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2/2008
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01.02.08
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Der Seligsprechungsprozess f�r Papst Pius XII. ist nicht ad acta gelegt
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Das hat der Leiter der Seligsprechungs-Kongregation jetzt bekr�ftigt. In diesem
Jahr j�hre sich der Todestag des Pacelli-Papstes zum 50. Mal. Zu den Initiativen, die es aus diesem Anlass geben werde, geh�re auch eine neue Untersuchung von Dokumenten in den
vatikanischen Archiven. Die Ergebnisse dieser Suche �k�nnen dem Seligsprechungsprozess f�r Pius XII. nur zugute kommen”, so Kardinal Jos� Saraiva Martins gegen�ber der italienischen
katholischen Tageszeitung �Avvenire”. Der Papst hat bereits den heroischen Tugendgrad seines Vorg�ngers anerkannt. Pius XII. war von 1939 bis 1958 auf dem Stuhl Petri. Er gilt als
einer der gr��ten P�pste des 20. Jahrhunderts. Seine Haltung zum Nazi-Regime in Deutschland und der Juden-Verfolgung wurde nach seinem Tod bis heute immer wieder Gegenstand von teilweise
heftiger Polemik. (rv)
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08.02.08
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Der Papst reist vom 15. bis zum 20. April in die USA
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Das hat der Vatikan an diesem Freitag auch offiziell best�tigt. Benedikt wird
zun�chst vier Tage in Washington verbringen, wo er sich im Wei�en Haus mit Pr�sident George W. Bush treffen wird. Au�erdem stehen Begegnungen mit den Bisch�fen, mit Universit�tsdozenten
und mit Vertretern anderer Religionen auf dem Programm. Im National Park von Washington wird der Papst am 17. April eine Messe feiern. Am 18. April will er in New York eintreffen, wo er
sich bis zum 20. April aufhalten wird. In dieser Zeit ist u.a. eine Ansprache vor der UNO-Vollversammlung vorgesehen. Au�erdem will Benedikt XVI. Vertreter anderer Kirchen sowie Priester,
Ordensleute und Seminaristen treffen und eine Messe in der Patricks-Kathedrale feiern. Am letzten Besuchstag plant er ein stilles Gebet am �Ground Zero”, dem Schauplatz der
Attentate vom 11. September 2001. (rv)
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18.02.08
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Wird es Heiligen jetzt schwerer gemacht? - Instruktion zu Seligsprechungen
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Selig oder heilig zu werden, ist ab diesem Montag – gewisserma�en
– ein bisschen schwieriger geworden. Der Vatikan hat eine Instruktion ver�ffentlicht, die an einige Regeln bei Seligsprechungs-Verfahren erinnert. Darin werden die Bisch�fe
gebeten, im di�zesanen Teil des Verfahrens �Strenge“ und �N�chternheit“ walten zu lassen. Und auch die Anerkennung eines Wunders – so mahnt die Vatikan-Instruktion
– darf keine blo�e Formsache sein. �Das Dokument hei�t Sanctorum Mater, denn die Kirche ist die Mutter der Heiligen“, erkl�rt Kardinal Jos� Saraiva Martins,
Vatikan-Verantwortlicher f�r Selig- und Heiligsprechungen. �Der Text betrifft nur die di�zesane Phase von Seligsprechungs-Prozessen. Er widerspricht der verbreiteten Vorstellung, dass
diese Phase eigentlich nur eine Art historisch-kritische Recherche sein sollte. Diese Vorstellung f�hrte dazu, dass immer wieder bei der Materialsammlung zu Kandidaten f�r die
Seligsprechung bestimmte Prozeduren nicht beachtet wurden. Und die Instruktion stellt auch etwas heraus, was einigen offenbar nicht ganz klar war: dass n�mlich die Vergewisserung eines
Rufes der Heiligkeit oder des Martyriums eine absolut n�tige Voraussetzung f�r die Aufnahme eines solchen Prozesses ist.“ Hei�t das mehr Strenge? Will der Vatikan in Zukunft nicht
mehr so viele Seligsprechungs-Kandidaten zulassen? �Nein, diese Strenge gibt es nicht“, beteuert der Kardinal – �da h�tte man, wenn man wirklich strenger sein wollte, ein
anderes legislatives Instrument gebraucht als eine einfache Instruktion. Man kann aber nicht leugnen, dass es der Instruktion darum geht, die genaue Beachtung der geltenden Regeln
anzumahnen.“ Dass unter Benedikt die T�r f�r neue Selige nicht ins Schloss gefallen ist, die Johannes Paul II. ge�ffnet hatte, macht eine Statistik deutlich, die der Vatikan
ebenfalls an diesem Montag ver�ffentlicht hat. Danach hat der Rhythmus der Seligsprechungen unter dem neuen Papst sogar noch zugenommen. Durch Benedikt sind bis heute 577 Personen ins
Buch der Seligen oder Heiligen eingeschrieben worden – das ist ein Drittel der Zahl, auf die Johannes Paul in seinen 27 Jahren Pontifikat kam. �brigens wird es f�r Johannes Paul
II. auf seinem weiteren Weg zur Seligsprechung keine Ausnahmebehandlung geben: �Benedikt XVI. hat 2005 eine schnelle Aufnahme des Verfahrens erlaubt, das ja – sagt Kardinal
Saraiva Martins. Aber er hat keine Ausnahmen von der Prozedur autorisiert, und die geht also regul�r weiter.“ (rv)
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3/2008
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01.03.08
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Die Zahl der Katholiken ist zwischen 2005 und 2006 weltweit um 1,4 Prozent gestiegen
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Das geht aus dem neuen P�pstlichen Jahrbuch hervor. Fast die H�lfte der
gut 1,1 Milliarden Katholiken (49,8 Prozent) lebt in Amerika, ein Viertel in Europa. Asien stellt zwar 61 Prozent der Weltbev�lkerung, jedoch nur 10,5 Prozent der Katholiken. Die
Gewichtung der verschiedenen Kontinente sei im Vergleich zu den Vorjahren unver�ndert, so die p�pstlichen Statistiken. Bei den Priesterzahlen h�lt demnach der im Jahr 2000 begonnene
Aufw�rtstrend an: Weltweit gab es im Berichtsjahr 407.262 Di�zesan- und Ordenspriester, 851 mehr als im Vorjahr. Mehr Berufungen gibt es vor allem in Afrika und Asien. Die erste
Druckausgabe des mehrere tausend Seiten starken roten �Annuario Pontificio 2008“ wurde an diesem Freitag Papst Benedikt XVI. �berreicht. (rv)
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06.03.08
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Kommandant der Schweizergarde tritt zur�ck
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Der Kommandant der P�pstlichen Schweizergarde, Elmar Theodor M�der, hat
seinen R�cktritt bekannt gegeben. Das best�tigte das Kommando der Schweizergarde am Mittwochabend gegen�ber Radio Vatikan. Nach zehn Dienstjahren als Vize-Kommandant und seit 2002
als 33. Kommandant der Schweizergarde tritt M�der voraussichtlich im August zur�ck. Unter anderem f�hrte er die vatikanische Schutztruppe durch die Feierlichkeiten zu ihrem
500-j�hrigen Bestehen im Jahr 2006. Medien hatten immer wieder �ber eine angebliche Rivalit�t spekuliert zwischen Schweizergarde und der Gendarmerie als ziviler Polizei im Vatikan.
Gegen�ber Radio Vatikan betonte M�der k�rzlich: �Ich stelle f�r mich pers�nlich fest, dass die wesentliche Rolle der Schweizergarde – seit ihrer Gr�ndung – die Palast-
und Leibwache ist. Auf diese Funktionen wird man nie verzichten, denn der Papst wird immer irgendwo wohnen und er wird immer des Schutzes bed�rfen. Wenn es nicht die Schweizergarde
macht, dann muss es jemand anders tun. Doch solange wir das auf diese gute Weise tun wie bisher, werden wir das auch in Zukunft weiter machen d�rfen.” M�glicher Kandidat
f�r die Nachfolge M�ders ist nach Medienspekulationen der derzeitige Vize-Kommandant, der 43-j�hrige Walliser Jean-Daniel Pitteloud. Das 500-Jahr-Jubil�um habe vieles ver�ndert, so
M�der. �Das Verh�ltnis zwischen ehemaligen Gardisten ist wesentlich intensiver geworden. Au�erdem sind neue Kontakte zu Menschen in unserem Umfeld – sei es in der Schweiz
oder aus dem �brigen Ausland – erste Schritte. Wir wollen das weiterpflegen, so gut es geht.” Die Garde ist seit 1506 f�r den Schutz der P�pste zust�ndig und bewacht
die Eing�nge zum Vatikanstaat und insbesondere den Apostolischen Palast. Ber�hmt ist die j�hrliche Vereidigung der neuen Soldaten am 6. Mai, dem Jahrestag des Sacco di Roma 1527,
bei dem 147 Schweizer Gardisten bei der Verteidigung des Papstes ums Leben kamen. �Die Gardisten m�ssen stolz sein, denn sie geh�ren zu den wenigen Menschen, die behaupten
k�nnen, sie h�tten ihr Handwerk buchst�blich von der Pike auf gelernt. Die Pike ist nichts anders als die Hellebarde. Aber auch der Glaube will von der Pike auf gelernt sein. Und
Christus selbst sei der Panzer der Gardisten.”(rv)
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09.03.08
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Kardinal Dery verstorben
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Der vor fast genau einem Jahr kreierten Kardinal, Peter Poreku Dery, ist am 06.M�rz verstorben. Papst Benedikt XVI.
hat dem Vorsitzenden der Bischofskonferenz von Ghana, wo Kardinal Dery stammte, einen Beileidsbrief gesandt. Dery war Mitglied des P�pstlichen Rates f�r die Laien und
Schatzmeister der Panafrikanischen Bischofskonferenz. Mit dem Tod von Kardinal Dery besteht das Kardinalskollegium nun aus 198 Kardin�len, davon 119 bei einem Konklave
Stimmberechtigte. (rv)
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10.03.08
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Ehrt die Kirche Galileo Galilei durch eine Statue in den Vatikanischen G�rten?
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Bekommt Galileo Galilei eine Statue in den Vatikanischen G�rten? Auch wenn die letzte Best�tigung aus dem
Vatikan-Staat noch fehlt, so sieht es doch ganz danach aus. Der Termin f�r die Aufstellung der Statue k�nnte im n�chsten Jahr liegen, wenn die UNO das internationale Jahr der
Astronomie feiert. Galileo Galilei, der Mathematiker, Physiker und Philosoph aus Pisa, ist f�r viele heute ein Emblem des Kampfes gegen die Inquisition. Doch dem historischen
Galilei wird diese verk�rzte Sicht wohl kaum gerecht. Zwar wurde der aus Pisa stammende Wissenschaftler tats�chlich von der Inquisition im 17. Jahrhundert verurteilt, doch
neuere Studien deuten immer st�rker darauf hin, dass der Hintergrund des Urteils gar nicht die Konfrontation altes gegen neues Weltbild war. Galilei scheint weniger M�rtyrer der
Wahrheit – als solcher wirkt er etwa in einem bekannten Theaterst�ck von Berthold Brecht – als vielmehr in gewisser Weise Opfer seiner eigenen Sturheit geworden zu
sein. Eine Rehabilitierung Galileis hat Papst Johannes Paul II. im Jahr 1992 verk�ndet; der jetzige Papst, der auch schon mal vom �gro�en Galilei” spricht, erw�hnt den
Wissenschaftler positiv schon in seiner �Einf�hrung in das Christentum”, die aus dem Jahr 1968 stammt. Galilei geh�rt zu den Gr�ndungspers�nlichkeiten der heutigen
P�pstlichen Akademie der Wissenschaften, woran jetzt schon eine Gedenkplakette in den Vatikanischen G�rten erinnert. Von diesem Gremium geht nun auch die Initiative zu einer
Galilei-Statue in den Papst-G�rten aus. (rv)
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17.03.08
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Programm der Papstreise in die USA
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Dienstag, 15. April 12.00 Abflug vom Flughafen
Fiumicino, Rom 16.00 (Ortszeit) Ankunft Andrews Air Force Base, Washington Private Begr��ung durch den Pr�sidenten der Vereinigten Staaten und seiner Frau 16.15 Fahrt
und �bernachtung in der Apostolischen Nuntiatur in Washington
Mittwoch, 16.April Geburtstag von Papst Benedikt
XVI. Me�feier in der Privatkapelle der Nuntiatur 10.30 Offizielle Begr��ungszeremonie auf dem Rasen des Wei�en Hauses H�fflichkeitsbesuch beim US-Pr�sidenten im Oval
Office 13.00 Essen mit den US-Kardin�len und dem Pr�sidium der Bischofskonferenz 17.45 Vespergottesdienst und mit den Bisch�fen des Landes im National Shrine
Donnerstag, 17. April 10.00 Messe im Nationals Stadium 17.00 Treffen mit den katholischen Universit�ts – Vertretern im Konferenz der Katholischen
Universit� 18.30 Treffen mit Vertretern anderer Religionen im Rotunda Saal des Pope John Paul II. Cultural Center
Freitag, 18. April Privatmesse in der Kapelle der Nuntiatur 08.45 Abfllug vom Flughafen Andrews Air Force Base nach New York 09.45 Ankunft im Internationalen
John-F.-Kennedy-Flughafen Weiterflug mit den Hubschrauber nach Manhatten 10.30 Ankunft. Weiterfahrt mit dem Auto zum Sitz der Vereinten Nationen 10.45 Besuch bei den
Vereinten Nationen Rede des Papstes an die Vollversammlung und Gru� an die Mitarbeiter 18.00 �kumenisches Treffen in der St. Joseph-Kirche �bernachtung in der
p�pstlichen Residenz
Samstag, 19. April 09.15 Messe mit Priestern und Ordensleuten in der St.
Patrick-Kathedrale 11.30 Fu�weg von der Kathedrale zur Residenz des Erzbischofs von New York Anschlie�end Mittagessen mit den Bisch�fen der Erzdi�zese New York 16.30
Treffen mit Jugendlichen und Seminaristen im St. Joseph-Seminar
Sonntag, 20. April 09.30
Besuch am Ground Zero. Gebet des Papstes 14.30 Messe im Yankee Stadium 20.30 Abflug vom Internationen John-F.-Kennedy-Flughafen nach Rom
Montag, 21.April 10.45 Ankunft in Rom- Ciampino (rv)
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24.03.08
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Adolfo Antonio Kardinals Suarez Rivera verstorben
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Suarez war am vergangenen Samstag in seiner Heimat im Alter von 81 Jahren gestorben. Er war einer der beiden
Kardin�le, die aus Gesundheitsgr�nden nicht am Konklave von 2005 teilnehmen konnten. Nach dem Tod von Suarez z�hlt das Kardinalskollegium 197 Mitglieder, von denen 119 an
einer Papstwahl teilnehmen k�nnten, da sie unter 80 Jahre alt sind. (rv)
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30.03.08
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Keine neue Grabst�tte f�r Johannes Paul
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Die sterblichen �berreste von Papst Johannes Paul II. werden
nicht von den Grotten in den Petersdom umgebettet. Das hat der vatikanische Pressesaal jetzt pr�zisiert. Er widersprach damit einer Meldung der Nachrichtenagentur Ansa,
nach der eine Vatikan-Kommission eine solche Umbettung der Gebeine Johannes Pauls beschlossen habe. �Es gab keine Kommission und kein Ja“, so das Vatikan-Dementi
w�rtlich. Die Meldung habe �kein Fundament“. Es sei allerdings nicht auszuschlie�en, dass es nach einer Seligsprechung von Johannes Paul einmal zu einer solchen
neuen Grablege im Petersdom kommen k�nnte. Dar�ber werde zu gegebener Zeit der Papst entscheiden. Ein Termin f�r eine Seligsprechung Johannes Pauls steht noch nicht fest;
das entsprechende Verfahren l�uft. (rv)
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4/2008
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02.04.08
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Vatikan: Papstmesse zur Erinnerung an Johannes Paul II.
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Vor genau drei Jahren ist Papst Johannes Paul II. gestorben. Papst Benedikt feierte auf dem Petersplatz eine Messe zum Gedenken an
seinen gro�en Vorg�nger. Dabei bot sich stellenweise ein Bild wie in alten Zeiten: 50.000 Menschen auf der Piazza San Pietro – und viele polnische Fahnen, darunter
ein �Solidarnosc”-Schriftband und ein gro�es gelbes Transparent einer Gruppe aus Wadowice, dem Geburtsort Johannes Pauls II. Als Benedikt im Papamobil nach allen
Seiten segnend durch die Reihen fuhr, lag ein Hauch von d�ja-vu in der Luft. Zumal auch Stanislaw Dziwisz bei der Messe dabei war – diesmal aber nicht als
Privatsekret�r des polnischen Papstes, sondern als Krakauer Erzbischof und Kardinal. �Das Datum 2. April bleibt tief in unser Ged�chtnis eingepr�gt”, sagte
Papst Benedikt, �wir alle denken voller Emotion an die Stunden dieses Samstagabends vor drei Jahren zur�ck, als eine betende Menge hier auf dem Platz die Nachricht von
seinem Tod aufnahm.” Johannes Paul sei ein �sterlicher Mensch gewesen, von �au�erordentlicher spiritueller und mystischer Sensibilit�t”; er sei in seinem
Leben immer dem kreuztragenden Christus gefolgt, sei ihm gerade dann, als ihm die Stimme verloren ging, im Leiden immer �hnlicher geworden. Noch einmal rief Benedikt
XVI. die ber�hmten Worte seines Vorg�ngers, die eine Art Motto gewesen seien: �Habt keine Angst!” Die Messfeier auf dem Petersplatz war gepr�gt von der
lateinischen Sprache. Drei Dutzend Kardin�le konzelebrierten, darunter aus dem deutschen Sprachraum Christoph Sch�nborn, Walter Kasper und Paul Joseph Cordes. Zum
Seligsprechungsprozess f�r seinen Vorg�nger sagte Papst Benedikt XVI. an diesem Mittwoch allerdings nichts. In einem kurzen Gru�wort auf Deutsch meinte Benedikt am
Schluss der Messfeier: �Sehr herzlich gr��e ich alle Br�der und Schwestern aus dem deutschen Sprachraum. Einen besonderen Gru� richte ich an die Teilnehmer des ersten
Weltkongresses �ber die G�ttliche Barmherzigkeit, der mit der heutigen Gedenkmesse am dritten Todestag des Dieners Gottes Johannes Pauls II. begonnen hat. Die G�ttliche
Barmherzigkeit ist in gewisser Weise ein Schl�ssel zum Pontifikat meines verehrten Vorg�ngers. So m�ge diese Tagung dazu beitragen, seine reiche Verk�ndigung zu diesem
Thema weiter bekannt zu machen. Gerne begleite ich euch alle mit meinem Segen.” (rv)
Dziwisz: �Johannes Paul ist immer bei uns” Er ist der Mann, der dem
verstorbenen Papst �ber Jahre am N�chsten war: Stanislaw Dziwisz - mittlerweile Kardinal und Erzbischof von Krakau. Fast vierzig Jahre war er der Privatsekret�r von
Karol Wojtyla. Er war es auch, der die Messe am Krankenbett las, w�hrend der Johannes Paul II. um 21.37 verstarb. Er ist derzeit in Rom und nimmt an den Feierlichkeiten
zum Dritten Todestag Johannes teil. Er erinnert sich: �Ich kann vor allem nicht vergessen den letzten Abschied, als er meine Hand genommen hat und ich ein letztes Mal
seine Hand gek�sst habe. Dieser Abschied wird mich f�r immer begleiten.” Das Leben von Johannes Paul II. sei vor allem von der Leidenschaft f�r die Kirche
gepr�gt gewesen: �Wir wollen von ihm lernen, die Kirche zu lieben so wie sie ist – so wie sie aus Heiligen und aus S�ndern besteht. Die Kirche ist eine einzige.
Wir brauchen Einheit in der Kirche und um die Kirche herum.” Dziwisz gilt als einer der vehementesten F�rsprecher f�r eine z�gige Seligsprechung des
verstorbenen Papstes. Auf die Frage, ob ihm Johannes Paul II. manchmal fehle und er sich nach ihm sehne, sagt der polnische Kardinal: �Keine Sehnsucht – fr�her
waren wir beim Papst. Jetzt ist er bei uns.” Am Mittwoch um 21 Uhr werden Jugendliche in den vatikanischen Grotten unterhalb des Petersdoms am Grab Johannes
Pauls II. eine Rosenkranz-Andacht feiern. Der Feier steht der Kardinalvikar von Rom, Camillo Ruini, vor. Kardinal Dziwisz wird am Schluss der Feier, die auch live nach
Krakau �bertragen wird, einige Worte an die Jugendlichen richten. Zeitgleich finden au�er in Krakau Feiern in Tschenstochau und in Warschau statt. Dort wird der
Pilsudski-Platz, der einstige Aufmarschplatz der Kommunisten, durch Kerzenschein erhellt sein. An diesem zentralen Ort im Herzen der polnischen Metropole versammelten
sich zu den Gottesdiensten Papst Johannes Pauls jeweils Hunderttausende Menschen. Am Mittwochabend werden sie wieder da sein, um am dritten Todestag �ihres polnischen
Papstes” zu gedenken. (rv)
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13.04.08
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Papst trauert um verstorbenen Kardinal
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Benedikt XVI. hat zum Tod des mexikanischen Kardinals und ehemaligen Erzbischof von Mexiko-Stadt,
Ernesto Corripio Ahumada, kondoliert. Der emeritierte Erzbischof starb am fr�hen Donnerstagmorgen im Alter von 88 Jahren. Er litt an Herzproblemen, Thrombose und
Diabetes. Unter ihm wurden nach Jahrzehnten des Konflikts 1992 die diplomatischen Beziehungen zwischen dem antiklerikalen mexikanischen Regime und dem Vatikan
wiederhergestellt. Als Papst Johannes Paul II. im Jahr 1979 Mexiko besuchte, erschien der Kardinal zu seiner Begr��ung auf dem Flughafen in b�rgerlichen Kleidern, weil
ein inzwischen abgeschafftes Gesetz ihm verbot, sich offen als Priester zu zeigen. (rv)
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15.04.08
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Papstbesuch in den USA (1. Tag)
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Papst fliegt in die USA Papst Benedikt XVI. ist an diesem Dienstag um 12 Uhr zu einer sechst�gigen Reise in die USA aufgebrochen. Ankunft in Washington ist 16 Uhr
(Ortszeit). An Bord des Flugzeuges befinden sich rund 100 Personen, darunter 70 Journalisten. Zum Auftakt wird das Oberhaupt der katholischen Kirche von US-Pr�sident
George W. Bush zu Gespr�chen empfangen. Anlass und H�hepunkt seiner Reise ist seine Rede vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen am Freitag. Zum Abschluss der
f�nft�gigen Reise wird Benedikt XVI. am Sonntag den �Ground Zero” in New York besuchen, wo bei den September-Anschl�gen 2001 die beiden T�rme des World Trade
Centers einst�rzten. Benedikt XVI. ist der dritte Papst, der das Land besucht. Der katholischen Kirche geh�rt etwa ein Viertel der amerikanischen Bev�lkerung an,
von denen ein wachsender Teil aus lateinamerikanischen Einwandererfamilien stammt. Sie ist damit nach den protestantischen Kirchen die gr��te Konfession. (rv)
USA: Neugier auf den Papst Unser
Korrespondent vor Ort ist Stefan von Kempis. Hier ein erster Vorbereicht aus den USA: Eine Gruppe junger Leute
singt f�r Jesus, auf einem Platz mitten in New York. Sie tragen T-Shirts, bewegen sich im Takt. Katholiken? Wohl kaum. Die sind von der Konkurrenz. Hier, in �God`s
own country”, stehen die Katholiken immer schon einer gro�en und lebendigen protestantischen Gemeinschaft gegen�ber. Doch auf den Papst sind sie alle neugierig
– Katholiken wie Christen anderer Konfessionen. �ber Benedikt XVI. wissen die Amerikaner laut Umfragen fast nichts. Seit Tagen wird in den Medien
erstaunlich viel �ber den bevorstehenden Besuch berichtet. Das �Time”-Magazin hat Benedikt flugs zum �Amerikanischen Papst” erkl�rt – so der Titel
einer langen und interessanten Analyse. Darin finden die Autoren �berraschende Gr�nde, warum sich der deutsche Papst f�r das US-Modell interessiert: Die USA seien ja
gleichzeitig eine v�llig moderne – und doch eine tief religi�se Gesellschaft. Der beste Beweis mithin, dass das von Benedikt immer wieder beschworene
Zusammengehen von Vernunft und Glauben auch in der Praxis funktioniert. Der Papst finde diese Verbindung von modernem Lifestyle und tiefen religi�sen �berzeugungen
faszinierend: ein Modell auch f�r das kriselnde Europa. In vielen Zeitungen, die an den Stra�enecken der US-St�dte verkauft werden, spielt der bevorstehende
Papstbesuch eine Rolle. Nicht selten ist der Tenor aber nachdenklich-kritisch. Ausf�hrlich wird von den Schwierigkeiten der US-Kirche berichtet, vor allem von der
Vertrauens- und Berufungskrise in der drittgr��ten Ortskirche des Katholizismus. Denn die Zahl der US-Katholiken w�chst zwar zahlenm��ig, vor allem durch das
Hinzukommen der �Hispanics” – doch sie haben seit den 60er Jahren 17.000 Priester verloren. Pfarreien schlie�en oder werden zusammengelegt, so die �New
York Times”, und das bedrohe die katholische Kirche der USA an ihrem eigentlich vitalsten Punkt, n�mlich den Pfarreien. Das Titelbild der �New York
Times” zeigt eine einsame Beterin in einer demn�chst abzurei�enden Kirche. �Kann er seiner Herde neuen Mut geben?” fragt das Magazin �Americans”
– das offenbar einzige, das den Papst in diesen Tagen vor der Visite ganzseitig auf den Titel hebt. Die �New York Post” rollt das Thema von seiner
menschlichsten Seite her auf: Krebskranke Amerikaner warten auf ein Wunder durch den Papst, und zwei Angeh�rige eines beim Attentat vom 11. September 2001 Get�teten
wollen mit Benedikt am �heiligen” Ground Zero beten. �ber dieses Gebet Benedikts am Ort der Anschl�ge ist auch im Fernsehen eine heftige Debatte ausgebrochen:
Wird er f�r die Terroristen beten? Darf man das? Ansonsten eine sehr bunte Berichterstattung: �ber einen Skateboard-Gestaltungs-Wettbewerb zur Papstreise. �ber zu
erwartende Proteste von Homosexuellen-Gruppen. �ber Deutsche in den USA. An einigen Pl�tzen in Washington und New York h�ngen schon Vatikan-Fahnen. Das st�rkste
Gef�hl im Vorfeld dieser Papstreise – es ist Neugier. Das st�rkste Bild wird wohl der am Ground Zero betende Benedikt sein. Doch ob wenige Tage in zwei
nahegelegenen St�dten an der Ostk�ste ausreichen werden, um auf die Katholiken der ganzen USA einzuwirken, das wird man sehen. (rv)
UNO: Was wird der Papst sagen?
Papst Benedikt XVI. wird am Freitagvormittag vor der UNO-Vollversammlung in New York eine Rede halten. International kommt diesem Programmpunkt die h�chste Bedeutung
zu. Seit 2002 ist Erzbischof Celestino Migliore Vatikan-Nuntius bei der UNO in New York – wir haben mit ihm vorab gesprochen: �In den G�ngen des
Glaspalastes sp�rt man eine gro�e Erwartungshaltung. �ber 2.000 Journalisten haben sich bereits akkreditiert. Beliebt sind bei den Journalisten im Moment auch
Gespr�chspartner, die Benedikt XVI. pers�nlich kennen. Alle m�chten aber im Vorfeld vor allem wissen, was der Papst vor der UNO-Vollversammlung sagen wird. Das ist
ein Zeichen daf�r, dass die Meinung des Papstes zur Weltpolitik auf reges Interesse st��t. Der Papst gilt hier in der UNO als moralische Autorit�t, die auch in der
Lage ist, Hoffnung und Vertrauen in eine bessere Zukunft zu geben. Deswegen sind alle so sehr auf seine Rede gespannt.” In diesem Jahr feiert die UNO den
60. Jahrestag der Verabschiedung ihrer Menschenrechts-Charta. Ihre Durchsetzung bleibt bis auf den heutigen Tag ein Desiderat, so der Vatikandiplomat. �Es gibt
heute nicht ein einziges Menschenrecht, das nicht irgendwo auf der Welt verletzt wird. Das h�ngt mit der Annahme zusammen, dass die Regierungen Rechte
�gew�hren” und auch bestimmen, wieweit diese Geltung haben, anstatt sie als Rechte anzusehen, die den Menschen unver�u�erlich aus sich selber heraus zukommen.
Und dann ist es notwendig, auch juristisch besser zusammenzuarbeiten. Die Entstehung immer neuer Normen und von Informations-Technologien, um dieses Normen auch
durchzusetzen, hat dazu gef�hrt, dass in diesem Prozess nicht alle L�nder gleicherma�en Schritt halten. Die juristische Zusammenarbeit der L�nder untereinander und
mit den UNO-Organisationen ist ein unerl�ssliches Element f�r die Umsetzung der Menschenrechte.” Der Papst kann einen wichtigen Beitrag f�r das
Zusammenleben der V�lkergemeinschaft leisten, indem er den Finger in die Wunden der Gegenwart legt, sagt Migliore. �Seit Beginn seines Pontifikats hat Benedikt
XVI. die Herausforderung des 21. Jahrhunderts in Angriff genommen: Und zwar das Verh�ltnis zwischen Glaube und Vernunft. Denn deren Krise hat gro�e Auswirkungen auf
den Frieden und die Weltpolitik. Es geht um die Respektierung der Menschenrechte und die Rolle der Politik in den Gesellschaften. Der Papst steht f�r einen Dialog
unter der Voraussetzung, die W�rde jeder Person und aller Gruppen zu respektieren.” Seit 1964 hat der Heilige Stuhl den Status eines st�ndigen Beobachters
ohne aktives oder passives Stimmrecht. Es ist die vierte Rede eines Papstes vor der Vollversammlung. Als erster sprach Paul VI. am 4. Oktober 1965. Papst Johannes
Paul II. war am 2. Oktober 1979 und am 5. Oktober 1995 im Glaspalast zu Gast. (rv)
Deutschland/Vatikan: Kasper, �Papst wird in USA Dialog mit Juden f�rdern”
Er geh�rt zur ersten Garde der katholischen Theologen weltweit: Kurienkardinal Walter Kasper. Der Deutsche wurde gerade 75 Jahre alt. Zu seinen Ehren erschien
nun eine Festschrift mit dem Titel �Gott denken und bezeugen” -, dessen Vorwort kein Geringerer als Papst Benedikt XVI. schrieb. Bei einem Symposium an der
Theologischen Hochschule der Palottiner in Vallendar wurde Kardinal Kasper am Wochenende die W�rdigung seines theologischen Werkes �berreicht. Das K�lner Domradio
hatte vorher die Gelegenheit, ausf�hrlich mit ihm zu sprechen, unter anderem auch �ber die bevorstehende USA-Reise des Papstes. Dabei betonte Kardinal Kasper auch
die Bedeutung der geplanten interreligi�sen Gespr�che, die Benedikt XVI. in den Vereinigten Staaten f�hren wird. �Das ist einmal der christlich-j�dische Bereich -
und ich muss sagen, das geh�rt zum Erfreulichsten, was ich w�hrend meiner zehn Jahre Rom erfahren habe, was da an Freundschaft mit den Juden gewachsen ist. …
Die Juden sind an einer Freundschaft mit uns aus einem ganz einfachen Grund interessiert: Sie sind �berall auf der Welt in der Minderheit und darauf angewiesen, mit
einer gr��eren Religionsgemeinschaft Kontakt zu haben. Und das ist weitgehend f�r sie die katholische Kirche. Juden und Katholiken haben au�erdem die gleichen oder
zumindest �hnliche Werte. Zum Beispiel die Werte der Familie sind f�r Juden genauso bedeutend wie f�r uns Christen. Da ist wirklich Vieles gewachsen. Und der Papst
wird das w�hrend seiner USA-Reise auch weiter f�rdern. Er wird sowohl in Washington als auch New York Juden treffen.” (rv)
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16.04.08
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Papstbesuch in den USA (2. Tag)
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�Welcome to the States“- Papst landet am Dienstag in Washington
Papst Benedikt XVI. ist am Dienstag kurz vor 16 Uhr (Ortszeit) zu seinem ersten Besuch in den USA
eingetroffen. US-Pr�sident George W. Bush begr��te den Papst in einer bislang einmaligen Geste pers�nlich am Flughafen. Auch Bushs Ehefrau Laura und Tochter Jenna
waren dabei, als das katholische Kirchenoberhaupt auf dem Luftwaffenst�tzpunkt Andrews nahe Washington landete. Der Papst nahm wegen des Windes seine wei�e
Kappe ab, als er bei strahlendem Sonnenschein aus der Alitalia-Maschine stieg. L�chelnd stieg er die Treppe hinunter und ging auf die Pr�sidentenfamilie zu. Die
protestantischen Bushs bereiteten dem Papst einen herzlichen Empfang. Es war das erste Mal, dass ein US-Pr�sident einen ausl�ndischen Gast pers�nlich am Flughafen
begr��te. (rv)
Bush empf�ngt am Mittwoch Papst im Wei�en Haus
Der erste Termin auf US-Boden f�hrte den Papst am Mittwoch Morgen Ortszeit in das Wei�e Haus von Washington – zu einer nachgeholten Begr��ungszeremonie. Stefan von Kempis berichtet.
Gro�er Bahnhof f�r Benedikt auf der S�dwiese des Wei�en Hauses: Strahlender Sonnenschein, zwitschernde V�gel, mehrere tausend
Menschen in Feierstimmung, ein Brunnen pl�tschert, Soldaten tragen leuchtend-rote historische Uniformen. Dazu kommen die Farben der 17 US-Kardin�le, die in den
ersten Reihen sitzen und sp�ter mit dem Papst zu Mittag essen werden. Papst Benedikt und Pr�sident Bush stehen auf einem kleinen Podium, hinter sich die
Vatikanfahne und das US-Sternenbanner, noch weiter dahinter erhebt sich die S�d-Fassade des Wei�en Hauses.
Die Menschen im Garten des Wei�en Hauses singen ein spontanes Geburtstagsst�ndchen f�r den Papst, der etwas verlegen daf�r
dankt. �Ich hei�e Joseph wie du“, steht auf deutsch auf einem Transparent, das ein kleiner Junge in H�nden h�lt. Dann h�rt Benedikt XVI. konzentriert zu, als
eine farbige S�ngerin das Vaterunser singt. �Friede sei mit Ihnen!“, so begr��t George Bush den Papst. �Eine ganze Nation ist ger�hrt und geehrt, dass Sie
sich entschieden haben, Ihren Geburtstag hier zu feiern.“ �Sie finden in Amerika eine Nation des Gebets: Millionen von Amerikanern liegen jeden Morgen auf
den Knien und danken Gott, viele beten auch in diesen Tagen f�r Ihren Besuch. Sie finden in Amerika auch eine Nation des Mitgef�hls: In allen Teilen der Welt
engagiert sich Amerika f�r Solidarit�t und Entwicklung. Sie finden in Amerika eine Nation, die an die Anwesenheit Gottes im �ffentlichen Raum glaubt. Wir glauben
an die Religionsfreiheit. Sie finden hier eine moderne Gesellschaft, die sich von alten Werten leiten l�sst. Eine der innovativsten – und gleichzeitig eine
der religi�sesten Gesellschaften, die es gibt. Sie finden ein Amerika“, so Bush weiter, �dessen Menschen auf Ihre Botschaft der Hoffnung warten. Wir brauchen
Ihre Botschaft, dass Gott die Liebe ist. Diese Botschaft ist das st�rkste Mittel gegen Hass und Terrorismus. Wir brauchen Ihre Botschaft gegen die Diktatur des
Relativismus und f�r eine Gesellschaft, die auf Gerechtigkeit und Frieden beruht.“ Spontaner Beifall kommt auf bei den Worten Bushs, dass das Leben heilig
ist und unverf�gbar. Im Vergleich zu den eing�ngigen Worten des US-Pr�sidenten, eines ge�bten Redners, wirkt dann die erste Ansprache Benedikts auf US-Boden etwas
professoral, aber sehr freundlich und auch deutlich. Benedikt redet von den US-Gr�ndungsv�tern, von Freiheit, von religi�sem Pluralismus, von Werten. (Siehe die
Kerns�tze weiter unten)
Nach der Papstrede intoniert ein Chor der US-Armee das �Glory Halleluja“, dann steigen der Pontifex maximus und der
m�chtigste Mann der westlichen Welt die Treppe zum Wei�en Haus empor, winken vom Balkon noch einmal zur Menge hinunter, zusammen mit �First Lady“ Laura Bush.
Eine halbe Stunde hat die Begr��ungszeremonie nur gedauert, alle gro�en Fernseh-Kan�le wie CNN, ABC oder Fox waren live dabei – jetzt unterh�lt sich Benedikt
mit Bush im Oval Office, und gleichzeitig treffen sich in einem anderen Saal des Wei�en Hauses US-Au�enministerin Condoleeza Rice und der vatikanische
Kardinalstaatssekret�r Tarcisio Bertone. Noch einmal singen die Menschen auf der �South Lawn“ des Wei�en Hauses �Happy Birthday“ - es ist ein
malerischer Auftakt f�r diesen Papstbesuch. (rv)
Die Kerns�tze der Ansprache Benedikts XVI. bei der Begr��ungszeremonie im Wei�en Haus
Seit den Anf�ngen der Republik war die Freiheitssuche Amerikas geleitet von der �berzeugung, dass die Prinzipien, die das politische und soziale Leben leiten,
zuinnerst mit einer moralischen Ordnung verbunden sind, die auf der Herrschaft des Sch�pfergottes gr�nden. Die Sch�pfer der Verfassungsdokumente dieser Nation
gr�ndeten sich auf dieser �berzeugung, als sie von der Wahrheit sprachen ,die aus �sich selbst heraus“ evident ist und dass alle Menschen gleich erschaffen
sind und mit unver�u�erlichen Rechten ausgestattet sind, die auf dem Naturrecht gr�nden und dem Gott dieser Natur. … In diesem langen Prozess, denn die Seele
dieser Nation geformt hat, waren die religi�sen Bekenntnisse eine konstante Inspirationsquelle und eine Orientierungskraft, wie beispielsweise der Kampf gegen die
Sklaverei und zur Zeit f�r die zivilen Rechte. Historisch gesehen, haben nicht nur die Katholiken, sondern alle Gl�ubigen hier die Freiheit gefunden, Gott ihrem
Gewissen folgend anzubeten, zugleich wurden sie als Teil einer Gesellschaft akzeptiert, in der jeder einzelne und alle Gruppen ihre Stimme zu Geh�r bringen
konnten. Nun muss die Nation immer neue komplexe politische und ethische Fragen angehen, ich vertraue darauf, dass die Amerikaner in ihren Glaubens�berzeugungen
eine wertvolle Quelle der Unterscheidung und der Inspiration finden, damit ein vern�nftiger, verantwortlicher und respektvoller Dialog m�glich ist in dem Bem�hen,
eine immer menschlichere und freie Gesellschaft aufzuerbauen. … Die Freiheit ist nicht nur ein Geschenk, sondern auch ein Appell zur personalen Freiheit. Die
Amerikaner wissen dies aus Erfahrung. Die Verteidigung der Freiheit ist ein Appell zur Kultivierung der Tugend der Selbstdisziplin, der Aufopferung f�r das
Gemeinwohl und eines Verantwortungsbewusstseins gegen�ber denjenigen, die weniger Gl�ck haben. Die Kirche f�r ihren Teil hofft ihren Teil beitragen zu k�nnen beim
Bauen einer Welt, die immer mehr w�rdig ist der menschlichen Person, der geschaffen ist als Bild und nach dem Gleichnis Gottes. … Die Demokratie kann nur
bl�hen, wie eure Gr�nderv�ter wussten, wenn die politischen F�hrer sich von der Wahrheit f�hren lassen und eine Weisheit walten lassen, die hervorgeht aus
moralischen Prinzipien, wenn sie Entscheidungen f�llen, die das Leben und die Zukunft der Nation betreffen. (rv)
Papst spricht von �tiefer Scham“ �ber P�dophilieskandale
Hoch �ber den Wolken – genauer gesagt �ber dem Atlantik, nordwestlich von Frankreich – hatte sich Papst Benedikt XVI. auf dem Flug von Rom nach
Washington den Fragen der rund 70 mitreisenden Journalisten gestellt. Der Papst sprach nicht nur �ber die freudigen Momente, die ihn in den Vereinigten Staaten
erwarten. Er betonte auch, dass er die US-Katholiken besuchen wolle sowie bei der UNO �ber die Menschenrechtserkl�rung sprechen, die ihr 60-j�hriges Bestehen
feiern.
Der Papst antwortete auf Fragen zu verschiedenen Themen. Unmissverst�ndlich �u�erte er sich zu dem Thema, das die US-Kirche in
den vergangenen acht Jahren am sch�rfsten bedr�ngte: die Missbrauchs-Skandale, die landesweite Enth�llung sexueller Vergehen von Geistlichen an Minderj�hrigen.
