13.04.1059

Dekret

In nomine Domini  (Im Namen des Herrn)

Papst Nikolaus II.

     

    Inhalt:

    ‚ÄěNach dem Tod des Papstes sollen besonders die Kardinalbisch√∂fe in √ľberaus umsichtiger Beratung √ľber die Wahl verhandeln, dann die Kardinalkleriker hinzuziehen, und schlie√ülich soll die √ľbrige Geistlichkeit und das Volk der neuen Wahl beitreten.

    Damit keine K√§uflichkeit einrei√üe, sollen die religiosi viri, d.h. die Kardin√§le, bei der Wahl die F√ľhrer sein, die √ľbrigen Teilnehmer ihnen folgen. √úberhaupt soll der Ausspruch des hl. Leo gelten: “Niemand ist als Bischof anzusehen, der nicht vom Klerus gew√§hlt, vom Volke gefordert, nach dem Urteil des Metropoliten geweiht ist.” Da nun der r√∂mische Stuhl keinen Metropoliten hat, so vertreten die Kardinalbisch√∂fe dessen Stelle und f√ľhren den Gew√§hlten zur H√∂he des apostolischen Stuhles.

    Man soll einen aus dem Schoße der römischen Kirche wählen, wenn dort ein Geeigneter sich findet; sonst kann man einen von einer anderen Kirche nehmen; jedoch

    unbeschadet der schuldigen Achtung und Ehrerbietung gegen unseren Sohn Heinrich, den gegenw√§rtigen K√∂nig und hoffentlich mit Gottes Zulassung zuk√ľnftigen Kaiser, wie wir es ihm bereits zugestanden haben, und gegen seine Nachfolger, welche vom apostolischen Stuhle pers√∂nlich dieses Recht erlangt haben.

    Wenn aber die Verkehrtheit b√∂ser Menschen so gro√ü ist, da√ü eine reine, lautere und unerkaufte Wahl in Rom nicht m√∂glich ist, so sollen die Kardinalbisch√∂fe mit den √ľbrigen Kardin√§len und Laien, wenn es auch nur wenige sind, da√ü Recht haben, den Papst an einem anderen, mehr entsprechenden Orte zu w√§hlen.

    Kann der Gew√§hlte, weil Krieg oder irgend welche menschliche Bosheit hindernd im Wege steht, nicht zu Rom in herk√∂mmlicher Weise inthronisiert werden, so hat er doch als Papst die Vollmacht, die r√∂mische Kirche zu regieren und √ľber ihre Rechte und G√ľter zu verf√ľgen, wie das bekanntlich auch der hl. Gregor vor seiner Konsekration gethan hat.”

    Kurzverzeichnis:

  • Nur Kardin√§le (Kardinalbisch√∂fe) haben das Recht zur Papstwahl.
  • Klerus und Volk hat nur das Recht der Akklamation (Zustimmung).
  • Kaiser Heinrich IV. und seinen Nachfolgern, die es pers√∂nlich begehren und erhalten, wird das Recht der Best√§tigung zugestanden.
  • Der neue Papst muss nicht aus den Reihen der Kardin√§le gew√§hlt werden, doch ist es erw√ľnscht.
  • Kardin√§le haben somit eine eindeutige Sonderstellung.
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1179

Dekret

Licet de vitanda

Papst Alexander III.

     

    Inhalt:

    “Wenn bei der Wahl des Papstes unter den Kardin√§len Einheit nicht zu erreichen ist, wenn aber zwei Drittel einig sind, der dritte Teil aber mit ihnen nicht √ľbereinstimmen will, so soll ohne jegliche Ausnahme der von der allgemeinen Kirche als Papst angesehen werden, welcher von zwei Drittel in Einm√ľtigkeit gew√§hlt ist. Ma√üt sich jemand im Vertrauen nur eines Drittels den Namen des Papstes an, so sollen er und seine Anh√§nger der Exkommunikation verfallen und mit Ausschlie√üung aus dem geistlichen Stande bestraft werden. Wenn jemand von weniger als zwei Dritteln gew√§hlt ist, so soll er, sofern nicht eine gr√∂√üere Eintracht erzielt wird, keineswegs als Papst angenommen werden und der gleichen Strafe verfallen, wenn er nicht dem√ľtig Abstand nehmen will.”

    Kurzverzeichnis:

  • Der gew√§hlte Papst muss zwei Drittel der W√§hlerstimmen auf sich vereinigen, dem Kandidaten der Minderheit wird keine Beschwerdem√∂glichkeit einger√§umt.
  • Die Theorien der ‚Äěsanior pars“ bleiben explizit f√ľr immer von der Wahl des Bischofs von Rom ausgeschlossen. Wer es wagen sollte, sich darauf zu beziehen, wird mit Exkommunikation belegt, die vom obersten Organ der Kirche beschlossen wird.
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1215

Dekret

Compilationes

Papst Innozenz III.

     

    Kurzverzeichnis:

    Die Bischofswahl wird in die Hände einiger zu wählender Vertrauenspersonen gelegt.

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25.08.1245

Dekret

Quia frequenter

Papst Innozenz IV.

     

    Inhalt:

    “Nach der Beerdigung des Papstes sollen die am Orte anwesenden Kardin√§le die vom Recht festgesetzte Zeit auf die abwesenden warten und ohne Spaltung und Gewaltt√§tigkeit von seiten der Laien den Papst w√§hlen; ein Kardinal, der sich entfernt, verliert das Wahlrecht; derjenige ist als gew√§hlt anzusehen, welcher zwei Drittel der anwesenden Stimmen erh√§lt, seine eigene nicht mitgerechnet”.

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16.07.1274

Dekret

Ubi periculum (Wo Gefahr ist)

Papst Gregor X.

     

    Inhalt:

    1. Wenn der Papst in der Stadt, wo er mit seiner Kurie residierte, stirbt, so sollen die anwesenden Kardinäle nur zehn Tage auf die Abwesenden warten.

    2. Nach Ablauf dieser Frist begeben sie sich, die Abwesenden m√∂gen gekommen sein oder nicht, in den Palast, wo der Papst wohnte, und es darf jeder nur einen Diener ( d.h.. Konklavist ) haben, Kleriker oder Laien, nach seiner Wahl; nur diejenigen, bei denen das Bed√ľrfnis offen zu Tage liegt, d√ľrfen zwei mitnehmen.

    3. In dem Palast sollen alle zusammen nur ein Gemach (conclave) bewohnen, ohne Zwischenwand oder Scheideteppich, und dieses mu√ü, den Zugang zum geheimen Gemach ausgenommen, von allen Seiten so verschlossen sein, da√ü niemand aus- oder eingehen kann; niemand darf Zugang zu den Kardin√§len haben oder heimlich mit ihnen reden; sie selbst d√ľrfen keine Besuche annehmen, au√üer von denen, welche mit Einverst√§ndnis aller Kardin√§le wegen des Wahlgesch√§ftes gerufen  werden. Den Kardin√§len ist es nicht gestattet, einen Boten oder einen Brief abzusenden; wer es dennoch thut oder wer mit einem von ihnen heimlich spricht, verf√§llt von selbst der Exkommunikation. In dem gemeinsamen Gemach soll ein geeignetes Fenster offen gelassen werden, durch welches den Kardin√§len die n√∂tigen Lebensmittel gereicht werden, doch darf es nicht derart sein, da√ü jemand hin- durchgehen kann.

    4. Haben die Kardin√§le nicht binnen drei Tagen vom Eintritt ins Konklave einen Papst gew√§hlt, so m√ľssen sie an den folgenden f√ľnf Tagen zum Mittag- und Abendessen mit einem Gericht zufrieden sein; haben Sie auch dann noch nicht gew√§hlt, so bekommen sie weiter- hin nur Brot, Wein und Wasser. So lange das Wahlgesch√§ft dauert, beziehen sie keine Eink√ľnfte, weder aus der p√§pstlichen Kammer (Kasse) noch von anderen der r√∂mischen Kirche w√§hrend der Sedisvakanz zuflie√üenden Betr√§gen.

    5. Die Kardinäle sollen sich nur mit der Wahl beschäftigen, mit anderen Angelegenheiten nur im dringendsten Notfall, bei drohender Kriegs- oder anderer Gefahr, und auch dann nur infolge eines einstimmigen Beschlusses.

    6. Wenn ein anwesender Kardinal nicht in das Konklave eintritt oder daselbst ohne offenbare Krankheit verl√§√üt, so soll nicht auf ihn gewartet werden, vielmehr sollen die andern ohne ihn zur Wahl schreiten. Wenn einer wegen Krankheit das Konklave verl√§√üt, so ist ebenfalls ohne ihn die Wahl vorzunehmen. Nach seiner Wiedergenesung kann er wieder eintreten, ebenso diejenigen, welche nach Ablauf der zehn Tage, aber vor Vollendung der Wahl eintreffen, sie m√ľssen sich aber dem Stande, in dem sie das Wahlgesch√§ft vorfinden, sowie der Klausur und der jeweiligen Speiseordnung unterwerfen.

    7. Wenn der Papst nicht in der Stadt stirbt, in welcher er mit seiner Kurie residiert, so m√ľssen sich die Kardin√§le in der Stadt versammeln, in deren Gebiet oder Bezirk er gestorben ist, falls sie nicht mit dem Interdikt belegt oder gegen die r√∂mische Kirche rebellisch ist; in solchem Falle versammeln sie sich in einer benachbarten Stadt.

    8. Die Obrigkeiten der Stadt, wo die Wahl stattfindet, sollen Kraft der ihnen vom Papst √ľbertragenen Vollmacht f√ľr die genaue Beobachtung dieser Vorschriften sorgen, doch sollen sie andererseits die Kardin√§le nicht noch mehr beschr√§nken, namentlich sie nicht l√§nger als erforderlich im Konklave eingeschlossen halten. Die Erf√ľllung dieser Pflicht haben sie in einer Versammlung des Klerus und Volkes nach dem Tod des Papstes eidlich zu geloben. Wird die Freiheit der Wahl beschr√§nkt, so soll die Wahl aufh√∂ren.

    9. Die Kardin√§le sollen alle R√ľcksichten bei Seite setzen, sich nicht durch Vertr√§ge und Verpflichtungen binden, nicht auf sich und die Ihrigen und den eigenen Vorteil sehen, sondern nur Gott und das √∂ffentliche Wohl im Auge haben und sich beeilen. Alle Vertr√§ge und dergl. √ľber die Wahl werden schon im voraus f√ľr ung√ľltig erkl√§rt.

    10. Schlie√ülich werden Gebete vorgeschrieben f√ľr den verstorbenen Papst und um eine schnelle, eintr√§chtige und gute Wahl.

    Hinweis:

    Dieses Dekret wurde sp√§ter von Papst Johannes XXI. zur√ľckgenommen und von Papst C√∂lestin V. wieder eingef√ľhrt!

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20.09.1276

Konstitution

Licet

Papst Johannes XXI.

     

    Inhalt:

    Papst Johannes hebt die Normen des Dekretes ‚ÄěUbi periculum“ von Papst Gregor X. auf mit der Begr√ľndung, sie seien Unertr√§glich, einiges Dunkle und deshalb f√ľr die Beschleunigung der Wahl hinderliches enthalten.

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1311

Bulle

Ne Romani

Papst Clemens V.

     

    Inhalt

    1. Während der Erledigung des päpstlichen Stuhles haben die Kardinäle nicht die Befugnis, die Konstitution Gregors zu ändern oder zu beseitigen oder sich von der Beobachtung derselben zu dispensieren.

    2. Die Kardin√§le d√ľrfen in dieser Zeit keinerlei p√§pstliche Jurisdiktion aus√ľben, nur insofern als die genannte Konstitution es ihnen gestattet; die √Ąmter des K√§mmerers und des P√∂nitentiars erl√∂schen durch den Tod des Papstes nicht.

    3. Als Bezirk, von dem Gregors Gesetz spricht, soll die Di√∂zese gelten; stirbt der Papst au√üerhalb der Kurie, so soll die Wahl dort vorgenommen werden, wo sich die p√§pstliche Gesch√§ftsf√ľhrung befindet.

    4. F√ľr den Fall, da√ü alle Kardin√§le zusammen oder einzeln nacheinander vor Vollendung der Wahl das Konklave verlassen, sollen die mit der Bewachung desselben beauftragten Obrigkeiten sie zum Wiedereintritt zwingen, soweit die nicht durch Krankheit oder K√∂rperschw√§che entschuldigt sind.

    5. Bei der so erfolgten Wiederherstellung des Konklaves muß der bei der Auflösung bestehende Zustand wiederaufgenommen werden.

    6. Auch diejenigen Kardinäle, welche mit Exkommunikation, Suspension oder Interdikt belegt sind, haben das Recht, an der Wahl teilzunehmen.

    Hinweis:

    Das Konklave muss in jener Diözese stattfinden, in der der Papst gestorben sei, und alle Kardinäle, auch mit Kirchenstrafen belastete, wahlberechtigt seien.

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10.12.1351

Bulle

Licet in constitutione

Papst Clemens VI.

     

    Inhalt:

    1. Trennung des Konklaveraumes durch Vorhänge oder Wände in einzelne Zellen.

    2. Allgemeine Genehmigung der Mitnahme von zwei Konklavisten ins Konklave.

    3.Die Verabreichung reichlicherer Speisen wird gestattet.

    4.Es ist den Kardin√§len untersagt, die Bestimmungen √ľber das Konklave nach dem Tod des        Papstes neu zu gestalten.

    5.Den staatlichen Behörden obliegt es, die Kardinäle am Verlassen des Konklave zu hindern.

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19.03.1378

Dekret

Periculis et detrimentis (In Gefahr u. Missständen)

Papst Gregor XI.

     

    Kurzverzeichnis:

  • Papstwahl durch einfache Mehrheit
  • Ort des Konklave dort, wo die gr√∂√ütm√∂gliche Anzahl an Kardin√§len zusammenkommen k√∂nnte.
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14.01.1506

Dekret

Cum tam divino

Papst Julius II.

        

    Inhalt:

    1. Jede Papstwahl, bei welcher Simonie vorgekommen, ist ung√ľltig, so da√ü sie auch durch nachtr√§gliche Inthronisation nicht giltig gemacht werden kann.

    2. Der so Gew√§hlte solle alle seine W√ľrden verlieren; die Kardin√§le, welche zu einer simonistischen Wahl mitwirkten, verfallen den schwersten kirchlichen Strafen.

    3. Die nichtsimonistischen Kardinäle sollen ungesäumt zur Neuwahl schreiten.

    4. In diesem Falle kann von den Kardinälen ein Konzil eingerufen werden.

    5. Es sollen auch ihre G√ľter und W√ľrden verlieren alle bei einer solchen Wahl beteiligten Unterh√§ndler und Gesandte von was immer f√ľr K√∂nigen und F√ľrsten.

    6. Alle Versprechungen, Vertr√§ge und alle auf die Papstwahl bez√ľglichen Verpflichtungen sind null und nichtig.

    Hinweis:

  • Eine durch Simonie zustande gekommene Wahl ist nichtig.
  • Alle sind vom Gehorsam gegen√ľber einem Papst befreit, der sich die Stimmen der Kardin√§le gekauft  hat; und die Kardin√§le als Komplizen eines solchen Vergehens verlieren ipso facto ihre W√ľrde.
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16.12.1558

Bulle

Cum secundum

Papst Paul IV.

         

    Inhalt:

    “Unter Best√§ttigung aller vorhergehenden Erla√üe, ist es verboten alle Unterverhandlungen √ľber die Wahl bei Lebzeiten des Papstes, seien sie schriftlich oder durch Gesandte, unter Androhung der schwersten Strafen, mag es sich um solche handeln, die eine kirchliche W√ľrde bekleiden oder auch um Herz√∂ge, K√∂nige, K√∂niginnen oder Kaiser; wer immer bei solchen Unterhandlungen mitwirkt, wird von derselben Strafe getroffen.”

    Hinweis:

  • Aufrechterhaltung der bisherigen Erla√üe.
  • Keine Unterverhandlungen √ľber den k√ľnftigen Papst, w√§hrend der Lebzeit des amtierenden Papstes.
  • O. a. Punkt gilt f√ľr alle kirchlichen W√ľrdentr√§ger (z.B. Bisch√∂fe, Kardin√§le) und weltlichen F√ľrsten.
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09.10.1562

Bulle

In eligendis

Papst Pius IV.

     

    Inhalt:

    Das Konklave soll genau nach der Konstitution Gregor X. am zehnten Tage nach dem Tode des Papstes beginnen, am folgenden Tage ist unverz√ľglich, ‚Äěohne dass, wie es zu geschehen pflegt, in den ersten Tagen eine Wahlkapitulation aufgesetzt wird“, zur Wahl vorzuschreiten, an jedem Tage hat ein Skrutinium stattzufinden, und schon beim ersten ist der Akze√ü gestattet. Wegen der, wenn auch berechtigten, Abwesenheit einiger Kardin√§le bei der Wahl kann dieselbe nicht angefochten werden, ‚Äědenn der allgemeine Nutzen, der aus der baldigen Wahl entspringt, muss jedem anderen Grunde vorgehen“. Die Verschlie√üung des Konklaves ist streng durchzuf√ľhren und genau zu kontrollieren. Nur zwei Konklavisten d√ľrfen mitgenommen werden, kranken Kardin√§len kann durch geheime Abstimmung ein dritter bewilligt werden. Unterredungen und Briefwechsel einzelner Kardin√§le mit Personen au√üerhalb des Konklaves, auch mit den Gesandten der F√ľrsten, werden streng und unter Strafe verboten. Die Kardin√§le sollen, so beschw√∂rt und gebietet der Papst bei Androhung des g√∂ttlichen Gerichts, bei der Abgabe ihrer Stimmen und √ľberhaupt bei allem, was die Wahl betrifft, von jeglicher List und Betr√ľgerei, Parteilichkeit und Leidenschaft sich fern halten, Forderungen der F√ľrsten und weltliche R√ľcksichten nicht beachten, wegen der Wahl keine Vereinigungen, Verabredungen, √úbereinkommen und andere unerlaubte Vertr√§ge schlie√üen, unter einander √ľber ihre Stimmen keine Zeichen geben, niemanden wegen seiner Stimme bedrohen, nichts tun wodurch die Wahl verz√∂gert wird oder die Stimmen an Freiheit einb√ľ√üen, weder selbst noch durch andere, weder direkt noch indirekt, unter keinem Anstrich oder Vorwand.

