Vaticanhistory-News-Blog

Kirchengeschichte bei VH

„Ohne Frieden sind wir nicht vollkommen“

Montag 9. Juni 2014 von VH

Papst FranziskusEs waren zwei Kriegsteilnehmer, die sich an diesem Sonntagabend zu Gebeten im Vatikan trafen: Sowohl Mahmud Abbas – unter dem Namen Abu Mazen – als auch Shimon Peres waren an Kriegen beteiligt, gegeneinander seit 1948, Abbas aber auch in Bürgerkriegen unter den Palästinensern. Nun standen sie gemeinsam mit Papst Franziskus in den Gärten des Vatikan und beteten um Frieden. Ein wenig verfrüht erreicht um 18.10 Uhr die erste Delegation den Vatikan, Shimon Peres wurde von Papst Franziskus sichtbar herzlich empfangen. Die beiden ziehen sich zurück, der Kustos des Heiligen Landes, Franziskanerpater Pierbattista Pizzaballa ist als Übersetzer dabei. Um 18.30 Uhr trifft dann der Präsident Palästinas ein, direkt aus Ägypten kommend. Auch hier sieht man eine herzliche Begrüßung durch den Papst. Auch diese beiden ziehen sich kurz zum Gespräch zurück, kurz vor 19 Uhr treffen die beiden Präsidenten des Nahostkonfliktes dann aufeinander, „Love to see you“ und „Nice to see you“ hört man, die Fotografen rundherum knipsen um ihr Leben, als sich die beiden Präsidenten herzhaft begrüssen. Sie lächeln, umarmen und küssen sich auf die Wange. Der Papst begrüßt auch den ökumenischen Patriarchen Bartholomaios und dieser wiederum die Präsidenten. Ein weißer Bus transportiert die vier Protagonisten zu dem neutralen Ort im Vatikan. Sie unterhalten sich während der Fahrt, es scheint, als würden sie scherzen. Sie fahren zu dem Rasenstück zwischen vatikanischen Museen und päpstliche Akademie der Wissenschaften. Vogelgezwitscher und strahlender Sonnenschein. Der dreieckige Rasen, umzäunt von hohen Sträuchern. Juden, Moslems und Christen warten bereits auf die Ankunft der Protagonisten dieser einmaligen Gebetsinitiative. In der Spitze des Rasenstücks stehen drei Stühle für den Papst, Peres und Abbas. Der Papst setzt sich in die Mitte, Peres rechts von ihm, Abbas links von ihm. Die Stimmung ist schlagartig anders – sie wirken ernst und konzentriert. Nach einer englischen Einführung, auf einem der Stehpulte, die auf dem Rasen stehen, kommt es zu den Gebetsmomenten und zu den Musikeinlagen. Nach dem jüdischen Gebet erklingt die Musik von Violinen, nach den Christen die Harfe und nach dem muslimischen Gebet die Flöte und die Geige. Kardinal PeterTurkson spricht für die Christen auf italienisch – er erwähnt auch die Migranten und bittet um Menschenwürde für alle Menschen. Die drei Protagonisten wirken sehr konzentriert, nachdenklich, lesen in ihren Gebetsbüchern mit. „Si sente?“, fragt der Papst zu Beginn seiner leidenschaftlichen italienischen Rede für den Frieden, „kann man mich hören?“. Er dankt den Präsidenten und den Teilnehmern für ihre Anwesenheit bei dieser Initiative, zu welcher er eingeladen hat, während seiner Reise ins heilige Land. Er dankt seinem „Bruder Bartholomaios“. Die Welt sei ein Erbe, aber auch eine Leihgabe für unsere Nachkommen. Man benötige Mut um Frieden zu schließen, sagt der Papst und bittet den Gott um Frieden und um die Kraft und den nötigen Mut – „Nie mehr Krieg“. Shalom, Amen, Salam. Es folgt die Ansprache von Peres. Auch seine Rede eine leidenschaftliche Ansprache für den Frieden. „Liebe deinen Nächsten“, wir müssen Frieden schließen, ohne Frieden sind wir nicht vollkommen. Er spricht auf Englisch. „Ich bin alt“, sagt er zum Schluss, „ich habe den Krieg erlebt.“ Es folgt die Friedensansprache des palästinensischen Präsidenten. Und dann die erwartete Friedensgeste: Papst Franziskus und die Präsidenten Abbas und Peres reichen sich die Hände. Sie küssen sich und umarmen sich – wie auch schon zu Beginn des Treffens. Dann kommt auch der Patriarch hinzu. Im Hintergrund ertönt klassische Musik, gespielt von den Musikern, während die vier Protagonisten mit jeweils einer blauen Schaufel einen Olivenbaum pflanzen. Während seiner Reise ins Heilige Land hatte Papst Franziskus die Einladung zu dieser Begegnung der Gebete zuerst in Bethlehem, danach bei seiner Ankunft in Tel Aviv ausgesprochen. Die Büros der Präsidenten Abbas und Peres haben danach sehr bald ihr Kommen zugesagt. Ein genauer Termin für das Treffen wurde aber erst vor einer Woche bekannt gegeben. Hintergrund: Peres und Abbas Shimon Peres‘ Amtszeit endet am 27. Juni, bereits an diesem Dienstag, dem 10. Juni, wählt das Parlament Israels einen Nachfolger. Die Wahl ist im Land heiß umstritten, vor allem das Verhalten von Premierminister Benjamin Natanyahu hat ihm in den Medien viel Kritik eingebracht. Peres wurde 1923 im heutigen Weißrussland geboren, er ist das älteste Staatsoberhaupt der Welt. Seine politische Karriere begann bereits mit den Kriegen nach dem Ende des britischen Manadats, seitdem ist deine Biographie engstens mit der Politik der Landes verflochten. In den 40er Jahren war er für die Verteidigung des Landes aktiv, ab Ende der 50er Jahre hatte er immer wieder Regierungsverantwortung inne. 1994 erhielt Peres gemeinsam mit Mahmud Abbas‘ Vorgänger Jassir Arafat und dem israelischen Ministerpräsidenten Jitzchak Rabin den Friedensnobelpreis. Mahmud Abbas‘ Werdegang ist ebenfalls engstens mit dem Palästina-Konflikt verbunden. Zwölf Jahre jünger als Peres floh er als Kind mit seiner Familie während des ersten Krieges nach Syrien. Er gehört zu den Gründern der PLO und der Fatah-Bewegung, dort wurde er Abu Mazen genannt, jahrlang fungierte er dort als Stellvertreter von Jassir Arafat. Nach dem Tod von Arafat wurde er 2005 zum Präsidenten der palästinensischen Autonomiebehörde gewählt. Seine Amtszeit ist vom Streit mit der islamistischen Hamas geprägt, die im Gaza-Streifen die Mehrheit hat, während Fatah im Westjordanland stark ist. Er suchte trotz teilweise bürgerkriegähnlicher Zustände die Versöhnung mit Hamas, die bis zur Bildung einer Einheitsregierung vor einer Woche führte. (rv)