Die Botschaft des Papstes zu den P�dophilie-Skandalen war klar: Wer sich der P�dophilie schuldig gemacht hat, kann nicht
Priester der katholischen Kirche bleiben. Er sei zutiefst besch�mt �ber diese Skandale und frage sich, wie so etwas passieren konnte. Er habe Mitgef�hl mit der
Kirche in den USA, vor allem aber mit den Opfern. Zur Aufarbeitung empfahl er einen Drei-Stufen-Plan: Zun�chst eine juristische Kl�rung im Sinne der
Null-Toleranz-Strategie bei P�dophilie, wie sie die US-Bisch�fe bereits in ihrem intensiven Bem�hen um Schadensbegrenzung in Abstimmung mit dem Vatikan beschlossen
hatten. Ausdr�cklich differenzierte Benedikt XVI. dabei zwischen P�dophilie und Homosexualit�t. Weiter empfahl er eine pastorale Aufarbeitung, die sich um eine
�Heilung“ der tiefen Verletzungen bei den Opfern bem�hen solle. Und schlie�lich m�sse die Kirche alles daransetzen, dass sich so etwas nie wiederhole. Das
gelte insbesondere f�r die Auswahl der Seminaristen. Zur Priesterausbildung und erst recht zur Priesterweihe, so Benedikt XVI., k�nne nur zugelassen werden, wer
physisch und psychisch gesund und gefestigt sei und eine tiefe Verankerung im Glauben und in der Gottesliebe habe. �Es ist wichtiger, gute Priester zu haben, als
viele“, so die Maxime des Papstes. Aber nicht nur die Missbrauchs-Skandale war Thema der 18-min�tigen �fliegenden Pressekonferenz“. Es ging auch um
das Problem der Zuwanderung aus Lateinamerika - ein Problem, �ber das er auch mit US-Pr�sident George W. Bush sprechen wollte, wie Benedikt XVI. betonte.
Kurzfristig m�sse es um Hilfe f�r Familien, auch f�r auseinander gerissene Familien gehen, forderte der Papst. Mittel- und l�ngerfristig m�ssten die
Lebensbedingungen in den Staaten Lateinamerikas verbessert werden, damit die Menschen nicht aufgrund von Not und Hunger ihr Heil in der Auswanderung suchten.
Schlie�lich gab es auch noch Lob und Anerkennung f�r die Religiosit�t in der US-Gesellschaft sowie f�r die auf die Gr�nderzeit zur�ckgehende strikte Trennung von
Kirche und Staat. Diese sei zugleich Grundlage f�r die Freiheit, die Entfaltungsm�glichkeit und das selbstverst�ndliche Nebeneinander der christlichen und anderen
religi�sen Bekenntnisse in den USA gewesen. Europa k�nne das nicht so ohne Weiteres kopieren - zumal auch Amerika heute neue S�kularisierungen erlebe, wie der
Papst betonte. Eine positive Orientierung k�nne aber diese Bipolarit�t gleichwohl bedeuten. (rv)
Papst-Besuch: �Freude herrscht“
Trotz P�dophilie-Skandalen und anderen Problemen – bei den Katholiken in den USA scheint doch die Freude �ber den Papstbesuch im Moment das beherrschende
Gef�hl zu sein. Sie wittern die Chance, das Blatt wieder ins Positive zu wenden und neue Hoffnung zu bekommen, dem Reisemotto entsprechend: �Christ, our
Hope“. Henry Vosswinkel ist Finanzexperte in New York. Im Gespr�ch mit unserem Korrespondenten Stefan Kempis meinte der engagierte Katholik: �Ich bin sehr
froh, dass der Papst jetzt kommt. Wir hier in den USA k�nnen ein bisschen mehr Denken ans Religi�se gut gebrauchen. Au�erdem bin ich katholisch und freue mich
immer, wenn wir hier mit der katholischen Kirche etwas auf die Beine stellen. Dass der Papst jetzt kommt und sein Interesse an der USA zeigt, das macht mich sehr
froh.“ Benedikt besucht Pr�sident Bush im Wei�en Haus, gestern hat Bush das Kirchenoberhaupt am Flughafen empfangen, und dann h�lt der Papst eine Rede vor
den Vereinten Nationen in New York. Ist das zuviel Politik f�r einen religi�sen Besuch? Vosswinkel dazu: �Ich finde, das geht. Es ist kein Zuviel an Politik, dass
der Papst beim Besuch in einem Land von dessen Pr�sidenten willkommen gehei�en wird. Ich glaube au�erdem, dass der Papst und Bush pers�nlich viel miteinander
gemein haben, denn auch Bush ist zwar kein Katholik, aber doch religi�s. Er will zeigen, dass der Papst hier in Amerika wirklich willkommen ist.“ Benedikt
XVI. besucht nur die Ostk�ste Amerikas. Finanzexperte Vosswinkel glaubt nicht, dass die Reise eine Wirkung auf die ganzen USA haben wird. Aber er ist Optimist:
�Nein, aber ich denke, das ist ja vielleicht nur der erste Besuch, den der Papst hier macht. Er war schon vor seiner Wahl zum Papst viermal in den USA, glaube ich
– und wenn das jetzt in den n�chsten vier Tagen gut gehen wird, dann denke ich, dass er wieder zur�ckkommen wird.“ (rv)
Deutschsprachige in New York sind vorbereitet
Er ist f�r die deutschsprachigen Katholiken im Erzbistum New York zust�ndig: Peter Bleeser, Priester des Bistums Trier, jetzt wohnhaft in New Plains im Norden
des Big Apple. Stefan Kempis fragte Bleeser, ob die US-Kirche vorbereitet ist auf den Besuch Benedikts. �Das hoffe ich sehr! Sie freut sich auf den Papst. Die
US-Kirche ist ja nach meiner Einsch�tzung nicht so kritisch wie zum Beispiel die deutsche Kirche.“ Man h�rt hier aber doch auch sehr viele kritische
Stimmen von US-Katholiken, die sich noch an den �b�sen“ Kardinal Ratzinger an der Spitze der Glaubenskongregation erinnern und jetzt nicht ganz an die Wende
zum �guten“ Benedetto glauben wollen. �Na ja, aber er hat seine Rolle als Chef der Glaubenskongregation ja verlassen und eine neue Rolle �bernommen, die
er auch sehr gut ausf�llt. Ich wei� zwar, dass er sehr konservativ ist – aber was mir sehr gut gef�llt an ihm, ist, dass er sagt: Seid doch froh, dass ihr
Christen seid! Seid doch froh, dass ihr Katholiken seid! Das ist eine sehr positive Aussage, weil es fr�her immer hie�, Katholisch-sein bedeute, tausend Regeln zu
beachten. Und der Papst sagt: Nein, es ist doch eine Freude, Christ zu sein. Mich freut es, dass er das sagt.“ (rv)
New Yorker Banker: Laien �ber Problem der P�dophilie aufkl�ren
Schon am ersten vollen Reisetag trifft der Papst die Bisch�fe der USA, mit ihnen m�chte er unter anderem auch �ber die P�dophilie-Skandale in den USA sprechen.
Dan Coleman w�re gerne dabei, aber der New Yorker ist kein Bischof, sondern Banker, darum darf er bei der Papst-Vesper mit den Oberhirten der USA nicht mitmachen.
Coleman, der als Amerikaner in Deutschland aufgewachsen ist, w�rde Benedikt XVI. gern auf einen, wie er meint, zentralen Punkt aufmerksam machen: �Ich sehe, dass
es in der weltlichen Presse eine st�ndige Propaganda gibt, die gegen die Kirche gerichtet ist. Diese Propaganda vermittelt den Eindruck, dass es nur in der Kirche
sexuelle �bergriffe auf Jugendliche gibt. Das ist kein richtiger Eindruck, denn bei anderen Organisationen gibt es das genauso, und wenn man sich die Zahlen mal
ansieht, dann kommt es im �ffentlichen Schulsystem in gleichem Ma�e dazu.“ Laut Coleman haben die Bisch�fe des Landes bei den P�dophilie-Skandalen
entt�uscht. Die Kirchenm�nner seien �beraltet und �etwas rostig“, meint der B�nker. Besser w�re es, wenn Benedikt XVI. die Laien in die Debatte einbeziehen
w�rde, so Coleman: �Meiner Ansicht nach w�re es sehr wichtig, die Laien �ber diesen Punkt aufzukl�ren. Das w�rde zu sehr viel mehr f�hren, als mit der Hierarchie
zu reden. Durch den �ber viele Jahre hin existierenden Druck haben die Bisch�fe Patent-Antworten, und manchmal kommen von ihnen schnelle Antworten, die an sich
nicht die richtigen sind. Also: mehr mit den Laien sprechen!“ (rv)
KOMMENTAR VON P. GEMMINGEN ZUM BEGINN DER PAPSTREISE:
Die Papstreise in die USA ist im Vergleich zu fr�heren Reisen von Papst Benedikt kompliziert. Die Erwartungen an die Reise sind oft ziemlich verkehrt.
Viele fragen, was Benedikt zur Irak-Politik sagen wird, wie er sich zu Tibet �u�ert, ob er am Ground Zero f�r die Terroristen betet, f�r welche Partei und welchen
Pr�sidentschaftskandidaten er sich wenigstens indirekt aussprechen wird, ob er Missbrauchsopfer treffen und wie er sich zu Priestern �u�ern wird, die sich p�dophil
verhalten haben. Ich antworte: das alles sind Nebenfragen. Der Papst kommt, weil er eingeladen ist, vor der UNO zu sprechen. Was er dort sagen wird, verdient volle
Aufmerksamkeit. Vermutlich geht es ihm um die Grundlegung der Menschenrechte in einem humanen Menschenbild. Und er m�chte – da er schon in den USA ist
– den US-Katholiken Mut und Hoffnung zusprechen, dass sie wieder Tritt fassen sollen. Da die Vereinigten Staaten Weltmacht Nummer eins mit manchmal falschen
Politiken sind, braucht ihre Bev�lkerung besonders viel R�ckhalt in den gro�en Idealen, die die USA einst geschaffen hat. Diese Ideale sind ein Glaubensleben in
einem religi�s neutralen Staat. Demokratie, Selbst�ndigkeit, Freiheit, Gleichheit vor dem Gesetz. Wer viel Macht hat, hat viel Verantwortung. Der Papst will den
US-Katholiken sagen: Ihr seid wichtig f�r die Welt, fasst neue Hoffnung in Jesus Christus. (rv)
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17.04.08
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Papstbesuch in den USA (3. Tag)
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Papst feiert ersten Gro�gottesdienst in den USA Papst Benedikt XVI. hat den ersten gro�en Gottesdienst seiner USA-Reise gefeiert. Im Baseballstadion der Nationals - unter freiem
Himmel - erwarteten ihn am Donnerstagmorgen (Ortszeit) rund 50.000 Menschen. Sie hatten schon Stunden in der Arena gewartet und ein Vorprogramm mit Musik
verfolgt. Bei seiner Ankunft am Stadion wurde das Kirchenoberhaupt vom Erzbischof von Washington, Donald William Wuerl, und politischen Vertretern begr��t.
Anschlie�end fuhr Benedikt XVI. im Papamobil durch das Stadion. Dabei sang ein Chor �Gro�er Gott, wir loben dich” auf Englisch und Deutsch. Konzelebranten
des Gottesdienstes waren Wuerl und Kardinal-Staatssekret�r Tarcisio Bertone. Die vor allem mit englischen und spanischen Texten gefeierte Messe war den Gl�ubigen
der US-Hauptstadt gewidmet. An dem Gottesdienst nahmen auch etwa 250 Bisch�fe, 14 Kardin�le und 1.300 Priester teil. (kna)
Papst fordert von US-Bisch�fen moralische Erneuerung des Landes und der Kirche
Klare Worte Benedikt XVI. bei einer Vesper mit den US-amerikanischen Bisch�fen im Nationalschrein der Unbefleckten Empf�ngnis in Washington. Lebensschutz,
die St�rkung der Familie, die �tiefe Scham” �ber die Missbrauchsf�lle in der US-Kirche und Kritik an der Handhabung des Problems von Seiten der Bisch�fe,
geh�rten zu den Themen der Predigt. (rv)
USA: Der Papst und die Juden
Gleich zweimal nimmt der Papst in diesen Tagen freundlich R�cksicht auf US-B�rger j�dischen Glaubens: Um ihr Pesach, ihr Osterfest nicht durcheinander zu
bringen, hat er seine Begegnung mit Vertretern anderer Religionen schon f�r den Donnerstag in Washington angesetzt. Und einen Besuch in einer New Yorker Synagoge
unternimmt Benedikt XVI. um eine Uhrzeit, die es allen j�dischen Gl�ubigen noch erlaubt, zum Beginn des Sabbat rechtzeitig zuhause zu sein. Ein Bericht von
Stefan Kempis. New York ist die Stadt mit der gr��ten j�dischen Gemeinschaft der Welt: 1624 kamen die ersten 23 j�dischen Gl�ubigen hierhin, die Stadt hie�
damals noch Neu-Amsterdam. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts, bis 1925, suchten 12 Millionen Juden aus vielen Teilen der Welt Zuflucht in der Stadt: Italiener,
Iren, Deutsche, Zentraleurop�er tr�umten von einem besseren Leben. Sie pr�gten die B�rse und mehrere Stadtviertel. Orthodoxe Juden mit schwarzem Hut und
gedrehten Schl�fenlocken geh�ren zum Stra�enbild in New York ganz selbstverst�ndlich dazu. Wenn man sie fragt, ob sie den Papstbesuch jetzt mitverfolgen, dann
bekommt man immer wieder Antworten wie diese hier: �Nein, wir sind hier sehr besch�ftigt. Wir haben keine Zeit daf�r. Aber ich habe davon geh�rt und finde das
sehr sch�n.” Die Begegnung von Menschen verschiedener Religionen – so etwas ist in New York nichts Besonderes, sondern Alltag. Der Katholik Henry
Vosswinkel hat als Finanzexperte in New York jahrzehntelang mit j�dischen Kollegen ganz selbstverst�ndlich zusammengearbeitet. Darum wundert er sich etwas �ber
die Frage, ob er denn das Papsttreffen mit Juden und den Besuch Benedikts in einer New Yorker Synagoge wichtig findet. �Ich wei� nicht, was Sie meinen. Aber
ich finde das gut. Wir m�ssen alle zusammenkommen. Ich denke dieser Papst liegt richtig, wenn er sagt, dass er mit allen Religionen sprechen will.” Im
historischen Viertel der j�dischen Einwanderer liegt, gleich an einer viel befahrenen Stra�enkreuzung, der �lteste j�dische Friedhof der Stadt aus dem 17.
Jahrhundert: Wackelnde Steine, unleserlich gewordene Schrift. Die Juden sind in ihrem urspr�nglichen Viertel in Manhattan Downtown mit seinen vielen Synagogen
l�ngst nicht mehr alleine - die Immigration geht weiter, das Viertel hei�t jetzt Chinatown. Aus den Radios an den vielen Verkaufsbuden pl�rrt asiatische Musik.
(rv)
USA: Benedikt XVI. spricht an der katholischen Universit�t Washington
Glaube und Vernunft – das k�nnte, wie schon vor zwei Jahren in Regensburg, wieder ein Thema sein, wenn der Papst am Donnerstag die akademische B�hne
betritt. An der Katholischen Universit�t von Washington trifft er sich mit Professoren, Dozenten und Studenten. Keine Gesellschaft bringe Moderne und Religion so
gut unter einen Hut wie die amerikanische, das hatte Pr�sident Bush dem Papst am Wei�en Haus gesagt, und das sieht Benedikt �hnlich. Warum versteht man in Europa
nicht mehr, dass Vernunft und Glaube zusammengeh�ren? So fragt nicht nur der Papst, sondern auch Dan Coleman. Der US-Katholik ist Banker in New York, aber im
Rheinland aufgewachsen. �In Europa ist vielleicht zum Teil auch das Steuersystem schuld: Da sparen die Leute Geld, wenn sie aus der Kirche austreten. Und
au�erdem ist es eine Entfremdung zwischen dem Klerus und den Gl�ubigen, die dazu beitr�gt, dass die Gl�ubigen nur noch an die allernotwendigsten Dinge glauben,
aber die Details einfach fallenlassen. In Amerika hingegen gibt es sehr viele kirchliche Vereine, auch karitative Organisationen sind sehr stark – und die
Kirche hat auf diesem Gebiet einfach mehr zu bieten als alle anderen. Dadurch gibt es dann auch mehr Interesse hier in Amerika an der Kirche, wenn man das so
sagen kann. Wenn man erst mal Interesse an den Dingen hat, etwas studiert, an Konferenzen teilnimmt oder in der Heiligen Schrift liest, dann verbindet das einen
mehr und mehr mit der Kirche. Dadurch w�chst die Zahl der aktiven Mitglieder der Kirche – das geschieht hier in Amerika. Warum das in Europa nicht so ist?
Keine Ahnung.”
Eindr�cke des ersten Reisetages
Von New York aus beobachtet Stefan Kempis f�r uns den Papstbesuch. Was sind denn die Eindr�cke des ersten vollen Reisetages? Zun�chst einmal: Der Empfang
des Papstes am Wei�en Haus hat einen sehr entspannten, fr�hlichen Auftakt gesetzt. Das war von den US-Gastgebern perfekt orchestriert, um Benedikt – auch
noch an seinem 81. Geburtstag – wirklich das Gef�hl zu geben, dass er in den Vereinigten Staaten willkommen ist. Vorher gab es zwar noch Bef�rchtungen, der
scheidende Pr�sident Bush oder seine Republikanische Partei w�rden diesen Moment f�r sich instrumentalisieren, aber ich glaube, die Bef�rchtungen haben sich bei
diesen Bildern zerstreut. Bush hat eine griffige, kraftvolle Rede gehalten, Benedikt hat sich auf die protestantischen Gr�ndungsv�ter der USA berufen und
freundliche Signale an alle Ethnien und Religionen im Land ausgeschickt – das kommt an. Es war �brigens, wie die Medien betonen, die gr��te
Menschenansammlung am Wei�en Haus in der ganzen Epoche der Pr�sidentschaft Bush. Hier in New York reden die Leute tats�chlich auf der Stra�e �ber den Papst; sie
freuen sich, dass er da ist, sind neugierig. �Hast du Karten f�r die Papstmesse bekommen?”, fragt heute auf der F�hre nach Staten Island ein Student, der
neben mir steht, den anderen, und der antwortet: �Ja, und ich gehe auf jeden Fall hin. Das kann man doch nicht verfallen lassen.” �brigens hat ein gro�er
Fernsehsender die erste Papstrede auf US-Boden mit englischen Untertiteln versehen – so ganz scheint man das deutsch gef�rbte Englisch des Papstes hier
vielleicht nicht zu verstehen. Fragen an Stefan von Kempis: Am Mittwoch Nachmittag Ortszeit hat der Papst die US-Bisch�fe getroffen – was ist Ihr
Eindruck von diesem Auftritt? Die Bilder haben mich sehr an das Treffen des Papstes mit lateinamerikanischen Bisch�fen erinnert, letztes Jahr in Brasilien.
Das fand n�mlich ebenfalls in der Krypta einer gro�en Marienkirche statt, was zu einer ganz eigenen, konzentrierten Atmosph�re f�hrt. Der Papst wirkte an diesem
Nachmittag ziemlich ersch�pft, mit Ringen unter den Augen; zuvor, als er mit dem Papamobil durch die Stra�en der Hauptstadt gefahren war, hatte es viel Beifall
gegeben, aber auch ein paar Protestler, die an die P�dophilie-Skandale in der US-Kirche erinnerten. Ich glaube, dass die Rede des Papstes an die Bisch�fe in den
Medien und bei den Menschen hier in den USA gut ankommen wird: Da gibt es mitf�hlende Worte zum Terror des 11. September 2001 und f�r die Hochwasser-Opfer von
New Orleans, f�r die Immigranten, auch f�r die Laien in der Kirche, ein Lob f�r den tiefen Glauben in Amerika… Die Warnungen vor S�kularismus, vor
Materialismus und dem Zerfall der Familie waren gewisserma�en sehr gut �verpackt”. Vor allem aber werden wohl die Worte des Papstes zu den
P�dophilie-Skandalen die kommende Berichterstattung bestimmen. Da hat er selbst, den Vorsitzenden der Bischofskonferenz zitierend, kritisiert, die F�lle seien
�manchmal sehr schlecht gehandhabt worden”. Diese Worte werden wir wohl am Donnerstag Ortszeit auf mancher Titelseite wieder finden. Den Amerikanern wird
diese Deutlichkeit gut tun.
US-Presseschau: �Papst heilt die Wunden!”
Bei seinem Besuch in den USA muss der Papst noch deutlichere Worte finden zu dem Missbrauchsskandal, meinen viele Kommentatoren der internationalen Presse.
Zudem soll Benedikt XVI. auf den Wandel der US-Kirche reagieren. Unser Korrespondent vor Ort, Stefan von Kempis, hat die US-amerikanischen Zeitungen genauer
unter die Lupe genommen: Zwei Dinge �berraschen mich beim Blick in die Zeitungen an diesem Donnerstag: Nicht alle zeigen den Papst gro� auf Seite eins, und
nicht alle streichen – wie ich das vermutet h�tte – seine offenen Worte zu den P�dophilie-Skandalen besonders heraus. Die meistgelesene
Tageszeitung, �USA Today”, zeigt Benedikt XVI. l�chelnd auf dem Rasen des Wei�en Hauses; daneben steht aber die ernste �berschrift: �Benedikt: Heilt die
Wunden! Papst ruft die Kirchenf�hrer zu einem Heilungs-Prozess nach dem Skandal auf.” In sehr deutlichen Worten, so hei�t es dann im Artikel, habe der
Papst auch eine St�rkung der Ehe gefordert und sich gegen Relativismus ausgesprochen. Das Blatt zitiert Kardinal Mahoney von Los Angeles, dessen Erzbistum
besonders viel mit P�dophilie-F�llen zu tun hatte, mit den Worten: �Der Papst ist nicht gekommen, um irgendetwas unter den Teppich zu kehren.” Im
Innenteil: Ein Bericht �ber die Freude vieler Menschen in Washington, den Papst zu sehen, ihm vom Stra�enrand aus zuzuwinken. Tenor: �Our country needs to see
this” – unser Land braucht das jetzt. Die seri�se �New York Times” zeigt auf Seite eins nur ein winziges Foto des Papstes ganz unten in der
Ecke; die wenigen danebenstehenden Zeilen sagen, dass Benedikt den S�kularismus kritisiere – dieser hindere die Menschen daran, frei ihre Religion
auszu�ben. Im Innenteil, aber weit hinten: Bunte Bilder vom Empfang des Papstes in der Hauptstadt. Berichte, die seine Worte zu den P�dophilie-Skandalen
erw�hnen, ohne sie aber gro� hervorzuheben. Ein Kommentar mit dem Titel: �Warmes Willkommen und ein Gef�hl der Einigkeit.” Und eine Analyse all dessen, was
Fernseh-Moderatoren in diesen Tagen zum Papstbesuch alles so von sich geben: Eine Papstreise sei offenbar, so die �NYT” mit leichtem Spott, �so etwas wie
eine k�nigliche Hochzeit” – da f�hlten viele sich berufen, auch noch ihren Senf dazuzugeben. Das �Wall Street Journal” betont an diesem
Donnerstag mehr die Fernsehdebatte zwischen Barack Obama und Hillary Clinton. Zum Papstbesuch sind die Informationen relativ knapp – die �berschriften:
�Papst und Bush einig in Sachen Freiheit und Moral” und �Papst und Bush �u�ern �hnliche Ansichten.” Die weniger seri�se, aber millionenfach
verbreitete �Daily News” hingegen zeigt den Papst und den Pr�sidenten auf Seite eins, und dazu den Riesentitel: �God bless America”, Gott segne
Amerika. Innen wird ein Teil der ersten Ansprache Benedikts auf US-Boden abgedruckt, und ein Kommentator f�hrt aus: �Selten zeigt ein gro�er Welt-F�hrer solchen
Respekt vor amerikanischen Werten wie der Papst. M�ge er weithin geh�rt werden!” Auch in Amerika selbst! - so gibt der Artikel dann noch zu
verstehen. Was bietet die �Daily News” noch? Eine Analyse der Schuhe des Papstes. Ein Bild, wie er im Wei�en Haus die Kerzen auf seiner Geburtstagstorte
ausbl�st. Ein paar Worte zu seiner Katzen-Liebe und die Behauptung, er besitze eine Pilotenlizenz und fliege manchmal selbst den Hubschrauber von Rom nach
Castelgandolfo. Das Bild von Papst und Geburtstagstorte zeigt �brigens auch die New Yorker Zeitung �Newsday” – mit der sch�nen, amerikanischen
�berschrift �He takes the cake”, Er nimmt den Kuchen in Angriff. Die �Newsday” hat aber als Titelbild keinen l�chelnden Benedikt am Wei�en Haus
gew�hlt, sondern zeigt ihn streng blickend im Messgewand, und daneben in gro�en Lettern: �Heilt die Wunden!” Fazit: In den Medien wirkt dieser Besuch
bislang doppelgesichtig. Auf der einen Seite Feststimmung, Jubel, Massenauflauf. Auf der anderen Seite das ernste Thema der P�dophilie-Skandale. (rv)
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18.04.08
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Papstbesuch in den USA (4. Tag)
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Papst: UNO darf Menschenrechte nicht zur Disposition stellen
Die UNO darf nach Worten von Papst Benedikt XVI. die Menschenrechte nicht zur Disposition stellen. In seiner
Ansprache am New Yorker Sitz der Vereinten Nationen wandte sich das katholische Oberhaupt am Freitag gegen aktuelle Versuche, die Menschenrechtserkl�rung
aufzubrechen und Einzelinteressen zu unterwerfen. Sie k�nne nicht �st�ckweise angewandt werden, je nach Trends oder selektiven Entscheidungen“. Als
paradox kritisierte Benedikt XVI., dass ein von vielen Staaten getragener Konsens �den Entscheidungen einiger weniger untergeordnet“ sei. Konkrete
Beispiele nannte er nicht. Die Weltprobleme verlangten ein gemeinsames Handeln durch die internationale Gemeinschaft. Die UNO m�sse nach dem
Subsidiarit�tsprinzip ihrer Rolle als globale Ordnungsinstanz entsprechen. Als Aufgaben nannte Benedikt XVI. Sicherheit, Entwicklung, den Kampf gegen
Benachteiligungen auf lokaler und weltweiter Ebene sowie den Schutz von Umwelt, Ressourcen und Klima. Angesichts der Globalisierung mahnte der Papst zu
Solidarit�t mit armen L�ndern, die sonst nur deren negativen Auswirkungen erf�hren. Regeln und Strukturen zur F�rderung des Gemeinwohls brauchten mehr Gewicht.
"Im Namen der Freiheit muss es eine Wechselbeziehung von Rechten und Pflichten geben", verlangte das katholische Kirchenoberhaupt. Weiter betonte
Benedikt XVI., bei �kologischen Fragen gebe es kein Entweder-Oder zwischen Wissenschaft und Ethik. Vielmehr gehe es darum, wissenschaftliche Methoden zu
w�hlen, die ethische Forderungen respektierten. Dritter Papst vor der UNO-Vollversammlung Mit seiner auf Franz�sisch und Englisch gehaltenen Rede
erinnerte Benedikt XVI. auch an die Verabschiedung der Allgemeinen Erkl�rung der Menschenrechte vor 60 Jahren. Nach Paul VI. (1965) und Johannes Paul II. (1979
und 1995) ist er der dritte Papst, der vor der UNO-Vollversammlung am East River spricht. Der Heilige Stuhl unterh�lt seit 1964 einen Sitz als St�ndiger
Beobachter bei der UNO. Eine wachsende Aufgabe der UNO sieht der Papst in internationalen Interventionen zum Schutz der Menschenrechte. Das d�rfe freilich
nicht als Beschr�nkung nationaler Souver�nit�t verstanden werden. Oft richteten Gleichg�ltigkeit oder der Verzicht auf Interventionen �den eigentlichen
Schaden“ an, schloss Benedikt XVI. Allerdings m�sse man st�rker M�glichkeiten zur Vermeidung und L�sung von Konflikten mit diplomatischen Mitteln suchen.
Weiter unterstrich er die Bindekraft internationaler Entscheidungen, die auf der �unver�nderlichen Gerechtigkeit“ gr�nde. Die G�ltigkeit von
Menschenrechten h�nge nicht von ihrer Durchsetzbarkeit durch die Gesetzgeber ab. Die Menschenrechte schl�ssen das Recht ein, den Glauben in seiner
individuellen und gemeinschaftlichen Dimension zu leben, hob der Papst hervor. Es sei unbegreiflich, dass Gl�ubige ihr Bekenntnis verleugnen sollten, um ihre
b�rgerlichen Rechte zu genie�en. Religionsfreiheit k�nne nicht auf freie Aus�bung des Gottesdienstes beschr�nkt werden; die Einheit der Person verlange, dass
sich
Menschen mit ihrem Glauben auch im �ffentlichen Raum engagieren d�rfen. Dabei verwies Benedikt XVI. auf den Einsatz von
Religionsgemeinschaften in Schulen und Universit�ten, Gesundheitsdiensten und der Wohlfahrtspflege. Nachdr�cklich betonte Benedikt XVI. die Verankerung der
Menschenrechte im Naturrecht und in der W�rde der Person als Gesch�pf Gottes. �Die Menschenrechte aus diesem Kontext zu l�sen hie�e ihre Reichweite beschr�nken
und einer relativistischen Konzeption nachgeben, nach der die Bedeutung und Interpretation von Rechten schwanken und ihre Universalit�t im Namen
unterschiedlicher kultureller, politischer, sozialer und sogar religi�ser Anschauungen geleugnet werden k�nnte“, so der Papst. Empfang durch Ban
Ki-Moon Vor der Rede an die Vereinten Nationen hatte UNO-Generalsekret�r Ban Ki-Moon Benedikt XVI. im Glaspalast am East River empfangen. Im 38. Stock
sprachen die beiden rund 20 Minuten unter vier Augen �ber aktuelle weltpolitische Fragen. Am Nachmittag (Ortszeit) besucht der Papst die Park-East-Synagoge.
Dort ist ein Treffen mit dem Rabbiner und Holocaust-�berlebenden Arthur Schneier geplant. Anschlie�end f�hrt Benedikt XVI. in die deutschsprachige
Sankt-Josephs-Kirche zu einem �kumenischen Treffen. Am Abend steht ein Essen mit den Kardin�len des Landes und Vertretern der US-Bisch�fe auf dem Programm.
Benedikt XVI. bleibt noch bis Sonntag in New York. Zum Abschluss seines Aufenthalts besucht er Ground Zero. Dort will er ein Gebet f�r die Opfer der Anschl�ge
vom 11. September 2001 sprechen.
Wortlaut der Rede Papst Benedikts XVI. vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen
Arbeits�bersetzung der deutschsprachigen Redaktion von Radio Vatikan (Marco Schrage) Herr Pr�sident, meine Damen, meine Herren, wenn ich meine Rede
an diese Versammlung beginne, m�chte ich vor allem Ihnen, Herr Pr�sident, meine ehrliche Dankbarkeit f�r Ihre freundlichen Worte ausdr�cken. Meine Dankbarkeit
geht ebenso an den Generalsekret�r, Herrn Ban Ki-moon, f�r die Einladung, den Hauptsitz der Organisation zu besuchen und das Willkommen, das er mir gegeben
hat. Ich gr��e die Botschafter und die Diplomaten der Mitgliedsstaaten und alle Anwesenden. Durch Sie gr��e ich die V�lker, die sie repr�sentieren. Sie
erwarten von dieser Institution, dass sie ihre Gr�ndungsinspiration fortf�hre, also �ein Mittelpunkt zu sein, f�r die Koordination der Aktivit�t der Vereinten
Nationen in der Verfolgung der gemeinsamen Ziele”, den Frieden und die Entwicklung. Wie Papst Johannes Paul II 1995 sagte, sollte die Organisation �ein
moralischer Mittelpunkt sein, in dem alle Nationen der Welt sich zu Hause f�hlen, in dem sie das gemeinsame Bewusstsein entwickeln, sozusagen eine �Familie der
Nationen’ zu sein.” Friede und Wohlstand mit Gottes Hilfe!...
Die UNO – Ein Steckbrief
Der Besuch des Papstes bei der UNO war sicher der H�hepunkt in seinem Reiseprogramm von diesem Freitag. Zur UNO in New York ein Steckbrief, von Stefan
Kempis. UNO in New York: das sind drei Geb�ude, darunter ein Hochhaus, am �East River” ganz am Rand von Manhattan. Au�en eine ber�hmte Skulptur von
einer Pistole mit verknotetem Lauf, innen alles etwas sch�big und renovierungsbed�rftig: Treppenh�user, die aussehen wie in einer Tiefgarage, Flure mit
Teppichb�den und Lehrtafeln wie in einer Schule. Gleich beim Reinkommen rechts h�ngt eine zerschlissene UNO-Flagge hinter Glas – es ist die, die in
Bagdad �ber dem UNO-Compound hing, der vor Jahren bei einem Selbstmordattentat v�llig zerst�rt wurde. Dahinter leuchtet ein blaues Chagall-Fenster. Von einem
Flur geht man in einen kleinen Meditationsraum, eingerichtet nach den Vorgaben des frommen ersten UNO-Generalsekret�rs Dag Hammerskj�d: Abstrakte Linien,
ged�mpftes Licht, in der Mitte ein altar�hnliches Gebilde….
Benedikt XVI.: Interreligi�sen Dialog vertiefen – Papst bekommt Koran geschenkt
Papst Benedikt hat sich f�r eine Vertiefung des interreligi�sen Dialogs ausgesprochen. Bei einem Treffen mit Repr�sentanten der Juden, Muslime, Hindus,
Buddhisten und Jains aus den USA meinte er: Dialog diene nicht nur dem gegenseitigen Verst�ndnis, sondern er diene auch der ganzen Gesellschaft. Durch den
Dialog werde der Blick auf gemeinsame ethische Werte frei. Religi�se F�hrer haben nach Auffassung von Papst Benedikt eine sehr gro�e Verantwortung f�r die
Gesellschaft. Ihnen sei es m�glich, die ganze Gesellschaft auf grundlegende gemeinsame �berzeugungen und Werte hinzuweisen. Wer den interreligi�sen Dialog
einengen wolle auf Suche nach Frieden in der Welt, der verk�rze ihn und nutze nicht seine vollen M�glichkeiten. Der Dialog der Religionen k�nne vielmehr die
tiefsten Fragen des Menschen nach dem Sinn des Lebens, nach dem Woher und Wohin beantworten. Der Papst hat bei dieser Gelegenheit einen kostbaren Koran
geschenkt bekommen. Benedikt XVI. nahm das in Silber gefasste und mit Perlmutt besetzte Heilige Buch des Islam bei der interreligi�sen Begegnung entgegen. Der
von Kunsthandwerkern in �gypten gefertigte Band, den eine junge Muslimin �berreichte, war eines der �Symbole des Friedens“, die Benedikt XVI. von
Angeh�rigen der Weltreligionen erhielt. Ein Vertreter des Judentums schenkte dem Papst eine silberne Menorah, den traditionellen Leuchter, als Zeichen des
immerw�hrenden Gottesbundes. Zus�tzlich zu den �blichen sieben Arme besa� er einen achten, zur Erinnerung an die Schoah. Ein Angeh�riger des Jainismus, einer
traditionellen indischen Religion, brachte Benedikt XVI. einen metallenen W�rfel, der die Prinzipien der Gewaltlosigkeit und des Respekts symbolisieren soll.
Aus der Hand eines Hindu erhielt der Papst die heilige Meditations-Silbe �Om“ in Goldblech. Eine Buddhistin schenkte dem katholischen Kirchenoberhaupt
eine Meditationsglocke, wie sie in koreanischen Kl�stern verwendet wird. Der Papst traf die Vertreter anderer Religionen am Donnerstagabend in Washington nach
seinem Vortrag vor Professoren und Schuldirektoren. (rv)
Gemeinsames Gebet mit Missbrauchsopfern
Papst Benedikt ist am Donnerstagnachmittag mit einer Gruppe von Opfern von sexuellem Missbrauch durch Priester zusammengetroffen. Nach einer Mitteilung des
Vatikans haben sie in der vatikanischen Nuntiatur pers�nlich mit dem Papst gesprochen. Der Papst h�rte ihren Worten aufmerksam zu und versprach, f�r sie und
ihre Angeh�rigen zu beten. Anschlie�end beteten alle gemeinsam, und der Papst gab ihnen den Segen. Wiederholt war in den letzten Tagen in der Presse der Wunsch
ge�u�ert worden, der Papst m�ge doch einige der Missbrauchsopfer treffen. Gleich zu Beginn seiner USA-Reise hatte Papst Benedikt von seiner tiefen Scham �ber
die Missbr�uche gesprochen und erkl�rt, dass niemand Priester bleiben k�nne, der sich in dieser Weise schuldig gemacht habe. (rv)
Benedikt XVI.: Herzliche Gratulation zum Passahfest!
Papst Benedikt hat in Washington den Juden weltweit zum Passahfest gratuliert. In einer Botschaft, die er w�hrend seiner USA-Reise in Washington
donnerstags ver�ffentlichte, sprach er seine N�he zum j�dischen Volk aus und unterstrich seinen Willen, den Dialog mit den Juden fortzuf�hren. An seine
�j�dischen Br�der und Schwestern” gewandt hob er ausdr�cklich hervor, dass die Kirche auch heute zu den Aussagen des Zweiten Vatikanischen Konzils stehe.
Der Dialog zwischen katholischer Kirche und Judentum hat sich nach �berzeugung des Papstes �grundlegend gewandelt und verbessert”. Der Papst hatte in
Washington am Donnerstagabend nach einer Begegnung mit Vertretern mehrerer Religionen getrennt einige Repr�sentanten der j�dischen Gemeinschaft in den USA
gesprochen. (rv)
US-Presse: Positiver Unterton
Die US-Zeitungen berichten generell ausf�hrlich und mit positivem Unterton von der Papstreise. Die Worte Benedikts zu den Missbrauchs-Skandalen in der
US-Kirche und seine Begegnung mit einigen Opfern haben viele Emotionen aufger�hrt; �USA Today” bringt das auf der Titelseite auf die Formel �Jubel unter
Tr�nen”. Der Artikel im Innenteil f�hrt allerdings aus, dass einige Opferverb�nde das Papst-Treffen mit Missbrauchs-Opfern auch als �Schlag ins
Gesicht” werten. Die Titelseite von �USA Today” r�hrt noch an andere, tiefliegende Gef�hle: �Wo war Gott am 11. September”, also bei den
Terroranschl�gen des Jahres 2001, fragt eine ausf�hrliche Reportage. Das Gebet Benedikts XVI. an �Ground Zero” n�chsten Sonntag k�nne �f�r die, die vom
11. September tief getroffen wurden, zu einem Wendepunkt im Glauben werden”, so die �berschrift des Artikels. Die �New York Times” meint auf
Seite eins zur Papst-Begegnung mit Missbrauchten: �Das Treffen machte klar, dass von den vielen Botschaften, die Papst Benedikt XVI. hierhin in die USA bringen
wollte, die zu den Missbrauchsf�llen zentral ist.” Das Blatt betont auch die positiven Reaktionen von Opferverb�nden. Zur Papst-Rede an der Katholischen
Universit�t von Washington bringt die �New York Times” den erstaunten Kommentar eines Professors: �Er hat ja gar keine R�gen erteilt.” �Pope of
Hope”, Papst der Hoffnung – das ist die Schlagzeile der �Daily News”, die auch diesmal wieder ein ganzseitiges Papstfoto auf dem Titelblatt
zeigt. Im Innenteil analysiert sie die Lage der katholischen Kirche in New York und sieht ein �erstaunlich gemischtes Bild”: Auf der einen Seite
Pfarrei-Schlie�ungen und Priestermangel, auf der anderen Seite eine �sp�rbare Erneuerung”. Pfarreien – so zitiert die Zeitung einen engagierten
Katholiken – seien doch �keine Filialen einer Fast-Food-Kette, die man so einfach �ffnen oder wieder schlie�en kann”. Ansonsten: Bunte Berichte zur
Messe Benedikts am Donnerstag in Washington, im Stil �Papst k�sst das Baby eines bekannten Baseball-Spielers”. Die Titelseite der �New York
Post” muss sich der Papst mit einem New Yorker Obdachlosen teilen. Dieser Obdachlose hat in einem Papierkorb in der N�he von �Ground Zero”
detaillierte Baupl�ne des �Freedom Tower” gefunden, der sich hier einmal erheben soll. Pl�ne, so das Blatt, �die es einem Terroristen leicht machen
w�rden, einen Anschlag auf den Turm zu planen”. Das gleiche 11.-September-Trauma wird f�hlbar, wenn die Zeitung im Innenteil Fotos eines Taxis zeigt, das
am Donnerstag vor der St.-Patricks-Kathedrale in Flammen aufging. Der danebenstehende Artikel spricht von Angst vor einem Attentat in den n�chsten Tagen. Eine
�hnliche Nervosit�t zeigt sich auch in vielen Fernsehberichten am Freitag Morgen �ber die ungew�hnlich scharfen Sicherheitsma�nahmen in New York. Zur�ck zur
�New York Post”, zu einem Kommentar im Innenteil: �Trotz Differenzen mit Washington �ber au�enpolitische Themen sieht Benedikt die amerikanische
Gesellschaft mit ihrer Verklammerung von Glauben und Vernunft doch als starke Antwort auf einen religi�sen Extremismus, der im Namen Gottes t�tet.”
