23.02 04. 03 06.03. 19.03.
1447 1447 1447 1447
         
Konklavedauer:   2 Tage  
           
Sedisvakanz: 24 Tage
   

Konklave vom 04.-06.03.1447 zur Wahl von Papst Nikolaus V.

 
 
 
 
 
 
 

 

 

 
 
 
 
 

 

Eugen IV.

u Sukzession  u

Nikolaus V.

 

 
 
 
 
 
 
 

 

Gabriele Condulmer

 

Tommaso Parentucelli

 

 

Todestag:  23.02.1447

Wahlort: Rom, Dominikaner-

Kardinalpriester von S. Susanna

 

 

Todesort:  Rom

kloster S. Maria sopra Minerva

 

 

 
 
 
 
 
 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sedisvakanz und Konklavedauer

Konklaveteilnehmer (18)

Tommaso Parentucelli

Kardinalpriester von S. Susanna

Jean Le Jeune de Macet

Titel von S. Prassede

Francesco Condulmer

Bischof von Porto und Santa Rufina, Subdekan des Hl. Kollegiums

Guillaume d´Estouteville

Titel von Ss. Silvestro und Martino au Monti

Giovanni Berardi di Tagliacozzo

Bischof von Palestrina

Juan de Torquemada O.P.

Titel von S. Maria in Trastevere

Prospero Colonna

Diakon von S. Giorgio in Velabro

Ludovico Trevisan

Titel von S. Lorenzo in Damaso

Domenico Capranica

Diakon von S. Maria in Via Lata

Pietro Barbo

Diakon von S. Maria Nuova

Niccolo d´Acciapaccio

Titel von S. Marcello

Alonso de Borja

Titel von Ss. IV Coronati

Giorgio Fieschi

Titel von S. Anastasia

Enrico Rampini de´Sant´Allosio

Titel von S. Clemente

Johannes Bessarion

Titel von Ss. XII Apostoli

Juan Carvajal

Diakon von S. Angelo in Pescheria

António Martinez de Chaves

Titel von S. Crisogono

Giovanni de Primis O.S.B.Cas.

Titel von S. Sabina

 

Das Konklave vom 04.-06.03.1447

 

Inhaltsverzeichnis:

 

1. Der Tod Papst Eugen IV. 

Papst Eugen IV. war ein durchaus frommer Kirchenmann, leider fehlten ihm weltliche Erfahrung und Geschick in politischen Angelegenheiten. Zum Zeitpunkt seiner Wahl zum Oberhaupt der Kirche lief bereits das von seinem Vorgänger einberufene Konzil zu Basel (Eröffnung am 23.07.1431). Eugen IV. war wenig konzilsfreudig. Obgleich er das Basler Konzil bestätigte, löste er es kurzerhand am 12.11.1431 mit der Bulle “Quoniam alto” auf. Aufstände im Kirchenstaat und der Widerstand der Konzilsväter zwangen Papst Eugen IV. mit der Bulle ”Dudum sacrum”, Mitte Dezember 1433 das Basler Konzil wieder anzuerkennen. Von Anfang an war er im Streit mit der Dynastie der Colonna und im Juni 1434 musste er aus dem revoltierenden Rom als Mönch verkleidet auf einem Tiberkahn nach Ostia fliehen. Von hier aus floh er weiter nach Florenz, wo er bis zu seiner Rückkehr nach Rom im Jahr 1443 im Dominikanerkloster S. Maria Novella residierte. Anno 1437 verlegte er das Konzil von Basel nach Ferrara und 1439 nach Florenz. Die rebellischen Konzilsväter von Basel blieben hartnäckig und setzten ihre Sessionen fort. Im Mai 1439 erklärten sie sich über dem Papst stehend und am 25.06.1439 setzten sie Papst Eugen IV. als “hartnäckigen Häretiker und Schismatiker” ab. Im September 1439 setzte sich Eugen IV. mit der Bulle “Moyes vir Dei” zur Wehr und erklärte die revoltierenden Konzilsväter von Basel als Häretiker und erneuerte den Bann gegen sie. Da sich in Basel nur der Kardinal Louis Aleman  der Erzbischof von Arles (Frankreich) befand, gab man ihm 32 Mitglieder des Konzils als Wähler bei und diese vollendeten die bisherige Ungesetzmäßigkeit, indem sie am 05.11.1439 den Fürstwitwer Herzog Amadeus VIII. von Savoyen zum Gegenpapst Felix V. (1439- 1449) wählten. Dieses Wahlgremium setzte sich wie folgt zusammen:

Kardinäle (1):

  • Louis Kardinal Aleman, Titel von S. Cecilia, Erzbischof von Arles (Frankreich).

Bischöfe (11):

  • Guglielmo Didier, Bischof von Vercelli,
  • Giorgio de Saluzzo, Bischof von Aosta,
  • Giovanni de Parella, Bischof von Ivrea,
  • Ludovico de Romagnano, Bischof von Turin,
  • Jean d´Arci, Bischof von Tarentaise (Frankreich),
  • Francois de Meez, Bischof von Geneva (Schweiz),
  • Bernard de la Planche, Bischof von Dax (Frankreich),
  • Frederich Zu-Rhein, Bischof von Basel (Schweiz),
  • Otto de Moncada, Bischof von Tortosa (Spanien),
  • Jorge de Hornos, Bischof von Vich (Spanien) und
  • Luiz de Amaral, Bischof von Viseu (Portugal).

Äbte (7)

Theologen und Doktoren (14).     ----- >  gesamt 33 Wahlmänner.

