22.08. 22.09. 22.02. 23.02.
1280 1280 1281 1281
               
Konklavedauer: 153 Tage  
         
Sedisvakanz: 185 Tage
   

Konklave vom 22.09.1280 - 22.02.1281 zur Wahl von Papst Martin IV.

 
 
 
 
 
 
 

 

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Nikolaus III.

u Sukzession  u

Martin IV.

 

 
 
 
 
 
 
 

 

Giovanni Gaetano

 

Simon de Brion

 

 

Todestag:  22.08.1280

Wahlort: Viterbo

Titel von S. Cecilia

 

 

Todesort:  Soriano

 

 

 

 
 
 
 
 
 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sedisvakanz und Konklavedauer

Konklaveteilnehmer (13)

Simon de Brion

Titel von S. Cecilia

Giacomo Savelli

Diakon von S. Maria in Cosmedin

Latino Orsini O.P.

Kardinalbischof von Ostia und Velletri, Dekan des Hl. Kollegiums

Goffredo da Alatri

Diakon von S. Giorgio in Velabro

Bentivenga de Bentivengi O.Min.

Bischof von Albano

Ancher Pantaleon

Titel von S. Prassede

Orddonho Alvares

Bischof von Frascati

Matteo Rosso Orsini

Diakon von S. Maria in Portico

Guillaume de Bray

Titel von S. Marco

Giordano Orsini

Diakon von S. Eustachio

Gerardo Bianchi

Titel von Ss. XII Apostoli

Giacomo Colonna

Diakon von S. Maria in Via Lata

Girolamo Masci d´Ascoli O.Min.

Titel von S. Pudenziana

 

 

 

Das Konklave vom 22.09.1280 - 22.02.1281

 

Inhaltsverzeichnis:

 

1. Der Tod Papst Nikolaus III.

Obgleich nicht frei von Nepotismus und Habsucht zählt Papst Nikolaus III. zu den bedeutendsten Päpsten der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts. Dante widmete ihm den ganzen 19. Gesang seines “Inferno”. Mit der Konstitution “Fundamenta militantis” vom 18.07.1278 verbot er allen künftigen Kaisern, Königen und Fürsten zu römischen Senatoren gewählt zu werden. Papst Nikolaus III. ließ sich anschließend selbst zum Senator von Rom auf Lebzeiten wählen und seinen Verwandten Matteo Orsini zu seinem Stellvertreter. In seinem Pontifikat erneuerte er die Residenzen im Vatikan und Lateran und errichtete sich einen Landsitz in Soriano. In einem Konsistorium am 12.03.1278 kreierte Papst Nikolaus III. neun Kardinäle, darunter seinen Neffen und Dominikaner Latino Orsini und seinen Bruder Giordano Orsini. Nikolaus verstarb am 22.08.1280 auf seinem Landsitz in Soriano nahe Viterbo. Sein Grabmal befindet sich heute in St. Peter in Rom.       >zurück

2. Struktur des Kardinalskollegiums

Beim Tod von Papst Nikolaus III. war das Heilige Kollegium wieder stärker und bestand aus insgesamt 14 Kardinälen. Unter den Purpurträgern befanden sich drei künftige Päpste:

  • Simon Kardinal de Brion der spätere Papst Martin IV.
  • Giacomo Kardinal Savelli der spätere Papst Honorius IV. und
  • Girolamo Masci Kardinal d`Ascoli der spätere Papst Nikolaus IV.

