Nicaragua: Kardinal Obando Bravo verstorben

Am Sonntag ist Kardinal Miguel Obando Bravo S.D.B. im Alter von 92 Jahren gestorben. Das teilte die Bischofskonferenz von Nicaragua am Sonntag über Twitter mit.

Vaticanhistory – Martin Marker

Kardinal Obando Bravo war durchaus ein politischer Kardinal für sein Land. Er wurde 1985 durch Papst Johannes Paul II. in den Kardinalsstand erhoben und erhielt als Kardinalpriester die Titelkirche „S. Giovanni Evangelista a Spinaceto“. Mit seinem Tod zählt das Kardinalskollegium noch 212 Kardinäle und von diesen sind 115 derzeit wahlberechtigt in einem künftigen Konklave. (vh – mm)

Tausende pilgern für Frieden und die Weihe Nicaraguas an das Herz Mariens

MANAGUA – Nach der Gewalt mit mehreren Dutzend Toten und Vermissten in den vergangenen Tagen haben am Wochenende in Nicaragua tausende Pilger für den Frieden demonstriert und sich an der Weihe ihres Landes an das Herz Mariens beteiligt.

Mit Rosenkränzen und Landesfahnen in der Hand marschierten am vergangenen Samstag die Gläubigen zur Kathedrale von Managua, wo der örtliche Erzbischof, Kardinal Leopoldo Brenes Solórzano , einen Gottesdienst feierte, und Weihbischof Silvio Báez die Weihe vornahm.

“Dir, reinste Jungfrau, Deinen mütterlichen Händen und Deinem unbefleckten Herzen weihen wir heute Nachmittag unser Land. Dir, heiligste Mutter, weihen wir unsere Familien, unsere Gemeinden und unsere Institutionen.”

In der Weihe wiederholte der Weihbischof den Wunsch nach Brüderlichkeit und gegenseitigem Verständnis in einem Land, in dem auf Grundlage der Gerechtigkeit eine friedliche Zukunft errichtet werden könne.

Wie die Erzdiöse Managua in den Sozialen Medien berichtete, wurde vor der liturgischen Feier ein Rosenkranz für die Toten der vergangenen Tage gebetet, “und auch für die Mütter der Verstorbenen. Möge Gott ihnen Kraft geben, wie auch den Verletzten der Zusammenstöße”.

Vom 18. bis 22. April war es in Nicaragua zu Massenprotesten gegen später zurückgenommene Änderungen des Sozialsystems gekommen, die schnell eskalierten. Sicherheitskräfte gingen gegen gewalttätige Demonstranten und vermummte Plünderer vor. Nach Angaben einer Menschenrechtsorganisation wurden mindestens 26 Menschen getötet, dutzende weitere werden vermisst. (CNA Deutsch)