Ergebnis des 7. Votings: Missbrauchsfälle im Jesuitenorden

Abstimmung: Sehen Sie bei den Missbrauchsfällen im Jesuitenorden einen Zusammenhang zwischen pädophilen Ordensmännern und dem Zölibat?

Umfragedauer: 11.02.-06.03.2010
Gesamtstimmen bisher: 64

Neues 8. Voting:

Nun auch Missbrauchsfälle bei den Regensburger Domspatzen. Das Bistum Regensburg bemüht sich um Aufklärung dieser Fälle, die 50 Jahre zurückliegen und beide Täter 1984 verstorben sind. Wie bewerten Sie das Vorgehen des Bistum Regensburg?

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Lombardi: „Der Papst auf dem Weg“

 

Für viele kam es überraschend, dass der Papst in dieser Woche auch die Spanienreise bestätigt hat. Das stellt Vatikansprecher P. Federico Lombardi in seinem wöchentlichen Editorial für Radio Vatikan fest. Man sei davon ausgegangen, dass für 2010 die mittlerweile üblichen vier Auslandreisen bereits feststanden. Von der Reise nach Barcelona und Santiago de Compostela werde man sehr viel lernen, so Lombardi.
„Barcelona und die Sagrada Familia: Die Kathedrale ist eine originelle Synthese von Kunst und Glaube, die vom Genie Gaudí stammt. Dieser Ort wird dem Papst die wertvolle Möglichkeit bieten, seinen Dialog mit der Kunst weiterzuführen. Das ist ein Thema, das er kürzlich beim Treffen mit den Künstlern in der Sixtinischen Kapelle wieder neu lanciert hat."
Auf den Spuren des Jakobswegs hingegen wird Benedikt ein weiteres Anliegen ansprechen, so Lombardi.
„Santiago de Compostela ist ein Pilgerort, der Menschen aus allen Ecken der Welt aufnimmt. Gleichzeitig ist dieser Ort ist auch ein Sinnbild für die christlichen Wurzeln Europas. Dort wird deutlich, dass es sich bei diesem Begriff nicht nur um eine abstrakte Idee handelt. Es geht um eine konkrete Erfahrung von so verschiedenen Menschen, die aber eine gemeinsame Spiritualität teilen. Der Papst wird gemeinsam mit den Pilgern auf dieser spirituellen Pilgerreise unterwegs sein und zu ihnen und mit ihnen über Gott sprechen." (rv)

Polen: Katholische Wochenzeitschrift verurteilt

Wegen Beleidigung einer Abtreibungsbefürworterin in einer Kirchenzeitschrift muss das polnische Erzbistum Kattowitz 7.500 Euro Entschädigung zahlen. Ein Berufungsgericht der südpolnischen Stadt wies am Freitag eine Beschwerde des Bistums gegen ein gleichlautendes Urteil eines Bezirksgerichts ab. Das Bistum wurde als Herausgeber der auflagenstarken, überregionalen Kirchenzeitschrift „Gosc Niedzielny“ erneut verpflichtet, sich in dem Magazin für den Vergleich mit nationalsozialistischen Verbrechern zu entschuldigen.
Scharfe Kritik
Die Kirchenzeitschrift hatte ein Urteil des Europäischen Menschenrechtsgerichtshofs mehrfach scharf kritisiert, dass einer Polin wegen der Verweigerung einer Abtreibung trotz Gefahr für ihre Gesundheit 25.000 Euro Entschädigung zusprach. Das Blatt habe die Frau mit deutschen Kriegsverbrechern verglichen, die im Vernichtungslager Auschwitz-Birkenau und in den Juden-Ghettos mordeten, befanden die Kattowitzer Richter. In dem angeordneten Entschuldigungstext heißt es, die Erzdiözese und der Chefredakteur bedauerten die „Sprache des Hasses“. Die katholische Kirche kritisierte das Urteil scharf.
Frauenorganisationen begrüßten die Gerichtsentscheidung. Die erfolgreiche Klägerin Alicja Tysiac sagte, die angeordnete Entschuldigung werde hoffentlich einen Bewusstseinswandel bewirken. Sie zwinge all jene zum Nachdenken, die Frauen beleidigten. Infolge der Geburt ihres dritten Kindes leidet sie unter extremer Kurzsichtigkeit und wurde als schwerbehindert anerkannt.
Mit rund 150.000 verkauften Exemplaren ist „Gosc Niedzielny“ das größte meinungsbildende Wochenmagazin in Polen, noch vor den Nachrichtenmagazinen „Polityka“, „Wprost“ und „Newsweek Polska“. (rv)

Zollitsch: „In Sachen Missbrauch mit dem Papst einig“

Wenn der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Robert Zollitsch, nächste Woche zur Audienz beim Papst aufbricht, reist er mit schwerem Gepäck: Zollitsch wird dabei den Papst vor allem über die Ergebnisse der intensiven Versammlung der Deutschen Bischöfe in Freiburg informieren. Bei der Audienz wird aber vor allem das Thema sexueller Missbrauch eine Rolle spielen.
„Ich werde vor allem dem Heiligen Vater die Grüße der Vollversammlung überbringen und auch ihm unsere Solidarität versichern. Und ich werde ihm dann auch persönlich sagen, wie wir uns der Frage der Missbrauchsfälle angenommen haben, was wir beschlossen haben, wie wir nach vorne schauen, um das aufzuarbeiten. Und ich werde ihn auch informieren über das, was uns sehr beschäftigt hat: nämlich wie gehen wir um mit der alternden Gesellschaft? Welche Zeichen wollen wir setzen für diese Menschen? Und auch, wie wir in die Zukunft blicken im Blick auf die Präsenz der Kirche in der Gesellschaft bei uns. Das sind Schwerpunktthemen. Aber ich werde auch über die große Sorge des Priesternachwuchses mit dem Heiligen Vater sprechen, um einfach ihn wissen zu lassen, welche Themen uns in Deutschland besonders bewegen.“
Schon vor seiner Reise nach Rom sieht Zollitsch im Vatikan die nötige Sensibilität für das Thema „Missbrauch“. Der Papst habe es auch bei Fällen in anderen Ländern bezüglich seiner Haltung nicht an Deutlichkeit fehlen lassen.
„Papst Benedikt hat sich selber ja der Situation in den USA angenommen, auch jetzt in Irland. Ich bin überzeugt, dass das, was wir beschlossen haben, in die richtige Richtung weist und dass wir ganz klar sagen, dass das ein furchtbares Verbrechen ist. Da sind wir uns mit dem Heiligen Vater einig. Ich bin überzeugt, das, was wir nun beschlossen haben, wird nicht nur seine Zustimmung finden, sondern es wird ihm auch seine Situation erleichtern.“ (rv)