Italien: Kardinal Cordero Lanza di Montezemolo verstorben

 

Der in Turin geborene Kardinal Cordero Lanza di Montezemolo ist gestern verstorben. Er war von 2005 bis 2009 Erzpriester der Basilika S. Paul vor den Mauern. 2006 hatte ihn Papst Benedikt XVI. in den Kardinalsstand erhoben und ihm die Diakonie „S. Maria in Portico Capitelli“ zugewiesen. 2016 machte ihn Papst Franziskus zum Kardinalpriester (pro hac vice). Mit seinem Tod umfasst das Kardinalskollegium noch 217 Kardinäle und von diesen haben 120 ein aktives Wahlrecht bei einer künftigen Papstwahl. (vh)

Thema Abtreibung: Bistum Limburg droht Online-Magazin katholisches. info

Mit der Überschrift Bischof Bätzing macht Werbung für Abtreibung hat das Magazin für Kirche und Kultur katholisches.info aufgedeckt, dass das Bistum Limburg offenbar auf seiner Internetseite Werbung für Schwangerschaftsberatung machte und dazu aufforderte sich einen Beratungsschein zum Schwangerschaftsabbruch zu besorgen. Mit dem Artikel stellte katholisches.info den Link zum Dokument als Beweis bereit. In der Bundesrepublik Deutschland ist Werbung für einen Schwangerschaftsabbruch gemäß dem Strafgesetzbuch § 219 a verboten und steht unter Strafe.

Katholisches.Info (Screenshot am 19. November)

Einen Tag nach der Veröffentlichung des Artikels meldete sich der Pressesprecher und Leiter der Abteilung Informations- und Öffentlichkeitsarbeit im Bistum Limburg, Herr Stephan Schnelle, per E-Mail beim Magazin, stellte Forderungen und drohte mit rechtlichen Schritte (Originaltext aus der Quelle katholisches.info):

„Sehr geehrte Damen und Herren, Ihre Berichterstattung entspricht in keiner Weise den journalistischen Etos. Der Bericht „Bischof Bätzing macht Werbung für Abtreibung“ ist dazu noch verleumderisch. Die Formulierung „Damit schreibt Dr. Georg Bätzing Kirchengeschichte. Von keinem anderen katholischen Bischof ist überliefert, dass er direkt für den Kindermord in Mutterleib öffentlich geworben hätte“. Der Schutz ungeborenen Lebens hat für Bischof Georg höchste Priorität. In keinem Fall wirbt er für Abtreibung. Bitte stellen Sie dies richtig. Weitere rechtliche Schritte werden derzeit geprüft. Mit besten Grüßen Stephan Schnelle, Pressesprecher und Leiter der Abteilung Informations- und Öffentlichkeitsarbeit im Bistum Limburg.“

Um der Forderung des Bistums mehr Nachdruck zu verleihen folgte am selben Tag eine zweite E-Mail: 

“Sehr geehrte Damen und Herren, ich weise Sie zudem darauf hin, Ihre Berichterstattung zum Thema bis 18 Uhr, zu verändern. Ansonsten behalten wir uns vor Strafanzeige gegen Sie zu stellen. Mit besten Grüßen Stephan Schnelle.”

Katholisches.info hat sich jedoch nicht einschüchtern lassen und veröffentlichte kurzer Hand die Forderungen und Drohungen auf seiner Internetseite. Noch am selben Tag entfernte das Bistum Limburg das angeprangerte Dokument von seiner Website. Mit dieser Aktion bestätigt das Bistum Limburg indirekt, verbotene Werbung geschalten zu haben. Scheinbar meinte man im Bistum, den Vorwürfen von katholisches.info geschickt entgegenzuwirken. Allerdings reagierte katholisches.info prompt und bewies die Existenz des Dokuments mit GoogleCache erneut als verfügbar nach. Nach Aussage des Magazins bestätigte die Staatsanwaltschaft Limburg, dass inzwischen die Staatsanwaltschaft Frankfurt am Main zur Prüfung der Vorwürfe gegen das Bistum eingeschaltet worden ist.

Ob man das durchaus kritisch berichtende Magazin katholisches.info nun mag oder nicht – eins steht fest – in Deutschland gibt es kein anderes Online-Nachrichtenmagazin das auch unpopuläre Themen recherchiert und mit Fakten unter Quellenangaben publiziert.

Das Vorgehen des Leiters der Pressestelle des Bistums Limburg, Herrn Stephan Schnelle, kann man als unüberlegt und unangebracht bezeichnen. Pressestellen der Bistümer wie auch der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) haben für gewöhnlich eigene Rechtsabteilungen. An Geldmitteln scheint es hier nicht zu mangeln. Vielleicht ist genau das der Grund, weshalb derartige Praktiken immer häufiger zu beobachten sind.

Auf Vaticanhistory wurde in der Vergangenheit ähnlicher Druck ausgeübt. Die Quelle war ebenfalls eine der besagten Pressestellen. Mit der Androhung einer Strafanzeige ist man hier gegenüber Online-Publikationen und auch Privatpersonen recht schnell. Da muss die Frage erlaubt sein:

Wie geht man in den Bistumsstellen mit Begriffen wie Wahrheit, Glaubwürdigkeit, Gerechtigkeit, Journalistischer Etos und Kirchensteuern um?

Ärger im Bistum Limburg ist leider nichts neues. Erinnert sei hier nur an Bischof Franz Kamphaus, Bischof Franz-Peter Tebartz-van Elst und die Sukzession reißt nicht ab. Katholisches.info hat hier einen Missstand angeprangert und wenn tatsächlich die Staatsanwaltschaft bereits eingeschalten ist, ziehen für Bischof Bätzing und sein Bistum Limburg wohl wieder einmal schwarze Wolken am Horizont auf. (vh)

Links zu den Artikeln bei katholisches.info:

https://www.katholisches.info/2017/11/bischof-baetzing-macht-werbung-fuer-abtreibung/

https://www.katholisches.info/2017/11/pressesprecher-von-bischof-baetzing-vertraegt-wahrheit-nicht-und-droht/?pk_campaign=feed&pk_kwd=pressesprecher-von-bischof-baetzing-vertraegt-wahrheit-nicht-und-droht

https://www.katholisches.info/2017/11/bischof-baetzing-entfernt-werbung-fuer-abtreibung/