20.02. 02.03. 03.03. 11.03.
1431 1431 1431 1431
         
Konklavedauer:   1 Tag  
           
Sedisvakanz: 19 Tage
   

Quellenverzeichnis:

Konklave vom 02.-03.03.1431 zur Wahl von Papst Eugen IV.

 
 
 
 
 
 
 

 

 

 
 
 
 
 

 

Martin V.

u Sukzession  u

Eugen IV.

 

 
 
 
 
 
 
 

 

Oddo Colonna

 

Gabriele Condulmer

 

 

Todestag:  20.02.1431

Wahlort: Rom, Dominikaner-

Kardinalpriester von S. Clemente

 

 

Todesort:  Rom

kloster S. Maria sopra Minarva

 

 

 
 
 
 
 
 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Sedisvakanz und Konklavedauer

Konklaveteilnehmer (13):

Gabriele Condulmer

Kardinalpriester von S. Clemente

Jean de la Rochetaillée

Titel von S. Lorenzo in Lucina

Antonio Corarro

Kardinalbischof von Ostia und Velletri, Dekan des Hl. Kollegiums

Antonio Casini

Titel von S. Marcello

Giordano d´Orsini

Bischof von Sabina

Niccoló Albergati O.Carth.

Titel von S. Croce in Gerusalemme

Alfonso Carrillo

Diakon von S. Eustachio

Ardicino della Porta

Diakon von Ss. Cosma und Damiano

Antonio Panciera de Portugruaro

Titel von S. Susanna

Prospero Colonna

Diakon von S. Giorgio in Velabro

Branda Castiglione

Titel von S. Clemente

Giuliano Cesarini

Diakon von S. Angelo in Pescheria

Lucido de´Conti

Diakon von S. Maria in Cosmedin

 

 

 

Das Konklave vom 02.-03.03.1431

 

 

 

 

 

 

 

Inhaltsverzeichnis:

1. Der Tod Papst Martin V.

Mit Abschluss des Konstanzer Konzils am 22.04.1418 kehrte Papst Martin V. über Florenz nach Italien zurück. Zu Konstanz hatte man drei Päpste ihrer Würden enthoben und den böhmischen Häretiker Jan Hus den Flammen übereignet. Die Asche warf man in den Rhein, um den Böhmen keine Reliquien zu überlassen. Die Papstkrone von Papst Silvester I. hatte der Gegenpapst Clemens VII. nach Avignon und anschließend Gegenpapst Benedikt XIII. auf seine Felsenburg Peniscola entführt. Martin V. lies sich von dem berühmten Goldschmied Ghilberti eine neue Tiara anfertigen. Erst im Jahr 1420 zog Martin V. in Rom ein. Die lange Zeit des Schismas, hatte Rom wieder zur Ruine werden lassen, wie damals zur Zeit des “Avignonischen Exils”. Papst Martin V. machte sich an den Wiederaufbau der Ewigen Stadt und ließ die Basiliken, den vatikanischen Palast sowie viele öffentlichen Bauwerke restaurieren. Nach dem Tod des Söldnerführers Braccio da Montone 1424 bei der Belagerung von Aquila, konnte Papst Martin V. auch den Kirchenstaat wieder ordnen. In seinem Pontifikat hat Martin V. in drei Konsistorien am 23.06.1419, 24.05.1426 und 08.11.1430 insgesamt 17 Kardinäle kreiert. Im ersten Konsistorium erhob er Baldassare Cossa den späteren Gegenpapst Johannes XXIII. zum Kardinal. Auf dem Konstanzer Konzil hatte man mit dem Dekret “Frequens” von 1417, das regelmäßige Abhalten von weiteren Reformkonzilien beschlossen. 1423 berief Martin V. nach Pavia ein solches ein, welches dann nach Siena verlegt wurde. Offensichtlich wurde dieses Konzil in Siena Papst Martin V. zu gefährlich und er lies es auflösen. Giuseppe Alberigo schreibt in seiner Geschichte der Konzilen hierzu:

“Während ganz Siena Karneval feierte, verließen die Präsidenten des Konzils die Konzilsstadt und hinterließen die bereits am 26.02.1424 ausgefertigte Auflösungsurkunde an den Türen des Domportals. Als man die Flucht nach drei Stunden bemerkte, waren die Fakten bereits geschaffen. Das Konzil hatte verspielt.”

In einer Geheimsitzung am 19.02.1424 hatte man Basel als neuen Konzilsort festgelegt. Das Basler Konzil wurde am 23.07.1431 eröffnet, fünf Monate nach dem Tod von Papst Martin V. am 20.02.1431. Sein Bronzegrabmal ist in der Lateranbasilika  vor dem Papstaltar

Grabplatte Papst Martin V.

zu finden. In seine Regierungszeit fallen noch zwei Gegenpäpste, welche allerdings weder kirchlich noch politisch als relevant zu bezeichnen sind. Gegenpapst Benedikt XIII. (1394- 1417) hatte seine Absetzung am 26.07. 1417 nicht akzeptiert und am 22.05.1423 noch vier Kardinalskreierungen vorgenommen. Diese waren:

  • Julián Kardinal Lobera y Valtiera, Administrator der Diözese Tarazona,
  • Ximeno Kardinal Daha, Auditor der Päpstlichen Kammer,
  • Dominique Kardinal de Bonne Foi O.Carth., Prior des Klosters Mont Alégre und
  • Jean Kardinal Carrier, Erzbischof von Rodez.