Dieser Beitrag wurde erstellt am Montag 9. Juni 2014 um 08:56 und abgelegt unter Papsttum, Vatikan. Kommentare zu diesen Eintrag im RSS 2.0 Feed. Sie können zum Ende springen und ein Kommentar hinterlassen. Pings sind im Augenblick nicht erlaubt.

2 Kommentare über “„Ohne Frieden sind wir nicht vollkommen“”

  1. prometheus141 schrieb:

    Erst kommt die WAHRHEIT und dann kommt der FRIEDEN CHRISTI, der wir alle sind die ehrlich FRIEDEN wollen, und den ZWANG ZUM WETTBEWERB ÜBERWINDEN
    https://www.youtube.com/watch?v=u4gd5EVVUMs
    UND DAS SPRICHT SICH HERUM UND FRANZISKUS I. tut seinen Teil dazu, er postulierte: DIESE WIRTSCHAFT TÖTET, somit hat er die GRÖSSE, die sich traut, das auszudrücken was JESUS wollte, FRIEDEN JENSEITS DER GIER nach immer mehr MATERIELLEM dem MAMMON und die LIEBE, DER HEILIGE GEIST der das erlöst breitet ich aus:
    http://faszinationmensch.com/2013/05/03/eine-weltweite-epidemie-verbreitet-sich-leider-mit-rasender-schnelligkeit/

  2. prometheus141 schrieb:

    Erst kommt die WAHRHEIT und dann kommt der FRIEDEN CHRISTI, der wir alle sind die ehrlich FRIEDEN wollen, und den ZWANG ZUM WETTBEWERB ÜBERWINDEN

    UND DAS SPRICHT SICH HERUM UND FRANZISKUS I. tut seinen Teil dazu, er postulierte: DIESE WIRTSCHAFT TÖTET, somit hat er die GRÖSSE, die sich traut, das auszudrücken was JESUS wollte, FRIEDEN JENSEITS DER GIER nach immer mehr MATERIELLEM dem MAMMON und die LIEBE, DER HEILIGE GEIST der das erlöst breitet ich aus:
    Eine weltweite Epidemie verbreitet sich mit rasender Schnelligkeit!
    Die WHO befürchtet – selbst schon ganz aufgelöst und verwirrt – , dass Milliarden Individuen in den nächsten 10 Jahren infiziert werden könnten– mit unabsehbaren Folgen für unsere so kostbare Konsumgesellschaft!

