Der Tod von Papst Gregor XV.
Struktur des KardinalskollegiumsKonklavebestimmungenDas Konklave
1. Der Tod Papst Gregor XV. Papst Gregor XV. sagte man einen wahrheitsliebenden und aufrichtigen Charakter nach, obgleich er in seinem Pontifikat von 11 Kardinalskreierungen, drei Nepoten ernannte. Bereits einen Tag nach seiner Inthronisation, am 15.02.1621 ernannte er seinen erst 
| GemÀlde mit Papst Gregor XV. und seinem Neffen Ludovico Kardinal Ludovisi. |
| 25jÀhrigen Neffen Ludovico Ludovisi zum Kardinal
und betraute ihn mit der Leitung der weltlichen und geistlichen GeschĂ€fte des Heiligen Stuhls. Kardinal Ludovisi fĂŒhrte die RegierungsgeschĂ€fte mit Umsicht und Klugheit. Am 15.11.1621 erlĂ€Ăt Papst Gregor XV. eine Neuordnung der Papstwahl mit der Bulle âAeterni patris filiusâ. Er hĂ€lt an bewĂ€hrten Normen fest und Ă€ndert die Formen des
Eintritts in das Konklave und vervollstĂ€ndigt das Zeremoniell. AuĂerdem gibt es VerĂ€nderungen im Ablauf der Inthronisation und der Abhaltung geheimer Wahlen. Knapp vier Monate spĂ€ter, verschĂ€rft er mit dem Dekret âDecet Romanum pontificemâ das Verbot, fĂŒr sich selbst zu stimmen. Diese Regelungen Gregor XV. werden drei
Jahrhunderte ĂŒberdauern. Um NormverstöĂe wie auch etwaige fĂŒr die KardinĂ€le entstehende Nachteile zu begrenzen, werden eigene Ămter geschaffen; der Gouverneur des Konklave und der FĂŒrstmarschall. Um die Missionsarbeit weltweit zu koordinieren, setzt er die Propagandakongregation ein. Zu ihren Aufgaben gehörte nicht nur die Missionierung sondern auch die Verbreitung des Katholischen Glaubens in Nordeuropa und sie wurde rasch zu einer Schaltstelle der Gegenreformation. Gregor XV.
war ein groĂer Freund der âGesellschaft Jesuâ, sowohl er als auch sein Kardinalnepot 
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| Das Wappen âJesuitenâ | Ignatius von Loyola | Franz Xaver |
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hatten eine Schulausbildung bei den Jesuiten genossen. Am 12. MĂ€rz 1622 kanonisiert Gregor XV. den OrdensgrĂŒnder Ignatius von Loyola (U1556) und seinen Mitbruder, den Apostel des Fernen Ostens Franz Xaver (U1552).
Papst Gregor XV. starb am 08. Juli 1623 und ist in der Kirche âSantÂŽIgnazioâ

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| Kirche SantÂŽIgnazio | Grabmal von Papst Gregor XV. in der Kirche SantÂŽIgnazio. |
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beim Collegium Romano beigesetzt. >zurĂŒck 2. Struktur des Kardinalskollegiums
Mit dem Tod von Papst Gregor XV. umfaĂte das Heilige Kollegium insgesamt 66 KardinĂ€le. Am eigentlichen Konklavegeschehen nahmen aber nur bis zu 54 KardinĂ€le in Rom teil ( siehe Konklaveteilnehmer oben ). Folgende 12 KardinĂ€le fehlten bei der Papstwahl im Vatikan: Franz Kardinal von Dietrichstein, Erzbischof von Olomouc (Moravia)
Francois Kardinal de Sourdis dŽEscobleau, Erzbischof von Bordeaux (Frankreich) Antonio Kardinal Zapata y Cisneros Francois Kardinal de la Rochefoucald, Bischof von Senlis (Frankreich) Baltasar Kardinal Moscoco y Sandoval, Bischof von Jaén (Spanien)
Alessandro Kardinal Orsini Francisco Kardinal GĂłmez de Sandoval y Rojas Fernando Kardinal von Ăsterreich, Infant von Spanien Louis Kardinal de Nogaret dÂŽEpernon de la Valette, Erzbischof von Toulouse (Frankreich) Agostino
Kardinal Spinola Armand-Jean Kardinal Duplessis de Richelieu Alfonso Kardinal de la Cueva. Im Konklave anwesende KardinÀle stammten aus folgenden Pontifikaten: 9 KardinÀle aus dem Pontifikat von Papst Gregor XV. 32 KardinÀle aus dem Pontifikat von
Papst Paul V. 8 KardinÀle aus dem Pontifikat von Papst Clemens VIII. 2 KardinÀle aus dem Pontifikat von Papst Gregor XIV. 2 KardinÀle aus dem Pontifikat von Papst Sixtus V. 1 Kardinal aus dem Pontifikat von Papst Gregor XIII. Der erfahrenste Konklaveteilnehmer mit bereits acht Konklaven war der Bischof von Frascati
Francesco Kardinal Sforza di Santa Fiora. >zurĂŒck 3. Konklavebestimmungen Die Dekretalien âIn nomine Dominiâ vom 13.04.1059 von Papst Nikolaus II. und âLicet de vitandaâ
aus dem Jahr 1179 von Papst Alexander III. und die BeschlĂŒsse âCompilationesâ des 4. Laterankonzils aus dem Jahr 1215. Das Dekret âQuia frequenterâ von
Papst Innozenz IV. vom 1. Konzil von Lyon am 28.08.1245. Die wohl entscheidendste Dekretalie nach der von Papst Nikolaus III. wurde die beim 2. Konzil von Lyon erlassene Wahlverordnung von Papst Gregor X. am 16.07.1274 âUbi periculumâ (âWo Gefahr istâ). Viele Details dieser Wahlverordung von Papst Gregor X.