Nachsatz: �Mal sehen, ob er das auch vor der UNO anspricht.” (rv)
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19.04.08
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Papstbesuch in den USA (5. Tag)
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Messe in der St. Patricks-Kathedrale - Papst mahnt zur Bew�ltigung der Missbrauchs-Krise
Papst Benedikt XVI. hat die Priester der Vereinigten Staaten erneut zur Bew�ltigung der Missbrauchs-Skandale
aufgerufen. Diese Zeit m�sse eine �Zeit der Reinigung“ und der Heilung sein, sagte er in einer Messe mit US-Klerikern und Ordensleuten am Samstag in New
York. Sexueller Missbrauch Minderj�hriger durch Geistliche habe gro�es Leiden verursacht und der Gemeinschaft der Gl�ubigen Schaden zugef�gt. Benedikt XVI.
mahnte die rund 3.000 Priester und Ordensleute in der St.-Patrick's-Kathedrale zur Einheit und zur Zusammenarbeit mit den Bisch�fen; diese arbeiteten
�wirksam daran, dieses Problem zu l�sen“. In der Kathedrale von New York, in der die Messe stattfand, treffen sich jeden Tag tausende Menschen aus
aller Welt zum Gebet, diese internationale Mischung sei eines der wichtigsten Merkmale der US-Kirche, die seit jeher Elemente unterschiedlicher Kulturen
miteinander verbunden habe, betonte der Papst.�Wahres Leben gibt es nur in Vers�hnung, Freiheit und Liebe, die Gottes Gnadengaben sind. Das ist die Botschaft,
die wir in einer Welt verk�nden und verk�rpern m�ssen, in der die Gnade in den Herzen der Menschen h�ufig von Egoismus, Gier, Gewalt und Zynismus unterdr�ckt
wird“, sagte der Papst in seiner Predigt. Eine solche frohe Botschaft k�nnten Priester und Ordensleute aber nur verk�nden, wenn sie sich nicht zu sehr
auf Routine und feste Strukturen der Kirche konzentrierten.�Vielleicht haben wir eins aus dem Blick verloren“, mahnte der Papst: In einer Gesellschaft,
in der die Kirche Vielen als legalistische Institution erscheint, besteht unsere wichtigste Herausforderung darin, die Freude am Glauben und die Erfahrung der
Liebe Gottes mitzuteilen.“Die Welt von heute habe eine tiefe Sehnsucht nach Spiritualit�t, meinte Benedikt. Umso wichtiger sei die Botschaft der Kirche,
die aber von Routine bei der Glaubensaus�bung, S�nden und Schw�chen der Kirchenmitglieder und einer Gesellschaft gehemmt werden k�nne, die mitunter Gott
vergessen zu haben scheine und elementare moralische Forderungen ver�bele.Benedikt warf in seiner Predigt auch einen Blick auf die Entwicklungen nach dem
Zweiten Vatikanischen Konzil der sechziger Jahre des 20. Jahrhunderts. Zu den gr��ten Entt�uschungen geh�rten demnach seitdem die Spaltungen zwischen
verschiedenen Gruppen, Generationen und Mitgliedern der Kirche. Nur wenn die Vertreter der verschiedenen Str�mungen ihre Aufmerksamkeit wieder auf Christus
konzentrierten und einander zuh�rten, k�nnten sie ihre eigenen Fehler eingestehen und wieder gemeinsam ihren Glauben verk�nden, mahnte Benedikt.
Geschlossenheit unter den Christen sei f�r die Verk�ndung der christlichen Botschaft heute unerl�sslich. (rv)
Papst besucht East Park Synagoge Es war ein pers�nlicher Wunsch Benedikts XVI., neben der interreligi�sen Begegnung am
Donnerstag auch noch eigens mit Juden zusammenzutreffen. Aus R�cksicht auf dass Paschafest fand die Begegnung am Freitagnachmittag statt, so da� fromme Juden
noch rechtzeitig nach Hause kommen k�nnen, wie es die j�dischen Vorschriften verlangen. Mit Gesang empfingen Kinder den Papst. Der Rabbiner der Synagoge,
Arthur Schneier, ein �sterreicher begr��te den Papst. Er �berlebte den Holocaust und wanderte 1947 in die USA aus. Er w�rdigte die Bem�hungen der katholischen
Kirche und besonders Benedikts XVI. im Dialog mit den Juden.In seinem Gru�wort sagte der Papst, er wolle den Juden �seinen Respekt und seine Hochachtung“
erweisen. �Ich wei� genau, dass die j�dische Gemeinschaft einen wichtigen Beitrag f�r das Leben in dieser Stadt geleistet hat, und ich ermutige alle dies
fortzusetzen und Br�cken der Freundschaft zu bauen mit allen unterschiedlichen ethnischen und religi�sen Gruppen, die mit euch zusammenleben.“ Auch
auf das anstehende j�dische Paschafest ging der Papst ein: �Ich versichere euch meine N�he in besonderer Weise in dieser Zeit, in der Ihr euch vorbereitet,
die Gro�taten des Allm�chtigen zu feiern und dem Loblieder zu singen, der so viele Wunder an seinem Volk wirkte. Ich bitte euch alle, meine Gr��e und
Gl�ckw�nsche an alle Mitglieder der j�dischen Gemeinde weiterzugeben.“ Auch ein Gastgeschenk hatte der Papst im Gep�ck: Ein Faksimile einer Miniatur
aus einem Kodex, der im Vatikan aufbewahrt wird. Es handelt sich um eine Handschrift, die m�glicherweise um das Jahr 1435 in Mantua entstanden ist. Die
Miniatur zeigt eine Hochzeitsszene; zum einen wie der Br�utigam der Braut den Ring ansteckt �gem�� dem Gesetz Mose und Israels“ und zum anderen die
Hochzeitsgesellschaft bei Musik und Tanz. Schneier schenkte Benedikt XVI. seinerseits einen Seder-Teller, ein traditionelles Geschirr f�r die j�dische
Passah-Feier. Der Papst dankte sichtlich bewegt. �Ich werde diesen Moment nie vergessen", sagte er auf Deutsch. Schneier, 1930 in Wien geboren, hatte die
NS-Verfolgungen in Budapest �berlebt; 1947 wanderte er in die Vereinigten Staaten aus. F�r seinen Einsatz f�r religi�se Toleranz und Dialog erhielt er
zahlreiche Ehrungen. Zehn Universit�ten zeichneten ihn mit Ehrendoktorw�rden aus. Seit 1962 leitet Schneier die Park-East-Synagoge. (rv )
Papst erinnert an Fundamente der �kumene Eine �kumene, die nicht klar an
der �berlieferten Lehre festh�lt, ist auf dem Holzweg. Das ist die Botschaft Benedikts XVI. bei dem �kumenischen Treffen, das am Freitagabend in der New Yorker
St. Joseph Church stattfand. 250 Vertreter verschiedener Denominationen (Konfessionen) hatten sich in der Kirche der Deutschen versammelt. Wie viele
evangelische und evangelikale Kirchen und Sekten es in den USA gibt, wei� wohl keiner genau. Bei dieser Begegnung waren jedenfalls nur die vertreten, die auch
beim Weltkirchenrat in Genf dabei sind. Benedikt XVI. beklagte eine s�kularistischen Ideologie, die die transzendente Wahrheit bedroht oder gar
verwirft. �Selbst die M�glichkeit einer g�ttlichen Offenbarung und damit des christlichen Glaubens �berhaupt wird oft von Denkweisen in Frage gestellt, die
in universit�ren Kreisen, in den Massenmedien und in der �ffentlichen Meinung weit verbreitet sind. Daher ist ein treues Zeugnis um so n�tiger. Man erwartet
daher von den Christen, Rechenschaft abzulegen von der Hoffnung, die in ihnen ist.“ Um so wichtiger sei da ein einheitliches Zeugnis von der
Wahrheit. Daf�r sei eine �bereinstimmung in der Lehre notwendig – �ber die Zeiten hinweg. Diese Einheit gr�nde zum einen auf dem Bekenntnis der
leiblichen Auferstehung Jesu und zum anderen in der Einheit der Dreifaltigkeit. Ein relativistischer Zugang zur christlichen Lehre helfe hingegen nicht weiter
– eine Haltung, die sich auch in anderen Bereichen der Gesellschaft finde. �Wenn die Christen diese falsche Denkweise �bernehmen, dann verzichten sie
darauf, den christlichen Glauben als objektive Wahrheit vorzustellen, denn man m�sste dann nur dem pers�nlichen Gewissen folgen und die Gemeinschaft w�hlen,
die dem pers�nlichen Geschmack am besten entspricht. Das Ergebnis davon findet man in der st�ndigen Entstehung neuer Gemeinschaften, die oftmals
institutionelle Strukturen meiden und die Bedeutung des Lehrinhalts f�r das Leben hintanstellen.“ Auch innerhalb der �kumenischen Bewegung st�nden die
Christen in Gefahr, die Rolle der Lehre hintanzustellen aus Furcht, sie vertiefe eher die Wunden der Spaltung als sie zu heilen. Ein klares und �berzeugendes
Zeugnis f�r das Heil in Christus m�sse auf eine normative apostolische Lehre gr�nden. �Nur wenn wir fest stehen in der sicheren Lehre (Vgl. 2 Tess 2,15),
wird es uns gelingen, auf die Herausforderungen zu antworten, mit denen wir uns in einer sich �ndernden Welt auseinandersetzen m�ssen. Nur so geben wir ein
sicheres Zeugnis f�r die Wahrheit des Evangeliums und f�r seine moralische Lehre. Diese Botschaft erwartet die Welt von uns.“ Es seien bereits
zahlreiche �kumenische Fortschritte gemacht worden, so Bendikt XVI., f�r die man dankbar sein m�sse. Weiter erinnerte der Papst daran, dass ohne das Gebet die
Strukturen, die Institutionen und die �kumenischen Programme letztlich herz- und seelenlos seien. (rv)
F�r uns ist Stefan Kempis in New York – der Papst war am Freitag bei den Vereinten Nationen. Was waren Ihre Eindr�cke?
�Offen gesagt: Es war ein seltsamer Moment. Da trafen sich mit UNO-Chef Ban Ki-Moon und Papst Benedikt zwei Menschen, die vor kurzem noch s�dkoreanischer
Au�enminister respektive vatikanischer Glaubensexperte waren. Sie wirkten beide etwas eingesch�chtert oder unbeholfen in ihrer jeweiligen Rolle. Ban ging vor
dem Papst her, nicht neben ihm – es sah fast so aus, als habe er dem Papst gar nicht viel zu sagen, als ginge es ihm vor allem um das gemeinsame Foto mit
Benedikt XVI. vor der UNO-Fahne. Und darum, dass vom Papst etwas Glanz auf ihn, Ban, abf�llt… Bewegend wirkte aber der Moment, als der Papst in den Saal
der UNO-Generalversammlung einzog; da gab es sehr freundlichen Beifall und sichtbares Interesse bei den Delegierten. Die Rede des Papstes vor der UNO war dann
sicher weltpolitisch ein wichtiger Moment und brachte wichtige Aussagen, zum Beispiel, dass die Staatengemeinschaft intervenieren muss, um schwere
Menschenrechtsverletzungen zu unterbinden – dass sich da ein verbrecherisches Regime nicht hinter seiner Souver�nit�t verschanzen darf. Aber der
Diplomatenstil der Rede wird zumindest den Amerikanern, den �Gastgebern“ der Vereinten Nationen, den Zugang erschweren. In den Fernsehnachrichten wurde
dann besonders betont, dass Benedikt in der Rede den Irak nicht erw�hnt habe. F�r die Amerikaner war der Papst im UNO-Palast am East River f�r drei Stunden im
Ausland, und als er die UNO verlie� – da war er wieder in Amerika, da konnte der Jubel weitergehen.“ Jubel – bezieht sich das auf die
Fernseh-Berichterstattung zur Papstreise? �Ja, ganz eindeutig. Das Fernsehen berichtet wirklich ununterbrochen �ber die Visite, und dabei wird das Thema
entschlossen von seiner buntesten Seite angepackt. Die Moderatoren informieren ausgiebig �ber die roten Prada-Schuhe Benedikts und fragen Priester im Studio,
ob der Papst in seiner Freizeit auch mal Jeans und T-Shirt tr�gt (was die leicht versch�mt verneinen). Ein kleiner New Yorker Junge, der dem Papst Blumen
�berreichen darf, wird sofort interviewt und per Live-Schaltung mit seiner Klasse – an einer katholischen Grundschule – verbunden. Dort l�uft eine
Reporterin zwischen den B�nken herum und fragt die Kinder Dinge wie: Ist das nicht aufregend, in der gleichen Stadt zu sein wie der Mann, der Gott am n�chsten
steht (the man closest to God)? Ich muss aber sagen: Die Kinder antworten jeweils mit einer anr�hrenden W�rde. Ein kleiner Junge erkl�rt, er wolle sp�ter
Priester werden, denn es w�re doch fantastisch, Gott so nahe zu sein. – Im Fernsehen ist auch viel von scharfen Sicherheitsvorkehrungen und
zusammenbrechendem Verkehr die Rede – aber ganz so schlimm ist es dann gar nicht, wenn man durch die Stra�en von New York l�uft.“ Vor der Reise
war kritisiert worden, dass der Papst nicht auch andere St�dte besucht, zum Beispiel das urkatholische Boston… �Ja, und ich muss zugeben, so habe ich
vorher auch gedacht. Aber gerade Boston ist ja sozusagen die H�hle des L�wen, was die Missbrauchs-Skandale betrifft, und wahrscheinlich w�ren die �brigen
Botschaften, die der Papst in die USA bringen wollte, bei einem Besuch in Boston vom Thema P�dophilie geradezu erstickt worden. Mir scheint es deshalb ein
guter �Schachzug“, wenn man das so sagen darf, dass der Papst dann Missbrauchs-Opfer aus Boston – aber in Washington empfangen hat. – Im
�brigen, wenn ich das einmal �berspitzt formulieren darf: Ganz gleich, welche St�dte der Papst besucht, die Menschen bekommen ihn sowieso nicht zu sehen. Es
gibt nur wenige �ffentliche Auftritte, Benedikt wird sehr abgeschirmt – und dadurch findet der Besuch vor allem im Fernsehen statt. Was aber dazu f�hrt,
dass Benedikt tats�chlich alle Amerikaner erreicht, auch, wenn er �nur“ Washington und New York aufsucht.“ Was werden denn die Amerikaner von
diesem Besuch in Erinnerung behalten? �Ich vermute, sie werden sagen: Ach ja, Papst Benedikt – dieser Deutsche. Ein wirklich frommer Mann. Der war
doch bei uns und hat offen �ber die Missbrauchs-Skandale gesprochen. Und ab Sonntag werden sie wohl auch sagen: Der hat doch am Ground Zero gebetet. Ich hoffe,
dass sie nicht nur behalten werden, wie gerne Benedikt rote Schuhe tr�gt!“ Noch einmal zu diesem Freitag: Da war Benedikt ja auch in einer Synagoge
und bei einem �kumenischen Gottesdienst. �Ja – zwei interessante Auftritte. Der Moment in der Synagoge war fast intim, der Raum war ja nicht gro�, und
Benedikt sagte auf eine sehr nette Weise: �Meine lieben Freunde – Shalom!“ Und beim �kumenischen Gottesdienst hat er viel Beifall f�r eine Rede
bekommen, obwohl diese doch sehr deutlich war und f�r viele sicher unbequem. Zum Beispiel mit der Aussage, dass man nicht von der Verk�ndigung der leiblichen
Auferstehung Jesu abgehen darf und dass in die Lehre der Christen keine Beliebigkeit einziehen darf.“ (rv)
US-Presse: Papst in Synagoge ist historischer Moment Gro�e Bl�tter mit internationaler Leserschaft wie
die �Herald Tribune“ oder die �Financial Times“ haben an diesem Samstag den Papst vor der UNO als ihr Titelbild ausgew�hlt: Benedikt XVI. habe vor
der UNO ein Pl�doyer f�r die Menschenrechte gehalten. Bei der nationalen Presse der USA hingegen dominieren Titelfotos, die den Papst in einer New Yorker
Synagoge zeigen. �Shalom“, hei�t dazu in dicken Lettern in mehreren Zeitungen die Schlagzeile, und allgemein wird die Visite als historisch
eingestuft. Benedikt in der Synagoge – das ist auch das Titelfoto der �New York Times“. Der danebenstehende Leitartikel besch�ftigt sich aber
mit dem Umgang des Vatikans mit Missbrauchs-Skandalen in der Kirche. Schlagzeile: �Vatikan deutet �nderungen im Kirchenrecht zum Missbrauch an.“
US-Kardinal Levada, der Pr�fekt der Glaubenskongregation, habe bei einem Dinner spontan ge�u�ert, dass der Vatikan vielleicht die Verj�hrungsfristen bei
Missbrauchs-F�llen revidieren k�nnte. Vertreter der US-Kirche sind nach Angaben des Blattes froh, dass der Papst das Thema P�dophilie-Skandale so beherzt
angesprochen hat. Die Bisch�fe h�tten monatelang im Vatikan Druck gemacht, dass der Papst doch ein Treffen mit Opfern in sein Programm aufnehmen solle; im
Februar sei dann eine Zusage gekommen. Dieser Darstellung scheint allerdings ein Zitat des Bostoner Kardinals Sean O`Malley etwas zu widersprechen, das die
�New York Times“ im Innenteil wiedergibt: �Wir machten Vorschl�ge, sie machten Vorschl�ge. Aber dieses Treffen mit den Opfern war vor allem eine
pers�nliche Initiative des Papstes.“ Den Auftritt Benedikts vor der UNO nennt das Blatt eine �Globale Botschaft der Menschlichkeit“, so die
�berschrift des Artikels, und ansonsten bringt es eine interessante Recherche �ber die Geschichte der Deutschen in New York. �Er zieht sie an den
Ohren“ – das ist die Schlagzeile des spanischsprachigen �Diario“ zur UNO-Rede des Papstes. Benedikt habe vor allem �Machtkonzentration
angeprangert“. Die Zeitung berichtet �ber Proteste gegen den Papst in der N�he des UNO-Geb�udes, die in anderen Bl�ttern kaum vorkommen, und stellt eine
Latina vor, die angibt, auf F�rsprache Johannes Pauls II. geheilt worden zu sein. Die �Daily News“ gibt ein verbl�ffendes Beispiel daf�r, was der
Papstbesuch in New York so alles bewirkt: Kinder h�tten, um den Papst sehen zu d�rfen, ihre Zimmer aufger�umt. �W�ren Sie nicht auch gern ein Papst?“
fragt die �New York Post“ in einem Kommentar. Aber dann geht es, wie sich herausstellt, um Priesterberufungen: �Der Papstbesuch h�tte in keinem besseren
Augenblick kommen k�nnen als jetzt, da die US-Kirche am Boden liegt, weil ihr die Priester ausgehen“, urteilt das Blatt. �Vielleicht ist das genau der
richtige Augenblick, um eine Wende einzuleiten.“ Wie viele andere Zeitungen bringt das Blatt bunte, teilweise r�hrende Berichte �ber die Menschen, die
die Stra�en s�umen, um dem vorbeifahrenden Papst zuzuwinken. Dass eine Star-K�chin f�r den Papst das Dinner zusammenstellen durfte, wird ebenfalls erw�hnt
– und dass die Sicherheitsma�nahmen so scharf sind, dass sogar der New Yorker Kardinal Egan einen umgeh�ngten Ausweis um den Hals tragen m�sse. Tenor in
den Bl�ttern ist allgemein, was �Newsday“ in einer �berschrift formuliert: �Journey of reconciliation“ – eine Reise der Wiedervers�hnung.
(rv)
USA: Die politischen Implikationen des Papst-Besuchs Die Papstreise
ist nicht nur eine rein religi�se Veranstaltung, sie hat auch politische Implikationen – die Stichworte hei�en da Wahlkampf, George Bush, UNO. Dar�ber
sprach unser Korrespondent Stefan Kempis mit dem New Yorker Verantwortlichen der deutschen Friedrich-Ebert-Stiftung, die den Sozialdemokraten nahesteht. Erste
Frage an J�rgen Stetten: Woher kommt dieses �berraschend gro�e Interesse der Amerikaner am Papstbesuch? �Die amerikanische Gesellschaft ist sehr stark von
Religion beeinflusst, und Religion spielt hier im �ffentlichen Bewusstsein, aber auch im Leben der Menschen eine viel gr��ere Rolle als in Deutschland. Deshalb
�berrascht mich das �berhaupt nicht, dass die Amerikaner sehr emotional und auch sehr interessiert auf diesen Papstbesuch reagieren.“ Wie kommt es zu
dieser Rolle der Religion, auch in der �ffentlichen Wahrnehmbarkeit? Es gibt doch auch hier in den USA eigentlich die Trennung von Staat und
Religionsgemeinschaften. �Das mag auf den ersten Blick paradox erscheinen, dass ausgerechnet dieses Land, das einerseits historisch sozusagen aus der Abkehr
von der Staatskirche in England entstanden ist, der Religion so eine starke Rolle gibt… dass auch der Pr�sident pers�nlich den Papst am Flughafen abholt,
ein Privileg, das er keinem anderen Staatschef, der in seiner Amtszeit die USA bereist hat, zuteil werden lie�. Doch man muss andererseits nat�rlich sehen: Im
Leben der Menschen spielt Religion eine sehr gro�e Rolle, und die Engl�nder, die damals nach Amerika ausgewandert sind, sind ja hierhin gekommen, um
Freiz�gigkeit in der Religionsaus�bung zu haben. Die Amerikaner sehen es auch nicht als Widerspruch an, dass staatliche Funktionstr�ger gegen�ber religi�sen
Praktiken oder W�rdentr�gern keinerlei Ber�hrungs�ngste haben. Aber sie nehmen insgesamt eine sehr offene Haltung verschiedenen Religionen gegen�ber ein. Man
muss also auch ber�cksichtigen,dass dieses Privileg dem Papst zuteil wird, hat auch damit zu tun, dass man gleichzeitig auch anderen Religionen gegen�ber sehr,
sehr offen ist.“ Sie beobachten hier die Sp�tphase der Regierung Bush, und wie Sie gesagt haben, hat Bush den Papst mit allen Honneurs empfangen, die
nur m�glich sind. Ist – paradox formuliert – der Papst jetzt aus politischer Sicht so etwas wie Bushs letzter Verb�ndeter im Westen? �Ja –
man kann es schon so sehen, dass Bush diese Gelegenheit nutzt, um auch mal wieder in der �ffentlichkeit stark aufzutreten und sich als beliebter, von au�erhalb
der USA von wichtigen Personen gefragter Gespr�chspartner und Gastgeber zu pr�sentieren. Er musste ja in den letzten Monaten und Jahren einige Kritik
einstecken, nicht zuletzt im Zusammenhang mit dem Irak-Krieg, und solche Gelegenheiten hat er nicht allzu oft – das spielt nat�rlich eine gro�e Rolle.
Aber ich glaube, dass auch jeder andere Pr�sident einen solchen Besuch �hnlich genutzt h�tte.“ Benedikt XVI. wird auch an Ground Zero in Manhattan
beten, dem Ort der Terroranschl�ge vom 11. September 2001. Was, glauben Sie, wird das f�r ein Bild sein, und wie wird es auf die amerikanische �ffentlichkeit
wirken? �Ich halte es f�r eine sehr gute Entscheidung, dass er dort auftreten wird. Wir haben eben �ber das Thema Emotionalit�t gesprochen – nat�rlich
ist der Anschlag vom 11. September 2001 das gr��te, emotionalste Thema, was die amerikanische �ffentlichkeit nach wie vor bewegt. Ich denke, er war gut
beraten, dort ein Zeichen zu setzen, und ich denke, dass das von der �ffentlichkeit hier sehr positiv wahrgenommen wird.“ (rv)
New York: St.-Patricks-Kathedrale – Ein Portr�t von Stefan Kempis
Schauplatz der Papstmesse von diesem Samstagmorgen: die St.-Patricks-Kathedrale von New York. Ein Kurzportr�t der Kirche von Stefan Kempis, der sie am Abend
vor der Papstmesse besucht hat.Wir sind in �Midtown“, dem Stadtviertel der Wolkenkratzer, schicken Gesch�fte und Menschenmassen. Gelbe Taxis und
Polizeiautos rasen durch die – ja, hier kann man wirklich von �Stra�en-Schluchten“ sprechen. Es ist gleichzeitig ein Viertel mit vielen Kirchen:
anglikanischen, orthodoxen, protestantischen usw. Katholische St.-Patricks-Kirchen gibt es nun zwei in New York: eine �ltere an der S�dspitze von Manhattan, da
wo die italienischen und irischen katholischen Einwanderer als erstes Fu� fassten. Und diese hier, die �Neue“ oder �Gro�e“ St.-Patricks-Cathedral:
ein neugotischer Bau aus hellem Stein mit zwei T�rmen, der inmitten dieser Hochh�user zun�chst winzig wirkt.Der Eindruck �ndert sich aber, wenn man die
Kathedrale betritt: Sofort umgibt einen gr��ere Stille, und dem Betrachter werden die Dimensionen des Geb�udes klar. 100 Meter L�nge, 50 Meter Breite –
ein hoher Raum, w�rdiges 19. Jahrhundert. Etwa 3000 Menschen finden hier Platz. Schon am Eingang eine kleine B�ste von Papst Paul VI., eine gr��ere von
Johannes Paul II. – beide haben diese Kirche w�hrend ihrer Amtszeit besucht – und ein Gem�lde von Benedikt XVI., das gerade erst fertig gemalt zu
sein scheint. Eine Besucherin erkundigt sich bei einem freiwilligen Helfer von einer Kirchenbank zur n�chsten, wann denn der Papst kommt. Machen Sie sich da
keine Hoffnungen, antwortet der – den bekommen Sie nicht zu sehen, da wird hier alles komplett abgesperrt.�berall in der Kirche wei�e Marmordekorationen.
Links und rechts Kapellen, die den gro�en Heiligen der Einwanderer geweiht sind, welche hier beten: Die Polen haben zum Beispiel eine Kapelle mit dem
enigmatischen Gesicht der Schwarzen Madonna von Tschenstochau. �ber dem Hauptaltar: ein detailfreudig gearbeitetes, goldenes Ziborium. Unter denen, die in
dieser Kathedrale beigesetzt sind, ist auch Pierre Toussaint: ein freigelassener haitianischer Sklave mit gro�em religi�sem Charisma. Das Erzbistum von New
York bem�ht sich um seine Seligsprechung.Es ist halb sechs Uhr abends: Ein Priester beginnt mit der letzten Messe vor Benedikt. In ein paar Stunden zelebriert
hier der Papst. In Washington hat er nicht die Kathedrale besucht – hier in New York tut er es. (rv)
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20.04.08
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Papstbesuch in den USA (6. Tag)
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�Herr, bring deinen Frieden in unsere Welt der Gewalt
.“ - ein Stimmungsbericht von Stefan Kempis An
diesem Sonntag Morgen h�rt man in Manhattan st�ndig Polizeisirenen heulen, und �ber den Hochh�usern knattern Hubschrauber. Es ist ein grauer, nebliger Tag;
die Spitze des �Empire State Building“, des seit dem Terror-September 2001 h�chsten Hochhauses hier, verschwindet im Dunst. Rund um Ground Zero:
Dutzende von Kaugummi-kauenden Polizisten, abgesperrte Stra�en, viele Fernsehkameras; viele New Yorker auch, die sehen wollen, wie der Papst hier betet. An
normalen Wochenenden ist der Ort, wo einmal das �World Trade Center“ stand, eine riesige Baugrube; f�r den heutigen Anlass haben Arbeiter eine riesige
Rampe in die Grube hinein gebaut, geschm�ckt mit US-, New-York- und Vatikan-Fahnen.
In der Grube, siebzig, achtzig Meter unter Stra�enniveau, von Scheinwerfern hell angestrahlt: eine f�r diesen Anlass
geschaffene Ebene, wo den Papst einige Lokalpolitiker erwarten, �berlebende des 11. September, Angeh�rige von Terror-Opfern und Helfer.
Leise Cellomusik erklingt, als das Papamobil langsam die Rampe zum �Bed Rock“ hinunterf�hrt. Benedikt tr�gt wegen
der K�hle einen Mantel, sein Sekret�r und New Yorks Kardinal Egan begleiten ihn; die kugelsicheren Fenster des Papst-Autos sind geschlossen, ein paar
Sicherheitsleute begleiten es zu Fu�. Der Papst geht zielstrebig zu einer wei�en Kniebank, die in der Mitte steht, und betet still; derweil hat auch die
Musik ausgesetzt, man h�rt nur das Klicken der Foto-Blitzlichter. Dann entz�ndet er, w�hrend immer noch Stille herrscht, eine Kerze und sch�tzt dabei die
Flamme mit der Hand, damit sie nicht ausgeht, denn es ist windig hier unten. Und schlie�lich betet er laut ein vorbereitetes Gebet, Kernsatz: �Herr, bring
deinen Frieden in unsere Welt der Gewalt.“
Benedikt besprengt den Ground Zero mit Weihwasser, dann erteilt er seinen Segen. Einer nach dem anderen treten die etwa
drei�ig Menschen, die hier unten auf ihn gewartet haben, zu ihm, Menschen, die in irgendeiner Weise vom Terror des 11. September betroffen waren; Kardinal
Egan stellt sie vor, und sie geben dem Papst die Hand – viele k�ssen auch seinen Ring – und reden kurz mit ihm. Unter ihnen ist auch die
Schwester des Franziskanerpaters, der beim Einsturz des Nordturms starb, als er gerade Verletzten zur Hilfe eilte. Um zehn Uhr Ortszeit l�uten kurz die
Glocken von der alten St-Pauls-Chapel her�ber. Noch ein H�ndedruck mit den anwesenden Politikern, dann schl�gt Benedikt XVI. ein Kreuzzeichen, verbeugt sich
gr��end und besteigt wieder das Papamobil. Sein Besuch an Ground Zero hat keine drei�ig Minuten gedauert. Eine n�chterne, ernste Zeremonie. Seine Kerze ist
gleich wieder ausgegangen; eine Frau von der Sicherheit z�ndet sie mit ihrem Feuerzeug wieder an. Einige der Menschen, die gerade am Ground Zero dem Papst
begegnet sind, knien sich jetzt auch auf Benedikts Kniebank und beten einen Moment… (rv)
Ground Zero und die Bomben auf K�ln – Gedanken eines alten Amerikaners
Daniel Coleman ist ein New Yorker Banker und Finanzexperte – Amerikaner, aber aufgewachsen im Rheinland. Er h�tte zu gerne den Papst am �Ground
Zero“, dem Schauplatz der Terroranschl�ge des 11. September 2001, getroffen, um sich mit ihm zu unterhalten. Unser Korrespondent Stefan Kempis fragte
Coleman kurz vor dem Papst-Gebet am �Ground Zero“, was das f�r ein Bild sein wird – der betende Benedikt an der Stelle des zerst�rten �World
Trade Center“.
Papst an die Jugendliche: �Die Wahrheit ist nichts Aufoktroyiertes“
Einen Vorgeschmack auf das kommende Weltjugendtreffen in Sydney: Papst Benedikt hat in New York Jugendliche und Seminaristen im Priesterseminar �St.
Joseph“ getroffen. Zur Begr��ung spielte ein Jugendorchester der Bewegung �Comunione e Liberazione“ ein Willkommenslied. Der Gastgeber des
Treffens war Kardinal Edward Egan, Erzbischof von New York. Er stellte Benedikt XVI. 15 Jugendliche vor, zwei davon sind junge Seminaristen und zwei
Ordensfrauen. Insgesamt waren �ber 20.000 Jugendliche anwesend. Dann �berreichten die 15 Vertreter der Jugend dem Papst Brot, Reis und Mais als Symbole f�r
die kulturelle Vielfalt der amerikanischen Kirche sowie sechs Bilder von Heiligen, Seligen und �Diener Gottes“ aus der ostamerikanischen Metropole. Und
da der Papst an diesem Samstag sein drittes Amtsjahr feierte, sangen die Jugendliche ihm zu Ehren ein Lied auf Deutsch. Der Papst bedankte sich daf�r und
lobte ihre �Deutschkenntnisse“. Anschlie�end hielt er eine Rede an die Jugend. �Meine Jahre als �Teenager“ sind ruiniert worden von einem
ungl�ckseligen Regime, das glaubte, f�r alles Antworten zu haben; sein Einfluss wuchs – und drang in Schulen und andere gesellschaftlichen
Einrichtungen ein, wie auch in die Politik und sogar in die Religion – bevor man erkannte, was f�r ein Monstrum dieses Regime war. Dieses Regime
�chtete Gott, und so wurde es unempf�nglich f�r alles, was es an Wahrem und Gutem gab. Viele Eurer Eltern und Gro�eltern werden euch von dem Horror der
Zerst�rung erz�hlt haben, der darauf folgte. Einige von ihnen kamen in der Tat nach Amerika, um diesem Terror zu entkommen.“ Die Jugend sei immer
auf der Suche nach der Wahrheit, so der Papst weiter. �Und anstelle der Wahrheit – oder besser ihrer Abwesenheit – hat sich die Vorstellung
breit gemacht, dass man die Freiheit dadurch sichert und dadurch das Gewissen befreit, indem man unterschiedslos allem denselben Wert beimisst. Und das genau
nennen wir Relativismus. Aber welches Ziel hat eine �Freiheit“, die im Leugnen der Wahrheit das Falsche und Ungerechte verfolgt? Wie vielen
Jugendlichen hat sich eine Hand angeboten, die sie im Namen der Freiheit in die Drogensucht gef�hrt hat, zur moralischen oder intellektuellen Verwirrung, zur
Gewalt, zum Verlust der Selbstachtung, ja zur Verzweiflung und auf diese Weise tragischerweise bis hin zum Selbstmord? Liebe Freunde, die Wahrheit ist nichts
Aufoktroyiertes. Noch ist sie einfach eine Ansammlung von Regeln. Wahrheit bedeutet, jemanden entdecken, der uns nie verr�t; Sie bedeutet, jemand entdecken,
auf den wir immer vertrauen k�nnen.“ Freiheit sei ein wichtiges Gut, so der Papst. �Die fundamentale Bedeutung der Freiheit muss strengstens
gesch�tzt werden. Es ist daher nicht �berraschend, dass viele Individuen und Gruppen laut und �ffentlich ihre Freiheit einfordern. Aber die Freiheit ist ein
delikater Wert. Sie kann missverstanden oder schlecht gebraucht werden, so dass sie nicht in das Gl�ck f�hrt, das wir uns alle von der Freiheit erwarten,
sondern in ein dunkles Szenario der Manipulation, in dem unsere Selbstwahrnehmung und die Wahrnehmung der Welt durcheinander ger�t oder gar verzerrt wird von
Leuten, die im Geheimen ihre eigenen Ziele verfolgen.“ (rv)
�Starke
Emotionen“ - Ein Tagesr�ckblick auf den Samstag von unserem Korrespondenten in New York Stefan Kempis
Wie war der vorletzte Reisetag des Papstes?
Also, er hat mit starken Emotionen angefangen. Die New Yorker sind schon seit Tagen durch Dauerberichterstattung in den
Medien, durch Staus und Polizei auf die Visite vorbereitet worden – jetzt wollten sie den Papst aber auch wirklich sehen. Darum kamen sehr viele am
Morgen nach Manhattan, um in der N�he der Patricks-Kathedrale wenigstens einen Blick auf diesen Mann zu werfen, von dem die Presse immer wiederholt, er stehe
Gott n�her als irgend jemand sonst. Das war ein besonderer Moment, denn so viele Momente gibt es nicht auf dieser Reise, bei der die Menschen ohne
Platzkarten und Schlangestehen den Papst sehen k�nnen. – Die Messe in der Kathedrale wirkte dann irgendwie sehr europ�isch: Sie h�tte vom visuellen
Eindruck her auch irgendwo in Europa, in Irland etwa, stattfinden k�nnen. Die Predigt Benedikts war meiner Meinung nach die beste, die er bisher in den USA
gehalten hat: Der Versuch, die b�sen Geister der P�dophilie-Skandale und der Entmutigung auszutreiben. Am Nachmittag gab es dann ein gro�es Jugendtreffen
mit dem Papst… Ja – ein richtiges Fest, wie die Amerikaner das eben k�nnen, mit Popstars und T�nzern, die einheizten, bevor der Papst kam. F�r
Benedikt XVI. war das vielleicht fast schon ein bisschen zuviel Geschrei und Jubel, man sah ihm an diesem Samstag eine gro�e M�digkeit an, aber auch eine
gewisse innere Bewegung. Der sch�nste Moment war aber wohl gar nicht dieses Jugendfest mit dem Papst, sondern kurz vorher seine Begegnung mit Behinderten;
dieser Papst wirkt eben besonders im kleineren Rahmen. Das hat man auch schon am Freitag bei seinem Besuch einer Synagoge gesehen. Dieser Besuch in der
Synagoge ist ja in den amerikanischen Medien wie ein Durchbruch gefeiert worden – woran liegt das? Ja, das hat mich auch �berrascht. Es wird wieder
und wieder betont, das sei der erste Papstbesuch in einer Synagoge auf US-Boden. Wahrscheinlich liegt es an der starken j�dischen Pr�senz in New York, dass
dieser Programmpunkt soviel Beachtung fand. Und es war auch von der Stimmung her etwas ganz Anderes als seine Visite in der K�lner Synagoge: Dort dominierte
damals die Erinnerung an den Holocaust und das mahnende �Nie wieder“; hier in New York gab es schon die Feststimmung wegen des Osterfestes, das die
Juden gerade feiern. Au�erdem sprach in K�ln der Rabbiner nur gebrochen deutsch; hier in New York dagegen war es ein Mann aus dem, sagen wir mal, gleichen
Kulturkreis wie der Papst, aus dem �sterreichischen n�mlich. (rv)
�Benedikts Charisma der Ehrlichkeit“ – Presseschau vom Sonntag, zusammengestellt von Stefan Kempis
Die New Yorker Zeitungen bringen zum Papstbesuch Sonderseiten mit vielen Fotos und bunten Berichten. �Come to papa“, Kommt zum Papa, titelt die
�New York Post“ und zeigt einen Benedikt auf dem ganzseitigen Titelbild, der lachend die Arme ausbreitet. �Die Leute sp�ren sein Charisma der
Ehrlichkeit“, meint eine Kommentatorin im Innenteil des Blattes und f�hrt fort: �Wen das nicht anr�hrt, der ist �berhaupt nicht lebendig.“ Der
Artikel f�hrt fort: �What a hit, what a trip, what a triumph – welch ein Schlag, welch eine Reise, was f�r ein Triumph! Aber da war noch mehr: Seit
dieser Woche ist Benedikt wirklich der F�hrer der Katholiken in Amerika. Ein Durchbruch, den er auf seine sanfte Tour erreicht hat. Die Amerikaner kennen ihn
jetzt.“ In einem weiteren Artikel der �New York Post“ wird �ber den baldigen Abgang des bei vielen unpopul�ren New Yorker Kardinals Edward Egan
spekuliert – und ausf�hrlich �ber einen Wasserfleck berichtet, der an einer Zimmerdecke in der Stadt aufgetaucht sei und das Gesicht Jesu zu zeigen
scheine. Ein Wunder?
Respekt f�r Ground Zero �City of
Love“, Stadt der Liebe – das ist die Schlagzeile der �Daily News“, ebenfalls mit Papstbild auf dem Titel und mit 12 Sonderseiten zur
Visite. Ein Kommentator schreibt zum Gebet Benedikts an �Ground Zero“, dem Ort des Terrors vom 11. September 2001: �Dieser Respekt des Papstes f�r
Ground Zero macht ihn zu einem heiligen Ort. Und besch�mt alle, die den Ground Zero nur noch wie eine Baustelle behandeln.“ Dass der Papst an diesem
Sonntag an die Terror-Opfer des 11. September erinnert, besch�ftigt auch die Zeitung �Newsday“: Sie portr�tiert den Priester, der beim Einsturz des
�World Trade Center“ starb: Michael Judge, ein Franziskaner. Feuerwehr-Seelsorger, sozial engagiert, vor allem im Kampf gegen Aids, alkoholkrank
– eine Pers�nlichkeit mit Ecken und Kanten. �Ein New Yorker eben“, urteilt �Newsday“ stolz. Und schreibt dann: �Wenn der Papst zum Ground
Zero hinabsteigt, dann wird er dort in Gedanken auf Father Michael treffen. Zwei katholische Priester: ein Deutscher und ein New Yorker. Ein majest�tischer
und ein ganz gew�hnlicher. Alte und neue Kirche. Gott segne sie alle beide.“
Die Papstreise nimmt in den Medien einen breiten Raum ein
Auch �Newsday“ berichtet mit 16 Seiten ausf�hrlich und sehr positiv �ber den Papstbesuch – vor allem �ber die Freude der Menschen in der
Stadt, den Papst bei sich zu haben und wenigstens aus der Ferne einmal zu sehen. Ein Artikel besch�ftigt sich mit dem fr�heren New Yorker B�rgermeister und
Ex-Pr�sidentschaftskandidaten Rudy Giuliani, der am Samstag bei der Messe Benedikts in der St.-Patricks-Kathedrale dabei war. Giuliani ist Katholik, aber zum
dritten Mal verheiratet und ein Bef�rworter der Abtreibung – und dennoch ging er bei der Papstmesse zur Kommunion. Ob ihm das nichts ausmache, dass er
damit ein strenges kirchliches Gebot breche? Seine Antwort: �No.“
Einwanderer – in den USA ein hei�es Eisen
Die �New York Times“ macht auf ihrer Titelseite, aber nicht sehr prominent platziert, den Einsatz des Papstes f�r Einwanderer zum Thema.