    Kurzverzeichnis:

  • Konklavebeginn am 10. Tag nach dem Tod des Papstes.
  • Keine Wahlkapitulation in den ersten Tagen.
  • An jedem Tag hat ein Skrutinium stattzufinden.
  • Ab dem 1. Tag ist der Akze√ü gestattet.
  • Die Abwesenheit einiger Kardin√§le ist hinzunehmen.
  • Der Konklaveverschluss ist streng durchzuf√ľhren und zu kontrollieren.
  • Nur 2 Konklavisten sind erlaubt (Ausnahme 3 bei kranken Kardin√§len).
  • Briefwechsel nach au√üen ist untersagt.
  • Ihre Stimme nur nach ihrem Gewissen abgeben.
  • Ihre Stimme f√ľr sich behalten.
  • Keine Einflussnahme von au√üen zulassen.
  • Zugelassene Wahlsysteme:
      • Inspiration (Akt au√üerordenl. Akklamation)
      • Kompromi√ü (Wahlm√§nner)
      • Abstimmung (kanonische Mehrheit)
      • Akze√ü (Hinzutreten zu einem Kandidaten)

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03.12.1586

Bulle

Postquam verus

Papst Sixtus V.

     

    Inhalt:

    Nach dem Vorbild der 70 Weisen unter den √Ąltesten Israels, die Gott dem Moses einzuberufen befahl (Numeri 11,16), wurde die Zahl der Kardin√§le auf alle Zeiten auf 70 festgesetzt. Somit bestand das Heilige Kollegium aus folgenden Purpurtr√§gern:

  • 6 Kardinalbisch√∂fe
  • 50 Kardinalpriester und
  • 14 Kardinaldiakonen.
  • Die Kardinaldiakone mu√üten ein Mindestalter von 22 Jahren haben. Vorbedingung f√ľr die Kardinalsw√ľrde waren die niederen Weihen und eine einj√§hrige Seelsorge, Dienst im geistlichen Kleid der Tonsur. Unter den 70 Kardin√§len sollten wenigstens 4 dem Bettelorden entstammende Doktoren der Theologie sein.

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15.11.1621

Bulle

Aeterni patris filius

Papst Gregor XV.

     

    Inhalt:

  • Ermahnung an alle Kardin√§le, von allen Vereinbarungen oder Abmachungen Abstand zu nehmen, die sich als Verpflichtung deuten lie√üen, bestimmte Kandidaten einzuschlie√üen oder auszuschlie√üen.
  • Die Bestimmungen beschreiben im einzelnen die Formen des Eintritts in das Konklave und vervollst√§ndigen das Zeremoniell.
  • Der Kompromiss darf nur nach Beendigung einer schriftlichen Wahl angewandt werden.
  • Der Kardinal darf sich nicht selbst die Stimme geben.
  • Auch d√ľrfen keine zwei Stimmen auf einem Wahlzettel geschrieben werden, als eine Art von vorgezogenem Akzess.
  • Von der Wahl ausgeschlossen ist, wer der Pflicht der Eidesleistung nicht nachgekommen ist.
  • Ein anderer Wahlmodus als die Abstimmung darf nur nach einstimmigem Konsens der W√§hlenden angewandt werden.
  • Pro Tag sollen zwei Wahlg√§nge stattfinden. Zu ihnen d√ľrfen, von Ausnahmen abgesehen, jene Kardin√§le. nicht zugelassen werden, die au√üerhalb der Klausur des Konklaves geblieben sind.
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12.03.1622

Dekret

Decet Romanum pontificem

Papst Gregor XV.

     

    Inhalt:

  • Drei Arten von Wahl sind gestattet, aber kein Kardinal darf  f√ľr sich selbst stimmen (Skrutinium). Geheime Wahl: mit Stimmzettel und zwei Wahlg√§ngen pro Tag. Kompromiss: das √úbertragen der Wahl vom Plenum der Kardin√§le an ein von ihnen bestelltes kleines Komitee. Akklamation (Quasi-Inspiration): durch Einwirken des Geistes (Inspiration) erfolgte Ausrufung eines Papstes, sofern alle Kardin√§le in diese Ausrufung einstimmen.
  • Verbrennung der Wahlzettel sofort nach dem Wahlgang.
  • Das Verbot f√ľr sich selbst zu stimmen, wird versch√§rft. Ein derartiger Versto√ü, ist seit undenkbaren Zeiten verboten und macht eine Wahl ung√ľltig.
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28.01.1625

Bulle

Ad Romani Pontificis providentiam

Papst Urban VIII.

     

    Inhalt:

    Mit dieser Bulle best√§tigte Papst Urban VIII. die Erlasse “Aeterni patris filius” vom 15.11.1621 und “Decet Romanum pontificem” vom 12.03.1622 seines Vorg√§ngers Papst Gregor XV. √ľber die Papstwahl.

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22.06.1692

Konstitution

Romanum decet Pontificem

Papst Innozenz XII.

     

    Inhalt:

    Mit der Apostolischen Konstitution ‚ÄěRomanum decet Pontificem“ vom 22. Juni 1692 verbot Papst Innozenz XII. ein f√ľr alle Mal den Nepotismus.

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23.09.1695

Bulle

Ecclesiae catholicae

Papst Innozenz XII.

     

    Inhalt:

    Mit der Bulle ‚ÄěEcclesiae catholicae“ vom 23. September 1695, verbot Papst Innozenz XII. den Kardin√§len in einer k√ľnftigen Wahl den nominierten Kandidaten durch Wahlkapitulationen zu binden.

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~       ~      ~

22.02.1996

Konstitution

Universi Dominici Gregis

Johannes Paul II.


√úBER DIE VAKANZ
DES APOSTOLISCHEN STUHLES
UND DIE WAHL
DES PAPSTES VON ROM

 

Einschlie√ülich der 2. √Ąnderung  Papst Benedikt XVI. durch “Motu proprio” gegeben zu Rom bei St. Peter, am 22.02.2013

 

 

JOHANNES PAUL, BISCHOF DIENER DER DIENER GOTTES ZUR BLEIBENDEN ERINNERUNG

    Hirte der gesamten Herde des Herrn ist der Bischof der Kirche von Rom, in der der heilige Apostel Petrus durch h√∂chste Verf√ľgung der g√∂ttlichen Vorsehung Christus im Martyrium das h√∂chste Blutzeugnis gegeben hat. Daher ist es leicht verst√§ndlich, dass die rechtm√§√üige apostolische Sukzession auf diesem Stuhl, mit dem sich "wegen des au√üerordentlichen Vorranges jede andere Kirche in Einheit befinden muss",(1) schon immer ein besonderes Anliegen gewesen ist.

    Genau deswegen haben die P√§pste im Laufe der Jahrhunderte es als ihre gewissenhafte Pflicht und ihr eigentliches Recht angesehen, mit entsprechenden Normen eine wohlgeordnete Wahl des Nachfolgers festzulegen. Dies taten auch vor nicht allzu langer Zeit meine Vorg√§nger, der heilige Pius X.,(2) Pius XI.,(3) Pius XII.,(4) Johannes XXIII.(5) und zuletzt Paul VI.,(6) ein jeder in der Absicht, den Anforderungen des besonderen geschichtlichen Augenblicks zu entsprechen. Sie haben diesbez√ľglich f√ľr den Erlass weiser und geeigneter Regeln Sorge getragen, um die w√ľrdige Vorbereitung und den geordneten Ablauf der Versammlung der W√§hler zu lenken, denen aufgrund der Vakanz des Apostolischen Stuhles das wichtige und schwierige Amt √ľbertragen worden ist, den Papst von Rom zu w√§hlen.

    Wenn ich mich heute anschicke, dieses Thema aufzugreifen, dann tue ich das nicht etwa, weil ich die genannten Normen geringsch√§tze — im Gegenteil, ich sch√§tze sie sehr hoch und m√∂chte sie gr√∂√ütenteils auch best√§tigen, zumindest in der Substanz und in den Grundprinzipien, die sie inspiriert haben. Was mich zu diesem Schritt bewegt, ist das Bewusstsein der ver√§nderten Situation, in der heute die Kirche lebt, und ferner die Notwendigkeit, sich die allgemeine Revision des kanonischen Rechtes zu vergegenw√§rtigen, die mit Zustimmung des gesamten Episkopates durch die Ver√∂ffentlichung und die Promulgation zuerst des Kodex des kanonischen Rechtes und dann des Kodex der Kanones der Orientalischen Kirchen in trefflicher Weise verwirklicht worden ist. Nach dieser vom II. Vatikanischen Konzil hervorgegangenen Revision ist es mein Bem√ľhen gewesen, darauf die Reform der R√∂mischen Kurie mit der Apostolischen Konstitution Pastor Bonus (7) in Gang zu setzen. Die von can. 335 des Kodex des kanonischen Rechtes aufgestellte und die von can. 47 des Kodex der Kanones der Orientalischen Kirchen wiederholte Anordnung macht √ľbrigens gerade die Pflicht zum Erlass und zur dauernden √úberarbeitung besonderer Gesetze deutlich, die die kanonische Besetzung des Bisch√∂flichen Stuhles in Rom regeln, wenn dieser aus irgendeinem Grund vakant werden sollte.

    Wenn auch die Anforderungen unserer Zeit ber√ľcksichtigt worden sind, habe ich mich bei der Formulierung der neuen Ordnung daf√ľr eingesetzt, in der Substanz nicht von der Linie der weisen und bis zum heutigen Tag geltenden verehrungsw√ľrdigen Tradition abzuweichen.

    In der Tat scheint das Prinzip unangefochten zu sein, wonach es den P√§psten zusteht, unter Anpassung an die √Ąnderung der Zeiten die Art und Weise zu bestimmen, wie die Ernennung der Person vonstatten gehen soll, die bestellt wird, die Nachfolge des heiligen Petrus auf dem Bisch√∂flichen Stuhl in Rom anzutreten. Dies betrifft an erster Stelle das Organ, dem die Aufgabe √ľbertragen ist, f√ľr die Wahl des R√∂mischen Papstes zu sorgen: dieses Organ besteht gem√§√ü einer tausendj√§hrigen Praxis, best√§tigt durch genaue kanonische Normen, die auch durch eine ausdr√ľckliche des geltenden Kodex des kanonischen Rechts bekr√§ftigt sind (vgl. can. 349 CIC), aus dem Kardinalskollegium der Heiligen R√∂mischen Kirche. Wenn es tats√§chlich Glaubenslehre ist, dass die Vollmacht des Papstes direkt von Christus abgeleitet wird, dessen Stellvertreter er auf Erden ist,(8) so steht auch au√üer Zweifel, dass diese h√∂chste Gewalt in der Kirche ihm "durch die Annahme der rechtm√§√üig erfolgten Wahl zusammen mit der Bischofsweihe" (9) zuteil wird. Die Aufgabe, die diesem zur Wahl bestimmten Organ obliegt, ist also sehr gewichtig. Dementsprechend genau und klar werden auch die Normen sein m√ľssen, die den Hergang regeln, damit die Wahl selbst in einem m√∂glichst w√ľrdigen und dem √§u√üerst verantwortungsvollen Amt entsprechenden Rahmen ablaufen kann, das der Gew√§hlte kraft g√∂ttlicher Einsetzung mit seiner eigenen Zustimmung auf sich wird nehmen m√ľssen.

    Deswegen best√§tige ich die Norm des in Kraft befindlichen Kodex des kanonischen Rechtes (vgl. can. 349 CIC), in dem sich die nunmehr tausendj√§hrige Praxis der Kirche widerspiegelt, und bekr√§ftige nochmals, dass das Kollegium der W√§hler des Papstes einzig aus den Kardin√§len der Heiligen R√∂mischen Kirche zusammengesetzt ist. In ihnen kommen die beiden Aspekte, die die Gestalt und das Amt des R√∂mischen Papstes charakterisieren, gleichsam in einer wunderbaren Synthese zum Ausdruck: R√∂misch, weil er identifiziert wird mit der Person des Bischofs der Kirche, die in Rom ist, und daher in enger Beziehung mit dem Klerus dieser Stadt steht, der repr√§sentiert wird durch die Kardin√§le der Presbyteral- und Diakonatstitel von Rom, und mit den Kardinalbisch√∂fen der suburbikarischen Sitze; Pontifex der universalen Kirche, weil er bestellt worden ist, sichtbar den unsichtbaren Hirten zu vertreten, der die gesamte Herde zu den Weiden des ewigen Lebens f√ľhrt. Die Universalit√§t der Kirche nimmt in dieser Weise trefflich Gestalt an durch die Zusammensetzung des Kardinalskollegiums selbst, das aus Purpurtr√§gern aller Kontinente besteht.

    Unter den aktuellen historischen Umst√§nden scheint die universale Dimension der Kirche gen√ľgend zum Ausdruck gebracht durch das Kollegium der einhundertzwanzig wahlberechtigten Kardin√§le, das aus Purpurtr√§gern zusammengesetzt ist, die von allen Teilen der Erde und von den verschiedensten Kulturen kommen. Ich best√§tige also diese H√∂chstzahl von wahlberechtigten Kardin√§len und mache gleichzeitig deutlich, dass die Beibehaltung der von meinem Vorg√§nger Paul VI. aufgestellten Norm, gem√§√ü der alle, die am Tag des Beginns der Vakanz des Apostolischen Stuhles schon das achtzigste Lebensjahr vollendet haben,(10) nicht an der Wahl teilnehmen, keineswegs ein Zeichen von Geringsch√§tzung darstellen soll. Der Grund dieser Verf√ľgung ist im Willen zu suchen, solch einem verehrungsw√ľrdigen Alter nicht noch die zus√§tzliche Last aufzub√ľrden, die in der Verantwortung besteht, jemanden zu w√§hlen, der die Herde Christi in einer den Erfordernissen der Zeit gem√§√üen Weise f√ľhren muss. Dies stellt jedoch kein Hindernis dar, dass die √ľber achtzigj√§hrigen Kardin√§le an den Vorbereitungssitzungen zum Konklave gem√§√ü den weiter unten festgelegten Vorschriften teilnehmen. Von ihnen wird weiterhin in besonderer Weise erwartet, dass sie w√§hrend der Sedisvakanz und insbesondere w√§hrend des Ablaufs der Papstwahl die Aufgabe der W√§hler mit intensivem Gebet und F√ľrbitten zum Heiligen Geist unterst√ľtzen und sich so gleichsam zu F√ľhrern des Volkes Gottes machen, das sich in den Patriarchalbasiliken Roms wie auch in anderen Kirchen der Di√∂zesen der gesamten Welt versammelt, um den w√§hlenden Kardin√§len die n√∂tige Erleuchtung zu erflehen, damit sie einzig Gott vor Augen haben und nur auf "das Heil der Seelen" bedacht, "das in der Kirche immer das oberste Gesetz sein muss",(11) ihre Wahl treffen.

    Besondere Aufmerksamkeit habe ich der altehrw√ľrdigen Institution des Konklave gewidmet: die Vorschriften hierzu und das Verfahren sind auch geheiligt und festgelegt durch feierliche Anordnungen vieler meiner Vorg√§nger. Eine aufmerksame geschichtliche Erforschung best√§tigt nicht nur die Zweckm√§√üigkeit dieser Institution wegen der Umst√§nde, die zu ihrer Entstehung und allm√§hlichen Normierung und Festlegung gef√ľhrt haben, sondern auch ihre best√§ndige N√ľtzlichkeit f√ľr den geordneten, raschen und geregelten Verlauf der Handlungen der Wahl selber, insbesondere in Augenblicken der Spannung und Unruhe.

    Genau deswegen und trotz des Wissens um die Bewertung durch Theologen und Kanonisten aller Zeiten, die einm√ľtig diese Institution f√ľr die g√ľltige Wahl des Papstes von ihrer Natur her f√ľr nicht notwendig erachten, best√§tige ich mit dieser Konstitution ihr Bestehen in ihrer wesentlichen Struktur mit der Einf√ľgung einiger Modifizierungen, um die Ordnung den heutigen Anforderungen anzupassen. Insbesondere hielt ich es f√ľr zweckm√§√üig anzuordnen, dass w√§hrend der gesamten Zeitdauer der Wahl die Unterbringung der wahlberechtigten Kardin√§le und aller, die berufen sind, zum Zweck des geregelten Wahlverlaufs selbst mitzuarbeiten, in geeigneten R√§umen des Vatikanstaates erfolgt. Wenn dieser Staat auch klein ist, so ist er doch ausreichend, um innerhalb der Mauern, dank auch der weiter unten angef√ľhrten zweckm√§√üigen Ma√ünahmen, jene Abgeschiedenheit und folglich jene Sammlung zu garantieren, die solch eine f√ľr die gesamte Kirche lebenswichtige Handlung bei den W√§hlern erfordert.

    In Anbetracht des heiligen Charakters der Handlung und folglich der Angemessenheit, dass sie an einer geeigneter St√§tte verlaufen kann, in der sich einerseits die liturgischen Handlungen mit den rechtlichen Formalit√§ten verbinden lassen, und es andererseits den W√§hlern leichter gemacht werden soll, sich so vorzubereiten, um die inneren Eingebungen des Heiligen Geistes aufnehmen zu k√∂nnen, verf√ľge ich gleichzeitig, dass die Wahl weiterhin in der Sixtinischen Kapelle stattfinden soll, wo alles dazu beitr√§gt, das Bewusstsein der Gegenwart Gottes zu f√∂rdern, vor dessen Angesicht ein jeder eines Tages treten muss, um gerichtet zu werden.

    Des weiteren best√§tige ich mit meiner apostolischen Autorit√§t die Pflicht zur strengsten Geheimhaltung bez√ľglich all dessen, was direkt oder indirekt die Wahlvorg√§nge anbelangt: dennoch habe ich auch diesbez√ľglich die betreffenden Normen vereinfachen und auf das Wesentliche beschr√§nken wollen, um Ratlosigkeit und Zweifel und vielleicht auch nachfolgende Gewissenskonflikte derjenigen zu vermeiden, die an der Wahl teilgenommen haben.

    Schlie√ülich hielt ich es f√ľr meine Pflicht, auch die eigentliche Form der Wahl zu revidieren, unter Ber√ľcksichtigung der gegenw√§rtigen kirchlichen Anforderungen und der Wertvorstellungen der modernen Kultur. So erschien es mir zweckm√§√üig, die Wahl durch Akklamation quasi ex inspiratione nicht beizubehalten, da ich sie nunmehr f√ľr ungeeignet halte, die √úberlegungen eines Wahlkollegiums zu interpretieren, das zahlenm√§√üig so erweitert und von seiner Herkunft her so verschieden ist. Gleicherma√üen schien es n√∂tig zu sein, die Wahl der compromissum fallen zu lassen, nicht nur weil sie schwer zu bewerkstelligen ist, wie sich dies anhand der in der Vergangenheit in dieser Hinsicht schier unentwirrbaren Mengen an erlassenen Normen beweisen l√§sst, sondern auch weil sie von Natur aus eine gewisse Umgehung der Verantwortung der W√§hler beinhaltet, die in diesem Fall nicht aufgefordert w√§ren, ihr eigenes Votum pers√∂nlich zum Ausdruck zu bringen.

