15.10. 25.10. 02.11. 09.11.
1389 1389 1389 1389
           
Konklavedauer:   8 Tage    
             
Sedisvakanz: 25 Tage  
 
   

Quellenverzeichnis:

Castella Gaston

Illustrierte Papstgeschichte (Band 1)

Frechen

1965

Del Re Niccoló

Vatikan Lexikon

Augsburg

1998

Denzler Georg

Das Papsttum

München, Beck

1997

Funk F. X.

Lehrbuch der Kirchengeschichte

Paderborn

1911

Gelmi Josef

Die Päpste in Lebensbildern

Graz

1989

Johnson Paul

Das Papsttum

Stuttgart

1998

Kasper Walter

Lexikon der Päpste und des Papsttums

Freiburg i. Breisgau

2001

Kotzula Stephan

Kirchengeschichte in Daten und Fakten

Leipzig

1998

Kramer von Reisswitz Crista

Die Papstmacher

München

2001

Melloni Alberto

Das Konklave

Freiburg i. Breisgau

2002

Nersinger Ulrich

Sede Vacante

Wien

1996

Pastor von Ludwig

Die Geschichte der Päpste

Freiburg i. Breisgau

1931

Reese Thomas J.

Im Inneren des Vatikan

Frankfurt a. Main

1998

Schelle Klaus

Das Konstanzer Konzil 1414-1418

Konstanz

1996

Schimnelpfennig Bernhard

Das Papsttum

Darmstadt

1996

Schmidt / Ruhbach Kurt Dietrich / G.

Tabellen zur Kirchengeschichte

Göttingen

1999

Schreiber Hermann

Geschichte der Päpste

Augsburg

1995

Seppelt /Löffler Franz Xaver / K.

Papstgeschichte von den Anfängen bis zur Gegenwart

München

1933

Burkle-Young, Dr.Francis A.

Passing the Keys, The Cardinals of the Holy Roman Church

www.fiu.edu

2002

Konklaveteilnehmer (13):

Pietro Tomacelli

Titel S. Anastasia

Francesco Renzio

Diakon von S. Eustachio

Francesco Moricotti Prignani

Bischof von Palestrina

Tommaso Orsini dei Conti di Manupello

Diakon von S. Maria in Domnica

Andrea Bontempi Martini

Titel Ss. Marcellino e Pietro

Marino Bulcani

Diakon von S. Maria Nuova

Poncello Orsini

Titel S. Clemente

Rinaldo Brancacci

Diakon von Ss. Vito e Modesto

Angelo Acciaioli

Titel S. Lorenzo in Damaso

Ludovico Fieschi

Diakon von S. Adriano

Francesco Carbone Tomacelli O.Cist.

Titel S. Susanna

Angelo d´ Anna de Sommariva O.Camald.

Diakon von S. Lucia in Septisolio (auch Septizonio)

Stefano Palosio

Titel S. Marcello

 

 

 

Das Konklave vom 25.10.-02.11.1389

 

 

 

 

 

 

 

Inhaltsverzeichnis:

 

1. Der Tod Papst Urban VI.

Papst Urban VI. taktierte sowohl bei kirchlichen als auch politischen Angelegenheiten äußerst unklug. Innerhalb des Kardinalskollegiums regte sich mehr und mehr Widerstand der letztendlich zur Opposition führte. Diese oppositionellen Kreise versuchten ihn für geisteskrank zu erklären, um so sein Pontifikat vorzeitig zu beenden. Urban antwortete mit brutaler Härte und ließ sechs seiner Kardinäle verhaften, foltern und fünf sogar hinrichten. Am 15. Oktober 1389 starb Urban in Rom, nachdem er sich alle Welt zum Feind gemacht hatte und beendete ein trauriges Pontifikat. Einige Quellen sprechen ihm auch geistige Verwirrung zu. Die Christenheit war immer noch gespalten, das Große Abendländische Schisma lebte weiter in der Gestalt des französischen Gegenpapstes Clemens VII.    >zurück

2. Struktur des Kardinalskollegiums

Nach dem Ableben Urban VI. ( + 15.10.1389 ) versammelten sich dreizehn Kardinäle der römischen Obödienz in Rom zur Papstwahl. Urbans schlimme Verfehlungen hatten tiefe Furchen in sein eigenes Kardinalskollegium gerissen. Wegen einer Verschwörung gegen ihn, ließ Urban sechs Kardinäle seines Kollegiums:

  • Giovanni de Amelia (oder Amadeo), Erzbischof von Korfu
  • Gentile de Sangro
  • Adam Easton O.S.B., +15.08.1398
  • Ludovico Donato O.Min.
  • Bartolomeo de Coturno O.Min.
  • Marino Giudice, Erzbischof von Tarento

am 12.01.1385 im Kastell Nocera in Umbrien inhaftieren. Außer Kardinal Adam Easton, wurden im Dezember 1386 alle fünf Kardinäle in Genua hingerichtet. Vier weitere Kardinäle wurden am 07.10.1387 abgesetzt:

  • Pietro Pileo di Prata, Erzbischof von Ravenna
  • Galeotto Tarlati de Petramala, Diakon von S. Agata in Suburra
  • Bartolomeo Mezzavacca, Titel von S. Marcello
  • Landolfo Maramaldo, Diakon von S. Nicola in Carvere Tulliano