Benedikt �r�hrt an einen wunden Punkt“, hei�t die entsprechende �berschrift. Zwar habe sich der Papst bem�ht, sich bei seinem Eintreten f�r die
Immigranten aus der politischen Debatte in den USA herauszuhalten. Doch ein republikanischer Politiker aus Colorado, den man als Gegner der �Illegals“
kennt, reagiere sehr scharf: Das sei �Marketing auf Glaubens-Basis“. Dem Papst gehe es offenbar darum, �auf Biegen und Brechen neue Kirchenmitglieder
zu gewinnen.“ Die �New York Times“ gibt zu bedenken, dass viele der katholischen Latinos, die in die USA kommen, dort zu pfingstkirchlichen
Bewegungen ��berlaufen“. In einem weiteren Artikel urteilt die Zeitung, dem �Schatten Johannes Pauls“ k�nne sein deutscher Nachfolger nicht
entkommen; die Zuneigung zum fr�heren Papst sei �immer noch au�ergew�hnlich“. (rv)
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20.04.08
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Kurienkardinal L�pez Trujillo gestorben
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Und eine traurige Nachricht erhielt der Papst
w�hrend seines Aufenthalts in den Vereinigten Staaten: Der kolumbianische Kurienkardinal, Alfonso L�pez Trujillo, ist am Samstag im Alter von 72 Jahren
gestorben. Der Pr�sident des P�pstlichen Familienrates befand sich seit einem Monat wegen Gesundheitsproblemen in einer r�mischen Klinik. Lopez �u�erte
sich immer wieder zu Sexualmoral und Empf�ngnisverh�tung, zu Abtreibung und Euthanasie. Er war bekannt f�r konservative und zum Teil deutlichen
Stellungnahmen. Lopez galt als ausdr�cklicher Gegner der Befreiungstheologie. Nach seinem Tod z�hlt das Kardinalskollegium 195 Mitglieder. Von ihnen sind
nun 118 j�nger als 80 und d�rften somit an einer Papstwahl teilnehmen. Lopez wurde am 8. November 1935 als Sohn einer Oberschichtfamilie in
Villahermosa im Bistum Ibague geboren. Er studierte in Bogota und Rom, 1962 kehrte er in seine Heimat zur�ck. Bekannt wurde er, als er 1968 bei der zweiten
Vollversammlung des Lateinamerikanischen Bischofsrates CELAM in Medellin mitwirkte. 1972 wurde der inzwischen zum Weihbischof bef�rderte Geistliche
CELAM-Generalsekret�r. Auch bei der Vorbereitung der CELAM-Generalversammlung in Puebla 1979 wirkte Lopez Trujillo mit; im selben Jahr ernannte ihn Papst
Johannes Paul II. zum Erzbischof von Medellin, wenig sp�ter wurde er CELAM-Pr�sident. 1990 verlie� Lopez Kolumbien und folgte dem Ruf des Papstes nach Rom.
(rv)
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21.04.08
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Von der USA-Reise zur�ck
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USA-Reise: Papst dankt f�r Gastfreundschaft…
Papst Benedikt XVI. ist von seiner USA-Reise in den Vatikan zur�ckgekehrt. Nach achtst�ndigem Flug traf
die Sondermaschine um 10.35 Uhr auf dem r�mischen Flughafen Ciampino ein. Von dort begab er sich in den Vatikan. Benedikt XVI. hatte seit Dienstag
Washington und New York besucht. Es war die achte Auslandsreise des Kirchenoberhaupts. Am Sonntagabend um 22.00 Uhr Ortszeit, also gegen 2.00 Uhr
nachts mitteleurop�ischer Zeit, hatte Benedikt XVI. seinen Besuch in den Vereinigten Staaten beendet. Bei der Abschiedszeremonie auf dem Flughafen
�Kennedy“ in New York versammelten sich rund 5.000 Menschen der Di�zese Brooklyn, sowie zivile und kirchliche Autorit�ten. Der Vizepr�sident der
Vereinigten Staaten, Richard B. (�Dick“) Cheney, dankte dem Papst f�r seinen Besuch an der Ostk�ste. Benedikt XVI. bedankte sich f�r die
herzliche Aufnahme und Gastfreundschaft. �Es war eine Freude f�r mich, Zeuge des Glaubens und der Hingabe der katholischen Gemeinschaft hier zu
sein“, so der Papst w�rtlich. Zugleich erinnerte er an die Treffen mit Vertretern anderer christlicher Konfessionen und anderer Religionen w�hrend
seiner Reise. Er sprach ihnen seinen Respekt und seine Wertsch�tzung aus.
…und mahnt zu Gerechtigkeit Als
einen H�hepunkt seines Besuchs nannte Benedikt XVI. die M�glichkeit, vor der UNO-Vollversammlung sprechen zu d�rfen. Erneut erinnerte er an die
Verabschiedung der Allgemeinen Erkl�rung der Menschenrechte vor 60 Jahren und �u�erte sich dankbar f�r die erreichten Fortschritte beim Schutz der
Grundrechte. Zugleich rief er zu einem unerm�dlichen Einsatz f�r Gerechtigkeit und ein friedliches Miteinander zwischen V�lkern und Nationen auf. Mit
Blick auf Ground Zero sagte der Papst, der Besuch werde seinem Ged�chtnis unausl�schlich eingepr�gt bleiben. Er bete f�r eine Zukunft mit gr��erer
Br�derlichkeit und Solidarit�t, wachsendem gegenseitigen Respekt und einem erneuerten Glauben an und Vertrauen in Gott. Zum Abschied rief Benedikt XVI.:
�Gott sch�tze Amerika“. Ein Helikopter der US-Luftwaffe hatte den Papst von Manhattan zum 30 Kilometer entfernten internationalen Flughafen
gebracht. Von dort startete Benedikt XVI. an Bord einer Sondermaschine nach Italien. (rv/kna)
USA: Gebet am Ground Zero
Vielbeachtet und erwartet: Der Besuch Benedikts XVI. am Ground Zero, wo bis zum 11. September 2001 das World-Trade-Center stand. In der Grube,
siebzig, achtzig Meter unter Stra�enniveau, von Scheinwerfern hell angestrahlt, stand eine f�r diesen Anlass geschaffene Ebene, wo den Papst einige
Lokalpolitiker, �berlebende der Terroranschl�ge des 11. September, Angeh�rige von Terror-Opfern und Helfer erwarteten. Papst Benedikt XVI. besuchte
den Gedenktort in Manhattan am Sonntag. Dort sprach er ein Gebet f�r die Opfer des Terroranschlags. Es war einer der emotionalen H�hepunkte der
sechst�gigen USA-Reise des Kirchenoberhaupts.
Vatikan: P. Lombardi �ber die Bedeutung des Besuchs an Ground Zero
Auch der Leiter des vatikanischen Pressesaals und Generaldirektor von Radio Vatikan, Pater Federico Lombardi, zieht ein positives Res�mee. Vor allem
der Besuch Benedikts XVI. an Ground Zero habe – neben der Rede vor der UNO - eine entscheidende Bedeutung gehabt: �Der Papst ist dorthin
gegangen, um zu beten. Er hat keine gro�en Reden gehalten. Er ist dorthin gegangen, um in sich zu gehen. Und so ist sein Besuch auch eine Einladung an
uns, �ber dieses Geheimnis nachzudenken, das der 11. September darstellt. Es ist das Geheimnis des B�sen, das sich mit einer unverst�ndlichen
Aggressivit�t und Gewalt in unserer Geschichte und auch immer wieder in unseren Tagen zeigt. Eine selbstzerst�rerische Gewalt, die den Tod Tausender
Unschuldiger in Kauf nimmt, ohne sich darum zu k�mmern, dass damit die Existenzen vieler Menschen ausgel�scht oder zutiefst ersch�ttert werden. Zugleich
hat dieser Besuch aber auch daran erinnert, dass sich Menschen in ersch�tternder Weise mit anderen solidarisch gezeigt haben! Mir war nicht klar, dass
von den 3.000 Opfern 400 Helfer sind, die bei den Rettungsaktionen ums Leben kamen. Es sind mehr als 340 Feuerwehrm�nner ums Leben gekommen. Zum Tod der
Unschuldigen ist also auch noch das Opfer derjenigen gekommen, die ihr Leben hingegeben haben, um anderen zu helfen.“ Das d�rfe man nicht
vergessen, so Lombardi. �Das ist das Element der Hoffnung, das in diesem dramatischen und tragischen Ereignis verborgen liegt. Das gibt uns die Kraft,
nach vorne zu schauen, weil wir sagen k�nnen: �Es gibt nicht nur das B�se, es gibt auch das Gute!“ Mit dieser Einstellung m�ssen wir in die Zukunft
schauen. Wir d�rfen uns nicht entmutigen lassen, sondern wir m�ssen weiter mitarbeiten an der Gestaltung einer besseren gesellschaftlichen Zukunft auf
der Basis der Prinzipien, an die Benedikt XVI. vor der UNO erinnert hat, also die Menschenw�rde, die Anerkennung Gottes als den Sch�pfer und all jene
Prinzipien, die zu erkennen Christus, unsere Hoffnung, uns hilft.“ (rv)
Vatikan: Papst der Hoffnung – ein Kommentar
Benedikt XVI. ist zur�ck im Vatikan. Ein Kommentar zur achten Auslandsreise des Papstes von Pater Eberhard von Gemmingen: �Es mag uns erstaunen,
dass die USA-Reise des Papstes �dr�ben“ offenbar als gro�er Erfolg wahrgenommen wurde. Die Medien an der Ostk�ste jedenfalls haben den Papst als
Hoffnung gefeiert - �The pope our hope“. Registriert wird, dass er nicht von Terrorismus gesprochen, wohl aber f�r alle Menschen gebetet hat, die
von Hass bewegt werden. Auch ein herausragender franz�sischer Muslim hat gegen�ber Radio Vatikan den Auftritt von Benedikt sehr gelobt. �hnliche
muslimische Stimmen gibt es im arabischen Raum. Wichtiger aber ist das Papstlob aus den USA selbst. Man muss registrieren: Mit den zwei schwersten �beln
der USA – Kindesmissbrauch und Anschlag auf das World-Trade-Center – hat sich der Papst meisterhaft auseinandergesetzt. Und vor allem gilt:
In den USA sind Modernit�t und Religion keine Gegens�tze. Dort gelten ganz nach Benedikts Geschmack Glaube und Vernunft. Und wenn wir Europ�er heute oft
wegen der US-Politik auf Amerika hinunterschauen, so sollten wir vielleicht auch registrieren, dass sie uns voraus sind im entspannten Verh�ltnis
zwischen Glaube und Modernit�t. Von Untergang der Religion kann �dr�ben“ nicht die Rede sein. Im Gegenteil. Religion ist so normal wie Elektronik.
Wir Europ�er hinken hinterher mit unserem Verstecken des Religi�sen. Wir glauben noch allzu oft den Scheingelehrten, die behaupten, Religion sei vorbei.
Millionen Amerikaner, Afrikaner und Asiaten lehren uns: Mit Religion lebt es sich besser.“ (rv)
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5/2008
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01.05.08
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Vatikan: Papst lobt US-Gesellschaft
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Die Kirche muss sich weiterhin f�r
internationale Beziehungen im Zeichen von Verantwortung und Solidarit�t einsetzen. Das hat Papst Benedikt XVI. an diesem Mittwoch betont. Bei der
Generalaudienz auf dem Petersplatz hielt er R�ckschau auf seine Pastoralreise in die USA. In seiner Rede vor der UNO-Vollversammlung habe er vor allem
die gro�e Bedeutung der Allgemeinen Erkl�rung der Menschenrechte vor 60 Jahren unterstreichen wollen. Die Vereinigten Staaten bezeichnete das
Kirchenoberhaupt als �Heimat der Religionsfreiheit“. Von jeher wirkten dort religi�se, ethische und politische Prinzipien zusammen. Das Land sei
ein gelungenes Beispiel f�r eine �gesunde Laizit�t“. Die Kirche k�nnte in voller Freiheit ihren Verk�ndigungsdienst aus�ben und gleichzeitig als
�kritisches Gewissen“ zum Aufbau einer menschenw�rdigen Gesellschaft beitragen, betonte Benedikt XVI. Auf Deutsch sagte er: �Die
ereignisreichen Tage vom 15. bis zum 21. April standen unter dem Motto ,Christus unsere Hoffnung’. Mein Ziel war es, als Nachfolger Petri meine
Br�der und Schwestern im Glauben an den Auferstanden zu st�rken und zu einem geisterf�llten Dienst an ihren Mitmenschen und an der Gesellschaft zu
ermutigen. Die zahlreichen, auch f�r mich pers�nlich bereichernden Begegnungen und liturgischen Feiern kann ich hier nur kurz ansprechen: der Empfang
im Wei�en Haus, das Treffen mit den Bisch�fen und mit den Professoren und den Studierenden katholischer Bildungseinrichtungen, die heilige Messe im
Stadion von Washington, der Austausch mit Vertretern anderer Religionen, besonders mit unseren j�dischen Br�dern und Schwestern, die �kumenische
Vesper, die Ansprache bei den Vereinten Nationen anl�sslich des 60. Jahrestags der Menschenrechtserkl�rung, die Eucharistiefeier mit Priestern und
Ordensleuten in der St.-Patricks-Kathedrale, die stillen Minuten des Gebets am Ground Zero in Manhatten, das Jugend- und Seminaristentreffen und
schlie�lich der Abschlussgottesdienst im Stadion von New York.“ An die rund 20.000 Gl�ubigen wandte Benedikt sich in zehn Sprachen. Sein
Segenswunsch f�r die deutschsprachigen Pilger: �Beten wir, dass diese j�ngste Apostolische Reise reiche Frucht bringe und dass der Heilige Geist,
den wir in den Tagen vor Pfingsten mit der ganzen Kirche erwarten, unseren Glauben erneuere. Der Herr segne euch und eure Familien.“ (rv)
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14.05.08
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Kardinal Bernardin Gantin, fr�herer Dekan des Kardinalskollegiums, ist tot
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Der aus Benin stammende westafrikanische Kirchenmann starb am Dienstag im Alter von 86
Jahren in einer Pariser Klinik, wie an diesem Mittwoch bekannt wurde. Gantin, der 1978 zum Pr�sidenten des P�pstlichen Rats Cor unum und 1984 zum
Pr�fekten der Bischofskongregation ernannt wurde, war der erste Afrikaner an der Spitze einer Vatikan-Beh�rde. Papst Benedikt XVI. w�rdigte in einem
Beileidstelegramm an den �Heimatbischof” Gantins den �fruchtbringenden Dienst” und die �gro�e Treue” des ehemaligen Erzbischofs von
Cotonou. Nach Gantins Tod z�hlt das Kardinalskollegium 194 Mitglieder. Von ihnen sind 118 j�nger als 80 und d�rften somit an einer Papstwahl
teilnehmen. (rv)
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31.05.08
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Vatikan: Exkommunikation bei Frauenordination
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Die Glaubenskongregation hat am
Donnerstag ein Allgemeines Dekret erlassen zum Thema �Frauenordination”. In dem im �L`Osservatore Romano” ver�ffentlichten Text wird
betont, dass alle, die versuchen, Frauen zu Priesterinnen zu weihen, automatisch exkommuniziert sind. Dasselbe gelte f�r die Frauen, die sich an
der Weihe beteiligen. Die Kongregation f�r die Glaubenslehre m�chte mit diesem Dekret �die Natur und die G�ltigkeit des Sakraments der Weihe
sch�tzen”, so der Text, der auf Latein und Italienisch ver�ffentlicht wurde. Das Dokument tr�gt den lateinischen Titel �Decretum generale de
delicto attentatae sacrae ordinationis mulieris”; es wurde bereits am 19. Dezember letzten Jahres von der Kongregation beschlossen. Von der
Exkommunikation seien auch Gl�ubige betroffen, die den mit Rom unierten Kirchen angeh�ren. Der Sekret�r der Glaubenskongregation, Erzbischof
Angelo Amato, h�lt das neue Dokument aus seinem Haus f�r notwendig, weil… �in einigen Regionen der Welt wieder so genannte Frauenordinationen
stattgefunden haben. Des weiteren handelt es sich auch um eine Hilfe f�r Bisch�fe, damit alle Oberhirten eine gemeinsame Antwort zu diesem Thema
geben k�nnen.” Zur G�ltigkeit einer Priesterweihe f�r Frauen sagt Amato: �Sie sind von vornherein ung�ltig - und das bedeutet, dass sie
nichtig sind. Es handelt sich n�mlich nicht um �Ordinationen” im eigentlichen Sinn. Denn die kanonische Richtlinie der Kirche besagt, dass
�die heilige Weihe nur f�r einen getauften Mann g�ltig ist” (Can. 1024). Die Kirche f�hle sich nicht berechtigt, den Willen ihre Stifters
Jesu Christi zu �ndern, so Amato weiter, auch wenn das nicht der Sichtweise anderer christlicher Konfessionen entspricht. �Das ist aber nicht
nur in diesem Fall so. Jedenfalls befindet sich die katholische Kirche in guter Gesellschaft wenn man sieht, dass die altorientalischen Kirchen und
die orthodoxen Kirchen dieselbe Praxis beibehalten wie die katholische Kirche. Einige aus der Reformation hervorgegangene kirchliche Gemeinschaften
haben mit einer zweitausend Jahre alten Tradition gebrochen.” Bereits 1994 hatte Papst Johannes Paul II. im Apostolischen Schreiben
�Ordinatio Sacerdotalis” betont, dass die Priesterweihe nur M�nnern vorbehalten sei. Er erkl�rte, dass �die Pr�senz und die Rolle der Frau im
Leben und in der Sendung der Kirche nicht an das Amtspriestertum gebunden sind”; dennoch �bleiben die Frauen f�r die Kirche absolut notwendig
und unersetzbar”. (rv)
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6/2008
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02.06.08
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Im Fr�hling 2010 darf das Turiner Grabtuch erneut zur �ffentlichen Verehrung ausgestellt werden
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Das hat Benedikt XVI. auf Bitte des
Turiner Erzbischofs angeordnet, wie der Papst an diesem Montag Pilgern aus der Region der norditalienischen Stadt pers�nlich sagte. Minutenlanger
Applaus der Audienzg�ste folgte der Ank�ndigung des Papstes. �Wenn der Herr mit Leben und Gesundheit gibt, hoffe ich, selbst dabei sein zu
k�nnen”, f�gte Benedikt in freier Rede hinzu. Das Turiner Grabtuch war zuletzt im Heiligen Jahr 2000 �ffentlich zu sehen gewesen. Rund eine
Million Gl�ubige waren damals in die norditalienische Stadt gekommen, um das Tuch zu sehen. (rv)
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02.06.08
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Kardinal Kasper zieht positive Bilanz
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Die russisch-orthodoxe Kirche will
mit dem Vatikan zusammenarbeiten, um die christlichen Werte Europas zu festigen. Das hat Patriarch Alexij II. dem p�pstlichen
�kumene-Verantwortlichen Kardinal Walter Kasper bei einem pers�nlichen Gespr�ch im Moskau zugesichert. Der Pr�sident des P�pstlichen Rates f�r
die Einheit der Christen bereiste in den vergangenen Tagen Moskau und die Russische F�deration auf Einladung des Metropoliten Kyrill von
Smolensk und Kaliningrad. Nach seiner R�ckkehr sagte Kardinal Kasper im Interview von Radio Vatikan: �Der Patriarch und auch der Bischof haben
mir sehr deutlich gesagt: Es gen�gt nicht, die Mauern der oft zerfallenen Kirchen nach der kommunistischen Zeit zu restaurieren, wir brauchen
eine geistliche Erneuerung. Er will mit uns zusammenarbeiten, um die christlichen Wurzeln, die christlichen Werte Europas zu
befestigen.” Das Gespr�ch mit Alexij, dem Kasper dem Patriarchen auch ein pers�nliches Schreiben Papst Benedikts �bermittelte, habe
f�nf Viertelstunden gedauert, sagte Kasper. �Die Begegnung mit dem Patriarchen ist in einer sehr freundlichen Atmosph�re verlaufen, wir
haben �ber meine Reise gesprochen, er hat sich sehr gefreut �ber das Interesse an der orthodoxen geistlichen Tradition; nat�rlich hat er am
Ende auch die bekannten Fragen erw�hnt, die die russisch-orthodoxe Kirche immer stellt. Es war aber kein Gegenstand einer langen Diskussion
dar�ber, auch was die so genannten unierten Kirchen angeht. Ich habe dann abgehoben auf die positive Entwicklung, die es gegenw�rtig ja auch in
der Ukraine gibt.” Ein wichtiger Punkt im Gespr�ch mit dem Patriarchen sei auch die Fortf�hrung des Dialogs mit allen orthodoxen
Kirchen zusammen gewesen, also die Fortf�hrung des Treffens von Ravenna im vergangenen Jahr. Aus Protest gegen die Teilnahme einer estnischen
Delegation waren die Vertreter der russisch-orthodoxen Kirche aus Ravenna vorzeitig abgereist. Dazu Kardinal Kasper: �Das sind Probleme
zwischen Konstantinopel und Moskau, das sind innerorthodoxe Probleme �ber den Status der Kirche in Estland; wir k�nnen hier nicht direkt
eingreifen, aber wir sind nat�rlich sehr interessiert, und deshalb insistiere ich sehr stark in Moskau und auch in Konstantinopel, dass sie
eine L�sung bzw. einen Kompromiss in dieser Frage finden, weil ich es pers�nliche sehr schwierig finde, den Dialog fortzuf�hren ohne die
russisch-orthodoxe Kirche, die die gr��te der orthodoxen Kirchen ist und die sich auch theologisch im Augenblick erfreulich weiterentwickelt.
Sie entwickelt sich auch weiter, was Jugendpastoral angeht, was soziale Aktivit�ten angeht, was kulturelle Aktivit�ten angeht - auch da ist
sozusagen eine neue Phase.” Kardinal Kasper wollte bei seiner Reise, wie er sagte, die religi�se und spirituelle Tradition, die in
Russland sehr reich ist, kennen lernen. So besuchte er auch die Kirche Unserer Lieben Frau von Kazan in der russischen Teilrepublik Tatarstan.
Beeindruckt h�tten ihn auch drei Begegnungen mit Studenten. �Sie haben sehr kluge Fragen gestellt, keineswegs feindselige oder kritische,
provokante Fragen. Sie waren gut informiert �ber die katholische Kirche und hatten vor allem ein gro�es Interesse, die katholische Kirche
besser kennen zu lernen. Dieses positive Interesse an der katholischen Kirche ohne die alten Vorbehalte und Vorurteile habe ich auch sonst
wahrgenommen.” (rv)
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22.06.08
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Italien: Kardinalvikar hinterl�sst Testament
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Papst Benedikt XVI. hat seinem
Generalvikar f�r das Bistum Rom f�r au�ergew�hnlichen Einsatz gedankt. In einer Gru�botschaft zum 25-j�hrigen Bischofsjubil�um von
Kardinalvikar Camillo Ruini lobte das Kirchenoberhaupt dessen Engagement vor allem in Rom und als langj�hriger Pr�sident der Italienischen
Bischofskonferenz. Ruini war 1991 von Papst Johannes Paul II. mit der Verwaltung der Di�zese Rom betraut worden und wurde damit zum
Stellvertreter des Bischofs von Rom. Seither habe der Kardinal sich als �erfahrener, vertrauensw�rdiger und gro�z�giger Mitarbeiter“
f�r seinen Vorg�nger wie f�r ihn selbst erwiesen, so Benedikt XVI. Die Botschaft wurde bei einem Festgottesdienst in der r�mischen
Lateran-Basilika am Samstag Abend verlesen. �In der Kirche von Rom konnten alle Ihre enorme Arbeitskraft, ihren einfachen und
unverf�lschten Glauben, ihre intelligente und kreative Pastoral sehen. … Sie waren in allen Situation auf beispielhafte Weise ihrem
Bischofswort treu: ,Die Wahrheit wird uns frei machen’. Im Namen dieser Wahrheit, die Christus selbst ist, haben Sie sich unerm�dlich
f�r das Volk Gottes in Rom aufgeopfert. F�r viele Dienste, die Sie der Kirche und der Gesellschaft in diesen 25 Bischofsjahren erwiesen
haben, geb�hrt Ihnen Dank.“ Italienische Medien sprechen vom Ende einer �ra. Das Amt des Pr�sidenten der Bischofskonferenz hatte der
77-j�hrige Ruini bereits im M�rz 2007 abgegeben. Rund um sein Amtsjubil�um wird �ber seine Nachfolge im Hauptstadtbistum spekuliert. Der
Gottesdienst in der Lateranbasilika gab hier keinen Aufschluss, doch Ruini selbst blickte zur�ck und dankte f�r das von den P�psten in ihn
gesetzte Vertrauen: �Am Ende meines Dienstes als Kardinalvikar gestehe ich, dieses Geschenk noch mehr zu genie�en und in den mir
verbleibenden Jahren in Erinnerung und Gebet darauf zur�ck zu kommen.“ Den Glauben �ffentlich zu verk�nden und �an der Seite des
Papstes zu stehen“ sei eine der wichtigsten Aufgaben des Bischofs, rief er den zahlreichen Episkopatskollegen im Lateran in Erinnerung:
�vor allem, wenn es unbequem ist und Mut erfordert“. �Ich erlaube mir anzumerken, dass, wenn der ganze Episkopat stark und in diesem
Sinn deutlich gewesen w�re, manche Schwierigkeiten in der Kirche kleiner gewesen w�ren. Auch f�r die Zukunft kann das ein wirkungsvoller Weg
sein, Probleme einzud�mmen und sie zu �berwinden.“ Vor Politikern und Kirchenvertretern jeder Couleur betonte der in Italien sehr
respektierte Ruini: �Dies ist mein kleines Testament, das ich der Di�zese Rom hinterlassen will: Lasst uns der gro�en Herausforderung, die
wir zu bew�ltigen haben, ins Gesicht schauen und uns nicht vor ihr verstecken. Packen wir sie an - in ihrer Kraft, ihrer St�rke und ihrer
durchdringenden Anziehungskraft, die sie vor allem auf die jungen Generationen aus�bt. Schauen wir mit n�chternem und ebenso durchdringenden
Auge auf sie, mit dem Blick des Glaubens, der noch durchdringender ist als ein blo� menschlicher Blick. … Wenn der Herr es mir erlaubt,
will ich im Kleinen, das mir m�glich ist, und auf andere Weise weiter arbeiten, damit die Menschen in Rom und Italien die Welt und das Leben
mit dem Blick des Glaubens betrachten.“ (rv)
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27.06.08
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Papst ernennt Vallini zu Roms Kardinal-Vikar
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Papst Benedikt XVI. hat
Agostino Vallini zum neuen r�mischen Kardinal-Vikar ernannt. Der 68-j�hrige tritt die Nachfolge von Kardinal Camillo Ruini, dem
langj�hrigen Vorsitzenden der italienischen Bischofskonferenz an. Vallini leitete bisher die Apostolische Signatur, das oberste
vatikanische Gericht. Neuer Pr�fekt der Signatur wird der US-Amerikaner Raymond Leo Burke, bislang Erzbischof von Saint Louis. (rv)
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7/2008
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11.07.08
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Reiseprogramm der Papstreise nach Sydney
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Samstag, 12. Juli 2008 10.00 Uhr Abflug von Rom-Fiumicino nach Darwin/Milit�rflughafen ----------
Sonntag, 13. Juli 2008 09.15 Uhr Ankunft in Darwin
am Milit�rflughafen und um 10.30 Uhr Weiterflug zum Milit�rflughafen Richmond bei Sydney 15.00 Uhr Ankunft auf dem Milit�rflughafen
Richmond 15.15 Uhr Transfer zur privaten Residenz, wo sich Benedikt XVI. bis Donnerstag, 17. Juli zur Erholung aufh�lt
---------- Donnerstag, 17. Juli 2008 07.30 Uhr Private Messe in der Kapelle des St. Mary's Catheral House von Sydney 09.00 Uhr Begr��ungszeremonie im Governments House von Sydney 09.30 Uhr Fahrt zur "Mary MacKillop Memorial Chapel", wo der Papst ein Gebet sprechen wird 10.00 Uhr Fahrt zum Admiralty House und Treffen mit dem Premierminister 11.05 Uhr Fahrt zum St. Mary's Cathedral House 14.20 Uhr Fahrt zur Rose Bay-Mole. Kurze Begr��ung mit T�nzen und traditionellen Ges�ngen der Aborigines 14.45 Uhr Einschiffen auf der "Sydney 2000" und Transfer zur Mole von Barangaroo East Darling Harbour 15.30 Uhr Ankunft auf der Mole und Fest der Begr��ung mit Jugendlichen 16.45 Uhr Fahrt im Papamobil zum St. Mary's Cathedral House ----------
Freitag, 18. Juli 2008 07.30 Uhr Messe in der
Privatkapelle des St. Mary's Cathedral House 09.30 Uhr Getrennte Privataudienzen f�r den Gouverneur von New South Wales, den
Premier von New South Wales und den B�rgermeister von Sydney in der Empfangshalle des St. Mary's Cathedral House 10.30 Uhr
�kumenisches Treffen in der Krypta der St. Mary's Cathedral 11.20 Uhr Treffen mit Vertretern anderer Religionen im Kapitelsaal
der St. Mary's Cathedral 12.30 Uhr Mittagessen mit Jugendlichen in der Empfangshalle des St. Mary's Cathedral House 15.00
Uhr Er�ffnungsgebet zum Kreuzweg auf dem Vorplatz der St. Mary's Cathedral. Nach dem Gebet der ersten Station verfolgt der Papst den
Kreuzweg im Fernsehen in der Krypta der St. Mary's Cathedral 18.45 Uhr Treffen mit einer Gruppe psychisch behinderter
Jugendlicher in der Herz-Jesu-Kathedrale der Notre Dame University 19.45 Uhr R�ckkehr zum St. Mary's Cathedral House
---------- Samstag, 19. Juli 2008 09.30
Uhr Messe mit den Bisch�fen Australiens, Seminaristen, Novizen und Novizinnen 12.15 Uhr Mittagessen mit den australischen Bisch�fen
in der Empfangshalle des St. Mary's Cathedral House 18.30 Uhr Fahrt zur Pferderennbahn von Randwick 19.00 Uhr Gebetswache mit
den Jugendlichen auf der Pferderennbahn 21.00 Uhr R�ckkehr zum St. Mary's Cathedral House ---------- Sonntag, 20. Juli 2008 08.30 Uhr Fahrt zum Heliport der Victoria-Barracks und Rundflug �ber die auf der Pferderennbahn versammelten Jugendlichen 09.15 Uhr Fahrt im Papamobil vom Heliport der Victoria Barracks zur Pferderennbahn von Randwick. Rundfahrt im Papamobil 10.00 Uhr Messe zum 23. Weltjugendtag auf der Pferderennbahn von Randwick und Angelusgebet 12.30 Uhr Fahrt zum St. Mary's Cathedral House und Mittagessen mit dem Gefolge 18.00 Uhr Treffen mit den Sponsoren und Organisatoren des 23. Weltjugendtags ----------
Montag, 21. Juli 2008 08.00 Uhr Messe in der Privatkapelle des St. Mary's Cathedral House 08.35 Uhr Abschied vom St. Mary's Cathedral House 08.45 Uhr Fahrt im Papamobil zur Damain, einem zentralen Platz in Sydney, und Gru� an die ehrenamtlichen Helfer des 23. Weltjugendtages 09.10 Uhr Fahrt zum internationalen Flughafen von Sydney 09.30 Uhr Abschiedszeremonie am Flughafen 10.00 Uhr Abflug nach Darwin 13.50 Uhr Ankunft auf dem Flughafen von Darwin 15.05 Uhr Weiterflug nach Rom - Ciampino 23.00 Uhr Ankunft auf dem Flughafen Rom-Ciampino
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14.07.08
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Papst in Australien gelandet
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Papst Benedikt XVI. ist am Sonntag in Australien eingetroffen. Nach rund 20-st�ndigem Flug landete
er gegen 15 Uhr Ortszeit (7 Uhr MESZ) auf der Milit�rbasis Richmond bei Sydney. Bei k�hlem Wetter und bedecktem Himmel wurde er auf dem
Flugfeld vom Erzbischof von Sydney, Kardinal George Pell, und dem australischen Premierminister Kevin Rudd begr��t. Rund 100 Menschen
hatten sich am Rand des Rollfelds eingefunden. Nach dem informellen Empfang begab sich das Kirchenoberhaupt sofort in das rund 40
Kilometer entfernte kirchliche G�stehaus von Kenthurst. Dort wird er sich in den n�chsten drei Tagen von den Anstrengungen der Anreise
erholen. Der offizielle Empfang durch die australische Staats- und Regierungsspitze ist erst f�r Donnerstag in Sydney vorgesehen.
Anlass der neunten Auslandsreise von Benedikt XVI. ist die Teilnahme am Weltjugendtag. H�hepunkte sind am Wochenende eine Gebetswache
und eine gro�e Messe, zu denen rund eine halbe Million Menschen erwartet werden. Nach erstem Eindruck schien das 81-j�hrige
Kirchenoberhaupt den langen Interkontinentalflug gut �berstanden zu haben. Vom Flugzeug aus begab er sich nach der kurzen Begr��ung
durch die Staats- und Kirchenspitze sofort zu den bereitgestellten Autos. Bis Mittwochnachmittag wird er sich im Studienzentrum von
Kenthurst ohne jegliche offizielle Termine aufhalten.
WJT-Botschaft Benedikts XVI.: Missionarische Impulse erwartet
Papst Benedikt XVI. erwartet sich vom Weltjugendtag missionarische Impulse f�r die katholische Kirche und vor allem f�r die jungen
Gl�ubigen. Angesichts von d�steren Zukunftsperspektiven und Hoffnungslosigkeit biete der christliche Glaube Kraft und Orientierung,
betonte er in einer Botschaft, die bei seiner Ankunft in Australien am Sonntag ver�ffentlicht wurde. Die Jugendlichen seien
herausgefordert durch die Ablehnung des Glaubens, die sie in ihrem Umfeld erfahren. Die Antwort liege in Christus. Der Heilige Geist
orientiere die Menschen zu ihm hin, der Leben, Liebe und Wahrheit ist. Benedikt zitiert einen dem Heiligen Augustinus zugeschriebenen
Denkspruch: �Wenn Du jung bleiben willst, dann suche Christus“. Mit Blick auf das Motto des Treffens �Ihr werdet die Kraft des
Heiligen Geistes empfangen, der auf euch herabkommen wird; und ihr werdet meine Zeugen sein“ betont Benedikt, dass die
Jugendlichen eine besondere Aufgabe bei der Erneuerung des Angesichts der Erde (Ps 104) h�tten. Der Papst w�rtlich: �Es ist meine feste
�berzeugung, dass die Jugendlichen dazu berufen sind, Instrumente der Erneuerung zu werden, indem sie ihren Altersgenossen jene Freude
weitergeben, die sie im Kennenlernen und in der Nachfolge Christi erfahren haben. Im Teilen der Liebe, die der Geist in ihre Herzen
ausgegossen hat, werden sie erf�llt von Hoffnung und Dankbarkeit f�r all das Gute, dass sie von Gott, unserm himmlischen Vater erhalten
haben.“ Benedikt XVI. dankt au�erdem den australischen Beh�rden und der Kirchenleitung f�r die Vorbereitung seiner Reise und
des Weltjugendtages. Weiter bedankte er sich bei den Pfarreien, den Schulen und den vielen Familien, die w�hrend dieser Tag die
angereisten G�ste aus aller Welt beherbergten.
Vermutlich kein Treffen mit australischen Missbrauchsopfern
Benedikt XVI. wird vermutlich nicht mit Missbrauchsopfern zusammentreffen. Das sagte der Koordinator des
Weltjugendtags, Weihbischof Anthony Fisher OP am Sonntagmorgen in Sydney. Der enge Zeitplan lasse eine solche Begegnung nicht zu. Und
falls sie doch stattfinden sollte, werde sie strikt privaten Charakter haben. Au�erdem sagte Fisher, er teile die Worte des Papstes auf
dem Flug nach Australien; dieser habe so seinen Respekt und seine Anteilnahme f�r die Missbrauchsopfer ausgedr�ckt.
Last-Minute-Pilgerflut
Der Weltjugendtag (WJT) in Sydney zieht m�glicherweise doch mehr als die bislang gesch�tzten 200.000 Teilnehmer an. Grund sei eine
unerwartet hohe Zahl von unangemeldeten Pilgern, teilte WJT-Chefkoordinator Weihbischof Anthony Fisher OP am Sonntag in Sydney mit.
Offiziell h�tten sich 215.000 Personen registriert. In den vergangen Tagen w�rden aber verst�rkt unangemeldete Pilgergruppen in die
Stadt �fluten“, so Fisher weiter. In der Nacht zum Sonntag etwa sei eine Gruppe von 250 jungen Katholiken aus den Philippinen
eingetroffen. Der gr��te Teil der angemeldeten Pilger verbrachte das Wochenende in den australischen Di�zesen. Am Montag werden sie
in Bussen und Flugzeugen zum WJT nach Sydney kommen. �Wir rechnen mit einem Massenandrang“, sagte ein Sprecher des Flughafens von
Sydney. Alles sei aber gut vorbereitet, um die Passagiere reibungslos abfertigen zu k�nnen. Am Dienstag er�ffnet Sydneys Erzbischof
Kardinal George Pell das Treffen mit einem feierlichen Gottesdienst unter freiem Himmel in Barangaroo an Sydneys Hafenbucht. Abschluss
und H�hepunkt sind dann die Veranstaltungen mit Papst Benedikt XVI. von Donnerstag bis Sonntag. (rv)
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16.07.08
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WJT in Sydney: �Jugend hat Verantwortung”
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Der katholische Weltjugendtag in Sydney hat an diesem Dienstag offiziell begonnen. Mehr als
225.000 Pilger waren nach Angaben der Organisatoren in die australische Hafenmetropole gekommen, darunter junge Gl�ubige aus 170
L�ndern. Das Oberhaupt der australischen Katholiken, Kardinal George Pell, zelebrierte die Er�ffnungsmesse. Australische Ureinwohner
f�hrten einen traditionellen Willkommenstanz auf. Unter den Teilnehmern waren auch 26 Kardin�le, 400 Bisch�fe und bis zu 4.000
Priester. Kardinal Pell erinnerte auf Deutsch an die Gastgeber des letzten Weltjugendtages. �Wir erinnern uns mit gro�er
Dankbarkeit daran, wie die K�lner Gemeinde uns willkommen gehei�en hat. Herzlichen Dank!” Kardinal Pell ermahnte die jungen
Leute, sich klar zu ihrem Glauben zu bekennen. �Bleibt nicht auf dem Zaun sitzen, um euch alle Optionen offenzuhalten. Nur
verbindliches Engagement bringt echte Erf�llung. Denn die Jugend sollte ihr Leben nicht damit vergeuden, keine Position zu beziehen
zu Themen und Ideen, nur weil es einfacher scheint, nicht w�hlen zu m�ssen. Das wahre Gl�ck besteht gerade darin, den eigenen
Prinzipien treu zu bleiben. Das wahre Gl�ck besteht auch darin, die t�glichen - einfachen und schwierigen - Aufgaben zu
bew�ltigen.” Der Weltjugendtag solle helfen, die pers�nliche Berufung eines jeden einzelnen zu entdecken, so Pell. Er selbst
hoffe darauf, dass viele Jugendliche den �Weg der Priesterberufung” finden werden. �J�nger Jesu zu sein bedeutet einer
Disziplin zu folgen – insbesondere einer Autodisziplin, einer Selbstbeherrschung. Eine solche Einstellung l�sst uns zwar nicht
perfekt werden, doch besch�tzt sie uns und l�sst die Liebe in unsere Herzen wachsen. Es geht um die Liebe gegen�ber unserer Familie
und unseren Freunden, damit sie nicht von unseren Bosheiten und Schw�chen verletzt werden.” Der Pr�sident des P�pstlichen
Rates f�r die Laien, Kardinal Stanisł?aw Rył?ko, zeichnet f�r den Weltjugendtag gemeinsam mit den Organisatoren vor Ort
verantwortlich. Der polnische Kurienkardinal sagte bei der Er�ffnungsmesse: �Endlich ist der lang ersehnte Moment gekommen: Die
Er�ffnung des XXIII. Weltjugendtags. Nach vielen Vorbereitungen und einer langen und beschwerlichen Reise seid Ihr nun in Sydney, der
Stadt, die in diesen Tagen zur Hauptstadt der katholischen Jugend der Welt wird. Zu diesem gro�en Treffen mit dem Heiligen Vater
Benedikt XVI. habt Ihr vieles mitgebracht: Eure Jugend, Eure Hoffnungen, Eure Zukunftspl�ne, Euren Glauben, der voller Begeisterung
ist, aber auch Fragen, auf die Ihr keine Antwort habt, und Probleme, die Ihr alleine nicht l�sen k�nnt.” In Australien ist
Winter. Doch f�r Kardinal Rył?ko gilt das nur meteorologisch: �Liebe Jugendliche, Ihr habt den ,Fr�hling’ in den
australischen Winter gebracht und seid selbst der Fr�hling der Welt und der Kirche; - Euch w�nsche ich von Herzen, dass Ihr hier in
Sydney ein neues Pfingsten erleben k�nnt. �ffnet die Tore Eures Lebens weit dem Wirken des Heiligen Geistes! Lasst Euch von ihm
formen! Seid seiner Stimme immer folgsam! M�ge der Heilige Geist Eure Kraft und Eure Freude sein! Nochmals: Willkommen in
Sydney!” F�r �berraschung sorgte in Sydney das Gru�wort von Regierungschef Kevin Rudd. Sprachgewandt hie� der Anglikaner die
Pilger aus 170 L�ndern willkommen: unter anderem in Koreanisch und – f�r die Jugendlichen von den Philippinen – in
Tagalog. Papst Benedikt XVI. ist bereits am Sonntag in Australien eingetroffen, er erholt sich jedoch zun�chst n�rdlich von
Sydney. Am Donnerstag greift er in das Geschehen ein und wird offiziell in Sydney begr��t. Bei seiner Einfahrt in den Hafen werden
vor der Kulisse des weltber�hmten Opernhauses Hunderttausende erwartet.