    Nach reiflicher √úberlegung bin ich zum Ergebnis gekommen, dass die einzige Form, mit der die W√§hler ihr eigenes Votum f√ľr die Papstwahl ausdr√ľcken k√∂nnen, nur die der geheimen Wahl ist, wie sie gem√§√ü den weiter unten aufgezeigten Normen durchgef√ľhrt wird. Diese Form bietet tats√§chlich die gr√∂√üten Garantien f√ľr Klarheit, Geradlinigkeit, Einfachheit, Durchschaubarkeit und vor allem f√ľr eine effektive und konstruktive Teilnahme aller einzelnen Kardin√§le, die gerufen sind, die Wahlversammlung des Nachfolgers Petri zu bilden.

    In diesem Sinne erlasse ich diese Apostolische Konstitution, in der die Normen enthalten sind, an die sich im Falle der Vakanz des Apostolischen Stuhles, aus welchem Grund oder Umstand auch immer, die Kardin√§le streng halten m√ľssen, die das verpflichtende Recht besitzen, den Nachfolger Petri zu w√§hlen, der sichtbares Haupt der ganzen Kirche und Diener der Diener Gottes ist.

 

    ERSTER TEIL

    DIE VAKANZ DES APOSTOLISCHEN STUHLES

    KAPITEL I

    VOLLMACHTEN DES KARDINALSKOLLEGIUMS W√ĄHREND DER VAKANZ DES APOSTOLISCHEN STUHLES

    1. W√§hrend der Vakanz des Apostolischen Stuhles hat das Kardinalskollegium keinerlei Vollmacht oder Jurisdiktion bez√ľglich jener Fragen, die dem Papst zu Lebzeiten oder w√§hrend der Aus√ľbung der Aufgaben seines Amtes zustehen; diese Fragen m√ľssen alle ausschlie√ülich dem k√ľnftigen Papst vorbehalten bleiben. Deshalb erkl√§re ich jede Handlung f√ľr ung√ľltig und nichtig, die das Kardinalskollegium in Aus√ľbung der dem Papst zu seinen Lebzeiten oder w√§hrend der Zeit der Aus√ľbung seines Amtes zustehenden Vollmacht oder Jurisdiktion vornehmen zu m√ľssen glaubte, es sei denn, sie befinden sich innerhalb der in dieser Konstitution ausdr√ľcklich genannten Grenzen.

    2. W√§hrend der Vakanz des Apostolischen Stuhles ist die Leitung der Kirche dem Kardinalskollegium anvertraut, aber nur zur Erledigung der ordentlichen Angelegenheiten oder f√ľr jene Fragen, die keinen Aufschub (vgl. Nr. 6) dulden, sowie f√ľr die Vorbereitung alles dessen, was zur Wahl des neuen Papstes erforderlich ist. Diese Aufgabe muss innerhalb der von dieser Konstitution vorgesehenen Modalit√§ten und Grenzen erledigt werden: deshalb m√ľssen jene Angelegenheiten absolut ausgeschlossen werden, die — sei es per Gesetz oder aufgrund der Praxis — entweder in der Vollmacht des Papstes allein liegen oder die Normen f√ľr die Wahl des neuen Papstes gem√§√ü den Anordnungen der vorliegenden Konstitution betreffen.

    3. Au√üerdem bestimme ich, dass das Kardinalskollegium in keiner Weise √ľber die Rechte des Apostolischen Stuhles und der R√∂mischen Kirche verf√ľgen kann; und noch weniger darf es von diesen Rechten direkt oder indirekt etwas preisgeben, selbst wenn es dabei um die Beilegung von Streitigkeiten geht oder um die Ahndung von Handlungen, die gegen diese Rechte nach dem Tode oder dem g√ľltigen Amtsverzicht des Papstes (12) vorgenommen worden sind. Alle Kardin√§le sollen f√ľr den Schutz dieser Rechte Sorge tragen.

    4. W√§hrend der Vakanz des Apostolischen Stuhles d√ľrfen die von den P√§psten erlassenen Gesetze in keiner Weise korrigiert oder abge√§ndert werden; es d√ľrfen auch keine Hinzuf√ľgungen oder Abstriche gemacht werden noch darf von ihnen auch nur teilweise dispensiert werden. Dies gilt vor allem f√ľr jene, die die Regelung der Papstwahl betreffen. F√ľr den Fall, dass gegen diese Anordnung etwas unternommen oder auch nur der Versuch hierzu gemacht werden sollte, erkl√§re ich dies kraft meiner h√∂chsten Autorit√§t f√ľr nichtig und ung√ľltig.

    5. Falls Zweifel √ľber die in der vorliegenden Konstitution enthaltenen Vorschriften oder √ľber die Art und Weise ihrer Durchf√ľhrung auftreten sollten, so verf√ľge ich f√∂rmlich, dass dem Kardinalskollegium alle Vollmacht zusteht, diesbez√ľglich ein Urteil zu f√§llen. Diesem erteile ich deswegen die Erlaubnis, die zweifelhaften oder strittigen Punkte zu interpretieren, wobei ich bestimme, dass es bei den Beratungen √ľber diese und andere √§hnliche Fragen, mit Ausnahme des Aktes der Papstwahl selber, gen√ľgt, dass die Mehrheit der versammelten Kardin√§le zur gleichen Auffassung kommt.

    6. Ebenso soll das Kardinalskollegium, wenn ein Problem vorliegen sollte, das nach Auffassung der Mehrheit der versammelten Kardin√§le nicht auf einen sp√§teren Zeitpunkt verschoben werden kann, nach Ansicht der Mehrheit Verf√ľgungen treffen.

    KAPITEL II

    DIE KONGREGATIONEN DER KARDIN√ĄLE ZUR VORBEREITUNG DER PAPSTWAHL

    7. W√§hrend der Sedisvakanz gibt es zwei Arten von Kongregationen der Kardin√§le: eine Generalkongregation, d. h. des gesamten Kollegiums bis zum Beginn der Wahl, und eine Sonderkongregation. An den Generalkongregationen m√ľssen alle Kardin√§le teilnehmen, die nicht rechtm√§√üig verhindert sind, sobald sie √ľber die Vakanz des Apostolischen Stuhles unterrichtet wurden. Den Kardin√§len jedoch, die gem√§√ü der Norm in Nr. 33 dieser Konstitution kein Recht besitzen, den Papst zu w√§hlen, ist die Erlaubnis gegeben, wenn sie es vorziehen, nicht an diesen Generalkongregationen teilzunehmen.

    Die Sonderkongregation besteht aus dem Kardinal-Camerlengo der Heiligen Römischen Kirche und aus drei Kardinälen, je einem aus jeder Ordnung, die durch Los aus den wahlberechtigten Kardinälen bestimmt werden, die bereits in Rom eingetroffen sind. Das Amt dieser drei Kardinäle, die Assistenten heißen, erlischt nach dem dritten Tag, und an ihre Stelle treten, stets durch Auslosung bestimmt, andere Kardinäle mit gleichlanger Amtsdauer, auch nach Beginn der Wahl.

    W√§hrend der Wahlperiode werden die wichtigeren Angelegenheiten, falls erforderlich, von der Versammlung der wahlberechtigten Kardin√§le behandelt; die ordentlichen Angelegenheiten werden hingegen durchgehend von der Sonderkongregation der Kardin√§le bearbeitet. W√§hrend der Sedisvakanz tragen die Kardin√§le in den General- und Sonderkongregationen den √ľblichen schwarzen filettierten Talar und die rote Sch√§rpe, dazu die Kalotte, das Pektorale und den Ring.

    8. In den Sonderkongregationen sollen nur die Fragen von untergeordneter Bedeutung behandelt werden, die sich t√§glich oder von Zeit zu Zeit stellen. Wenn aber schwerwiegendere Fragen auftreten sollten, die eine gr√ľndlichere Pr√ľfung erfordern, so m√ľssen diese der Generalkongregation unterbreitet werden. Au√üerdem kann das, was in einer Sonderkongregation entschieden, gel√∂st oder verweigert worden ist, nicht in einer anderen Sonderkongregation widerrufen, ge√§ndert oder gew√§hrt werden; das Recht hierzu steht allein der Generalkongregation zu, und zwar mit Stimmenmehrheit.

    9. Die Generalkongregationen der Kardin√§le finden im Apostolischen Palast im Vatikan statt oder, wenn es die Umst√§nde nach dem Urteil der Kardin√§le erfordern, an einem anderen geeigneteren Ort. Den Vorsitz f√ľhrt der Dekan des Kollegiums oder, in dessen Abwesenheit oder bei rechtm√§√üiger Verhinderung, der Subdekan. Falls einer von beiden oder beide gem√§√ü der Norm in Nr. 33 dieser Konstitution nicht mehr das Recht der Papstwahl haben sollten, f√ľhrt in der Versammlung der wahlberechtigten Kardin√§le, der nach der allgemeinen Rangordnung √§lteste wahlberechtigte Kardinal den Vorsitz.

    10. In den Kardinalskongregationen d√ľrfen die Abstimmungen bei wichtigeren Angelegenheiten nicht m√ľndlich, sondern nur in geheimer Form erfolgen.

    11. Die Generalkongregationen, die vor Beginn der Wahl stattfinden und deshalb "vorbereitende" Kongregationen hei√üen, m√ľssen t√§glich abgehalten werden, und zwar von dem Tag an, den der Camerlengo der Heiligen R√∂mischen Kirche mit den drei ersten wahlberechtigten Kardin√§len aus jeder Ordnung festgesetzt hat; auch an den Tagen, an denen die Trauerfeierlichkeiten f√ľr den verstorbenen Papst stattfinden. Dies geschieht in der Absicht, dass der Kardinal-Camerlengo die Auffassung des Kollegiums erkunden und diesem mitteilen kann, was er f√ľr notwendig oder angemessen erachtet; dass ferner die einzelnen Kardin√§le die M√∂glichkeit haben, ihre Ansicht bez√ľglich der auftauchenden Probleme darzulegen, in Zweifelsf√§llen um Aufkl√§rung zu bitten und Vorschl√§ge zu machen.

    12. Bei den ersten Generalkongregationen ist daf√ľr zu sorgen, dass die einzelnen Kardin√§le ein Exemplar dieser Konstitution zur Verf√ľgung haben; gleichzeitig sei ihnen die M√∂glichkeit gegeben, eventuell Fragen √ľber den Sinn und die Ausf√ľhrung der in der Konstitution festgelegten Normen zu stellen. Au√üerdem ist es ratsam, dass jener Teil dieser Konstitution vorgelesen wird, der die Vakanz des Apostolischen Stuhles betrifft. Zugleich m√ľssen alle anwesenden Kardin√§le den Eid ablegen, die in der Konstitution enthaltenen Vorschriften zu beachten und das Amtsgeheimnis zu wahren. Dieser Eid, der auch von den Kardin√§len abzulegen ist, die sp√§ter hinzukommen und diesen Kongregationen erst in einer zweiten Phase beiwohnen, soll vom Kardinaldekan oder gegebenenfalls von einem anderen Vorsitzenden des Kollegiums gem√§√ü der in Nr. 9 dieser Konstitution bestimmten Norm in Gegenwart der √ľbrigen Kardin√§le nach folgender Formel vorgelesen werden:

    Wir Kardinalbischöfe, Kardinalpriester und Kardinaldiakone der Heiligen Römischen Kirche versprechen, verpflichten uns und schwören, dass wir alle zusammen und jeder einzelne von uns genau und gewissenhaft alle Normen beachten werden, die in der Apostolischen Konstitution Universi Dominici Gregis Papst Johannes Pauls II. enthalten ist, und alles streng geheimhalten werden, was sich in irgendeiner Weise auf die Wahl des Papstes bezieht oder was von Natur aus während der Vakanz des Apostolischen Stuhles die Geheimhaltung erfordert.

    Hierauf soll jeder einzelne Kardinal sprechen: Und ich, N. Kardinal N., verspreche es, verpflichte mich darauf und schw√∂re es. W√§hrend er die Hand auf das Evangelium legt, f√ľge er hinzu: So wahr mir Gott helfe und die heiligen Evangelien, die ich mit meiner Hand ber√ľhre.

    13. In einer der unmittelbar folgenden Kongregationen m√ľssen die Kardin√§le entsprechend einer vorher aufgestellten Tagesordnung die vordringlichsten Entscheidungen f√ľr den Beginn der Wahlhandlungen treffen, d. h.:

    a) sie sollen den Tag, die Stunde und die Art und Weise bestimmen, wie der Leichnam des verstorbenen Papstes in die Vatikanische Basilika zu √ľberf√ľhren ist, um dort zur Verehrung der Gl√§ubigen aufgebahrt zu werden;

    b) sie sollen alle Vorbereitungen treffen, die f√ľr die Trauerfeierlichkeiten des verstorbenen Papstes, die w√§hrend neun aufeinanderfolgender Tage gehalten werden, notwendig sind, und sollen deren Beginn festlegen, so dass, wenn keine besonderen Gr√ľnde vorliegen, die Bestattung zwischen dem vierten und dem sechsten Tag nach dem Tode stattfindet;

    c) sie sollen die Kommission, die aus dem Kardinal-Camerlengo und den Kardin√§len zusammengesetzt ist, die die √Ąmter des Staatssekret√§rs und des Pr√§sidenten der P√§pstlichen Kommission f√ľr den Staat der Vatikanstadt innehatten, ersuchen, rechtzeitig sowohl die R√§umlichkeiten des Domus Sanctae Marthae f√ľr die angemessene Unterbringung der wahlberechtigten Kardin√§le als auch geeignete Unterk√ľnfte f√ľr all diejenigen vorzubereiten, die in Nr. 46 dieser Konstitution vorgesehen sind. Gleichzeitig soll sie daf√ľr sorgen, dass alles n√∂tige zur Vorbereitung der Sixtinischen Kapelle zur Verf√ľgung gestellt wird, damit die Wahlhandlungen m√ľhelos, geordnet und mit einem H√∂chstma√ü an Geheimhaltung gem√§√ü den in dieser Konstitution vorgesehenen Bestimmungen ablaufen k√∂nnen;

    d) sie sollen zwei in der Lehre, in der Weisheit und in moralischer Autorit√§t beispielhaften Klerikern die Aufgabe anvertrauen, den Kardin√§len selber zwei wohl√ľberlegte Betrachtungen √ľber die Probleme der Kirche in jenem Augenblick und √ľber die erleuchtete Wahl des neuen Papstes zu halten; gleichzeitig sollen sie, unter Beibehaltung der Anordnungen in Nr. 52 dieser Konstitution, den Tag und die Stunde festlegen, an dem ihnen die erste der zwei Betrachtungen gehalten werden soll;

    e) sie sollen auf Vorschlag der Verwaltung des Apostolischen Stuhles oder, wegen der Zust√§ndigkeit, des Governatorats des Staates der Vatikanstadt die ben√∂tigten Ausgaben f√ľr die Zeit zwischen dem Tod des Papstes und der Wahl des Nachfolgers genehmigen;

    f) sie sollen die eventuell vorhandenen Dokumente, die der verstorbene Papst dem Kardinalskollegium hinterlassen hat, lesen;

    g) sie sollen daf√ľr sorgen, dass der Fischerring und das Bleisiegel, mit denen die Apostolischen Schreiben versehen werden, vernichtet werden;

    h) sie sollen die Zuweisung der Zimmer an die wahlberechtigten Kardinäle durch Los anordnen;

    i) sie sollen den Tag und die Stunde f√ľr den Beginn der Wahlhandlungen festlegen.

    KAPITEL III

    √úBER EINIGE √ĄMTER W√ĄHREND DER VAKANZ DES APOSTOLISCHEN STUHLES

    14. Entsprechend Artikel 6 der Apostolischen Konstitution Pastor Bonus (13) treten mit dem Tod des Papstes alle Leiter der Dikasterien der R√∂mischen Kurie von der Aus√ľbung ihres Amtes zur√ľck, seien es der Kardinalstaatssekret√§r, die Kardinalpr√§fekten oder die erzbisch√∂flichen Pr√§sidenten wie auch die Mitglieder derselben Dikasterien. Davon ausgenommen sind der Camerlengo der Heiligen R√∂mischen Kirche und der Gro√üp√∂nitentiar, die auch weiterhin die ordentlichen Angelegenheiten erledigen, hierbei aber dem Kardinalskollegium das unterbreiten, was dem Papst h√§tte vorgelegt werden m√ľssen.

    Ebenso bleibt gem√§√ü der Apostolischen Konstitution Vicariae Potestatis (Nr. 2 ¬ß 1) (14) der Kardinalvikar der Di√∂zese Rom w√§hrend der Vakanz des Apostolischen Stuhles in seinem Amt und gleichfalls bleibt der Kardinalerzpriester der Vatikanischen Basilika und Generalvikar f√ľr die Vatikanstadt f√ľr seinen Jurisdiktionsbereich im Amt.

    15. Wenn die √Ąmter des Camerlengo der Heiligen R√∂mischen Kirche oder des Gro√üp√∂nitentiars zur Zeit des Todes des Papstes oder vor der Wahl des Nachfolgers vakant sind, muss das Kardinalskollegium sobald wie m√∂glich den Kardinal oder gegebenenfalls die Kardin√§le w√§hlen, die bis zur Wahl des neuen Papstes diese √Ąmter wahrnehmen. In den genannten einzelnen F√§llen erfolgt die Wahl durch geheime Abstimmung aller anwesenden wahlberechtigten Kardin√§le. Dies geschieht durch Zettel, die die Zeremoni√§re verteilen, wieder einsammeln und sodann in Anwesenheit des Camerlengo der Heiligen R√∂mischen Kirche und der drei Kardinalassistenten √∂ffnen, wenn der Gro√üp√∂nitentiar zu w√§hlen ist; beziehungsweise in Anwesenheit der drei obengenannten Kardin√§le und des Sekret√§rs des Kardinalskollegiums, wenn der Camerlengo zu w√§hlen ist. Es gilt der als gew√§hlt und ipso facto mit allen Vollmachten betraut, die seinem Amte zukommen, der die Mehrheit der Stimmen auf sich vereinen kann. Im Fall von Stimmengleichheit soll jener als beauftragt gelten, der der Rangordnung nach den Vortritt hat, und, falls sie der gleichen Rangordnung angeh√∂ren, wer zuerst zum Kardinal kreiert worden ist. Bis zur Wahl des Camerlengo werden dessen Aufgaben vom Dekan des Kollegiums wahrgenommen oder, bei seiner Abwesenheit oder rechtm√§√üigen Verhinderung, vom Subdekan oder dem nach der allgemeinen Rangordnung gem√§√ü Nr. 9 dieser Konstitution √§ltesten Kardinal, der unverz√ľglich jene Entscheidungen treffen kann, die die Umst√§nde nahelegen.

