27.09. 06.10. 05.12. 08.12.
1590 1590 1590 1590
           
Konklavedauer:   60 Tage  
       
Sedisvakanz: 72 Tage
   

Quellenverzeichnis:

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Illustrierte Papstgeschichte (Band 1-3)

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Die Papstwahl

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2004

Konklave vom 05.10. - 05.12.1590 zur Wahl von Papst Gregor XIV.

 
 
 
 
 
 
 

 

 

 
 
 
 
 

 

Urban VII.

u Sukzession  u

Gregor XIV.

 

 
 
 
 
 
 
 

 

Giovanni Battista Castagna

 

Niccoló Sfondrati

 

 

Todestag:  27.09.1590

Wahlort: Rom,Vatikan

Bischof von Cremona

 

 

Todesort:  Rom

 

 

 

 
 
 
 
 
 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sedisvakanz und Konklavedauer

Konklaveteilnehmer (53):

Niccoló Sfondrati

Bischof von Cremona

Giovan Antonio Facchinetti

 

Antonio Maria Gallo

Bischof von Perugia

Giovanni Antonio Serbelloni

Bischof von Ostia und  Velletri, Dekan  des Hl. Kollegiums

Alessandro Ottaviano de´Medici

Erzbischof von Florenz

Costanzo Buttafoco da Sarnano O.F.M.Conv.

 

Alfonso Gesuldo

Bischof Porto und Santa Rufina, Subdekan des Hl. Kollegiums

Giulio Canani

Bischof von Adria

Girolamo Mattei

 

Innico d´Avalos d´Aragona O.S.Iacobis

Bischof von Frascati

Andreas von Österreich

Bischof von Brixen, Österreich und Konstanz (Deutschland)

Benedetto Giustiniani

 

Marco Antonio Colonna (Senior)

Bischof von Palestrina

Anton Maria Salviati

 

Ascanio Colonna

 

Tolomeo Galli di Como

Bischof von Sabina

Agostino Valeri (oder Valier)

Bischof von Verona

William Allen

 

Gabriele Paleotti

Erzbischof von Albano

Vincenzo Lauro (oder Laureo)

 

Scipione Gonzaga

 

Girolamo Simoncelli (oder Simonelli)

 

Filippo Spinola

 

Antonio Maria Sauli

Erzbischof von Genua

Markus Sitticus von Hohenems (oder Altemps)

 

Simeone Tagliavia d´Aragona

 

Giovanni Evangelista Pallotta

Erzbischof von Cosenza, Kalabrien, Datar

Ludovico Madruzzo (Madrucci) di Trento

 

Scioione Lancelotti

 

Juan de Mendoza

 

Michele Bonelli O.P.

 

Francesco Sforza di Santa Fiora

 

Federico Borromeo, Senior

 

Antonio Caraffa

 

Alessandro Peretti Montalto Damasceni

 

Giovanni Francesco Morosini

Bischof von Brescia

Giulio Antonio Santorio (oder Santori)

 

Giovanni Battista Castrucci

Erzbischof von Chieti

Agostino Cusani

 

Girolamo Rusticucci

 

Ippolito de Rossi

Bischof von Pavia

Francesco Maria Bourbon del Monte

 

Nicolas de Pellevé

Erzbischof von Sens (Frankreich)

Domenico Pinelli

 

Mariano Pierbenedetti

Bischof von Martorano

Gian Girolamo Albani

 

Ippolito Aldobrandini

Großpönitentiar

Gregorio Petrochini de Montelparo O.Er.S.A.

 

Petro de Deza

 

Girolamo della Rovere

Erzbischof von Turin

Guido Pepoli

 

Giovanni Vincenzo Gonzaga O. Hosp. S. Joh. Hieros

 

Girolamo Bernerio O.P.

Bischof von Ascoli-Piceno

 

 

 

Das Konklave vom 06.10. - 05.12.1590

 

 

 

 

 

 

 

Inhaltsverzeichnis:

1. Der Tod Papst Urban VII.

Papst Urban VII. war zum Zeitpunkt seiner Wahl bereits 70 Jahre alt und sehr kränklich. Deutschland, Spanien und Venedig kannte er aus seiner Tätigkeit als Legat und man hatte sich eine segensreiche Regierung von ihm erwartet. Er wurde allgemein als ruhiger und ernster Charakter geschildert. Urban VII. starb, noch ehe er gekrönt worden war, ehe er noch einen einzigen Prälaten ernannt bzw. einen einzigen Kardinal kreieren konnte wie sein Vorgänger an Malaria. Sein Pontifikat (sofern man die Phase vom Tag seiner Wahl bis zu seinem Tod - ohne Inthronisation - als Pontifikat bezeichnen kann) dauerte nur 12 Tage.

