn es vielleicht nicht auf dem Radar der anderen Medien ist.“

Die Reformplanung soll ein Jahr dauern. Das verkündete Präfekt des neuen vatikanischen Wirtschaftssekretariates, Kardinal George Pell, an diesem Mittwoch einer Pressekonferenz – was genau soll in diesem Jahr passieren? Welche Personen sind in dem Komitee und wurden die Menschen speziell von Papst Franziskus ausgesucht?

„Ich denke, dass die Personen von Fachleuten im Vatikan ausgesucht wurden. Dass wir Reform brauchen und Koordinierung, das ist uns allen klar, allein schon deswegen, weil die Medien in der Welt sich ändern und das alles viel Geld kostet. Also hat man sich die Leute – von innen und außen – geholt, von denen man sich Rat und Vorschläge erwartet, wie man das gut umsetzen kann. Und ich hoffe, dass genau das in dem Jahr passieren wird.“

Immer wichtiger wird die digitale Welt, der Online Journalismus. Was tut der Vatikan um bei der Digitalisierung der Welt mitzuhalten?

„Viel. Wir selber sind ja über Internet und Newsletter sehr präsent, andere nutzen Facebook oder Twitter mehr, je nachdem. Aber das ist alles noch etwas zufällig, hier täte Zusammenarbeit Not, dass nicht alle das für sich selber machen sondern man Erfahrungen und Technik austauschen kann. Nehmen wir Twitter: Papst Benedikt hat damit angefangen, Papst Franziskus ist einer der meist gefolgten und wichtiger noch meist weitergetwitterten Personen im Netz, das sind alles Sätze von ihm, die der Medienrat aussucht, ihm vorlegt und die er dann verbreiten lässt. Das ist ein Weg. Aber ich hoffe, dass es noch viele weitere für uns gibt, damit wir auch in Zukunft dort die Informationen so an die Hörerinnen und Hörer und die User und Leser bringen, wo sie gesucht werden.“ (rv)

Papst gratuliert seinem Fernsehen

CTVPapst Franziskus hat sich bei den Familien von Vatikan-Mitarbeitern bedankt, die Sonntags für ihn arbeiten müssen. „Ich kann mir vorstellen, das ist keine geringe Sache", sagte der Franziskus an diesem Montag vor den Angestellten und freien Mitarbeiter des Vatikan-Fernsehens CTV, die er zum 30. Gründungstag des Senders in Audienz empfing. „Der Papst will euer Familienleben nicht durcheinander bringen, aber er dankt euch für eure Geduld." Franziskus bat die vatikanischen Fernseh-Journalisten und Techniker um Teamarbeit und um die Wahrung eines kirchlichen Blickwinkels in ihrer Arbeit. „Beim Dreh, in der Regie, in den redaktionellen Entscheidungen, in der Verwaltung: Alles kann mit einer kirchlichen Perspektive gemacht werden", so der Papst. Er wünsche sich, dass das Vatikan-Fernsehen bei den Gläubigen wie bei den Fernstehenden „das Parfum und die Hoffnung der Frohen Botschaft" verbreite. Techniker überreichten dem Papst bei der Audienz einige Kameras als Geschenk. (rv)

30 Jahre Vatikan-Fernsehen

Nie eine rein weltliche, sondern immer eine kirchliche Sichtweise auf die Ereignisse möge sich der vatikanische Fernsehsender CTV bewahren. Dazu hat Papst Franziskus die Mitarbeiter des Senders aufgefordert. Zum 30. Geburtstag von CTV schickte der Papst eine Botschaft, in der er daran erinnerte, dass es heutzutage nichts gebe, „das nicht mit dem Universum der Medien zu tun" habe. „Wenn es schon nicht einfach ist, die Ereignisse der Geschichte zu erzählen, dann ist es noch komplexer, die Ereignisse zu erzählen, die mit der Kirche zu tun haben, die Leib Christi ist, Volk Gottes und Tempel des Heiligen Geistes", schreibt der Papst in seiner Botschaft. Das erfordere ein „besonderes Verantwortungsbewusstsein und eine starke Fähigkeit, die Wirklichkeit in einem spirituellen Schlüssel zu lesen".

Die Auswahl, Aufbereitung und Sendung kirchlicher Inhalte verlange eine besondere Aufmerksamkeit, „weil sie Instrumente nutzen, die weder neutral noch transparent sind", so der Papst. Zudem drückte Franziskus den Wunsch aus, katholische Medien mögen besser kooperieren. „Zusammenwirken, nicht konkurrieren ist die Strategie der Medieninitiativen in der katholischen Welt".

Der „Fernsehsender des Papstes", wie Italiener CTV oft vereinfachend nennen, hat seit 30 Jahren den Auftrag, alle öffentlichen und manche privaten Auftritte des Papstes zu begleiten und sie allen anderen Fernsehsendern zur Verfügung zu stellen. CTV ist gleichzeitig ein TV-Produktionszentrum und ein echter Sender: Alle seine Produktionen werden in Rom und Umgebung live ausgestrahlt (auf Kanal 555 der digitalen terrestrischen Plattform). Seit 2005 bedient sich der vatikanische Fernsehsender der Technik HD, die Bilder in besonders hoher Auflösung bietet. Die neueste Version Ultra HD sei in der Testphase, erklärte der Senderchef Dario Viganò.

Im Moment modernisiert CTV sein Archiv, um es für Journalisten und Historiker zugänglich zu machen. Das Filmmaterial der vergangenen 30 Jahre bezeichnete der Priester Viganò als „eine unschätzbare Quelle über die Aktivitäten des Papstes und über die Kirchengeschichte". Soeben arbeite man an der Digitalisierung und Katalogisierung des Materials. CTV bietet überwiegend eigenes Material, dank diverser Abkommen aber auch Filmmaterial, das andere Sender vor 1983 über die Päpste aufgenommen haben. Vom argentinischen „Canal 21" habe man Archivaufnahmen über seelsorgerliche aktivitäten von Kardinal Bergoglio gekauft, informierte Viganò.

CTV zeichnet pro Jahr ungefähr 130 Ereignisse im Vatikan auf, die meisten davon Messen, Angelus-Gebete und Generalaudienzen des Papstes. außerdem begleitet CTV den Papst auf seinen Reisen in- und außerhalb Italiens. (rv)

Neuer Direktor beim Vatikan-TV

CTVDer vatikanische Fernsehsender CTV (Centro Televisivo Vaticano) hat einen neuen Direktor: Dario Edoardo Viganò aus der Erzdiözese Mailand löst Pater Federico Lombardi an der Spitze des Vatikansenders ab. Papst Benedikt XVI. ernannte Viganò, der bisher Dozent an der Päpstlichen Lateranuniversität war, an diesem Dienstag. Dies gab der Vatikan am Mittag bekannt.

Zudem ernannte Papst Benedikt XVI. Angelo Scelzo zum Vizesekretär des vatikanischen Pressesaals. Scelzo war bisher Untersekretär im Päpstlichen Rat für die Sozialen Kommunikationsmittel. (rv)