findet man noch heute, nach ĂŒber 720 Jahren in der Apostolischen Konstitution von Papst Johannes Paul II. âUniversi Dominici Gregisâ vom 22.02.1996. Die Wahlverordung von Papst Gregor X. fand nur wenig Anklang. Bereits Papst Hadrian V. suspendierte sie mĂŒndlich und Papst Johannes XXI. hob sie mit der Konstitution âLicetâ
am 20.09.1276 auf, ohne jedoch fĂŒr eine neue Wahlverordnung gesorgt zu haben. Erst 18 Jahre spĂ€ter, am 28.09.1294 setzt Papst Cölestin V. ( âEngelspapstâ ) die gregorianische Wahlverordung âUbi periculumâ wieder in Kraft. Papst Clemens V. verfĂŒgte am Konzil von Vienne 1311-1312 die Bulle
âNe Romaniâ , welche einige ZusĂ€tze zur gregorianischen Wahlverordnung brachte und im siebten Buch des kirchlichen Rechtsbuches âClementinenâ Aufnahme fand. Papst Clemens VI. milderte durch die Bulle âLicet in constitutioneâ vom 06.12.1351 die bisherige Konklaveordnung in einigen Punkten ab. Am 19.03.1378 erlieĂ
Papst Gregor XI. das Dekret âPericulis et detrimentisâ (âIn Gefahren und MissstĂ€ndenâ). Fast 128 Jahre spĂ€ter, am 14.01.1506 erlĂ€Ăt Papst Julius II. das Dekret âCum tam divinoâ . Obwohl selbst der
Simonie verfallen, verbietet er jegliche simonistische Papstwahl fĂŒr die Zukunft und verhĂ€ngt die schwersten kirchlichen Strafen. Aufgrund massiver Einmischungen durch weltliche FĂŒrsten in die Wahl von Papst Paul IV. erlĂ€Ăt dieser am 16.12.1558 die Bulle âCum secundumâ und stellt Unterverhandlungen vor dem Tod des Papstes unter schwere Kirchenstrafen. Papst Pius IV.
erlĂ€Ăt am 09.10.1562 mit der Bulle âIn eligendisâ neue Richtlinien zum Konklave, welche sich hauptsĂ€chlich gegen die MissstĂ€nde der letzten Zeit richteten. Mit der Bulle âPostquam verusâ vom 03.12.1586 Ă€nderte Papst Sixtus V. die Zahl des
Kardinalskollegiums. GemÀà dem Vorbild der 70 Ăltesten des Moses (Numeri 11,16) setzte er die Zahl der KardinĂ€le auf 70 fest (6 Kardinalbischöfe, 50 Kardinalpriester und 14 Kardinaldiakone). Am 15.11.1621 erlĂ€Ăt Papst Gregor XV. eine Neuordnung der Papstwahl mit der Bulle âAeterni patris filiusâ. Er hĂ€lt an
bewĂ€hrten Normen fest und Ă€ndert die Formen des Eintritts in das Konklave und vervollstĂ€ndigt das Zeremoniell. AuĂerdem gibt es VerĂ€nderungen im Ablauf der Inthronisation. Knapp vier Monate spĂ€ter, verschĂ€rft Papst Gregor XV. mit dem Wahldekret âDecet Romanum pontificemâ das Verbot, fĂŒr sich selbst zu stimmen. >zurĂŒck 4. Das Konklave
Zur Zeit des Todes von Papst Gregor XV. befanden sich nur 34 Mitglieder des Heiligen Kollegiums in Rom, diese Zahl stieg bis zum Ende der Papstwahl auf 54 KardinĂ€le an. Das Kollegium teilte sich in vier Parteien: Die âAltenâ (noch vor Papst Paul V.