Der Papst fordert eine klare nationale wie internationale Politik, um einen solidarischen und verantwortungsbewussten Umgang mit Wasser zu sichern.
Das schreibt Benedikt XVI. in einer Botschaft zum Tag des Vatikans auf
der Weltausstellung Expo 2008 in Zaragossa. Das katholische Kirchenoberhaupt bezeichnet den Zugang zu Trinkwasser als ein
�universales und unver�u�erliches Menschenrecht”. Wasser sei nicht nur ein Wirtschaftsgut, so der Papst weiter. Wasser sei
inzwischen in ein Gef�ge von sozialem und wirtschaftlichem Druck geraten, obwohl es dem Menschen von Gott zum Lebenserhalt gegeben
worden sei. Die Botschaft des Papstes ist an Kardinal Renato Raffaele Martino gerichtet, der den Vatikan bei der Expo vertritt.
– Die Expo 2008 steht unter dem Motto: �Wasser und nachhaltige Entwicklung”. (rv)
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17.07.08
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WJT in Sydney begonnen: �Jugend hat Verantwortung“
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Der katholische Weltjugendtag in Sydney hat an diesem Dienstag offiziell begonnen. Mehr als
225.000 Pilger waren nach Angaben der Organisatoren in die australische Hafenmetropole gekommen, darunter junge Gl�ubige aus 170
L�ndern. Das Oberhaupt der australischen Katholiken, Kardinal George Pell, zelebrierte die Er�ffnungsmesse. Australische
Ureinwohner f�hrten einen traditionellen Willkommenstanz auf. Unter den Teilnehmern waren auch 26 Kardin�le, 400 Bisch�fe und bis
zu 4.000 Priester. Kardinal Pell erinnerte auf Deutsch an die Gastgeber des letzten Weltjugendtages. �Wir erinnern uns mit
gro�er Dankbarkeit daran, wie die K�lner Gemeinde uns willkommen gehei�en hat. Herzlichen Dank!“ Kardinal Pell ermahnte
die jungen Leute, sich klar zu ihrem Glauben zu bekennen. �Bleibt nicht auf dem Zaun sitzen, um euch alle Optionen
offenzuhalten. Nur verbindliches Engagement bringt echte Erf�llung. Denn die Jugend sollte ihr Leben nicht damit vergeuden, keine
Stellungen zu Themen und Ideen zu nehmen, nur weil es einfacher scheint, nicht w�hlen zu m�ssen. Das wahre Gl�ck besteht gerade
darin, den eigenen Prinzipien treu zu bleiben. Das wahre Gl�ck besteht auch darin, die t�glichen - einfachen und schwierigen -
Aufgaben zu bew�ltigen.“ Der Weltjugendtag solle helfen, die pers�nliche Berufung eines jeden einzelnen zu entdecken, so
Pell. Er selbst hoffe darauf, dass viele Jugendliche den �Weg der Priesterberufung“ finden werden. �J�nger Jesu zu sein
bedeutet einer Disziplin zu folgen – insbesondere einer Autodisziplin, einer Selbstbeherrschung. Eine solche Einstellung
l�sst uns zwar nicht perfekt werden, doch besch�tzt sie uns und l�sst die Liebe in unsere Herzen wachsen. Es geht um die Liebe
gegen�ber unserer Familie und unseren Freunden, damit sie nicht von unseren Bosheiten und Schw�chen verletzt werden.“ Der
Pr�sident des P�pstlichen Rates f�r die Laien, Kardinal Stanisław Ryłko, zeichnet f�r den Weltjugendtag gemeinsam mit den
Organisatoren vor Ort verantwortlich. Der polnische Kurienkardinal sagte bei der Er�ffnungsmesse: �Endlich ist der lang ersehnte
Moment gekommen: Die Er�ffnung des XXIII. Weltjugendtags. Nach vielen Vorbereitungen und einer langen und beschwerlichen Reise seid
Ihr nun in Sydney, der Stadt, die in diesen Tagen zur Hauptstadt der katholischen Jugend der Welt wird. Zu diesem gro�en Treffen
mit dem Heiligen Vater Benedikt XVI. habt Ihr vieles mitgebracht: Eure Jugend, Eure Hoffnungen, Eure Zukunftspl�ne, Euren Glauben,
der voller Begeisterung ist, aber auch Fragen, auf die Ihr keine Antwort habt, und Probleme, die Ihr alleine nicht l�sen
k�nnt.“ In Australien ist Winter. Doch f�r Kardinal Rył?ko gilt das nur meteorologisch: �Liebe Jugendliche, Ihr
habt den ,Fr�hling’ in den australischen Winter gebracht und seid selbst der Fr�hling der Welt und der Kirche; - Euch w�nsche
ich von Herzen, dass Ihr hier in Sydney ein neues Pfingsten erleben k�nnt. �ffnet die Tore Eures Lebens weit dem Wirken des
Heiligen Geistes! Lasst Euch von ihm formen! Seid seiner Stimme immer folgsam! M�ge der Heilige Geist Eure Kraft und Eure Freude
sein! Nochmals: Willkommen in Sydney!“ F�r �berraschung sorgte in Sydney das Gru�wort von Regierungschef Kevin Rudd.
Sprachgewandt hie� er der Anglikaner die Pilger aus 170 L�ndern willkommen: unter anderem in Koreanisch und – f�r die
Jugendlichen von den Philippinen – in Tagalog. Papst Benedikt XVI. ist bereits am Sonntag in Australien eingetroffen, er
erholt sich jedoch zun�chst n�rdlich von Sydney. Am Donnerstag greift er in das Geschehen ein und wird offiziell in Sydney begr��t.
Bei seiner Einfahrt in den Hafen werden vor der Kulisse des weltber�hmten Opernhauses Hunderttausende erwartet.
Papst fordert Auss�hnung mit Aborigines
In seiner ersten Rede in Australien hat Benedikt XVI. das
historische Unrecht gegen�ber der australischen Urbev�lkerung angesprochen und zu Vers�hnung und gegenseitigem Respekt aufgerufen.
Benedikt XVI. hatte am Donnerstagvormittag (Ortszeit) sein Besuchsprogramm in Sydney aufgenommen. Generalgouverneur Michael Jeffery
und Premierminister Kevin Rudd empfingen ihn mit einer offiziellen Begr��ungszeremonie im Garten des Government House. Benedikt
lobte die �mutige Entscheidung der australischen Regierung, die in der Vergangenheit begangenen Ungerechtigkeiten gegen die
indigenen V�lker anzuerkennen“. W�rtlich sagte der Papst dem Generalgouverneur und dem Premierminister: �Zu Recht
suchen Sie, das Auseinanderklaffen zwischen indigenen und nicht indigenen Australiern hinsichtlich der Lebenserwartungen, der
Ausbildungsziele und der wirtschaftlichen Chancen zu �berwinden! Dieses Beispiel der Vers�hnung gibt all jenen V�lkern in der
ganzen Welt Hoffnung, die danach verlangen, dass ihre Rechte best�tigt werden und ihr gesellschaftlicher Beitrag anerkannt und
gef�rdert wird.“ Mit der Entschuldigung f�r jahrzehntelange Diskriminierungspolitik im Februar dieses Jahres haben die
australischen Regierung und das Parlament eine gro�e politische H�rde auf dem Weg zur Vers�hnung mit den Aborigines beiseite
geschafft. Die Erkl�rung von Premierminister Kevin Rudd galt den Ureinwohnern, die ihren Familien bis in die 70er-Jahre zwangsweise
genommen und in wei�en Waisenheimen oder Pflegefamilien aufgezogen wurden. Sie sollten assimiliert oder als Hausangestellte f�r
eine wei�e Elite erzogen werden. �Wir entschuldigen uns f�r den Schmerz, das Leid und die Kr�nkung dieser gestohlenen Generationen,
ihrer Nachfahren und der betroffenen Familien“, hie� es in der Erkl�rung. Die Betroffenen erwarten jetzt sozialen Ausgleich
und Investitionen in Schulen und Gesundheitseinrichtungen. Benedikt XVI. lobte das australische Engagement bei internationalen
Friedensmissionen. Weiter w�rdigte er die Bem�hungen des Landes im Umweltschutz. �In diesem Zusammenhang stelle ich fest, dass
Australien sich ernstlich engagiert, um sich seiner Verantwortung in der Sorge um die nat�rliche Umwelt zu stellen. Auf gleiche
Weise hat dieses Land gegen�ber der menschlichen Umwelt gro�z�gig internationale Operationen zur Friedenserhaltung unterst�tzt,
indem es zur L�sung von Konflikten im Pazifikraum, in S�dostasien und anderswo beigetragen hat. Aufgrund der vielen in Australien
vertretenen religi�sen Traditionen ist dies hier ein besonders fruchtbarer Boden f�r den �kumenischen und interreligi�sen
Dialog.“ Premierminister Rudd hie� seinerseits den Papst auf dem Kontinent mit �einer der �ltesten Kulturen“ der
Welt willkommen. Australien habe eine �zeitweise mit Problemen belastete Vergangenheit“, aber arbeite f�r eine bessere
Zukunft. Sydney - das betonte Benedikt XVI. ausdr�cklich - sei ein geeigneter Ort und Gastgeber f�r einen Weltjugendtag: �Es
scheint besonders angebracht, den Weltjugendtag hier zu feiern; denn die Kirche in Australien ist sowohl die j�ngste unter den
Kirchen auf den verschiedenen Kontinenten als auch eine der am meisten kosmopolitischen. Seit der ersten europ�ischen Siedlung hier
im sp�ten 18. Jahrhundert ist dieses Land nicht nur zu einem Zuhause von Generationen von Europ�ern, sondern von Menschen aus jedem
Winkel der Erde geworden.“(rv)
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18.07.08
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Gardekommandant Elmar M�der in einem Interview
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Im Vatikan werde die
Schweizergarde von verschiedener Seite �stiefm�tterlich” behandelt, bedauert der abtretende Gardekommandant Elmar M�der in
einem Interview in der aktuellen Ausgabe von �Der Schweizergardist”. Er habe wegen dieser Behandlung der Schweizergarde
durch Vatikankreise wiederholt interveniert, doch nun m�sse ein anderer Kommandant �mit neuem Ansatz unsere verbrieften Rechte
und Pflichten verteidigen”, sagt M�der weiter. Zu Unstimmigkeiten Anlass gibt unter anderem, dass sich die Vatikanische
Gendarmerie derzeit laut M�der �f�r alles zust�ndig” h�lt. Auch bedarf es einer besseren Abstimmung der jeweiligen
Zust�ndigkeitsbereiche zwischen und italienischen und vatikanischen Sicherheitsorganen. Den Weiterbestand der Schweizergarde
rechtfertige nicht ihre erfolgreiche 500-j�hrige Geschichte, sondern �einzig und allein die Qualit�t unserer Leistung
heute”, betont M�der: �Wir sind als Nahsch�tzer auf der H�he der Zeit.” Erfreulich ist f�r den scheidenden
Gardekommandanten, dass die j�hrliche Schnupperwoche immer mehr Fr�chte tr�gt. So seien derzeit etwa sieben von 14 Rekruten der
Garde Teilnehmer einer Schnupperwoche. – Der St. Galler Elmar Theodor M�der kommandiert die P�pstliche Schweizergarde seit
November 2002. Im vergangenen M�rz hat er seinen R�cktritt auf voraussichtlich August bekannt gegeben. (rv)
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19.07.08
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Sydney: H�hepunkte am Samstag
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Eine Gebetswache mit Papst Benedikt XVI. war am Samstagabend (Ortszeit) der emotionale
H�hepunkt des Weltjugendtages in Australien. Zuvor feierte der Papst eine Messe mit den Bisch�fen und Ordensleuten des Landes.
Dabei versprach er den Opfern sexuellen Missbrauchs durch katholische Geistliche sein Mitgef�hl und forderte Prozesse f�r die
Verantwortlichen. Vor rund 200.000 Menschen auf dem Gel�nde der Pferderennbahn von Randwick rief er zu einem Zeugnis f�r die
Einheit der Kirche und zur aktiven Teilnahme am kirchlichen Leben auf. Mit der Kraft des Heiligen Geistes k�nnten Jugendliche die
Gesellschaft ver�ndern. Seit dem fr�hen Morgen waren die jugendlichen Pilger �ber die Hafenbr�cke von Sydney gezogen. Sie
verbringen die Nacht unter freiem Himmel am Hippodrom. Dort feiert Benedikt XVI. zum Abschluss des Weltjugendtages am Sonntag
einen Gottesdienst. Die Organisatoren erwarten dazu rund 400.000 Teilnehmer aus 170 Nationen. (rv)
Papst: �Es tut mir sehr leid“
Papst Benedikt XVI. hat sich bei den Opfern sexuellen Missbrauchs durch katholische Geistliche entschuldigt. �Es tut mir
sehr Leid f�r den Schmerz und das Leiden, die die Opfer erduldet haben“, sagte der Papst abweichend vom urspr�nglichen
Redeskript bei einer Messe am Samstagvormittag (Ortszeit) in Sydney: �Ich versichere ihnen, dass auch ich als ihr Hirte mit ihnen
leide“, so der Papst in seiner auf Englisch gehaltenen Predigt vor den Bisch�fen Australiens, den Priesterseminaristen und
Ordensleuten. In �bereinstimmung mit dem urspr�nglich vorbereiteten Manuskript fuhr der Papst fort: �Diese Vergehen, die einen
so schweren Vertrauensbruch darstellen, verdienen eine eindeutige Verurteilung. Sie haben gro�en Schmerz verursacht und dem
Zeugnis der Kirche geschadet. Im �Kampf gegen dieses �bel“ sollten alle zusammenarbeiten. Die Verantwortlichen f�r diese
�bel m�ssen vor Gericht gestellt werden. Es ist eine dringende Priorit�t, eine sicherere und gesundere Umgebung zu f�rdern,
besonders f�r die jungen Menschen.“ Vatikansprecher Pater Federico Lombardi sagte vor Journalisten, der Papst habe den
Satz eingef�gt, um seine Gef�hle �pers�nlich zu unterstreichen“. Die Frage einer m�glichen Entschuldigung des
Kirchenoberhaupts bei Missbrauchsopfern besch�ftigt die australischen Medien seit einer Woche. Benedikt XVI. hatte bei seiner
Anreise zum Weltjugendtag nach Sydney am vergangenen Samstag gesagt, er wolle seine Solidarit�t mit den Opfern bekunden und �im
Wesentlichen das gleiche sagen wie in Amerika“. Bei seiner USA-Reise im April hatte er sich �tief besch�mt“ �ber die
Missbrauchsf�lle ge�u�ert. Die Organisation �Broken Rites“, die Missbrauchsopfer in Australien vertritt, erkl�rte, das
�Sorry“ des Papstes sei unzureichend, wenn den Worten keine Taten folgten. Die Entschuldigung sei ohne Bedeutung, da die
Opfer nicht zur Messe eingeladen waren, so der Pressesprecher. �Der Papst muss sich f�r die Weise entschuldigen, wie seine
australischen Bisch�fe sexuellen Missbrauch vertuscht haben“, schrieb die Organisation in einer Stellungnahme im Internet.
Benedikt XVI. m�sse daf�r sorgen, dass Gerichtsprozesse um Entsch�digungszahlungen an Opfer nicht von Bisch�fen behindert werden.
Anthony Foster, dessen zwei T�chter mutma�lich von einem Priester vergewaltigt wurden, kritisierte, zwar h�tten sich
Kirchvertreter wiederholt entschuldigt, aber den Opfern keine praktische Unterst�tzung angeboten. �Es hat keine eindeutige,
uneingeschr�nkte brauchbare Antwort gegeben, die den Opfern hilft, ein Leben lang“, sagte Foster, der sich um ein Treffen
mit dem Papst in Sydney bem�ht hat. (rv)
Papst an Klerus: Gott kann nicht totgeschwiegen werden
Papst Benedikt XVI. hat vor australischen Klerikern und Ordensleuten nicht nur den sexuellen Missbrauch Minderj�hriger
durch Geistliche scharf verurteilt: Vor mehr als 3.000 Menschen bei der Messfeier am Samstag Vormittag (Ortszeit) in der
Kathedrale St. Mary kritisierte das Kirchenoberhaupt aber auch erneut die Abdr�ngung des Glaubens ins Private. �Im Namen der
menschlichen Freiheit und Autonomie wird Gottes Name schweigend �bergangen, Religion auf private Fr�mmigkeit reduziert und der
Glaube in der �ffentlichkeit gemieden. Manchmal kann diese mit dem Wesen des Evangeliums so v�llig unvereinbare Mentalit�t sogar
unser Verst�ndnis von der Kirche und ihrer Mission verdunkeln. Auch wir k�nnen versucht sein, das Glaubensleben zu einer reinen
Gef�hlssache zu machen und so seine Kraft zu verringern, eine konsequente Weltsicht und einen rigorosen Dialog mit den vielen
anderen Ansichten zu inspirieren, die um den Geist und das Herz unserer Zeitgenossen wetteifern.“ Doch die Geschichte
zeige, dass die Frage nach Gott niemals totgeschwiegen werden k�nne. Gleichg�ltigkeit gegen�ber der religi�sen Dimension in der
menschlichen Existenz sei letztlich jedoch ein Verrat am Menschen, warnte der Papst. �Wo immer der Mensch herabgew�rdigt wird,
verliert auch unsere Umwelt an Wert; sie verliert ihren letzten Sinn und verfehlt ihr Ziel. Was daraus hervorgeht, ist eine
Kultur nicht des Lebens, sondern des Todes. Wie k�nnte man so etwas als ,Fortschritt’ betrachten? Es ist ein Schritt
zur�ck, eine Form der Regression, die letztlich die Quellen des Lebens selbst f�r den einzelnen Menschen und f�r die ganze
Gesellschaft austrocknen l�sst.“ Die Priesteranw�rter und Novizen rief er auf, ihrem Weg auch gegen Widerst�nde treu zu
folgen. �Vergesst niemals, dass die Ehelosigkeit um des Himmelreiches willen bedeutet, ein ganz der Liebe gewidmetes Leben zu
ergreifen – einer Liebe, die Euch bef�higt, Euch r�ckhaltlos dem Dienst f�r Gott zu verschreiben und ganz f�r Eure Br�der
und Schwestern da zu sein, besonders f�r die in Not. Die gr��ten Sch�tze, die Ihr mit anderen jungen Menschen gemeinsam habt
– Euer Idealismus, Eure Gro�herzigkeit, Eure Zeit und Energie – sie sind die echten Opfergaben, die Ihr auf den Altar
des Herrn legt. M�gt Ihr dieses wundersch�ne Charisma, das Gott Euch zu seiner Ehre und zum Aufbau der Kirche geschenkt hat,
immer sch�tzen und pflegen!“ Aus Anlass seines Besuches weihte Benedikt XVI. den neuen Marmoraltar der Bischofskirche
von Sydney. Der neugotische Bau selbst war 1929 nach einer Bauzeit von 63 Jahren geweiht und k�rzlich restauriert worden. (rv)
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20.07.08
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Sydney: Gro�es Finale, Abreise Montag
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Mit dem gr��ten Gottesdienst in der Geschichte Australiens ist in Sydney der katholische
Weltjugendtag zu Ende gegangen. Vor rund 300.000 Menschen rief Papst Benedikt XVI. am Sonntagmorgen (Ortszeit) zu einer
Erneuerung von Gesellschaft und Kirche auf. Dabei prangerte er die neuen �geistlichen W�sten” des Materialismus an, die
sich �berall ausbreiteten. Stattdessen forderte er eine �neue �ra”, in der Egoismus, Habgier und Oberfl�chlichkeit durch
Solidarit�t, Respekt und Hoffnung ersetzt werden sollten. Dazu brauche es eine innere Erneuerung der Christen durch die Kraft
des Heiligen Geistes. W�hrend des Gottesdienstes spendete das Kirchenoberhaupt 24 jungen Katholiken aus allen Kontinenten das
Firmsakrament. – Zu dem f�nft�gigen Treffen waren auf Einladung des Papstes katholische Jugendliche aus 170 Nationen nach
Australien gekommen. Der n�chste Weltjugendtag soll 2011 in der spanischen Hauptstadt Madrid stattfinden, wie Benedikt XVI. am
Ende der Messe ank�ndigte. Benedikt XVI verabschiedet sich am Montagmorgen (Ortszeit) aus Sydney. Nach 20-st�ndigem Flug und
technischem Zwischenstopp in Darwin im Norden Australiens wird er gegen 23.00 Uhr in Rom-Ciampino zur�ckerwartet. Von dort
f�hrt er zur�ck in die p�pstliche Sommerresidenz Castel Gandolfo. Den n�chsten offiziellen Termin wird das 81-j�hrige
Kirchenoberhaupt dort voraussichtlich am Freitag wahrnehmen: Er empf�ngt laut Vatikanangaben den irakischen Premierminister
Nuir al-Maliki. (rv)
Papst feiert Abschlussmesse: �Seid Propheten einer neuen �ra”
An der Messe nahmen insgesamt 420 Bisch�fe und 26 Kardin�le teil. Konzelebranten waren der gastgebende Erzbischof Kardinal
George Pell, Kardinal-Staatssekret�r Tarcisio Bertone und Kardinal Stanislaw Rylko als dem Pr�sidenten des P�pstlichen
Laienrates. Au�erdem der maronitische Patriarch Nasrallah Sfeir, der Vorsitzende der australischen Bischofskonferenz Erzbischof
Philip Wilson und Weltjugendtags-Koordinator Weihbischof Anthony Fisher OP. Die bekannte Hymne zum Jahr 2000 er�ffnete
diese gro�artig inszenierte Eucharistiefeier, die musikalisch gestaltet wurde von einem Orchester aus 80 Instrumentalisten und
einem Chor mit 300 S�ngern aus Sydney und ganz Australien. Und doch war die Messe bei allem Effekt auf die eugentliche Mitte
konzentriert: Auf die Gegenwart Christi in der feiernden Gemeinde. Mit der Firmung griff die Abschlussfeier des WJT das Motto
des Treffens auf: �Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch herabkommen wird”. Mit einer
Nachtwache bei k�hlen Temperaturen hatten sich die Jugendlichen auf den H�hepunkt des WJT auf dem Gel�nde der Pferderennbahn
von Randwick vorbereitet. Der Papst schien entspannt und konzentriert, auch wenn er am Ende der anstrengenden Messe dann doch
etwas m�de wirkte. Die Messe enthielt zahlreiche Elemente der Kulturen Australiens und Ozeaniens; so trugen Seminaristen und
Jugendliche von den Fidschi-Inseln, den Salomonen und von Vanuatu in Bastgew�ndern das Evangeliar auf einer traditionellen
S�nfte zur Altarinsel. Diese war ganz in rot gestaltet – der Farbe des Heiligen Geistes und des australischen Outbacks.
Die Taubendarstellung �ber der B�hne stammte von der indigenen K�nstlerin Marjorie Liddy von den Tiwi Islands im Norden
Australiens. In seiner Predigt wandte sich Benedikt XVI. direkt an die Jugendlichen und forderte sie dazu auf, etwas aus
ihrem Leben zu machen: �Liebe junge Freunde, erlaubt mir, Euch jetzt eine Frage zu stellen. Was werdet Ihr der n�chsten
Generation hinterlassen? Baut Ihr Euer Leben auf festen Fundamenten und errichtet Ihr etwas, das Bestand haben wird? Lebt Ihr
Euer Leben auf eine Weise, die inmitten einer Welt, die Gott vergessen will oder ihn im Namen einer falsch verstandenen
Freiheit sogar ablehnt, Raum schafft f�r den Geist? Welches Erbe werdet Ihr jenen jungen Menschen hinterlassen, die nach Euch
kommen?” Trotz Wohlstands herrsche immer mehr geistliche Leere, so Benedikt. �In so vielen unserer Gesellschaften
breitet sich neben dem materiellen Wohlstand eine geistliche W�ste aus: eine innere Leere, eine namenlose Furcht und ein
heimliches Gef�hl der Hoffnungslosigkeit. Wie viele unserer Zeitgenossen haben in ihrer verzweifelten Suche nach Sinn –
nach dem letzten Sinn, den nur die Liebe schenken kann – rissige und leere Zisternen gegraben.” Eine neue
Generation von Christen sei dazu berufen, zum Aufbau einer Welt beizutragen, in der das Leben als Gabe Gottes angenommen,
geachtet und geliebt und nicht abgelehnt, wie eine Bedrohung gef�rchtet und zerst�rt wird. �Eine neue �ra , in der die Liebe
nicht gierig und selbsts�chtig, sondern rein, treu und wahrhaft frei, offen f�r andere und voll Achtung f�r ihre W�rde ist, ihr
Wohl sucht und Freude und Sch�nheit ausstrahlt. Eine neue �ra, in der die Hoffnung uns von der Oberfl�chlichkeit, der
Lustlosigkeit und der Ichbezogenheit befreit, die unsere Seele absterben lassen und das Netz der menschlichen Beziehungen
vergiften.” Dann ein starker Appell des Papstes an die Jugendlichen: �Liebe junge Freunde, der Herr bittet Euch,
Propheten dieser neuen �ra zu sein, Boten seiner Liebe, die die Menschen zum Vater hinziehen und eine Zukunft der Hoffnung f�r
die ganze Menschheit aufbauen.” Die Kirche habe ohne die Jugendlichen keine Zukunft, unterstrich Benedikt
eindringlich: �Sie braucht Euren Glauben, Eure Idealismus und Eure Gro�z�gigkeit, damit sie im Geist immer jung sein kann (vgl.
Lumen gentium, 4)! Die Kirche braucht besonders die Gaben der jungen Menschen, aller jungen Menschen.” Die daran
anschlie�ende Firmung war dann so etwas wie das sichtbare Zeichen f�r die Sendung, in die die Christen hineingenommen sind.
Zuvor erneuerten alle ihr Taufversprechen. Im Geist �getauft” zu werden bedeute, so Benedikt, von der Liebe Gottes
entflammt zu werden. �Mit dem Geist �besiegelt’ zu werden bedeutet, bei unserem Einsatz f�r den Sieg der Zivilisation
der Liebe keine Angst zu haben, f�r Christus einzustehen und unser Sehen, Denken und Handeln von der Wahrheit des Evangeliums
durchdringen zu lassen. Unter den Gefirmten: Der Schweizer Dean Causevic aus Breitenbach (Solothurn) und der deutschst�mmige
Matthew Walter Reuzter aus Melbourne in Australien. (rv)
Madrid empf�ngt 2011 Jugend der Welt
�Der Weltjugendtag 2011 wird in Madrid in Spanien stattfinden.” Mit diesen Worten k�ndigte Papst Benedikt XVI. nach
dem Angelusgebet am Sonntag den Schauplatz des n�chsten internationalen Jugendtreffens an. �Es ist jetzt so weit, dass wir
uns Lebewohl sagen, oder besser: Auf Wiedersehen! Ich danke Euch allen f�r Eure Teilnahme am Weltjugendtag 2008 hier in Sydney
und hoffe, dass wir uns in drei Jahren wieder sehen. Bis dahin wollen wir f�reinander beten und vor der Welt unser freudiges
Zeugnis f�r Christus ablegen. Der Herr segne Euch alle.” Spaniens Kirche hatte sich beim P�pstlichen Laienrat, der f�r
die Jugendtreffen verantwortlich zeichnet, angeboten, einen der n�chsten internationalen Weltjugendtage auszurichten. Madrids
Kardinal Rouco Varela freut sich auf und �ber seine Rolle als Gastgeber. Im Gespr�ch mit Radio Vatikan betont er die pastorale
Aufgabe f�r die Kirche in Spanien. �Das war f�r mich eine gro�e Freude, verbunden mit einem Gef�hl der Dankbarkeit dem Herrn
gegen�ber, aber auch dem Papst gegen�ber. Er hat uns eine gro�e menschliche Sympathie und Ehre erwiesen. Es wird f�r uns nicht
nur eine technische Angelegenheit werden, sondern vor allem eine spirituelle, eine geistige und pastorale Aufgabe sein. Wir
werden sie aufnehmen mit dem Geist der kirchlichen Gemeinschaft, des apostolischen Eifers und der weiten Sicht auf das Wohl der
Jugend in Europa und der ganzen Welt.” (rv)
Sydney: Abschiedsgru� auf Deutsch Rund 7.000 junge Menschen waren insgesamt aus
Deutschland, �sterreich und der Schweiz zum Weltjugendtag gepilgert. Ihnen und allen Jugendlichen deutscher Sprache rief der
Papst zum Abschluss in Sydney-Randwick zu: �Auch euch, liebe junge Freunde deutscher Sprache, gilt mein herzlicher Gru�. Der
Heilige Geist ist ein Geist der Gemeinschaft und wirkt Verst�ndigung und Kommunikation. Sprecht mit anderen �ber eure
Hoffnungen und Ideale, und sprecht von Gott und mit Gott! Gl�cklich ist der Mensch, der in der Liebe Gottes und in der Liebe
zum N�chsten lebt. Gottes Geist f�hre euch auf Wegen des Friedens!” (rv)
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21.07.08
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Die letzen Worte Benedikts: Abschied von Sydney
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Bei der offiziellen Verabschiedung auf den Flughafen von Sydney richtete Benedikt XVI.
Dankesworte an die Spitzen von Staat und Kirche in Australien. Vor dem Einstieg in die Maschine, die ihn nach Rom fliegen
wird, sagte der Papst: �Die Hauptakteure auf der B�hne waren in den vergangenen Tagen nat�rlich die jungen Menschen
selbst. Der Weltjugendtag ist ihr Tag. Sie sind es, die diesen Tag zu einem weltweiten kirchlichen Ereignis gemacht haben, zu
einer gro�artigen Feier der Jugend und zu einer gro�artigen Feier dessen, was es hei�t, Kirche zu sein, Volk Gottes in der
ganzen Welt, geeint im Glauben und in der Liebe und bef�higt vom Heiligen Geist, das Zeugnis vom auferstandenen Christus bis
an die Enden der Erde zu tragen. Ich danke ihnen f�r ihr Kommen, ich danke ihnen f�r ihre Teilnahme, und ich bete darum, dass
sie eine sichere R�ckreise haben.“ Benedikt XVI. zog selbst ein kurzes Res�mee: �Wenn ich auf diese ergreifenden
Tage zur�ckblicke, kommen mir viele Szenen in den Sinn. Diese Erfahrungen des Gebets und unsere frohe Eucharistiefeier waren
ein beredtes Zeugnis f�r das Leben spendende Wirken des Heiligen Geistes, der in den Herzen unserer jungen Menschen
gegenw�rtig und t�tig ist. Der Weltjugendtag hat uns gezeigt, dass die Kirche sich �ber die jungen Menschen von heute freuen
und voller Hoffnung f�r die Welt von morgen sein kann.“ (rv)
Papst: Tiefe Anteilnahme f�r alle Opfer sexuellen Missbrauchs
Papst Benedikt XVI. hat sich mit vier Opfern sexuellen Missbrauchs durch Geistliche getroffen. Die zwei M�nner und
zwei Frauen nahmen an der Fr�hmesse des Papstes im Cathedral House in Sydney teil. Nach der Messe habe Benedikt XVI. mit
jedem einzelnen gesprochen und seine Verbundenheit bekundet, hie� es in einer Erkl�rung des vatikanischen Pressesaals. Laut
Vatikanangaben h�rte sich der Papst die Leidensgeschichten der Frauen und M�nner an und sprach ihnen Trost zu. Mit seiner
�v�terlichen Geste“ habe der Papst erneut seine tiefe Anteilnahme f�r alle Opfer sexuellen Missbrauchs zeigen wollen.
Die Erzdi�zese von Sydney erkl�rte, die Teilnehmer an dem Treffen am Morgen seien von der f�r die Aufarbeitung von
Missbrauchsf�llen zust�ndigen Kirchenkommission ausgew�hlt worden. Das Treffen des Papstes mit Missbrauchsopfern zeige das
Bem�hen der Kirche, �denjenigen Heilung und Gerechtigkeit zu bringen, die durch sexuellen Missbrauch so schrecklich verletzt
wurden.“ Der Papst habe bis zum Ende seines Australienbesuchs mit dem Treffen gewartet, weil er das Thema vom
Weltjugendtag trennen wollte, sagte Vatikansprecher Federico Lombardi. – Bei einem Gottesdienst am Samstag mit dem
Klerus und den Ordensleuten des Landes hatte der Papst Sexualvergehen an Minderj�hrigen scharf verurteilt. Den Opfern und
Angeh�rigen sprach er sein pers�nliches Bedauern f�r ihre Leiden aus. Sie sollten �Mitgef�hl und F�rsorge“ erhalten,
die T�ter m�ssten verurteilt werden. (rv)
Benedikt XVI.: �Thank you“ an die WJT-Helfer
Vor seiner Abreise bedankte sich Benedikt XVI. bei den 8.000 ehrenamtlichen Helfern des Weltjugendtages. Ohne sie w�re
das Gro�ereignis nicht durchf�hrbar gewesen, betonte das Kirchenoberhaupt bei einer Begegnung mit den Jugendlichen in der
�Domain“ – einem gro�en �ffentlichen Park zwischen den Royal Botanic Gardens und dem Central Business District.
Die Durchf�hrung des 23. Weltjugendtages habe es m�glich gemacht, dass mit der Kraft des Heiligen Geistes Jugendliche aus
zahlreichen L�ndern und Kulturen zusammengekommen seien. Der Papst w�rtlich an die Helfer und Organisatoren: �In den
Menschenmengen, die hier in Sydney zusammengekommen sind, haben wir einen lebendigen Ausdruck der Einheit-in-der-Vielfalt der
Weltkirche erblickt, eine Vision im Kleinen von der geeinten Menschheitsfamilie, die wir ersehnen. Diese Jugendlichen m�gen
in der Kraft des Geistes diese Vision in der Welt von morgen Wirklichkeit werden lassen.“ Auch f�r ihn sei diese
Woche eine herrliche und einzigartige Erfahrung gewesen, unterstrich Benedikt XVI.. Mit gro�en Opfern sei die Planung dieser
herrlichen Tage f�r das Leben der Kirche in Australien m�glich geworden. �In der Apostelgeschichte lesen wir, dass ,geben
seliger als nehmen ist’ (Apg 20,35) – aber ich vertraue darauf, dass Ihr Helfer und Organisatoren dennoch viel
von diesen jungen Menschen empfangen habt, f�r die Ihr im Laufe unserer Veranstaltungen so gro�z�gig Euren Dienst geleistet
habt. Euch allen sage ich von Herzen ein aufrichtiges �Danke’.“ (rv)
Vatikansprecher: �Papst geht in die Tiefe“
Die Texte des Papstes bed�rfen einer intensiven Aufarbeitung. Das betonte vor der Abreise aus Sydney Vatikansprecher
Pater Federico Lombardi in einer Pressekonferenz. Auf die Frage eines Journalisten, weshalb der Papst vor allem beim
Abschlussgottesdienst eine so anspruchsvolle Botschaft an die Jugend gerichtet habe, antwortete Pater Lombardi: �Man muss
an seinen Texten gut und genau arbeiten, um sich dem Kern anzun�hern. Der Papst wei�, dass es viele Menschen gibt, die bereit
sind, auf ihn zu h�ren, auch wenn die Texte auf den ersten Blick nicht immer einfach erscheinen. Bereits in K�ln konnte man
feststellen, dass viele Jugendliche sich daran machten, die Texte genauer zu studieren.“ Inhaltlich habe der Papst
verschiedene Themen angesprochen, so Vatikansprecher Lombardi. �Die Ansprachen und Predigten des Papstes beim
Weltjugendtag waren eine Art Katechismus auf breiter Ebene. Im Mittelpunkt stand jeweils die Bedeutung des Heiligen Geistes.
Der Papst hat viel gesprochen, doch immer klare Worte gefunden. Es war hier in Sydney immer eine sehr intensive Spiritualit�t
sp�rbar. Das haben wir besonders in jenem Moment erlebt, als der Papst mit schwer integrierbaren Jugendlichen sprach. Ihnen
hat der Papst das christliche Leben als Weg der inneren Erneuerung angeboten.“ Die Wirkung des Papstes sei
vielleicht anders als die seines charismatischen Vorg�ngers, r�umte Vatikan-Sprecher Federico Lombardi ein. Man m�sse vor
allem die verschiedenen Pers�nlichkeiten im Blick haben. W�hrend Johannes Paul II. eher spontan und als junger Priester in
der Jugendseelsorge t�tig gewesen sei, war Benedikt XVI. Universit�tsprofessor. Der deutsche Papst gehe vielleicht nicht
selbst mit gro�en Gesten auf die jungen Leute zu wie sein Vorg�nger, �doch empf�ngt er deren Gesten sehr freudig“,
sagte Lombardi. Die Australier habe Papst Benedikt vor allem mit seinen starken Worten zu den Missbrauchsskandalen der Kirche
beeindruckt. (rv)
Australien hat im Zuge des Besuchs von Papst Benedikt XVI. seine Vatikan-Botschaft aufgewertet.
Das Land werde k�nftig beim Heiligen Stuhl mit einem eigenen, st�ndig in Rom residierenden Botschafter vertreten sein, best�tigte Vatikansprecher Federico Lombardi am Montag w�hrend des R�ckflugs von Sydney nach Rom. Bei der Verabschiedung am Flughafen stellte Premierminister Kevin Rudd dem Papst Tim Fisher als ersten st�ndig und ausschlie�lich in Rom ans�ssigen Vatikan-Botschafter seines Landes vor. In der Vorg�ngerregierung unter John Howard war Fisher stellvertretender Premierminister. Bisher nahm der australische Botschafter in Irland zugleich die Interessen seines Landes beim Heiligen Stuhl wahr. Allerdings unterhielt Australien auch in der Vergangenheit eine eigene Vatikan-Niederlassung und eine Kanzlei in Rom. (rv)
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8/2008
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07.08.08
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Gedenken an Paul VI.
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Papst Paul VI. wusste sehr gut, dass er in
bestimmten Punkten seiner Lehre die �ffentliche Meinung gegen sich hatte. Das sagte Kardinalstaatssekret�r Tarcisio Bertone
bei einem Gottesdienst in Castel Gandolfo zum Gedenken an den vor 30 Jahren verstorbenen Montini-Papst.
�Einige seiner prophetischen
Entscheidungen, denken wir an die Enzyklika �Humanae Vitae“, haben dazu gef�hrt, dass Papst Paul sich nahezu isoliert
und unverstanden wieder fand, ungerechterweise sogar von der dominierenden �ffentlichen Meinung bek�mpft. In einer
Generalaudienz 1968 vertraute er den Gl�ubigen an, er habe in einer so heiklen Frage wie der ehelichen Moral nach
Beratungen mit vielen Fachleuten sein Gewissen ganz in den Dienst der Wahrheit gestellt und versucht, die g�ttliche Norm zu
interpretieren. Es war ihm klar, dass ein gro�er Teil der �ffentlichen Meinung gegen ihn war, mit R�ckwirkungen auch auf
die kirchliche Gemeinschaft. Aber er z�gerte nicht zu entscheiden. Und er tat es f�r das wahre Wohl des Mannes und der
Frau.“
Am Abend fand
in Castel Gandolfo auch ein Konzert zum Gedenken an Papst Paul VI. statt. Das Sinfonieorchester des Vereinten Europa (OSEU)
unter dem niederl�ndischen Dirigenten Gerard Oskamp spielten Werke von Mendelssohn, Mozart und Beethoven. (rv)
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07.08.08
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Vatikan: �Schlie�ung der Bibliothek hat Folgen“
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Die Totalschlie�ung der Vatikanischen
Bibliothek f�r drei Jahre wird sich negativ auf die Forschung auswirken. Das glaubt die deutsche Kunsthistorikerin
Elisabeth Kieven, frischgebackenes Mitglied im P�pstlichen Komitee f�r Geschichtswissenschaften. Zumal j�ngere Forscher
seien von der Ma�nahme schwer betroffen, so Kieven, die in Rom die Forschungseinrichtung �Bibliotheca Hertziana“
mit rund 40 Kunsthistorikern leitet.
�Es ist nat�rlich ein Drama, dass die
Vatikanische Bibliothek f�r mehrere Jahre geschlossen ist. Das wird sich auf die Forschung auswirken. Denn der Bestand an
Manuskripten der Vaticana, fast 100.000, ist durch nichts zu ersetzen. B�cher k�nnen Sie eventuell noch woanders finden.
Und wir haben heute auch �ber Internet M�glichkeiten, auf Texte zur�ckzugreifen. Aber die Manuskripte sind einzigartig.