Papst Nikolaus III. hatte in seiner Regierungszeit das Papsttum politisch gefestigt. Der Machtapparat von Karl von Anjou war deutlich eingeschränkt worden und Nikolaus hatte es verstanden Familienmitglieder der Orsini auf wichtige politische Postionen zu setzen. Durch seinen unerwarteten frühen Tod am 22.08.1280, verursacht durch einen Herzanfall auf seinem Landsitz in Soriano, versuchte Karl von Anjou wieder auf das Papsttum Einfluss zu nehmen. Im Heiligen Kollegium, war nach dem Tod von Nikolaus die Patrizierfamilie der Orsini mit drei Kardinälen vertreten. Bernard Kardinal Ayglier O.S.B. der Abt von Monte Cassino blieb wie schon einige Male in der Vergangenheit dem Konklaveort Viterbo fern. Mit Konklavebeginn am 22.09.1280 zogen somit 13 Eminenzen ( siehe Konklaveteilnehmer oben ) in das Konklave ein.       >zurück

3. Konklavebestimmungen

Die Dekretalien ”In nomine Domini” vom 13.04.1059 von Papst Nikolaus II. und “Licet de vitanda” aus dem Jahr 1179 von Papst Alexander III. und die Beschlüsse “Compilationes” des 4. Laterankonzils aus dem Jahr 1215. Das Dekret “Quia frequenter” von Papst Innozenz IV. vom 1. Konzil von Lyon am 28.08.1245. Die wohl entscheidendste Dekretalie nach der von Papst Nikolaus III. wurde die beim 2. Konzil von Lyon erlassene Wahlverordnung von Papst Gregor X. am 16.07.1274 “Ubi periculum” (“Wo Gefahr ist”). Viele Details dieser Wahlverordung von Papst Gregor X. findet man noch heute, nach über 720 Jahren in der Apostolischen Konstitution von Papst Johannes Paul II. “Universi Dominici Gregis“ vom 22.02.1996. Die Wahlverordung von Papst Gregor X. fand nur wenig Anklang. Bereits Papst Hadrian V. suspendierte sie mündlich und Papst Johannes XXI. hob sie mit der Konstitution “Licet” am 20.09.1276 auf, ohne jedoch für eine neue Wahlverordnung gesorgt zu haben.     >zurück

4. Das Konklave

Zum fünften und letzten Mal in Viterbo zogen die heiligen Wahlmänner am 22.09.1280 ins Konklave. Karl von Anjou veranlasste die Bürgerschaft Viterbos, die beiden Neffen des verstorbenen Papstes

  • Matteo Rosso Kardinal Orsini und
  • Latino Kardinal Orsini

zu inhaftieren und sorgte damit für eine Stärkung der Liga der französischen Kardinäle im Wahlkollegium. Unruhen in Viterbo begleiteten die Wahlzeit. Das nunmehr 11-köpfige Kardinalskollegium konnte sich erst nach 153 Tagen im Konklave auf einen Nachfolger für Papst Nikolaus III. einigen. Im neuen Jahr, am 22.02.1281 wählte man den Franzosen Simon de Brion von S. Cecilia zum neuen Apostelfürsten der Christenheit. Kardinal de Brion  war ehemals Kanzler von König Ludwig IX. von Frankreich gewesen und seit 1261 Kardinalpriester von Santa Cecilia unter Papst Urban IV. geworden. 1274 diente er als Legat in Frankreich. Mit seiner Wahl nannte er sich Martin IV., obwohl es in der Kirchengeschichte nie einen Martin II. bzw. einen Martin III. je gegeben hatte. Dieser Zählfehler geht  auf Papstkataloge des Spätmittelalters zurück, welche irrtümlich Marinus I. und Marinus II. mit Martin II. und Martin III. interpretierten. Papst Martin IV. wurde am 23.02.1281 nach einer Sedisvakanz von 185 Tagen, also rund sechs Monaten inthronisiert. Zum wiederholten Male hatte sich die Aufhebung der Wahlverordnung  “Ubi periculum” (“Wo Gefahr ist”) durch Papst Johannes XXI. als nachteilig erwiesen.  

>zurück                                                                                                                                                                      

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Stand: 30.01.2003 

 

 

 

 

Quellenverzeichnis:

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Illustrierte Papstgeschichte (Band 1)

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