Kardinal Carrier befand sich in Armagnac, als die drei anderen Kardinäle am 10.06.1423 im Konklave den Erzpriester von Teruel in Spanien, Gil Sánchez Munoz zum Gegenpapst Clemens VIII. wählten. Gegenpapst Clemens VIII. verzichtet am 26.07 .1429 zu Gunsten von Papst Martin V. auf seine Würden und verblieb bis zu seinem Tod am 28.12.1446 Bischof von Mallorca. Kardinal Carrier konsekreierte am 12.11.1425 den Sakristan Bernard Garnier insgeheim zum Gegenpapst Benedikt XIV., aus Protest gegen die simonistische Wahl von Clemens VIII. durch seine Kardinalskollegen. Die historischen Spuren von Gegenpapst Benedikt XIV. verlieren sich zur Gänze nach 1430, nicht einmal sein Tod ist geschichtlich überliefert. Beide Gegenpäpste sind als Symbol des ausgelaufenen Schisma zu sehen, im Pontifikat von Papst Martin V. und in der Kirchengeschichte nach dem Konstanzer Konzil spielen sie beide keine Rolle mehr.          >zurück

Papstwahl zu Konstanz

 

2. Struktur des Kardinalskollegiums

Mit dem Tod von Papst Martin V. umfasste das Heilige Kollegium insgesamt 19 Kardinäle. Am Konklave im Dominikanerkloster S. Maria sopra Minerva zu Rom nahmen allerdings nur 13 Kardinäle ( siehe Konklaveteilnehmer oben ) teil. Diese setzten sich wie folgt zusammen:

  • 6 Kardinäle aus dem Pontifikat von Papst Martin V.,
  • 1 Kardinal (Alfonso Carrillo) aus dem Pontifikat von Gegenpapst Benedikt XIII, seit 01.08.1418 zugehörig zu Papst Martin V.,
  • 3 Kardinäle aus dem Pontifikat von Papst Gregor XII. und
  • 3 Kardinäle aus dem Pontifikat von Gegenpapst Johannes XXIII., bereits Konklaveteilnehmer am Konklave zu Konstanz.

Am Konklave im Dominikanerkloster S. Maria sopra Minerva nahmen nicht teil ( 6 Kardinäle):

  • Juan Kardinal Cervantes, Titel von S. Pietro in Vincoli,
  • Hugues Kardinal Lancelot de Lusignan, Diakon von S. Adriano,
  • Domingo Kardinal Ram, Titel von Ss. Giovanni und Paolo,
  • Pierre Kardinal de Foix O.Min., Titel von S. Stefano al Monte Celio,
  • Louis Kardinal Aleman, Titel von S. Cecilia und
  • Henry Kardianl Beaufort, Titel von S. Eusebio und Bischof von Winchester (England).    
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3. Konklavebestimmungen

Die Dekretalien ”In nomine Domini” vom 13.04.1059 von Papst Nikolaus II. und “Licet de vitanda” aus dem Jahr 1179 von Papst Alexander III. und die Beschlüsse “Compilationes” des 4. Laterankonzils aus dem Jahr 1215. Das Dekret “Quia frequenter” von Papst Innozenz IV. vom 1. Konzil von Lyon am 28.08.1245. Die wohl entscheidendste Dekretalie nach der von Papst Nikolaus III. wurde die beim 2. Konzil von Lyon erlassene Wahlverordnung von Papst Gregor X. am 16.07.1274 “Ubi periculum” (“Wo Gefahr ist”). Viele Details dieser Wahlverordung von Papst Gregor X. findet man noch heute, nach über 720 Jahren in der Apostolischen Konstitution von Papst Johannes Paul II. “Universi Dominici Gregis“ vom 22.02 .1996. Die Wahlverordung von Papst Gregor X. fand nur wenig Anklang. Bereits Papst Hadrian V. suspendierte sie mündlich und Papst Johannes XXI. hob sie mit der Konstitution “Licet” am 20.09.1276 auf, ohne jedoch für eine neue Wahlverordnung gesorgt zu haben. Erst 18 Jahre später, am 28.09.1294 setzt Papst Cölestin V. (“Engelspapst”) die gregorianische Wahlverordung “Ubi periculum” wieder in Kraft. Papst Clemens V. verfügte am Konzil von Vienne 1311-1312 die Bulle “Ne Romani” , welche einige Zusätze zur gregorianischen Wahlverordnung brachte und im siebten Buch des kirchlichen Rechtsbuches “Clementinen” Aufnahme fand. Papst Clemens VI. milderte durch die Bulle “Licet in constitutione” vom 06.12 .1351 die bisherige Konklaveordnung in einigen Punkten ab. Am 19.03.1378 erlies Papst Gregor XI. das Dekret “Periculis et detrimentis” (“In Gefahren und Missständen”).      >zurück

4. Das  Konklave 

Zehn Tage nach dem Tod von Papst Martin V., zogen 13 Kardinäle im Dominikanerkloster S. Maria sopra Minerva zu Rom am 02.03.1431 ins Konklave ein. Das Konklave begann mit der Abschaffung einer scharfen Wahlkapitulation und führte zu einer Kompromisswahl. Schon am folgenden Tag wählte man den Venezianer Kardinal Gabriele Condulmer, Kardinalpriester von S. Clemente zum neuen Kirchenoberhaupt. Er nannte sich Papst Eugen IV. und wurde am 11.03.1431 in Rom gekrönt. Eugen IV. war ein Neffe von Papst Gregor XII. und der Spross einer venezianischen Kaufmannsfamilie. 1407 Bischof von Siena und seit 1408 Kardinalpriester von S. Clemente. Das kurze Konklave von nur einem Tag beendete eine Sedisvakanz von 19 Tagen. In das Pontifikat von Papst Eugen IV. fällt die Regierungszeit des letzten Gegenpapstes der Kirchengeschichte, Felix V.    

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Stand: 06.04.2003

 

 

 

 

 

 

 

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