 

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Grabmal von Papst Urban VII. in S. Maria sopra Minerva.

Urban VII. ist in der Kirche S. Maria sopra Minerva in Rom beigesetzt.                      >zurück

2. Struktur des Kardinalskollegiums

Mit dem Todestag von Papst Urban VII. umfasste das Heilige Kollegium insgesamt 65 Kardinäle. Am eigentlichen Konklavegeschehen nahmen jedoch nur 53 Eminenzen (die geschichtlichen Quellen sind in diesem Punkt leider nicht eindeutig, einige sprechen von 52 andere von 53 Teilnehmern) in Rom teil ( siehe Konklaveteilnehmer oben ). Folgende 12 Kardinäle fehlten bei der Papstwahl im Vatikan:

  • Albert Kardinal von Österreich
  • Gaspar Kardinal Quiroga y Vela, Erzbischof von Toledo (Spanien)
  • Rodrigo Kardinal de Castro de Lemos, Erzbischof von Sevillia (Spanien)
  • Francois Kardinal de Joyeuse, Erzbischof von Toulouse (Frankreich)
  • Jerzy Kardinal Radziwill, Bischof von Wilna (Litauen)
  • Charles Kardinal de Bourbon de Vendóme II, Erzbischof von Rouen (Frankreich)
  • András Kardinal Báthory, Bischof von Ermland (Polen)
  • Enrico Kardinal Caetani, Camerlengo der Heiligen Römischen Kirche.
  • Philippe Kardinal de Lenoncourt
  • Pierre Kardinal de Gondi, Bischof von Paris (Frankreich)
  • Hughes Kardinal de Loubens de Verdale O.Hosp.S.Joh.Hiersol. und
  • Charles Kardinal de Lorraine, Bischof von Metz (Lothringen).

Im Konklave anwesende Purpurträger stammten aus folgenden Pontifikaten:

  • 24 Kardinäle aus dem Pontifikat von Papst Sixtus V.
  • 14 Kardinäle aus dem Pontifikat von Papst Gregor XIII.
  • 6 Kardinäle aus dem Pontifikat von Papst Pius V.
  • 8 Kardinäle aus dem Pontifikat von Papst Pius IV. und
  • 1 Kardinal aus dem Pontifikat von Papst Julius III.

Der erfahrenste Konklaveteilnehmer mit 6 Papstwahlen war Girolamo Kardinal Simoncelli.      >zurück

3. Konklavebestimmungen

Die Dekretalien ”In nomine Domini” vom 13.04.1059 von Papst Nikolaus II. und “Licet de vitanda” aus dem Jahr 1179 von Papst Alexander III. und die Beschlüsse “Compilationes” des 4. Laterankonzils aus dem Jahr 1215. Das Dekret “Quia frequenter” von Papst Innozenz IV. vom 1. Konzil von Lyon am 28.08.1245. Die wohl entscheidendste Dekretalie nach der von Papst Nikolaus III. wurde die beim 2. Konzil von Lyon erlassene Wahlverordnung von Papst Gregor X. am 16.07.1274 “Ubi periculum” (“Wo Gefahr ist”). Viele Details dieser Wahlverordung von Papst Gregor X. findet man noch heute, nach über 720 Jahren in der Apostolischen Konstitution von Papst Johannes Paul II. “Universi Dominici Gregis“ vom 22.02 .1996. Die Wahlverordung von Papst Gregor X. fand nur wenig Anklang. Bereits Papst Hadrian V. suspendierte sie mündlich und Papst Johannes XXI. hob sie mit der Konstitution “Licet” am 20.09.1276 auf, ohne  jedoch für eine neue Wahlverordnung gesorgt zu haben. Erst 18 Jahre später, am 28.09.1294 setzt Papst Cölestin V. ( “Engelspapst” ) die gregorianische Wahlverordung “Ubi periculum” wieder in Kraft. ,Papst Clemens V. verfügte am Konzil von Vienne 1311 -1312 die Bulle “Ne Romani” ,       welche einige Zusätze zur gregorianischen Wahlverordnung brachte und im siebten Buch des kirchlichen Rechtsbuches “Clementinen” Aufnahme fand. Papst Clemens VI. milderte durch die Bulle “Licet in constitutione” vom 06.12.1351 die bisherige Konklaveordnung in einigen Punkten ab. Am 19.03.1378 erließ Papst Gregor XI. das Dekret “Periculis et detrimentis” (“In Gefahren und Missständen”). Fast 128 Jahre später, am 14.01.1506 erläßt Papst Julius II. das Dekret “Cum tam divino” . Obwohl selbst der Simonie verfallen, verbietet er jegliche simonistische Papstwahl für die Zukunft und verhängt die schwersten kirchlichen Strafen. Aufgrund massiver Einmischungen durch weltliche Fürsten in die Wahl von Papst Paul IV. erläßt dieser am 16.12.1558 die Bulle “Cum secundum” und stellt Unterverhandlungen vor dem Tod des Papstes unter schwere Kirchenstrafen. Papst Pius IV. erläßt am 09.10.1562 mit der Bulle “In eligendis” neue Richtlinien zum Konklave, welche sich hauptsächlich gegen die Missstände der letzten Zeit richteten. Mit der Bulle “Postquam verus” vom 03.12.1586 änderte Papst Sixtus V. die Zahl des Kardinalskollegiums. Gemäß dem Vorbild der 70 Ältesten des Moses (Numeri 11,16) setzte er die Zahl der Kardinäle auf 70 fest (6 Kardinalbischöfe, 50 Kardinalpriester und 14 Kardinaldiakone).       >zurück