    Hier folgen die Hauptsymptome dieser schrecklichen Krankheit:
    1.Die Neigung sich durch seine eigene Intuition leiten zulassen, anstatt unter dem Druck von Ängsten, aufgezwungenen Ideen und Verhalten, das in der Vergangenheit konditioniert wurde.
    2.Totaler Mangel an Interesse, andere oder sich selbst zu beurteilen, oder sich mit etwas zu beschäftigen, das Konflikte verursachen könnte.
    3.Totaler Verlust der Fähigkeit, sich Sorgen zu machen – das ist eines der allerschlimmsten Symptome.
    4. Eine konstantes Wohlgefühl beim Wertschätzen von Menschen und Dingen so wie sie sind, was zur Folge hat, dass man Andere nicht mehr verändern will.
    5.Das Bestreben, sich selbst zu ändern, um für die eigenen Gedanken, Gefühle, Emotionen, Körper, das materielle Leben und die Umgebung auf eine positive Art zu sorgen, so dass unser Potential an Gesundheit, Kreativität und Liebe voll entwickelt wird.
    6.Rezidivierende (wiederholte) Anfälle von Lächeln: einem Lächeln, das “Danke” sagt und das ein Gefühl von Einheit aufbaut mit allem was lebt.
    7.Ein stets weiter wachsende Empfänglichkeit für Einfachheit, Lachen und Freude.
    8.Stets häufigere Momente in welchen man kommuniziert mit seiner Seele in Non-dualität, was ein angenehmes Gefühl von Zufriedenheit und Glück verursacht.
    9.Befriedigung darin finden, dass man sich wie ein Mensch verhält, der Fröhlichkeit und Freude bringt anstatt Kritik oder Gleichgültigkeit.
    10.Die Fähigkeit, alleine, im Paar, in einer Familie und Gemeinschaft auf eine flotte und gleichberechtigte Art zu leben, ohne Opfer, TäterIn oder RetterIn spielen zu wollen.
    11.Ein Gefühl von Verantwortlichkeit und Glückseligkeit, dass man der Welt seine Träume von einer harmonischen und friedlichen Zukunft und einer Welt im Überfluss schenken will.
    12.Totale Akzeptanz der eigenen Anwesenheit auf der Erde, und der Wille, sich jeden Moment zu entscheiden für das, was schön, gut, wahr und lebendig ist.

    Wenn Sie weiterhin in Angst, Abhängigkeit, Konflikten, Krankheit und Konformismus leben wollen, vermeiden Sie dann um jeden Preis den Kontakt mit Menschen, welche diese Symptome zeigen. Denn dieser Zustand ist äußerst ansteckend.

    Falls sich bei Ihnen schon erste Symptome zeigen, müssen Sie wissen, dass Ihr Zustand wahrscheinlich hoffnungslos ist. Medizinische Behandlungen und legale/illegale Suchtmittel können für kurze Zeit einzelne Symptome unterdrücken, aber das unausweichliche Fortschreiten der Krankheit kann nicht aufgehalten werden.

    Es gibt nämlich keinerlei Impfung gegen Glück.

    Weil diese Glückskrankheit den Verlust der Angst vor dem Tod mit sich bringt, einer der zentralen Pfeiler, auf den sich der Glaube der materialistischen modernen Gesellschaft stützt, kann eine große soziale Veränderung entstehen, die sich äußert im Verlust der Neigung Krieg führen zu wollen, in der Neigung Recht haben zu wollen, im Entstehen von Ansammlungen von glücklichen Menschen, die singen, tanzen und das Leben feiern; im Auftreten von Gruppierungen, die ihre körperliche und seelische Heilung feiern, die Lachanfälle und kollektive Glücksgefühlsausbrüche haben.

    Bitte weiterverbreiten und dadurch – soweit wie noch möglich – verhindern, dass diese Seuche die mühsam errungenen heiligen Werte unserer so heiß geliebten kapitalistischen Konsumgesellschaft weiter in Schutt und Asche legt … Wir sind hier! Du auch?

    Autor unbekannt

Kommentar schreiben

Sie müssen angemeldet sein, um eine Antwort zu hinterlassen.

Besucher