25.09 11.10. 13.10. 03.11.
1534 1534 1534 1534
         
Konklavedauer:   2 Tage  
             
Sedisvakanz: 39 Tage
   

Konklave vom 11.-13.10.1534 zur Wahl von Papst Paul III.

 
 
 
 
 
 
 

 

 

 
 
 
 
 

 

Clemens VII.

u Sukzession  u

Paul III.

 

 
 
 
 
 
 
 

 

Giulio de´Medici

 

Alessandro Farnese

 

 

Todestag:  25.09.1534

Wahlort: Rom, Vatikan

Kardinalbsichof von Ostia und Velletri

 

 

Todesort:  Rom

 

 

 

 
 
 
 
 
 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sedisvakanz und Konklavedauer

Konklaveteilnehmer (33)

Alessandro Farnese

Kardinalbischof von Ostia und Velletri, Dekan des Hl. Kollegiums

Ercole Gonzaga

 

Giovanni Nanni-Tedeschini-Piccolomini

Bischof von Porto und Santa Rufina, Subdekan des Hl. Kollegiums

Marino Grimani

Administrator von Concordia und Cittá di Castello

Bonifacio Ferreri

Bischof von Palestrina

Antonio Sanseverino

Orden von St. Johann von Jerusalem, Bischof von Tarento

Giovanni Domenico de Cupis

Bischof von Sabina

Giovanni Vincenzo Caraffa

Administrator von Anglona und Tursi

Lorenzo Campeggio

Bischof von Albano

Andrea Matteo Palmieri

 

Matthew Lang von Wellenberg

Erzbischof von Salzburg (Österreich)

Girolamo Grimaldi

Administrator von Bari, Brugnato und Venafro

Innocenzo Cibo

 

Francisco Quinones

 

Francois-Louis de Bourbon de Vendóme

Bischof von Laon, Administrator von Le Mans (Frankreich)

Francesco Cornaro

 

Paolo Emilio Cesi

Administrator von Orte und Civita Castellana sowie von Sion (Schweiz)

Girolamo Doria

Administrator von Noli und Tarragona (Spanien)

Alessandro Cesarini

Administrator von Pamplona (Spanien) und Administrator von Otranto

Ippolito de´Medici

Erzbischof von Avignon (Frankreich), Administrator von Monreale (Sizilien), Vizeschatzmeister der Hl. Römischen Kirche

Giovanni Salviati

Administrator von Ferrara, Teano und S. Severina und Bitteto

Francois de Tournon

Erzbischof von Bourges (Frankreich)

Nicoló Ridolfi

Bischof von Vicenza, Administrator von Imola und Salerno

Antonio Pucci

Bischof von Pistoia, Bischof von Vannes (Frankreich)

Agostino Trivulzio

Administrator von Toulon (Frankreich)

Esteban Gabriel Merino

Patriarch von Indien, Bischof von Jaén

Francesco Pisani

Bischof von Padua, Administrator von Treviso und Cittá Nova

Jean Le Veneur

Bischof von Lisieux (Frankreich)

Jean de Lorraine

Bischof von Metz, Lorraine, Administrator von Narbonne, Verdun, Reims (Frankreich)

Odet de Coligny de Chatillon

Administrator von Toulouse (Frankreich)

Benedetto degli Accolti

Erzbischof von Ravenna, Administrator von Cremona und Bovino

Philippe de la Chambre O.S.B.

 

Agostino Spinola

Administrator von Savonna, Camerlengo der Hl. Römischen Kirche

 

 

 

Das Konklave vom 11.-13.10.1534

 

Inhaltsverzeichnis:

 

1. Der Tod Papst Clemens VII.  

Papst Clemens VII. war in seinen Entscheidungen unschlüssig, schwankend und inkonsequent. Die großen politischen und sozialen Fähigkeiten des florentinischen Adelsgeschlechts der Medici waren ihm nicht vererbt worden. Wie schon seine Vorgänger auf dem Stuhl Petri so hatte auch er mit der steigenden Ausbreitung der Reformation zu kämpfen. Angesichts des Luthertums forderten die deutschen Reichsstände die Einberufung eines Konzils. Clemens VII. und große Teile der Kurie waren noch wie gelähmt durch die Furcht des Konziliarismus, ausgelöst durch die Basler Versammlungen des 15. Jahrhunderts. 1526 schloss Clemens VII.

Bild vergrößern!

 Papst Clemens VII.

mit Frankreich und Venedig die “Liga von Cognac” gegen blieb Karl V. und somit kam es am Reichstag zu Speyer im selben Jahr zur Aufkündigung des Wormser Edikts. Schwerwiegend waren die Folgen. Am 06.05.1527 erstürmten die kaiserlichen Truppen die Heilige Stadt, plünderten und brandschatzten in furchtbarem Masse. Dieses Geschehen ging als “Sacco di Roma” in die Geschichte ein. Ein deutscher kurialer Augenzeuge berichtete:

“Da muest alles sterben, was auf den Gassen gefunden wardt, es war gleich jung oder alt, Weib, Mann, Pfaff oder Münch.”