4. Das  Konklave

Schon während der kurzen Krankheit von Papst Urban VII. hatte es Verhandlungen über die Wahl eines Nachfolgers gegeben . Als Papabili tauchten die Namen Serbelloni, Colonna, Galli, Paleotto, Madruzzo, Santori, Facchinetti, Sfondrato, Valiero, Laureo und Rovere auf

.

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Giovan Antonio Kardinal Facchinetti

Vincenzo Kardinal Laureo

Nach einigen Berichten zufolge, war Sfondrato der aussichtsreichste Kandidat, da er die wenigsten Feinde hatte. Lediglich der Umstand, dass er spanisch gesinnt und erst 55 Jahre alt sei schade ihm. Die Ewige Stadt blieb zunächst von größeren Ausschreitungen verschont, lediglich das Auftreten einiger Banden in der Umgebung sorgte für Beunruhigung. Das Kardinalskollegium beschloss die Anwerbung von tausend Soldaten und die Zumauerung aller Tore der Stadt bis auf drei. Die Tatsache, dass fast dieselben Kardinäle wie beim letzten Konklave versammelt waren, veranlasste den Schluss, das diese Papstwahl schnell zu einem neuen Pontifex führen würde. Nahezu das Gegenteil trat ein. Die Verhandlungen zogen sich in die Länge. Aus spanischer Sicht, wäre die Erhebung von Madruzzo

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Ludovico Kardinal Madruzzo

oder Santoris die geeignetste Lösung gewesen. Am Abend des 06. Oktobers wurde das Konklave geschlossen. Das erste wichtige Geschehen im Konklave war der Versuch von Kardinal Montalto, Kardinal Aldobrandini die Tiara zu verschaffen. Dieser Versuch scheiterte jedoch. Am Abend des 12. Oktober verlautete in Rom, die Wahl sei auf Marcantonio Kardinal Colonna gefallen. Rasch wurde an unterschiedlichen Stellen in Rom das Wappen der Colonna mit der Tiara und den Schlüsseln angebracht. Diese Information war eine Fälschung. Im Konklave war zu diesem Zeitpunkt keine Entscheidung gefallen, geschweige ein neues Kirchenoberhaupt gewählt worden. Im Eifer des Konklavegeschehen hatte man sich über die strengen Vorschriften, die jeden Verkehr mit der Außenwelt verboten, hinweggesetzt. Gegenmaßnahmen blieben offensichtlich ohne Erfolg. Man deckte den Versuch auf, im Kopf eines Fisches eine Nachricht in das Konklave zu schmuggeln . Mitte November befürchtete man den Ausbruch von Unruhen in der Stadt. Banden trieben ihr Unwesen und die Getreideknappheit im gesamten Kirchenstaat machte sich negativ bemerkbar. Anfang Dezember machten sich die Spanier für Kardinal Paleotto stark.  Am 04. Dezember erreichte er 33 Stimmen und ihm fehlten nur noch 3 Stimmen zur Zweidrittelmehrheit. In der Nacht vom 04. auf den 05. Dezember kam endlich die Wende. Man einigte sich auf die Wahl von Facchinetti oder Sfondrato. In der Frühe des 05. Dezember 1590 wurde Kardinal Sfondrato einstimmig zum neuen Papst gewählt. In Dankbarkeit an seine Kardinalsernennung durch Papst Gregor XIII. nannte er sich Gregor XIV. Kardinal Sfondrato (auch Sfondrati genannt) stammte aus Somma Lombardo

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Kastell Somma Lombardo

(Varese) war 1560 mit 25 Jahren Bischof von Cremona und 1583 zum Kardinal kreiert worden. Sein Vater war Senator von Mailand und Ehrenpatrizier von Lucca. Sfondrato wurde am 08.12.1590 Inthronisiert und beendete eine Sedisvakanz von 72 Tagen.      

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Stand: 28.08.2005  

 

 

 

 

 

 

 

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