    16. Falls der Generalvikar der Di√∂zese Rom w√§hrend der Sedisvakanz sterben sollte, soll der im Amt befindliche stellvertretende Generalvikar auch das dem Kardinalvikar eigene Amt au√üer der ihm zustehenden ordentlichen Jurisdiktion des Stellvertreters (15) aus√ľben. Wenn auch der stellvertretende Generalvikar fehlen sollte, wird der dienst√§lteste Weihbischof dessen √Ąmter √ľbernehmen.

    17. Der Camerlengo der Heiligen R√∂mischen Kirche soll, sobald er die Nachricht vom Tode des Papstes erhalten hat, im Beisein des P√§pstlichen Zeremonienmeisters, der Pr√§laten sowie des Sekret√§rs und Kanzlers der Apostolischen Kammer, der die amtliche Todesurkunde auszustellen hat, den Tod des Papstes offiziell feststellen. Der Kardinal-Camerlengo soll au√üerdem das Arbeitszimmer und die Privatgem√§cher des verstorbenen Papstes versiegeln sowie verf√ľgen, dass das Personal, das sich gew√∂hnlich in der Privatwohnung aufh√§lt, bis nach der Bestattung des Papstes dort bleiben kann, wenn die gesamte Wohnung des Papstes versiegelt wird. Ferner soll er den Tod des Papstes dem Kardinalvikar von Rom mitteilen, der seinerseits die Bev√∂lkerung von Rom durch einen eigenen Erlass hiervon unterrichten wird. Desgleichen soll er den Kardinalerzpriester der Vatikanischen Basilika unterrichten. Auch soll er vom Apostolischen Palast im Vatikan und, sei es pers√∂nlich oder durch einen Delegaten, vom Lateranpalast und von jenem in Castelgandolfo Besitz ergreifen und f√ľr ihre Erhaltung und Leitung Sorge tragen. Er hat nach Anh√∂rung der Kardin√§le, die in den drei Rangordnungen den Vorsitz f√ľhren, alle Anordnungen hinsichtlich der Beisetzung des Papstes zu treffen, es sei denn, dieser hat zu Lebzeiten selbst diesbez√ľglich seinen Willen kundgetan. Im Namen und mit Zustimmung des Kardinalkollegiums soll er schlie√ülich f√ľr alles Sorge tragen, was die Umst√§nde zum Schutz der Rechte des Apostolischen Stuhles und zu seiner ordnungsgem√§√üen Verwaltung nahe legen. Es ist in der Tat Aufgabe des Camerlengo der Heiligen R√∂mischen Kirche, w√§hrend der Sedisvakanz sich mit Hilfe der drei Kardinalassistenten um die zeitlichen G√ľter und Rechte des Heiligen Stuhles zu k√ľmmern und diese zu verwalten, unter der Voraussetzung der einmaligen Zustimmung des Kardinalskollegiums f√ľr die weniger wichtigen Fragen, und f√ľr die schwerwiegenderen Fragen der Zustimmung in jedem einzelnen Falle.

    18. Der Kardinal-Großpönitentiar und seine Mitarbeiter können während der Sedisvakanz jene Angelegenheiten erledigen, die mein Vorgänger Pius XI. in der Apostolischen Konstitution Quae divinitus vom 25. März 1935 (16) und ich selber in der Apostolischen Konstitution Pastor Bonus (17) bestimmt haben.

    19. Die Aufgabe des Dekans des Kardinalskollegiums ist es, den Tod des Papstes, sobald er hiervon durch den Camerlengo oder den Präfekten des Päpstlichen Hauses unterrichtet worden ist, allen Kardinälen mitzuteilen sowie diese zu den Kongregationen des Kollegiums zusammenzurufen. Gleichzeitig teilt er den Tod des Papstes dem beim Heiligen Stuhl akkreditierten Diplomatischen Korps und den Staatsoberhäuptern der betreffenden Nationen mit.

    20. W√§hrend der Vakanz des Apostolischen Stuhles behalten der Substitut des Staatssekretariats wie auch der Sekret√§r f√ľr die Beziehungen zu den Staaten und die Sekret√§re der Dikasterien der R√∂mischen Kurie die Leitung ihrer √Ąmter bei und sind hier√ľber dem Kardinalskollegium verantwortlich.

    21. Ebenso wenig erl√∂schen w√§hrend der Sedisvakanz die √Ąmter und Vollmachten der P√§pstlichen Vertreter.

    22. Auch der Almosenier Seiner Heiligkeit setzt seine karitative Tätigkeit nach den zu Lebzeiten des Papstes gebräuchlichen Kriterien fort; er untersteht jedoch bis zur Wahl des neuen Papstes dem Kardinalskollegium.

    23. W√§hrend der Sedisvakanz liegt die gesamte zivile Gewalt des Papstes bez√ľglich der Leitung der Vatikanstadt beim Kardinalskollegium, das jedoch nur in dringenden F√§llen und f√ľr die Zeit der Sedisvakanz Dekrete erlassen kann, die nur dann f√ľr die Zukunft g√ľltig bleiben, wenn sie vom neuen Papst best√§tigt werden.

    KAPITEL IV

    VOLLMACHTEN DER DIKASTERIEN DER R√ĖMISCHEN KURIE W√ĄHREND DER VAKANZ DES APOSTOLISCHEN STUHLES

    24. Während der Sedisvakanz haben die Dikasterien der Römischen Kurie, mit Ausnahme der in Nr. 26 dieser Konstitution genannnten, keinerlei Vollmachten in jenen Angelegenheiten, die sie Sede plena nicht behandeln oder wahrnehmen können, es sei denn facto verbo cum SS.mo oder ex Audientia SS.mi oder vigore specialium et extraordinariarum facultatum, die der Papst den Präfekten, den Präsidenten oder den Sekretären derselben Dikasterien zu gewähren pflegt.

    25. Die einem jeden Dikasterium eigenen ordentlichen Vollmachten erl√∂schen hingegen mit dem Tod des Papstes nicht; ich bestimme jedoch, dass die Dikasterien von ihren Vollmachten nur zur Gew√§hrung von Gnadenerweisen, die von geringerer Bedeutung sind, Gebrauch machen, w√§hrend schwerwiegendere oder umstrittene Fragen, die auf einen sp√§teren Zeitpunkt verschoben werden k√∂nnen, ausschlie√ülich dem k√ľnftigen Papst vorbehalten bleiben m√ľssen; wenn sie keinen Aufschub erlauben (wie unter anderem die Dispensf√§lle in articulo mortis, die der Papst zu gew√§hren pflegt), k√∂nnen sie vom Kardinalskollegium dem Kardinal anvertraut werden, der bis zum Tod des Papstes Pr√§fekt des Dikasteriums gewesen ist, oder auch dem Erzbischof, der bis dahin Pr√§sident gewesen ist, sowie den √ľbrigen Kardin√§len derselben Beh√∂rde, der sie der verstorbene Papst wahrscheinlich zur Bearbeitung √ľbergeben h√§tte. Unter diesen Umst√§nden k√∂nnen sie per modum provisionis bis zur Wahl des Papstes jene Entscheidungen treffen, die sie zur Wahrung und zum Schutz der kirchlichen Rechte und √úberlieferungen f√ľr am besten geeignet und angemessen erachten.

    26. Der Oberste Gerichtshof der Apostolischen Signatur und der Gerichtshof der Römischen Rota behandeln auch während der Vakanz des Apostolischen Stuhles weiterhin die Rechtsfälle entsprechend ihren eigenen Gesetzen, jedoch unter Beachtung der Vorschriften, die im Artikel 18, 1 und 3 der Apostolischen Konstitution Pastor Bonus (18) enthalten sind.

    KAPITEL V

    DIE BEISETZUNGSFEIERLICHKEITEN F√úR DEN PAPST VON ROM

    27. Nach Ableben des Papstes von Rom halten die Kardin√§le die Trauerfeierlichkeiten f√ľr seine Seelenruhe an neun aufeinanderfolgenden Tagen entsprechend dem Ordo exsequiarum Romani Pontificis, an dessen Normen sie sich ebenso wie an jene des Ordo rituum conclavis genau halten.

    28. Wenn die Beisetzung in der Vatikanischen Basilika stattfindet, wird das entsprechende amtliche Dokument vom Notar des Kapitels dieser Basilika oder vom Archivkanoniker angefertigt. Danach werden ein Beauftragter des Kardinal-Camerlengo und ein Beauftragter des Pr√§fekten des P√§pstlichen Hauses, jeder f√ľr sich, die Dokumente abfassen, die die stattgefundene Beisetzung beglaubigen; ersterer in Gegenwart der Mitglieder der Apostolischen Kammer, letzterer in Anwesenheit des Pr√§fekten des P√§pstlichen Hauses.

    29. Wenn der Papst au√üerhalb Roms sterben sollte, wird es Aufgabe des Kardinalskollegiums sein, alle notwendigen Anordnungen f√ľr eine w√ľrdige und ehrenvolle √úberf√ľhrung des Leichnams in die Petersbasilika im Vatikan zu treffen.

    30. Niemandem ist es erlaubt mit irgendeinem Hilfsmittel, den Papst auf dem Krankenbett oder nach seinem Ableben zu fotografieren noch mit irgendeinem Instrument seine Worte f√ľr eine sp√§tere Wiedergabe aufzunehmen. Wenn jemand nach dem Tode des Papstes zu Dokumentationszwecken Fotografien zu machen w√ľnscht, muss er darum beim Kardinal-Camerlengo der Heiligen R√∂mischen Kirche nachsuchen, der jedoch die Aufnahmen des Papstes nicht zulassen wird, wenn dieser nicht mit den Pontifikalgew√§ndern bekleidet ist.

    31. Nach der Bestattung des Papstes und während der Wahl des neuen Papstes soll kein Teil der päpstlichen Privatgemächer bewohnt werden.

    32. Wenn der verstorbene Papst durch Hinterlassung von Briefen und Privatdokumenten √ľber seinen Besitz ein Testament gemacht und einen eigenen Testamentsvollstrecker ernannt hat, steht es diesem zu, entsprechend der vom Erblasser erhaltenen Vollmacht, das anzuordnen und auszuf√ľhren, was den Privatbesitz und die Schriften des verstorbenen Papstes betrifft. Dieser Testamentsvollstrecker hat √ľber die Durchf√ľhrung seiner Aufgabe einzig und allein dem neuen Papst Rechenschaft abzulegen.

     

    ZWEITER TEIL

    DIE WAHL DES PAPSTES VON ROM

    KAPITEL I

    DIE W√ĄHLER DES PAPSTES VON ROM

    33. Das Recht, den R√∂mischen Papst zu w√§hlen, steht einzig und allein den Kardin√§len der Heiligen R√∂mischen Kirche zu mit Ausnahme derer, die vor dem Todestag des Papstes oder vor dem Tag der Vakanz des Apostolischen Stuhles schon das 80. Lebensjahr √ľberschritten haben. Die H√∂chstzahl der wahlberechtigten Kardin√§le darf nicht mehr als 120 betragen. Unbedingt ausgeschlossen ist das aktive Wahlrecht eines anderen kirchlichen W√ľrdentr√§gers oder die Einmischung einer weltlichen Macht, gleich welchen Ranges und welcher Ordnung sie sein mag.

    34. Sollte es eintreten, dass der Apostolische Stuhl im Verlauf der Feier eines √Ėkumenischen Konzils oder einer Bischofssynode, die in Rom oder an einem anderen Ort der Welt abgehalten werden, vakant wird, ist die Wahl des neuen Papstes einzig und allein von den in der vorhergehenden Nummer genannten wahlberechtigten Kardin√§len und nicht vom Konzil oder der Bischofssynode selbst vorzunehmen. Daher erkl√§re ich jene Handlungen f√ľr nichtig und ung√ľltig, durch die sie etwa vermessener weise die Normen bez√ľglich der Wahl oder des Wahlkollegiums abzu√§ndern versuchen sollten. Vielmehr muss das Konzil oder die Bischofssynode, unter der diesbez√ľglichen Best√§tigung von can. 340 sowie can. 347 ¬ß 2 des Kodex des kanonischen Rechtes und can. 53 des Kodex der Kanones der Orientalischen Kirchen, an welchem Punkt sie sich auch immer befinden, sich sofort als ipso iure aufgel√∂st betrachten, sobald die Nachricht von der Vakanz des Heiligen Stuhles vorliegt. Sie m√ľssen also unverz√ľglich alle Zusammenk√ľnfte, Versammlungen oder Sitzungen abbrechen und d√ľrfen unter Androhung ihrer Ung√ľltigkeit keine Dekrete oder Canones mehr abfassen oder vorbereiten und auch nicht jene best√§tigten ver√∂ffentlichen; das Konzil oder die Synode darf aus keinem noch so schwerwiegenden und anerkennenswerten Grund fortgesetzt werden, solange nicht der neue, kanonisch gew√§hlte Papst die Wiederaufnahme oder Fortsetzung verf√ľgt hat.

    35.  Keiner der wahlberechtigten Kardin√§le kann von der aktiven oder passiven Wahl aus irgendeinem Grund oder Vorwand ausgeschlossen werden, jedoch unter Beachtung der in Nr. 40 und in Nr. 75 dieser Konstitution enthaltenen Bestimmungen. (25.)

    36. Ein Kardinal der Heiligen R√∂mischen Kirche, wenn er im Konsistorium √∂ffentlich kreiert wurde, hat damit aufgrund der in Nr. 33 dieser Konstitution bestimmten Norm das Recht, den Papst zu w√§hlen, auch wenn ihm noch nicht das Birett aufgesetzt und der Ring ihm noch nicht √ľberreicht wurde und er den Eid noch nicht geleistet hat.

    Dieses Recht haben jedoch nicht Kardin√§le, die rechtm√§√üig abgesetzt wurden oder mit Zustimmung des Papstes auf die Kardinalsw√ľrde verzichtet haben. Au√üerdem darf das Kardinalskollegium w√§hrend der Sedisvakanz diese nicht wieder aufnehmen oder rehabilitieren.

    37. Ferner ordne ich an, da√ü nach Eintritt der rechtm√§√üigen Vakanz des Apostolischen Stuhles f√ľnfzehn volle Tage auf die Abwesenden gewartet werden mu√ü, bevor das Konklave begonnen wird; allerdings √ľberlasse ich es dem Kardinalskollegium, den Beginn der Wahl vorzuverlegen, sofern die Anwesenheit aller wahlberechtigten Kardin√§le feststeht, oder auch den Beginn der Wahl, wenn schwerwiegende Gr√ľnde vorliegen, noch um einige Tage hinauszuschieben. Doch nach Ablauf von h√∂chstens zwanzig Tagen nach Beginn der Sedisvakanz sind alle anwesenden wahlberechtigten Kardin√§le gehalten, sich zur Wahl zu begeben. (25.)

    38. Alle wahlberechtigten Kardin√§le, die durch den Dekan oder in seinem Namen durch einen anderen Kardinal zur Wahl des neuen Papstes zusammengerufen wurden, sind kraft heiligen Gehorsams gehalten, der Ank√ľndigung der Einberufung nachzukommen und sich an den dazu festgelegten Ort zu begeben, au√üer sie seien durch Krankheit oder einen anderen schwerwiegenden Grund verhindert, der jedoch vom Kardinalskollegium als solcher anerkannt werden muss.

    39. Treffen noch wahlberechtigte Kardinäle re integra ein, d. h. vor Beginn der Wahl des Oberhirten der Kirche, werden sie zum Wahlvorgang in dem Stadium zugelassen, in dem er sich befindet.

    40. Falls ein wahlberechtigter Kardinal sich weigern sollte, die Vatikanstadt zu betreten, um am Wahlvorgang teilzunehmen, oder, wenn er nach Beginn der Wahl sich weigern sollte zu bleiben, um seiner Aufgabe nachzukommen, ohne einen eindeutigen, von √Ąrzten per Eid anerkannten und von der Mehrheit der W√§hler best√§tigten Krankheitsgrund, schreiten die anderen im Wahlvorgang ungehindert fort, ohne auf ihn zu warten oder ihn von neuem zuzulassen. Muss hingegen ein wahlberechtigter Kardinal die Vatikanstadt wegen pl√∂tzlicher Erkrankung verlassen, kann mit der Wahl auch ohne seine Stimme fortgefahren werden; will er aber nach oder auch vor seiner Genesung zum Wahlort zur√ľckkehren, muss er wieder zugelassen werden.

    Wenn ferner ein wahlberechtigter Kardinal aus einem anderen ernsthaften Grund, der von der Mehrheit der W√§hler anerkannt wurde, die Vatikanstadt verl√§sst, kann er zur√ľckkehren, um an der Wahl teilzunehmen.

    KAPITEL II

    DER WAHLORT UND DIE AUFGRUND IHRES AMTES ZUGELASSENEN PERSONEN

    41. Das Konklave f√ľr die Wahl des Papstes erfolgt innerhalb des Gebietes der Vatikanstadt, in bestimmten Bereichen und Geb√§uden, die den Unbefugten verschlossen bleiben, um eine angemessene Unterbringung und einen passenden Aufenthalt der wahlberechtigten Kardin√§le und all jener, die rechtm√§√üig zur Mitarbeit an der regul√§ren Abwicklung der Wahl selbst bestellt worden sind, zu gew√§hrleisten.

    42. Zum festgelegten Zeitpunkt des Beginns des Vorgangs der Papstwahl m√ľssen alle wahlberechtigten Kardin√§le eine geeignete Unterkunft im sogenannten Domus Sanctae Marthae, das erst j√ľngst in der Vatikanstadt fertiggestellt worden ist, erhalten und bezogen haben.

    Wenn aus Gesundheitsgr√ľnden ein wahlberechtigter Kardinal eine Pflegeperson auch w√§hrend der Wahlperiode bei sich haben muss und dies vorher von der zust√§ndigen Kardinalskongregation best√§tigt worden ist, dann ist daf√ľr Sorge zu tragen, dass auch dieser Person eine geeignete Unterkunft zugesichert wird.

    43. Vom Augenblick der Festsetzung des Beginns der Wahlhandlungen bis zur √∂ffentlichen Bekanntmachung der erfolgten Wahl des Papstes oder jedenfalls bis zum Zeitpunkt, den der neue Papst festgelegt haben wird, werden die R√§umlichkeiten der Domus Sanctae Marthae, insbesondere aber die Sixtinische Kapelle und die f√ľr die liturgischen Feiern bestimmten R√§ume f√ľr die nichtautorisierten Personen unter der Autorit√§t des Kardinal-Camerlengo und unter der √§u√üeren Mitwirkung des Vize-Camerlengos und des Substituten des Staatssekretariats geschlossen, gem√§√ü dem, was in den folgenden Nummern festgelegt worden ist.