Unmittelbar vor der Plünderung der päpstlichen Gemächer musste der Papst über den Verbindungsgang in die Engelsburg fliehen. Das Massaker war unbeschreiblich. 147 Gardisten der Schweizergarde fanden beim Sacco di Roma den Tod. Erst im Dezember des selben Jahres konnte Papst Clemens VII. nach Zahlung einer erheblichen Geldsumme und großen Zugeständnissen die belagerte Engelsburg verlassen. Der Sacco di Roma wurde als Strafgericht Gottes für das ausschweifende Leben während der Renaissancezeit betrachtet. 1529 kam es in Barcelona zum Frieden zwischen Papst und Kaiser. Papst Clemens VII. wehrte sich immer noch gegen ein Konzil. Am 24.02.1530 krönte Clemens VII. Karl V. in Bologna zum Kaiser. Diese Krönung war übrigens die Letzte die ein Papst vollzog. Die erhoffte Zusammenarbeit zwischen Papst und Kaiser blieb jedoch aus. Clemens VII. kreierte in seiner Amtszeit 32 Kardinäle. Er ist als Förderer der Kunst in die Geschichte eingegangen. 1524 erteilte er Michelangelo den Auftrag zum Bau der Bibliotca Laurenziana in Florenz, welche die reichsten Handschriftensammlungen der Welt beinhaltet. Sein Pontifikat war für die Kirche ein Verhängnis, besonders weil er sich strikt weigerte das so notwendige Konzil einzuberufen und die weitere Ausbreitung des Protestantismus nicht eindämmte. Papst Clemens VII. starb am 25.09.1534 in Rom. Sein Leichnam ist beigesetzt in der Kirche S. Maria sopra Minerva

Bild vergrößern!

S. Maria sopra Minerva

in der Ewigen Stadt. Noch auf dem Sterbebett beauftragte der Papst seinen Neffen, Ippolito Kardinal de´Medici seinen ganzen Einfluss für die Wahl Alessandro Kardinal  Farnese geltend zu machen.  >zurück

2. Struktur des Kardinalskollegiums

Mit dem Tod von Papst Clemens VII. am 25.09.1534 bestand das Heilige Kollegium aus insgesamt 46 Eminenzen. Am Konklave selbst waren jedoch nur 33 Kardinäle ( siehe Konklaveteilnehmer oben ) in Rom anwesend. Folgende 13 Kardinäle blieben dem Konklave fern bzw. erreichten den Konklaveort nicht rechtzeitig:

  • Francois Guillaume Kardinal de Castelnau-Clermont-Lodéve, Erzbischof von Auch (Frankreich)
  • Albrecht Kardinal von Brandenburg, Erzbischof von Mainz (Deutschland)
  • Alfonso Kardinal de Portugal, Erzbischof von Lisabon (Portugal)
  • Eberhard Kardinal von der Mark, Administrator von Valencia (Spanien)
  • Niccoló Kardinal Gaddi, Bischof von Fermo
  • Antoine Kardinal du Prat, Erzbischof von Sens
  • Bernhard Kardinal von Cles (oder Clesius oder Closs), Bischof von Trient
  • Louis Kardinal de Gorrevod de Challant, Bischof von Saint-Jean de Maurienne (Savoyen)
  • Juan Garcia Kardinal de Loaysa O.P., Bischof von Sigüenza (Spanien)
  • Inigo López Kardina de Mendoza y Zúniga, Bischof von Burgos (Spanien)
  • Alfonso Kardinal de Manrique, Erzbischof von Sevillia (Spanien)
  • Juan Pardo Kardinal de Tabera, Erzbischof von Toledo (Spanien) und
  • Claude Kardinal de Longuy de Givry, Bischof von Poitiers (Frankreich)

Die am Konklave teilnehmenden Purpurträger stammten aus folgenden Pontifikaten:

  •   1 Kardinal aus dem Pontifikat Papst Alexander VI.
  •   1 Kardinal aus dem Pontifikat Papst Julius II.
  • 13 Kardinäle aus dem Pontifikat Papst Leo X. und
  • 18 Kardinäle aus dem Pontifikat Papst Clemens VII.