ernannte KardinĂ€le) Die âPrinz-KardinĂ€leâ (Mauarizio di Savoia, de Medici, Farnese u. dÂŽEste) Die Borghesiani (die von Papst Paul V. ernannten KardinĂ€le) Die Ludovisiani (von dem Nepoten Gregor XV.
gefĂŒhrte KardinĂ€le) Die Borghesiani waren die stĂ€rkste Gruppierung um ihren FĂŒhrer Kardinal Borghese. 
| Scipione Kardinal Caffarelli-Borghese |
| Ihre Anzahl wird mit 22 bis 25 Eminenzen angegeben. Deutlich kleiner und ungleicher war die Partei um Kardinal Ludovisi, er verfĂŒgte Anfangs ĂŒber acht KardinĂ€le Gregor XV. und zusĂ€tzlich ĂŒber die KardinĂ€le Aldobrandini und vier anderen KardinĂ€len aus dem Pontifikat von
Papst Clemens VIII. sowie zwei Kreaturen Pauls V., somit also ĂŒber 15 Stimmen. SpĂ€ter kamen die KardinĂ€le Klesl, Zollern, de Medici,
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| Melchior Kardinal Klesl | Eitel Friedrich Kardinal von (Hohen) Zollern |
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Farnese und Borromeo noch hinzu. Zu den Papabile zĂ€hlte Kardinal Borromeo, ein Neffe des Heiligen Carl Borromeo, doch waren seine Sympathien nur gering, da er als erster Berater Papst Gregor XV. bei der Erstellung der Wahlbulle âAeterni patris filiusâ mitgewirkt hatte. Besondere
Ablehnung erfuhr er durch die Spanier. Weitere Papabili waren die KardinĂ€le Bandini, Ginnasi und Madruzzo. Die gröĂte Zahl der Papabili stellten die Borghesiani mit den KardinĂ€len Galamina, Barberini, Millini, Cobelluzio, Verallo, Campori Cennini und Scaglia. Unter den WahlmĂ€nnern war auch der Ăsterreichische Kardinal Klesl, welcher erst am 16. Juni aus seiner Haft in der Engelsburg entlassen worden war. Kardinal Klesl
hatte um die Gegenreformation weiter voranzutreiben, mehrere Orden in Wien angesiedelt. Seine zunehmende Macht war vielen Personen ein Dorn im Auge gewesen, daher wurde er 1618 nach Tirol und anschlieĂend nach Rom verbannt. Im Laufe er neuntĂ€gigen Exequien hatte sich in Rom eine beunruhigende Verteuerung eingestellt. Deswegen wurden die SicherheitsmaĂnahmen in der Ewigen Stadt auĂerordentlich erhöht. Gegen 17.00 Uhr des 19. Juli wurde
das Konklave geschlossen. 51 KardinĂ€le waren an diesem Tag in das Konklave eingezogen, Kardinal Serra folgte am nĂ€chsten Tag. Rom erlebte zu diesem Zeitpunkt schon eine groĂe Hitze und deshalb verlegte man die Versammlungen in den Korridor des Belvedere. Am 20. Juli fand das erste Skrutinium statt. Die Parteien verfolgten ihre jeweilige Zielsetzung und so erreichte kein Kandidat mehr als 10 Stimmen. Am 21. Juli traten die KardinĂ€le Scaglia und Borromeo
ins Konklave ein und so erhöhte sich die Zahl des Heiligen Kollegiums auf 54 PurpurtrĂ€ger. Am folgenden Tag erhielt im zweiten Skrutinium Kardinal Bandini 21 Stimmen. Durch BemĂŒhungen von Kardinal Boeghese und Sforza erreichte Kardinal Millini beim Abendskrutinium insgesamt 26 Stimmen wĂ€hrend die Stimmen von Kardinal Bandini stark zurĂŒck gingen. Beim Skutinium am Morgen des 23. Juli erreichte Millini nur noch 20 Stimmen. Diese Stimmensituation
sollte bis zum 27. Juli anhalten. Die Lage im Konklave wurde immer schwieriger. Die Hitze und schlechte Luft erschwerten den Aufenthalt in den RĂ€umen des Konklave und bedrohte ernsthaft die Gesundheit der KardinĂ€le. Am 29. Juli setzte nach dem Skrutinium eine Ănderung der Praktiken zu Gunsten von Kardinal Barberini