    Das gesamte Gebiet der Vatikanstadt und auch die ordentliche Aktivit√§t der Beh√∂rden, die ihren Sitz darin haben, m√ľssen f√ľr diese Zeit so geregelt werden, da√ü die Geheimhaltung und der freie Ablauf aller Handlungen, die mit der Wahl des Papstes verbunden sind, garantiert werden. Insbesondere mu√ü daf√ľr Sorge getragen werden, auch mit Hilfe der Pr√§laten der Apostolischen Kammer, da√ü die wahlberechtigten Kardin√§le auf dem Weg von der Domus Sanctae Marthae zum Apostolischen Palast im Vatikan von niemandem erreicht werden k√∂nnen. (25.)

    44. Die wahlberechtigten Kardin√§le sollen ab Beginn der Wahlhandlungen bis zur √∂ffentlichen Bekanntmachung der erfolgten Wahl sich jeglicher brieflicher und telefonischer Korrespondenz oder auch jeglicher Kommunikation durch andere Mittel mit Personen, die mit dem Ablauf der Wahl nichts zu tun haben, enthalten, es sei denn, es handelt sich um eine genehmigte und dringende Notwendigkeit, die von der Sonderkongregation, wie unter Nr. 7 festgestellt, anerkannt worden ist. Dieser Kongregation steht auch die Anerkennung der Notwendigkeit und Dringlichkeit f√ľr den Kardinal-Gro√üp√∂nitentiar, den Generalvikar der Di√∂zese Rom und den Erzpriester der Vatikanischen Basilika zu, mit ihren jeweiligen √Ąmtern in Verbindung zu treten.

    45. Allen anderen, die nicht unter der folgenden Nummer genannt werden, aber aus gerechtfertigtem Grund sich in der Vatikanstadt befinden, wie in Nr. 43 dieser Konstitution vorgesehen, ist es absolut verboten, wenn sie zufällig einem der wahlberechtigten Kardinäle begegnen, unter welcher Form, mit welchem Mittel oder aus welchem Grund auch immer, mit den Kardinälen ins Gespräch zu kommen.

    46. Um den pers√∂nlichen und den amtlichen Anforderungen, die mit dem Wahlverlauf zusammenh√§ngen, entgegenzukommen, m√ľssen die folgenden Personen zur Verf√ľgung stehen und deswegen angemessen in geeigneten R√§umen innerhalb der in Nr. 43 dieser Konstitution gesetzten Grenzen untergebracht werden: der Sekret√§r des Kardinalskollegiums, der als Sekret√§r der Wahlversammlung fungiert; der P√§pstliche Zeremonienmeister mit acht Zeremoni√§ren und zwei Ordensleuten der P√§pstlichen Sakristei; ein Kleriker, der vom Kardinaldekan oder vom Kardinal an seiner Statt ausgew√§hlt worden ist, damit er ihm in seinem Amt assistiere. (25.)

    Weiter sollen einige Ordenspriester verschiedener Sprachen f√ľr die Beichte zugegen sein; ferner zwei √Ąrzte f√ľr eventuelle Notf√§lle.

    Man wird ferner beizeiten f√ľr eine entsprechende Anzahl an Personen Sorge tragen m√ľssen, die f√ľr den Tischdienst und f√ľr die Sauberhaltung zur Verf√ľgung stehen.

    Alle hier genannten Personen m√ľssen vom Kardinal-Camerlengo und von den drei Assistenten vorher best√§tigt werden.

    Alle in Nr. 46 und Nr. 55, Absatz 2 dieser Apostolischen Konstitution genannten Personen, die aus welchem Grund und zu welcher Zeit auch immer durch jemand direkt oder indirekt etwas von den zur Wahl geh√∂renden Handlungen, insbesondere aber was die Wahlg√§nge anbelangt, erfahren sollten, sind gegen√ľber jeder Person, die nicht zum Kollegium der wahlberechtigten Kardin√§le geh√∂rt, zu strenger Geheimhaltung verpflichtet; deswegen m√ľssen sie vor Beginn der Wahlhandlungen gem√§√ü den Modalit√§ten und der Form, wie sie in der folgenden Nummer festgelegt sind, den Eid leisten. (25.)

    48. Die in Nr. 46 und in Nr. 55, Absatz 2 der vorliegenden Konstitution genannten Personen m√ľssen vor Beginn der Wahlhandlungen, nachdem sie geb√ľhrend √ľber die Bedeutung und die Tragweite des zu leistenden Eides unterrichtet worden sind, vor dem Kardinal-Camerlengo oder vor einem anderen von ihm delegierten Kardinal in Gegenwart zweier Apostolischer Protonotare de Numero Participantium zu gegebener Zeit diese Eidesformel sprechen und unterschreiben:

    Ich , N. N., verspreche und schw√∂re, absolute Geheimhaltung gegen√ľber allen, die nicht zum Kollegium der wahlberechtigten Kardin√§le geh√∂ren, und zwar auf ewig, wenn ich nicht eine ausdr√ľckliche Sondererlaubnis des neugew√§hlten Papstes oder seiner Nachfolger erhalte, √ľber alles, was direkt oder indirekt mit der Wahl und den Abstimmungen f√ľr die Wahl des Papstes zu tun hat.

    Ich verspreche und schw√∂re √ľberdies, da√ü ich keinerlei Aufnahmeger√§te ben√ľtze, sei es zur Registrierung von Stimmen oder von Bildern w√§hrend der Zeit der Wahl innerhalb des Bereiches der Vatikanstadt, und insbesondere von dem, was direkt oder indirekt irgendwie mit den Wahlhandlungen selber zusammenh√§ngt.

    Ich erkl√§re, da√ü ich diesen Eid in dem Bewu√ütsein leiste, da√ü eine √úbertretung desselben meiner Person gegen√ľber zur Strafe der dem Apostolischen Stuhl vorbehaltenen Exkommunikation als Tatstrafe f√ľhrt.

    So wahr mir Gott helfe und diese heiligen Evangelien, die ich mit meiner Hand ber√ľhre. (25.)

    KAPITEL III

    DER BEGINN DER WAHLHANDLUNGEN

    49. Nachdem die Trauerfeierlichkeiten f√ľr den verstorbenen Papst vorschriftsm√§√üig gehalten worden sind und alles vorbereitet worden ist, was zum geordneten Ablauf der Wahl notwendig ist, versammeln sich am gem√§√ü der Nr. 37 dieser Konstitution festgesetzten Tag zum Beginn des Konklaves alle Kardin√§le in der Petersbasilika im Vatikan oder, je nach der Gegebenheit und den Anforderungen der Zeit und des Ortes, an einem anderen Ort, um an einer Eucharistiefeier mit der Votivmesse Pro eligendo Papa19 teilzunehmen. Das soll m√∂glicherweise zu geeigneter Stunde am Vormittag geschehen, damit am Nachmittag all das stattfinden kann, was in den folgenden Nummern dieser Konstitution vorgeschrieben ist. (25.)

    50. Von der Cappella Paolina des Apostolischen Palastes aus, wo sie sich zu geeigneter Stunde am Nachmittag versammeln, begeben sich die wahlberechtigten Kardinäle in Chorkleidung in feierlicher Prozession, unter dem Gesang des Veni Creator den Beistand des Heiligen Geistes erflehend, in die Sixtinische Kapelle des Apostolischen Palastes, den Ort und Sitz der Abwicklung der Wahl. An der Prozession nehmen auch der Vize-Camerlengo, der Generalauditor der Apostolischen Kammer und jeweils zwei Mitglieder der Kollegien der Apostolischen Protonotare de Numero participantium, der Auditoren der Römischen Rota und der Prälaten der Apostolischen Kammer teil. (25.)

    51. Die wesentlichen Elemente des Konklave bleiben bestehen, doch werden einige zweitrangige Modalit√§ten ge√§ndert, die durch die √Ąnderung der Umst√§nde f√ľr den Zweck, dem sie vorher dienten, unn√∂tig geworden sind. Mit dieser Konstitution bestimme und verf√ľge ich deshalb, dass alle Handlungen der Papstwahl gem√§√ü den Vorschriften in den folgenden Nummern ausschlie√ülich in der sogenannten Sixtinischen Kapelle des Apostolischen Palastes stattfinden; diese bleibt also ein absolut abgeschlossener Ort bis zur erfolgten Wahl, so dass die strengste Geheimhaltung √ľber all das, was dort direkt oder indirekt, in welchem Bezug zur Papstwahl auch immer, geschieht und gesagt wird, sichergestellt ist.

    Es obliegt der Sorge des Kardinalskollegiums, das unter der Autorit√§t und der Verantwortung des Camerlengo t√§tig ist, der von der Sonderkongregation, wie es in Nr. 7 dieser Konstitution hei√üt, unterst√ľtzt wird, da√ü im Inneren der genannten Kapelle und in den anliegenden R√§umen zuvor alles vorbereitet sein soll; dies soll unter √§u√üerer Mitwirkung des Vize-Camerlengos und des Substituten des Staatssekretariats geschehen, damit der geregelte Ablauf der Wahl und die Geheimhaltung gesch√ľtzt werden. (25.)

    Es sind besonders, auch mit Hilfe zuverl√§ssiger und technisch kompetenter Personen, genaue und strenge Kontrollen vorzunehmen, damit in jenen R√§umen nicht auf heimt√ľckische Weise audiovisuelle Hilfsmittel zur Wiedergabe und √úbertragung nach au√üen installiert werden.

    52. Sobald die wahlberechtigten Kardinäle gemäß den Bestimmungen in Nr. 50 in die Sixtinische Kapelle gelangt sind, legen sie noch in Gegenwart derjenigen, die am feierlichen Geleit teilgenommen haben, nach der in der nächsten Nummer festgelegten Formel den Eid ab.

    Der Kardinaldekan oder der rangh√∂chste und √§lteste Kardinal liest laut die Eidesformel vor, gem√§√ü der Bestimmung in Nr. 9 dieser Konstitution: Am Ende wird dann jeder einzelne wahlberechtigte Kardinal unter Ber√ľhrung des heiligen Evangeliums die Eidesformel laut vorlesen, wie in der folgenden Nummer beschrieben ist.

    Nach der Eidesablegung des letzten wahlberechtigten Kardinals gebietet der P√§pstliche Zeremonienmeister das extra omnes, und alle nicht zum Konklave Geh√∂renden m√ľssen die Sixtinische Kapelle verlassen.

    In der Kapelle bleiben nur der P√§pstliche Zeremonienmeister und der bereits erw√§hlte Kleriker, um den wahlberechtigten Kardin√§len die zweite Betrachtung gem√§√ü Nr. 13d √ľber die schwerwiegende Aufgabe vorzutragen, die ihnen obliegt, und folglich √ľber die Notwendigkeit, mit rechter Gesinnung zum Wohl der universalen Kirche zu handeln, solum Deum prae oculis habentes.

    53. Gem√§√ü dem in der vorhergehenden Nummer Verf√ľgten tr√§gt der Kardinaldekan oder der rangh√∂chste und √§lteste Kardinal folgende Eidesformel vor:

    Wir alle und jeder einzelne wahlberechtigte zu dieser Wahl des Papstes anwesende Kardinal versprechen, verpflichten uns und schw√∂ren, uns treu und gewissenhaft an alle Vorschriften zu halten, die in der Apostolischen Konstitution Papst Johannes Pauls II., Universi Dominici Gregis, vom 22. Februar 1996 enthalten sind. Ebenso versprechen wir, verpflichten wir uns und schw√∂ren, dass jeder von uns, wenn er durch Gottes F√ľgung zum Papst gew√§hlt wird, sich bem√ľhen wird, das munus petrinum des Hirten der Universalkirche in Treue auszu√ľben und unerm√ľdlich die geistlichen und weltlichen Rechte sowie die Freiheit des Heiligen Stuhles zu wahren und zu verteidigen. Vor allem aber versprechen und schw√∂ren wir, in bedingungsloser Treue und mit allen, seien es Kleriker oder Laien, Geheimhaltung √ľber alles zu wahren, was in irgendeiner Weise die Wahl des Papstes betrifft, und was am Wahlort geschieht und direkt oder indirekt die Abstimmungen betrifft; dieses Geheimnis in keiner Weise w√§hrend oder nach der Wahl des neuen Papstes zu verletzen, au√üer wenn vom Papst selbst eine ausdr√ľckliche Erlaubnis dazu erteilt worden ist. Gleicherma√üen versprechen und schw√∂ren wir, niemals eine Einmischung, eine Opposition noch irgendeine andere Form zu unterst√ľtzen oder zu beg√ľnstigen, wodurch weltliche Autorit√§ten jeglicher Ordnung und jeglichen Grades oder irgendwelche Gruppen oder Einzelpersonen sich in die Papstwahl einzumischen versuchen sollten.

    Darauf leisten die einzelnen wahlberechtigten Kardinäle nach ihrer Rangordnung mit der folgenden Formel den Eid:

    Und ich, N. Kardinal N., verspreche, verpflichte mich und schw√∂re es, und sie f√ľgen hinzu, indem sie die Hand auf das Evangelium legen: so wahr mir Gott helfe und diese heiligen Evangelien, die ich mit meiner Hand ber√ľhre.

    54. Nach der Betrachtung verl√§sst der Kleriker, der diese gehalten hat, zusammen mit dem P√§pstlichen Zeremonienmeister die Sixtinische Kapelle. Nach Beendigung der Gebete, die im entsprechenden Ordo enthalten sind, h√∂ren die wahlberechtigten Kardin√§le den Kardinaldekan (oder seinen Stellvertreter) an, der dem Kollegium der W√§hler insbesondere die Frage stellt, ob nunmehr mit dem Wahlverfahren begonnen werden kann oder ob noch Unklarheiten bez√ľglich der Normen und der Modalit√§ten, die in dieser Konstitution festgelegt worden sind, zu kl√§ren sind, ohne dass jedoch erlaubt sei, auch wenn unter den W√§hlern dar√ľber Einigkeit herrschte, — und dies unter Strafe der Nichtigkeit der Beschlu√üfassung selbst — diese zu ver√§ndern oder zu ersetzen, insbesondere jene, die wesentlich mit den Wahlhandlungen zusammenh√§ngen.

    Wenn dann nach dem Urteil der Mehrheit der W√§hler dem Beginn dem Wahlverfahrens nichts mehr im Wege steht, geht man gem√§√ü den in dieser Konstitution festgelegten Modalit√§ten unverz√ľglich zur Wahl √ľber.

    KAPITEL IV

    GEHEIMHALTUNG ALLER DIE WAHL BETREFFENDEN VORG√ĄNGE

    55. Der Kardinal-Camerlengo und die pro tempore assistierenden drei Kardinäle sind zu sorgfältiger Wachsamkeit verpflichtet, damit die Vertraulichkeit dessen, was in der Sixtinischen Kapelle geschieht, wo die Wahlhandlungen stattfinden, und in den umliegenden Räumlichkeiten, sei es vorher, während und nach diesen Handlungen, in keiner Weise verletzt wird.

    Ganz besonders werden sie auch unter Zuhilfenahme der Erfahrung zweier vertrauensw√ľrdiger Techniker darauf achten, dass die Geheimhaltung in den genannten R√§umen, insbesondere in der Sixtinischen Kapelle, in der die Wahlhandlungen stattfinden, gesichert ist, indem sie sich vergewissern, dass kein Aufnahme- oder audiovisuelles Sendeger√§t von wem auch immer in die genannten R√§ume eingef√ľhrt wird.

    Wenn ein Versto√ü gegen diese Norm begangen werden w√ľrde, sollen sich die T√§ter bewu√üt sein, da√ü sie sich die dem Apostolischen Stuhl vorbehaltene Exkommunikation als Tatstrafe zuziehen. (25.)

    56. Solange die Wahlhandlungen andauern, sind die wahlberechtigten Kardinäle angehalten, sich schriftlicher Korrespondenz, Gesprächen, auch per Telefon oder Funk, mit Personen, die nicht rechtens in den reservierten Gebäuden zugelassen sind, zu enthalten.

    Nur aus ganz schwerwiegenden und dringenden Gr√ľnden, die von der Sonderkongregation der Kardin√§le gem√§√ü Nr. 7 gepr√ľft werden m√ľssen, k√∂nnen solche Gespr√§che gef√ľhrt werden.

    Die wahlberechtigten Kardin√§le m√ľssen also vor Beginn der Wahlhandlungen daf√ľr sorgen, dass alles, was ihr Amtsgesch√§ft oder pers√∂nliche Angelegenheiten betrifft und nicht auf sp√§ter verlegt werden kann, so geregelt werden soll, dass solche Gespr√§che nicht mehr notwendig sind.

    57. Gleicherma√üen d√ľrfen die wahlberechtigten Kardin√§le weder Botschaften jedweder Art empfangen noch au√üerhalb der Vatikanstadt senden, wobei es nat√ľrlich verboten ist, dass dort rechtm√§√üig zugelassene Personen diese Korrespondenz vermitteln. Den wahlberechtigten Kardin√§len ist es in besonderer Weise verboten, solange das Wahlverfahren andauert, Zeitungen und Zeitschriften jeglicher Art zu erhalten, wie auch Radio- oder Fernsehsendungen zu verfolgen.

    58. Diejenigen, die in irgendeiner Weise gem√§√ü der in Nr. 46 vorgesehenen Bestimmungen dieser Konstitution ihren Dienst durch mit der Wahl zusammenh√§ngende Auftr√§ge verrichten und die direkt oder indirekt die Geheimhaltung verletzen k√∂nnten, sei es durch Wort, Schrift, Zeichen oder dergleichen, m√ľssen dies unbedingt vermeiden, da sie ansonsten die Strafe der Exkommunikation latae sententiae auf sich ziehen w√ľrden, die dem Apostolischen Stuhl vorbehalten ist.

    59. Den wahlberechtigten Kardin√§len ist es insbesondere verboten, irgendeiner anderen Person direkt oder indirekt Auskunft √ľber die Abstimmungen zu geben, wie auch dar√ľber, was √ľber die Wahl des Papstes in den Zusammenk√ľnften der Kardin√§le vor oder w√§hrend der Zeit der Wahl behandelt oder entschieden worden ist. Diese Pflicht zur Geheimhaltung betrifft auch jene nichtwahlberechtigten Kardin√§le, die an den Generalkongregationen gem√§√ü Nr. 7 der vorliegenden Konstitution teilnehmen.

    60. √úberdies verordne ich den wahlberechtigten Kardin√§len, graviter onerata ipsorum conscientia, die Geheimhaltung √ľber diese Angelegenheiten auch nach der erfolgten Wahl des neuen Papstes zu wahren, eingedenk dessen, dass diese auf keine Weise verletzt werden darf, wenn nicht diesbez√ľglich eine besondere und ausdr√ľckliche Erm√§chtigung von seiten des Papstes selbst erteilt worden ist.