Der erfahrenste Konklaveteilnehmer war Alessandro Kardinal Farnese, er hatte bereits an fünf Papstwahlen aktiv teilgenommen.      >zurück

3. Konklavebestimmungen 

Die Dekretalien ”In nomine Domini” vom 13.04.1059 von Papst Nikolaus II. und “Licet de vitanda” aus dem Jahr 1179 von Papst Alexander III. und die Beschlüsse “Compilationes” des 4. Laterankonzils aus dem Jahr 1215. Das Dekret “Quia frequenter” von Papst Innozenz IV. vom 1. Konzil von Lyon am 28.08.1245. Die wohl entscheidendste Dekretalie nach der von Papst Nikolaus III. wurde die beim 2. Konzil von Lyon erlassene Wahlverordnung von Papst Gregor X. am 16.07.1274 “Ubi periculum” (“Wo Gefahr ist”). Viele Details dieser Wahlverordung von Papst Gregor X. findet man noch heute, nach über 720 Jahren in der Apostolischen Konstitution von Papst Johannes Paul II. “Universi Dominici Gregis“ vom 22.02 .1996. Die Wahlverordung von Papst Gregor X. fand nur wenig Anklang. Bereits Papst Hadrian V. suspendierte sie mündlich und Papst Johannes XXI. hob sie mit der Konstitution “Licet” am 20.09.1276 auf, ohne jedoch für eine neue Wahlverordnung gesorgt zu haben. Erst 18 Jahre später, am 28.09.1294 setzt Papst Cölestin V. (“Engelspapst”) die gregorianische Wahlverordung “Ubi periculum” wieder in Kraft. Papst Clemens V. verfügte am Konzil von Vienne 1311-1312 die Bulle “Ne Romani” , welche einige Zusätze zur gregorianischen Wahlverordnung brachte und im siebten Buch des kirchlichen Rechtsbuches “Clementinen” Aufnahme fand. Papst Clemens VI. milderte durch die Bulle “Licet in constitutione” vom 06.12 .1351 die bisherige Konklaveordnung in einigen Punkten ab. Am 19.03.1378 erließ Papst Gregor XI. das Dekret “Periculis et detrimentis” (“In Gefahren und Missständen”). Fast 128 Jahre später, am 14.01.1506 erläßt Papst Julius II. das Dekret “Cum tam divino” . Obwohl selbst der Simonie verfallen, verbietet er jegliche simonistische Papstwahl für die Zukunft und verhängt die schwersten kirchlichen Strafen.        >zurück

4. Das  Konklave

Mit dem Todestag von Papst Clemens VII. am 25.09.1534 befand sich der Kirchenstaat in einer bedenklichen unstabilen Situation. In Rom selbst war zwar die Ordung im wesentlichen aufrecht erhalten geblieben, jedoch in mehreren Städten des Patrimoniums war es zu ernsten Unruhen gekommen. Das Konklave begann am 11.10.1534 in Rom mit einer Wählerschaft von 33 Kardinälen. Nach einer anderen Quelle waren es angeblich 35 Kirchenfürsten. Der sienesische Gesandte Ludovico Sergardi schätzte am 08.10.1534, also unmittelbar vor Konklavebeginn, die italienische Partei auf 9 Mitglieder. Zu ihnen zählten die Kardinäle Pucci, Salviati, Ridolfi, de´Medici, Cibo, Spinola, Grimaldi, Cupis und Cesi. Vier Kardinäle italienischer Abstammung zählte er zur französischen Partei, Kardinal Gaddi, Trivulzio, Sanseverino und Pisani. Somit umfasste die französische Partei insgesamt 12 Mitglieder. Kardinal Castelnau de Clermont kam jedoch verspätet erst am 23.10.1534 in Rom an. Seine Stimme ging im Konklave leider verloren. Neben diesen beiden Parteien gab es noch eine Dritte. Die kaiserliche Partei. Zu ihr gehörten die 2 spanischen Kardinäle Merino und Quinones des weiteren die italienischen Kardinäle Piccolomini, Cesarini, Caraffa, Palmieri, Gonzaga, Doria und Campegio. Frei von einer Parteibindung waren die Kardinäle Farnese, Ferreri, Cornaro, Grimani und Accolti. Bereits am zweiten Tag des Konklave berichtete Sergardi, dass Kardinal Palmieri in das Lager der Franzosen wechselte und Kardinal Doria zu den Italienern, während Kardinal Grimani und Accolti zur kaiserlichen Partei neigten. Kardinal de´Medici versuchte von Beginn an, dem Wunsch des verstorbenen Papst Clemens VII. entsprechend, Kardinal Farnese als neuen Kirchenführer durchzusetzen. Kardinal Farnese gehörte keiner der drei Gruppierung an und konnte sich schnell durchsetzen. Nach dem die kaiserliche Partei ihre Zustimmung gegeben hatte, versammelte sich das gesamte Heilige Kollegium in der Kapelle Nikolaus V., wo Kardinal Piccolomini, als der nach Kardinal Farnese älteste Kardinalbischof, die Wahl verkündete. Um die Form zu wahren, wurde am Morgen des 13.10.1534 noch ein formales Skrutinium abgehalten, das einstimmig Kardinal Farnese zum neuen Papst erhob. Kardinal Farnese stammte aus einem alten angesehenen Geschlecht des Kirchenstaates. Er war von schwankender Gesundheit und bereits 67 Jahre alt als er den Namen Papst Paul III. annahm. Er beendete eine Sedisvakanz von 39 Tagen als er am 03.11.1534 gekrönt wurde.     

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Stand: 20.09.2004  

 

 

 

 

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