Wenn die jetzt f�r Jahre gesperrt sind, bricht in einigen Forschungsbereichen der Geisteswissenschaft wie
Religionsgeschichte, Geschichte, Kunstgeschichte die Forschung fast zusammen.“
Auch die Bibliothek der Hertziana
– am oberen Ende der Spanischen Treppe - wird soeben umgebaut. Allerdings sind die Best�nde der Bibliothek f�r die
Forscher s�mtlich einsehbar. Kieven �u�erte Verst�ndnis f�r die Renovierung der Vaticana.
�Wir haben alle die gleichen Probleme.
Die Masse der B�cher w�chst, dann gibt es statische Probleme. Die neuen Brandschutz- und Arbeitsschutzgesetze erfordern
sehr umfangreiche Bauma�nahmen. Wir m�ssen diese Ma�nahmen alle durchf�hren, auch die Vaticana.“
Aber: �Es
w�re sch�n gewesen, wenn man zumindest die Manuskripte konsultieren k�nnte. Denn ist ein Riesenproblem, weil Sie
bestimmte Doktorarbeiten gar nicht schreiben k�nnen, wenn die Manuskriptabteilung zu ist. Ich dr�cke sehr die Daumen,
dass die Bauzeit von drei Jahren einzuhalten ist!“ (rv)
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09.08.08
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Georgien: Papst besorgt wegen Eskalation der Gewalt
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Papst Benedikt XVI. verfolgt mit
wachsender Sorge die Krise in Ossetien und die milit�rische Eskalation zwischen Georgien und Russland. Der Papst bete
und hoffe, dass der kriegerische Konflikt durch Vernunft und diplomatische Wege wieder beendet werden k�nne, sagte
Vatikan-Sprecher Federico Lombardi am Samstag in �Radio Vatikan“. Der Heilige Stuhl sei �schockiert“ �ber
die Ereignisse im Kaukasus und dar�ber, dass nach einigen Jahren der Ruhe jetzt wieder Gewalt in dieser ohnehin von
vielen Spannungen gepr�gten Region ausgebrochen sei.
�Das ist ein schwieriger Moment.
Hoffen wir, dass die Vernunft, der Wille zum Frieden und zum Verhandeln siegt �ber die Waffen, die niemals einen guten
Weg darstellen, um Frieden zu schaffen.“
Die Situation in der Kaukasusregion
war eskaliert, nachdem russische Truppen in die von Georgien abtr�nnige Provinz S�dossetien einmarschiert waren. Der
Kreml unterst�tzt seit Jahren S�dossetien und seine 75 000 Bewohner in der Auseinandersetzung mit dem pro-westlichen
Georgien. Es begr�ndete die Milit�raktion mit dem Ziel, von Georgiern ausgehende Gewalthandlungen beenden zu wollen.
Wir haben Giuseppe Pasotto, den Apostolischen Administrator f�r die Gl�ubigen des lateinischen Ritus in Georgien,
telephonisch in Tblisi erreicht:
�Die Situation ist eskaliert, aber
warum wei� ich nicht. Man m�sste die verschiedenen Seiten h�ren, denn von hier aus ist es schwierig, die Lage
einzuordnen. Man hat gesp�rt, dass etwas passieren w�rde. Manche sagen, von russischer Seite sei alles von langer Hand
vorbereitet gewesen.“
Nach ARD-Angaben ist die s�dossetische
Provinzhauptstadt Tschinwali weitgehend zerst�rt. Sprecher des russischen Milit�rs sagten, Tschinwali sei unter
russischer Kontrolle und keine georgischen Kr�fte mehr in der Stadt. Der russische Staatsrundfunksendung �Voice of
Russia“ meldet, dass georgische Truppen mit Streubomben versucht h�tten, die Kontrolle �ber die Provinzhauptstadt
wieder zu erlangen. Dabei seien 1500 Zivilisten ums Leben gekommen. Dazu Bischof Pasotto:
�Die Georgier sagen, dass das nicht
stimmt. Ich verstehe nicht, warum Bombardierungen durchgef�hrt werden, manchmal auch auf nicht-milit�rische Ziele. Ich
kann verstehen, dass es zuweilen schwierige Momente gibt, aber den Konflikt auf diese Weise auszuweiten, dass finde ich
sehr schwierig.“
Derzeit, so hei�t es in russischen
Quellen weiter, versuche die russische Seite, Georgien zu einem Waffenstillstand zu zwingen. Konvois mit Hilfsg�tern
und mobilen Krankenstationen seien in die Krisenregion unterwegs. Nach georgischen Angaben sind 30 000 Menschen auf der
Flucht. Die Regierung in Tiflis berichtete, die russischen Luftstreitkr�fte h�tten milit�rische Ziele in Tiflis,
weitere Anlagen im Land und die Stadt Gori angegriffen. Vollst�ndig zerst�rt worden sei, so das georgische
Au�enministerium, der Schwarzmeerhafen Poti, der ebenfalls f�r die Erd�lversorgung Westeuropas bedeutend ist. Berichtet
wird ferner von Angriffen auf georgische Stellungen in der von Georgien abtr�nnigen Region Abchasien. Eine Deeskalation
ist nicht in Sicht. Giuseppe Passoto:
�Der Patriarch hat dazu aufgerufen,
dass abends um 19 Uhr alle gemeinsam um Frieden beten. Gestern haben wir Vertreter der religi�sen und ethnischen
Minderheiten uns getroffen, um eine gemeinsame Erkl�rung zu verabschieden. Wir haben den Abbruch der Kampfhandlungen
gefordert und die Respektierung jeder einzelnen Person. Wir haben gefordert, dass andere Staaten nicht die nationale
Souver�nit�t verletzen, und Russland haben wir aufgefordert, eine befriedende Rolle zu spielen.“
Antonio Mennini, der Apostolische Nuntius in der Russischen F�deration setzt weiter auf Diplomatie:
�Ich bin
davon �berzeugt, dass es noch einen breiten Handlungsspielraum f�r eine gerechte und ehrbare L�sung f�r alle Seiten
gibt. Man muss an den Verhandlungstisch zur�ckkehren, denn das ist der einzige Weg, um eine nicht nur dauerhafte,
sondern auch f�r alle befriedigende L�sung zustande zu bringen.“ (rv)
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19.08.08
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Neuer Kommandant der Schweizergarde
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Die P�pstliche Schweizergarde hat
einen neuen Kommandanten. Papst Benedikt XVI. berief am Dienstag Daniel Rolf Anrig in den Vatikan. Der 36-j�hrige
Jurist ist derzeit Kommandant der Glarner Kantonspolizei. Er folgt Elmar M�der als Chef der p�pstlichen Schutztruppe
nach. Den Dienst tritt er am 1. Dezember 2008 an. Anrig stammt - wie M�der - aus dem Kanton Sankt Gallen. In einer
ersten Reaktion sagte er uns:
�Es ist f�r mich nat�rlich eine
gro�e Freude, dass ich vom Heiligen Vater ernannt worden bin. Sicher ist es auch eine gro�e Freude, mit jungen Leuten
die Visitenkarte f�r die Schweiz und f�r die Kirche insbesondere zu sein. Deswegen ist es auch eine besondere Ehre
f�r mich, als Kommandant mit diesem Corps der Kirche dienen zu d�rfen.“ 2002 bis 2006 leitete Anrig im
Kanton Glarus die Kriminalpolizei, zuletzt war er Kommandant des Corps. Erfahrungen, die ihm als Chef der P�pstlichen
Leibgarde unverzichtbar sein werden, glaubt Anrig.
�Hier habe ich einerseits
kriminalpolizeiliche Erfahrungen gesammelt, und ich habe in den letzten Jahren ein Corps gef�hrt, das die gesamte
Palette der Polizeiarbeit beinhaltet hat. Und diese F�hrungserfahrungen an der Spitze eines kleinen kantonalen Corps
war sicher sehr wichtig und wird wahrscheinlich auch f�r die Arbeit in Rom von Gewinn sein.“ Immer wieder
war in letzter Zeit von Spannungen zwischen Schweizergarde und vatikanischer Gendarmerie die Rede. Beide sind f�r die
Sicherheit im Vatikan zust�ndig. Daniel Anrig:
�Ich
kann das von au�en nicht beurteilen, f�r mich ist aber eines ganz klar: Ich bin schon seit sieben Jahren bei der
Polizei, und Sicherheit kann man nur im Verbund, im Team generieren. Ich denke, wenn man Sicherheit in Kooperation
produziert, dann haben alle einen Nutzen davon. Das ist meine Erfahrung aus der Polizei: Zusammen werden wir
Sicherheit produzieren.“ Erfahrungen bei der Schweizergarde hat Anrig ebenfalls: Von 1992 bis 1994 war er
Gardist. Sp�ter studierte er Zivil- und Kirchenrecht in Freiburg (Schweiz). Anrig ist mit einer Theologin verheiratet
und hat vier Kinder. Die Schweizer Bisch�fe �bermittelten dem neuen Kommandanten ihre Gl�ckw�nsche. Sie dankten
gleichzeitig dem zur�ckgetretenen Kommandanten der Schweizergarde, Elmar M�der, f�r seine hervorragenden Dienste. (rv)
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26.08.08
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Vatikan: 30 Jahre Johannes Paul I.
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Vor 30 Jahren, am 26. August 1978,
wurde Albino Luciani zum Papst gew�hlt. Der damalige Patriarch von Venedig gab sich den Namen Johannes Paul I. Sein
Pontifikat w�hrte nur 33 Tage. Geschichte schrieben seine menschlichen, liebevollen Unterweisungen. Hier eine
Aufnahme aus dem Audioarchiv von Radio Vatikan:
�Gott schenkt uns seine Liebe, die
niemals untergeht. Wir wissen, dass er stets die Augen auf uns richtet, auch wenn es Nacht zu sein scheint. Er ist
Vater, und noch mehr ist er Mutter. Er will allen Gutes. Wenn ein Kind krank ist, liebt die Mutter es noch mehr.
Und wenn wir krank sind, wenn wir vom Weg abgekommen sind, haben wir noch einen Grund mehr, vom Herrn geliebt zu
werden.“
Der heutige Patriarch von Venedig, Erzbischof Angelo Scola, im R�ckblick:
�Johannes Paul I. war wirklich
eine gro�e �berraschung des Heiligen Geistes. Denn er hat mit seinem intensiven, wenngleich kurzen Pontifikat, aber
vor allem mit seiner gro�en Pers�nlichkeit zu einer erweiterten Katholizit�t des Papsttums beigetragen: Er hat den
�bergang von einem italienischen Papst zu einem Papst m�glich gemacht, der aus allen Kontinenten kommen
kann.“
Albino Luciani wurde �der
l�chelnde Papst“ genannt. Scola, der an diesem Dienstag in der Geburtsstadt Lucianis einen Gottesdienst
feiert, erinnert an grundlegende Charaktereigenschaften des Mannes aus Canale d’Agordo im Veneto:
�Dieses L�cheln muss interpretiert
werden. Es ist die Folge zweier Grundtugenden, die Albino Luciani von Kindheit an pflegte: Bescheidenheit und
Gehorsam. F�r ihn geh�rten sie immer zusammen. Das ist also kein billiges L�cheln.“
Johannes
Paul I. starb �berraschend in der Nacht auf den 29. September 1978 an einem Herzinfarkt. F�r ihn ist ein
Seligsprechungsverfahren im Gang. (rv)
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31.08.08
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Apostolische Reise Benedikt XVI. nach Frankreich vom 12.-15.09.2008
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Freitag, 12. September 9.00 Uhr Abflug vom Internationalen Flughafen
Leonardo da Vinci in
Fiumicino
(Rom) nach Orly (Paris) 11.10 Uhr Ankunft am Flughafen Orly 11.15 Uhr Offizieller Empfang am
Flughafen 12.25 Uhr Willkommenszeremonie am Elys�e-Palast 12.30 Uhr H�flichkeitsbesuch beim
Staatspr�sidenten 13.00 Uhr Begegnung mit staatlichen Autorit�ten im Elys�e-Palast; Rede
des
Papstes 17.00 Uhr Kurze Begegnung mit Vertretern der j�dischen Gemeinde in
der
Apostolischen Nuntiatur 17.30 Uhr Begegnung mit Vertretern des Kulturlebens im "Coll�ge des
Bernardins";
Rede des Papstes 19.15 Uhr Vesper mit Priestern, Ordensleuten, Seminaristen und Diakonen in
der
Kathedrale Notre Dame; Rede des Papstes 20.30 Uhr Begr��ung von Jugendlichen auf dem Vorplatz der Kathedrale
Notre
Dame; Gru�wort des Papstes
Samstag, 13. September 9.10
Uhr Kurzer Besuch im "Institut de France" 10.00 Uhr Messe auf dem Vorplatz des Invalidendoms;
Predigt des Papstes 12.30 Uhr Mittagessen mit den Bisch�fen der Ile de France und mit dem
p�pstlichen
Gefolge in der Apostolischen Nuntiatur 15.50 Uhr Abschied von der Apostolischen Nuntiatur 16.30 Uhr Abflug
vom Flughafen Orly nach Tarbes-Lourdes 17.45 Uhr Ankunft am Flughafen Tarbes-Lourdes
Sonntag, 14. September 10.00 Uhr Messe zum 150. Jubil�um der Erscheinungen auf
der Prairie
von
Lourdes; Predigt des Papstes; Angelusgebet auf der Prairie von
Lourdes;
Ansprache des Papstes 12.45 Uhr Mittagessen mit den Bisch�fen der Region Midi-Pyrenees und mit
den
Kardin�len und Bisch�fen des p�pstlichen Gefolges in der "Hermitage
St.
Joseph" 17.15 Uhr Begegnung mit den franz�sischen Bisch�fen im
"H�micycle
Sainte-Bernadette"; Ansprache des Papstes 18.30 Uhr Abschlu� der Eucharistischen Prozession auf der
Prairie von
Lourdes;
Ansprache des Papstes
Montag, 15. September Abschied
von der Residenz "Hermitage St. Joseph" 8.45 Uhr Besuch im Oratorium des Krankenhauses 9.30 Uhr
Messe mit Kranken in der Rosenkranzbasilika; Predigt des Papstes 12.10 Uhr Abflug im Helikopter vom
Antoine-B�gu�re-Stadion zum
Flughaften
Tarbes-Lourdes 12.30 Uhr Ankunft am Flughafen; Abschiedszeremonie im Flughafen;
Ansprache
des Papstes 13.00 Uhr Abflug nach Ciampino (Rom) 15.15 Uhr Ankunft am Flughafen Ciampino. Anschlie�end
Weiterfahrt nach
Castel
Gandolfo.
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9/2008
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06.09.08
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Italien: Stippvisite auf der Insel
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Papst Benedikt XVI. reist an
diesem Sonntag zu einem Pastoralbesuch nach Sardinien. Zehn Stunden wird die Visite dauern, deren
Hauptprogrammpunkt eine Messe vor dem Marienheiligtum �Nostra Signora di Bonaria” in der Inselhauptstadt
Cagliari ist. Die Gottesmutter von Bonaria ist seit 100 Jahren Patronin Sardiniens. Papst Benedikts Besuch soll
den Gl�ubigen neue Horizonte �ffnen, w�nscht sich der Erzbischof von Cagliari, Giuseppe Mani:
�Der Papst ist Oberhaupt der
Weltkirche. Und f�r uns als mediterranes Inselvolk z�hlt das besonders. Wir z�hlen rund eineinhalb Millionen
Einwohner hier, doch w�hrend des Sommers w�chst die Zahl der Menschen auf der Insel auf sieben oder acht
Millionen an, aufgrund der G�ste, die uns besuchen. Der Papst kommt auch, um uns klarzumachen, dass wir
Geschwister sind – egal woher wir kommen, ob aus Italien, Afrika oder Asien.”
Vor dem Gottesdienst wird der
Papst mit etwa einem Dutzend hundertj�hriger Sarden zusammentreffen und sie segnen. Insgesamt erwartet Cagliari
mehr als 50.000 Menschen.
�Der gro�e Reichtum Sardiniens
ist seine Volksreligiosit�t, auch heute noch. Auf gewisse Weise kann man nicht Sarde sein, ohne Christ zu sein.
Hier wird man als Christ geboren.”
Damit
das auch so bleibt, ist am Nachmittag eine Begegnung des Papstes mit sardischen Jugendlichen vorgesehen. Davor
steht ein Mittagessen mit den sardischen Bisch�fen auf dem Programm, das einen informellen Gedankenaustausch
erm�glichen wird. Au�erdem richtet der Papst in der Kathedrale von Cagliari eine Ansprache an Priester,
Seminaristen und Theologen. Am fr�hen Abend fliegt Benedikt XVI. nach Rom zur�ck. Radio Vatikan �bertr�gt den
Gottesdienst in Cagliari und den Angelus live und mit deutschem Kommentar ab 10.20 Uhr �ber verschiedene
Partnersender. (rv)
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06.09.08
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Vatikan: Wer bei der Synode mit dabei ist
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Die Weltbischofssynode im
Oktober �ber das Wort Gottes nimmt Gestalt an. Papst Benedikt XVI. hat an diesem Samstag die Mitglieder der
XII. Ordentlichen Generalversammlung der Bischofssynode berufen. Au�erdem gab der Vatikan die Ernennung der
�Experten” und der �H�rer und H�rerinnen” der Versammlung bekannt.
Unter
den 32 vom Papst ernannten Mitgliedern der Bischofssynode befindet sich als einziger aus dem
deutschsprachigen Raum der K�lner Erzbischof Kardinal Joachim Meisner. Die beiden Mitglieder, die nicht aus
den R�ngen der Kardin�le und Bisch�fe stammen, sind der Generalobere des Jesuitenordens, P. Adolfo Nicolas,
und der Pr�sident von Comunione e Liberazione, Julian Carron. Vielf�ltiger das Bild bei den quantitativ
gr��eren Gruppen, deren Mitglieder vom Generalsekret�r der Bischofssynode ernannt wurden, n�mlich die
Experten einerseits und die H�rer und H�rerinnen andererseits. Von den 41 Experten sind rund ein Viertel
Laien, so aus Deutschland der in Wuppertal lehrende Neutestamentler Thomas S�ding und der Generalsekret�r der
Katholischen Bibelf�deration, Alexander Schweitzer, und aus �sterreich der Exeget Michael Waldstein (Gaming).
Sechs der zehn Laien in der Gruppe der Experten sind Frauen, darunter die US-amerikanische Dogmatikerin Sara
Butler, die auch der Internationalen Theologischen Kommission angeh�rt. Von den 37 �H�rern und
H�rerinnen” sind mehr als die H�lfte Frauen, darunter die in Dresden lehrende Religionsphilosophin
Hanna-Barbara Gerl-Falkowitz, die Vorsitzende der Internationalen Union der Generaloberinnen, Schwester
Louise Madore, sowie die neue Pr�sidentin der Fokolar-Bewegung Maria Voce. Au�erdem unter den H�rern der
Bibelsynode: Nikolaus Lobkowicz, emeritierter Rektor der Katholischen Universit�t Eichst�tt. Die
Weltbischofssynode beginnt am 5. Oktober mit einem Papstgottesdienst in Sankt Paul vor den Mauern. Bei der
Versammlung im Vatikan beraten rund 250 Bisch�fe und Fachleute �ber �Das Wort Gottes im Leben und in der
Sendung der Kirche”. Das Treffen endet am 26. Oktober mit einer gemeinsamen Eucharistiefeier unter
Leitung des Papstes im Petersdom. (rv)
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09.09.08
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Kardinal Antonio Innocenti ist tot.
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Der
fr�here Pr�fekt der vatikanischen Klerus-Kongregation starb am Samstag in Rom. Damit z�hlt das
Kardinalskollegium derzeit 193 Mitglieder – 116 wahlberechtigt, 77 nicht. Innocenti wurde im August
1915 in der N�he von Arezzo in Mittelitalien geboren. Er studierte in Rom an der P�pstlichen Universit�t
Gregoriana. Gegen Ende des Zweiten Weltkriegs rettete er zahlreiche Menschen vor der Deportation und
entging daf�r nur knapp seiner Hinrichtung durch die Deutschen. Nach mehreren Stationen an Nuntiaturen in
aller Welt wurde er 1967 Bischof und Nuntius in Paraguay und sp�ter in Spanien. 1985 machte ihn Johannes
Paul II. zum Kardinal und Pr�fekten der Kleruskongregation. Bis Dezember 1995 leitete Innocenti auch die
P�pstliche Kommission �Ecclesia Dei“, die sich um das Gespr�ch mit schismatischen Kr�ften bem�ht.
(rv)
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12.09.08
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1. Tag der Papstreise (12.09.08)
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Benedikt XVI. beginnt Apostolische Reise nach Frankreich – Das Programm in K�rze
Benedikt XVI. ist in Frankreich. Am Freitag traf er in
Paris ein, wo er bei seiner ersten Ansprache die Trennung zwischen Staat und Kirche w�rdigte. Allerdings
leiste Religion einen wichtigen Beitrag zu einem ethischen Grundkonsens in der Gesellschaft, meinte der
Papst im Elys�e-Palast, dem Amtssitz von Pr�sident Sarkozy. Am Abend hielt Benedikt eine gro�e Rede zum
Thema Glaube und Vernunft. Dabei warnte er vor davor, die Gottesfrage ins Subjektive abzudr�ngen –
das w�re eine �Kapitulation der Vernunft” und ein schwerwiegender �Absturz der Humanit�t“. Bei
dem Treffen mit rund 700 Vertretern des Kulturwesens nahmen auch Delegierte der muslimischen Gemeinschaft
Frankreichs Teil. Mit Vertretern des Judentums hatte sich das Kirchenoberhaupt aus Achtung der Sabbatgebote
bereits am Freitag Nachmittag getroffen. In der Kathedrale Notre Dame feiert Papst Benedikt am Abend die
Vesper mit Ordensleuten und Mitgliedern des Klerus, auch Gl�ubige anderer christlicher Konfessionen nehmen
daran teil. Auf dem Vorplatz findet eine Gebetswache mit Jugendlichen statt, an die der Papst nach der
Vesper ein Gru�wort richtet. Gegen Mitternacht bilden die Katholiken einen Lichterzug von Notre-Dame zu den
�Invaliden“, wie die Milit�ranlage mit der markanten goldenen Kuppel in der N�he des Eiffelturms
hei�t. Dort, auf dem weitl�ufigen Vorplatz, feiert der Papst am Samstagvormittag eine Messe, zu der bis zu
300.000 Gl�ubige erwartet werden. Anschlie�end reist er weiter in den s�dfranz�sischen Wallfahrtsort
Lourdes. Dort nimmt er bis Montag an den Feiern zum 150. Jahrestag der Marienerscheinungen teil. (rv)
Empfang durch Pr�sident Sarkozy auf dem Flughafen Orly
Papst Benedikt ist am Freitag Vormittag auf dem Flughafen Orly gelandet. Um 11.12 Uhr �ffneten sich die
T�ren der Alitalia-Maschine, die das Kirchenoberhaupt von Rom-Fiumicino aus nach Paris-Orly gebracht hatte.
Staatspr�sident Nicolas Sarkozy hie� den Papst willkommen. Diese protokollarische Ehre hatte Sarkozy
bislang nur dem ehemaligen s�dafrikanischen Pr�sidenten Nelson Mandela erwiesen. Begleitet wurde er von
Ehefrau Carla Bruni und dem Pariser Erzbischof Kardinal Andr� Vingt-Trois. Die Er�ffnungszeremonie sah
keine Ansprachen vor, Benedikt nahm die milit�rischen Ehren entgegen und begr��te einige Mitglieder des
franz�sischen Episkopats. Die offiziellen Reden und der Besuch im Elys�e-Palast folgten ab 12 Uhr 30. In
seiner Botschaft an das Volk der �geliebten Grande Nation” hatte der Papst vor der Abreise betont, er
k�me als �Bote des Friedens und der Br�derlichkeit” nach Frankreich. Benedikt XVI. ist in Paris zu
Gast in der Apostolischen Nuntiatur. (rv)
Im Elys�e-Palast: Papst und Sarkozy betonen Dialog und Toleranz
Papst Benedikt XVI. hat zum Auftakt seines Frankreichbesuchs die grunds�tzliche Trennung von Religion
und Politik gew�rdigt. Im Pariser Elys�e-Palast wies er am Freitag Mittag aber auch auf die wichtige Rolle
von Religion f�r die Gesellschaft hin. Hier ein ausf�hrlicher Bericht �ber den Auftakt der Visite.
Elf Uhr an diesem Freitag: Die Alitalia-Maschine mit Benedikt an Bord
setzt in Paris auf. Das Wetter ist grau und windig; Pr�sident Sarkozy ist selbst zum Flughafen Orly
gekommen, um den Papst zu begr��en – protokollarisch stellt das eine besondere Ehre dar. An der Seite
des staatsm�nnisch dreinblickenden Sarkozy ist seine dritte Frau, Carla Bruni, im grauen Kost�m; sie kann
eine gewisse Nervosit�t nicht �berspielen. Der Papst im wei�en Gewand verl�sst das Flugzeug, gr��t das
Pr�sidentenehepaar und den Pariser Kardinal Andr� Vingt-Trois – den Boden k�sst er nicht. Ein paar
herzliche Worte zwischen Papst und Pr�sident, ein Handschlag f�r Bisch�fe und einige Staatsvertreter, ein
breites L�cheln des franz�sischen Kardinals Etchegaray, der im Schlepptau Benedikts seine Heimat besucht
– dann f�hrt der Papst mit einer dunklen Limousine zum Elys�e-Palast im Pariser Zentrum, �rive
droite“, nicht weit von den Champs-Elys�es.
Dort im Hof des Palastes salutiert die Ehrengarde mit wei�en Handschuhen
und gezogenem S�bel, als das Papst-Auto um 12.30 Uhr vorf�hrt. Nicolas Sarkozy empf�ngt ihn auf der Treppe,
und gleich im Innern dr�ckt auch Premierminister Francois Fillon dem Gast aus Rom die Hand. Dann geht es zu
einer Besprechung Papst-Pr�sident ins obere Stockwerk des Elys�e; zum Schluss des Gespr�chs kommen u.a.
Carla Bruni, Sarkozys Mutter und einer seiner S�hne hinzu. Benedikt schenkt dem Pr�sidenten einen
Piranesi-Stich der Lateran-Basilika, deren Ehren-Domherr Sarkozy seit Dezember letzten Jahres ist und wo er
eine Grundsatzrede �ber Laizit�t gehalten hat; von Sarkozy bekommt er ein Portr�t sowie eine alte Ausgabe
des Pariser Naturwissenschaftlers und christlichen Denkers Blaise Pascal. Dann freundlicher Applaus f�r
Benedikt in der �Salle des fetes“, wo er Vertreter von Staat und Regierung trifft. Ehrengast ist
�brigens ein Bruder des unl�ngst im Irak ermordeten chald�ischen Erzbischofs von Mossul Faraj Raho.
Auf einem kleinen Podium mit den Fahnen des Vatikans, Frankreichs und
Europas ergreift zun�chst Sarkozy die Gelegenheit, von neuem f�r sein Konzept der �positiven
Laizit�t” des Staates zu werben. Der Dialog mit den Religionen sei legitim f�r eine Demokratie und
entspreche der Laizit�t. Insbesondere die christliche Religion, mit der Frankreich eine lange Geschichte
teile, sei ein lebendiges Erbe des Nachdenkens �ber Gott, den Menschen und die Gesellschaft. �Es w�re
verr�ckt, sich dessen zu berauben. Es w�re ein Vergehen gegen die Kultur und gegen die Vernunft“, so
Sarkozy: Eine positive, offene Laizit�t sei eine Einladung zu Dialog, Toleranz und Respekt. Nicht ohne
Pathos warnt der Pr�sident vor neuen Religionskriegen - das Gespr�ch mit und unter den Religionen sei eines
der gro�en Themen des 21. Jahrhunderts. Die politisch Verantwortlichen k�nnten nicht umhin, sich daf�r zu
interessieren. Aber sie k�nnten nur dann zu diesem Dialog beitragen, wenn sie die Religionen respektierten.
Sarkozy erw�hnt, dass er sich auch im saudischen Riad pers�nlich f�r das Gespr�ch der Religionen engagiert
habe – und er zitiert an einer Stelle seiner Rede sogar den Dalai Lama. Der Papst nimmt den Ball
namens �positive Laizit�t” dann in seiner Rede auf, weitet aber den Blick und spricht von seiner
Sorge �ber die Umwelt, �ber neues S�belrasseln in der Welt, �ber Schwierigkeiten beim Bau der Europ�ischen
Union. Noch einmal ein herzlicher H�ndedruck zwischen den beiden Staatschefs, dann f�hrt Benedikt weiter in
die nahe gelegene Nuntiatur. (rv)
Die Kerns�tze der Ansprache Benedikts im Elys�e-Palast
In der ersten Ansprache im Pariser Elys�e-Palast erinnerte der Papst an den wichtigen Beitrag der
Religion f�r die ethischen Normen der Gesellschaft. Bei offiziellen Empfang am Sitz des Staatspr�sidenten
beklagte das Kirchenoberhaupt die wachsende Distanz zwischen Arm und Reich und rief zu konkreten Ma�nahmen
gegen den Klimawandel auf. Mit Blick auf die Europa-Politik warnte Benedikt XVI. vor �der Gefahr eines
Widererstehens alten Misstrauens“. Frankreich aufgrund seiner Geschichte sei in der derzeitigen
EU-Ratsspr�sidentschaft dazu berufen, �Europa zu helfen,…den Frieden aufzubauen“. Hier
Kerns�tze der Ansprache:
�Gegenw�rtig erfreut sich die Kirche in Frankreich einer Ordnung der
Freiheit. Das Misstrauen der Vergangenheit hat sich allm�hlich in einen sachlichen und positiven Dialog
verwandelt, der sich zunehmend festigt. … Wir wissen, dass einige Bereiche des Dialogs noch offen
sind, die wir mit Entschiedenheit und Geduld nach und nach in Angriff nehmen und bereinigen m�ssen…
Ich bin �berzeugt, dass in dieser geschichtlichen Zeit, in der die
Kulturen sich immer mehr verflechten, ein neues Nachdenken �ber den wahren Sinn und die Bedeutung der
Laizit�t notwendig geworden ist. In der Tat ist es grundlegend, einerseits auf die Unterscheidung zwischen
politischem und religi�sem Bereich zu bestehen, um sowohl die Religionsfreiheit der B�rger als auch die
Verantwortung des Staates, die er ihnen gegen�ber hat, zu gew�hrleisten, und sich andererseits deutlicher
der unersetzlichen Funktion der Religion f�r die Gewissensbildung bewusst zu werden und des Beitrags, den
die Religion gemeinsam mit anderen zur Bildung eines ethischen Grundkonsenses innerhalb der Gesellschaft
erbringen kann…
Besorgt bin ich �ber die soziale Situation der westlichen Welt, die
leider durch eine schleichend wachsende Distanz zwischen Reichen und Armen gekennzeichnet ist. Ich bin
sicher, dass es m�glich ist, gerechte L�sungen zu finden, die �ber die notwendige unmittelbare Hilfe hinaus
zum Kern des Problems vordringen, um die Schwachen zu sch�tzen und ihre W�rde zu f�rdern…
In einem wesentlich weiteren Rahmen beunruhigt mich auch der Zustand
unseres Planeten. Mir scheint der Moment gekommen, konstruktivere Vorschl�ge zu machen, um das Wohl der
kommenden Generationen zu gew�hrleisten…
Die Pr�sidentschaft der Europ�ischen Gemeinschaft stellt f�r Ihr Land
eine Gelegenheit dar, die Bedeutung, die Frankreich gem�� seiner edlen Tradition den Menschenrechten und
ihrer F�rderung zum Wohl der einzelnen wie der Gesellschaft zumisst, zu bezeugen. Insbesondere angesichts
der Gefahr eines Wiedererstehens alten Misstrauens, von Spannungen und Gegens�tzen zwischen den Nationen,
was wir heute mit Sorge beobachten, ist Frankreich dazu berufen, Europa zu helfen, innerhalb seiner Grenzen
und auf der ganzen Welt den Frieden aufzubauen. … Dabei ist andererseits daran zu erinnern, dass
"die nationale Identit�t selbst nur durch die �ffnung zu anderen V�lkern und durch die Solidarit�t mit
ihnen verwirklicht werden kann" (Nachsynodales Schreiben Ecclesia in Europa, Nr. 112). (rv)
Stichwort: Katholische Kirche in Frankreich
Die katholische Kirche in Frankreich z�hlt zu den traditionsreichsten und geistesgeschichtlich
bedeutendsten in Europa. Marksteine ihrer Geschichte sind etwa im christlich gepr�gten Mittelalter die
Taufe des Frankenk�nigs Chlodwig, die Reichskirche Karls des Gro�en und das �Zeitalter der
Kathedralen“; weiter die Religionskriege des 16./17. Jahrhunderts, die Auseinandersetzung zwischen
Kirche und Absolutismus, die Epoche der Aufkl�rung und die Franz�sische Revolution.
Rund drei Viertel der gut 61 Millionen Einwohner Frankreichs sind heute
katholisch. Doch Bisch�fe und Klerus beklagen die abnehmende Zahl praktizierender Katholiken sowie der
Priester. 16.553 Pfarreien geh�ren zu 98 Di�zesen. Seit der Verstaatlichung ihres Eigentums im Zuge der
Franz�sischen Revolution finanziert sich die Kirche allein durch Spenden und Beitr�ge der Katholiken;
Kirchensteuern gibt es nicht. Der Unterhalt von Kirchengeb�uden, die vor 1905 errichtet wurden, obliegt dem
Staat; Neubauten muss die Kirche selbst finanzieren.
Die Bischofskonferenz z�hlt 108 amtierende Mitglieder. Traditioneller
Ort der Vollversammlungen ist der Nationalwallfahrtsort Lourdes. Alle Bisch�fe werden bei der Papstmesse am
Sonntag und der Begegnung am Nachmittag teilnehmen. Hier darf ein Wort zur aktuellen Lage der Kirche im
Land erwartet werden.
Nach wie vor sehr aktiv ist die franz�sische Kirche in den Bereichen
Bildung und Medien. Etwa 13 Prozent aller Grundsch�ler sowie 20 Prozent aller Obersch�ler besuchen
katholische Einrichtungen. Im l�ndlichen Raum liegt diese Quote sogar bei 30 Prozent. (rv)
Die Kerns�tze der Ansprache Benedikts XVI. in �Les Bernardins“
�Heute Abend m�chte ich zu Ihnen �ber die Urspr�nge der abendl�ndischen Theologie und die
Wurzeln der europ�ischen Kultur sprechen. … Dies ist ein Ort, der mit der Kultur des M�nchtums zu tun
hat. Geht uns das heute noch etwas an, oder begegnen wir dabei blo� einer vergangenen Welt? Um darauf
antworten zu k�nnen, m�ssen wir uns einen Augenblick auf das Wesen des abendl�ndischen M�nchtums selbst
besinnen.“
Ziel der M�nche war es nicht, Kultur zu schaffen, so der Papst.
�Ihr Ziel hie�: quaerere Deum (Gott suchen). In der Wirrnis der Zeiten,
in der nichts standzuhalten schien, wollten sie das Wesentliche tun – sich bem�hen, das immer G�ltige
und Bleibende, das Leben selber zu finden. Sie waren auf der Suche nach Gott. … Gott hatte selbst
Wegzeichen ausgesteckt, ja, einen Weg gebahnt, den zu finden und zu gehen die Aufgabe war. Dieser Weg war
sein Wort, das in den B�chern der heiligen Schriften vor den Menschen aufgeschlagen war. Die Suche nach
Gott verlangt so von innen her eine Kultur des Wortes. … Weil im biblischen Wort Gott unterwegs ist
zu uns und wir zu ihm, darum muss man lernen, in das Geheimnis der Sprache einzudringen, sie in ihrem
Aufbau und in der Weise ihres Ausdrucks zu begreifen. So werden gerade durch die Gottsuche die profanen
Wissenschaften wichtig, die uns den Weg zur Sprache zeigen.“ Bibliothek und Schule geh�ren deshalb
zum Kloster hinzu.
�Das Kloster dient der eruditio, der Formung und Bildung des Menschen
– Formung letztlich darauf hin, dass der Mensch Gott zu dienen lerne. Aber dies schlie�t gerade auch
die Formung des Verstandes, die Bildung ein, durch die der Mensch in den W�rtern das eigentliche Wort
wahrzunehmen lernt.“ Das Wort mache wach f�r Gott f�reinander, f�hre in eine Weggemeinschaft des
Glaubens. Deshalb muss es laut Benedikt XVI. �bedacht“ und �recht gelesen werden“. Ein n�chster
Schritt:
�Das Wort Gottes bringt uns selber ins Gespr�ch mit Gott. … F�r
das Beten vom Wort Gottes her reicht das Sprechen nicht aus, es verlangt Musik. … Aus diesem inneren
Anspruch des Redens mit Gott und des Singens von Gott mit den von ihm selbst geschenkten Worten ist die
gro�e abendl�ndische Musik entstanden. Es ging nicht um private �Kreativit�t“, in der das Individuum
sich selbst ein Denkmal setzt und als Ma�stab wesentlich die Darstellung des eigenen Ich nimmt. Es ging
vielmehr darum, wachsam mit den �Ohren des Herzens“ die inneren Gesetze der Musik der Sch�pfung
selbst, die vom Sch�pfer in seine Welt und in den Menschen gelegten Wesensformen der Musik zu erkennen und
so die gottesw�rdige Musik zu finden, die zugleich dann wahrhaft des Menschen w�rdig ist und seine W�rde
rein ert�nen l�sst.“ In den Heiligen Schriften komme Gott �durch Menschenwort und Menschenw�rter
hindurch zu uns“. Gott, so Benedikts Schlussfolgerung, rede nur durch Menschen, �durch deren Worte
und deren Geschichte zu uns“.
�Wir k�nnen es auch einfacher ausdr�cken: Die Schrift bedarf der
Auslegung, und sie bedarf der Gemeinschaft, in der sie geworden ist und in der sie gelebt wird. In ihr hat
sie ihre Einheit, und in ihr �ffnet sich der das Ganze zusammenhaltende Sinn. … Durch das zunehmende
Wahrnehmen der verschiedenen Sinndimensionen wird das Wort nicht entwertet, sondern erscheint erst in
seiner ganzen Gr��e und W�rde.“ Das Christentum sei also �nicht einfach eine Buchreligion im
klassischen Sinn“.
�Immer nur in der dynamischen Einheit des Ganzen sind die vielen B�cher
ein Buch, zeigt sich im Menschenwort und in der menschlichen Geschichte Gottes Wort und Gottes Handeln in
der Welt.“ Jede Art von Fundamentalismus sei damit ausgeschlossen, so das Kirchenoberhaupt.
�Die ganze Dramatik dieses Themas ist in den Schriften des heiligen
Paulus ausgeleuchtet. … �Der Herr ist der Geist. Wo aber der Geist des Herrn ist, da ist
Freiheit“ (2 Kor 3, 17).“ Diese Spannung von Bindung und Freiheit, die weit �ber das
literarische Problem der Schriftauslegung hinausreicht, habe Denken und Wirken des M�nchtums bestimmt und
die abendl�ndische Kultur zutiefst gepr�gt.
�Sie ist als Aufgabe auch unserer Generation gegen�ber den Polen von
subjektiver Willk�r und fundamentalistischem Fanatismus neu gestellt.“ Ausgehend von grundlegenden
Prinzipien des abendl�ndischen M�nchtums zog Benedikt XVI. drei wesentliche Schlussfolgerungen f�r die
Gesellschaft von heute:
�Es w�re ein Verh�ngnis, wenn die europ�ische Kultur von heute Freiheit
nur noch als Bindungslosigkeit auffassen k�nnte und damit unvermeidlich dem Fanatismus und der Willk�r in
die Hand spielen w�rde. Bindungslosigkeit und Willk�r sind nicht Freiheit, sondern deren
Zerst�rung.“ Stichwort: Ora et labora. In der griechischen Welt galt die k�rperliche Arbeit als
Sache der Unfreien; und auch das �Machen“ der Welt war dem Demiurgen, einer untergeordneten Gottheit
vorbehalten.
�Anders der christliche Gott: Er, der eine, der wirkliche und einzige
Gott ist auch Sch�pfer. Gott arbeitet; er arbeitet weiter in und an der Geschichte der Menschen. In
Christus tritt er als Person in die m�hselige Arbeit der Geschichte ein.“ Der Mensch als Gottes
Ebenbild darf und kann sich am weltsch�pferischen Handeln Gottes beteiligen, so der Papst. Das gelte auch
heute - in Ma�en. Das M�nchtum hat eine Kultur der Arbeit entwickelt,…
�ohne die das Werden Europas, sein Ethos und seine Weltgestaltung nicht
zu denken sind. Zu diesem Ethos m�sste freilich geh�ren, dass Arbeit und Geschichtsgestaltung des Menschen
Mit-Arbeiten mit dem Sch�pfer sein will und von diesem Mit her ihr Ma� nimmt. Wo dieses Ma� fehlt und der
Mensch sich selber zum gottartigen Sch�pfer erhebt, kann Weltgestaltung schnell zur Weltzerst�rung
werden.“ Gott, Religion in der Gesellschaft von heute? In dieser Frage, die gerade in Frankreich
nicht fehlen darf, gipfelte die �lectio magistralis“ des fr�heren Theologieprofessors. Frankreichs
Kirche hatte sich ermutigende Worte des Papstes erhofft. F�r die ersten Christen sei Verk�ndigung, sei
Mission, nie Propaganda gewesen, sondern �innere Notwendigkeit, die aus dem Wesen ihres Glaubens
folgte“. Die Frohe Botschaft galt allen Menschen, Glaube war keine kulturelle Gewohnheit, sondern
geh�rte zur der Wahrheit, die alle gleicherma�en anging.