    61. Zum Zweck des Schutzes der wahlberechtigten Kardin√§le gegen die Indiskretion anderer und gegen etwaige Bedrohungen, die gegen die Unabh√§ngigkeit ihres Urteils und gegen ihre Entscheidungsfreiheit gerichtet sein k√∂nnten, verbiete ich schlie√ülich unter allen Umst√§nden, dass unter welchem Vorwand auch immer, technische Ger√§te jedweder Art in die R√§umlichkeiten, in denen die Wahlhandlungen stattfinden, eingef√ľhrt werden, die zur Aufnahme, Wiedergabe oder √úbermittlung von Ton, Bild oder Schrift dienen, oder dass von ihnen, falls solche schon vorhanden sind, Gebrauch gemacht wird.

    KAPITEL V

    DER ABLAUF DER WAHL

    62. Nach Abschaffung der sogenannten Wahlverfahren per acclamationem seu inspirationem und per compromissum wird der Papst von nun an einzig und allein per scrutinium gewählt.

    Ich lege also fest, da√ü zur g√ľltigen Papstwahl mindestens zwei Drittel der Stimmen aller anwesenden und abstimmenden W√§hler erforderlich sind. (25.)

    F√ľr den Fall, dass die Anzahl der anwesenden Kardin√§le nicht genau durch drei geteilt werden kann, ist f√ľr die G√ľltigkeit der Papstwahl eine Stimme mehr erforderlich.

    63. Nach Durchf√ľhrung der in Nr. 54 dieser Konstitution genannten Sachverhalte wird unmittelbar zur Wahl geschritten.

    Falls dies schon am Nachmittag des ersten Tages stattfindet, wird nur ein Wahlgang durchgef√ľhrt; an den folgenden Tagen aber, wenn die Wahl nicht schon beim ersten Wahlgang erfolgt ist, werden zwei Wahlg√§nge jeweils am Vormittag und am Nachmittag gehalten, wobei die Uhrzeit des Beginns der Wahlg√§nge vorher durch die vorbereitenden Kongregationen oder w√§hrend der Wahlperiode gem√§√ü der in den Nummern 64 ff. dieser Konstitution bestimmten Modalit√§ten festgelegt wird.

    64. Der Abstimmungsvorgang vollzieht sich in drei Phasen, deren erste, die man als Vorstufe der Abstimmung bezeichnen kann, folgende Teile umfa√üt: 1) die Vorbereitung und Ausgabe der Stimmzettel durch die Zeremoni√§re – die inzwischen gemeinsam mit dem Sekret√§r des Kardinalskollegiums und mit dem Zeremonienmeister f√ľr die liturgischen Feiern des Papstes in die Kapelle gerufen worden sind –, die jedem wahlberechtigten Kardinal wenigstens zwei oder drei davon aush√§ndigen; 2) die Auslosung von drei Wahlhelfern aus der Gesamtzahl der wahlberechtigten Kardin√§le, von drei Beauftragten, die die Stimmen der Kranken einsammeln, kurz Infirmarii genannt, und von drei Wahlpr√ľfern; die Auslosung wird √∂ffentlich vom letzten der Kardinaldiakone vorgenommen, der nacheinander die neun Namen derer zieht, die diese Aufgaben wahrnehmen werden; 3) wenn sich bei der Auslosung der Wahlhelfer, der Infirmarii und der Wahlpr√ľfer die Namen von wahlberechtigten Kardin√§len ergeben, die wegen Krankheit oder anderweitiger Gr√ľnde verhindert sind, diese Dienste zu leisten, sollen an ihrer Stelle die Namen anderer ausgelost werden, die nicht verhindert sind. Die drei zuerst Gezogenen fungieren als Wahlhelfer, die drei n√§chsten als Infirmarii und die letzten drei als Wahlpr√ľfer. (25.)

    65. F√ľr diese Phase der Abstimmung sind folgende Vorschriften zu beachten: 1) der Stimmzettel mu√ü rechteckig sein und soll in der oberen H√§lfte, m√∂glichst im Vordruck, die Worte enthalten: Eligo in Summum Pontificem, w√§hrend die untere H√§lfte frei bleiben mu√ü, um hier den Namen des Gew√§hlten zu schreiben; deswegen ist der Zettel so beschaffen, dass er doppelt gefaltet werden kann; 2) die Ausf√ľllung der Stimmzettel ist von jedem wahlberechtigten Kardinal geheim zu vollziehen, indem er, m√∂glichst in verstellter, aber deutlicher Schrift, den Namen dessen aufschreibt, den er w√§hlt, wobei jedoch nicht mehrere Namen angegeben werden d√ľrfen, da sonst der Stimmzettel ung√ľltig w√§re; der Zettel muss dann zweimal gefaltet werden; 3) w√§hrend der Wahlvorg√§nge d√ľrfen nur die wahlberechtigten Kardin√§le in der Sixtinischen Kapelle sein; deshalb haben der Sekret√§r des Kardinalskollegiums, der P√§pstliche Zeremonienmeister und die Zeremoni√§re sofort nach Ausgabe der Stimmzettel und noch bevor die W√§hler zu schreiben beginnen, den Raum zu verlassen; nachdem sie hinausgegangen sind, schlie√üt der letzte der Kardinaldiakone die T√ľre, die er jeweils wieder √∂ffnet und schlie√üt, sooft dies erforderlich ist, z. B. wenn die Infirmarii hinausgehen, um die Stimmzettel der Kranken einzusammeln, und in die Kapelle zur√ľckkehren.

    66. Die zweite Phase, die man als den eigentlichen Wahlgang bezeichnen kann, umfasst: 1) das Einwerfen der Stimmzettel in die daf√ľr bereitgestellte Urne; 2) das Mischen und Z√§hlen der Stimmzettel; 3) die √∂ffentliche Ausz√§hlung der Stimmen. Jeder wahlberechtigte Kardinal bringt den Stimmzettel, nachdem er ihn ausgef√ľllt und gefaltet hat, nach der Rangordnung und allen sichtbar mit erhobener Hand zum Altar, an dem die Wahlhelfer stehen und auf dem sich eine mit einem Teller bedeckte Urne befindet, um die Zettel aufzunehmen. Dort angekommen, spricht der wahlberechtigte Kardinal mit erhobener Stimme folgende Eidesformel: Ich rufe Christus, der mein Richter sein wird, zum Zeugen an, dass ich den gew√§hlt habe, von dem ich glaube, dass er nach Gottes Willen gew√§hlt werden sollte. Danach legt er den Stimmzettel auf den Teller und gibt ihn damit in die Urne. Hierauf macht er eine Verneigung zum Altar hin und kehrt an seinen Platz zur√ľck.

    Wenn einer der in der Kapelle anwesenden wahlberechtigten Kardin√§le sich aus Krankheitsgr√ľnden nicht zum Altar begeben kann, begibt sich der letzte der Wahlhelfer zu ihm; jener W√§hler √ľbergibt, nachdem er den obengenannten Eid abgelegt hat, dem Wahlhelfer den gefalteten Zettel, bringt ihn, allen sichtbar, zum Altar, legt ihn, ohne den Eid zu sprechen, auf den Teller und f√ľhrt ihn damit in die Urne.

    67. Sind kranke wahlberechtigte Kardin√§le in ihren Zimmern gem√§√ü Nr. 41 ff. dieser Konstitution, gehen die drei Infirmarii mit einem K√§stchen zu ihnen, das oben eine √Ėffnung hat, durch die ein gefalteter Stimmzettel eingeworfen werden kann. Ehe die Wahlhelfer das K√§stchen den Infirmarii √ľbergeben, √∂ffnen sie es vor aller Augen, damit die √ľbrigen W√§hler feststellen k√∂nnen, dass es leer ist: darauf verschlie√üen sie es und legen den Schl√ľssel auf den Altar. Dann begeben sich die Infirmarii mit dem verschlossenen K√§stchen und einer entsprechenden Zahl von Stimmzetteln, die auf einem kleinen Teller liegen, unter vorschriftsm√§√üiger Begleitung ins Domus Sanctae Marthae zu jedem einzelnen Kranken. Dieser entnimmt einen Stimmzettel, vollzieht die geheime Wahl, faltet den Zettel und wirft ihn durch die √Ėffnung in das K√§stchen, nachdem er zuvor den obengenannten Eid geleistet hat. Ist ein Kranker au√üerstande zu schreiben, f√ľhrt einer der drei Infirmarii oder ein anderer vom Kranken beauftragter wahlberechtigter Kardinal die vorauf beschriebenen Handlungen aus, wobei letzterer jedoch zuvor den Eid √ľber die Geheimhaltung in die Hand der Infirmarii zu leisten hat. Danach bringen die Infirmarii das K√§stchen in die Kapelle, dieses wird von den Wahlhelfern ge√∂ffnet, nachdem die anwesenden Kardin√§le ihre Stimme abgegeben haben; daraufhin z√§hlen sie die darin befindlichen Stimmzettel und legen sie, wenn feststeht, dass ihre Zahl der Zahl der Kranken entspricht, einen nach dem anderen auf den Teller und geben sie mit dessen Hilfe alle zusammen in die Urne. Um den Wahlablauf nicht allzu sehr aufzuhalten, k√∂nnen die Infirmarii ihren eigenen Stimmzettel gleich nach dem ersten Kardinal ausf√ľllen und in die Urne legen, um sich dann in der soeben beschriebenen Weise zum Einsammeln der Stimmen der Kranken zu begeben, w√§hrend in der Zwischenzeit die anderen W√§hler ihre Stimmzettel abgeben.

    68. Haben alle wahlberechtigten Kardin√§le ihren Stimmzettel in die Urne gelegt, sch√ľttelt der erste Wahlhelfer diese mehrmals, um die Stimmzettel zu mischen; darauf schreitet der letzte Wahlhelfer sogleich zur Z√§hlung der Stimmzettel, indem er einen nach dem andern, allen sichtbar, aus der Urne nimmt und sie in einen anderen daf√ľr bereitstehenden leeren Beh√§lter legt. Wenn die Zahl der Stimmzettel nicht mit der Zahl der W√§hler √ľbereinstimmt, muss man alle Zettel verbrennen und sogleich einen neuen Wahlgang beginnen; stimmen hingegen die Zettel mit der Zahl der W√§hler √ľberein, folgt die √∂ffentliche Ausz√§hlung der Stimmen, die folgenderma√üen vor sich geht.

    69. Die Wahlhelfer sitzen an einem Tisch vor dem Altar: der erste nimmt einen Stimmzettel, entfaltet ihn, stellt den Namen des Gew√§hlten fest, gibt ihn an den zweiten Wahlhelfer weiter, der seinerseits den Namen des Gew√§hlten einsieht und den Stimmzettel an den dritten weiterreicht, der dann den Namen laut und verst√§ndlich vorliest, so dass alle anwesenden W√§hler die hier getroffene Entscheidung in eine daf√ľr vorgesehene Liste eintragen k√∂nnen. Auch er selbst notiert den vom Stimmzettel verlesenen Namen. Wenn die Wahlhelfer bei der √∂ffentlichen Ausz√§hlung zwei Stimmzettel finden sollten, die so ineinander gefaltet sind, dass beide offensichtlich vom gleichen W√§hler stammen, gelten sie als eine einzige Stimme, sofern sie denselben Namen enthalten; falls sie aber verschiedene Namen aufweisen, sind beide ung√ľltig; die Wahl selbst jedoch wird in keinem der beiden F√§lle annulliert.

    Nach der √∂ffentlichen Ausz√§hlung der Stimmzettel z√§hlen die Wahlhelfer die Stimmen zusammen, die auf die einzelnen Namen entfielen, und vermerken die Ergebnisse auf einem gesonderten Blatt. Der letzte der Wahlhelfer locht, nachdem er die einzelnen Stimmzettel vorgelesen hat, diese mit einer Nadel an der Stelle, wo das Wort Eligo steht, und reiht sie an einer Schnur auf, damit sie sicherer aufbewahrt werden k√∂nnen. Wenn alle Namen verlesen sind, werden die Enden der Schnur zu einem Knoten zusammengekn√ľpft und die so zusammengebundenen Stimmzettel in eine Urne oder seitlich auf den Tisch gelegt.

    70. Darauf folgt die dritte und letzte Phase, die man den Wahlabschluss nennen kann. Er besteht aus 1) der Auswertung der Stimmen; 2) deren Kontrolle; 3) der Verbrennung der Stimmzettel.

    Die Wahlhelfer stellen die Summe aller Stimmen fest, die auf jeden einzelnen entfielen, und wenn keiner in jenem Wahlgang mindestens zwei Drittel der Stimmen erhalten hat, so ist der Papst noch nicht gew√§hlt worden; hat aber einer mindestens zwei Drittel der Stimmen erhalten, ist die kanonisch g√ľltige Wahl des Papstes erfolgt. (25.)

    Die Wahlpr√ľfer haben in beiden F√§llen unabh√§ngig davon, ob es zur Wahlentscheidung kam oder nicht, die Kontrolle der Stimmzettel vorzunehmen und die Niederschrift der Wahlhelfer √ľber das Abstimmungsergebnis zu pr√ľfen, um Gewissheit zu haben, dass diese ihre Aufgabe sorgf√§ltig und gewissenhaft erf√ľllt haben.

    Sofort nach der Pr√ľfung, noch ehe die wahlberechtigten Kardin√§le die Sixtinische Kapelle verlassen, m√ľssen alle Stimmzettel von den Wahlhelfern verbrannt werden, wobei ihnen der Sekret√§r des Kollegiums und die Zeremoni√§re helfen, die inzwischen von dem letzten der Kardinaldiakone hereingerufen worden sind. Wenn jedoch unmittelbar ein zweiter Wahlgang durchzuf√ľhren ist, werden die Stimmzettel der ersten Wahl erst am Schluss zusammen mit denen des zweiten Wahlgangs verbrannt.

    71. Allen und jedem einzelnen der wahlberechtigten Kardin√§le schreibe ich vor, zur sicheren Wahrung der Geheimhaltung jede Art von Notizen, die sie √ľber das Ergebnis der einzelnen Wahlg√§nge neben sich liegen haben, dem Kardinal-Camerlengo oder einem der drei assistierenden Kardin√§le auszuh√§ndigen. Diese Aufzeichnungen sollen mit den Stimmzetteln verbrannt werden.

    Ferner ordne ich an, dass der Kardinal-Camerlengo der Heiligen R√∂mischen Kirche am Ende der Wahl einen Bericht anfertigt, der auch die Zustimmung der drei assistierenden Kardin√§le finden muss, worin er das Abstimmungsergebnis jedes Wahlganges feststellt. Dieser Bericht wird dem Papst √ľbergeben, und dann im daf√ľr vorgesehenen Archiv in einem versiegelten Umschlag verschlossen aufbewahrt, der ohne ausdr√ľckliche Erlaubnis des Papstes von niemandem ge√∂ffnet werden darf.

    72. Indem ich die Anordnungen meiner Vorg√§nger, des hl. Pius X.,(20) Pius XII.(21) und Paul VI.(22) best√§tige, schreibe ich vor, dass — mit Ausnahme des Nachmittags des Einzugs ins Konklave — die wahlberechtigten Kardin√§le nach einem ergebnislosen Wahlgang, sei es vormittags oder nachmittags, sofort sich zu einem zweiten zu begeben haben, bei dem sie erneut ihre Stimme abgeben. In diesem zweiten Wahlgang sind alle Modalit√§ten des ersten zu beachten mit Ausnahme des Eides, den die W√§hler nicht von neuem ablegen m√ľssen, wie auch keine neuen Wahlhelfer, Infirmarii und Wahlpr√ľfer zu bestellen sind, so dass zu diesem Zweck ohne irgendeine Wiederholung auch f√ľr den zweiten Wahlgang in Geltung bleibt, was beim ersten diesbez√ľglich festgelegt worden ist.

    73. Alles, was oben √ľber den Wahlablauf festgelegt worden ist, muss von den wahlberechtigten Kardin√§len bei allen Wahlg√§ngen sorgf√§ltig beachtet werden, die im Anschluss an die liturgischen Funktionen und Gebete nach dem bereits erw√§hnten Ordo rituum conclavis an jedem Tag morgens und nachmittags durchgef√ľhrt werden m√ľssen.

    74. Im Falle, dass die wahlberechtigten Kardin√§le Schwierigkeiten haben sollten, sich √ľber die zu w√§hlende Person zu einigen, werden die Abstimmungen, nachdem diese drei Tage hindurch in der in Nr. 62 ff. beschriebenen Weise ergebnislos durchgef√ľhrt worden sind, h√∂chstens einen Tag unterbrochen, um eine Pause f√ľr das Gebet, f√ľr ein zwangloses Gespr√§ch unter den W√§hlern und f√ľr eine kurze geistliche Ansprache durch den rangh√∂chsten Kardinal aus der Ordnung der Diakone zu haben. Darauf werden die Abstimmungen, die in der gleichen Form vorgenommen werden m√ľssen, wieder fortgesetzt. Wenn nach weiteren sieben Wahlg√§ngen keine Wahl erfolgt ist, wird erneut eine Pause eingelegt zum Gebet, zur gegenseitigen Aussprache und zu ermahnenden Worten durch den rangh√∂chsten Kardinal aus der Ordnung der Priester. Danach sollen wiederum sieben Abstimmungen durchgef√ľhrt werden. Falls auch diese ergebnislos verlaufen, folgt eine neue Pause des Gebets, des Kolloquiums und einer vom rangh√∂chsten Kardinal aus der Ordnung der Bisch√∂fe gehaltenen Ermunterung. Darauf werden die Abstimmungen in der gleichen Form wiederaufgenommen, die, falls sie nicht zur Wahl f√ľhren, sieben sein m√ľssen.

    75. Wenn die Abstimmungen, von denen in den Nummern 72, 73 und 74 der genannten Konstitution die Rede ist, nicht zum Erfolg f√ľhren, so wird ein Tag dem Gebet, der Reflexion und dem Dialog gewidmet. In den nachfolgenden Abstimmungen, bei denen die in der Nr. 74 jener Konstitution festgelegte Reihenfolge eingehalten wird, k√∂nnen nur die beiden Namen, die im vorhergehenden Wahlgang die h√∂chste Zahl an Stimmen erhalten hatten, gew√§hlt werden, und darf nicht von jener Verordnung abgewichen werden, der zufolge auch bei diesen Wahlg√§ngen die qualifizierte Mehrheit von mindestens zwei Dritteln der Stimmen der anwesenden und w√§hlenden Kardin√§le f√ľr eine g√ľltige Wahl erforderlich ist. Bei diesen Abstimmungen k√∂nnen die beiden Namen, die zur Wahl stehen, selbst nicht w√§hlen. (25.)