Kardinal di Prata wurde zusätzlich exkommuniziert; wechselte anschließend in die Obödienz des Gegenpapstes Celemens VII. und mit dem Tod von Urban VI. wieder in die Obhut des römischen Papstes Bonifatius IX. Dieser machte ihn zum Bischof von Frascati unter gleichzeitiger Verleihung des Kardinalats. Diese Besonderheit brachte  ihm später die Titulierung “ Kardinal mit den drei Hütten “ ein. Im ersten Konsistorium seines Pontifikats am 18.09.1378, ernannte Urban VI. den Bischof von London (England) William Courtney zum Kardinal; dieser nahm jedoch die Kreierung nicht an. Zu Konklavebeginn am 25.10.1389 waren bereits 17 Kardinäle, die von Urban VI. kreiert worden waren, verstorben und somit ergab sich folgende Anzahl von Kardinälen im Kollegium:

Gesamtkreierungen im Pontifikat von Urban VI.:

43

Kardinäle

verstorbene Kardinäle:

17

Kardinäle

Nichtannahme der Kreierung:

1

Kardinal

hingerichtet Kardinäle:

5

Kardinäle

abgesetzte bzw. exkommunizierte Kardinäle:

4

Kardinäle

--------------------------------------------------------------------

---------

--------------

 Kardinalskollegium am 25.10.1389:

16

Kardinäle

Am 25.10.1389 zogen somit 13 Kardinäle ( siehe Konklaveteilnehmer oben ) in Rom in das Konklave ein. Der Papstwahl blieben drei Kardinäle fern; Philippe d´Alencon - Bischof von Sabina, der im Jahr 1386 der Hinrichtung nur knapp entgangene Adam Easton O.S.B. - Titel  S. Cecilia,  und Valentin d´Alsan - Titel von Ss. IV. Coronati.    >zurück

3. Konklavebestimmungen

Die Dekretalien ”In nomine Domini” vom 13.04.1059 von Papst Nikolaus II. und “Licet de vitanda” aus dem Jahr 1179 von Papst Alexander III. und die Beschlüsse “Compilationes” des 4. Laterankonzils aus dem Jahr 1215. Das Dekret “Quia frequenter” von Papst Innozenz IV. vom 1. Konzil von Lyon am 28.08.1245. Die wohl entscheidendste Dekretalie nach der von Papst Nikolaus III. wurde die beim 2. Konzil von Lyon erlassene Wahlverordnung von Papst Gregor X. am 16.07.1274 “Ubi periculum” (“Wo Gefahr ist”). Viele Details dieser Wahlverordung von Papst Gregor X. findet man noch heute, nach über 720 Jahren in der Apostolischen Konstitution von Papst Johannes Paul II. “Universi Dominici Gregis“ vom 22.02 .1996. Die Wahlverordung von Papst Gregor X. fand nur wenig Anklang. Bereits Papst Hadrian V. suspendierte sie mündlich und Papst Johannes XXI. hob sie mit der Konstitution “Licet” am 20.09.1276 auf, ohne jedoch für eine neue Wahlverordnung gesorgt zu haben. Erst 18 Jahre später, am 28.09.1294 setzt Papst Cölestin V. (“Engelspapst”) die gregorianische Wahlverordung “Ubi periculum” wieder in Kraft. Papst Clemens V. verfügte am Konzil von Vienne 1311-1312 die Bulle “Ne Romani” , welche einige Zusätze zur gregorianischen Wahlverordnung brachte und im siebten Buch des kirchlichen Rechtsbuches “Clementinen” Aufnahme fand. Papst Clemens VI. milderte durch die Bulle “Licet in constitutione” vom 06.12 .1351 die bisherige Konklaveordnung in einigen Punkten ab. Das Dekret “ Periculis et detrimentis ” (“In Gefahren und Missständen”) vom 19. März 1378 erlassen durch Papst Gregor XI. hatte immer noch Gültigkeit. Unter anderem bestimmte es, jede Art von Wahl, auch eine unter außerordentlichen Umständen stattfindende sollte als gültig anerkannt werden. Das Konklave solle dort stattfin- den, wo die größte Anzahl von Kardinälen zusammenkommen könnten und ihre Gültigkeit sei nur von einer einfachen Mehrheit abhängig.   >zurück

4. Das Konklave

Zehn Tage nach Urbans Tod traten 13 der 16 verbliebenen Kardinäle in Rom zur Papstwahl. Im Gegensatz zum letzten Konklave des Jahres 1378, wurden die Wahlgänge von außen nicht beeinflusst. Erst nach 8 Tagen fiel die Wahl auf den neapolitanischen Kardinal Pietro Tomacelli der zu diesem Zeitpunkt etwa 39 Jahre alt war und seit 1385 die Titelkirche S. Anastasia inne hatte.  

>zurück

>zur Papstbiographie zurück

Stand: 02.01.2003   

 

 

 

 

 

 

 

Konklave vom 25.10.-02.11.1389 zur Wahl von Papst Bonifatius IX.

 
 
 
 
 
 
 

 

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Urban VI.

u Sukzession  u

Bonifatius IX.

 

 
 
 
 
 
 
 

 

Bartolomeo Prignano

 

Pietro Tomacelli

 

 

Todestag:  15.10.1389

Wahlort:  Rom (Alt St. Peter)

  Titel S. Giorgio in Velabro

 

 

Todesort:  Rom

 

 

 

 
 
 
 
 
 
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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Bonifatius IX.

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