�Die Neuheit der christlichen Verk�ndigung besteht in einem Faktum: Er
hat sich gezeigt. Aber dies ist kein blindes Faktum, sondern ein Faktum, das selbst Logos – Gegenwart
der ewigen Vernunft in unserem Fleisch ist. Verbum caro factum est (Joh 1, 14). Gerade so ist im Faktum nun
Logos, ist Logos unter uns. Das Faktum ist vern�nftig. Freilich bedarf es immer der Demut der Vernunft, um
es annehmen zu k�nnen; der Demut des Menschen, die der Demut Gottes antwortet.“ Die Welt von heute
sei voll von Bildern vielf�ltiger Gottheiten, so der Papst.
�Gott ist wirklich f�r viele der gro�e Unbekannte geworden. Aber wie
damals hinter den vielen G�tterbildern die Frage nach dem unbekannten Gott verborgen und gegenw�rtig war,
so ist auch die gegenw�rtige Abwesenheit Gottes im stillen von der Frage nach ihm bedr�ngt. Quaerere Deum
– Gott suchen und sich von ihm finden lassen, das ist heute nicht weniger notwendig denn in
vergangenen Zeiten. Eine blo� positivistische Kultur, die die Frage nach Gott als unwissenschaftlich ins
Subjektive abdr�ngen w�rde, w�re die Kapitulation der Vernunft, der Verzicht auf ihre h�chsten
M�glichkeiten und damit ein Absturz der Humanit�t, dessen Folgen nur schwerwiegend sein k�nnten. Das, was
die Kultur Europas gegr�ndet hat, die Suche nach Gott und die Bereitschaft, ihm zuzuh�ren, bleibt auch
heute Grundlage wahrer Kultur.“ (rv)
Stichwort: Coll�ge des Bernardins Freitag Abend hielt Papst
Benedikt XVI. eine Ansprache vor Kulturschaffenden und Wissenschaftlern im neuer�ffneten �Coll�ge des
Bernardins“. Das dreischiffige gotische Juwel, das sich in der N�he des s�dlichen Seine-Ufers
befindet, ist das gr��te franz�sische nicht-liturgische Geb�ude aus dem Mittelalter und gilt als weltweit
einzigartig. Als eines der �ltesten Kollegien der Pariser Universit�t wurde das Coll�ge des Bernardins 1245
durch den Zisterzienser Stephen of Lexington gegr�ndet. Das Coll�ge war ein Ort des Dialogs zwischen
monastischer und scholastischer Theologie. Bis zur Franz�sischen Revolution haben junge Zisterzienser in
gro�er Zahl im Coll�ge des Bernardins und an der Universit�t Paris Philosophie und Theologie studiert.
In der Zeit der Franz�sischen Revolution wurden, nach der im Februar
1792 erfolgten Aufhebung der Theologischen Fakult�t von Paris, im September 1793 auch die Kollegien
aufgel�st, darunter das Coll�ge des Bernardins. Das Geb�ude ging in staatlichen Besitz �ber und wurde unter
anderem als Feuerwehrkaserne und als Gef�ngnis verwendet.
2001 kaufte das Erzbistum Paris unter dem 2007 gestorbenen Erzbischof
Jean-Marie Lustiger das Bauwerk mit Garten von der Stadt Paris. Kardinal Lustiger hatte schon seit den
1990er Jahren den Plan verfolgt, an diesem Ort mittelalterlicher Theologie und Philosophie eine St�tte des
Dialogs von Glauben und moderner Kultur einzurichten. Das neue Coll�ge des Bernardins ist ein Ort
kirchlicher Bildungsarbeit mit Bibliothek, H�rs�len, Seminarr�umen und Begegnungsm�glichkeiten mitten in
Paris. Das Coll�ge ist aber auch Heimstatt der 1984 von Kardinal Lustiger gegr�ndeten �cole Cath�drale
(Kathedralschule) und ihrer in der heutigen Form seit 2005 bestehenden Facult� de Notre-Dame. (rv)
Kardinal von Paris: Besteht der Glaube vor der Vernunft?
Der Erzbischof von Paris, Andr� Vingt-Trois, begleitet Papst Benedikt XVI. w�hrend seiner Pastoralreise
nach Frankreich. Er war am Flughafen in Paris-Orly im Empfangskomitee, am Abend hielt er im Coll�ge des
Bernardins die Begr��ungsansprache. Den Papstworten dort misst er hohe Bedeutung bei. Gegen�ber Radio
Vatikan sagte der aus Paris stammende 65-j�hrige Kardinal:
�Die Ansprache im Coll�ge des Bernardins reiht sich ein in die dem Papst
eigene Pastoral. Bei vielen Gelegenheiten zeigt er seine Aufmerksamkeit f�r den Dialog zwischen dem
christlichen Glauben und der Kultur. F�r uns, um es mit wenigen Worten zu sagen, sind zwei Fragen
grundlegend. Einerseits: Ist der Weg des gl�ubigen Christen entsprechend glaubw�rdig um sich der
menschlichen Vernunft gegen�ber auszudr�cken? Auf der anderen Seite: Wie k�nnen die menschliche Vernunft
und die Weisheit die Entscheidungen der Menschen von heute erhellen, seien sie gl�ubig oder nicht, seien
sie Christen oder nicht?”(rv)
Frankreich: Papstbesuch ist gro�e Ehre
Der Frankreichbesuch Papst Benedikts ist vor allem eine Apostolische Reise und kein Staatsbesuch. Das
hat der Vatikan in den vergangenen Tagen immer wieder betont. Und doch r�hrt die geplante kurze Begegnung
von Benedikt XVI. mit Staatspr�sident Nicolas Sarkozy an eine aktuelle Auseinandersetzung – und an
eine lange Geschichte angespannter Beziehungen zwischen Kirche und Staat in Frankreich. Die franz�sischen
Herrscher waren Gastgeber der P�pste in Avignon, sp�ter aber auch immer wieder ihr politischer Gegenpart.
Seit 1905 gilt die strenge Trennung zwischen Kirche und Staat.
F�r die katholische Kirche, von der sich immer mehr Franzosen abwenden,
ist der Besuch Benedikts daher ein wichtiges Ereignis. Das betont der Frankreich-Kenner und deutsche
Pilgerseelsorger in Lourdes, Pater Uwe Barzen. �Ich glaube schon, dass der Besuch des Papstes f�r
Frankreich eine wichtige Bedeutung hat. Das gilt insbesondere f�r Lourdes. Denn das ist eine gro�e Ehre f�r
diesen Marienwallfahrtsort, dass der Papst zum 150-Jahr-Jubil�um der Marienerscheinungen hierher kommt.
Allein was die Pilgerzahlen betrifft - wir erwarten hier 200.000 Gl�ubige. Das ist das Vier- bis F�nffache
von dem, was sonst hierher kommt. Da m�ssen besondere Vorbereitungen getroffen werden. Der Papst wird vom
franz�sischen Staat wie ein Staatsoberhaupt empfangen. Von daher ist es ein au�ergew�hnliches Ereignis. Das
gilt auch f�r Lourdes.“
Die franz�sischen Medien stellen den Papstbesuch in Paris in den
Vordergrund. Stiehlt das Treffen mit Pr�sident Sarkozy dem jubilierenden Marienwallfahrtsort die Show?
Pater Barzen:
�Nein, das glaube ich nicht. Lourdes war ja der eigentliche Anlass f�r
diese Papstreise. Hier werden alle franz�sische Bisch�fe den Papst treffen. Die franz�sische
Bischofskonferenz trifft sich normalerweise zweimal im Jahr in Lourdes. Sie werden an diesem Ort
geschlossen dem Papst begegnen. Er wird zu ihnen sprechen. Daher kann man sagen, dass das Hauptereignis der
Frankreichreise der Besuch in Lourdes sein wird.”(rv)
Frankreich: Lourdes zieht viele Jugendliche an Bei seiner viert�gigen
Frankreich-Reise wird Papst Benedikt XVI. nicht nur den franz�sischen Staatspr�sidenten Nicolas Sarkozy und
Pilger aus aller Welt in Lourdes treffen. Bei der Grotte, wo vor 150 Jahren die Muttergottes der
M�llerstochter Bernadette Soubirous erschien, wird Benedikt bei den Gottesdiensten auch Jugendlichen und
armen Menschen begegnen. Lourdes ist nicht nur ein beliebter Pilgerort f�r Kranke und Gebrechliche.
J�hrlich pilgern Tausende von jungen Menschen zum wohl weltber�hmtesten Marienwallfahrtsort der Welt. Das
Leben der Bernadette Soubirous beeindruckt immer mehr auch zahlreiche Jugendliche. Das sagt der
Medienverantwortliche der �Cit� Saint-Pierre“, Jean-Fran�ois Courtille. Am Freitagabend – also
wenige Stunden vor der Ankunft des Papstes in Lourdes – feiern rund 450 Jugendliche aus Osteuropa und
Afrika den Besuch des Papstes im Treffpunkt in der N�he der Grotte.(rv)
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13.09.08
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2. Tag der Papstreise (13.09.08)
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Zweiter Tag der Papstreise: Ein �berblick
Mit einer gro�en Messe hat sich Papst Benedikt XVI. am
Vormittag des Samstag aus Paris verabschiedet. An dem Gottesdienst vor dem Invalidendom nahmen 260.000
Menschen teil.
Am Vorabend hatte er an einer Vesper mit Priestern, Ordensleuten und
Seminaristen in der Kathedrale Notre Dame teilgenommen. Anschlie�end wandte er sich mit einer Rede an
mehrere Zehntausend Jugendliche, die auf dem Vorplatz der Kathedrale eine n�chtliche Gebetsvigil
begannen. Er �bernachtete in der Apostolischen Nuntiatur, wo er vom Balkon aus sich kurz an anwesende
Gl�ubige wandte.
Am Samstag morgen besuchte das Kirchenoberhaupt die
Wissenschaftsvereinigung des �Institut de France“. 1992 wurde er dort als Kardinal Joseph Ratzinger
Mitglied der �Akademie der moralischen und politischen Wissenschaften“. Am Mittag stand ein
gemeinsames Essen mit den Bisch�fen der Kirchenprovinz ��le de France“ auf dem Programm“.
Am Nachmittag flog der Papst weiter in den s�dfranz�sischen Wallfahrtsort Lourdes. Dort will er sich
als Pilger zu den Gedenkorten der heiligen Seherin Bernadette Soubirous begeben. Die Feiern zum
150-j�hrigen Bestehen des Marienheiligtums sind der eigentliche Anlass der Reise von Benedikt XVI.
Am Abend wird Benedikt mit dem Papamobil den �Jubil�umsweg“ in
Lourdes gehen, der verschiedene Stationen der Seherin Bernadette widerspiegelt, wie die Pfarrkirche, das
Haus, in dem die Familie Soubirous wohnte sowie die Grotte der Erscheinungen. Gegen 21.30 Uhr st��t der
Papst zur traditionellen Lichterprozession hinzu, wo er eine Ansprache halten und das Te Deum anstimmen
wird. Benedikt �bernachtet in der �Ermitage St. Joseph“. (rv)
Papstmesse im Zentrum von Paris: �Kein Gegensatz zwischen Vernunft und Glaube”
260.000 Menschen haben am Samstag Morgen im Zentrum von Paris an einer gro�en Messe mit Papst
Benedikt teilgenommen. Dabei rief der Papst sie dazu auf, modernen G�tzen wie etwa der Geld- oder
Machtgier nicht hinterherzulaufen.
Die Kulisse bei diesem Pontifikalamt h�tte kaum prachtvoller sein
k�nnen: Hinter dem Papstaltar die goldene Kuppel des Invalidendoms, unter der Napoleon begraben ist. Von
der Seite her�bergr��end: die Spitze des Eiffelturms. Zu F��en des Papstes schlie�lich: die G�rten der
�Esplanade des Invalides”, der �Pont Alexandre III”, das Grand Palais, der Beginn der
Champs-Elys�es auf der anderen Seite der Seine. Und, bei strahlendem Sonnenschein, Tausende von Menschen
- darunter viele junge Leute, aber auch bekannte Gesichter aus der Politik, etwa Premierminister Fillon,
Justizministerin Dati (eine Muslimin), Innenministerin Alliot-Marie oder die Frau von Ex-Pr�sident
Chirac. �Gehen wir zur Quelle des Lebens”, stand in gro�en Lettern auf dem Altar; das liturgische
Ger�t bei der Messe stammte zum gro�en Teil aus der Kathedrale Notre-Dame.
In seiner Predigt warnte Benedikt XVI. vor den G�tzen der Moderne:
�Haben denn nicht das Geld, die Gier nach Besitz, nach Macht und sogar nach Wissen den Menschen von
seinem wahren Ziel abgebracht?” Auch die Verkl�rung der Vergangenheit oder das Herstellen irdischen
Gl�cks aus eigener Kraft buchte der Papst unter �G�tzen” und �Trugbildern” ab. Mit Verve
vertrat er hingegen (nicht zum ersten Mal), dass Glaube und Vernunft zusammengeh�ren: �Niemals verlangt
Gott ... vom Menschen, seine Vernunft zu opfern! Niemals tritt die Vernunft in einen wirklichen Gegensatz
zum Glauben!” Was den Menschen �von dieser Perspektive” abbringe, sei �G�tzenkult”
– �und die Vernunft selbst kann sich G�tzen schmieden”. Der Papst rief junge �und weniger
junge” Leute dazu auf, sich der Frage nach einer Ordens- oder Priesterberufung zu stellen: �Habt
keine Furcht, euer Leben Christus zu schenken! Nichts wird je den Dienst der Priester im Leben der Kirche
ersetzen. Nichts wird je eine Messe f�r das Heil der Welt ersetzen!”
Noch vor der Messfeier hatte Benedikt eine Stippvisite direkt am
Seine-Ufer eingelegt: Im �Institut de France” enth�llte er eine Plakette. Sie erinnert daran, dass
vor 16 Jahren der damalige Kardinal Ratzinger feierlich als Mitglied in eine Akademie des
�Institut” berufen wurde. An dem Termin in den Hallen der so genannten �Unsterblichen” nahmen
nur einige Auserw�hlte teil. Schon ein Kontrast zu den mehr als 200.000 Menschen, die anschlie�end zur
Papstmesse vor den Invalidendom kamen... (rv)
Freitag Abend in Notre Dame: Papst ermuntert zur Bibellekt�re
Papst Benedikt XVI. hat die Geistlichen aufgefordert, sich vermehrt der Bibellekt�re zu widmen und
auf die Sch�nheit im Gottesdienst zu achten. Bei einer Vesper am Freitag Abend in der Pariser Kathedrale
Notre Dame unterstrich er die Bedeutung des Wortes Gottes f�r das Leben der Kirche.
�Habt keine Angst, viel Zeit der Lesung, der Meditation der Heiligen
Schrift und dem Stundengebet zu widmen! Das mit der Kirche gelesene und meditierte Wort wirkt, fast ohne
da� ihr es merkt, auf euch ein und verwandelt euch. Wenn es als Offenbarung der Weisheit Gottes die
�Gef�hrtin“ eures Lebens wird, �gibt“ sie euch �guten Rat“ und ist euer �Trost in Sorge
und Leid“ (Weish 8,9).“ An die katholischen Geistlichen gewandt rief er zu mehr
Gottesdienstkultur auf. Leitbild der irdischen Liturgie m�sse das himmlische Jerusalem sein. Dabei
unterstrich er auch die Grenzen jedes Ritus: Die Sch�nheit der Feiern sei niemals erlesen und durchdacht
genug, �weil nichts zu sch�n sein kann f�r Gott, der die unendliche Sch�nheit ist“, so Benedikt
XVI. Der Papst gr��te in seiner Ansprache eigens die Vertreter anderer Kirchen und kirchlicher
Gemeinschaften. Er bete f�r die Einheit der Kirche, f�r die das Wort Gottes �Zeichen, Unterpfand und
Garant“ sei.
�Es gibt keine Liebe in der Kirche ohne Liebe zum Wort Gottes; es gibt
keine Kirche ohne die Einheit um Christus, den Erl�ser; es gibt keine Fr�chte der Erl�sung ohne Liebe zu
Gott und zum N�chsten, gem�� den beiden Geboten, die die ganze Heilige Schrift
zusammenfassen!“ Benedikt w�rdigte au�erdem die Kathedrale Notre Dame als �Zeichen der Gegenwart
Gottes mitten unter den Menschen“. Gro�e kirchliche und weltliche Ereignisse h�tten in dem
Heiligtum stattgefunden. Architekten, Maler, Bildhauer und Musiker h�tten f�r Notre Dame das Beste ihrer
selbst gegeben. (rv)
Freitag Nacht - Gru� vom Balkon der Nuntiatur Der Papst
ist ger�hrt �ber seine herzliche Aufnahme in Frankreich. Nach einem anstrengenden Tag zwischen Politik,
Kultur und Jugend sagte der Benedikt XVI. am Freitag Nacht bei einem kurzen Gru� vom Balkon der Nuntiatur
in Paris:
�Euer so warmherziger Empfang r�hrt den Papst! Danke daf�r, dass Sie
mich zu so sp�ter Stunde so enthusiastisch hier erwarten. Diese kommenden Tage in Paris und Lourdes
verschaffen mir bereits jetzt viel Freude…. Die Katholiken in Frankreich brauchen mehr als je zuvor
ein neues Vertrauen in die Jungfrau Maria, um in ihr ein Modell des Dienstes am Evangelium zu sehen. Ich
z�hle auf Sie und Ihr Gebet, damit diese Reise Fr�chte tr�gt!” (rv)
Presseschau am zweiten Tag Auch am zweiten Reisetag des
Papstes st��t der Besuch in Frankreich auf gro�es Medieninteresse. So haben am Samstag alle Zeitungen
gro� auf den Titelseiten �ber den ersten Tag der Reise berichtet. Hier die Presseschau unseres
Korrespondenten Mario Galgano:
Mit der Betonung der politischen Rolle der Religion hat Benedikt ein
hoch sensibles Thema aufgegriffen. So das Fazit der franz�sischen Zeitung �Le Monde” zum ersten
Reisetages Benedikts. Die linksgerichtete Zeitung �Lib�ration” kritisierte hingegen, die Haltung
des franz�sischen Staatspr�sidenten. Dieser sei �zu freundlich” gegen�ber Religionsgemeinschaften
und insbesondere gegen�ber der katholischen Kirche. Die katholische Tageszeitung �La Croix” betonte
hingegen, dass Benedikt XVI. die Trennung von Kirche und Staat ausdr�cklich gebilligt habe. Ihm sei aber
ebenso wichtig gewesen, darauf zu bestehen, dass die religi�sen F�hrer die M�glichkeit haben m�ssten, die
Politik auf ihre Verantwortung hinzuweisen. Der erste Reisetag habe insgesamt zu einer positiven
Entwicklung f�r die katholische Kirche in Frankreich beigetragen. Gem�� dem franz�sischen �Le
Parisien” haben nach einer aktuellen Umfrage 53 Prozent aller Franzosen eine hohe Meinung vom
Papst. (rv)
Stichwort: Lourdes Im S�dwesten Frankreichs, im
D�partement Hautes-Pyr�n�es, liegt die kleine Stadt Lourdes. Lourdes ist einer der ber�hmtesten
Wallfahrtsorte der Welt. 1858 ist dort der damals 14-j�hrigen M�llerstochter Bernadette Soubirous 18 Mal
Maria erschienen, die Quelle in der Grotte geht auf eine dieser Erscheinungen zur�ck. Nach Worten
Bernadette Soubirous beauftragte Maria sie damit, eine Kirche an der Grotte zu errichten. 1862 wurden die
Erscheinungen vom Ortsbischof, 1891 von Papst Leo XIII. anerkannt. Bernadette wurde am 8. Dezember 1933
heilig gesprochen.
Jahr f�r Jahr reisen mehrere Millionen Pilger, darunter auch
Zehntausende Kranke und Behinderte, nach Lourdes. Immer wieder kommt es zu unerkl�rlich anmutenden
Heilungen, die durch ein internationales �rztekomitee gepr�ft werden. 30.000 Heilungen soll es bislang
gegeben haben; 6.000 sind dokumentiert, 2.000 gelten als �medizinisch unerkl�rlich”. Die Zahl der
kirchlich anerkannten Wunderheilungen liegt bei 67. Dem so genannten Lourdes-Wasser aus der Quelle nahe
der Mariengrotte werden heilende Kr�fte zugeschrieben.
Nach Paris verzeichnet Lourdes mit seinen
rund 16.000 Einwohnern die zweith�chste Zahl an Hotelbetten und �bernachtungen in Frankreich. Regelm��ig
tagt hier die Vollversammlung der Franz�sischen Bischofskonferenz. Papst Benedikt XVI. wird am Samstag
Nachmittag in Lourdes eintreffen. (rv)
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14.09.08
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3.Tag der Papstreise (14.09.08)
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Dritter Tag der Papstreise: Ein �berblick
Mit einer gro�en Messe unter freiem Himmel hat Papst
Benedikt XVI. am Sonntag der Marienerscheinungen in Lourdes vor 150 Jahren gedacht. Der
s�dwestfranz�sische Wallfahrtsort solle ein Ort der Begegnung mit Gott im Gebet und ein Ort des Dienstes
an Kranken, Armen und Leidenden sein, sagte der Papst in der Predigt. Vor allem die Kirche in Frankreich
ermutigte das Kirchenoberhaupt dabei zu neuem missionarischem Geist. Einmal mehr rief er junge Menschen
zu entschiedenem christlichen Einsatz in Kirche und Welt.
Am Sonntagnachmittag traf Benedikt XVI. mit den franz�sischen
Bisch�fen zusammen. Dabei mahnte er mit Blick auf die so genannte �Alte Messe” die Einheit der
Gl�ubigen an. �Niemand ist in der Kirche �berfl�ssig. Jeder, ohne Ausnahme, muss sich in ihr ,zu
Hause’ und niemals abgewiesen f�hlen.” Staat und Kirche in Frankreich m�ssten eine �gesunde
Zusammenarbeit pflegen”. Wenn Unabh�ngigkeit und Autonomie jeweils gewahrt blieben, �wird dem
Menschen ein Dienst erwiesen, der auf seine volle pers�nliche und gesellschaftliche Entfaltung
abzielt”, so Benedikt XVI. w�rtlich.
Am Abend nimmt der Papst an der jeden Sonntag statt findenden
Eucharistischen Prozession teil und wird noch einmal zu den Pilgern sprechen. Der Aufenthalt in Lourdes
und die Pastoralreise nach Frankreich enden am Montag mit einer Messe f�r Kranke. Danach reist der Papst
nach Rom zur�ck. Gegen 15 Uhr 15 wird Benedikt XVI. in Rom-Ciampino zur�ck erwartet. (rv)
Papstmesse in Lourdes: Durch Maria zu Christus Mit einer
gro�en Messe unter freiem Himmel hat Papst Benedikt XVI. am Sonntag der Marienerscheinungen in Lourdes
vor 150 Jahren gedacht.
�Die erste Berufung des Heiligtums von Lourdes ist jene, ein Ort der
Begegnung mit Gott im Gebet zu sein und ein Ort des Dienstes an den Br�dern, besonders durch die Aufnahme
der Kranken, der Armen und all jener Menschen, die leiden.” Das Wasser f�r den Ritus der
Tauferinnerung war von der Lourdesquelle genommen, die in der Grotte w�hrend der Erscheinungen 1858
entsprungen war und in deren Wasser Pilger gebadet werden. 150.000 Gl�ubige hatten sich um die Altarinsel
auf der �Prairie” genannten Freifl�che gegen�ber der Grotte und den Badehallen versammelt. Lourdes
ist ein internationaler Ort, mehrere Millionen Pilger kommen j�hrlich aus aller Welt hierher. Auch der
Gottesdienst mit dem Oberhaupt der Weltkirche zeugte davon, Lieder, F�rbitten und Lesungen wurden in
verschiedenen Sprachen vorgetragen. M�chtig wirkte die Musik in diesem Gottesdienst; Pauken ert�nten und
Trompeten erschallten zum Fest Kreuzerh�hung.
Papst Benedikt: �Die Kirche l�dt uns ein, dieses glorreiche Kreuz voll
Stolz zu erheben, damit die Welt sehen kann, wie weit die Liebe des Gekreuzigten zu den Menschen gegangen
ist. Sie l�dt uns ein, Gott zu danken, denn von einem Baum, der den Tod gebracht hat, ist das Leben neu
hervorgegangen. … Mitten unter uns ist jener, der uns so sehr geliebt hat, dass er sein Leben f�r
uns hingegeben hat, jener, der jeden Menschen einl�dt, vertrauensvoll zu ihm zu kommen.” Lourdes
ist einer der gr��ten Marienwallfahrtsorte �berhaupt; doch die Botschaft bleibt nicht beim Bild der Licht
umstrahlten �sch�nen Dame” stehen. Lourdes will durch Maria zu Christus f�hren. Ihre erste
Erscheinung vor Bernadette begann mit dem Kreuzzeichen, erinnerte auch der Papst.
�Sie l�dt alle Menschen guten Willens ein, alle, die seelisch oder
k�rperlich leiden, die Augen zum Kreuz Jesu zu erheben, um dort die Quelle des Lebens, die Quelle des
Heils zu finden. … Heute kommt Maria uns entgegen, um uns die Wege f�r eine Erneuerung des Lebens
unserer Gemeinden und unseres eigenen Lebens aufzuzeigen.” Die Kirche habe einen klaren Auftrag
- weltweite Verk�ndigung. In der Annahme des Sohnes liege eine Kraftquelle, so Benedikt XVI. weiter, an
der die Kirche sich f�r ihren Dienst st�rken k�nne.
�Jesus, geboren von Maria, ist der Sohn Gottes, der einzige Erl�ser
aller Menschen, der in seiner Kirche und in der Welt lebt und wirkt. Die Kirche hat �berall in der Welt
die Sendung, diese eine Botschaft zu verk�nden und die Menschen einzuladen, sie durch eine echte
Bekehrung des Herzens aufzunehmen.” Nach dem Dialog �ber die Trennung von Kirche und Staat, dem
Pl�doyer f�r die R�ckbesinnung auf christliche Wurzeln in Paris folgte an diesem Sonntag ein Appell an
die Kirche Frankreichs:
�Im Gefolge der gro�en Glaubensboten Eures Landes m�ge der
missionarische Geist, der im Lauf der Jahrhunderte so viele M�nner und Frauen Frankreichs erf�llt hat,
weiterhin Euer Stolz und Eure Aufgabe sein.” Maria l�dt zum Gebet ein - f�r den Christen eine
unverzichtbare Kraftquelle, mahnte der Papst:
�Wer betet, vertut nicht seine Zeit, selbst wenn die Situation alle
Anzeichen der Dringlichkeit besitzt und einzig zum Handeln zu treiben scheint. … Sich ganz von den
Aktivit�ten in Anspruch nehmen lassen bringt die Gefahr mit sich, dass das Gebet seine spezifische
christliche Bedeutung und seine wahre Wirksamkeit verliert.” Auch das in Lourdes so zentrale
Rosenkranzgebet f�hre letztlich �zur Betrachtung des Antlitzes Christi”. Wie die Kirche als Ganzes
rufe die Botschaft von Lourdes auch einzelne M�nner und Frauen in die Nachfolge, so Benedikt, der die
zahlreichen jungen Pilger und Freiwilligen in Lourdes einmal mehr zum entschiedenen �Ja” zu einer
christlichen Berufung animierte, in der Ehe, als Priester oder in einer Ordensgemeinschaft.
Er selbst, betonte der Papst, nenne Maria gern �Stern der
Hoffnung”. Ihre m�tterliche Gegenwart begleite alle M�nner und Frauen, die Familien und Nationen.
Auch im abschlie�enden Angelusgebet ging der Papst in seinen Gru�worten darauf noch einmal ein. Auf
Deutsch sagte Benedikt:
�Maria ist unsere Mutter. … Als ihre Kinder wollen wir Maria
unser Leben anvertrauen – Freuden und Sorgen, Krankheit und Leid, all unsere Anliegen. Denn wir
wissen: Maria f�hrt uns sicher zu ihrem Sohn Jesus Christus, dem Quell der Hoffnung und des Heils. Der
Herr schenke euch und euren Lieben die F�lle seiner Gnade.” (rv)
Papst an Bisch�fe: � Den Ball Sarkozys aufnehmen”
Am Sonntagabend ist der Papst in Lourdes mit den franz�sischen Bisch�fen zusammengetroffen. In einer
Grundsatzrede schnitt Benedikt XVI. die aktuellen Probleme in der katholischen Kirche in dem Land an. So
hat er der Debatte �ber die Trennung von Kirche und Staat neue Nahrung gegeben, indem er dazu aufrief,
die Signale von Pr�sident Nicolas Sarkozy f�r eine �positive Laizit�t” aufzugreifen. Gegen�ber den
Bisch�fen unterstrich der Papst, dass in Frankreich �ein neuer Weg gefunden werden muss, um die eigenen
christlichen Wurzeln auslegen zu k�nnen”. Die Unterscheidung zwischen Politik und Religion bleibe
aber notwendig, denn die Kirche �beanspruche f�r sich nicht die Stelle des Staates”. Im
Sitzungssaal �H�micycle Sainte-Bernadette” in Lourdes betonte der Papst in seiner Ansprache an die
franz�sische Bischofskonferenz auch die Rolle des Bischofs. Die Gl�ubigen sollten dabei die katholischen
Oberhirten �mit Zuneigung und Respekt begegnen”. Auch rief Benedikt die Katholiken in Frankreich
auf, die Priesterberufungen zu f�rdern. Zwar bekennen sich offiziell 80 Prozent der etwa 61 Millionen
Franzosen heute zum katholischen Glauben, allerdings ist die Zahl der praktizierenden Katholiken seit
Jahren ebenso stark r�ckl�ufig wie die der Priester. Der Papst sprach auch sein Motu Proprio �Summorum
Pontificum” an: Benedikt hoffe, dass die Gem�ter sich bald beruhigen und es in absehbarer Zeit zu
einer �f�r alle befriedigenden L�sung” komme. Jeder Gl�ubige m�sse sich in der katholischen Kirche
�zuhause f�hlen”. – Die katholische Kirche in Frankreich z�hlt zu den traditionsreichsten und
geistesgeschichtlich bedeutendsten in Europa. Die Bischofskonferenz z�hlt 108 amtierende Mitglieder. Die
franz�sische Kirche ist gepr�gt von der 1905 gesetzlich verankerten Trennung von Kirche und Staat.
(rv)
Frankreich: Kerns�tze der Papstansprache an die franz�sischen Bisch�fe
Papst Benedikt XVI. hat in einer Grundsatzrede an die Bisch�fe Frankreichs einige wichtige
Herausforderungen f�r die Kirche des Landes benannt. Er unterstrich u.a. die Unersetzlichkeit des
Weiheamtes, erneuerte sein Nein zur Homoehe und ermutigte, die Signale der franz�sischen Regierung f�r
eine �neue Laizit�t” aufzugreifen. Lesen Sie hier die Kerns�tze seiner Ansprache:
Unersetzlichkeit des Weiheamtes Man wird nicht oft genug
wiederholen k�nnen, da� das Priestertum f�r die Kirche unentbehrlich ist, im Interesse der Laien selbst.
Die Priester sind ein Geschenk Gottes an die Kirche. In dem, was die ihnen eigene Sendung betrifft,
k�nnen die Priester ihre Aufgaben nicht den Gl�ubigen �bertragen. … Wendet Eure Aufmerksamkeit
ihrer menschlichen, intellektuellen und spirituellen Bildung zu sowie auch ihrem materiellen Unterhalt.
Bem�ht Euch trotz der Last Eurer T�tigkeiten, Euch regelm��ig mit ihnen zu treffen und sie als Br�der und
Freunde zu empfangen.
Umstrittenes Motu Proprio Im Motu Proprio Summorum Pontificum wurde
ich dazu gef�hrt, die Bedingungen f�r die Aus�bung dieser Aufgabe zu pr�zisieren im Hinblick auf die
M�glichkeit der Benutzung sowohl des Me�buchs des seligen Johannes XXIII. (1962) als auch des Me�buchs
Papst Pauls VI. (1970). Einige Fr�chte dieser neuen Anordnungen haben sich schon gezeigt, und ich hoffe,
da� die unerl��liche Beruhigung der Gem�ter Gott sei Dank voranschreitet. Ich kann die Schwierigkeiten
ermessen, denen Ihr begegnet, aber ich zweifle nicht daran, da� Ihr in absehbarer Zeit zu f�r alle
befriedigenden L�sungen gelangen k�nnt, damit das nahtlose Gewand Christi nicht weiter zerrissen wird.
Die Familie – Wiederverheiratete Geschiedene - Nein zur
Homoehe Es gibt sicher ein Problem, das �berall von besonderer Dringlichkeit ist: die Situation der
Familie. Wir wissen, da� Ehepaare und Familien heute wahrhaften St�rmen entgegentreten. … Seit
mehreren Jahrzehnten haben in verschiedenen L�ndern Gesetze die Natur der Familie als Urzelle der
Gesellschaft relativiert. Oft versuchen die Gesetze eher, sich den Lebensgewohnheiten und Forderungen von
Einzelpersonen oder Sondergruppen anzupassen, als das Gemeinwohl der Gesellschaft zu f�rdern. … Zu
Recht haltet Ihr – auch um den Preis, gegen den Strom zu schwimmen – an den Prinzipien fest,
die die St�rke und die Gr��e des Ehesakramentes ausmachen. … Besonders schmerzlich ist das Problem
der wiederverheirateten Geschiedenen. Die Kirche, die sich dem Willen Christi nicht widersetzen kann,
h�lt unverbr�chlich an dem Prinzip der Unaufl�slichkeit der Ehe fest, bringt aber zugleich gro�e
Zuneigung denjenigen M�nnern und Frauen entgegen, denen es aus verschiedenen Gr�nden nicht gelingt, es zu
befolgen. Deshalb k�nnen Initiativen, die die Segnung von illegitimen Verbindungen anstreben, nicht
zugelassen werden.
�Neue Laizit�t” Die Hervorhebung der christlichen Wurzeln
Frankreichs wird jedem Bewohner dieses Landes erlauben, besser zu verstehen, woher er kommt und wohin er
geht. Folglich mu� … ein neuer Weg gefunden werden, um im Alltag die grundlegenden Werte, auf denen
die Identit�t der Nation aufgebaut ist, auszulegen und zu leben. Euer Pr�sident hat auf diese M�glichkeit
hingewiesen. Die gesellschaftspolitischen Voraussetzungen f�r das alte Mi�trauen oder sogar f�r
Feindseligkeit verschwinden allm�hlich. Die Kirche beansprucht f�r sich nicht die Stelle des Staates. Sie
will sich nicht an die Stelle des Staates setzen.
Interreligi�ser Dialog Der Zweck des �kumenischen sowie des
interreligi�sen Dialogs, die sich sicherlich ihrer Natur und ihrer jeweiligen Zielsetzung nach
voneinander unterscheiden, ist die Suche und die Vertiefung der Wahrheit. Es handelt sich um eine edle
und f�r jeden gl�ubigen Menschen verpflichtende Aufgabe, weil Christus selbst die Wahrheit ist. …
Sicher ist es notwendig, die verschiedenen unternommenen Initiativen aufmerksam zu verfolgen und
diejenigen zu erkennen, die die gegenseitige Kenntnis und Achtung sowie den Dialog f�rdern, und andere,
die in eine Sackgasse f�hren, zu vermeiden. Der gute Wille allein reicht nicht aus. Ich bin �berzeugt,
da� es zun�chst des Zuh�rens bedarf, um dann zur theologischen Diskussion �berzugehen und schlie�lich zur
Bezeugung und Verk�ndigung des Glaubens selbst zu gelangen (vgl. Lehrm��ige Note zu einigen Aspekten der
Evangelisierung, 3. Dezember 2007, 12). (rv)
Samstag Abend in Lourdes: Papst nimmt an Lichterprozession teil
Am Samstag Abend hat Papst Benedikt XVI. an der traditionellen Lichterprozession in Lourdes
teilgenommen. In den Mittelpunkt seiner ersten Ansprache in dem Wallfahrtsort stellte er einen Appell zu
Hoffnung und Solidarit�t. In Lourdes habe Maria Hoffnung und Liebe aufleuchten lassen, indem sie an
diesem Ort den Kranken, Armen und Kleinen den ersten Platz einr�ume. Der Papst erinnerte an unschuldige
Opfer von Gewalt und Katastrophen, von Unterdr�ckung und Verfolgung, an Arbeitslose, Kranke, Einsame und
Migranten. Mit Maria zu beten bedeute, sich den Leidenden zu �ffnen.
Im Gebet �ffne sich �eine leuchtende Stra�e” in der Geschichte
der Menschheit – auch in dunklen Augenblicken, wie sie Bernadette Soubirous in ihrem Alltagsleben
kannte. Benedikt schlug am Ende der Lichterprozession einen Bogen zwischen dem einfachen M�dchen
Bernadette, dem Licht von Massabielle und dem Kreuz.
Stundenlang harrten die Gl�ubigen im str�menden Regen aus, um
gemeinsam mit Benedikt die marianische Prozession zu beschlie�en. In den H�nden trugen die Menschen die
traditionellen Pilgerkerzen, die zum Refrain des �Ave Maria von Lourdes” von den Menschen
hochgehoben werden. Ein blinkendes Lichtermeer erstrahlte vor der Wallfahrtsbasilika. Zum Anschluss
betete Benedikt XVI. mit den Pilgern das Te Deum. (rv)
Der Papst in Lourdes: Auf den Spuren der Hl. Bernadette
Papst Benedikt XVI. ist nach seinem Besuch in Paris am sp�ten
Samstag Nachmittag weiter zum Marienwallfahrtsort geflogen. Der knapp zweit�gige Besuch in Lourdes ist
der pastorale H�hepunkt der ersten Reise Benedikts als Papst nach Frankreich. Das Oberhaupt der
katholischen Kirche kommt als Pilger und macht sich auf dem Jubil�umspilgerweg in Lourdes auf die Spuren
der Hl. Bernadette. Mario Galgano war dabei:
Erste Station nach seiner Ankunft war die Pfarrkirche Sacre-Coeur, in
der Bernadette 1844 getauft wurde. Anschlie�end suchte er das nahe gelegene �Cachot” auf, das
Elternhaus der Heiligen, und sah den Rosenkranz Bernadettes. Zum Abschluss betete er das �Ave
Maria”. Auf dem Weg zur Grotte – der dritten Station des Jubil�umsweges – winkten �ber
60.000 Pilger und Schaulustige dem Papst zu. Die Menschenmenge in Lourdes trotzte dabei dem regnerischen
Wetter. und begr��ten Benedikt XVI. am Abend mit lang anhaltendem Applaus und zahlreichen Spruchb�ndern
an der Felsgrotte Massabielle, wo die 14-j�hrige Bernadette Soubirous 1858 die �Sch�ne Dame” 18 Mal
gesehen hatte. Ein als Bernadette gekleidetes M�dchen �berreichte dem Papst beim Betreten der Grotte ein
Glas mit Wasser aus der Quelle der Felsh�hle. Benedikt XVI. entz�ndete eine Kerze und kniete zum stillen
Gebet nieder. Maria sei ein �Zeichen der Hoffnung” .(rv)
Presseschau am Sonntag: Papst erobert Herzen Die
franz�sischen Zeitungen haben in ihren Sonntagsausgaben auf die gro�e Beteiligung der Gl�ubigen an der
Messe am Samstag vor dem Invalidendom hingewiesen. Insgesamt bewerten die Medien der Grande Nation die
Papstvisite als �positive Geste”, die den Katholiken in Frankreich Mut schenkt. Unser Korrespondent
vor Ort, Mario Galgano, hat Zeitungen genauer unter die Lupe genommen:
Wer an diesem Sonntagmorgen die
franz�sischen Zeitungen durchbl�tterte, las nicht nur viel �ber die einzelnen Etappen der Papstreise. �Le
Monde” betonte vor allem die Aufrufe Benedikts in der Predigt vor dem Invalidendom. Der Papst warne
die franz�sischen Jugendlichen vor einer �ungez�gelten heidnischen” Leidenschaft f�r Macht, Besitz
und Geld. Die Jugendlichen haben diese �Klarheit” sehr positiv aufgenommen, so �Le Monde”
weiter. Auch �Le Figaro” setzt den Schwerpunkt der Berichterstattung auf diese Predigt. Benedikt
XVI. habe mit dieser Predigt die Herzen der Franzosen erobert, schreibt �Le Figaro”. Die
katholische Zeitung �La Croix” bezeichnet die Stadt Paris als �eine gro�e Kathedrale”, die
den Papst freudig empfangen habe. �Le Figaro” und �Le Monde” kritisierten hingegen die
Teilnahme von Mitgliedern der Regierung an der Papstmesse vom Samstag. In einem laizistischen Land d�rfe
es nicht vorkommen, dass �Vertreter des Staates” an einem Gottesdienst teilnehmen, war dar�ber zu
lesen. (rv)
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15.09.08
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4.Tag der Papstreise (15.09.08)
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Vierter und letzter Tag der Papstreise: Ein �berblick
Papst Benedikt XVI. hat seine Pastoralreise nach
Frankreich beendet; �nicht ohne Bedauern”, wie er in seiner kurzen Ansprache bei der
Abschiedszeromie am Flughafen Tarbes-Lourdes selbst sagte. Dem Land w�nschte das Kirchenoberhaupt
�Harmonie und menschlichen Fortschritt”. Die Kirche Frankreichs rief er erneut zu mutiger
Verk�ndigung auf.