    76. Wenn eine Wahl in Abweichung von der in dieser Konstitution vorgeschriebenen Form oder unter Nichteinhaltung der von ihr festgesetzten Bedingungen erfolgt sein sollte, ist sie aus diesem selben Grund nichtig und ung√ľltig, ohne dass es einer diesbez√ľglichen Erkl√§rung bedarf und die Wahl deshalb dem Gew√§hlten keinerlei Rechtsanspruch gibt.

    77. Ich bestimme, dass die Anordnungen, die all das betreffen, was der Wahl des Papstes vorausgeht, sowie deren Ablauf selbst, auch dann gänzlich zu beachten sind, wenn die Vakanz des Apostolischen Stuhles durch den Amtsverzicht des Papstes gemäß can. 332, § 2 des Kodex des kanonischen Rechtes und can. 44, § 2 des Kodex der Kanones der Orientalischen Kirchen erfolgen sollte.

    KAPITEL VI

    WAS BEI DER WAHL DES PAPSTES ZU BEACHTEN ODER ZU VERMEIDEN IST

    78. Gesetzt den Fall, dass bei der Wahl des Papstes das Verbrechen der Simonie — Gott bewahre uns davor! — begangen worden sein sollte, beschlie√üe und erkl√§re ich, dass alle diejenigen, die sich schuldig machen sollten, sich die Exkommunikation latae sententiae zuziehen; jedoch erkl√§re ich, dass die Nichtigkeit oder die Ung√ľltigkeit bei simonistischer Wahl aufgehoben ist, damit die G√ľltigkeit der Wahl des Papstes aus diesem Grunde — wie schon von meinen Vorg√§ngern verf√ľgt — nicht angefochten werde.(23)

    79. Indem ich auch die Vorschriften meiner Vorg√§nger best√§tige, verbiete ich jedem, auch wenn er die Kardinalsw√ľrde besitzt, zu Lebzeiten des Papstes und ohne Beratung mit ihm, √ľber die Wahl seines Nachfolgers zu verhandeln oder Wahlversprechen zu machen oder diesbez√ľglich in heimlichen Privatzusammenk√ľnften Beschl√ľsse zu fassen.

    80. Ebenso will ich bekr√§ftigen, was meine Vorg√§nger festgelegt haben, um jeden Eingriff von au√üen in die Papstwahl auszuschlie√üen. Aus diesem Grunde verbiete ich von neuem kraft des heiligen Gehorsams und unter Strafe der Exkommunikationlatae sententiae allen und jedem einzelnen der wahlberechtigten Kardin√§le, den jetzigen und den k√ľnftigen, ebenso dem Sekret√§r des Kardinalskollegiums und allen anderen, die an der Vorbereitung und an der Durchf√ľhrung alles dessen, was f√ľr die Wahl n√∂tig ist, beteiligt sind, unter welchem Vorwand auch immer, von einer beliebigen weltlichen Autorit√§t den Auftrag entgegenzunehmen, das Veto- oder das sogenannte Ausschlussrechtvorzuschlagen, sei es auch in Form eines einfachen Wunsches, oder dieses bekannt zugeben, sei es vor dem ganzen versammelten W√§hlerkollegium, sei es gegen√ľber einzelnen W√§hlern, sei es schriftlich oder m√ľndlich, sei es direkt und unmittelbar, sei es indirekt oder durch andere, sei es vor Beginn der Wahl oder w√§hrend des Wahlverlaufs. Ich m√∂chte, dass dieses Verbot sich auf alle m√∂glichen Einmischungen, Widerst√§nde und W√ľnsche erstreckt, durch die weltliche Autorit√§ten jeder Ordnung und jeden Grades oder irgendwelche Gruppen oder Einzelpersonen versuchen sollten, sich in die Papstwahl einzumischen.

    81. Die wahlberechtigten Kardin√§le m√ľssen sich au√üerdem jeder Form von Verhandlungen, Vertr√§gen, Versprechen oder sonstiger Verpflichtungen jeder Art enthalten, die sie binden k√∂nnen, einem oder einigen die Stimme zu geben oder zu verweigern. K√§me es tats√§chlich dazu, so erkl√§re ich eine solche Bindung f√ľr nichtig und ung√ľltig, auch wenn sie unter Eid eingegangen worden w√§re, und niemand soll verpflichtet sein, sich daran zu halten; ich belege ab sofort die √úbertreter dieses Verbotes mit der Exkommunikation latae sententiae. Dennoch beabsichtige ich nicht zu verbieten, dass w√§hrend der Sedisvakanz ein Gedankenaustausch √ľber die Wahl stattfinden kann.

    82. Desgleichen untersage ich den Kardin√§len, vor der Wahl Wahlkapitulationen einzugehen, d. h. gemeinsame Abmachungen zu treffen mit dem Versprechen, sie f√ľr den Fall einzul√∂sen, dass einer von ihnen zum Pontifikat erhoben w√ľrde. Auch solche Versprechungen, sollten sie vorkommen, erkl√§re ich f√ľr nichtig und ung√ľltig, selbst wenn sie unter Eid abgegeben worden w√§ren.

    83. Schlie√ülich ermahne ich mit dem gleichen Nachdruck wie meine Vorg√§nger die wahlberechtigten Kardin√§le eindringlich, sich bei der Wahl des Papstes nicht von Sympathie oder Abneigung leiten zu lassen, sich weder durch Beg√ľnstigung noch von den pers√∂nlichen Beziehungen zu einem beeinflussen zu lassen, noch sich von der Einwirkung angesehener Pers√∂nlichkeiten oder Druck aus√ľbender Gruppen oder vom Einfluss der sozialen Kommunikationsmittel, von Gewalt, Furcht oder vom Verlangen nach Popularit√§t bestimmen zu lassen. Vielmehr sollen sie einzig die Ehre Gottes und das Wohl der Kirche vor Augen haben und ihre Stimme nach Anrufung des g√∂ttlichen Beistandes demjenigen auch au√üerhalb des Kardinalskollegiums geben, den sie vor allen anderen f√ľr geeignet halten, die Gesamtkirche zum Segen und Nutzen aller zu leiten.

    84. W√§hrend der Sedisvakanz und ganz besonders w√§hrend der Zeitdauer, in der die Wahl des Nachfolgers Petri erfolgt, ist die Kirche in ganz besonderer Weise mit den Hirten und vor allem mit den Kardin√§len, die den Papst w√§hlen, verbunden und erfleht von Gott den neuen Papst als Geschenk seiner G√ľte und Vorsehung. Deshalb muss die Gesamtkirche nach dem Beispiel der christlichen Urgemeinde, von der die Apostelgeschichte (vgl. 1, 14) spricht, mit Maria, der Mutter Jesu, geistig vereint einm√ľtig im Gebet verharren; so wird die Wahl des neuen Papstes kein vom Volk Gottes isoliertes Geschehen sein, das ausschlie√ülich das Wahlkollegium betrifft, sondern in gewissem Sinn eine Handlung der ganzen Kirche. Ich ordne daher an, dass nach der Nachricht von der Vakanz des Apostolischen Stuhles und in besonderer Weise nach dem Tode des Papstes und nach seinen Beisetzungsfeierlichkeiten in allen St√§dten und den √ľbrigen Orten, wenigstens in den wichtigsten, dem√ľtig und inst√§ndig zum Herrn gebetet werde (vgl. Mt 21, 22; Mk 11, 24), damit er die W√§hler erleuchte und sie bei ihrer Aufgabe zu solcher Eintracht f√ľhre, dass es eine rasche, einm√ľtige und segensreiche Wahl wird, wie sie das Heil der Seelen und das Wohl des gesamten Volkes Gottes erfordern.

    85. Dies empfehle ich in lebendiger und herzlichster Weise den ehrw√ľrdigen Kardin√§len, die aufgrund ihres Alters nicht mehr das Recht besitzen, an der Wahl des Papstes teilzunehmen. Wegen der ganz besonderen Bindung zum Apostolischen Stuhl, die der Kardinalspurpur mit sich bringt, sollen sie sich an die Spitze des Volkes Gottes stellen, das insbesondere in den Patriarchalbasiliken der Stadt Rom und auch in den Kultst√§tten der anderen Teilkirchen versammelt ist, damit durch das beharrliche und inst√§ndige Gebet, vor allem w√§hrend des Wahlverlaufs, den w√§hlenden Mitbr√ľdern vom allm√§chtigen Gott der notwendige Beistand und die notwendige Erleuchtung des Heiligen Geistes zuteil werde, und sie auf diese Weise wirksam und wirklich an der schwierigen Aufgabe teilhaben, die Universalkirche mit ihrem Hirten zu versehen.

    86. Sodann bitte ich denjenigen, der gew√§hlt werden wird, sich dem Amt, zu dem er berufen ist, nicht aus Furcht vor dessen B√ľrde zu entziehen, sondern sich in Demut dem Plan des g√∂ttlichen Willens zu f√ľgen. Gott n√§mlich, der ihm die B√ľrde auferlegt, st√ľtzt ihn auch mit seiner Hand, damit er imstande ist, sie zu tragen; der ihm die schwere Aufgabe √ľbertr√§gt, gibt ihm auch den Beistand, sie zu erf√ľllen, und verleiht ihm, indem er ihm die W√ľrde zuteil werden l√§sst, die Kraft, dass er unter der B√ľrde des Amtes nicht zusammenbricht.

    KAPITEL VII

    ANNAHME, PROKLAMATION UND BEGINN DES AMTES DES NEUEN PAPSTES

    87. Ist die Wahl kanonisch erfolgt, so ruft der letzte der Kardinaldiakone den Sekret√§r des Kardinalskollegiums, den P√§pstlichen Zeremonienmeister und zwei Zeremoni√§re in den Wahlraum; darauf befragt der Kardinaldekan oder der rangh√∂chste und √§lteste Kardinal im Namen des ganzen W√§hlerkollegiums den Gew√§hlten bez√ľglich der Annahme der Wahl mit den folgenden Worten: Nimmst Du Deine kanonische Wahl zum Papst an? Sobald er die Zustimmung erhalten hat, fragt er ihn: Wie willst Du Dich nennen? Daraufhin fertigt der P√§pstliche Zeremonienmeister, der als Notar wirkt und zwei Zeremoni√§re als Zeugen bei sich hat, ein Schriftst√ľck √ľber die Annahme der Wahl durch den neuen Papst und √ľber den von ihm angenommenen Namen an. (25.)

    88. Mit der Annahme ist der Gew√§hlte, der die Bischofsweihe bereits empfangen hat, unmittelbar Bischof der Kirche von Rom, wahrer Papst und Haupt des Bischofskollegiums; derselbe erh√§lt sogleich die volle und h√∂chste Gewalt √ľber die Universalkirche und kann sie unverz√ľglich aus√ľben.

    Wenn der Gewählte hingegen noch nicht Bischof ist, so soll er sogleich zum Bischof geweiht werden.

    89. Nachdem in der Zwischenzeit die √ľbrigen Formalit√§ten abgeschlossen sind, die der Ordo rituum conclavis vorschreibt, treten die wahlberechtigten Kardin√§le in der festgesetzten Weise hinzu, um dem neugew√§hlten Papst die Huldigung zu erweisen und das Gehorsamsversprechen zu leisten. Hierauf folgt ein gemeinsames Dankgebet und dann verk√ľndet der erste der Kardinaldiakone dem wartenden Volk die stattgefundene Wahl und den Namen des neuen Papstes, der sofort danach den Apostolischen Segen Urbi et Orbi von der Loggia der Vatikanischen Basilika erteilt.

    Wenn der Gewählte noch nicht Bischof ist, erfolgen die Huldigung und die Bekanntgabe erst, nachdem er feierlich zum Bischof geweiht worden ist.

    90. Wenn der Gew√§hlte sich au√üerhalb der Vatikanstadt befindet, m√ľssen die im genannten Ordo rituum conclavis enthaltenen Richtlinien beachtet werden.

    Die Bischofsweihe des neugewählten Papstes, der entsprechend den Nummern 88 und 89 dieser Konstitution noch nicht Bischof ist, erfolgt gemäß dem Brauch der Kirche durch den Dekan des Kardinalskollegiums oder, bei dessen Abwesenheit, durch den Subdekan; falls auch dieser verhindert ist, durch den ältesten der Kardinalbischöfe.

    91. Das Konklave endet gleich, nachdem der neugew√§hlte Papst seine Wahl angenommen hat, es sei denn, Er verf√ľgt etwas anderes. Von diesem Zeitpunkt an k√∂nnen zum neuen Papst der Substitut des P√§pstlichen Staatssekretariats, der Sekret√§r f√ľr die Beziehungen zu den Staaten, der Pr√§fekt des P√§pstlichen Hauses und jeder vortreten, der mit dem gew√§hlten Papst in diesem Moment notwendige Angelegenheiten behandeln muss.

    92. Nach der feierlichen Zeremonie des Beginns des Pontifikates und innerhalb einer angemessenen Zeit ergreift der Papst nach dem vorgeschriebenen Ritus Besitz von der Patriarchalen Erzbasilika am Lateran.

    PROMULGATION

    Dem Beispiel meiner Vorg√§nger folgend, bestimme und schreibe ich deshalb nach reiflicher √úberlegung diese Normen vor und beschliebe, dass niemand es wage, diese Konstitution und alles, was in ihr enthalten ist, aus irgendeinem Grund anzufechten. Sie mu√ü von allen unantastbar befolgt werden, ungeachtet jedweder entgegengesetzten Bestimmung, auch wenn diese eine ganz besondere Erw√§hnung verdient. Sie erhalte und erziele ihre vollen und unversehrten Wirkungen und sei eine Anleitung f√ľr alle, auf die sie sich bezieht.

    Gleicherma√üen setze ich, wie oben festgelegt, alle Konstitutionen und Bestimmungen, die von den P√§psten diesbez√ľglich erlassen worden sind, au√üer Kraft, und erkl√§re gleichzeitig alles f√ľr wertlos, was von irgendjemand und mit welcher Autorit√§t auch immer, bewu√üt oder unbewu√üt gegen diese Konstitution unternommen werden sollte.

    Gegeben zu Rom bei St. Peter, am 22. Februar, dem Fest der Kathedra Petri, des Jahres 1996, dem achtzehnten des Pontifikats.

    (1) Hl. Irenäus, Adv. haereses. III, 3, 2: SCh 211, 33.

    (2) Vgl. Apost. Konst. Vacante Sede Apostolica (25. Dezember 1904): Pii X Pontificis Maximi Acta III (1908), 239-288.

    (3) Vgl. Motu proprio Cum Proxime (1. März 1922): AAS 14 (1922), 145-146; Apost. Konst. Quae divinitus (25. März 1935): AAS 27 (1935), 97-113.

    (4) Vgl. Apost. Konst. Vacantis Apostolicae Sedis (8. Dezember 1945): AAS 38 (1946), 65-99.

    (5) Vgl. Motu proprio Summi Pontificis electio (5. September 1962): AAS 54 (1962), 632-640.

    (6) Vgl. Apost. Konst. Regimini Ecclesiae universae (15. August 1967): AAS 59 (1967), 885-928; Motu proprio Ingravescentem aetatem (21.November 1970): AAS 62 (1970), 810-813; Apost. Konst. Romano Pontifici eligendo (1. Oktober 1975): AAS 67 (1975), 609-645.

    (7) Vgl. AAS 80 (1988), 841-912.

    (8) Vgl. I. Vat. Konzil, Dogm. Konst. √ľber die Kirche Christi Pastor aeternus, III; II. Vat. Konzil, Dogm. Konst. √ľber die Kirche Lumen gentium, 18.

    (9)Kodex des kanonischen Rechtes, can. 332 § 1; cvgl. Kodex der Kanones der Orientalischen Kirchen, can. 44 § 1.

    (10) Vgl. Motu proprio Ingravescentem aetatem (21. november 1970), II, 2: AAS 62 (1970), 811; Apost Konst. Romano Pontifici eligendo (1. Oktober 1975), 33: AAS 67 (1975), 622.

    (11)Kodex des kanonischen Rechtes, can. 1752.

    (12) Vgl. Kodex des kanonischen Rechtes, can. 332 § 2; Kodex der Kanones der Orientalischen Kirchen, can. 44 § 2.

    (13) Vgl. AAS 80 (1988), 860.

    (14) Vgl. AAS 69 (1977), 9-10.

    (15) Vgl. Apost. Konst. Vicariae potestatis (6. Januar 1977), 2 § 4: AAS 69 (1977), 10.

    (16) Vgl. Nr. 12: AAS 27 (1935), 112-113.

    (17) Vgl. Art. 171: AAS 80 (1988), 905.

    (18) Vgl. AAS 80 (1988), 864.

    (19)Missale Romanum Nr. 4, S. 795.

    (20) Vgl. Apost. Konst. Vacante Sede Apostolica (25. Dezember 1904), 76: Pii X Pontificis Maximi Acta III (1908), 280-281.

    (21) Vgl. Apost. Konst. Vacantis Apostolicae Sedis (8. Dezember 1945), 88: AAS 38 (1946), 93.

    (22) Vgl. Apost. Konst. Romani Pontifici eligendo (1. Oktober 1975), 74: AAS 67 (1975), 639.

    (23) Vgl. Hl. Pius X., Apost. Konst. Vacante Sede Apostolica (25. Dezember 1904), 79: Pii X Pontificis Maximi Acta, III (1908), 282; Pius XII., Apost. Konst. Vacantis Apostolicae Sedis (8. Dezember 1945), 92: AAS 38 (1946), 94; Paul VI., Apost. Konst. Romano Pontifici eligendo (1. Oktober 1975), 79: AAS 67 (1975), 641.

    (24) 1. √Ąnderung der UDG durch Motu proprio Papst Benedikt XVI. vom 11. Juni 2007. In Kraft gesetzt mit seiner Ver√∂ffentlichung im L¬īOsservatore Romano am 27.06.2007. (√Ąnderung durch Nr. 25 modifiziert)

    (25) 2. √Ąnderung der UDG durch Motu proprio Papst Benedikt XVI. vom 22.02.2013. Sobald dieses Dokument in der Tageszeitung L’Osservatore Romano ver√∂ffentlicht ist, erlangt es sofort Rechtskraft. (Quelle der deutschen √úbersetzung: Vatikan in Rom).

 

11.06.2007

Motu proprio

De aliquibus mutationibus (1. √Ąnderung der UDG)

Benedikt XVI.

 

    Inhalt:

    Mit der Apostolischen Konstitution Universi Dominici Gregis vom 22. Februar 1996 hat Unser verehrter Vorg√§nger Johannes Paul II. einige √Ąnderungen in die kanonischen Normen f√ľr die Wahl des Papstes eingef√ľhrt, die von Paul VI. seligen Angedenkens festgelegt worden waren. In Nummer 75 der genannten Konstitution ist festgelegt, da√ü, nachdem alle Abstimmungen, die zur g√ľltigen Wahl des Papstes gem√§√ü den festgelegten Normen zwei Drittel der Stimmen aller Anwesenden fordern, ergebnislos durchgef√ľhrt worden sind, der Kardinal-Camerlengo die wahlberechtigten Kardin√§le einl√§dt, √ľber den einzuschlagenden Weg ihre Meinung zu bekunden.