| Maffeo Kardinal Barberini |
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ein. Am nÀchsten Tag hielt man sich nur mit Beratungen auf. Gegen den noch nicht einmal 55jÀhrigen
Kardinal Barberini votierten, gerade wegen seines jugendlichen Alters und vortrefflichen Gesundheit, die alten KardinĂ€le. Am 31 Juli schien Barberini aus dem Rennen zu sein und die Ludovisiani forcierten Kardinal Cobelluzio der beim Abendskrutinium des 01. August 24 Stimmen erhielt. Kardinal Borghese konterte mit 22 Stimmen fĂŒr Kardinal Millini. Beim Morgenskrutinium des folgenden Tages sammelte Cobelluzio
25 und Millini sank auf 21 Stimmen. Die Hitze im Konklave war so stark, das die im August stets drohende Malaria auftrat. Einige KardinÀle erkrankten. Am 03. August waren 10 Eminenzen vom Fieber befallen und Kardinal Gherardi musste mit vielen Konklavisten das Konklave verlassen. Am selben Abend erkrankte Borghese konnte jedoch am folgenden Tag wieder am Geschehen teilnehmen. Am 04. August erteilte Kardinal Borghese
die Erlaubnis zum Verlassen des Konklave. Am 05. war das Fieber von Borghese stark gestiegen und er beschloĂ das Konklave am selben Tag nach dem Abendskrutinium zu verlassen. Dies teilte er seinen Freunden mit und ermahnte sie zu Treue und Standfestigkeit. Endlich kam es zur Wende. Ludovisi und Borghese, welcher doch nicht das Konklave verlassen hatte, fĂŒhrten GesprĂ€che
und konnten sich einigen. Man berechnete von beiden Partei je 18 Stimmen. Am 06. August 1623 ergab das Skrutinium 26 Stimmen fĂŒr Kardinal Barberini und viele riefen bereits âHabemus papamâ. Skrutatoren waren an diesem Vormittag die KardinĂ€le Zollern, Scaglia und Boncompagni. Als aber die Stimmzettel verlesen wurden, stellte man fest das es nur 23 Zettel waren. Es herrschte groĂe Unruhe. Barberini selbst verlangte nun, entsprechend der Wahlbulle von
Papst Gregor XV. und um jeden AnlaĂ zur Anfechtung seiner Wahl zu beheben, dass der AkzeĂ wiederholt werde. Als dies geschehen war und die Zettel ordnungsgemÀà ausgezĂ€hlt waren, ergaben sich 24 Stimmen fĂŒr ihn, welche zusammen mit den 26 des Skrutiniums 50 Stimmen ausmachten. Mit groĂer Zustimmung wurde das Ergebnis der Wahl angenommen. Kardinal Barberini nahm den Namen Urban VIII. an und nach Anlegen der PontifikalgewĂ€nder erfolgte die Adoration der KardinĂ€le.
Papst Urban VIII. verlieà das Konklave im Zustand des Malariafiebers. Dank seiner guten Konstitution kam er mit dem Leben davon. Nicht so viele andere Konklaveteilnehmer. Laut einem Avviso vom 16.08.1623 starben 40 Konklavisten und acht KardinÀle an den Folgen der Malaria: Stefano Kardinal Pignatelli am 12.08.1623 Giacomo Kardinal Serrra am 19.08.1623
Antonio Maria Kardinal Sauli am 24.08.1623 Marco Antonio Kardinal Gozzadini am 01.09.1623 Antonio Kardinal Caetani am 06.09.1623 Cesare Kardinal Gherardi am 30.09.1623 Lucio Kardinal Sanseverino
am 25.12.1623 und Francesco Kardinal Sforza di Sant Fiora am 11.09.1624 Kardinal Barberini wurde am 29.09.1623 zu Urban VIII. gekrönt und beendete eine Sedisvakanz von 83 Tagen.. Er stammte aus einer florentinischen Familie und war das fĂŒnfte von sechs Kindern der Eheleute Antonio Barberini und Camilla Barbadori. >zurĂŒck Stand: 16.05.2006 >zur Papstbiographie zurĂŒck |