Gegen 15 Uhr landete die Air-France Maschine mit dem Papst an Bord
in Rom-Ciampino. Ein Auto brachte ihn in die nahe gelegene Sommerresidenz von Castel Gandolfo. Der
viert�gige Aufenthalt in Paris und Lourdes war die zehnte Auslandsreise des Kirchenoberhaupts.
Am letzten Reisetag feierte der Papst einen Gottesdienst mit
Kranken. Auf dem Vorplatz der Rosenkranzbasilika erinnerte Benedikt an die W�rde, �die auch ein Kranker
niemals verliert”. Zehn M�nnern und Frauen spendete er das Sakrament der Krankensalbung. Die
Helfer und Pfleger nannte er �die dienenden Arme der Kirche”.
Zuvor hatte Benedikt XVI. in der Krankenhauskapelle von Lourdes
gebetet, in der Bernadette Soubirous (1844-1879) ihre Erstkommunion empfangen hatte. F�r den Papst war
es die letzte Station eines Pilgerwegs auf den Spuren der heiligen Seherin, den er seit seiner Ankunft
in dem s�dwestfranz�sischen Wallfahrtsort am Samstag zur�ck gelegt hatte.
Vatikansprecher Pater Federico Lombardi zog am Mittag eine positive
Bilanz der Reise. Die Begegnung mit der Gesellschaft und der Austausch �ber wichtige aktuelle Fragen
seien gelungen. Gleichzeitig habe diese Pastoralreise von tiefen geistlichen Momenten gelebt. (rv)
Papst spendet Krankensalbung Papst Benedikt hat an
diesem Montag einen Gottesdienst mit Kranken gefeiert. Auf dem Vorplatz der Rosenkranzbasilika im
Wallfahrtsbezirk von Lourdes erinnerte der Papst an die W�rde, �die auch ein Kranker niemals
verliert”. Zehn Kranken spendete der Papst w�hrend der Messfeier das Sakrament der
Krankensalbung. 50.000 Menschen f�llen den so genannten Heiligen Bezirk von Lourdes; die Kamera gleitet
�ber Kr�cken, Rollst�hle, verh�rmte Gesichter. Vor der Basilika Unserer Lieben Frau vom Rosenkranz
feiert Benedikt die Messe zum Fest �Schmerzen Mariens“ im goldenen Messgewand, das in der Sonne
blitzt. Dem Gast aus dem Vatikan ist immer wieder R�hrung anzusehen; es ist eine Feier ohne gro�e
Paukenschl�ge, statt dessen mit vielen stillen Momenten. Behutsam forschend macht sich der Papst in
seiner Predigt auf die Suche nach dem L�cheln Mariens. Als die kleine Bernadette Soubirous vor 150
Jahren die wei�e Dame, die ihr erscheint, fragt, wer sie ist, da antwortet diese zun�chst nicht, das
hei�t: Sie antwortet nur mit einem L�cheln. Eine Episode, an die �Benedetto” die Kranken
erinnert. �Das L�cheln Mariens zu suchen, ist keine Frage eines frommen oder altmodischen
Sentimentalismus; es ist vielmehr der Ausdruck einer lebendigen und tief menschlichen Beziehung... Der
Wunsch, dieses L�cheln der Jungfrau zu betrachten, hei�t nicht, sich von einer unkontrollierten
Einbildung g�ngeln zu lassen... Jedes Beten des Magnifikat macht uns zu Zeugen ihres
L�chelns.” In Marias L�cheln, so der Papst eindringlich, �spiegelt sich unsere W�rde als
Kinder Gottes wider, jene W�rde, die auch ein Kranker niemals verliert.” Dieses L�cheln sei
�Widerschein der Z�rtlichkeit Gottes” und Quelle der Hoffnung. �Wir wissen leider: Lang
ertragenes Leiden zerbricht auch das bestgesicherte Gleichgewicht eines Lebens ... und l�sst einen
sogar manchmal am Sinn und Wert des Lebens zweifeln. Es gibt K�mpfe, die der Mensch allein, ohne Hilfe
der g�ttlichen Gnade, nicht bestehen kann. ... Ich m�chte denen, die leiden, und denen, die zu k�mpfen
haben und versucht sind, dem Leben den R�cken zu kehren, voll Demut sagen: Wendet euch Maria zu! Im
L�cheln der Jungfrau findet sich geheimnisvoll verborgen die Kraft, um den Kampf gegen die Krankheit
und f�r das Leben weiterzuf�hren. Bei ihr findet man ebenso die Gnade, ohne Angst und Bitterkeit den
Abschied von dieser Welt in der von Gott gewollten Stunde anzunehmen.” Das ist kein flammender
Appell gegen Euthanasie, wie sie etwa in Belgien oder den Niederlanden legal ist – statt dessen
ein verhaltenes Werben daf�r, sich ins Leiden Jesu am Kreuz mit hineinnehmen zu lassen. Christus bleibe
�nicht au�erhalb des Leidens, das der Kranke erduldet; er lindert es, indem er in dem von der Krankheit
heimgesuchten Menschen Wohnung nimmt, um das Leid mit ihm zu tragen und zu leben. Die Gegenwart Christi
durchbricht die Isolierung, die der Schmerz hervorruft.” Zehn Kranken, die mit Rollstuhl oder
an Kr�cken zu ihm kommen, spendet Benedikt das Sakrament der Krankensalbung. Dabei gr��t er jedes Mal
auch herzlich die Helfer, die die Kranken begleiten – sie seien �die dienenden Arme der
Kirche”, so hat er es in seiner Predigt formuliert. Auch eine der F�rbitten besch�ftigt sich mit
allen, die in Lourdes das ganze Jahr �ber Rollst�hle schieben oder behinderte Pilger ins Wasser der
wundersamen Quelle tauchen. Am Schluss der Messe wird �Ave Maria, Hilfe der Christen” gesungen
– Benedikt, der in seiner Predigt so sensibel nach dem L�cheln Mariens gesucht hat, h�rt mit
einem bewegten L�cheln zu. (rv)
Abschied: �Gott segne Frankreich” Mit einer
kleinen Abschiedszeremonie am Flughafen Tarbes-Lourdes ist Papst Benedikt XVI. aus Frankreich
verabschiedet worden. Premierminister Fran�ois Fillon dankte dem Gast aus dem Vatikan. In einer Zeit
der Krisen und Konflikte sei der Besuch Benedikt XVI. ein Zeichen des Friedens und der Br�derlichkeit
gewesen, so der Premier. Er verwies besonders auf die gemeinsame Haltung gegen Fanatismus, Gewalt und
Diskriminierung. Mit Blick auf die Trennung von Kirche und Staat hob Fillon hervor, dass die zutiefst
weltanschaulich neutrale Republik das Religi�se respektiere. Ausdr�cklich verwies der Ministerpr�sident
auf den Beitrag des Christentums f�r das franz�sische Kulturerbe.
Benedikt XVI. entgegnete, er betrachte �die Kultur und ihre
Vertreter als bevorzugte Vermittler im Dialog zwischen Glaube und Vernunft, zwischen Gott und dem
Menschen.” Er habe in Frankreich �ein Volk lebendiger Christen getroffen - stolz und stark in
ihrem Glauben”. Die Kirche rief Benedikt einmal mehr zur mutigen Verk�ndigung auf. �Die Kirche
sei hier wie ein Sauerteig, um, wie es ihr Auftrag ist, mit Weisheit und ohne Furcht zu zeigen, wer
Gott ist.” Der Wunsch an das ganze Land Frankreich: �Auf seinem Boden herrsche Harmonie und
menschlicher Fortschritt.” Pers�nliche Worte des 81-j�hrigen Papstes zum Schluss: �Nun kommt
der Moment des Abschieds. Werde ich nochmals in Ihr sch�nes Land zur�ckkommen k�nnen? Ich w�nschte es
und vertraue diesen Wunsch Gott an. Von Rom aus werde ich Ihnen nahe bleiben, und wenn ich vor der
Nachbildung der Lourdesgrotte innehalte, die sich seit �ber hundert Jahren in den Vatikanischen G�rten
befindet, werde ich an Sie denken. Gott segne Sie!” (rv)
Papstsprecher: �Reise war Erfolg” Die Papstreise
nach Frankreich war ein Erfolg. Das ist das erste Fazit von Vatikansprecher Pater Federico Lombardi SJ.
Die Begegnung mit der Gesellschaft und der Austausch �ber wichtige aktuelle Fragen seien gelungen.
Gleichzeitig habe diese Pastoralreise von tiefen geistlichen Momenten gelebt.
Birgit Pottler hat mit Pater Lombardi gesprochen und ihn –
noch in Lourdes – gefragt, ob eine erste Bilanz der Reise m�glich ist:
�Ja, wir k�nnen sagen dass es ein Erfolg war, ich m�chte sagen ein
geistlicher Erfolg. Die Ziele, die der Papst hatte, sind erreicht worden: eine gute Begegnung mit der
Gesellschaft von Frankreich und mit der Kirche, der katholischen Kirche in Frankreich. Die Begegnung
mit der Gesellschaft war sehr positiv. Wir haben auch Pr�sident Sarkozy von der positiven Laizit�t
sprechen geh�rt. Und das bedeutet, dass wir jetzt wirklich eine Zeit erleben, in der Kirche,
Gesellschaft und Staat gut zusammen f�r das Gemeinwohl arbeiten k�nnen. Und das war nat�rlich etwas,
was die Kirche vom Zweiten Vatikanischen Konzil an w�nschte. Die Kirche hat sehr viel von dieser
Beziehung zwischen Staat und Kirche gesprochen. Und wir sehen, dass es jetzt auch die M�glichkeit gibt,
gut zusammen zu arbeiten – ohne Spannungen und ohne Polemik.”
Aus kirchlicher Sicht zentral war die Rede an die Bisch�fe
Frankreichs. Der Papst habe hier konkrete pastorale Probleme angesprochen, so Lombardi. Die
150-Jahr-Feiern der Marienerscheinungen in Lourdes waren der Anlass der Frankreichreise gerade jetzt.
In seinen Predigten habe der Papst eine Katechese �ber die Erscheinungen geboten und die Zeichen von
Lourdes, das Licht und das L�cheln, erkl�rt. W�hrend man vor der Reise f�r Lourdes diese besondere
geistliche Atmosph�re schon erwartet haben mag, war sie in Paris dagegen �vielleicht etwas
besonderes”, so Lombardi.
�Was f�r den Papst aber sehr wichtig war, war auch eine Zeit des
Gebets, das Gebet mit den Bisch�fen und mit dem Volk. Wir hatten die Erfahrung dieser gro�en Messe in
Paris mit �ber 200.000 Menschen. Die Atmosph�re war wirklich so geistlich, so tief, das war wunderbar.
Man konnte sp�ren, dass die Leute wirklich im Gebet mit dem Papst verbunden waren. Der Papst ist ein
Papst der nicht nur redet oder lehrt, sondern auch ein Papst, der mit dem Volk Gottes beten
will.” Der �pers�nlichste, innigste Moment” dieser Reise f�r Papst Benedikt selbst? F�r
einen Mann, dem Frankreich am Herzen liegt und der schon als kleiner Junge regelm��ig zur Mutter Gottes
von Alt�tting pilgerte?
�Das ist schwer zu sagen, aber ich glaube, der Besuch an der Grotte
war sehr, sehr tief bewegend. Aber auch die Messe mit den Gebeten f�r die Kranken, mit der
Krankensalbung; das war wirklich tief bewegend. Und der Papst hat die Predigt so sch�n gesprochen, das
war auch f�r mich einer der besten Augenblicke in der ganzen Reise. Es war wirklich ein Moment, ein
Augenblick der Gnade.” (rv)
Presseecho: �Papst st�rkt Christen im Glauben“
Die franz�sische Presse bewertet die Papstreise insgesamt positiv. Zum Abschluss seiner Visite
r�umen alle auflagenstarken Zeitungen des Landes den Reden und Gesten Benedikts viele Seiten ein. Der
Papst hat seine Aufgabe erf�llt. So lautet die Schlussbilanz der meisten franz�sischen Zeitungen.
Benedikt habe die Katholiken Frankreichs im Glauben gest�rkt. Der Papst sei deshalb eine �wahre
Offenbarung” f�r die Franzosen geworden. Das schreibt die Tageszeitung �Le Figaro” in der
Montagsausgabe. Insbesondere die rege Teilnahme so vieler Jugendlicher an den Gottesdiensten in Paris
und Lourdes beweise, dass der 81-j�hrige Pontifex auch bei j�ngeren Generationen beliebt sei. Das
katholische Blatt �La Croix” betont, dass das katholische Oberhaupt �sanft und gutm�tig”
mit der Kirche des Landes umgegangen sei. Die Zeitung unterstrich, dass es fast keine polemische
Reaktionen der antikatholischen Franzosen zur Papstreise gab. Vielmehr h�tten die Papst-Kritiker die
�offene Haltung” Sarkozys kritisiert. So glaubt die linksgerichtete �Liberation”, dass
Sarkozys �positive Laizit�t” in naher Zukunft eine �heftige Auseinandersetzung” in
Frankreich ausl�sen wird. (rv)
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20.09.08
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P�pstlicher Legat in Waldsassen
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Papst Benedikt XVI. hat Kardinal Franc
Rod� zum P�pstlichen Legaten f�r das Jubil�um der Zisterzienserinnenabtei Waldsassen ernannt. Der
Pr�fekt der Ordenskongregation wird Benedikt am 23. November beim Abschluss der Feierlichkeiten zum
875. Jubil�um der Gr�ndung des Klosters vertreten. - 1133 wurde Waldsassen als erste der f�nf
bayrischen Zisterzen gegr�ndet. Nach der S�kularisierung wurde 1863 das Kloster durch
Zisterzienserinnen wiederbesiedelt. (rv)
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10/2008
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14.10.08
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Kardinal Gonz�lez Zum�rrage gestorben
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Der emeritierte Erzbischof von Quito in Ekuador, Antonio Jos�
Kardinal Gonz�lez Zum�rraga ist am 14.10.2008 im Alter von 83 Jahren in seiner Heimatstadt
gestorben. Am 21.01.2001 wurde er von Papst Johannes Paul II. zum Kardinal ernannt. 1985 �bernahm
er die Leitung der Erzdi�zese Quito und hatte sie bis zu seinem altersbedingten R�cktritt im Jahr
2003 inne. Mit seinem Tod z�hlt das Kardinalskollegium 192 Mitglieder.
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25.10.08
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Synode: Vorschl�ge an Papst �bergeben
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Mit der �bergabe von 55 Vorschl�gen an Papst Benedikt XVI. sind
die Arbeiten der Weltbischofssynode im Vatikan an diesem Samstag zu Ende gegangen. Das lateinische
Original dieser so genannten Propositiones wurde nicht ver�ffentlicht, es liegt lediglich eine
italienische Arbeits�bersetzung vor. Der Papst hat jetzt die Aufgabe, die Beratungen und Ideen der
Bisch�fe aufzugreifen und ein nachsynodales Schreiben zu verfassen. Seit dem 5. Oktober
debattierten rund 400 M�nner und Frauen aus allen Erdteilen �ber das �Wort Gottes im Leben und in
der Sendung der Kirche“. Ein Gottesdienst im Petersdom beschlie�t die XII. Ordentliche
Vollversammlung der Bischofssynode am Sonntag.
�Die Synode war eine echte Erfahrung der Gemeinschaft.“
Kardinal Marc Ouellet, Generalrelator der Synode, betonte das
kurz nach Ende der letzten Versammlung in der Aula ausdr�cklich.
�Wir sind gemeinsam vorangegangen, haben Fragen vertieft,
aufeinander geh�rt und wirklich verstanden, wie notwendig es ist, das Wort Gottes heute zu
verk�nden.“
F�r den Erzbischof von Quebec ist das die Hauptbotschaft des
dreiw�chigen Bischofstreffens, auch und nicht zuletzt weil die Vorschl�ge alle mit sehr gro�er
Mehrheit in der Aula angenommen wurden. Experten, H�rer und Bisch�fe haben sie gemeinsam
erarbeitet, Stimmrecht hatten nur die 253 Synodenv�ter.
F�r die Mission sei mit dieser Synode �eine neue Jahreszeit“ angebrochen, so Ouellet.
�Die Kirche lernt ihr Fundament neu kennen, und das ist das Wort
Gottes. Ihr Seinsgrund ist das Wort Gottes. Und ihr Auftrag ist es, das Wort Gottes in der Welt zu
verk�nden, auf ihre Fragen zu antworten und sie zu hinterfragen.“ Die Synode bringt eine
Wende, eine neue Erkenntnis, so Ouellet:
�Die Bibel muss wieder das Buch aller werden, nicht nur der
Spezialisten. Sie ist vor allem ein Buch des Gebets, der Meditation und der inneren Erneuerung. Und
die f�hrt zu Mission, zu Kommunikation.“ Der vom Papst bestellte Art �Controller“
des Bischofstreffens ist Dogmatiker und lehrte fr�her an der P�pstlichen Universit�t Gregoriana.
Mehr als bislang habe die Synode betont:
�Wort Gottes meint das lebendige Wort, das Buch kommt an zweiter Stelle und ist schriftliches Zeugnis.“
Besonderer Ort f�r diesen Dialog mit Gott sei die Liturgie.
Viele Vorschl�ge an den Papst behandeln daher die Liturgie, fordern eine �berarbeitung der
Leseordnung, ein Direktorium f�r die richtige Predigt und teilweise so konkrete Dinge wie einen
angemessenen Ort f�r die Aufbewahrung der B�cher oder gute Mikrofonanlagen.
Besondere Wertsch�tzung erf�hrt die Wortgottesfeier am Sonntag,
dort wo der Besuch einer Eucharistiefeier nicht m�glich ist. Deren Vorsteher sollen besonders
ausgebildet sein, und sie d�rfe nicht mit der Eucharistiefeier verwechselt werden k�nnen.
Eine Propositio gilt den Frauen, unterstreicht ihre Rolle in der
Familie und als Katecheten. In den Wortmeldungen der Synode war das mehrmals unterstrichen worden.
An den Papst geben die Synodenv�ter nun den Vorschlag weiter, das Amt des Lektorats f�r Frauen zu
�ffnen. Faktisch keine Neuigkeit, f�r das Kirchenrecht schon.
Die Vorschl�ge spiegeln die gro�en Linien der Wortmeldungen und
Debatten der Synode wieder. Mit ihrer Weitergabe an den Papst erf�llen die Synodalen ihre Aufgabe
als Berater des Papstes. Wie schon in der abschlie�enden Botschaft an das Volk Gottes
unterstreichen sie die untrennbare Verbindung von wissenschaftlicher Bibelforschung und geistlicher
Lekt�re. Allein sieben Propositiones behandeln die Exegese – im Miteinander mit dem Blick auf
den gesamten theologischen Sinn der Schrift, in der Ausbildung der Priesterkandidaten oder wenn es
um die Zusammenarbeit von Exegeten, Theologen und Priestern geht.
Auch die anderen gro�en Themen der Synode tauchen in den
Propositiones wieder auf: die �kumene, der Dialog mit dem Judentum, mit dem Islam, der gemeinsame
Einsatz f�r die W�rde des Menschen, die Verbreitung der Bibel in allen Sprachen dieser Erde, neue
pastorale Methoden und der Einsatz der Medien.
Ein weiterer Punkt der Klimaschutz, da Gottes Wort in der
Sch�pfung gegenw�rtig sei. Die Propositiones schlie�en mit dem Verweis auf Maria, sie sei in ihrer
Art, das Wort aufzunehmen und zu h�ren, Beispiel f�r den Gl�ubigen und die Kirche, das Angelus- und
Rosenkranzgebet sollen weiter verbreitet werden.
Die Synodalen h�tten die Erfahrung der J�nger von Emmaus
gemacht, h�tten �brennende Herzen“. Wer Ouellets R�hrung sieht, glaubt ihm und seiner
�berzeugung, dass der Ertrag dieser Synode sich in der Zukunft zeigt. Das Wort Gottes m�sse jetzt
durch alle m�glichen Formen des Dialogs verk�ndet werden, �mit diesem Herz, das vom Wort ber�hrt
wurde, und jetzt nichts anderes will, als es weiter zu erz�hlen“. (rv)
Synode: Ostkirchen fordern Frieden
Mit einem eindringlichen Friedensappell haben sich die bei der
Weltbischofssynode anwesenden Patriarchen und Oberh�upter der katholischen Ostkirchen an den Papst
und die Welt�ffentlichkeit gewandt. Gerechtigkeit und Religionsfreiheit seien Voraussetzung und
Garantie f�r Frieden, betonten sie in der am Freitag �bergebenen Botschaft. Besonders forderten sie
f�r das Heilige Land sowie f�r den Libanon, f�r Irak und Indien rechtliche und soziale Bedingungen,
die ein Leben in W�rde und ohne Diskriminierung erlaubten. Die Kirchenf�hrer �u�erten die Hoffnung,
dass die Christen an den Ursprungsst�tten der christlichen Erl�sung leben und bleiben k�nnen.
Zugleich baten sie um Hilfe f�r diejenigen, die aus religi�sen Gr�nden zum Verlassen ihrer Heimat
gezwungen wurden. �Wir betrachten es als unsere Pflicht, uns zu Sprechern all derjenigen zu machen,
die zu Recht auf Garantien f�r ein menschenw�rdiges Leben und ein akzeptables soziales
Zusammenleben warten“, hei�t es in dem Schreiben der elf bei der Synode anwesenden
Patriarchen und Delegaten. (rv)
Synode: Kardinal Kasper in Bischofsrat
Der deutsche Kurienkardinal Walter Kasper geh�rt zu den 15
Mitgliedern des neuen �Ordentlichen Rats der Generalsynode der Bisch�fe“. Dieses Gremium muss
die Nacharbeiten f�r die am Sonntag zu Ende gehende Bischofssynode erledigen und die n�chste Synode
in drei Jahren vorbereiten. Zu den Aufgaben geh�rt vor allem die Unterst�tzung des Papstes bei der
Abfassung des nachsynodalen Schreibens, mit dem die Ergebnisse des dreiw�chigen Bischofstreffens
zusammengefasst werden. Zw�lf Mitglieder wurden im Lauf der Synode gew�hlt, drei vom Papst
bestimmt. Die Zusammensetzung wurde erst an diesem ver�ffentlicht. Pro Erdteil werden drei Bisch�fe
gew�hlt. Aus Afrika ist unter anderem Kardinal Peter Kodwo Appiah Turkson (Ghana) dabei. Aus Europa
wurden zudem der irische Erzbischof Diarmuid Martin (Dublin) und der vatikanische Kulturminister
Gianfranco Ravasi bestimmt, der bereits den Entwurf f�r die von der Synode verabschiedete
�Botschaft an das Volk Gottes“ verantwortet hatte. (rv)
Synode: Rolle der Frau gew�rdigt, aber verk�rzt
Die Synode hat in den vergangenen
drei Wochen mehrfach die Rolle der Frau als �erste Verk�nderinnen“ als M�tter oder
Katechetinnen betont. Gleichzeitig waren unter den Experten und H�rern so viele Frauen - auch aus
anderen Positionen - wie noch bei keiner Synode zuvor. Hat sich das positiv ausgewirkt? Schwester
Nuria Calduch Benages h�lt das Ergebnis f�r verk�rzt. Die Spanierin ist Mitglied der Kongregation
der T�chter der Heiligen Familie von Nazareth und Professorin f�r Altes Testament an der
P�pstlichen Universit�t Gregoriana. Birgit Pottler hat sie nach ihren Eindr�cken befragt. (rv)
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11/2008
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06.11.08
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Kardinalstaatssekret�r Tarcisio Bertone w�nscht sich ein Ende
der Polemiken rund um Papst Pius XII.
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Vorw�rfe, der Weltkriegspapst sei gleichg�ltig gegen�ber dem Schicksal der
Polen und besonders der Juden gewesen, seien beleidigend und historisch unhaltbar, sagte Bertone
bei einem Kongress zum 50. Todestag des Pacelli-Papstes in Rom. Zum Seligsprechungsverfahren
stellte der Kardinalstaatssekret�r klar, dieses sei �eine rein religi�se Sache“, und nur
der Heilige Stuhles sei daf�r zust�ndig. Vor wenigen Tagen hatten Vertreter des Judentums den
Papst gebeten, die Causa vorl�ufig auf Eis zu legen. (rv)
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19.11.08
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Vatikan: Kardinal Cordes lobt US-Caritas
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Kardinal Paul
Joseph Cordes ist beeindruckt von der Arbeit der Caritas in den USA. Das sagte der Pr�sident
des P�pstlichen Rates �Cor Unum“ nach seiner R�ckkehr von einer USA-Reise. Trotz
Finanzkrise k�mmere sich die dortige Caritas sehr um die Randgruppen in der US-Gesellschaft.
Der deutsche Kurienkardinal war Anfang des Monats in New York, Denver und Newark. Dort traf er
sich mit Bisch�fen und Caritas-Vertretern und sprach �ber das christliche Profil von
katholischer N�chstenhilfe und Entwicklungsarbeit.
�ber die
weltweiten Aktivit�ten des von ihm geleiteten P�pstlichen Hilfswerks meinte Kardinal Cordes im
Gespr�ch mit Radio Vatikan: �Wir hatten in den vergangenen Monaten sehr viele Bitten von
Bisch�fen und auch von den Nuntien - auch Staaten haben den Vatikan um Hilfe gebeten. Wir haben
immer im Namen des Papstes geantwortet. So haben wir den Opfern des Erdbebens in Pakistan
unsere Hilfe versichert. Etwas Neues war f�r uns die Hilfe f�r die Opfer des Erdbebens in
Festlandchina: Es ist ja bekannt, dass die Beziehungen zwischen Volksrepublik und Kirche nicht
immer ganz einfach sind. Doch die Hilfe, die der Vatikan dort nach dem Erdbeben geben konnte,
hat gro�en Anklang gefunden... und hat sicher auch die Beziehungen zwischen Vatikan und China
verbessert.“ Die Unterst�tzung des Papstes sei vor allem ein wichtiges Zeichen, so der
deutsche Kardinal.
�Diese Zeichen sind nie so gro� wie bei anderen, staatlichen
Entwicklungshilfen. Doch es ist wichtig, dass der Papst seine Hilfe auch in solchen schwierigen
Situationen zeigt. Denn in der Gestalt des Papstes zeigt sich die Pr�senz der katholischen
Kirche, und die Menschen k�nnen dabei neue Hoffnung sch�pfen.“ W�hrend seines
USA-Besuchs nahm Kardinal Paul Joseph Cordes die Ehrendoktorw�rde der �Seton Hall
University“, der �ltesten katholischen Di�zesan-Universit�t der USA, entgegen. (rv)
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12/2008
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01.12.08
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Neuer Garde-Kommandant tritt offiziell an
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Der kleinste
und �lteste Heer der Welt hat einen neuen Kommandanten: Der 36-j�hrige Schweizer Jurist
Daniel Anrig tritt an diesem Montag seinen Dienst als 34. Kommandant der P�pstlichen
Schweizergarde an. Er wird Nachfolger von Elmar M�der (45), der das gut 500 Jahre alte Korps
w�hrend der vergangenen f�nf Jahre gef�hrt hatte. Der in Walenstadt im Schweizer Kanton St.
Gallen geborene Anrig hatte zwischen 1992 und 1994 als Hellebardier der vatikanischen
Schutztruppe gedient. Anrig ist mit einer Theologin verheiratet und Vater von vier Kindern.
An diesem Sonntag fand nun die Fahneneinweihe des neuen Kommandanten der Schweizergarde
statt. Damit wird Anrig offiziell zum Heerf�hrer. Vor dem offiziellen Amtsantritt feierte der
vatikanische Innenminister, Erzbischof Fernando Filoni, mit der Schweizergarde und ihrem
neuen Kommandanten einen Gottesdienst in der Kirche des Campo Santo Teutonico. Unser
Schweizer Redakteur Mario Galgano hat mit dem neuen Kommandanten gesprochen. Die
Schweizergarde gilt zwar als �kleinste Armee der Welt“, doch das Interesse an ihr ist
gro�; und die Aufgaben, die sie hat, zeigen, dass es keine einfache Sache ist, in der Garde
zu dienen. Herr Anrig, wie f�hlen Sie sich? Sind Sie nerv�s?
�Mein jetziges Gef�hl w�rde ich nicht als Nervosit�t bezeichnen. Ich konzentriere mich sehr auf meinen neuen Auftrag. Diese Konzentration mischt sich mit einer gro�en Motivation und Freude.“ Der Vatikan ist
bekanntlich klein und �bersichtlich. Damit aber alles reibungslos funktioniert, braucht es
eine gute Zusammenarbeit. So gibt es neben der Schweizergarde noch weitere Institutionen, die
f�r die Sicherheit hinter den vatikanischen Mauern zust�ndig sind. Wie sehen Sie die
Zusammenarbeit beispielsweise mit der vatikanischen Gendarmerie? �F�r uns Schweizer ist
Zusammenarbeit eine Selbstverst�ndlichkeit. Wir haben ja in der Eidgenossenschaft ein
f�derales Polizeisystem, aber auch die Armee ist mit ihrem Milizsystem vor allem auf
Zusammenarbeit ausgerichtet. Deshalb habe ich keine Bedenken, was die Zusammenarbeit mit
anderen Institutionen betrifft. Im Gegenteil, das ist eine St�rke der Schweizer.“ Was m�chten Sie
Ihrer Truppe weitergeben? Gibt es eine Botschaft, die Sie den Gardisten anvertrauen m�chten? �Das Leben in der
Schweizergarde zeigt, dass wir den Dienst in den Mittelpunkt stellen. Wir helfen unseren
Mitmenschen und sind f�reinander da. Am Wochenende kann man sich als Gardist nicht einfach
ausklinken. Denn wir sind eine Lebensgemeinschaft. Jeder Gardist erlebt hier, wenn er offen
daf�r ist, das Gef�hl, nicht nur ein Individuum zu sein. Er ist ein Teil eines Kollektivs.
Ein weiterer Aspekt ist, dass man hier nicht einfach einem Konsumismus nacheifert. Jeder muss
sich hier pers�nlich etwas weitergeben.“ Ihr besonderes Anliegen? �F�r mich als
Kommandant ist es vor allem wichtig, dass junge Schweizer sehen, wie eine solche Institution
wie die Garde existieren kann. Wer dazu geh�ren m�chte, muss zwar etwas daf�r tun, doch man
kann von dieser Erfahrung sehr viel profitieren. Denn wer im Zentrum der katholischen Kirche
dient, erh�lt sehr viel f�r seine berufliche und private Lebensentwicklung. Das ist meine
Hauptbotschaft als junger Kommandant, die ich unbedingt weitergeben m�chte. Der Dienst hier
im Vatikan bereichert einen mehr als alles andere.“ (rv)
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09.12.08
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Vatikan: Neuer Kongregationspr�fekt
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Der spanische Kardinal Antonio Canizares Llovera ist von
Papst Benedikt XVI. zum neuen Pr�fekten der Vatikan-Kongregation f�r den Gottesdienst und
die Sakramentenordnung ernannt worden. Der spanische Kardinal l�st an der Kurie den
Nigerianer Francis Arinze ab, der die Kongregation seit 2002 geleitet hatte. Canizares
Llovera, der am 15. Oktober 1945 in Utiel bei Valencia geboren wurde, leitete seit 2002 die
Erzdi�zese Toledo. Er verf�gt �ber keine spezifische liturgietheologische Ausbildung, ist
aber seit Jahren Mitglied der Glaubenskongregation. Unmittelbar nach seiner
Kardinalsernennung 2006 berief ihn Benedikt XVI. in die Kommission �Ecclesia Dei“,
die f�r Belange der Liturgie nach dem �au�erordentlichen Usus“ von 1962 zust�ndig
ist. (rv)
Kardinal Canizares: ein Portrait
Wer ist der neue Spanier an der Kurie? Skizzen zu einem Portr�t von Stefan von Kempis.
�Der gehorsame Kardinal“ – so �berschreibt
die eher linke Zeitung �El Pais“ einen Artikel �ber Canizares. Gehorsam sei ein
wesentlicher Zug an dem schm�chtigen, kleingewachsenen Intellektuellen; schlie�lich laute
sein Wahlspruch ja �Dein Wille geschehe“, und dem Papst sei Canizares immer schon
besonders treu ergeben gewesen. Schon, als dieser noch gar nicht Papst war: Kardinal Joseph
Ratzinger berief den Theologen, der aus der Region von Valencia kommt, 1995 an die
Glaubenskongregation, wo Canizares an der spanischen Fassung des Weltkatechismus
mitarbeitete. Der neue Papst Benedikt machte den Spanier 2006 schon in seinem ersten
Konsistorium zum Kardinal. Und kleiner Ratzinger, �Ratzingerin“, wurde Canizares
fr�her oft von Studenten genannt. �El Pais“ hat daher schon lange den Wechsel von
Canizares nach Rom vorhergesagt – an die Glaubenskongregation oder, wie jetzt
verwirklicht, an die Liturgiekongregation. Das sei zwar nur ein nachgeordnetes Ministerium,
aber in der �ra des liturgie-interessierten Papstes Benedikt doch besonders wichtig.
Der neue spanische Kardinal
an der r�mischen Kurie war schon mit 47 Jahren Bischof von Avila, vier Jahre sp�ter von
Granada. 2003 wurde er Erzbischof von Toledo – und damit Primas von Spanien. Von den
zehn Purpurtr�gern seines Landes ist er der j�ngste. Ver�ffentlicht hat Canizares nur eine
Handvoll B�cher, doch hat ihn die renommierte Akademie f�r Geschichtswissenschaften in ihre
Reihen aufgenommen. Einen Namen hat Canizares sich in den letzten Jahren mit seinen klaren
Stellungnahmen zu Projekten der Madrider Linksregierung gemacht. Die Sch�rfe seiner Kritik
hielt ihn aber nicht davon ab, mit eben dieser Regierung ein solides neues System der
Kirchenfinanzierung auszuhandeln. Bekannt ist auch sein gutes Verh�ltnis zu
Vize-Ministerpr�sidentin Maria Teresa Fernandez de la Vega. Canizares gilt als bed�chtiger
Zuh�rer – und zugleich als Mann des klaren Wortes, mit einem Faible f�r den
Stierkampf. Mit Blick auf sein neues Amt ist von Interesse, dass er zur Kommission
�Ecclesia Dei“ geh�rt, die sich um einen Ausgleich mit Traditionalisten bem�ht, und
dass er im Sommer eine Messe im au�erordentlichen Ritus zelebriert hat. Er interessiert
sich f�r Kirchenmusik – und f�r den mozarabischen Ritus, der sich in seinem Erzbistum
�ber die Jahrhunderte erhalten hat. (rv)
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10.12.08
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Sozialenzyklika von Papst Benedikt wird Anfang 2009 erscheinen
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Das hat
Vatikan-Kardinal Renato Raffaele Martino am Donnerstag bekr�ftigt. Das Dokument, das auf
soziale Aspekte der Globalisierung eingehen soll, sei derzeit in der Schlussredaktion.
(rv)
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15.12.08
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Kardinal Avery Dulles ist tot
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Der Jesuit, der als
einer der gro�en Theologen des 20. Jahrhunderts galt, starb im Alter von neunzig Jahren
in New York. Das hat die dortige Jesuitenprovinz jetzt bekannt gegeben. Dulles war ein
Sohn des fr�heren US-Au�enministers John Foster Dulles – und der Neffe eines
CIA-Direktors. Als Protestant geboren, entwickelte er sich zun�chst zum Agnostiker,
bekehrte sich aber w�hrend seiner Studien in Harvard 1940 zum katholischen Glauben.
Eine amerikanische Karriere, wenn man so will: Zwar nicht vom Tellerw�scher zum
Million�r, aber doch aus dem Umfeld des �State Department”, das hei�t, des
US-Au�enministeriums, in den Kreis der Kardin�le - den eine US-Nachrichtenagentur
einmal den �exklusivsten M�nnerclub der Welt” nannte. 1956 trat er in den
Jesuitenorden ein. Eine reiche akademische Karriere begann: Dulles schrieb 23 B�cher
und unz�hlige Aufs�tze, leitete nacheinander das �Woodstock College” und die
Katholische Universit�t von Amerika. Seine Ver�ffentlichungen sind von einem starken
�kumenischen Interesse gepr�gt - nicht erstaunlich, wenn man bedenkt, dass einer seiner
Onkel ein ber�hmter protestantischer Theologe war. Als Papst Johannes Paul II. ihn 2001
zum Kardinal machte, bekam damit erstmals ein amerikanischer Nicht-Bischof den Purpur.
Mit dem Tod von Avery Dulles gibt es jetzt sechzehn US-Kardin�le; von ihnen sind 13
papstwahlberechtigt. Das Kardinalskollegium besteht jetzt insgesamt aus 190 (Anmerkung
von VH = 191) Personen; 116 von ihnen h�tten das Recht, an einem Konklave teilzunehmen.
In einem Beileidstelegramm nennt Papst Benedikt den Verstorbenen einen ��berzeugenden
Zeugen” des Zusammengeh�rens von Wissenschaft und Glauben. Dulles sei von
�unersch�tterlicher Liebe zu Gott” beseelt gewesen und habe sich durch ein
�klares Urteil” ausgezeichnet. (rv)
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25.12.08
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Urbi et Orbi: Papst verurteilt Hass und Terrorismus
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Papst
Benedikt XVI. hat in seiner traditionellen Weihnachtsbotschaft zu Frieden,
Gerechtigkeit und Solidarit�t in der Welt aufgerufen. Vor mehreren Zehntausend
Gl�ubigen auf dem Petersplatz verurteilte er am Donnerstag Hass, Ausbeutung,
Terrorismus und jede Verletzung der Menschenw�rde. Besorgt �u�erte er sich �ber die
Krisenherde in Afrika sowie �ber die Lage im Nahen Osten, die sich erneut zu
verfinstern scheine. Gerechte und dauerhafte L�sungen lie�en sich nicht durch eine
�niedertr�chtige Logik der Konfrontation und der Gewalt“ erreichen.
�Das
Licht von Weihnachten befruchte die Bem�hungen all jener, die dem Weg des Dialogs und
der Verhandlungen den Vorzug geben, um die Spannungen innerhalb der einzelnen L�nder
zu �berwinden und gerechte und dauerhafte L�sungen f�r die Konflikte zu finden, die
die jeweilige Region bedr�cken.“ Ausdr�cklich nannte
der Pontifex Simbabwe, die Demokratische Republik Kongo mit der geplagten Region
Kivu, Darfur im Sudan sowie Somalia. Wenn jeder nur an seine eigenen Interessen
denke, k�nne die Welt nur zugrunde gehen, so der Papst.
�Wo
die W�rde und die Rechte des Menschen mit F��en getreten werden; wo der pers�nliche
Egoismus oder die Interessen von Gruppen sich �ber das Gemeinwohl hinwegsetzen; wo
man Gefahr l�uft, sich an den bruderm�rderischen Hass und an die Ausbeutung des
Menschen durch andere Menschen zu gew�hnen; wo interne Konflikte gesellschaftliche
und ethnische Gruppen entzweien und das Zusammenleben verletzen; wo weiterhin der
Terrorismus zuschl�gt; wo man besorgt in eine Zukunft blickt, die immer unsicherer
wird, auch in den wohlhabenden L�ndern: �berall dort leuchte das Licht der Weihnacht
und ermutige alle, sich in einer wahrhaft solidarischen Gesinnung
einzubringen.“ Eindringlich unterstrich der Papst die Universalit�t der christlichen Heilsbotschaft.
�Br�der
und Schwestern, die ihr mir heute zuh�rt, die Verk�ndigung der Hoffnung, die den Kern
der Weihnachtsbotschaft darstellt, ist f�r alle Menschen bestimmt. Jesus ist f�r alle
Menschen geboren, und wie Maria ihn in Bethlehem den Hirten dargeboten hat, so zeigt
ihn die Kirche heute der ganzen Menschheit, damit jeder Mensch in jeder Situation die
Kraft der heilbringenden Gnade Gottes erfahren kann, die allein B�ses in Gutes zu
verwandeln vermag, die allein das Herz des Menschen ver�ndern und zu einer
�Oase“ des Friedens machen kann.“ Er bat in seiner Weihnachtsbotschaft um Frieden f�r jene V�lker, die weiterhin �in der Finsternis und im Schatten des Todes“ wohnten.
Nach
seiner Festtagsbotschaft w�nschte das Kirchenoberhaupt frohe Weihnachten in 64
Sprachen; in diesem Jahr erstmals auf isl�ndisch. Auf Deutsch sagte er:
�Die Geburt Jesu
Christi, des Erl�sers der Menschen, erf�lle Euer Leben mit tiefer Freude und reicher
Gnade; sein Friede m�ge in Euren Herzen wohnen. Gesegnete und frohe
Weihnachten!“ Anschlie�end
spendete der Papst den traditionellen Segen �Urbi et Orbi“, der Stadt und dem
Erdkreis. Die Weihnachtsfeierlichkeiten mit dem Papst aus dem Vatikan wurden in
diesem Jahr von mehr als 90 Fernsehanstalten in �ber 60 L�nder �bertragen. (rv)
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