    Danach wird verfahren, wie deren absolute Mehrheit entschieden hat, allerdings mit R√ľcksicht darauf, da√ü eine g√ľltige Wahl vorliegt entweder bei absoluter Mehrheit der Stimmen oder durch Abstimmung zwischen den beiden Namen, die beim vorhergehenden Wahlgang den gr√∂√üten Stimmenanteil erhalten haben, wobei dann auch in diesem Fall nur die absolute Mehrheit erforderlich ist.

    Nach der Promulgation der genannten Konstitution erreichten Johannes Paul II. nicht wenige ernst zu nehmende Bitten. Darin wurde nachdr√ľcklich dazu aufgerufen, den bisher geltenden Normen wieder Rechtskraft zu verschaffen, nach denen der Papst nur dann als g√ľltig gew√§hlt gilt, wenn er zwei Drittel der Stimmen der anwesenden Kardin√§le auf sich vereint.

    Nach dem Wir dies Frage gr√ľndlich erwogen haben, bestimmen Wir, da√ü nach Aufhebung der Normen, die in Nummer 75 der Apostolischen Konstitution Universi Dominici Gregis von Johannes Paul II. vorgeschrieben werden, diese Normen wie folgt ersetzt werden:

    Wenn die Abstimmungen, die in den Nummern 72, 73 und 74 der genannten Konstiution behandelt werden, ohne Ergebnis verlaufen sind, soll ein Tag des Gebets, der Reflexion und des Dialogs abgehalten werden. In den darauffolgenden Abstimmungen werden unter Beachtung der Reihenfolge, die unter Nummer 74 dieser Konstitution festgelegt ist, nur die beiden Namen passives Wahlrecht haben, die beim vorherigen Wahlgang die h√∂chste Zahl der Stimmen erhalten haben. Es soll nicht von dem Grundsatz abgewichen werden, dass auch bei diesen Abstimmungen die qualifizierte Mehrheit der anwesenden Kardin√§le zur G√ľltigkeit der Wahl erforderlich ist. In diesen Abstimmungen haben die beiden Kardin√§le, die passives Wahlrecht besitzen, kein aktives Wahlrecht.

    Dieses Dokument wird nach seiner Ver√∂ffentlichung im L¬īOsservatore Romano sofort in Kraft gesetzt. Dies beschlie√üen und bestimmen Wir ungeachtet gegenteiliger Bestimmungen.

    Gegeben zu Rom bei St. Peter, am 11. Juni 2007, dem dritten Jahr Unseres Pontifikates.

    BENEDICTUS PP XVI

    (Orig. latein. in O.R. 27.6.2007)

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22.02.2013

Motu proprio

Normas nonnullas (2. √Ąnderung der UDG)

Benedikt XVI.

 

APOSTOLISCHES SCHREIBEN
IN FORM EINES MOTU PROPRIO

NORMAS NONNULLAS

SEINER HEILIGKEIT PAPST
BENEDIKT XVI.

√úBER EINIGE √ĄNDERUNGEN DER NORMEN BEZ√úGLICH
DER WAHL DES R√ĖMISCHEN PAPSTES

    Mit dem Apostolischen Schreiben De aliquibus mutationibus in normis de elctione Romani Pontificis, in Form eines Motu Proprio gegeben zu Rom am 11. Juni 2007 in meinem dritten Pontifikatsjahr, habe ich einige Normen erlassen, welche diejenigen aufhoben, die in der Nummer 75 der am 22. Februar 1996 von meinem Vorg√§nger, dem sel. Johannes Paul II., promulgierten Apostolischen Konstitution Universi Dominici gregis enthalten waren, und welche die von der Tradition best√§tigte Norm wieder aufnahmen, der zufolge f√ľr die g√ľltige Wahl des Papstes immer die Zweidrittelmehrheit der Stimmen aller anwesenden wahlberechtigten Kardin√§le erforderlich ist.

    Angesichts der Bedeutung, die bestm√∂gliche Durchf√ľhrung all dessen zu garantieren, was – wiewohl von unterschiedlicher Wichtigkeit – mit der Wahl des R√∂mischen Papstes zusammenh√§ngt, vor allem eine eindeutigere Interpretation und Durchf√ľhrung einiger Bestimmungen, beschlie√üe ich und ordne an, da√ü einige Normen der Apostolischen Konstitution Universi Dominici gregis sowie das, was ich selbst im bereits oben angef√ľhrten Apostolischen Schreiben verf√ľgt habe, durch die folgenden Normen ersetzt werden:

    Nr. 35. Keiner der wahlberechtigten Kardinäle kann von der aktiven oder passiven Wahl aus irgendeinem Grund oder Vorwand ausgeschlossen werden, jedoch unter Beachtung der in Nr. 40 und in Nr. 75 dieser Konstitution enthaltenen Bestimmungen.

    Nr. 37. Ferner ordne ich an, da√ü nach Eintritt der rechtm√§√üigen Vakanz des Apostolischen Stuhles f√ľnfzehn volle Tage auf die Abwesenden gewartet werden mu√ü, bevor das Konklave begonnen wird; allerdings √ľberlasse ich es dem Kardinalskollegium, den Beginn der Wahl vorzuverlegen, sofern die Anwesenheit aller wahlberechtigten Kardin√§le feststeht, oder auch den Beginn der Wahl, wenn schwerwiegende Gr√ľnde vorliegen, noch um einige Tage hinauszuschieben. Doch nach Ablauf von h√∂chstens zwanzig Tagen nach Beginn der Sedisvakanz sind alle anwesenden wahlberechtigten Kardin√§le gehalten, sich zur Wahl zu begeben.

    Nr. 43. Vom Augenblick der Festsetzung des Beginns der Wahlhandlungen bis zur √∂ffentlichen Bekanntmachung der erfolgten Wahl des Papstes oder jedenfalls bis zum Zeitpunkt, den der neue Papst festgelegt haben wird, werden die R√§umlichkeiten der Domus Sanctae Marthae, insbesondere aber die Sixtinische Kapelle und die f√ľr die liturgischen Feiern bestimmten R√§ume f√ľr die nichtautorisierten Personen unter der Autorit√§t des Kardinal-Camerlengo und unter der √§u√üeren Mitwirkung des Vize-Camerlengos und des Substituten des Staatssekretariats geschlossen, gem√§√ü dem, was in den folgenden Nummern festgelegt worden ist.

    Das gesamte Gebiet der Vatikanstadt und auch die ordentliche Aktivit√§t der Beh√∂rden, die ihren Sitz darin haben, m√ľssen f√ľr diese Zeit so geregelt werden, da√ü die Geheimhaltung und der freie Ablauf aller Handlungen, die mit der Wahl des Papstes verbunden sind, garantiert werden. Insbesondere mu√ü daf√ľr Sorge getragen werden, auch mit Hilfe der Pr√§laten der Apostolischen Kammer, da√ü die wahlberechtigten Kardin√§le auf dem Weg von der Domus Sanctae Marthae zum Apostolischen Palast im Vatikan von niemandem erreicht werden k√∂nnen.

    Nr. 46 – Absatz 1. Um den pers√∂nlichen und den amtlichen Anforderungen, die mit dem Wahlverlauf zusammenh√§ngen, entgegenzukommen, m√ľssen die folgenden Personen zur Verf√ľgung stehen und deswegen angemessen in geeigneten R√§umen innerhalb der in Nr. 43 dieser Konstitution gesetzten Grenzen untergebracht werden: der Sekret√§r des Kardinalskollegiums, der als Sekret√§r der Wahlversammlung fungiert; der P√§pstliche Zeremonienmeister mit acht Zeremoni√§ren und zwei Ordensleuten der P√§pstlichen Sakristei; ein Kleriker, der vom Kardinaldekan oder vom Kardinal an seiner Statt ausgew√§hlt worden ist, damit er ihm in seinem Amt assistiere.

    Nr. 47. Alle in Nr. 46 und Nr. 55, Absatz 2 dieser Apostolischen Konstitution genannten Personen, die aus welchem Grund und zu welcher Zeit auch immer durch jemand direkt oder indirekt etwas von den zur Wahl geh√∂renden Handlungen, insbesondere aber was die Wahlg√§nge anbelangt, erfahren sollten, sind gegen√ľber jeder Person, die nicht zum Kollegium der wahlberechtigten Kardin√§le geh√∂rt, zu strenger Geheimhaltung verpflichtet; deswegen m√ľssen sie vor Beginn der Wahlhandlungen gem√§√ü den Modalit√§ten und der Form, wie sie in der folgenden Nummer festgelegt sind, den Eid leisten.

    Nr. 48. Die in Nr. 46 und in Nr. 55, Absatz 2 der vorliegenden Konstitution genannten Personen m√ľssen vor Beginn der Wahlhandlungen, nachdem sie geb√ľhrend √ľber die Bedeutung und die Tragweite des zu leistenden Eides unterrichtet worden sind, vor dem Kardinal-Camerlengo oder vor einem anderen von ihm delegierten Kardinal in Gegenwart zweier Apostolischer Protonotare de Numero Participantium zu gegebener Zeit diese Eidesformel sprechen und unterschreiben:

    Ich , N. N., verspreche und schw√∂re, absolute Geheimhaltung gegen√ľber allen, die nicht zum Kollegium der wahlberechtigten Kardin√§le geh√∂ren, und zwar auf ewig, wenn ich nicht eine ausdr√ľckliche Sondererlaubnis des neugew√§hlten Papstes oder seiner Nachfolger erhalte, √ľber alles, was direkt oder indirekt mit der Wahl und den Abstimmungen f√ľr die Wahl des Papstes zu tun hat.

    Ich verspreche und schw√∂re √ľberdies, da√ü ich keinerlei Aufnahmeger√§te ben√ľtze, sei es zur Registrierung von Stimmen oder von Bildern w√§hrend der Zeit der Wahl innerhalb des Bereiches der Vatikanstadt, und insbesondere von dem, was direkt oder indirekt irgendwie mit den Wahlhandlungen selber zusammenh√§ngt.

    Ich erkl√§re, da√ü ich diesen Eid in dem Bewu√ütsein leiste, da√ü eine √úbertretung desselben meiner Person gegen√ľber zur Strafe der dem Apostolischen Stuhl vorbehaltenen Exkommunikation als Tatstrafe f√ľhrt.

    So wahr mir Gott helfe und diese heiligen Evangelien, die ich mit meiner Hand ber√ľhre.

    Nr. 49. Nachdem die Trauerfeierlichkeiten f√ľr den verstorbenen Papst vorschriftsm√§√üig gehalten worden sind und alles vorbereitet worden ist, was zum geordneten Ablauf der Wahl notwendig ist, versammeln sich am gem√§√ü der Nr. 37 dieser Konstitution festgesetzten Tag zum Beginn des Konklaves alle Kardin√§le in der Petersbasilika im Vatikan oder, je nach der Gegebenheit und den Anforderungen der Zeit und des Ortes, an einem anderen Ort, um an einer Eucharistiefeier mit der Votivmesse Pro eligendo Papa19 teilzunehmen. Das soll m√∂glicherweise zu geeigneter Stunde am Vormittag geschehen, damit am Nachmittag all das stattfinden kann, was in den folgenden Nummern dieser Konstitution vorgeschrieben ist.

    Nr. 50. Von der Cappella Paolina des Apostolischen Palastes aus, wo sie sich zu geeigneter Stunde am Nachmittag versammeln, begeben sich die wahlberechtigten Kardinäle in Chorkleidung in feierlicher Prozession, unter dem Gesang des Veni Creator den Beistand des Heiligen Geistes erflehend, in die Sixtinische Kapelle des Apostolischen Palastes, den Ort und Sitz der Abwicklung der Wahl. An der Prozession nehmen auch der Vize-Camerlengo, der Generalauditor der Apostolischen Kammer und jeweils zwei Mitglieder der Kollegien der Apostolischen Protonotare de Numero participantium, der Auditoren der Römischen Rota und der Prälaten der Apostolischen Kammer teil.

    Nr. 51 – Absatz 2. Es obliegt der Sorge des Kardinalskollegiums, das unter der Autorit√§t und der Verantwortung des Camerlengo t√§tig ist, der von der Sonderkongregation, wie es in Nr. 7 dieser Konstitution hei√üt, unterst√ľtzt wird, da√ü im Inneren der genannten Kapelle und in den anliegenden R√§umen zuvor alles vorbereitet sein soll; dies soll unter √§u√üerer Mitwirkung des Vize-Camerlengos und des Substituten des Staatssekretariats geschehen, damit der geregelte Ablauf der Wahl und die Geheimhaltung gesch√ľtzt werden.

    Nr. 55 – Absatz 3. Wenn ein Versto√ü gegen diese Norm begangen werden w√ľrde, sollen sich die T√§ter bewu√üt sein, da√ü sie sich die dem Apostolischen Stuhl vorbehaltene Exkommunikation als Tatstrafe zuziehen.

    Nr. 62. Nach Abschaffung der sogenannten Wahlverfahren per acclamationem seu inspirationem und per compromissum wird der Papst von nun an einzig und allein per scrutinium gewählt.

    Ich lege also fest, da√ü zur g√ľltigen Papstwahl mindestens zwei Drittel der Stimmen aller anwesenden und abstimmenden W√§hler erforderlich sind.

    Nr. 64. Der Abstimmungsvorgang vollzieht sich in drei Phasen, deren erste, die man als Vorstufe der Abstimmung bezeichnen kann, folgende Teile umfa√üt: 1) die Vorbereitung und Ausgabe der Stimmzettel durch die Zeremoni√§re – die inzwischen gemeinsam mit dem Sekret√§r des Kardinalskollegiums und mit dem Zeremonienmeister f√ľr die liturgischen Feiern des Papstes in die Kapelle gerufen worden sind –, die jedem wahlberechtigten Kardinal wenigstens zwei oder drei davon aush√§ndigen; 2) die Auslosung von drei Wahlhelfern aus der Gesamtzahl der wahlberechtigten Kardin√§le, von drei Beauftragten, die die Stimmen der Kranken einsammeln, kurz Infirmarii genannt, und von drei Wahlpr√ľfern; die Auslosung wird √∂ffentlich vom letzten der Kardinaldiakone vorgenommen, der nacheinander die neun Namen derer zieht, die diese Aufgaben wahrnehmen werden; 3) wenn sich bei der Auslosung der Wahlhelfer, der Infirmarii und der Wahlpr√ľfer die Namen von wahlberechtigten Kardin√§len ergeben, die wegen Krankheit oder anderweitiger Gr√ľnde verhindert sind, diese Dienste zu leisten, sollen an ihrer Stelle die Namen anderer ausgelost werden, die nicht verhindert sind. Die drei zuerst Gezogenen fungieren als Wahlhelfer, die drei n√§chsten als Infirmarii und die letzten drei als Wahlpr√ľfer.

    Nr. 70 – Absatz 2. Die Wahlhelfer stellen die Summe aller Stimmen fest, die auf jeden einzelnen entfielen, und wenn keiner in jenem Wahlgang mindestens zwei Drittel der Stimmen erhalten hat, so ist der Papst noch nicht gew√§hlt worden; hat aber einer mindestens zwei Drittel der Stimmen erhalten, ist die kanonisch g√ľltige Wahl des Papstes erfolgt.

    Nr. 75. Wenn die Abstimmungen, von denen in den Nummern 72, 73 und 74 der genannten Konstitution die Rede ist, nicht zum Erfolg f√ľhren, so wird ein Tag dem Gebet, der Reflexion und dem Dialog gewidmet. In den nachfolgenden Abstimmungen, bei denen die in der Nr. 74 jener Konstitution festgelegte Reihenfolge eingehalten wird, k√∂nnen nur die beiden Namen, die im vorhergehenden Wahlgang die h√∂chste Zahl an Stimmen erhalten hatten, gew√§hlt werden, und darf nicht von jener Verordnung abgewichen werden, der zufolge auch bei diesen Wahlg√§ngen die qualifizierte Mehrheit von mindestens zwei Dritteln der Stimmen der anwesenden und w√§hlenden Kardin√§le f√ľr eine g√ľltige Wahl erforderlich ist. Bei diesen Abstimmungen k√∂nnen die beiden Namen, die zur Wahl stehen, selbst nicht w√§hlen.

    Nr. 87. Ist die Wahl kanonisch erfolgt, so ruft der letzte der Kardinaldiakone den Sekret√§r des Kardinalskollegiums, den P√§pstlichen Zeremonienmeister und zwei Zeremoni√§re in den Wahlraum; darauf befragt der Kardinaldekan oder der rangh√∂chste und √§lteste Kardinal im Namen des ganzen W√§hlerkollegiums den Gew√§hlten bez√ľglich der Annahme der Wahl mit den folgenden Worten: Nimmst Du Deine kanonische Wahl zum Papst an? Sobald er die Zustimmung erhalten hat, fragt er ihn: Wie willst Du Dich nennen? Daraufhin fertigt der P√§pstliche Zeremonienmeister, der als Notar wirkt und zwei Zeremoni√§re als Zeugen bei sich hat, ein Schriftst√ľck √ľber die Annahme der Wahl durch den neuen Papst und √ľber den von ihm angenommenen Namen an.

    Alles, was ich im vorliegenden, als Motu Proprio herausgegebenen Apostolischen Schreiben verf√ľgt habe, soll in all seinen Teilen, auch wenn dem irgend etwas entgegenst√ľnde, eingehalten werden.

Dieses Dokument tritt unverz√ľglich mit seiner Ver√∂ffentlichung im L’Osservatore Romano in Kraft.

Gegeben zu Rom bei St. Peter, am 22. Februar des Jahres 2013, dem achten meines Pontifikats.

BENEDICTUS PP. XVI

(Quelle: Vatikan, Rom)

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Datum:

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13.04.1059

  In nomine Domini

1179

  Licet de vitanda

1215

  Compilationes

25.08.1245

  Quia frequenter

16.07.1274

  Ubi periculum

20.09.1276

  Licet

1311

  Ne Romani

10.12.1351

  Licet in constitutione

19.03.1378

  Periculis et detrimentis

14.01.1506

  Cum tam divino

16.12.1558

  Cum secundum

09.10.1562

  In eligendis

03.12.1586

  Postquam verus

15.11.1621

  Aeterni patris filius

12.03.1622

  Decet Romanum pontificem

28.01.1625

  Ad Romani Pontificis providentiam

22.06.1692

  Romanum decet Pontificem

23.09.1695

  Ecclesiae catholicae

22.02.1996

  Universi Dominici Gregis

11.06.2007

  De aliquibus mutationibus

22.02.2013

  Normas nonnullas (deutsche √úbersetzung, Vatikan)

 

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