Papst Eugen IV. blieb eisern und im Jahr 1445 erkannte König Friedrich III. Eugen als Papst an. Der Konziliarismus jener Zeit führte die Kirche in ein neues Schisma und bescherte ihr mit Felix V. den letzten Gegenpapst der Kirchengeschichte.

Bild vergrößern!

Wappen von Gegenpapst Felix V.

Gegenpapst Felix V. (Bild und Wappen)

Erst am 07.04.1449 dankte dieser letzte Gegenpapst ab. Papst Eugen IV. starb am 23.02.1447 in Rom und ist in S. Salvatore in Lauro beigesetzt.      >zurück

2. Struktur des Kardinalskollegiums 

Mit dem Tod von Papst Eugen IV. am 23.02.1447 umfasste das Heilige Kollegium 26 Kardinäle. Bereits am 11.12.1440 hatte Eugen IV. Louis Kardinal Aleman wegen seiner Anführerschaft bei der Wahl des Gegenpapstes Felix V. zu Basel exkommuniziert und seines Kardinalats enthoben. Am Konklave im Dominikanerkloster S. Maria sopra Minerva in Rom nahmen nicht teil (8 Kardinäle):

  • Juan Kardinal Cervantes, Titel von S. Pietro in Vincoli,
  • John Kardinal Kemp, Titel von S. Balbina, Erzbischof von York (England),
  • Isidore Kardinal von Thessalonica Titel von Ss. Marcellino und Pietro,
  • Pierre Kardinal de Foix O.Min., Bischof von Albano,
  • Zbigniew Kardinal Olesnicki Titel von S. Prisca, Bischof von Krakau (Polen),
  • Henry Kardinal Beaufort, Titel von S. Eusebio und Bischof von Winchester (England),
  • Petrus Kardinal von Schaumberg, Titel von S. Vitale, Bischof v. Augsburg (Deutschland),
  • Dyonisius Kardinal Szechy, Titel von S. Ciriaco, Erzbischof von Esztergom (Ungarn).

Somit zogen am 04.03.1447, 18 Eminenzen ( siehe Konklaveteilnehmer oben ) ins Konklave im Dominikanerkloster ein.     >zurück

3. Konklavebestimmungen

Die Dekretalien ”In nomine Domini” vom 13.04.1059 von Papst Nikolaus II. und “Licet de vitanda” aus dem Jahr 1179 von Papst Alexander III. und die Beschlüsse “Compilationes” des 4. Laterankonzils aus dem Jahr 1215. Das Dekret “Quia frequenter” von Papst Innozenz IV. vom 1. Konzil von Lyon am                28.08.1245. Die wohl entscheidendste Dekretalie nach der von Papst Nikolaus III. wurde die beim            2. Konzil von Lyon erlassene Wahlverordnung von Papst Gregor X. am 16.07.1274 “Ubi periculum” (“Wo Gefahr ist”). Viele Details dieser Wahlverordung von Papst Gregor X. findet man noch heute, nach über 720 Jahren in der Apostolischen Konstitution von Papst Johannes Paul II. “Universi Dominici Gregis“ vom 22.02.1996. Die Wahlverordung von Papst Gregor X. fand nur wenig Anklang.  Bereits Papst Hadrian V. suspendierte sie mündlich und Papst Johannes XXI. hob sie mit der Konstitution “Licet” am 20.09.1276 auf , ohne  jedoch für eine neue Wahlverordnung gesorgt zu haben. Erst 18 Jahre später, am 28.09.1294 setzt Papst Cölestin V. ( “Engelspapst” ) die gregorianische Wahlverordung “Ubi periculum” wieder in Kraft. Papst Clemens V. verfügte am Konzil von Vienne 1311-1312 die Bulle “Ne Romani” ,          welche einige Zusätze zur gregorianischen Wahlverordnung brachte und im siebten Buch des kirchlichen Rechtsbuches “Clementinen” Aufnahme fand. Papst Clemens VI. milderte durch die Bulle “Licet in constitutione” vom 06.12.1351 die bisherige Konklaveordnung in einigen Punkten ab. Am 19.03.1378 erließ Papst Gregor XI. das Dekret “Periculis et detrimentis” (“In Gefahren und Missständen”). >zurück

4. Das  Konklave 

10 Tage nach dem Tod von Papst Eugen IV. zogen 18 Purpurträger im Dominikanerkloster S. Maria sopra Minerva am 04.03 .1447 ins Konklave ein. König Alfons von Neapel favorisierte den Kardinal Prospero Colonna zum neuen Kirchenoberhaupt. Bereits am Morgen des dritten Tages, erhielt Tommaso Kardinal Parentucelli da Sarzana, zur allgemeinen Überraschung die erforderliche Zweidrittelmehrheit von 12 Stimmen. Ein Wahlmann meinte: “Gott hat einen Papst gewählt, nicht die Kardinäle”. Parentucelli nannte sich fortan Papst Nikolaus V. und wurde am 19.03.1447 in Rom gekrönt. Kardinal Parentucelli stammte aus Sarzana (Ligurien) und war Sohn eines Arztes. Nach seinem Studium zum Magister stand er im Dienst des Bischof von Bologna. Erste diplomatische Erfahrungen sammelte er auf den Konzilien von Basel und Ferrara -Florenz sowie dem Konzil von Arras. Bei seiner Wahl zum Papst war Tommaso Kardinal Parentucelli Kardinalpriester von S. Susanna und beendete eine Sedisvakanz von 24 Tagen.      

>zurück                                                                                                                                             

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Stand: 07.06.2003

 

 

 

 

Quellenverzeichnis:

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Geschichte der Konzilien

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1998

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Illustrierte Papstgeschichte (Band 1)

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Schimnelpfennig Bernhard

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2002

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